Start-up starten: Im Homeoffice oder externen Büro?


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Als Selbstständiger steckt jeder in der gleichen Situation. Zum einen ist man sein eigener Herr, arbeitet aber auch selbst und ständig, wie der Name schon sagt. Und das bringt neben einem Höchstmaß an Verantwortung auch zahlreiche Entscheidungen mit sich.

Eine der ersten Entscheidungen, die man als Einzelunternehmer treffen muss: Wo möchte ich arbeiten?
Wie kann ich mich an besten organisieren, konzentrieren und auch (Kunden gegenüber) präsentieren?
Reicht das Homeoffice oder muss es schon ein eigenes Büro sein?

Egal, ob es das private Arbeitszimmer, ein Cafe, Coworking oder das externe Büro wird, jede dieser Optionen hat Vor- und Nachteile.

Homeoffice: für den leichten Einstieg in die Selbstständigkeit

Zu Beginn der Selbstständigkeit ist das Budget meist begrenzt oder man möchte sich zunächst zusätzlich zur sicheren Festanstellung ein zweites Standbein aufbauen. Dafür reicht das private Arbeitszimmer bzw. Homeoffice alle mal.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man fühlt sich wohl in dem bekannten Umfeld, hat trotzdem eine Grenze zwischen Arbeit und Privatleben sobald man durch die Tür tritt, die Kosten sind überschaubar und können bei der Steuererklärung angegeben werden. Zudem bietet das Büro in den eigenen vier Wänden die maximale Flexibilität in Bezug auf Arbeits- und Wegezeiten. Es kann von jetzt auf gleich mit der Arbeit begonnen werden und zusätzliche Zeit und Kosten für den Weg ins Büro entfallen.

Lieblings-Café wird zum Arbeitsplatz

Es ist nur blöd, wenn man kein freies Zimmer zur Verfügung hat oder man sich in der leeren Wohnung selbst denken hört. Einigen hilft ein Tapetenwechsel, wie ein Ausflug in das Lieblings-Café um die Ecke, das seit einigen Jahren bereits mit Strom- und USB-Anschlüssen ausgestattet ist und sich so binnen weniger Minuten zum Hot-Spot der Geschäftstätigkeit mausert.

Im Gegensatz zum stillen Heimarbeitsplatz ist hier eine - für manche - konzentrationsfördernde Geräuschkulisse ebenso wie eine nie endende Kaffee-Quelle. Hier können erste, zwanglose Geschäftstermine vereinbart werden oder die Gedanken auf der Suche nach der nächsten Millionen-Idee schweifen.

Man sollte jedoch darauf achten, welche Aufgaben man "in aller Öffentlichkeit" in Angriff nimmt und sich bewusst sein, dass jeder einem über die Schulter schauen kann. Sensible Daten von Kunden und Geschäftspartnern sollten daher im Café weder Gesprächsstoff noch auf dem Laptop-Bildschirm präsentiert werden.

Da bietet sich viel eher ein angemietetes externes Büro an. In größeren Bürogebäuden lassen sich für kleines Geld Einzelbüros mit Zugang zu einer gemeinsamen Kaffeeküche oder Büros mit einem separaten Zugang anmieten.

Die Vorteile sind natürlich nicht von der Hand zu weisen:

  • Viele Vermieter achten darauf, dass die gewerblichen Mieter aus den gleichen oder ähnlichen Wirtschaftsbereichen stammen (z.B. Immobiliensuche, Fotografie, IT, etc.). Dadurch bietet ein externes Büro eine hervorragende Grundlage zum Networking mit anderen Selbstständigen bzw. Start Ups und man kann sich bei dem ein oder anderen Problem unter die Arme greifen oder Erfahrungen austauschen.
  • Ein externes Büro wirkt zudem extrem professionell und bietet genügen Raum, potenzielle Kunden und Mitarbeiter gebührend zu empfangen und sich so in das beste Licht zu rücken.
  • Außerdem kann der eigene Arbeitsplatz nach den eigenen Wünschen eingerichtet werden, da die Voraussetzungen für effizientes und konzentriertes Arbeiten für jeden anders aussehen. Sie reichen von einer minimalistischen Einrichtung mit Tisch, Stuhl, Laptop und Telefon zu einer gemütlichen Wohnzimmer-Nachbildung mit beleuchtetem Aquarium. Das gesundheitliche Aspekt darf aber nicht vergessen werden: langes Sitzen mag bequem sein, aber ist doch nicht so gesund. Dafür bietet Büroausstatter gaerner passende Büromöbel, die individuell angepasst werden können. In deren Ratgeber sind auch Richtlinien zur Arbeitsplatzausstattung zu finden. Die richtige Einrichtung und ihre Wirkung haben auf unser Wohlbefinden sowie auf unsere Leistungsfähigkeit direkte Auswirkungen. Denn in einem positiven Umfeld entstehen bis zu zehn Mal mehr gute Ideen.

Die Schattenseite für viele ist die Anfahrt bzw. der Gang ins Büro, der frühes Aufstehen erfordert und Zeit und Geld kostet. Doch durch die räumliche Trennung von Arbeit und Privatleben fällt es wesentlich leichter, den Feierabend durch das Verlassen des Büros zeremoniell einzuläuten und eine gesunde Work-Life-Balance beizubehalten. Das Gefühl "nicht abschalten zu können" führt vor allem bei Selbstständigen häufig zu überdurchschnittlich hohem Stress und reduziert damit die Leistungsfähigkeit.

Die Entscheidung, welches Arbeitsumfeld das Richtige ist, kann man - wie alles andere in der Selbstständigkeit – nur individuell und selbst treffen.

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Strategien für Start-ups

Die Gründung eines Start-ups kann viele Herausforderungen mit sich bringen. Diese sind bekannt und es gibt dazu unzählige Hilfestellungen. Um den Erfolg eines Start-ups zu gewährleisten, ist es deshalb wichtig, einen konkreten Plan zu haben. Hierfür gibt es verschiedene Marktwahl- und Marktbearbeitungsstrategien. Im folgenden Artikel zeigen wir zwei Strategien, die jeder erfolgreiche Entrepreneur unbedingt kennen sollte.

Marktwahlstrategien

Eine gute Marktwahlstrategie hilft dabei, sich auf dem richtigen Markt zu positionieren. Zu diesem Zweck sollte man sich zunächst überlegen, ob man den Markt räumlich oder sachlich abgrenzt. Eine räumliche Marktabgrenzung ist im transportierenden Gewerbe oder im Dienstleistungssektor nützlich. So können entstehende Transportkosten und Transaktionskosten verringert werden. Der Softwarehersteller SAP agiert z.B. auf einem globalen Markt in über 180 Ländern. Software und viele Dienstleistungen lassen sich heutzutage sehr einfach über das Internet vertreiben und unterliegen kaum einer räumlichen Einschränkung. Allerdings muss man trotzdem die örtliche Gesetzgebung beachten. Für viele Start-ups können hierbei Hürden entstehen, weshalb es sich empfiehlt, den Markteintritt vorsichtig zu wählen. Eine sachliche Marktabgrenzung ist besonders nützlich, um den Markt nach bestimmten Gütern oder Produkten einzugrenzen. So würden z.B. zu dem sachlichen Markt des Automobilherstellers VW alle weiteren Automobilhersteller, wie z.B. BMW, Daimler, Toyota etc. gehören. Es ist auch möglich, eine räumliche und sachliche Marktabgrenzung durchzuführen. So kann der relevante Markt noch präziser bestimmt werden.

Marktteilnehmerstrategien

Nachdem die Marktwahlstrategie festgelegt wurde, kann als Nächstes die Marktteilnehmerstrategie definiert werden. Hierbei wird auf alle am Markt teilnehmenden Parteien wie Konsument, Konkurrent und Abnehmer eingegangen. Kernstück sind hierbei Maßnahmen, welche sich vor allem an den Konsumenten richten. Ein Start-up muss sich überlegen, welchen Nutzen ein Kunde aus einem Produkt oder einer Dienstleistung gewinnen kann. Es ist essenziell, sich von der Konkurrenz abzuheben und sich einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Dies kann gelingen, indem das Start-up dem Kunden entweder einen Leistungsvorteil oder einen Kostenvorteil bietet. Leistungsvorteile zeichnen sich durch eine erhöhte Qualität aus. Kostenvorteile wiederum durch einen günstigeren Preis. Besonders bereits etablierte Unternehmen können hier den Start-ups als Vorbild dienen.

Die Strategien sind dabei natürlich stark branchenabhängig. Wer etwa nur digital agieren will, hat unterschiedliche Möglichkeiten im Vergleich zu anderen Geschäftsmodellen, die offline agieren. Besonders im Gaming Bereich gibt es für den Sektor typische Marketingstrategien. So bieten z.B. neue Online Casinos ihren Kunden viele Vorteile, wie Bonusangebote und Aktionen an. Neukunden erhalten so oftmals einen Kostenvorteil durch Freispiele und können das Angebot der Webseiten zunächst austesten und kennenlernen. Viele Anbieter bieten zusätzlich gewisse Leistungsvorteile an, wie eine erhöhte Sicherheit durch eine SSL-Verschlüsselung und mehrere verschiedene Zahlungsmöglichkeiten.

Ähnliches ist auch bei Streaminganbietern wie Netflix erkennbar. Dieser ermöglicht neuen Kunden zunächst einen kostenlosen Probemonat. Hier kann bereits durch das gesamte Angebot der Plattform gestöbert werden. Außerdem erhalten User Preisreduktionen, je mehr Accounts unter einem Namen angelegt werden. Die Kunden sollen so dem Unternehmen treu bleiben und nicht zu Wettbewerbern wie Amazon Prime wechseln. Im Marketing wird diese Strategie auch als Pull-Strategie bezeichnet. Das Start-up zieht den Kunden durch seine Maßnahmen an das Unternehmen heran. Werden diese Maßnahmen erfolgreich durchgeführt, steigt auch die Markenbekanntheit. Dies führt wiederum zu einer stärkeren Kundenbindung, was den Unternehmenserfolg erhöht.

Fazit

Ein Start-up sollte sich immer eine Marktwahl- und eine Marktteilnehmerstrategie überlegen. Eine erfolgreiche Marktwahlstrategie kann einen räumlichen oder sachlichen Bezug haben. Sie hilft dem Start-up dabei eine Marktsegmentierung zu bilden. Die Marktteilnehmerstrategie ist hingegen wichtig, um einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu haben. Dieser Wettbewerbsvorteil zeichnet sich durch einen Leistungs- und Kostenvorteil aus. Wichtig ist es hierbei den Nutzen des Kunden in den Vordergrund zu stellen. Dieser muss mit den richtigen Maßnahmen an das Unternehmen gebunden werden. Gerade in der Markteintrittsphase ist es für ein Start-up entscheidend, die Markenbekanntheit zu stärken. Nur so kann der Erfolg eines Start-ups gesichert werden.

Recht für Gründer: Umwandlung der GbR in eine GmbH

Von der GbR zur GmbH: Von der Idee der Zusammenarbeit zur professionellen Unternehmung.

Mit über 211.000 Gesellschaften des bürgerlichen Rechts (GbR) (Stand 2018, Quelle: destatis.de) gehört diese Gesellschaftsform mit Abstand zu der beliebtesten Personengesellschaften in Deutschland.

In meiner Beraterpraxis als Rechtsanwalt für Gesellschaftsrecht sehe ich oft GbR-Gesellschaften entweder ohne schriftlichen Vertrag oder unter Verwendung eines Vertragsmusters mit standardisierten Textbausteinen und Alternativen zum Ankreuzen. Wobei die Alternativen oft nicht mehr in den finalen Vertrag eingeflossen sind. “Das hat uns keiner gesagt!” bzw. “Unser Steuerberater hat uns dieses Muster gegeben, aber nicht erklärt.” höre ich in der Beratung oft, wenn etwas schief gelaufen ist.

An dieser Stelle mein Tipp: Dein Steuerberater macht deine Abschlüsse und berät dich zu Unternehmenszahlen und dein Anwalt berät dich in gesellschaftsrechtlichen Anliegen.

Wenn die Unternehmen aus der Startphase der Gründung herauswachsen, stellen Gesellschafter schnell fest, dass eine GbR mittel- und langfristig nicht professionell aussieht, nicht zu den bestehenden Verhältnissen passt oder ihnen klar wird, dass sie immer noch mit ihrem gesamten Privatvermögen haften.

Eine Lösung ist nach kurzer Recherche zügig gefunden: die GmbH

An dieser Stelle ist vorweg zu sagen, dass die formellen Anforderungen an eine GmbH und der Inhalt der Gesellschaftssatzung noch wichtiger sind als bei der GbR. Hier solltet ihr euch unbedingt Gedanken machen über Abstimmungs- und Beschlussfassungsregeln, Eintritt- und Austrittsmöglichkeiten von Gesellschaftern, die Übertragung und Einziehung von Gesellschaftsanteilen sowie Nachfolge- oder Beendigungsvoraussetzungen.

Vorteile der GmbH aus Sicht des Juristen & Unternehmers

1. Beschränkte Haftung

Die GmbH haftet nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen, also mit den Werten, die der GmbH gehören. Hierin liegt der größte zivilrechtliche Vorteil: Eine persönliche Haftung der Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen besteht nicht! Dies gilt ab dem Zeitpunkt der Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister.

2. Rechtspersönlichkeit der GmbH

Als Kapitalgesellschaft gehört die GmbH zu den juristischen Personen mit eigener Rechtspersönlichkeit, d.h. sie kann Träger von Rechten und Pflichten sein und prozessrechtlich klagen bzw. verklagt werden, Eigentum begründen und übertragen.

3. Hohes Ansehen im Geschäftsverkehr

Eine GmbH führt im Vergleich zur GbR zu einer größeren Gläubigerakzeptanz bei Kreditgebern und zu einem professionelleren Erscheinungsbild. Banken und Kreditinstitute mögen klare Unternehmensstrukturen, einheitliche und vergleichbare Bilanzen und gewähren einer GmbH eher höhere Darlehen ohne Bürgschaften als im Vergleich zu Personengesellschaften, die grundsätzlich erstmal nicht bilanzierungspflichtig sind.

4. Rechtssicherheit aufgrund gefestigter Rechtsprechung

Rechtsnormen finden sich u.a. im GmbH-Gesetz, Handelsgesetzbuch und ergänzend im Aktiengesetz. Die Rechtsprechung zur GmbH ist weitgehend gefestigt. Die bei den Landgerichten eingerichteten Handelskammern kennen sich erfahrungsgemäß sehr gut aus.

5. Flexible Partizipation an Gesellschaftsanteilen

Während GbR-Anteile immer nur im Ganzen pro Kopf von einem Gesellschafter an einen anderen übertragen werden können, sind GmbH-Anteile am Gesellschaftskapital z.B. zu je 1 EUR-Geschäftsanteil teilbar und übertragbar, so dass auch kleinere Anteile veräußert und übertragen werden können.

Die Spielregeln bei einer Umwandlung: Das Umwandlungssteuergesetz (UmwStG)

Das UmwStG beschreibt im Wesentlichen 4 Umwandlungsarten: die Verschmelzung, die Spaltung, die Vermögensübertragung und den Formwechsel.

In allen Fällen geht das Vermögen des Ausgangsunternehmens gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten auf das Zielunternehmen über. Das UmwStG enthält dazu Regelungen, Umwandlungsvorgänge steuerneutral zu ermöglichen, wenn bestimmte “Spielregeln” eingehalten werden.

Varianten, eine Personengesellschaft im Rahmen einer Gesamtrechtsnachfolge in eine Kapitalgesellschaft, z.B. eine GmbH umzuwandeln, wären also folgende:

  • Verschmelzung durch Aufnahme (der Personengesellschaft) … dabei wird das Vermögen der Personengesellschaft auf eine bestehende, bereits vorhandene GmbH übertragen
  • Formwechsel der Ausgangs-Personengesellschaft ... dabei wird die Rechtsform einer Personengesellschaft geändert zur Gründung einer GmbH
  • Verschmelzung zur Neugründung ...  dabei wird das Vermögen einer Personengesellschaft + eines weiteren Rechtsträgers auf eine neu zu gründende GmbH übertragen
  • Aufspaltung ... dabei wird nur ein Teil des Vermögens einer Personengesellschaft auf eine oder 2 bestehende bzw. neu zu gründende GmbH's übertragen

Die Herausforderung in Bezug auf die GbR ist jedoch, dass das UmwStG für alle zuvor genannten Varianten diese nicht als übertragenden Rechtsträger vorsieht. Daraus folgt, dass eine direkte Umwandlung - wie zuvor beschrieben - der GbR in eine GmbH im Rahmen einer Gesamtrechtsnachfolge ausscheidet.

Zwei smarte Möglichkeiten der Umwandlung

Bevor ich die m.M. nach eleganten bzw. smarten Umwandlungsmöglichkeiten skizziere, möchte ich noch auf zwei Punkte hinweisen:

1. Entscheidend für die erfolgreiche Umwandlung einer GbR in eine GmbH ist nach meiner Erfahrung das Zusammenspiel der fachlichen Dienstleistungen bzw. die agierenden Berufsträger: Rechtsanwalt, Steuerberater und Notar.

Im Idealfall erstellt der Rechtsanwalt verständliche, gut durchdachte und vor allem zu den Gesellschaftern passende Verträge - diese hat er vorher mit dem Steuerberater abgestimmt, welcher zudem selbstverständlich ordentliche GbR-Abschlüsse beisteuert – und der mitdenkende Notar beurkundet nicht blind, sondern hinterfragt bei evtl. Ungenauigkeiten und sorgt für die reibungslose Kommunikation mit dem Registergericht.

2. Die zweite Voraussetzung für eine erfolgreiche Umwandlung müssen die Gesellschafter selbst mitbringen: nämlich Weisheit, den zuvor genannten Berufsträgern zu vertrauen, wenn möglich ihr Business bzw. das operative Unternehmenshandeln geduldig zu erklären und sich beraten lassen. Denn das unter 1. beschriebene kann nicht aus einer Mustervorlage, einem Blogbeitrag oder einem Youtube-Video entnommen werden oder eins-zu-eins auf alle Umwandlungsvorhaben standardisiert angewandt werden, sondern das ist das professionelle Gesamtpaket – wofür schließlich Beratungshonorare und Gebühren gezahlt werden.

Buchwertneutrale Einbringung der GbR

Um die o.g. positiven Effekte der Steuerneutralität zu erreichen, ist je nach individueller Ausgangslage ein Zwischenschritt erforderlich, nämlich die Eintragung der Firma (hier GbR) in das Handelsregister als OHG (Offene Handelsgesellschaft). Die Eintragung als OHG dient hier als Korrektur, so dass nach Vorgaben des Umwandlungssteuergesetzes ein übertragender Rechtsträger vorliegt. Nach erfolgter Umwandlung und Registrierung der GmbH wird die OHG sofort wieder aus dem Handelsregister gelöscht.

Ohne Aufdeckung stiller Reserven können nach § 20 UmwStG Umwandlungsfälle, die Betriebsteile oder Unternehmensanteile zum Gegenstand haben, d.h. auch Einbringungsvorgänge außerhalb des UmwG, buchwertneutral gestaltet werden. Als Voraussetzung muss es sich jedoch immer um eine entgeltliche Übertragung handeln, d.h. als Gegenleistung für eingebrachte Unternehmensteile müssen Anteile an der neuen GmbH gewährt werden.

Bargründung einer neuen GmbH und Einbringen als Aufgeld (Agio)

Die GbR kann als Aufgeld (sog. Agio) im Rahmen einer Neugründung (Bargründung) in die GmbH eingebracht werden. Auch hierbei ist wieder Bedingung, dass den künftigen GmbH-Gesellschaftern als Gegenleistung für ihre GbR-Anteile wiederum Gesellschaftsanteile an der gegründeten GmbH gewährt werden. Denn wie oben beschrieben ist eines der Hauptziele ja den steuerneutralen, einheitlichen Umwandlungsvorgang zu erreichen.

Diesen Weg empfehle ich oft umwandlungsfreudigen GbR-Gesellschaftern, die sich eine kostenintensive Unternehmensbewertung ihrer GbR sparen wollen, weil die Vermögenswerte sich hauptsächlich aus ihrer jeweiligen Arbeitskraft ergibt und nicht aus materiellen Gegenständen oder Werten. Ausreichend ist meist eine einfache Unternehmensbewertung anhand des letzten Jahresabschlusses bzw. nach einfacher Ertragswertmethode.

Fazit

Grundsätzlich gehe ich in meiner Beraterpraxis davon aus, dass die Umwandlung eurer Firma als GbR unter Ausnutzung der Steuerneutralität, d.h. unter Anwendung des Umwandlungssteuergesetzes erfolgen soll, folglich im Ergebnis nach der Umwandlung das Unternehmen mit neuer Rechtsform (GmbH) fortgeführt wird.

Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es mehrere Wege. Welcher am besten auf eure Unternehmenssituation passt, muss im ersten Beratungsschritt herausgearbeitet werden. Es gibt nach meiner Einschätzung  nicht das “beste Umwandlungskonzept und das Rundum- Sorglos-Paket”.

Eine Umwandlung einer GbR in eine GmbH ist für die meisten Gesellschafter keine alltägliche, leichte Sache. Dabei darf nichts schiefgehen, was hinterher nicht mehr wiedergutzumachen ist oder korrigiert werden kann.

Von Anfang an solltet ihr alle oben genannten Berater für den jeweiligen fachlichen Baustein mit einbeziehen bzw. darauf achten, dass euer Beratungsteam auch miteinander gut kommuniziert. D.h. dass euer Steuerberater dem Rechtsanwalt oder dem Notar gut zuarbeitet oder das euer Rechtsanwalt Beratungsinhalte ggf. mit dem Notar VOR Beurkundung abstimmt.

Lasst euch auch hinsichtlich des Kostenaufwandes vorher einen genauen Überblick von allen beteiligten Beratern geben, welche Honorare und Gebühren entstehen. Gebühren beim Registergericht und Beurkundungsgebühren beim Notar sind z.B. bundeseinheitlich gleich, aber Stundensätze von Rechtsanwälten und Steuerberatern können sehr unterschiedlich sein.

Der Autor Marko Setzer berät seit über 10 Jahren als Berliner Rechtsanwalt Unternehmer bei gesellschaftsrechtlichen, sowie arbeitsrechtlichen Fragestellungen.

Nebenberuflich selbständig: Das kleine ABC

Im Folgenden werden einige wichtige Aspekte beleuchtet, auf die geachtet werden sollten, wenn Sie sich nebenberuflich selbstständig machen wollen.

Anmeldung

Erst einmal müssen Sie wissen, ob Sie freiberuflich oder gewerbetreibend sind. Freiberuflich sind künstlerische und therapeutische Berufe. Auch Rechtsanwälte, Steuerberater, Ingenieure und beratende Volks- oder Betriebswirte sind „frei“. Gewerbliche Tätigkeiten sind im Prinzip alle anderen wie etwa handwerkliche Arbeiten, Ladengeschäfte oder auch der Verkauf bei Ebay.

Wenn Sie ein Nebengewerbe anmelden, tun Sie das über das Ordnungsamt. Das kostet zwischen 18 und 40 Euro und führt automatisch dazu, dass das Finanzamt Ihnen Formulare für die Anmeldung einer selbständigen Tätigkeit schickt.

Freiberufler melden sich selbst direkt beim Finanzamt an und füllen dann das Anmeldeformular aus. Sie können es auch aus dem Internet laden, etwa über www.bundesfinanzministerium.de. Sie erhalten dann eine zweite Steuernummer für die Umsatzsteuer.

Interview mit Martha von den Berg

1968 eröffnete Martha von den Berg das erste Kochlöffel-Restaurant in Wilhelmshaven und setzte auf einen Bereich, der damals in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte: Schnellrestaurants. Martha von den Berg hat sich immer wieder für Frauen in Führungspositionen eingesetzt und die Vorzüge weiblicher Führungskräfte betont.

StartingUp: Gibt es einen bestimmten Typ Frau, der sich zur Unternehmerin eignet oder kann es jede schaffen?
Martha v. d. Berg:
Ich glaube, dass fast jede Frau mit bestimmten Eigenschaften eine Unternehmerin sein kann. Sie muss das wollen und darf keine Scheu haben. Eine unbekümmerte Natürlichkeit ist hilfreich. Sie muss einfach zu den richtigen Stellen gehen und fragen: Sag mir, wie das geht. Alles was es braucht ist eine gute hausfrauliche Veranlagung – auch wenn das nicht gerade dem Bild der Frauenbewegung entspricht. Im Haushalt trainieren Frauen genau das, was gute Unternehmer brauchen. Sie halten ein System in Bewegung, Organisieren, tragen Verantwortung.

StartingUp: Braucht es nicht umfangreiche Kenntnisse in kaufmännischen Dingen? Wie wichtig ist Ausbildung?
Martha v. d. Berg:
Natürlich müssen einige kaufmännische Grundbegriffe absolut klar sein. Die Begriffe Einnahme, Ausgabe und Überschuss. Ich muss wissen: das, was in der Kasse liegt, ist nicht meins. Erst wenn Steuern, Kosten und alles abgezogen sind, bleibt ein Minimum übrig. Wenn man etwas Eigenes aufbauen will, geht es nicht um das Können. Das kann fast jede oder jeder – es geht um die Persönlichkeit, das Wollen und um Fleiß und Disziplin. Bereit zu sein, etwas mehr zu tun als andere. Man muss immer aus Sicht des Gastes oder der Kunden denken. Was würde ich als Gast erwarten? Wie werde ich in mittelgroßen Orten anerkannt? Ich betone immer wieder, dass die Frauen sich im Ort in Netzwerken und Institutionen engagieren sollten. Das erhöht die Anerkennung und ist unmittelbar für das Geschäft gut. Wer sich einbringt, bekommt mit, wo Stadtfeste stattfinden, und kann dort werben. Jammern jedenfalls und ein ständiges ‚Ach Gott, das kann ich nicht’ kann nicht die richtige Einstellung sein.

Zur Info-Box Mit Netz und doppeltem Boden (Netzwerke und Beziehungen)

StartingUp: Damit sprechen Sie eine Eigenschaft an, die Frauen oft zugeschrieben wird: Sie unterschätzen sich. Müssen Unternehmerinnen forscher werden?
Martha v. d. Berg:
Nicht unbedingt. Diese Zimperlichkeit hat auch Vorteile. Ein Mann kauft sich nach dem ersten Erfolg erst mal ein BMW-Cabrio, eine Frau nicht. Frauen arbeiten beständiger und sicherer an ihrem Erfolg.

StartingUp: Sie haben in den vergangenen 36 Jahren viele Frauen beim Schritt in die Selbständigkeit begleitet. Gab es Frauen, die Sie überrascht haben, weil sie mehr geschafft haben, als sie ihnen zutrauten?
Martha v. d. Berg:
Meist merken wir schon im ersten Gespräch, ob eine Frau das Zeug dazu hat, Kochlöffel-Partnerin zu werden. Aber klar – es gab auch Überraschungen. Es gab Frauen, denen wir es zugetraut haben und die bei Rückschlägen total eingeknickt sind. Dafür hatten wir auch Frauen, bei denen wir erst Bauchschmerzen hatten, ob sie es wohl schaffen würden und die mit großer Beharrlichkeit ihren Weg gemacht haben. Heute genießen sie es, Chefin zu sein. Es ist viel wertvoller, als einfach Gehalt zu bekommen.

StartingUp: Sie sagen, Sie sind eine Kämpfernatur – wie haben sie es geschafft, nicht zu verhärten und die Vorteile der weiblichen Führungskräfte zu erhalten?
Martha v. d. Berg:
Ich weiß nicht. Ich habe sieben Kinder, die halten mich zurück. Die wollen keine verhärtete Mutter. Man darf als Frau keine Angst haben, stramm zu sein. Meine Mitarbeiter wissen, dass ich auch hart und eisern sein kann. Dabei braucht man nicht verhärten. Vielleicht kann ich das mit unserem Führungsleitbild erklären: Es heißt „coming home“. An das sollten sich die Chefinnen anlehnen. Bestimmtes Verhalten würde doch Zuhause auch nicht geduldet werden – wenn jemand immer seine Schultasche in die Ecke wirft oder sich rücksichtslos verhält. Das lässt man doch auch nicht durchgehen. Ebenso müssen sich Mitarbeiter richtig verhalten und eine Chefin muss das durchsetzen. Mit Verhärten hat das nichts zu tun.

Die Freiheit nehme ich mir

Freiberufler: Wer genießt den begehrten Status? Welche steuerlichen Vorteile gelten für die Freien? Hier erfahren Sie alles über die Voraussetzungen, um Freiberufler zu werden.

Meine Kollegen sagen, es sei doch verrückt im IT-Umfeld angestellt zu arbeiten“, sagt Anna Marakowsky. Als Freiberufler verdiene man viel mehr Geld und bekomme zudem – anders als Angestellte – auch jede Überstunde bezahlt. Nicht zuletzt genieße der Freiberufler mehr Abwechslung und auch sein Kopf würde mehr gefordert. „Deshalb sagen alle, ich solle kündigen.“

Ende des nächsten Monats will die Wirtschaftsinformatikerin den Schritt in die Freiberuflichkeit dann auch wirklich wagen und sodann als Entwicklerin auf eigene Rechnung arbeiten. Mit rund 80 Euro in der Stunde netto rechnet sie. Das sind 12.800 Euro in einem Monat – ein schöner Batzen Geld. Von dem bei einem Freiberufler viel übrig bleibt: Da Freelancer im IT-Bereich in der Regel vor Ort beim Kunden oder im Home Office arbeiten, haben sie kaum Kosten – und bezahlen anders als ihre gewerblichen Kollegen auch keine Gewerbesteuer. Zudem müssen sie nur eine einfache Einnahmen- und Überschussrechnung anstatt einer Bilanz einreichen. Das spart Zeit und Steuerberatungskosten.

Im Trend – der Freiberufler

Marakowsky ist keine Ausnahme. „Etwas Besseres als die Festanstellung finden wir allemal“, konstatieren auch Sascha Lobo und Holm Friebe in ihrem Bestseller „Wir nennen es Arbeit“. Sie beschreiben darin die Arbeits- und Lebenslust einer neuen Freelancer-Generation. Freelancer, die mit ihrem Kopf Geld verdienen und meist allein oder in kleinen Teams arbeiten.

Davon gibt es immer mehr. Etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden von Freiberuflern erwirtschaftet. Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) zählt jedes Jahr rund fünf Prozent mehr Freiberufler und ist derzeit etwa bei einer Million angelangt. Das mit Abstand höchste Wachstum verzeichnet seit vielen Jahren der Bereich der Kulturberufe. Dazu gehören die Medien und dazu zählt auch die Informationstechnologie, die die klassischen Freiberufler mit Kammerberufen wie Anwalt, Steuerberater und Arzt mit knapp 260.000 zahlenmäßig weit überrundet haben. Drei Mitarbeiter beschäftigt ein Freiberufler im Durchschnitt, wobei gerade die neuen, nichtverkammerten Freiberufler oft allein arbeiten oder bestenfalls mit einer Aushilfe.

Weil dieser Bereich sich so rasant ändert und ständig neue Berufe und Tätigkeiten schafft, ist hier allerdings die Abgrenzung als Freiberufler am schwierigsten. Freiberufler ist ein angesagter und viel verwendeter Begriff. Oft wird er fälschlicherweise gleichgesetzt mit Solo- oder Kleinunternehmer oder auch Freelancer – der Anfang der häufigen Begriffsverwirrung. Denn viele Freiberufler, die sich so fühlen, sind eigentlich gar keine Freiberufler nach §18 des Einkommensteuergesetzes. Der Autor Martin Massow („Freiberufleratlas“) nennt sie „gewerbliche Freiberufler“, also Menschen, die wie Freiberufler arbeiten und denken, vom Steuerstatus her aber Gewerbetreibende sind, weil Sie beispielsweise etwas vermitteln oder verkaufen.

„Echte“ Freiberufler dagegen haben einen bevorzugten Steuerstatus, weil Gewerbesteuer für sie nicht anfällt. Gewerbetreibende müssen ab 30.000 Euro Gewinn oder 500.000 Euro Umsatz bilanzieren. Sie sind auch Pflichtmitglied in der Industrie- und Handelskammer, was je nach Gewinn schon mal 150 Euro oder mehr im Jahr kostet. Freiberuflichkeit ist deshalb gerade für Einzelkämpfer von Vorteil, erst recht, wenn der persönliche Steuersatz im niedrigen oder mittleren Bereich liegt. Und umso mehr, je weniger Lust man hat, sich mit Formalien auseinanderzusetzen.

Unterwegs in den Schatzkammern der Nation

So wie Schatzsucher verborgene Werte aufspüren, gehen Technologie-Scouts an den Unis auf die Suche nach innovativen Ideen, um diesen zum Geschäftserfolg zu verhelfen. Wie das funktioniert, lesen Sie hier.

Wie findet man neue wissenschaftliche Ideen, die sich wirtschaftlich erfolgreich vermarkten lassen? Ganz einfach, man geht dorthin, wo innovative Ideen entwickelt werden, spricht mit den Wissenschaftlern, sondiert, motiviert, berät und legt so den Grundstein für eine möglicherweise lukrative ökonomische Verwertung der Ideen. In der Fachsprache nennt man das Technologie-Scouting.

Dr. Benedikte Hatz und Markus Wolf vom netzwerk|nordbayern sind Technologie-Scouts. Sie gehen in die Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen und informieren Akademiker in Vorträgen, Workshops oder Einzelgesprächen über die Möglichkeiten einer Unternehmensgründung. So auch bei einem dreitägigen Workshop in Würzburg vor einigen Wochen. Hier haben sie – gemeinsam mit den Kollegen des dortigen Technologie-Scouting-Projekts „Gründen von Anfang an“ (unter der Leitung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und dem Innovations- und Gründerzentrum IGZ – BioMed/ZmK – den Studenten, Diplomanden und Doktoranden gezeigt, wie ein Businessplan aufgebaut ist, wie Ideen über Patente gesichert werden können oder wie ein Geschäftsvorhaben finanziert wird. Aber auch mit Institutsleitern, Dekanen und Professoren suchen beide das Gespräch, um sie für das Thema der wirtschaftlichen Verwertung von wissenschaftlichen Ideen zu sensibilisieren.

Sensibilisieren und Informieren

„Das eigentlich Neue an dem Projekt ist, dass wir nicht nur während des Gründungsprozesses beraten, sondern dass wir schon einen Schritt vorher ansetzen: Wir sensibilisieren für das Thema ,wirtschaftliche Verwertung‘ und liefern die nötigen Informationen. Und: Wir gehen selbst auf die Suche nach potenzialträchtigen Ideen“, erläutert Dr. Hatz das Vorgehen der Technologie-Scouts. So durchforsten sie zusammen mit den Wissenschaftlern Dissertationen und Forschungsarbeiten und prüfen, ob die Ideen auch kommerzielles Potenzial haben. „Eine Idee ist nur dann wirtschaftlich verwertbar, wenn sich mit ihr auch Geld verdienen lässt“, fasst Dr. Hatz zusammen. „Der Schlüssel zum Erfolg sind dabei vor allem zufriedene Kunden.“

Neben einer ersten Einschätzung, ob die Idee kommerzielle Erfolgsaussichten hat, stellt Dr. Hatz bei der Untersuchung der Arbeiten folgende Fragen: Besteht eine Technologieführerschaft? Gibt es ein Marktpotenzial und Marktchancen? Wie sieht der Entwicklungshorizont bis zur Marktreife aus? „In erster Linie muss die Idee einen USP (Unique Selling Proposition) haben. Das bedeutet, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung einzigartig sein muss. Die Bedürfnisse der Kunden müssen besser als bisher beziehungsweise besser als bei anderen Unternehmen erfüllt werden“, erklärt Dr. Hatz. „Außerdem prüfen wir, ob es eine ausreichende Anzahl an potenziellen Kunden gibt.“

Zur Info-Box Ideenverwertung: Gründung, Lizenzvertrag oder Patentverkauf?

Franchise for sale?

Kann man eigentlich als Franchise-Nehmer seinen Betrieb später verkaufen oder vererben? Wir sind der Frage nachgegangen und sagen, worauf man schon beim Einstieg ins Franchising achten muss.

Franchising ist eine hervorragende Methode zur erfolgreichen Unternehmensgründung. Wer als Franchise-Nehmer sein Unternehmen aufbaut und auf das erprobte Geschäftskonzept eines Franchise-Gebers zurückgreift, vermeidet Fehler. Er kann auf Erfahrung, auf eine eingeführte Marke und auf ein Marketingkonzept zurückgreifen. Häufig stehen ihm günstige Einkaufsbedingungen und ein vereinfachter Marktzugang zur Verfügung. Franchise-Nehmer haben also oft deutliche Wettbewerbsvorteile gegenüber „Einzelkämpfern“.

Probleme bei der Übertragung eines Franchise-Betriebes

Franchise-Nehmer können allerdings auf Schwierigkeiten stoßen, wenn sie ihr Unternehmen auf einen anderen Unternehmer übertragen wollen. Grundsätzlich können nämlich die Rechte aus dem Franchise-Vertrag nicht veräußert werden können, wenn der Franchise-Geber nicht zustimmt. Die „Veräußerung der Rechte“ bedeutet ja in der Praxis, dass ein neuer Franchise-Nehmer als Vertragspartner eingesetzt wird. Gegen den Willen des Franchise-Gebers ist dies undenkbar. Daraus folgt: Ein Franchise-Nehmer darf zwar, wenn der Franchise-Vertrag dies zulässt, seine Betriebsmittel – also z.B. Einrichtung, Maschinen etc. – veräußern. An seiner rechtlichen Stellung als Franchise-Nehmer ändert dies nichts.

Der Verkauf der Betriebsmittel allein ist aber meist wirtschaftlich unattraktiv. Der Erwerber eines Unternehmens zahlt den Kaufpreis nicht für gebrauchte Wirtschaftsgüter, sondern für die Übernahme eines lebenden Unternehmens, also für Kundenstamm, Bekanntheitsgrad, Marktzugang, erwartete Umsätze und Gewinne. Diese Vorteile sind allerdings in der Regel an die Nutzung der Vertragsrechte geknüpft, also an die rechtliche Stellung als Franchise-Nehmer. Wenn der Erwerber nicht zugleich in diese Stellung einrücken kann, lässt sich das Unternehmen nicht sinnvoll veräußern. Dies gilt vor allem dann, wenn die Marke des Franchise-Systems an dem Betriebsstandort einen solchen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dass die Übernahme des Kundenstamms an die Verwendung der Marke geknüpft ist. Kundenbeziehungen lassen sich schwerlich zu Geld machen, wenn diese Kunden wegbleiben, sobald das Unternehmen nicht mehr zu dem Franchise-System gehört. Dies gilt erst recht, wenn das Unternehmen in der bisherigen Form sinnvollerweise nur innerhalb des Franchise-Systems fortgeführt werden kann, weil beispielsweise typische Produkte nur von dem Franchise-Geber bezogen werden können.

Das Problem besteht in „doppelter Form“, wenn die Betriebsräume von dem Franchise-Geber angemietet worden sind. Denn der Franchise-Geber muss auch einem Mieterwechsel nicht zustimmen. Mit der Übernahme des Unternehmens wäre dann für den Erwerber (neben der Notwendigkeit, das Erscheinungsbild des Unternehmens zu ändern und die Fortführung außerhalb des Franchise-Systems zu organisieren) auch noch ein Standortwechsel verbunden. Es ist kaum anzunehmen, dass ein Erwerber bereit wäre, angesichts der damit verbundenen Probleme den angestrebten Kaufpreis zu bezahlen.
Erschwerend kommt hinzu, dass ein Franchise-Nehmer vertraglich die Pflicht übernimmt, sein Unternehmen während der Dauer des Franchise-Vertrages aufrecht zu erhalten. Wenn ein Franchise-Nehmer sich durch die Veräußerung der Betriebsmittel selbst außerstande setzt, den Franchise-Vertrag zu erfüllen, macht er sich schadenersatzpflichtig.

Erfolg als Franchise-Geber

Sie haben ein gut gehendes Produkt und überlegen, wie Sie den Erfolg schnell skalieren und multiplizieren? Dann bauen Sie doch ein Franchise-System auf. Was Sie beachten sollten, um erfolgreich als Franchise-Geber zu starten.

Rund 940 Unternehmen gibt es derzeit am Markt, die bei ihrer Expansion auf Franchise-Nehmer (im Folgenden auch als Franchise-Partner bezeichnet) setzen. Die wohl bekanntesten unter ihnen sind McDonald’s, Subway und Kentucky Fried Chicken – denn Franchise kommt ursprünglich aus den USA. Ende der 1960er Jahre entstanden auch bei uns in Deutschland die ersten Franchise-Systeme. Inzwischen gibt es keine Branche mehr ohne Franchising.

Das Prinzip von Franchise-Systemen

Neue Konzepte und Franchise-Marken entstehen derzeit insbesondere in den Zukunftsmärkten Gesundheit und Umwelt – Beispiele sind Pflegeagenturplus (spezialisiert auf die Vermittlung von Betreuungs- und Haushaltshilfen aus Osteuropa) oder Enerix (Franchise-System für erneuerbare Energien). Das Prinzip von Franchise dabei ist einfach und durch eine klare Aufgabenteilung gekennzeichnet: Der Franchise-Geber entwickelt, führt und koordiniert das System mit einem lokal und/oder regional erfolgreichen Unternehmenskonzept. Er stellt seinen Franchise-Nehmern das notwendige Know-how für die erfolgreiche Erschließung des lokalen und regionalen Marktes mit einem zentralen Marketing, einer einheitlichen Werbung, meist auch mit einem Großhandel sowie einer kaufmännischen Beratung zur Verfügung. 

Eine professionelle Aus- und Weiterbildung der Franchise-Nehmer und oft auch deren Mitarbeiter sorgen für den nachhaltigen Erfolg. Der Franchise-Nehmer hingegen übernimmt die Rolle des lokalen Unternehmers, der an seinem Markt nach dem vorgegebenen Unternehmenskonzept expandiert. Er setzt die Markenwelt und damit die Geschäftsidee um. Er versteht sich als lokaler und regionaler „Markterschließer“, der für seine Kunden und damit vor allem für den Vertrieb, dessen Organisation und die Leistungserstellung zuständig ist. Einher geht damit seine dauerhafte Aufgabe und unternehmerische Perspektive, in seinem Gebiet kontinuierlich auch mit eigenen Filialen zu expandieren. 

Die Starthelfer

Sie leisten Starthilfe, und das oft kostenlos: Mentoren. Als erfahrene Unternehmer begleiten sie Gründer auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. Wie Mentoring im Business-Alltag funktioniert.

Julia Kaufmann muss nicht lange überlegen, wann sie Peter Reizlein zuletzt gesehen hat. Erst gestern kam er vorbei, mit einer Flasche Sekt unterm Arm. Schließlich gab es etwas zu feiern: die Einweihung des Büros. Mit der neuen Firmenadresse in Lichtenhagen bei Rostock nimmt das junge Unternehmen von Julia Kaufmann und ihrer Partnerin Irina Kirner weiter Gestalt an. Und nicht nur die beiden Frauen freuen sich darüber.

Auch Reizlein ist stolz auf die Kaufmann & Kirner – mystery shopping and more GbR, das junge Unternehmen, das Kundenzufriedenheitsanalysen durchführt. Zu Recht, denn der Herr, der vom Alter her Kaufmanns und Kirners Vater sein könnte, hat einen gewissen Anteil am Erfolg. Reizlein ist der Mentor der beiden Frauen. Seit fast zwei Jahren – damals waren Kaufmann und Kirner noch dabei, die Geschäftsidee zu formulieren ­–, begleitet er sie auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. Etwa alle drei Monate treffen sich der „erfahrene Hase“ und die beiden Neulinge, zwischendurch wird telefoniert und hin  und her gemailt. „Einen Mentor zu haben ist eine gute Sache“, sagt Kaufmann. „Wir haben zwar Wirtschaft studiert, aber es gibt so viele Fragen, die kann man nicht mit Hilfe des Lehrbuchs beantworten.“ Diese Fragen kann man dem Mentor stellen.

Unbezahlbares Praxis-Know-how

Seit einigen Jahren gibt es vielerorts Mentoring-Programme. Oft richten sie sich an Angestellte, die Karriere machen wollen. Beim Münchner Cross Mentoring beispielsweise werden speziell weibliche Nachwuchskräfte unterstützt. Aber auch für Gründer haben sich nach und nach eine Reihe von Mentoring-Programmen etabliert. Die Idee, die dahinter steht, ist so einfach wie bestechend: Ein erfahrener Unternehmer begleitet Gründer beim Aufbau ihres Unternehmens. Was der Mentor den jungen Firmenchefs im Einzelnen mit auf den Weg gibt, hängt immer davon ab, wo der Schuh des Gründers am meisten drückt. So kann der Mentor bei der Ausarbeitung des Businessplanes ebenso helfen wie bei der Umsetzung einer Unternehmensstruktur, er kann Tipps zur Lieferantenauswahl geben oder zur Kundenakquise. Was der Mentor seinen Mentees aber immer mitgeben wird, ist seine praktische Erfahrung. „Der Mentor gibt das Wissen, das er sich in vielen Jahren im Geschäftsleben angeeignet hat, komprimiert an den Mentee weiter“, nennt Peter Reizlein den großen Vorteil von Mentoring.

Typische Anfängerfehler, Fehler, die der Mentor vielleicht selbst vor langer Zeit gemacht hat, lassen sich somit vermeiden. Außerdem können Probleme, über denen der Gründer alleine womöglich tagelang brüten würde, im Tandem schnell gelöst werden. Kaufmann und Kirner zum Beispiel taten sich anfangs schwer, Preise für ihre Leistungen festzusetzen. Eine Aufgabe, die vielen Dienstleistern, die neu auf dem Markt sind, Kopfzerbrechen bereitet, für einen langjährigen Unternehmer aber eine leichte Übung ist.

Businessplan-Vorlagen

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Wie nachhaltig sind Start-ups?

Die Frage der Nachhaltigkeit wird in der Start-up-Szene viel diskutiert. Wir klären, was eine Gründung nachhaltig werden lässt.

Berlin, am Rosenthaler Platz: Das Café Sankt Oberholz ist einer der Hotspots der Berliner Start-up-Szene und Treffpunkt der „digitalen Bohème“ – so der mediale Anschein. Modisch gekleidete junge Menschen sitzen hier vor ihren Notebooks, vorzugsweise vor jenen mit apfelähnlichen Logos auf der Rückseite, und arbeiten emsig. Viele tragen Kopfhörer und haben koffeinhaltige Warmgetränke in großen Gläsern neben sich stehen.

Gewisse Klischees werden eben gepflegt. Jeder hier, so scheint es, plant das nächste „Projekt“. Am besten irgendwas mit Online oder Medien. So weit ein kurzer Blick in die Welt der Start-ups, wie sie sich in den Köpfen vieler Betrachter präsentiert: kurzweilig, schick und schnelllebig. Doch ist das die Realität der (deutschen) Start-up-Szene? Und was bleibt von dem Szenario übrig, wenn der Tag vorbei ist und das Berliner Café seine Pforten schließt?

Was ist nachhaltig?
Um Antworten darauf zu finden, ist es ratsam, sich zunächst dem Thema Nachhaltigkeit selbst zu widmen. „Nachhaltigkeit lässt sich von drei Ebenen aus betrachten. Und zwar aus ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Sicht“, erklärt Dr. Helmut Schönenberger, Geschäftsführer der UnternehmerTUM GmbH, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der Technischen Universität München. Ökonomisch sei es wichtig, mit einem Produkt oder Start-up langfristig zu agieren und erfolgreich am Markt zu bestehen, im Idealfall sogar besser als der Markt zu sein.

Dies gilt branchenübergreifend, doch gestaltet sich die ökologische Definition von Nachhaltigkeit schon subjektiver. „Natürlich gelten Innovationen aus den Bereichen Recycling oder E-Mobility auf den ersten Blick als nachhaltig. Auf den zweiten Blick sind viele Lösungen dann vielleicht doch nicht so umweltfreundlich. Im Bereich der Elektromobilität stellt sich beispielsweise die Frage, welcher Energie- und Materialaufwand zur Herstellung und zum Betrieb der neuen Fahrzeuge nötig sind“, schränkt Schönenberger ein.

Und ob ein Start-up in gesellschaftlicher Hinsicht nachhaltig agiert, hängt ganz von der persönlichen Betrachtungsweise des Beobachters ab. Zwar fällt es zunächst leichter, die Frage nach der Nachhaltigkeit auf ihren rein ökonomischen Gehalt zu reduzieren. Doch sind die Grenzen, bei näherer Betrachtung, fließend. „Start-ups sind unbedingt ein Teil von Nachhaltigkeit im ökonomischen Sinn“, unterstreicht Dr. Thorsten Kuthe, Anwalt in der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. „Start-ups stehen für Innovation und Weiterentwicklung und bringen damit die Ökonomie voran“, so Kuthe. Sie leisten ihren Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Weiterentwicklung der Wirtschaft, wenn auch zunächst in geringerem Maße.

Gerade vor dem Hintergrund der digitalen Revolution entstehen auf diese Weise ganz neue Wirtschaftszweige. Ehemalige Online-Start-ups wie Google, Amazon oder Facebook besitzen heute neben ihrer ökonomischen Kraft eine enorme gesellschaftliche Bedeutung. Auch ökologisch lässt sich der Bogen spannen. „Einfache Beispiele hierfür sind die Nahverkehrsauskunft in Google Maps oder Apps wie Handyticket, durch die die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gefördert wird, oder die App flinc für Mitfahrgelegenheiten“, unterstreicht Kuthe.

Dies ist ein Auszug aus einem aktuellen Artikel unseres Print-Objekts StartingUp:
Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen StartingUp - Heft 01/14 - ab dem 20. Februar 2014 im Handel oder jederzeit online bestellbar in unserem Bestellservice-Bereich

Kostenloser Finanzplan

StartingUp stellt Ihnen einen kostenlosen Finanzplan für eine 3-Jahres-Planung zur Verfügung. Das Excel-Tool können Sie sofort gratis downloaden (auf Gründerberater.de).

Durch den Finanzplan erhalten sie eine Gewinn- und Verlustrechnung für die ersten drei Geschäftsjahre Ihres neuen Unternehmens. Ferner zeigt der Finanzplan eine Vorschau der Liquidität für die ersten drei Geschäftsjahre. Außerdem bietet der Finanzplan Ihnen Charts und Auswertungen der wichtigsten Kennzahlen, und Sie erfahren, wie hoch möglicherweise Ihr verbleibender Kapitalbedarf ist. Bitte füllen Sie im Finanzplan nur die rot hinterlegten Zellen der Excel-Tabelle aus machen Sie auf dem ersten Sheet alle notwendigen Angaben zum Unternehmen, inklusive dem Startdatum sie zur Art der Tätigkeit (Dienstleistung oder Handel).

Zum Download des Finanzplans.

Selbstständig machen mit der Gründer-Navi

Die Gründer-Navi von StartingUp ist Ihr kostenloses Planungstool, das Sie Step-by-Step zum erfolgreichen Unternehmen führt.

GRÜNDER-NAVI, das kostenlose online-Tool für alle, die sich selbständig machen, ist ein Step-by-Step-Assistent zur erfolgreichen Unternehmensgründung. Sämtliche Schritte auf dem Weg zur Selbstständigkeit werden in der richtigen Reihenfolge detailliert mit klaren Handlungsanweisungen beschrieben. So haben Sie das gesamte Gründungswissen übersichtlich im Zugriff und können sicher sein, keinen wesentlichen Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit auszulassen.

Die Gründer-Navi - alle wichtigen Phasen auf dem Weg zur Selbstständigkeit

Unterschieden werden 6 Gründungsphasen:

1. Fragephase: Wichtige Hinweise zu Ihren Talenten und Skills. Mit Tests.

2. Ideenphase: Ihre Geschäftsidee wird geschärft, der USP herausgearbeitet.

3. Planungsphase: Ihr Businessplan und Finanzplan entsteht, Sie entscheiden sich für eine Rechtsform und für passende Fördermittel. Mit Businessplan-Vorlage und Finanzplan-Tool.

4. Umsetzungsphase: Sie melden Ihr Unternehmen bei allen relevanten Behörden und Institutionen an.

5. Startphase: Die Phase der Eröffnung und der Markteinführung.

6. Überprüfungsphase: Es folgt der Aufbau des Controlling, Ihr Unternehmen ist operativ.

INFOGRAFIK: 14 gute Gründe, ein eigenes Unternehmen zu gründen

Ob zeitliche Flexibilität, finanzielle Unabhängigkeit oder Leidenschaft - es gibt viele gute Gründe, warum sich der Schritt in die Selbständigkeit lohnt. Wir haben 14 gute Gründe zusammengestellt, die erfolgreiche Gründer motivieren und zum Durchstarten bewegen.

NEU: Die Inhalte kann man sich auch vorlesen lassen. Mit Audioplayer (runter scrollen).

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Dazu können Sie einfach folgendes HTML-Snippet bei sich einbinden:

 

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