Umfrage: Wie sehen Corona-Krisenbranchen ihre Zukunft?


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RKW-Blitzumfrage mit Fokus auf besonders von Corona betroffene Branchen - hier die Ergebnisse im Überblick.

In einer Blitzumfrage hat das RKW Kompetenzzentrum, ein gemeinnütziger und neutraler Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand, die Branchen Gastgewerbe, Kunst und Unterhaltung, Handel und Kfz-Reparatur sowie sonstige Dienstleistungen genauer unter die Lupe genommen. In diesen Branchen sehen besonders viele Unternehmen ihr Geschäftsmodell von der Corona-Krise bedroht. Wie blicken sie in die Zukunft?

Hier einige wichtige Ergebnisse

  • Rund drei Viertel der befragten Unternehmen in den genannten Branchen sehen ihr (bisheriges) Geschäftsmodell mittel- und langfristig stark bis sehr stark betroffen. Im Gastgewerbe sind es sogar 96 Prozent.
  • Die Existenzängste sowie die Sorgen um die (richtige) Corona-Politik sind groß. Beratung und Finanzhilfen sind derzeit wichtig.
  • Für knapp 80 Prozent der Unternehmen bleibt die Sicherung der Liquidität in den kommenden 24 Monaten die wichtigste Aufgabe.
  • Auch Krisen- und Risikomanagement spielt eine große Rolle – nur für Unternehmen in der Kunst- und Unterhaltungsbranche überraschend wenig.

Gastgewerbe ist deutschlandweit am Limit

Einige Branchen trifft die Corona-Krise besonders hart, nämlich das Gastgewerbe, Kunst und Unterhaltung, Handel und Kfz-Reparatur sowie sonstige Dienstleistungen. Dies zeigt eine aktuelle bundesweite RKW Blitzumfrage. Innerhalb dieser vier Branchen leidet das Gastgewerbe besonders stark und quasi flächendeckend: 96 Prozent der Gastronomiebetriebe erwarten auch mittel- bis langfristig starke oder sehr starke Konsequenzen für ihr Geschäft. Im Bereich Kunst und Unterhaltung sind es 82 Prozent, bei den sonstigen Dienstleistungen sowie Handel und Kfz-Reparatur sind es über 60 Prozent.

Was passiert nach den Corona-Lockerungen?

In den ersten Monaten nach dem Lockdown steht bei den Unternehmen der vier genannten Krisenbranchen erst einmal die Wiederherstellung der Kapazitäten ganz oben auf der Agenda. Gemeint ist etwa, das Personal aus der Kurzarbeit zurückzuholen, den Output wieder zu erhöhen und neue Aufträge zu generieren. Finanzielle und existenzielle Ängste sowie Sorgen um die (richtige) Corona-Politik bleiben jedoch vielerorts bestehen.

Auch mittelfristig müssen 80 Prozent der Unternehmen der vier genannten Krisenbranchen weiter um ihre Liquidität und Finanzen bangen. Gut die Hälfte der Betriebe will sich in den nächsten 24 Monaten außerdem der Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells widmen, gefolgt von Digitalisierung sowie Krisen- und Risikomanagement. Doch es gibt Ausnahmen: Nur ein Drittel der Gastronomiebetriebe will sich in den nächsten 24 Monaten um die Digitalisierung kümmern, womit sie das Schlusslicht aller befragten Branchen sind.

Dafür steht in der Gastronomie Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit hoch im Kurs. Überraschend ist auch, dass die befragten Betriebe aus Kunst und Unterhaltung in Sachen Krisen- und Risikomanagement jenen aller anderen Branchen hinterherhinken, obwohl sie doch stark krisengebeutelt sind.
  
Erfahrungsaustausch und Sparring gewünscht

Abseits von Finanz- und Konjunkturhilfen wünschen sich die Unternehmen der befragten Krisenbranchen insbesondere Erfahrungsaustausch, wie auch die der anderen Branchen. Hier zeigt sich deutlich, wie wichtig das Sparring mit anderen Betrieben ist. Aber auch aktuelle Informationen sowie Handlungshilfen werden nachgefragt. Auf digitale Unterstützungsformate setzen insbesondere Betriebe aus Kunst und Unterhaltung.

Hier geht’s zu den Umfrageergebnissen (PDF-Download)

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