Start-up starten: Im Homeoffice oder externen Büro?


44 likes

Als Selbstständiger steckt jeder in der gleichen Situation. Zum einen ist man sein eigener Herr, arbeitet aber auch selbst und ständig, wie der Name schon sagt. Und das bringt neben einem Höchstmaß an Verantwortung auch zahlreiche Entscheidungen mit sich.

Eine der ersten Entscheidungen, die man als Einzelunternehmer treffen muss: Wo möchte ich arbeiten?
Wie kann ich mich an besten organisieren, konzentrieren und auch (Kunden gegenüber) präsentieren?
Reicht das Homeoffice oder muss es schon ein eigenes Büro sein?

Egal, ob es das private Arbeitszimmer, ein Cafe, Coworking oder das externe Büro wird, jede dieser Optionen hat Vor- und Nachteile.

Homeoffice: für den leichten Einstieg in die Selbstständigkeit

Zu Beginn der Selbstständigkeit ist das Budget meist begrenzt oder man möchte sich zunächst zusätzlich zur sicheren Festanstellung ein zweites Standbein aufbauen. Dafür reicht das private Arbeitszimmer bzw. Homeoffice alle mal.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man fühlt sich wohl in dem bekannten Umfeld, hat trotzdem eine Grenze zwischen Arbeit und Privatleben sobald man durch die Tür tritt, die Kosten sind überschaubar und können bei der Steuererklärung angegeben werden. Zudem bietet das Büro in den eigenen vier Wänden die maximale Flexibilität in Bezug auf Arbeits- und Wegezeiten. Es kann von jetzt auf gleich mit der Arbeit begonnen werden und zusätzliche Zeit und Kosten für den Weg ins Büro entfallen.

Lieblings-Café wird zum Arbeitsplatz

Es ist nur blöd, wenn man kein freies Zimmer zur Verfügung hat oder man sich in der leeren Wohnung selbst denken hört. Einigen hilft ein Tapetenwechsel, wie ein Ausflug in das Lieblings-Café um die Ecke, das seit einigen Jahren bereits mit Strom- und USB-Anschlüssen ausgestattet ist und sich so binnen weniger Minuten zum Hot-Spot der Geschäftstätigkeit mausert.

Im Gegensatz zum stillen Heimarbeitsplatz ist hier eine - für manche - konzentrationsfördernde Geräuschkulisse ebenso wie eine nie endende Kaffee-Quelle. Hier können erste, zwanglose Geschäftstermine vereinbart werden oder die Gedanken auf der Suche nach der nächsten Millionen-Idee schweifen.

Man sollte jedoch darauf achten, welche Aufgaben man "in aller Öffentlichkeit" in Angriff nimmt und sich bewusst sein, dass jeder einem über die Schulter schauen kann. Sensible Daten von Kunden und Geschäftspartnern sollten daher im Café weder Gesprächsstoff noch auf dem Laptop-Bildschirm präsentiert werden.

Da bietet sich viel eher ein angemietetes externes Büro an. In größeren Bürogebäuden lassen sich für kleines Geld Einzelbüros mit Zugang zu einer gemeinsamen Kaffeeküche oder Büros mit einem separaten Zugang anmieten.

Die Vorteile sind natürlich nicht von der Hand zu weisen:

  • Viele Vermieter achten darauf, dass die gewerblichen Mieter aus den gleichen oder ähnlichen Wirtschaftsbereichen stammen (z.B. Immobiliensuche, Fotografie, IT, etc.). Dadurch bietet ein externes Büro eine hervorragende Grundlage zum Networking mit anderen Selbstständigen bzw. Start Ups und man kann sich bei dem ein oder anderen Problem unter die Arme greifen oder Erfahrungen austauschen.
  • Ein externes Büro wirkt zudem extrem professionell und bietet genügen Raum, potenzielle Kunden und Mitarbeiter gebührend zu empfangen und sich so in das beste Licht zu rücken.
  • Außerdem kann der eigene Arbeitsplatz nach den eigenen Wünschen eingerichtet werden, da die Voraussetzungen für effizientes und konzentriertes Arbeiten für jeden anders aussehen. Sie reichen von einer minimalistischen Einrichtung mit Tisch, Stuhl, Laptop und Telefon zu einer gemütlichen Wohnzimmer-Nachbildung mit beleuchtetem Aquarium. Das gesundheitliche Aspekt darf aber nicht vergessen werden: langes Sitzen mag bequem sein, aber ist doch nicht so gesund. Dafür bietet Büroausstatter gaerner passende Büromöbel, die individuell angepasst werden können. In deren Ratgeber sind auch Richtlinien zur Arbeitsplatzausstattung zu finden. Die richtige Einrichtung und ihre Wirkung haben auf unser Wohlbefinden sowie auf unsere Leistungsfähigkeit direkte Auswirkungen. Denn in einem positiven Umfeld entstehen bis zu zehn Mal mehr gute Ideen.

Die Schattenseite für viele ist die Anfahrt bzw. der Gang ins Büro, der frühes Aufstehen erfordert und Zeit und Geld kostet. Doch durch die räumliche Trennung von Arbeit und Privatleben fällt es wesentlich leichter, den Feierabend durch das Verlassen des Büros zeremoniell einzuläuten und eine gesunde Work-Life-Balance beizubehalten. Das Gefühl "nicht abschalten zu können" führt vor allem bei Selbstständigen häufig zu überdurchschnittlich hohem Stress und reduziert damit die Leistungsfähigkeit.

Die Entscheidung, welches Arbeitsumfeld das Richtige ist, kann man - wie alles andere in der Selbstständigkeit – nur individuell und selbst treffen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: