Anbieter-Check: Telefonie aus der Cloud

Autor: Sören Lenzner
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 Wir haben 8 VoIP-Anbieter unter die Lupe genommen: Was sie dir in Sachen Cloud-Telefonie bieten.

VoIP ist die Kurzform für ,,voice over internet protocol‘‘, was so viel bedeutet wie Internet­telefonie, die über Internetprotokolle erfolgt. In Deutschland gibt es mehr als 80 Anbieter von VoIP-Technologie, wovon der größte Teil auf den B2C-Bereich fokussiert. Im direkten Vergleich ist die Anzahl relevanter VoIP-Anbieter im B2B-Bereich daher eher gering. Die Telefonanlage auf Basis der Cloud ist vor allem eine sichere, flexible und preisgünstige Lösung, die sich an dein Unternehmen bzw. den sich verändernden Bedarf gut anpassen lässt.

Ein erheblicher Vorteil ist, dass keine teure Hardware erforderlich ist und dir Wartungskosten somit erspart bleiben. Da Cloud-Telefonie standortunabhängig erfolgt, sind deine Mitarbeiter flexibel erreichbar, etwa im Home­office oder während der Dienstreisen. Denn eine Cloud-Nummer kann für verschiedene Endgeräte verwendet werden, Weiterleitungen können problemlos angelegt werden. Wächst das Unternehmen, können neue Rufnummern kurzfristig bestellt und mit dem Endgerät verbunden werden. Die Rufnummern lassen sich unkompliziert aktivieren oder bei Bedarf auch wieder deaktivieren – somit zahlst du letztlich nur das, was du auch wirklich nutzt.

Worauf du bei der Auswahl des VoIP-Anbieters achten solltest

Nicht nur der Preis ist ein wichtiges Auswahlkriterium, sondern auch die Datensicherheit. Dabei sollten sich die verschiedenen Anbieter zumindest an die europäischen Datenschutzricht­linien halten sowie die Daten verschlüsselt innerhalb ihrer Systeme übermitteln. Bei deiner Entscheidung für einen Internettelefonieanbieter solltest du auf die hohe Verfügbarkeit eben so viel Wert gelegen, wie auf die Ausfallsicherheit.

Und deine Telefonanlage sollte idealerweise mehrfach gehostet werden. Bei der Wahl deines Tarifs solltest du außerdem auf eine möglichst geringe Mindestlaufzeit achten, denn dann ist es dir besser möglich, zeitnah auf sich anbahnende Veränderungen in deinem Unternehmen zu reagieren.

In Kooperation mit der Softwarevergleichsplattform Systemhaus.com, die deutschlandweit IT-Beratung und passende IT-Service bzw. Softwarelösungen anbietet, stellen wir acht VoIP-Anbieter als günstige Alternative zu Größen der Branche wie Telekom und Co. vor, mit denen du gut in kleineren Unternehmen arbeiten kannst.

8 VoIP-Anbieter für kleinere Unternehmen

Seit 2014 bietet fonial Internettelefonie an, bei der deine Telefonanlage in eine Cloud verlagert wird. Somit sparst du dir die Anschaffung von Hardware, denn alle Telefonfunktionen werden software­basiert aus mehrfach redundanten Rechenzentren in Deutschland bereitgestellt. Fonial bietet eine große Preistransparenz, die verschiedenen Leistungsinhalte sowie anfallenden Kosten werden detailliert aufgeführt, komplette Preislisten sind einsehbar. Aktuell bietet das Unternehmen zwei Tarife: die Free-Version und die Plus-Version. In der Free-Version zahlst du 1,9 Cent pro Minute ins deutsche Festnetz und 19 Cent pro Minute ins deutsche Mobilfunknetz. International ist man ab 3 Cent pro Minute dabei, ohne eine Grundgebühr entrichten zu müssen.

Im Plus-Tarif, mit dem du über 100 Funktionen nutzen kannst, bist du bei den variablen Kosten entsprechend günstiger aufgestellt. Für 2,90 Euro netto monatlich erhältst du eine aktive Rufnummer, mit der es möglich ist, ab 1 Cent ins deutsche Festnetz und ab 10 Cent ins deutsche Mobilnetz zu telefonieren. Du kannst deine bestehende Rufnummer auch kostenfrei online zum Anbieter portieren. Zum Leistungsumfang zählen paralleles Klingeln, Besetztlampenfelder, Dreierkonferenz, Rufgruppen, Mailbox, Fax2Mail, Web2Fax, E-Fax-App und vieles mehr. Durch das Hosting in Rechenzentren werden Wartungskosten gespart. Die Einrichtung erfolgt per Kundenkonto im Webportal von fonial. Jeder Mitarbeiter deiner Firma kann seine Nummer – je nach Nutzungsrechten – selbst verwalten, wodurch Zeit gespart wird.

Vor allem für Start-ups ist die von Flexibilität gekennzeichnete VoIP-Anlage gut geeignet. Auf Dienstreisen bist du sowohl international als auch national unter deiner Festnetznummer erreichbar. Darüber hinaus können auch mehrere Standorte in deine Telefonanlage integriert werden. Zudem bist du nicht an eine lange Mindestvertragslaufzeit gebunden, weil die Kündigungsfrist bei einem Monat liegt. Durch die georedundante Server-Infrastruktur kann dir der Anbieter 100-prozentige Ausfallsicherheit garantieren. Fonial erfüllt als TÜV-zertifizierter Anbieter die ISO-9001-Standards, die das Qualitätsmanagement einer Firma präzisieren, ebenso die ISO-27001-Standards. Das heißt, es werden alle Richtlinien des Informationssicherheitsmanagements der ISO-Norm eingehalten. Du kannst 30 Tage lang alle Funk­tionen testen, wobei diese Testphase automatisch endet und keine Kündigung erforderlich ist.

Cloudya ist der VoIP-Service von NFON. Vor allem kleinere Unternehmen und mittelständische Firmen nutzen den Anbieter und machen damit eine Telekommunikationsanlage-Anlage und Wartungsverträge überflüssig. Nur die Nebenstellen, die du auch nutzt, musst du bezahlen. Das sind monatlich 8,80 Euro pro Nebenstelle, die für bis zu 9 Endgeräte zur Verfügung steht, gänzlich plattformunabhängig und kompatibel mit dem Smartphone. Der Vertrag ist monatlich kündbar, und bis auf eine einmalige Einrichtungsgebühr fallen keine zusätzlichen Kosten an. Leistungen lassen sich upgraden oder downgraden, je nach den individuellen Anforderungen. Du benötigst lediglich einen Web-Browser und einen guten Internetanschluss. Damit kannst du per Plug & Play die Telefonanlage durch die Internetportale selbst konfigurieren. Cloudya bietet mehr als 150 verschiedene Funktionen. Du profitierst von einem ausfallsicheren Server in einem Rechenzentrum, das über mehrere Partner mit dem herkömmlichen Telefonnetz verbunden ist.

Da die Cloud-Lösung aus Deutschland stammt, werden die hierzulande geltenden Datenschutzbestimmungen garantiert und eine abhörsichere Sprachverschlüsselung ab dem Endgerät gewährleistet, sofern es diese unterstützt. Die Dienste können überall weltweit genutzt werden. Dir stehen zahlreiche smarte Funktionen zur Verfügung. So sind unter anderem Anruf-Routing, nationale und internationale Rufnummern, Telefonkonferenzen, virtuelles Fax, Voicemail und auch konfigurierbare Warteschleifen inbegriffen. Lebenslange Updates sind im Preis inkludiert und stellen sicher, dass deine Anlage stets auf dem neuesten Stand ist. Wenn du dir einen Eindruck vom Leistungsumfang des Anbieters verschaffen willst, besteht auch hier die Möglichkeit, 30 Tage kostenfrei alle 150 Funktionen zu testen. Dabei wird dir ein Telefon bereitgestellt.

Die QSC AG ist ein IT-Dienstleister, der auf All-IP für den Mittelstand fokussiert. Du kannst die für dich passende Telefonie wählen, darunter auch die virtuelle Telefonanlage aus der Cloud. Dadurch vereinfachst du in deiner Firma die komplette sprachliche Kommunikation, denn diese Anlage ist flexibel, in ihren Funktionen auf deine Bedürfnisse maßgeschneidert und zudem kostengünstig, da nur gezahlt wird, was du auch nutzt. Die TÜV- und ISO-zertifizierten Rechenzentren befinden sich in Deutschland, was dir Datensicherheit garantiert. Du profitierst von enormer Sprachqualität. Für die unterschiedlichen Unternehmensgrößen bestehen unterschiedliche Tarife. Telefonie, Audio-Konferenz, Anrufbeantworter, digitales Fax und vieles mehr sind darin enthalten. Du kannst entweder per Telefon kommunizieren oder per Mausklick via PC, Tablet oder Smartphone – und dies an deinem Arbeitsplatz, in der Filiale, im Homeoffice oder weltweit unterwegs.

Du bist der Administrator und kannst deine Einstellungen ganz einfach im Online-Portal verwalten, neue Funktionen hinzubuchen und zahlst dabei letztlich nur das, was du auch genutzt hast. Möchtest du kein Softphone nutzen und Telefone mieten oder kaufen, bietet dir der Anbieter eine Auswahl an IP-Telefonen in Einstiegs-, Standard- oder Premiumausführung. Ab 4,50 Euro monatlich pro Arbeitsplatz steht der Service aus der Cloud inklusive Fax, Konferenzen und Mailboxfunktion zur Verfügung. Ein auf deine Bedürfnisse abgestimmtes Angebot wird dir nach Anfrage übermittelt.

Die Reventix GmbH bietet dir eine Telefonanlage, die gemietet wird und gebuchte Leistungen aus einem Rechenzentrum zentral zur Verfügung stellt. Die Verbindung der Telefone zur Telefonanlage erfolgt über das Internet oder durch separate DSL-Leitungen. Die Anlage kann online bestellt und selbst konfiguriert werden, oder Reventix bzw. das regionale Partnernetzwerk übernimmt die Einrichtung. Die Telefone werden dann im Anschluss per Post vorkonfiguriert zugesendet. Gezahlt wird auch hier nur der genutzte Umfang der Leistungen. Deine Rufnummer gebührenfrei portiert werden oder du erhältst eine neue Nummer aus deinem Vorwahlbereich. Du kannst zwischen drei unterschiedlichen Tarifen wählen. Im Tarif EASYlite fällt ein monatlicher Beitrag von 2,90 Euro netto pro Nebenstelle an, zuzüglich 10 Euro Bereitstellungspreis. Dabei beträgt die Laufzeit 12 Monate. Für den Tarif EASY zahlst du 4,90 Euro netto monatlich sowie 10 Euro Bereitstellungsgebühr. Es besteht 12 Monate Vertragslaufzeit, und du kannst alle Funktionen full-featured nutzen. Im Tarif  EASYflex belaufen sich die Kosten auf 6,90 Euro netto für jede Nebenstelle zuzüglich 10 Euro Bereitstellungspreis und du bekommst die Telefonanlage EASY Full-Featured. Dieser Tarif ist monatlich kündbar.

Flatrates für Festnetz und Mobilfunkanrufe sind zusätzlich buchbar, ebenso die All-Net-Flat, die 14,90 Euro netto je Sprachkanal kostet. Die Leistungen sind breit gefächert, in beiden Tarifen sind beispielsweise hohe Gesprächsqualität und interne HD-Audio-Telefonate enthalten, Anrufübernahme, Halten, Makeln, SMS-Messaging, Videotelefonie und Weiterleitungen sind ebenfalls möglich. Der Tarif EASYlite umfasst jedoch nicht beliebig viele Rufnummern, keine Wartemusik, keine Auslands- und Servicenummern und enthält keine erweiterten Telefonbuchfunktionen. Diese Funktionen sind in den Tarifen EASY und EASYflex enthalten. Bei allen Tarifen erhältst du jedoch Datensicherheit in vollem Umfang, denn die Gespräche sind vollverschlüsselt, made in Germany. Darüber hinaus sorgen Technik-Updates für den neuesten Stand der Telefonanlage. Du profitierst von der Zusammenfügung aller Standorte, Filialen und Homeoffices in einer Anlage. Ein weiterer Vorteil ist die vom Anbieter garantierte Ausfallsicherheit, die dank mehrerer Anbindungen an große Carrier ermöglicht wird.

Sipgate team verwaltet, portiert und vergibt Rufnummern bereits seit 2004. Die Leistungen richten sich überwiegend an Teams, kleine Unternehmen sowie Start-ups, aber auch mittelständische Firmen und große Unternehmen profitieren von den über 150 Telefonanlagefunktionen von Sipgate team. Die Konfiguration ist hierbei einfach im Browser vornehmbar, und die vorhandene (Inlands-)Rufnummer kann kostenfrei portiert werden. Die Portierung von Auslands- und Sonderrufnummern ist derzeit nicht möglich. Es können auch neue Orts- und Mobilfunknummern vergeben werden. Wenn du mehrere Büros, Mitarbeiter und Homeoffices zu betreuen hast, lassen sich diese, in nur einem Account, länderübergreifend unter ein und derselben Nummer zusammenfügen.

Alle Services sind auch mobil nutzbar und beinhalten Mobilfunk-, Fax-, SMS- und Voicemail-Optionen sowie Leistungen wie Warteschschleife, Gesprächsaufzeichnung, Dreierkonferenzen, zeitgesteuerte Weiterleitungen, das Sperren von Spam-Anrufen, ein Online-Archiv, eine Kontaktverwaltung und eigene Wartemusik. Optional kannst du weitere Features hinzubuchen. Der Vertrag ist genauso monatlich kündbar wie die optionalen Leistungen. Es bestehen verschiedene Kondi­tionen für unterschiedliche Firmengrößen. Bei Unternehmen ab 11 Mitarbeitern fallen beispielsweise 9,95 Euro netto Kosten pro Mitarbeiter an, die mehr als 150 Funktionen der Cloud sind inklusive, alle SIM-Karten und Faxanschlüsse sowie Festnetzanschlüsse und Anrufbeantworter ebenfalls. Firmenintern kann kostenlos telefoniert werden, auch mobil. Zusätzlich sind nationale und internationale Flatrates buchbar. Weitere Tarife existieren in unterschiedlichen Preisstaffelungen für bis zu 3, bis zu 5 oder bis zu 10 Mitarbeiter. Um dich von dem breitgefächerten Angebot selbst zu überzeugen, kannst du die 30-tägige Testversion mit allen 150 Funktionen kostenfrei nutzen.

TeamFON bietet Lösungen im Bereich der Cloud-Telefonie für Unternehmen und Betriebe an, die den Fokus auf geringe Kosten und Erreichbarkeit unterwegs per Festnetznummer haben. Die Cloud-Anlage TeamSip Centrex zeichnet sich durch ein umfangreiches Spektrum an Funktionen aus, die du einfach per Mausklick via App und Soft-Client online konfigurieren kannst. Die Anlage ist nebenstellen- und durchwahlfähig, Makeln und Konferenzen mit bis zu 20 Teilnehmern sind möglich, Parallelrufe können im Homeoffice, auf Smartphone via App und über das Softphone am Notebook geführt werden. Darüber hinaus können Gruppenrufe getätigt werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit, dass der Anrufer in ein interaktives, sprachgesteuertes Auswahlmenü gelangt, das zudem tageszeitabhängig konfiguriert werden kann und mit dem zuständigen Mitarbeiter verbindet. Es besteht eine Chef-Sekretär-Funktion, und für externe und interne Anrufe lassen sich individuelle Klingeltöne festgelegen. Darüber hinaus sind Fax2Mail und Mail2Fax prak­tische Anwendungen, von denen du als Kunde profitierst. Videokonferenzen in HD-Qualität sind ebenfalls buchbar.

TeamSip Cetrex bietet zudem zahlreiche Schnittstellen, die deine Telefonanlage mit anderen Anwendungen verbindet oder durch diese steuert; das kann Outlook sein, ein CRM oder eine ERP-Lösungen mittels API. Bis zu 5 VoIP Telefone pro Nebenstelle sind möglich. Du erhältst hohe Datensicherheit made in Bavaria, denn das Hochleistungs-Rechenzentrum in München ist TÜV-geprüft und entspricht der Norm ISO-27001:2013. Für den aktuellen Stand deiner Anlage sorgen kostenlose lebenslange Updates. Eine Testversion der Leistung erhältst du kostenfrei für 30 Tage, sie beinhaltet zwei Nebenstellen mit dem Softphone Client, einen Konferenzraum und das Call Center Modul. Ein individuelles Angebot für Unternehmen erhältst du auf Nachfrage, ändern sich deine Anforderungen an die Cloud-Anlage, können diese dann jederzeit angepasst individuell werden.

Telegra bietet Cloud-Telefonie für Start-ups und mittlere Firmengrößen an. Telegra bietet die Möglichkeit, entweder eine bereits vorhandene VoIP-fähige Telefonanlage weiterzuverwenden, eine Anlage zu mieten oder komplett auf Telefone am Schreibtisch zu verzichten, was durch Software auf deinem PC realisiert wird. Benötigt werden hierbei lediglich Headset und Computer. Vorhandene Rufnummern können portiert werden. Werden neue Rufnummern benötigt, können diese mit Ortsvorwahl oder als Servicenummer vergeben werden. Darüber hinaus sind internationale Rufnummern oder mehrere Standorte über IP-Anbindung möglich. Das Prinzip der Einfachheit der Bedienung erfüllt die Web-Applikation, bei der du als Web-Frontend-Administrator fungierst. So lassen sich zahlreiche Funktionen ganz einfach per Mausklick bedienen. Du kannst etwa innerhalb weniger Sekunden Teilnehmer eintragen, die Durchwahl und E-Mail-Adressen des entsprechenden Mitarbeiters festlegen, wobei er dann die Mailbox-Nachricht als Voicefile erhält.

Zudem sind Weiterleitungen auf das Smartphone möglich; dabei legst du fest, nach wie vielen Minuten das erfolgen soll. Mitarbeitern können hierbei eigene Faxnummern zugeordnet werden, somit ist auch Fax2Mail möglich. Des Weiteren zählen Makeln, Sammelanschlüsse, Kurzwahlen, Adressbuch, Anrufjournal, Hotlines mit Routingoptionen und vieles mehr zu den Funktionen von telegra FON PRO. Telegra wird in firmeneigenen, georedundanten Hochsicherheitsrechenzentren in Deutschland gehostet. Durch die Einhaltung deutscher Datenschutzbestimmungen sind entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen und es besteht hohe Ausfallsicherheit. Solltest du Hilfe bei der Bedienung deiner Cloud-Anlage benötigen, steht dir der Support „24/7“ zur Verfügung. Du kannst die Cloud-Telefonie kostenlos testen, um dir ein Bild vom Leistungsumfang zu machen. Tarife und Preise erhältst du auf Anfrage.

Die toplink GmbH bietet seit 2005 Cloud-basierte Telefonanlagen als VoIP-Produkte an. Die Kommunikationslösungen, die der Anbieter aus der Cloud heraus überall verfügbar macht, bieten dir hohe Flexibilität. So lassen sich mit der virtuellen Telefonanlage vPBX verschiedene Abteilungen, Außendienstmitarbeiter und Standorte von Büros selbständig als Administratoren verwalten. Da sich die Rechenzentren in Deutschland befinden und die hiesigen Datenschutzrichtlinien eingehalten werden, profiterst du als Kunde von hoher Datensicherheit.

Mit der IP-Telefonie sparst du Zeit und Kosten, da du keine festinstallierte Telefonanlage benötigst bzw. warten lassen musst. Die Konfiguration von Mitarbeiterrufnummern nimmst du ganz einfach in der toplink-Cloud vor, du brauchst hierfür lediglich eine gute Internetverbindung. Durch die Vernetzung deines Teams und deiner Standorte auf einer Telefonanlage kann untereinander kostenlos telefoniert werden. Über 160 Funktionen lassen sich zur Erleichterung des Arbeitsalltags nutzen. So lassen sich Faxgeräte integrieren, Telefonkonferenzen führen, Rufe um- oder weiterleiten und du kannst, individuelle Wartemusik festlegen, neue Nebenstellen einrichten sowie Voice-Mail und vieles mehr nutzen. Die Nebenstellen sind flexibel skalierbar, und alle Funktionen können jederzeit per Mausklick auf deine Bedürfnisse angepasst werden. Sie sind auf allen Endgeräten nutzbar. Preise erhältst du auf Anfrage, die Höhe richtet sich nach der Anzahl der Mitarbeiter.

Der Autor Sören Lenzner ist Autor, SEO-Experte und Innovationsassistent bei der Softwarevergleichsplattform Systemhaus.com, die Vergleiche zu mehr als 30 Softwarebranchen bietet, www.systemhaus.com

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Mannheimer IT-Scale-up osapiens wird Unicorn

Das 2018 von Alberto Zamora, Stefan Wawrzinek und Matthias Jungblut gegründete osapiens entwickelt Software, die Unternehmen dazu befähigt, nachhaltiges Wachstum über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erzielen.

Osapiens, ein führender Anbieter von Unternehmenssoftware für nachhaltiges Wachstum, unterzeichnete eine Vereinbarung mit Decarbonization Partners, um vorbehaltlich aufsichtsrechtlicher Genehmigungen eine Serie-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zu leiten.

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"Diese Investition ist eine klare Bestätigung unserer Strategie und unserer langfristigen Vision", so Alberto Zamora, Co-CEO und Mitbegründer von osapiens. "Sie zeigt, dass nachhaltiges Wachstum und KI-gesteuerte Effizienz weiterhin höchste Priorität für globale Investoren haben. Decarbonization Partners ist für uns ein außergewöhnlicher Partner. Mit ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit und der gemeinsamen globalen Präsenz und Investmentexpertise von BlackRock und Temasek bringen sie genau die Perspektive und Größe mit, die wir für unsere nächste Wachstumsphase brauchen, um der unbestrittene globale Marktführer für nachhaltiges Wachstum von Unternehmen jeder Größe zu werden."

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AVES Reality sichert sich 2,7 Mio. Euro für digitale 3D-Zwillinge

Das 2022 gegründete DeepTech AVES Reality entwickelt KI-Systeme, die aus Satelliten- und Luftbilddaten automatisch präzise, simulationsfähige 3D-digitale Zwillinge erzeugen.

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AVES Reality arbeitet bereits mit führenden deutschen Automobilherstellern zusammen, um diese simulationsfähigen virtuellen Umgebungen und Karten für die Weiterentwicklung der autonomen Mobilität bereitzustellen. Zudem arbeitet das Unternehmen mit NVIDIA zusammen, um einen der weltweit ersten Referenz-Workflows zu implementieren, der hochauflösende synthetische Umgebungen zur Feinabstimmung von Vision-Language-Modellen (VLMs) wie NVIDIA Cosmos Reason bereitstellt. Anwendungsbereiche für diese Technologie umfassen unter anderem Smart City-Konzepte und Verkehrsmanagement und werden bereits in der taiwanesischen Stadt Kaohsiung in der Praxis erprobt.

„Die Erfolge, die wir bisher mit den Anwendungsfällen unserer Technologie verzeichnen konnten und das Vertrauen unseres Investorenkonsortiums unterstreichen noch einmal, das erfolgreiche Wachstum von AVES Reality. Unsere Technologie stellt eine Schnittstelle zwischen Satellitendaten, georäumlichen KI-Anwendungen, Automatisierung, Simulation und Raummodellierung her – Sektoren, die sich aktuell im Aufschwung befinden, da Maschinen sich zunehmend von eng gefasster Automatisierung hin zu allgemeiner physikalischer Intelligenz entwickeln”, sagt Florian Albert, CEO und Mitgründer von AVES Reality.

Jetzt hat das Unternehmen aus Garmisch-Partenkirchen eine Seed-Runde in Höhe von 2,7 Mio. Euro abgeschlossen, an der neben Bayern Kapital auch der Lead-Investor Matterwave Ventures sowie XISTA Science Ventures, xdeck, Lightfield Equity und der Fraunhofer Technology Transfer Fund (FTTF) beteiligt waren.

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Companisto investiert 2025 über 45,8 Mio. Euro in Start-ups und Scale-ups

Das von David Rhotert und Tamo Zwinge gegründete Companisto ist mit über 5950 Business Angels das größte Business Angel Netzwerk in der DACH-Region und zählt seit über einem Jahrzehnt zu den aktivsten Wagniskapitalgebern im deutschsprachigen Raum.

Im Geschäftsjahr 2025 investierte das Companisto Business Angel Netzwerk nach eigenen Angaben in Start-ups aus 15 unterschiedlichen Branchen. Die Top-Branchen, in die investiert wurden, waren MedTech, Automotive und GreenTech. Der Fokus lag dabei auf strukturierten Co-Investments und der Anschlussfähigkeit der Finanzierungen, um tragfähige Investor*innenstrukturen für weiteres Wachstum zu schaffen.

Insgesamt wurden 2025 durch Companisto über 45,8 Mio. Euro in 35 Finanzierungsrunden investiert. Damit konnte das Netzwerk eine Steigerung um 15,8 Mio. Euro verzeichnen von 30 Mio. Euro in 2024. Zusätzlich zu dem Kapital durch das digitale Business Angel Netzwerk beteiligten sich 58 Co-Investor*innen, darunter Bayern Kapital, Samsung Next, HoneyStone Ventures (USA) und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) in unterschiedlichen Runden.

Zu den prägenden Finanzierungen des Jahres zählten unter anderem AMERIA mit einem kumulierten Gesamtvolumen von mehr als 42 Mio. Euro sowie die Runden von Cellbox, DiaMonTech, Virtonomy und Jedsy.

Jedsy, die Delivery Glider AG, schloss 2025 innerhalb von 14 Tagen eine Finanzierungsrunde über insgesamt 3,15 Mio. Euro gemeinsam mit internationalen Co-Investor*innen ab. Das Unternehmen entwickelt eine Drohne, die vertikal startet und direkt an Fenstern andocken kann.

Virtonomy setzte ebenfalls auf eine internationale Investor*innenstruktur. Das MedTech-Unternehmen entwickelt virtuelle Patient*innenmodelle zur Digitalisierung klinischer Studien. Über Companisto wurden knapp 3 Mio. Euro im Lead der Finanzierungsrunde investiert, parallel zu Partnern wie Bayern Kapital und Accenture. „Companisto hat uns den Zugang zu einer breit aufgestellten Co-Investorenbasis ermöglicht. Die Kombination aus Business Angels und institutionellen Partnern hat nicht nur Kapital, sondern auch Governance- und Wachstumskompetenz eingebracht. Das schafft eine tragfähige Grundlage für die weitere Entwicklung und Skalierung von Virtonomy,“ sagt Dr. Simon Sonntag, Founder und CEO von Virtonomy.

Zum Jahresende 2025 zählte das Companisto Netzwerk mehr als 5.700 Business Angels. Begleitend investierte Companisto in den Ausbau des Netzwerks sowie den Austausch zwischen Investor*innen und Gründungsteams und organisierte im Laufe des Jahres rund 100 Events.

„Das vergangene Jahr hat einmal mehr gezeigt, welches Potenzial in einem aktiven Business-Angel-Netzwerk steckt. Durch die konsequente Digitalisierung des Startup-Investings bei Companisto ermöglichen wir eine enge und transparente Zusammenarbeit zwischen Business Angels und Co-Investoren, schaffen Vertrauen und eröffnen Gründerinnen und Gründern neue Perspektiven sowie nachhaltiges Wachstum“, sagt David Rhotert, Co-Founder und Managing Director von Companisto.

Für 2026 plant Companisto das Business Angel Netzwerk weiter auszubauen und die gemeinsame Investitionstätigkeit in Form wiederkehrender Co-Investments und skalierbarer Geschäftsmodelle zu stärken.

NewSpace-Start-up TALOS und EnduroSat bauen das „Internet der Tiere“

Das deutsche Raumfahrt-Start-up TALOS und der bulgarische Satellitenhersteller EnduroSat bündeln ihre Kräfte zum Aufbau der Satellitenkonstellation ICARUS 2.0, auch bekannt als das „Internet der Tiere“.

TALOS, das 2022 gegründete, in München und Dresden ansässige NewSpace-Start-up ist ein führender Innovator in den Bereichen IoT und Tierortungstechnologien. Es steht an vorderster Front, wenn es darum geht, Weltraumtechnologie zu nutzen, um den Schutz von Wildtieren sowie die Umwelt- und Klimawandelforschung voranzutreiben. Seine leichten, solarbetriebenen IoT-Tracker und die CubeSat-Konstellation ermöglichen die präzise Verfolgung von Tieren und die Sammlung von Umweltdaten, so dass Forscher, Naturschützer und Wissenschaftler die natürliche Welt besser verstehen und schützen können.

Jetzt haben TALOS und der bulgarische Satellitenhersteller EnduroSat eine europäische Partnerschaft zum Aufbau der Satellitenkonstellation „ICARUS 2.0“ geschlossen. Die Mission – auch bekannt als „Internet der Tiere“ – ist ein Forschungsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft. Ziel ist es, mithilfe modernster Satellitentechnologie Bewegungsmuster von Tieren sowie Umweltveränderungen weltweit zu erfassen und zu analysieren. TALOS ist bereits seit Längerem als zentraler Technologiepartner in das ICARUS-Projekt eingebunden; mit EnduroSat als neuem Industriepartner wird nun der Aufbau einer eigenen Konstellation umgesetzt, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und der Deutschen Raumfahrtagentur beim DLR unterstützt wird.

Beginn des operativen Aufbaus der Konstellation „ICARUS 2.0“

Nach dem erfolgreichen Start eines technologischen Demonstrators im November 2025, beginnt nun der operative Aufbau der Konstellation. Der Start des ersten operationellen Satelliten, der den Namen RAVEN trägt, ist für Anfang 2026 geplant. Bis Ende 2026 / Anfang 2027 sollen vier weitere Satelliten die Konstellation ergänzen. Nach vollständigem Aufbau wird das System in der Lage sein, täglich bis zu fünf Updates über die Bewegungen beobachteter Tiere auf der ganzen Welt bereitzustellen.

Raycho Raychev, Gründer und CEO von EnduroSat, erklärt: „Wir freuen uns, den Aufbau einer weltraumgestützten Infrastruktur zu ermöglichen, die entscheidende Daten über den Zustand der Tierwelt und der biologischen Vielfalt liefert. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Weltraumdaten dazu beitragen können, die dringendsten Herausforderungen unseres Planeten anzugehen.“

Gregor Langer, Mitgründer und CEO von TALOS, ergänzt: „Das ist europäische Innovation in Reinform: Ein bulgarischer Hersteller und ein deutsches Startup bündeln ihre Kräfte für ein globales Forschungsprojekt. Mit dem bevorstehenden Start unseres ersten Satelliten wird ICARUS 2.0 von der Vision zur Realität. Gemeinsam mit EnduroSat und der Max-Planck-Gesellschaft nutzen wir Weltraumtechnologie, um das Leben auf der Erde besser zu verstehen und zu schützen.“

Mit der Max-Planck-Gesellschaft wird nun eigene Satellitenkonstellation zur Tierbeobachtung entwickelt

ICARUS 2.0 knüpft an das ursprüngliche ICARUS-Projekt an, ein internationales System zur Tierbeobachtung, das zunächst auf der Internationalen Raumstation ISS betrieben wurde. Nachdem das Projekt infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eingestellt wurde, übernahm TALOS die Rolle von Roskosmos, der russischen Raumfahrtbehörde, als zentraler Partner. Gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft wird nun eine eigene Satellitenkonstellation entwickelt. Durch die Umstellung auf ein dediziertes Satellitennetzwerk können Tierbewegungen, Verhaltensmuster und Umweltbedingungen künftig häufiger, kostengünstiger und zuverlässiger erfasst werden. Aufgrund seiner globalen, vernetzten Struktur wird das System häufig als „Internet der Tiere“ bezeichnet – in Anlehnung an das Internet, das weltweit von Menschen erzeugte Daten miteinander verknüpft und zugänglich macht.

Der erste Satellit der Konstellation ist ein sogenannter 6U CubeSat, ein kompakter Kleinsatellit in etwa der Größe eines Schuhkartons. Er ist mit einem softwaredefinierten Funkgerät ausgestattet, die Daten von kleinen, an Tieren befestigten Sendern empfängt und zur Erde überträgt. Diese Sender erfassen unter anderem Standort, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Druck und Beschleunigung und liefern damit wertvolle Informationen für Naturschutz und ökologische Forschung. Der Satellit wird derzeit in Sofia produziert und soll im Februar starten.

Daten zu Tiermigration, Biodiversität und globalen Ökosystemen schneller nutzbar machen

TALOS leitet die Missionsplanung, den operativen Betrieb und die Entwicklung der Technologie zur Tierverfolgung, während EnduroSat die Satellitenplattform bereitstellt und den Zugang zu Bodenstationen über sein Partnernetzwerk ermöglicht. Die Max-Planck-Gesellschaft bringt als wissenschaftliche Leitung ihre Expertise im Bereich der Tierverfolgung ein. Zusätzliche Unterstützung für den RAVEN-Satelliten wurde von der National Geographic Society bereitgestellt. Im Rahmen ihres weltweiten Explorer-Netzwerks plant die Organisation, die ICARUS-Technologie einem internationalen Kreis von Forschenden und Naturschutzprojekten zugänglich zu machen. Ziel ist es, wissenschaftliche Arbeit zur Tiermigration, Biodiversität und zu globalen Ökosystemen zu beschleunigen und die gewonnenen Erkenntnisse auch über die Wissenschaft hinaus für Naturschutz, Bildung und gesellschaftliche Wirkung nutzbar zu machen.

Julia Köhn: Serial-Founderin wird Entrepreneurship-Professorin

Gründungsgeist trifft akademische Exzellenz: die Berliner Startup-Hochschule CODE beruft Julia Köhn zur Professorin für Entrepreneurship.

Die CODE University of Applied Sciences begrüßt Prof. Dr. Julia Köhn als Professorin für „Business Management & Entrepreneurship“. Im Deutschen Startup Monitor 2025 wird die CODE unter den Top 10 der Gründungshochschulen* in Deutschland gelistet. Diesen Erfolg möchte die beliebte Startup-Hochschule weiterführen und setzt auf hochkarätige Verstärkung: Mit Köhn gewinnt sie eine Expertin, die als Investorin, Serienunternehmerin, Ökonomin und Philosophin seit einem Jahrzehnt unternehmerische Praxis und Erfahrung als Geschäftsführerin mit analytischer Tiefe und philosophischer Methodik vereint.

Von der Theorie in die Praxis: Erfolgreiche Serienunternehmerin

Nach ihrem Master in Economics and Philosophy an der Erasmus-Universität Rotterdam promovierte Julia Köhn an der Universität Witten/Herdecke und der University of Cambridge. Ihre Forschung beschäftigt sich mit wirtschaftlicher Unsicherheit und sieht unternehmerisches Handeln als Chance, Neues auszuprobieren, zu entdecken und wirtschaftliche Möglichkeiten für die Zukunft zu schaffen. Ihre wegweisende Dissertation zum Thema ‚Uncertainty in Economics‘ wurde mit summa cum laude ausgezeichnet.

2018 gründete sie ihr erstes FoodTech-Start-up und wurde 2021 als „Top 10 Woman in World FoodTech“ ausgezeichnet. Zuletzt rief sie mit DeepSoil ein BioTech-Unternehmen zur Regeneration von Agrarböden ins Leben. Zudem engagiert sie sich als Vorsitzende der German AgriFood Society für die Interessen deutscher Start-ups in den Bereichen AgriTech, FoodTech und BioTech, mit Schwerpunkt auf international wettbewerbsfähige Finanzierung innovativer DeepTech-Unternehmen.

Fokus an der CODE: Innovationen skalierbar machen

An der CODE wird sie ihre weitreichende Erfahrung nutzen, um Studierende im Bachelor-Studiengang auf die komplexen Herausforderungen der modernen Wirtschaft vorzubereiten. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, wie technologische Innovationen erfolgreich skaliert werden können und unter welchen Bedingungen sie langfristiges Wachstum und gesellschaftlichen Nutzen schaffen.

„Wir freuen uns sehr, dass Julia ihre Vision und Expertise an unserer Hochschule einbringt – sie verbindet Philosophie, Unternehmertum und Innovation, um die nächste Generation von Gründerinnen und Gründern zu inspirieren“, sagt Prof. Peter Ruppel, Präsident an der CODE.

Julia Köhn erklärt: „Ich möchte die Studierenden bestärken, ihre digitalen Ideen in erfolgreiche, funktionierende Unternehmen zu verwandeln. Dabei geht es um weit mehr als Zahlen – es geht um die Leidenschaft, Dinge anzupacken, und die Resilienz, an der eigenen Vision festzuhalten. Genau dieser Spirit des ‚Machens‘ ist es, der die CODE so einzigartig macht und den ich gemeinsam mit den Studierenden weiter vorantreiben will.“

Gründer*in der Woche: theion - Die Batterie-Disrupteure

Wie theion mithilfe von Schwefel die physikalischen und wirtschaftlichen Grenzen konventioneller Batterietechnologien sprengt.

Die Batterietechnologie steht vor einem Umbruch. Seit der Einführung der Lithium-Ionen-Zelle vor über 35 Jahren hat sich die Branche weiterentwickelt, doch die grundlegenden Herausforderungen bleiben: begrenzte Reichweite, hohes Gewicht, hohe Kosten und eine Umweltbilanz, die nicht überzeugt. Gerade in der Luft- und Raumfahrt, wo jedes Gramm zählt, und in der Elektromobilität, wo Effizienz und Nachhaltigkeit entscheidend sind, wächst der Druck auf bestehende Technologien. Das Berliner Start-up theion antwortet darauf mit einem radikal neuen Ansatz mittels eines Elements, das bisher wenig beachtet wurde: Schwefel.

Ein Visionär mit einem Ziel

Im Zentrum der Entwicklung steht Marek Slavik, Materialwissenschaftler, Mitgründer und Chief Scientific Officer von theion, der sich mit dem Status quo nicht zufriedengibt. Für ihn beginnt Veränderung bei den Materialien selbst. „Die richtigen Materialien und die Chemie sind der Schlüssel für Innovation“, erklärt es. „Schwefel ist dabei ein entscheidendes Element. Hier übernehmen 16 Elektronen die Speicherarbeit – bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien ist es nur eines. Dieser Unterschied ermöglicht gravimetrische Energiedichten von bis zu 1000 Wh/kg statt der derzeit üblichen 300 Wh/kg.“

Seine Ausgangspunkte sind die Chemie sowie die gezielte Auswahl und Kombination von Materialien und Rohstoffen mit bislang ungenutztem Potenzial. Die Vision: die Entwicklung einer Kristall-Schwefel-Batterie, die dreimal leistungs­fähiger ist als heutige Standards.

Ein (Führungs-)Team, das die Vision trägt

Was als ambitionierte Idee begann, ist heute ein junges Unternehmen mit einem starken Team. CEO Dr. Ulrich Ehmes bringt über 15 Jahre Erfahrung in Batterietechnologie und -fertigung mit. Als ehemaliger CEO des Schweizer Batterie­unternehmens Leclanché SA kennt er sowohl die Skalierung komplexer Technologien als auch die strategische Führung internationaler Unternehmen. Für ihn ist die Entwicklung einer revolutionären Batterietechnologie mehr als nur ein technologisches Ziel: „Wir wollen mit unserer Batterietechnologie aus Deutschland heraus einen industriellen Mehrwert und auch Arbeitsplätze schaffen. Kurzum: etwas Großes!“

CTO Martin Schaupp ergänzt die Vision mit technischer Tiefe und industrieller Umsetzungskompetenz. Seit 2009 in der Batteriebranche, war er unter anderem bei Festo für die Bereiche Electric Automotive und Automation Engineering verantwortlich und hat bei der Manz AG die Prozessentwicklung von Lithium-Ionen-Batterien mitgestaltet. Als Ingenieur für Automatisierung und Skalierung begleitet er bei theion die Transformation der Zelltechnologie vom Labormaßstab zum industriellen Produkt. „Mich fasziniert der Weg von der Idee zur marktfähigen Technologie“, sagt Schaupp. „Genau diesen Weg gehen wir bei theion – mit einem klaren Fokus auf Skalierbarkeit und industrielle Relevanz.“

Gemeinsam mit ihrem Team aus 20 Mitarbeitenden (12 Nationalitäten, 70 Prozent mit Abschluss in Deutschland) wollen Slavik, Dr. Ehmes und Schaupp die Technologieentwicklung konsequent vorantreiben.

Status quo, Herausforderungen, Unterstützer

Die physikalischen und wirtschaftlichen Grenzen konventioneller Batterietechnologien sind längst erreicht. Die Reichweite bleibt begrenzt, das Gewicht ist hoch, die Kosten ebenso – und die Umweltbilanz ist alles andere als ideal. Besonders in Anwendungen, bei denen Gewicht und Effizienz entscheidend sind, wird der Ruf nach neuen Lösungen immer lauter.

Theion antwortet darauf mit einem disruptiven Materialansatz. Im Zentrum der Technologie steht Schwefel – ein Element, das bislang wenig Beachtung fand, aber enormes Potenzial birgt. Schwefel ist weltweit in großen Mengen verfügbar, kostet nur 20 Cent pro Kilogramm (im Vergleich zu rund 20 Euro bei heutigen Kathodenmaterialien), ist sicher und bietet eine spezifische Energie pro Gramm, die fünfmal höher ist als bei konventionellen Materialien. Zudem ist Schwefel ein Abfallprodukt der Industrie und damit besonders nachhaltig.

„Als Chemiker kenne ich das Potenzial von Materialien“, sagt Slavik. „Vor über 100 Jahren wurde in Oberschöneweide, nur wenige Kilometer vom heutigen theion-Standort entfernt, das monokristalline Kristallwachstum entwickelt. Diese Entdeckung bildete später die Grundlage für den ersten Transistor. Auch bei theion verwenden wir Schwefel in einer speziellen Kristallstruktur. Das ist für eine leistungsfähige Batterie entscheidend. Unsere Aufgabe ist es, Prozesse zu entwickeln, um dieses Potenzial gezielt nutzbar zu machen und die Technologie weiter voranzubringen.“

Die Herausforderungen sind bekannt: Schwefel verfügt nur über eine geringe Anzahl an Ladezyklen. Es ist nicht leitfähig und bringt unerwünschte Effekte wie Polysulfid-Shuttling, volumetrische Ausdehnung und Dendritenwachstum an der Lithium-Metall-Anode mit sich. Doch Slavik hat gemeinsam mit seinem Team Lösungen für diese Materialherausforderungen entwickelt und damit die Grundlage für eine neue Batteriegeneration geschaffen.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Luft- und Raumfahrt, Elektromobilität, Powertools, Mobiltelefone – überall dort, wo Gewicht, Effizienz und Nachhaltigkeit entscheidend sind. Besonders spannend ist das Potenzial für leichte Flugobjekte: Kristall-Schwefel-Batterien könnten Drohnen, Satelliten und elektrische Flugzeuge antreiben und damit ganze Industrien neu definieren.

„Alleine schafft man das nicht“, sagt Dr. Ehmes. „Industriepartner, Forschungspartner, Investoren – das Netzwerk entscheidet. Disruptive Innovation braucht einen Hauptinvestor mit Vision und Durchhaltevermögen. Den haben wir mit Team Global.“ Die Series-A-Finanzierungsrunde im Frühjahr 2025 brachte 16,4 Millionen US-Dollar ein. Mit Dr. Gerhard Cromme, Ex-Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens und ThyssenKrupp, und Lukasz Gadowski, Gründer von Team Global und einer der prägendsten Köpfe der europäischen Start-up-Szene, sitzen zwei strategisch starke Persönlichkeiten im Beirat. Und beide sind investiert. Weitere namhafte Investoren wie die Oetker Collection und Enpal sind ebenfalls an Bord. Ein Fünf-Millionen-Euro-Förderprojekt des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter der Leitung von theion dokumentiert zudem das Vertrauen der Politik in die Technologie.

Über die Forschung hinaus

Mit seiner Technologie steht theion an der Schwelle vom Labor in die Industrialisierung. Die Knopfzelle liegt bereits vor, an der ersten Pouch-Zelle wird gearbeitet und soll in Kürze fertiggestellt werden. Wer Innovation marktfähig machen will, muss einiges bedenken: „Gerade in DeepTech: Patente, geistiges Eigentum und Know-how müssen systematisch gesichert werden, sonst wird man kopiert“, betont Dr. Ehmes.

Das Start-up steht im Wettbewerb mit 28 Firmen weltweit, die an Schwefel als Basis für Batterien arbeiten. Das Alleinstellungsmerkmal von theion ist eine spezielle Kristallstruktur des Schwefels. Die Drexel University in den USA hat nachgewiesen, dass diese Technologie in einer Batteriezelle über 4000 Ladezyklen erreichen kann. Die nächste Herausforderung sind die Prozessierung und Industrialisierung.

Um diesen Schritt zu finanzieren, ist eine Series B für 2026 geplant. CTO Schaupp setzt dabei auf frühe Marktanbindung: „Schon früh mit Kunden sprechen. Nicht warten, bis das Produkt fertig ist. Pilotkunden, Test-Projekte, Feedback-Schleifen sind Gold wert.“

Theion steht an der Schwelle zu etwas Großem. Mit dem Ziel, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen und Batterien zu entwickeln, die Industriezweigen neuen Schub verleihen können. Dabei geht es um mehr als Technologie. „Es gibt in einem Start-up immer 1000 Chancen und 1000 Probleme“, sagt Dr. Ehmes. „Entscheidend ist, dass du dich auf das Eine fokussierst, das dich von allen anderen unterscheidet. Wir wissen genau, was unser Differenzierungsmerkmal ist und verschwenden keine Energie auf Nebenschauplätze.

Vom perfekten Zeitpunkt, ein Marketing-Start-up zu gründen

Ein Appell an alle, die an eine Selbständigkeit im Marketing denken, aber mit sich und den Umständen hadern.

Keine Lust auf Lesen? Dann geht’s hier zum Podcast.

Die Marketingbranche befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbruch: Traditionelle Marketingdienstleister*innen sehen sich in vielen Märkten erheblichen Veränderungen gegenüber, die von Restrukturierungen bis hin zu Insolvenzen reichen, während gleichzeitig große Marktteilnehmer*innen durch Übernahmen ihre Portfolios konsolidieren. Diese Veränderungen mögen auf den ersten Blick als Bedrohung erscheinen, doch sie bieten vor allem eines: Chancen für Neugründungen.

Ich bin überzeugt, dass gerade jetzt, in dieser Umbruchphase, der beste Zeitpunkt gekommen ist, ein Marketing-Start-up zu gründen. Warum das so ist, zeige ich im Folgenden anhand der technologischen Entwicklungen, neuer Marktchancen und veränderter Prozesse sowie der rasanten Verbreitung und Verbesserung von künstlicher Intelligenz (KI) auf.

Marketingdienstleistungen neu gedacht

Ein Blick zurück in das Jahr 2010: Das Social-Media-Marketing begann zu boomen, und mutige Marketing-Start-ups setzten früh auf diese neue Kommunikationsform, was ihnen einen entscheidenden Vorsprung verschaffte. Heute ist KI vergleichbar disruptiv. Die Herausforderung liegt aber darin, KI nicht nur als Tool, sondern als intelligente Unterstützung in die Kund*innenkommunikation und Kampagnensteuerung einzubinden. Dieses Fachwissen – wie man KI sinnvoll trainiert, anwendet und in bestehende Prozesse integriert – fehlt an vielen Stellen noch.

Diese Lücke eröffnet Chancen für neue Marketingdienstleister*innen: Mit schlau konfigurierten KI-Systemen lassen sich skalierbare Marketingleistungen erbringen, die vergleichsweise kostengünstig und schnell für Kund*innen Mehrwert erzeugen. Start-ups, die flexibel und nicht durch veraltete Prozesse gebremst sind, können vor diesem Hintergrund Angebote mit attraktiven Preisen sowie innovativen Leistungen auf den Markt bringen und so etablierte Agenturen herausfordern.

Technologische Innovationen als Katalysator

Auch im Produktbereich ergeben sich Chancen durch digitale Tools und Automatisierung. Begriffe wie Vibe-Coding, bei dem Prototypen von Applikationen oder Services ohne klassische Programmierkenntnisse erstellt werden können, machen es möglich, Ideen mit minimalem Aufwand zu validieren.

Innerhalb weniger Tage oder Wochen kann man gemeinsam im Gründungsteam einen Prototyp fertigstellen, der am Markt getestet wird. Eine unglaubliche Entwicklung im Vergleich zu früheren Jahren, in denen teurer Entwicklungsaufwand vorausgesetzt war.

Zusätzlich haben sich die Entwicklungskosten für Minimum Viable Products in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert. Cloud-Plattformen, Schnittstellen (APIs) und Automatisierungstools wie Zapier oder n8n ermöglichen es, als kleines Team komplexe Lösungen schnell und zuverlässig zu bauen. So wird weniger Kapital benötigt und kann schneller auf Markterfordernisse reagiert werden.

In die Nischen

Ein weiteres Kennzeichen des aktuellen Markts ist die schnelle Entstehung hochspezialisierter Mikro-Nischen. Digitale Technologien und neue Kund*innenbedürfnisse sorgen dafür, dass sich laufend neue Teilmärkte bilden, die von großen Marketingdienstleister*innen oft (noch) nicht bedient werden.

Eine Mikro-Nische ist ein sehr spezialisierter Markt mit einer klar definierten Zielgruppe, etwa die KI-gestützte Con­tent-Erstellung speziell für den nachhaltigen Tourismus oder Automatisierungslösungen für bestimmte Branchenzweige wie den Mittelstand im Gesundheitswesen.

Für Gründer*innen eröffnen sich hier spannende Chancen, sich schnell in diesen dynamischen Segmenten zu posi­tionieren und Fuß zu fassen. Gerade digitale Produkte eignen sich besonders, um über standardisierte und automatisierte Prozesse Skalierung zu erreichen. Und auch bei Dienstleistungen lassen sich wiederkehrende Aufgaben durch KI-gestützte Tools deutlich effizienter gestalten oder komplett automatisieren.

Ein spannendes Zeitalter für Gründer*innen

Das führt zu einem entscheidenden Vorteil: Es war noch nie so einfach, ein Produkt oder eine Dienstleistung anzubieten, die sofort einen echten Wert für die Nutzenden bzw. Kund*innen schafft. Durch Automatisierung und KI können Geschäftsmodelle mit deutlich weniger Aufwand skaliert werden als vor zehn Jahren. Die Eintrittsbarrieren für Gründer*innen sinken merklich, was zu einem dynamischen und attraktiven Gründungsumfeld führt.

Gerade wenn mit beschränktem Kapital gestartet wird, bietet sich hier eine enorme Chance. Effiziente Technologien und Automatisierung reduzieren sowohl den Investitionsbedarf als auch die laufenden Kosten. So erlaubt KI einen schnellen und ressourcenschonenden Markteintritt mit echten Wettbewerbsvorteilen.

Auf die grüne Wiese

Mit den aktuellen Veränderungen im Marketing tun sich eta­blierte Anbieter*innen schwer. Sie übersehen die grüne Wiese, die da neben dem etablierten Marktplatz neu wächst. Gründer*innen können auf dieser Wiese Know-how und Produkte aufbauen und sich bzw. ihr Unternehmen als Expert*in etablieren.

Wo in gefestigten Märkten Unternehmen gern auf gestandene Anbieter*innen zurückgreifen, ist die Bereitschaft in kleinen, interessanten Nischen deutlich höher, mit jungen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Das war bereits vor 15 Jahren mit Social Media der Fall und wiederholt sich nun in der KI-Ära.Gründer*innen sollten diese Vorteile für den Einstieg nutzen. Denn die Vergangenheit zeigt, dass traditionelle und bestehende Anbieter*innen viel Zeit benötigen, bis sie das Potenzial von neuen (Nischen-)Märkten anerkennen und darin aktiv werden. Mag sogar sein, dass aus den First Movers deshalb später attraktive Übernahmekandidaten werden.

Next Generation Report 2025

Der aktuelle Report „Next Generation“ von Startup-Verband und startupdetector zeigt anhand einer systematischen Auswertung von Handelsregisterdaten einen positiven Start-up-Gründungstrend in Deutschland für die Zeit von Januar bis Juni 2025.

Hier die Kernergebnisse des Next Generation Reports:

1. Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Deutschland 1.500 Start-ups neu gegründet, ein Anstieg um 9 %. Damit setzt sich die positive Entwicklung der letzten beiden Jahre auch 2025 fort.

2. Der Anstieg der Neugründungen wird im Wesentlichen von Sachsen (+ 71 %), Bayern (+ 23 %) und NRW (+ 16 %), drei Ländern mit besonders hohen Wachstumsraten, getragen.

3. Die höchste Gründungsaktivität pro Kopf zeigt sich in den Hotspots Berlin und München sowie an starken Forschungsstandorten wie Heidelberg, Darmstadt und Aachen.

4. Die meisten Start-ups entstehen weiterhin im Software-Sektor, der außerdem um 16 % zulegt – auch industrielle Lösungen gewinnen im Kontext der KI-Welle an Bedeutung (+ 29 %).

5. Die Bereiche eCommerce (+ 14 %) und insbesondere Food (+ 44 %) nehmen nach einer sehr schwierigen Phase im B2C-Sektor wieder Fahrt auf.

Alle weiteren Ergebnisse findest du hier

Gaming & digitale Medien – eine Perspektive für Start-ups?

Diese Voraussetzungen sollten Gründerinnen und Gründer von Start-ups in der Gamingbranche oder der Gestaltung digitaler Medien mitbringen, um erfolgreich zu sein.

Digitale Start-ups verbinden attraktive Zukunftsperspektiven mit einem geringen Startkapital. Für die digitale Generation aktueller Schul- und Universitätsabgänger stellt sich die Frage, ob ein Einstieg in die Gamingbranche oder die Gestaltung digitaler Medien für die Gründung eines Start-ups ausreichen kann. Solche Perspektiven sind gegeben, die neben ausreichend Kreativität eine fundierte Ausbildung in Computertechnik und Business gleichermaßen voraussetzen.

Indie-Games – eine Perspektive für Entwickler?

Noch vor einigen Jahren war die Gamingbranche als Perspektive für Gründer eher unattraktiv. Die großen, internationalen Studios dominierten die Szene, wobei für Triple-A-Titel längst Tausende von Entwicklern an unterschiedlichen Standorten benötigt wurden. Unter dem Zeit- und Kostengrund vieler Studios sowie der Entlassungswelle der letzten Jahre ist es für immer mehr Developer uninteressant, auf die Anstellung in einem der großen Softwarehäuser zu hoffen.

Die unabhängige Entwicklung von digitalen Medien oder Spielen bleibt jedoch beliebt und kann zur Basis eines Start-ups werden. Immer mehr Gamer wenden sich von den überteuerten, großen Marken der Szene ab und vertrauen auf kleinere Entwickler mit mehr Freiheiten bei der Umsetzung. Selbst die großen Gaming-Plattformen halten regelmäßig eine Auswahl beliebter und neuer Indie-Games für Millionen Nutzer bereit.

Unabhängig von Größe und Art eines Studios bleibt die Gamingbranche international und setzt verschiedene Skills vom Development bis zum erfolgreichen Marketing voraus. Dies alles lässt sich längst in speziell abgestimmten Studiengängen erlernen.

Spielentwicklung der neuesten Generation als Studiengang

Studiengänge wie Games & Immersive Media an der Hochschule Furtwangen erlauben es, einen Bachelor im Gaming-Umfeld zu erlangen und alle relevanten Fähigkeiten für den zukünftigen Berufsweg zu gewinnen. Neben Computer Science und Anwendungen im spielerischen Bereich nehmen Business, Design und Medien als zweiter Bereich einen wesentlichen Stellenwert im Studium ein.

Diese Kombination des bilingualen Studiengangs ergibt Sinn. Schließlich ist nicht jeder kreative Programmierer und Spieleentwickler ein Geschäftsmann, genauso wenig wie Marketer gerne stundenlang mit Quellcode arbeiten. Moderne Studiengänge wie dieser führen beide Welten zusammen und sorgen für eine fundierte Ausbildung, um tiefe Einblicke in beide relevanten Arbeitsfelder zu gewinnen.

Starke Unterstützung für zukünftige Start-ups

Die Hochschule Furtwangen geht mit ihrer Unterstützung weit über den reinen Studiengang hinaus. Bewusst wird angehenden Start-ups unter die Arme gegriffen, die ihre ersten Schritte ins Gaming-Business mit kreativen Spielen und Studienprojekten gehen möchten.

Neben einer umfassenden Beratung auf dem Weg zum eigenen Business werden ein Support für Fördermittel sowie Räumlichkeiten für das gemeinschaftliche Arbeiten an Spielen oder digitalen Medien geboten. Viele Formalitäten und Unsicherheiten, die sich bei Start-ups unabhängig von Branche und Geschäftsfeld ergeben, werden so seitens der Hochschule kompetent und professionell unterstützt.

Für den Einstieg sind Kenntnisse im Gaming-Bereich ideal, die über die reine „Freude am Zocken“ hinausgehen. Kreativität in der Planung und Umsetzung eigener Projekte sollte nachgewiesen werden – anders als die zwingende Notwendigkeit, eine Programmiersprache zu beherrschen.

Sichtbarkeit im digitalen Umfeld entscheidend

Wie bei allen Produkten entscheidet weniger die tatsächliche Qualität, sondern die Sichtbarkeit und eine wirkungsvolle Werbung über Erfolg von Misserfolg von Games. Gerade das Marketing für digitale Produkte ist wegen der hohen Konkurrenz und einer Fülle an Informationen in der digitalen Welt eine immense Herausforderung. Hier eine fachkundige Unterstützung von Anfang an zu erhalten, bewahrt Entwickler und kreative Köpfe davor, grundlegende Fehler zu begehen und frühzeitig den Traum vom Gaming-Job zu begraben.

Wie lässt sich eine lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Automobilfertigung garantieren?

Für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Automobilfertigung reicht ein einzelnes System nicht aus. Nur durch ein sauberes Zusammenspiel aus eindeutiger Kennzeichnung und verlässlichen Datenflüssen gelingt es. Dabei spielt die gesamte Strecke vom Wareneingang bis zur Auslieferung eine wichtige Rolle.

Was lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Praxis wirklich bedeutet

Lückenlose Bauteilrückverfolgbarkeit heißt, dass Sie zu jedem Zeitpunkt zwei Fragen sicher beantworten können:

  • Woher kommt das Teil?
  • Was ist damit in der Produktion passiert?

Dazu gehören Seriennummern, Chargen, Prozessparameter, Prüfwerte, Nacharbeitsinformationen und die Verknüpfung von Baugruppen zu einem fertigen Fahrzeug. In der Automobilindustrie reicht es nicht, nur zu wissen, dass ein Teil verbaut wurde. Entscheidend ist die sogenannte Genealogie, also die vollständige Historie eines Bauteils und seiner Stationen.

Damit das funktioniert, müssen Identifikationsdaten durchgängig gleich bleiben. Sobald ein Teil umverpackt wird, sobald Etiketten beschädigt sind oder sobald ein Schritt nicht erfasst wird, entstehen blinde Flecken. Genau diese Lücken führen später zu teuren Rückrufaktionen, unnötig großen Sperrungen im Lager oder langwierigen Ursachenanalysen. Die Sicherstellung einer permanenten Identifikation über den gesamten Komponentenlebenszyklus hinweg ist die Basis für effiziente Qualitätsprozesse. Um Kennzeichnungssysteme zu bewerten, die selbst aggressiven Motorölen und extremen Temperaturen trotzen, klicken Sie hier um die speziellen Lösungen von Brady kennenzulernen.

Die Basis ist eine eindeutige, robuste Kennzeichnung

Um ein Bauteil eindeutig zu identifizieren, sind gedruckte Barcodes oder DataMatrix Codes, Laserbeschriftungen und elektronische Träger wie RFID im Einsatz.

Die Auswahl hängt vom Bauteil, vom Material, von der Umgebung und vom Prozess ab. Ein Kunststoffgehäuse im Innenraum stellt andere Anforderungen als ein Metallträger, der durch Waschprozesse, Lackierung und Hitze läuft.

Wichtig ist, dass die Kennzeichnung den Prozess überlebt. Wenn der Code unleserlich wird oder sich ablöst, ist die Rückverfolgbarkeit faktisch beendet. Deshalb spielt die Kennzeichnungsstrategie eine größere Rolle als viele glauben. Sie entscheidet darüber, ob die Datenerfassung später stabil läuft oder ob Sie permanent nachbessern müssen.

RFID als Rückgrat für automatisierte Erfassung

RFID-Lösungen für die Fertigungsindustrie sind besonders dann stark, wenn Sie ohne Sichtkontakt erfassen müssen oder wenn Sie viele Erfassungspunkte automatisieren wollen. Ein RFID Tag kann in Trägern, Ladungsträgern oder direkt am Bauteil sitzen und wird über Antennen in definierter Distanz erkannt. Das reduziert manuelle Scans, spart Zeit und senkt Fehlerquoten, weil Mitarbeiter nicht jedes Teil ausrichten oder freilegen müssen.

RFID eignet sich besonders für die Verfolgung von Ladungsträgern, Behältern, Paletten und Werkstückträgern, also überall dort, wo Prozesse über Stationen hinweg eindeutig abgebildet werden müssen. Für einzelne Bauteile ist RFID dann sinnvoll, wenn Barcodes nicht robust genug sind oder wenn Sie zusätzlich Daten direkt am Träger speichern wollen, etwa zur Prozesssteuerung oder zur schnellen Identifikation bei Nacharbeit.

Robuste Etiketten für herausfordernde Umgebungen

In vielen Linien ist ein Etikett weiterhin die pragmatischste Lösung. Der Knackpunkt ist die Belastung. Öl, Kühlschmierstoff, Reinigungschemie, Abrieb, Feuchtigkeit und Temperatursprünge zerstören Standardetiketten schnell. Genau hier kommen hitzebeständige Etiketten Automobil ins Spiel. Sie sind für hohe Temperaturen, Durchlauföfen, E Coat, Trocknung und Lackierprozesse ausgelegt und behalten Lesbarkeit und Haftung, wenn einfache Materialien längst aufgeben.

Für Sie ist dabei wichtig, nicht nur auf die Temperaturangabe zu schauen. Entscheidend ist der gesamte Prozess, inklusive Dauer, Untergrund, Chemikalienkontakt und mechanischer Belastung. Ebenso zählt die Kombination aus Klebstoff, Etikettenmaterial und Druckverfahren. Ein guter Barcode nützt nichts, wenn die Oberfläche nach dem Prozess glänzt, der Kontrast weg ist oder der Code verschmiert. Planen Sie deshalb Tests direkt in der Linie ein, nicht nur auf dem Labortisch. Ganz nebenbei können Sie robuste Etiketten auch fürs Marketing nutzen und ihr Branding so auf Bauteilen anbringen.

Datenfluss zwischen Shopfloor, MES und ERP

Die beste Kennzeichnung bringt nichts, wenn Daten später nicht zusammenlaufen. In der Praxis brauchen Sie eine Datenkette, die den Shopfloor sauber mit einem MES oder einem vergleichbaren System verbindet. Dort entsteht die Genealogie, dort werden Prozessdaten, Prüfwerte und Stationen verknüpft. Das ERP übernimmt kaufmännische und logistische Sicht, etwa Materialstämme, Lieferanten, Chargen, Lieferscheine und Bestände.

Achten Sie darauf, dass Identifikatoren konsistent sind. Seriennummern, Bauteilnummern, Chargen und Auftragsnummern müssen in allen Systemen gleich interpretiert werden. Auch Schnittstellen müssen stabil sein, damit keine Informationen unterwegs verloren gehen. Technisch ist das oft weniger das Problem als organisatorisch. Klare Datenverantwortung, Versionierung und saubere Stammdatenpflege sind Pflicht.

Qualitätssicherung, Auditfähigkeit und Sicherheit

Automobilfertigung ist reguliert, auditintensiv und risikosensibel. Rückverfolgbarkeit muss deshalb nicht nur funktionieren, sie muss nachweisbar funktionieren.

Das bedeutet Protokollierung, Zeitstempel, Benutzerrollen, unveränderbare Logs und nachvollziehbare Korrekturen. Wenn ein Datensatz geändert wird, muss klar sein, wer, wann und warum. Nur so sind Sie auditfähig, etwa im Rahmen von Qualitätsmanagementanforderungen wie IATF 16949 oder kundenspezifischen Vorgaben.

Zusätzlich gehört Datensicherheit dazu. Rückverfolgbarkeitssysteme sind Teil der Produktionsinfrastruktur. Rollen, Rechte, Netzwerksegmentierung, Backups und Wiederherstellung sind keine IT Nebensache, sondern Produktionssicherheit. Ein Ausfall darf nicht dazu führen, dass Sie keine Teile mehr freigeben können oder dass Daten nachträglich fehlen.

Ein realistischer Weg zur lückenlosen Umsetzung

Wenn Sie lückenlose Bauteilrückverfolgbarkeit garantieren wollen, starten Sie am besten mit einem klar abgegrenzten Pilotbereich. Wählen Sie ein Bauteil oder eine Baugruppe mit hohem Risiko und vielen Prozessschritten. Definieren Sie die Kennzeichnung, testen Sie Barcodes, RFID und passende Etikettenmaterialien in der realen Umgebung. Legen Sie Pflichtpunkte fest, bauen Sie Plausibilitätsprüfungen ein und führen Sie klare Eskalationsregeln ein. Erst wenn der Pilot stabil läuft, skalieren Sie. So vermeiden Sie, dass sich Fehler in der gesamten Linie multiplizieren. Am Ende ist Rückverfolgbarkeit kein Projekt, das einmal fertig ist. Es ist ein System, das Sie pflegen, verbessern und konsequent leben müssen, damit es im Ernstfall wirklich trägt.

Marketingfallen und Auswege

Warum Marketing strategisch allzu oft ins Leere läuft und mit welchen konkreten Maßnahmen es besser funktioniert.

In vielen Start-ups gilt Marketing noch immer als verlängerte Werkbank des Vertriebs. Sichtbarkeit, Leads und Umsatz sollen schnell messbar sein. Doch was kurzfristig effizient wirkt, führt langfristig in die Sackgasse. Wer Marketing auf Performance reduziert, verzichtet auf das, was Wachstum überhaupt erst ermöglicht: eine klare strategische Marktorientierung.

Strukturelle Fehlstellungen: Wenn Marketing keine Bühne bekommt

Viele Gründer*innen denken Marketing operativ. Als Werkzeug, um ein bestehendes Produkt in den Markt zu drücken. Diese Sichtweise ignoriert, dass Marketing in der Frühphase entscheidend für die Definition von Markt, Zielgruppe und Nutzenversprechen ist.

Die Folge: Es fehlt ein strategischer Unterbau. Start-ups starten mit aggressiver Kommunikation, bevor klar ist, was sie eigentlich differenziert. Markenarchitektur, Positionierung und Kommunikationsleitlinien entstehen oft erst dann, wenn das Wachstum bereits stagniert.

47 Prozent der befragten Marketingentscheider*innen nennen laut der CMO-Studie 2025 von Evergreen Media Projektüberlastung, Ressourcenmangel und hohen Wachstumsdruck als größte Herausforderungen – noch vor fehlender Umsetzungskompetenz. Diese Engpässe sind direkte Symptome fehlender strategischer Planung und Priorisierung.

Organisatorisches Defizit: Keine Stimme auf Managementebene

Ein weiterer Grund für das Leerlaufen des Marketings liegt in der Organisation selbst. In vielen Start-ups fehlt eine CMO-­Rolle oder vergleichbare strategische Instanz. Entscheidungen über Marktauftritt, Budget oder Prioritäten werden ad hoc oder rein zahlengetrieben getroffen – meist ohne Kontext.

Marketing wird so zum operativen Dienstleister, nicht zum strategischen Partner. Das rächt sich spätestens, wenn Wachstum professionalisiert werden soll. Ohne klare Führung entsteht ein Flickenteppich aus Agenturleistungen, Kanälen und Kampagnen, aber kein konsistentes Narrativ.

Kulturelle Ursache: Die Produktzentrierung

Die DNA vieler Start-ups ist technologisch geprägt. Der Stolz auf das Produkt überlagert die Marktlogik. Doch in gesättigten Märkten reicht das bessere Produkt nicht aus. Entscheidend ist, wer als relevante(r) Akteur*in wahrgenommen wird.

Betrachten Gründer*innen Marketing als notwendiges Übel, statt als zentrale Wachstumsfunktion, bleibt das Potenzial ungenutzt. Kurzfristige Kampagnen liefern Zahlen, aber keine Markenbindung. Wachstum bleibt volatil.

Die Folgen: Wachstum ohne Fundament

Operativ stark, strategisch schwach – das ist das Muster vieler Start-ups, die nach der ersten Wachstumsphase stagnieren. Ohne klare Positionierung wird jedes Marketing zur Symptombehandlung: Man optimiert an Creatives, Budgets und Kanälen, statt an der Markendrehung. Das Ergebnis:

  • steigende Customer Acquisition Costs (CAC),
  • sinkende Conversion Rates trotz mehr Output,
  • keine Markenloyalität oder Wiedererkennung sowie
  • fehlendes Alignment zwischen Marketing, Produkt und Finance.

Learning: Wer die Marke nicht führt, verliert sie an den Wettbewerb.

Strategische Neuausrichtung: Wie Marketing wieder Wirkung entfaltet

1. Rolle neu definieren

Marketing ist keine Kampagne, sondern eine Steuerungsfunk­tion. Es bündelt Marktverständnis, Markenführung und Wachs­tumsstrategie und sollte frühzeitig als Business-Funktion mit direkter Anbindung an die Geschäftsführung etabliert werden.

2. Führungsverantwortung schaffen

Eine CMO- oder Head-of-Marketing-Rolle ist keine Luxus­position, sondern Voraussetzung für Steuerung. Ohne klare Verantwortung bleibt Strategie ein Nebenprodukt.

3. Grundlagenarbeit leisten

Positionierung ist kein Branding-Thema, sondern Geschäftsstrategie. Wer das „Warum“ seines Unternehmens klar definieren kann, führt konsistenter. Markenplattformen, Zielgruppenpriorisierung und differenzierende Kernbotschaften sind die Basis für jedes weitere Wachstum.

4. Umsetzung professionalisieren

Strategie ohne Exekution ist wertlos. Deshalb gilt: Thought Leadership statt reaktives Content-Marketing, Vertrauen statt Klickjagd. In der Praxis fließt der größte Teil von Marketingbudgets in Online-Kanäle (27 Prozent) und Performance-orientierte Maßnahmen. Für Markenstrategie und Branding werden im Schnitt nur 12 Prozent der Mittel eingesetzt. Wer Wachstum nachhaltig sichern will, muss diese Verhältnisse neu austarieren – zugunsten langfristiger Markenführung und differenzierender Kommunikation.

Handlungsempfehlungen für 2026

  • Strategische Reviews: Marketingstrategie mindestens einmal jährlich auf Geschäftsziele prüfen.
  • Governance-Struktur: Klare Verantwortlichkeiten und Prozesse zur Markenführung schaffen.
  • Langfristige Assets priorisieren: Owned Media und SEO als zentrale Sichtbarkeitsbasis aufbauen.
  • KPIs neu denken: Neben Leads auch Markenwahrnehmung, Trust und Retention messen.
  • Alignment schaffen: Marketing, Finance und Produkt in einem strategischen Steuerkreis verbinden.
  • Es gilt: Wer Marketing nur als Vertrieb versteht, arbeitet gegen sein eigenes Wachstum.

Fazit

Strategisches Marketing ist kein Nice-to-have, sondern der entscheidende Hebel, um Skalierung stabil zu machen. Start-ups, die früh auf Markenführung, Positionierung und Marktorientierung setzen, wachsen nachhaltiger, weil sie wissen, wofür sie investieren.

Der Autor Alexander Rus ist Gründer und CEO von Evergreen Media, einem Beratungsunternehmen für digitales Wachstum.

Investor ready?

Die sechs größten Stolperfallen bei der Investor*innensuche und wie du sie bestmöglich vermeiden kannst.

Die Suche nach Kapital gehört zu den größten Herausforderungen auf dem Weg zum unternehme­rischen Erfolg. Investor*innen suchen nicht nur nach innovativen Ideen, sondern vor allem nach überzeugenden Geschäftsmodellen, die eine klare Strategie, eine starke Vision und realistische Finanzprognosen bieten. Doch in der Praxis kommen immer wieder ähnliche Fehler vor, die den Kapitalbeschaffungsprozess gefährden.

1. Unklare Kommunikation von Strategie und Wachstumspotenzial

Viele Gründer*innen haben Schwierigkeiten, ihre Vision und das Wachstumspotenzial ihres Unternehmens überzeugend oder klar genug zu vermitteln. Eine zu vage oder austauschbare Vision lässt Investor*innen zweifeln, ob das Unternehmen tatsächlich einen nachhaltigen Mehrwert schafft. Ebenso fehlt oft eine nachvollziehbare Wachstumslogik, die erklärt, warum genau jetzt der richtige Zeitpunkt für das Investment ist. Das Marktpotenzial wird häufig nur geschätzt und nicht mit handfesten Daten und Fakten untermauert. Auch eine klare Abgrenzung vom Wettbewerb bleibt aus, und viele Gründer*innen vergessen, ihre Ziele messbar zu machen, was die Glaubwürdigkeit beeinträchtigt.

Ausweg: Um Investor*innen zu überzeugen, musst du deine Vision konkretisieren: Wo steht dein Unternehmen in drei bis fünf Jahren? Was sind die langfristigen Ziele und wie willst du diese erreichen? Entwickle eine klare Wachstumsstory. Belege das Marktpotenzial mit konkreten Zahlen, Trends und Wettbewerbsvorteilen. Die Abgrenzung zum Wettbewerb sollte klar und nachvollziehbar sein. Zudem sollten alle Ziele realistisch und messbar formuliert werden, damit Investor*innen den Fortschritt deines Unternehmens verfolgen können. Schaffe eine emotionale Erzählung, die das „Why now?“ überzeugend beantwortet.

2. Unrealistische Aufbereitung von Businessplan und Finanzkennzahlen

Ein häufiger Fehler ist es, den Businessplan und die Finanzprognosen zu optimistisch oder unrealistisch zu gestalten. Gründer*innen stellen oft Zahlen vor, die nicht auf klaren Annahmen basieren. Es fehlen transparente Erläuterungen zu den geplanten Umsätzen und Ergebnissen. Auch die Wachstumsraten sind in vielen Fällen zu hoch angesetzt. Ein weiteres Problem ist das Fehlen von verschiedenen Szenarien, die den finanziellen Verlauf unter Berücksichtigung von Unsicherheiten und Risiken abbilden. Die Cashflow-Planung wird häufig vernachlässigt und der Kapitalbedarf nicht nachvollziehbar begründet. Gründer*innen neigen zudem dazu, die Kosten zu niedrig anzusetzen und die Finanzierungsmöglichkeiten zu überschätzen.

Ausweg: Ein gut strukturierter Businessplan sollte eine detaillierte Umsatz- und Ergebnisplanung für mindestens drei Jahre beinhalten, die realistisch und nachvollziehbar ist. Denke in Szenarien: Erstelle nicht nur eine Best-Case-Planung, sondern auch konservative und realistische Szenarien. Achte besonders auf die Cashflow-Planung und leite den Kapitalbedarf klar und nachvollziehbar ab. Gib an, wie viel Geld wann und wofür benötigt wird. Alle Annahmen müssen transparent und plausibel erklärt werden. Vermeide es, unrealistische Wachstumsraten zu präsentieren, und stelle sicher, dass deine Planung mit der Strategie deines Unternehmens übereinstimmt. Zahlen sind nicht nur dazu da, Vertrauen zu gewinnen, sondern auch, um Klarheit über die finanzielle Stabilität zu schaffen.

3. Vernachlässigung der rechtlichen und organisatorischen Strukturen

Ein großes Hindernis auf dem Weg zur Kapitalbeschaffung sind unklare oder veraltete Gesellschafterverhältnisse. Ein unorganisierter oder unvollständiger Datenraum ist ebenfalls ein häufiges Problem. Gründer*innen vernachlässigen oft die ordnungsgemäße Dokumentation von Verträgen oder IP-Rechten. Dies führt nicht nur zu potenziellen rechtlichen Problemen, sondern auch zu einem Vertrauensverlust bei den Investor*innen. Zudem ist es häufig der Fall, dass keine klare Trennung zwischen Gründer*in und Unternehmen existiert, was für Investor*innen ein Risikofaktor sein kann.

Ausweg: Überprüfe regelmäßig die Gesellschafterverhältnisse und stelle sicher, dass alle Anteile klar dokumentiert und aktuell sind. Alle relevanten Verträge – etwa Arbeitsverträge, Partnerschaftsvereinbarungen oder Lizenzverträge – sollten ordentlich und rechtssicher dokumentiert sein. Achte darauf, dass deine IP-Rechte und Marken rechtlich abgesichert sind und du über die notwendigen Lizenzen verfügst, um dein Geschäftsmodell erfolgreich zu betreiben. Stelle sicher, dass der Datenraum für die Due Diligence geordnet, vollständig und digital verfügbar ist. Wenn möglich, sollten alle relevanten Informationen über die Struktur des Unternehmens, Rechte und Pflichten der Gesellschafter*innen sowie der aktuelle Status von IP und Marken schnell und unkompliziert zugänglich sein.

4. Unprofessionelle Gestaltung von Pitch Deck und Unterlagen

Ein häufiges Problem bei der Erstellung von Pitch Decks ist die Überladung mit zu vielen Folien und zu viel Text. Gründer*innen tendieren oft dazu, das gesamte Produkt oder die technische Komplexität detailliert darzustellen, was das Pitch Deck unnötig aufbläht. Eine klare Storyline fehlt häufig, und es wird keine überzeugende Erzählung aufgebaut, die das Interesse der Investor*innen weckt. Zudem fehlt oftmals ein klares „Investment-Narrativ“, das die Investor*innen dazu motiviert, in das Unternehmen zu investieren. Zahlen werden entweder nicht integriert oder sind unrealistisch, und das „Why now“ bleibt ohne Antwort.

Ausweg: Gestalte dein Pitch Deck mit maximal 15 Folien und konzentriere dich auf die wesentlichen Punkte: Problem – Lösung – Markt – Geschäftsmodell – Team – Zahlen – Investment. Deine Präsentation sollte eine klare Storyline und einen roten Faden aufweisen. Vermeide zu viele technische Details und konzentriere dich darauf, was dein Unternehmen einzigartig macht. Visualisiere deine Konzepte und Daten, um die Präsentation ansprechend und verständlich zu gestalten. Baue ein klares und überzeugendes „Why now?“ ein, das den Investor*innen zeigt, warum sie jetzt investieren sollten. Am Ende sollte ein klarer Call to Action stehen.

5. Identifizierung der falschen Investor*innen

Ein häufiger Fehler ist, dass Gründer*innen keine klare Vorstellung davon haben, welche Investor*innen zu ihrem Unternehmen passen. Statt gezielt zu suchen, wird nur nach „dem großen Namen“ Ausschau gehalten. In vielen Fällen passen die Phase oder die Ticketgröße der Investor*innen nicht zu den Bedürfnissen des Unternehmens. Auch Branchenunabhängigkeit oder fehlende Vorbereitung auf die Ansprache führen zu einer ineffizienten Suche. Gründer*innen suchen zu wenig strategisch und nutzen ihre Netzwerke nicht, um potenzielle Investor*innen zu finden.

Ausweg: Definiere gezielt, welche Art von Investor*in für dein Unternehmen am besten geeignet ist. Überlege, ob du strategische Investor*innen, Family Offices oder Beteiligungsgesellschaften ansprechen möchtest, und achte darauf, dass diese zu deiner Unternehmensphase und Branche passen. Nutze Netzwerke wie M&A-Berater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen oder Industrieverbände, um potenzielle Investor*innen zu finden. Mach dir klar, dass nicht nur das Geld, sondern auch die Werte und Erwartungen der Investor*innen entscheidend sind. Die Chemie zwischen dir und dem/der Investor*in sollte stimmen.

6. Vernachlässigung der Kommunikation und Einbüßen von Vertrauen

Viele Gründer*innen kommunizieren zu wenig oder nur dann mit Investor*innen, wenn alles gut läuft. Dies kann dazu führen, dass sich Investor*innen im Unklaren über die tatsächliche Entwicklung des Unternehmens fühlen. Zu viel Marketing und zu wenig Realität schaffen Misstrauen, eine unstrukturierte oder unregelmäßige Kommunikation erschwert den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung. Auch eine abwehrende Haltung bei Kritik oder ein Mangel an emotionaler Intelligenz kann die Kommunikation belasten.

Ausweg: Baue eine offene und regelmäßige Kommunikation auf. Halte deine Investor*innen auch bei Rückschlägen auf dem Laufenden und sei transparent in deinen Updates. Zeige dich ehrlich, strukturiert und verbindlich. Achte darauf, dass deine Kommunikation nicht nur positiv, sondern auch realistisch und authentisch ist. Der Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Investor*innen ist ebenso wichtig wie die sachliche Kommunikation. Zeige Verständnis und nimm kons­truktive Kritik an.

Die Autorinnen:

Martina Lackner ist Psychologin und Inhaberin der PR-Agentur cross M., https://crossm.de

Nela Novakovic ist Specialist in Business Strategy, Investor Pitching & Capital Acquisition, www.eyodwa.com

Mobility-Start-up FERNRIDE von Quantum Systems übernommen

Quantum Systems, europäischer Marktführer in der Entwicklung intelligenter unbemannter Systeme, meldet die Übernahme des 2019 gegründeten Münchner Mobility-Start-ups FERNRIDE.

FERNRIDE bietet eine umfassende Boden-Autonomie-Plattform, um skalierbare Automatisierung für verschiedenste kritische Branchen zu ermöglichen und so Fahrermangel und Sicherheitsrisiken in besonders repetitiven und gefährlichen Umgebungen zu bewältigen. Das Unternehmen wurde 2019 nach zehn Jahren Forschung an der TU München gegründet und durch 75 Millionen Euro Venture Capital führender Investoren unterstützt. 2025 hat FERNRIDE als erstes Unternehmen eine TÜV-Zulassung von autonomen LKWs in Europa erreicht, diese bereits in ersten Tests mit der Bundeswehr eingesetzt und sein Portfolio um den Bereich Defence Logistics erweitert.

Im Hebst 2025 hatte FERNRIDE angekündigt, das Geschäft mit ferngesteuerten Lastwagen und Zugmaschinen für Hafenanlagen einzustellen. In Folge dessen wurde der Hälfte der Mitarbeitenden gekündigt. Haute konzentriert sich das Unternehmen auf Defence Logistics. Als erstes Unternehmen hat FERNRIDE eine TÜV-Zulassung von autonomen LKWs in Europa erreicht und diese bereits in ersten Tests mit der Bundeswehr eingesetzt.

Mit der Übernahme von FERNRIDE erweitert Quantum Systems seine Führungsposition von Luft- und Software-Intelligenz auf autonome Mobilität am Boden und schafft ein vernetztes, domänenübergreifendes Angebot für intelligente unbemannte Systeme. „FERNRIDE hat eine der fortschrittlichsten und skalierbarsten autonomen Bodenplattformen entwickelt“, so Martin Karkour, Chief Revenue Officer bei Quantum Systems. „Durch die Integration ihrer Technologie in MOSAIC UXS setzen wir unsere Vision konsequent um, ein vernetztes Ökosystem zu schaffen, in dem unbemannte Systeme über verschiedene Dimensionen hinweg als Einheit denken, sich bewegen und handeln.“

„Europa braucht dringend souveräne Autonomielösungen. Durch den Zusammenschluss mit Quantum Systems können wir unsere Technologie auf ein neues Niveau heben“, so Hendrik Kramer, CEO und Mitbegründer von FERNRIDE. „Gemeinsam mit Quantum Systems beschleunigen wir den Einsatz unserer Plattform im europäischen Verteidigungsbereich, welcher aktuell das global dringlichste Umfeld für die Skalierung von autonomen Bodensystemen darstellt. In der Zukunft werden diese Erfahrungen auch wieder auf zivile Logistikanwendungen übertragen werden und so unsere Gesellschaft sicherer und resilienter aufstellen.“

Die operative Erfahrung von Quantum Systems in der Ukraine hat die Relevanz des Zusammenspiels von Luft- und Bodenrobotik gezeigt. Durch die Integration der FERNRIDE Lösungen in die Missionssoftware MOSAIC UXS, der autonomen Missionssoftware von Quantum Systems, sollen Multi-Domain-Operationen ermöglicht werden, die das Situationsbewusstsein und die Entscheidungsfindung verbessern.

Zu den finanziellen Details der Übernahme wurden keine Angaben getätigt.