Mit der eigenen Idee durchstarten: Zuerst kommt der Papierkram


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Damit Sie sich voll und ganz auf Ihre Geschäftsidee konzentrieren können, haben wir wichtige Formalitäten und To do's rund ums Gründen für Sie zusammengefasst.

Der Entschluss ist gefasst und Sie wollen sich mit ihrer Idee selbstständig machen. Im Prinzip könnten Sie jetzt einfach loslegen, doch vorher gilt es noch eine Menge Papierkram zu erledigen. Ihr Projekt will nämlich finanziert werden, eine Rechtsform wird benötigt, Sie müssen sich gegen alle Eventualitäten versichern und andere Büroaufgaben werden gerade am Anfang Ihrer Start-up-Karriere auf Sie zukommen. Da kann man ganz schnell den Überblick verlieren. Damit Sie sich voll und ganz auf Ihre Idee konzentrieren können, haben wir die wichtigsten Schritte für Sie zusammengefasst.

Businessplan und die Finanzierung

In den meisten Fällen brauchen Sie erst einmal das nötige Startkapital, um mit Ihrer Idee durchzustarten. Bevor Sie sich einen Termin bei einem der vielen Kreditinstitute geben lassen, sollten Sie im Vorfeld einen realistischen Businessplan auf die Beine stellen. Auf jeden Fall enthalten sein sollten eine Marktanalyse, Stärken und mögliche Schwächen der Idee sowie ein realistischer Finanzplan. Hier sollten Sie sich einen Fachmann besorgen, der die Zahlen möglichst genau berechnen kann.

Für die Finanzierung lohnt es sich Kreditangebote miteinander zu vergleichen. Außerdem empfiehlt es sich, Informationen über sogenannte Förderdarlehen bei der KfW zu sammeln. Wenn Sie den Weg zur Bank eher scheuen und Sie keine riesigen Summen benötigen, können Sie Ihre Familie oder Freunde als Investoren hinzuziehen.

Versicherungen abschließen

Neben den Risiken, die aus der Gründung des Unternehmens hervorgehen, sollten Sie die betriebliche, finanzielle und körperliche Gesundheit im Blick haben. Bei letzterem greift die Krankenversicherung. Entweder können Sie als Selbstständiger einen Antrag auf eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung stellen oder Sie entscheiden sich für eine private Krankenversicherung. Das hat den Vorteil, dass Ärzte Sie in vielen Fällen bevorzugt behandeln. Oft ist die private Krankenversicherung für Selbstständige sogar günstiger als die gesetzliche. Allerdings kommt dies auf das jeweilige Einkommen an, da Selbstständige auch den üblichen Arbeitgeberanteil zahlen müssen.

Daneben sind das Krankentagegeld und eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Beides schützt vor Verdienstausfällen. Ersteres sorgt dafür, dass bei einer Krankheit das Geld weiterfließt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn Sie Ihren Beruf gar nicht mehr ausüben können.

Neben der eigenen Gesundheit sollte, wie bereits erwähnt, auch das Gewerbe versichert sein. Die wichtigsten Versicherungen sind hier wohl die Betriebshaftpflicht und die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Aber eine Rechtschutzversicherung kann ebenfalls durchaus sinnvoll sein, vor allem wenn Sie selbst haftbar gemacht werden können.

Gründen und für Rechtsform entscheiden

Um überhaupt erst einmal zu gründen, muss man sich für eine bestimmte Rechtsform entscheiden. Dabei bringt jede Form ihre entsprechenden Vor- und Nachteile mit sich. Die Rechtsform ist zwar nicht für immer in Stein gemeißelt, allerdings ist ein späteres Ändern schwierig und oft kostspielig.

  • GbR: Die Abkürzung steht für Gesellschaft des bürgerlichen Rechts. Dabei handelt es sich gerade bei Startups um eine gängige Rechtsform. Dafür braucht man mindestens zwei Personen, die eine gemeinsame Geschäftsidee in die Tat umsetzen wollen. Zwar kann man die GbR formlos gründen, wer aber auf der sicheren Seite sein möchte, lässt durch einen Notar einen Vertrag aufsetzen. Der Nachteil dieser Rechtsform ist, dass man persönlich haften muss. Das Finden von Investoren ist dabei zudem schwierig, da diese dann ebenfalls haftbar gemacht werden können.
  • GmbH: Die Gesellschaft mit begrenzter Haftung empfiehlt sich, wenn man ein Startkapital von mindestens 25.000 Euro mitbringt. Von personellen Belangen ist sie weitestgehend unabhängig, was die Zusammenarbeit mit Investoren ermöglicht. Gehaftet wird nur bis zum Betrag der jeweils eigenen Investition, die im Gesellschaftervertrag festgelegt ist.
  • UG (haftungsbeschränkt): Die Unternehmergesellschaft ist eine Abwandlung der GmbH. Bis zu drei Gesellschafter können die UG mit einem Startkapital von einem Euro gründen. Hier ist die Haftung ebenfalls beschränkt. Allerdings ist es auf Dauer für die meisten Start-ups keine Lösung, da für die UG Rücklagen aus dem Jahresüberschuss gebraucht werden, die bei 25 Prozent liegen.

Daneben gibt es noch weitere Rechtsformen, die jedoch deutlich komplexer als die genannten sind. Wenn man als einzelne Person gründen möchte, meldet man sich als Einzelunternehmer. Als Freiberufler meldet man sich beim Finanzamt und als Gewerbetreibender beim Gewerbeamt.  

Buchhaltung

Wenn Sie gründen oder sich selbstständig machen, sind Sie Ihr eigener Chef. Das ist gleichzeitig Vor- und Nachteil. Denn Sie haben in Ihrem Unternehmen nicht nur das Sagen und können tun und lassen, was Sie möchten, sondern Sie haben auch Pflichten und bürokratische Aufgaben zu tragen. Damit das Unternehmen richtig geführt wird, braucht es eine Buchhaltung. Sie ist das Rückgrat des ganzen Geschäftsbetriebs. Wenn Sie allerdings allein gegründet haben oder nur ein kleines Team sind, kann dieser Papierkram schnell auf der Strecke bleiben.

Entweder entscheiden Sie sich dazu, jemanden einzustellen, der die Arbeit für Sie macht. Dann müssen Sie allerdings noch ein weiteres Gehalt zahlen und zwar regelmäßig. Daneben kann man jemand externes engagieren, der nur bei Bedarf aktiviert wird. Je nach Honorar, kann das jedoch sogar teurer als ein neuer Angestellter werden.

Eine weitere Option sind Buchhaltungsprogramme, die einen Großteil der Arbeit übernehmen können. Gerade bei einem kleinen Team kann sich so eine Software lohnen, da Sie zwar selbst für die Buchhaltung verantwortlich sind, jedoch das Programm die eigentliche Arbeit macht. Gleichzeitig sind die Kosten für die Anschaffung eines solchen Tools relativ gering im Vergleich zu den übrigen Möglichkeiten.

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