Nischen-Marketing ist das Marketing für Start-ups: Warum, zeigt das Beispiel des E-Mobility-Start-ups Sono Motors.

Nischen-Marketing ist das Marketing für Start-ups. Du bist von deinem Produkt und deiner Marktnische 100-prozentig überzeugt. Und was jetzt? Dein Produkt muss verkauft werden und da gibt es seit Erfindung des Online-Marketings viele Möglichkeiten und Wege. Und trotzdem setzen Gründer oft noch die Old School Instrumente ohne digitale Verzahnung ein.

Wir haben uns im Rahmen einer Hochschulforschungsarbeit zwei Jahre lang mit dem Nischenmarketing der Automobil-Kleinserienhersteller beschäftigt und drei wesentliche Dinge ermittelt:

  1. Nischenmarketing ist effizientes Marketing für Start-ups und den Mittelstand
  2. Nischenmarketing ist immer auch Online- und Social-Media-Marketing und damit kostengünstig
  3. Die Marketing- und Vertriebsbudgets sind oft mindestens 20% zu klein.

Wenn du wissen möchtest, wie du dein Produkt in der Nische platzierst und optimal vertreibst, möchten wir dich zuerst mit dem allgemeinen Online-Dialog-Marketing vertraut machen und am Beispiel des Start-ups Sion zeigen, wie dies konkret in der Praxis funktioniert. Und keine Sorge: Das automobile Beispiel ist auch nahtlos übertragbar auf Start-up-Produkte.

Deine Marketing-Hauptaufgabe als Unternehmer ist es, beim Dialog-Marketing deine Kundinnen und Kunden direkt anzusprechen; entweder persönlich oder auf medialer Basis. Die Homepage allein reicht schon lange nicht mehr. Für die Intensivierung deiner Kundenbeziehungen und Kundenakquisition ist es immer wichtiger, die bestehenden Kundenkontaktpunkte um digitale Medien und bewährte Kanäle zu ergänzen. Dadurch können die digitalen Bedürfnisse deiner Kunden direkt befriedigt und die gewonnenen Daten für weiteres Dialog-Marketing nutzbar gemacht werden.

Die Online-Medien unterteilen sich in Internetmedien und das Mobile-Marketing. Das beliebteste und weitest verbreitete Instrument unter den Online-Medien ist das E-Mail-Marketing.

Auch die Website deines Unternehmens sollte Impulse für einen langfristigen Dialog und damit Kundenbindung bieten. Externes Online-Marketing beinhaltet beispielsweise das Suchmaschinen-Marketing oder Bannerwerbung. Nutze auch die Google-Marketingtools. Ein Hineinarbeiten lohnt sich. Auch die Social-Media-Präsenz und das Couponing sind geeignete Instrumente und Auslöser, um deinen Dialog zu starten und die Kundenbeziehung zu intensivieren.

Der Kundenkontakt und -dialog stehen dabei im direkten Kontext mit der Produktnutzung und dem Produktvorteil. Auch dein Online-Shop ist ein Schlüsselelement deines Digitalen Marketings, da sich potenzielle Käufer immer mehr vor dem Kauf im Internet informieren und die emotionale Komponente eine wesentliche Rolle bei der Kaufentscheidung spielt. Mobile Endgeräte eignen sich hervorragend, um durch Marketingmaßnahmen mit dem Kunden in den Dialog zu treten und zu interagieren. Für viele sind im mobilen Zeitalter Smartphones, Tablets etc. ständige Begleiter und bieten dir die Chance deine Zielgruppe unabhängig von Ort und Zeit anzusprechen und für das Unternehmen zu gewinnen. Dazu gehören die Entwicklungen von Apps, einer mobilen Website oder verschiedener mobiler Werbeformen.

Bei den Offline-Medien kann dein Unternehmen verschiedene Möglichkeiten nutzen wie beispielsweise Anzeigen, Beilagen in Printmedien, Mailings, Kataloge, Prospekte oder Fachzeitschriften. Durch Antwortkarten oder Angaben der Telefonnummern und E-Mail-Adresse kann der Beginn eines Dialoges ermöglicht werden. Auch Werbemaßnahmen im TV und Radio, wie Werbespots oder Homeshopping sind möglich, um eine Kundenreaktion als Beginn deines Dialoges hervorzurufen. Hier musst du vorher eine sorgfältige Investitionsplanung und Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen. Unterschätzt wird oft das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis von Aussenwerbung. Schon fünf große Plakate an den Standorten, wo sich viele deiner Kunden aufhalten, schaffen hohe Aufmerksamkeit und Kontakte.

Touchpoint-Hopping

Die Kaufentscheidung deiner Kunden für dein Produkt hat sich durch die Digitalisierung grundlegend verändert. Ein potenzieller Käufer nutzt auf seiner Customer Journey für die Informationsbeschaffung vielfältige Möglichkeiten und unterschiedliche Quellen. Die Customer Journey ist nicht „linear“ geprägt, sondern durch ein schnelles „Touchpoint Hopping“. „Heute hier, morgen dort“ lautet die Devise.

Um sich all diesen Herausforderungen zu stellen, musst du die digitalen Kommunikationskanäle konsequent und täglich nutzen. Im Sinne eines Multi- bzw. Omnikanal-Managements erwartet der Kunde die jederzeitige Verfügbarkeit von verschiedenen Touchpoints, um mit dir schnell und umkompliziert in Interaktion zu treten. Dies gilt insbesondere, wenn du E-Commerce betreibst. Der Kunde erwartet schnelle, direkte und einfache Kommunikation und selbstverständlich 100% Service bei Produktqualität, Lieferung und Rücksendung.

Du wirst feststellen: Digitales Marketing alleine wird dabei kein Allheilmittel sein, denn auch die Marketingaktivitäten im digitalen Umfeld bedürfen einer umfassenden strategischen Planung. Nur durch ein professionelles Touchpoint-Management deines Unternehmens kann vermieden werden, dass sich die Kommunikation beispielsweise auf Social-Media-Plattformen verselbständigt und außer Kontrolle gerät. Durch ein professionelles Management kann sich dein Unternehmen ein ungefiltertes und direktes Feedback der Kunden einholen, um die eigenen Produkte oder Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern. Dabei spielt das Kundendatenmanagement unter Einbindung von CRM-Tools eine wichtige Rolle, um die Kundeninteraktion in einem 360°-Blick zu verbinden. Jeder Mensch hat unterschiedliche Verhaltensmuster und je nach persönlicher Lebensphase unterschiedliche Erwartungshaltungen an das Unternehmen.

Die Customer-Journey-Analyse bietet das Potenzial, mit einem hohen Erkenntnisgewinn im Rahmen des „Touchpoint-Hopping“, die Effektivität deiner gigitalen Marketingaktivitäten zu steigern.

Deine Homepage

Ein aussagekräftiger Internetauftritt mit einer eigenen Website ist Standard. Deine Kunden und Interessenten erwarten eine topp Webpräsenz. Sie ist Dreh- und Angelpunkt der Online-Aktivitäten deines Unternehmens und vereinigt viele Funktionen, beispielsweise die digitale Visitenkarte eines Unternehmens, die Nutzung als Werbeplattform, Storytelling, die Annahmemöglichkeit für Supportanfragen und die Präsentation der eigenen Produkte oder Dienstleistungen. Weitere Vorteile sind die relativ geringen Investitions- und laufenden Kosten, die hohe Reichweite und der damit verbundene Bekanntheitsgrad und die Möglichkeiten zur Verlinkung, beispielsweise auf Social-Media-Kanäle.

Die Website ist dabei so zu gestalten, dass der jeweiligen Zielgruppe visuell und inhaltlich spannende sowie attraktive Reize geboten werden, um die Kunden auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Gerade die emotionale Verbindung zwischen den Kunden und Unternehmen ist für Start-ups von hoher Bedeutung. Dein Internetauftritt hat das Ziel, Interessenten in zukünftige Kunden zu verwandeln. Die digitale Informationsbeschaffung vor dem Kauf ist heute längst für alle Generationen von 8 bis 80 selbstverständlich geworden.

Dabei sollten gezielt die Bedürfnisse deiner jeweiligen Zielgruppe analysiert werden, um herauszufinden, welche Geräte primär verwendet werden. Nach dieser Analyse können verschiedene Optimierungsansätze und Lösungsmöglichkeiten umgesetzt werden. Nur so kann deinen Kunden das bestmögliche Nutzungserlebnis geboten und Potenziale für dein Unternehmen voll ausgeschöpft werden.

Die Sono-Motors-Gründer und ihr Elektroauto Sion, das nicht nur auf E-Mobilität setzt, sondern viele Themen der modernen Mobilität vereint

Nischenmarketing in der Praxis: Sono Motors GmbH

Sono Motors ist ein spannendes Start-up aus München. Drei junge Gründer haben den Sion entwickelt – ein E-Auto mit einer Reichweite von 250 Kilometern und für einen Preis von 16.000 Euro, exklusive der Batterie. Die integrierten Solarzellen generieren weitere Energie, um täglich bis zu 30 Kilometer durch Sonnenenergie zurückzulegen. Die Start-up-Vision ist einfach: ein Mobilitätskonzept für eine Zukunft ohne Erdöl und CO2-Emissionen.

Die Gründer Jona und Laurin hatten ein entscheidendes Telefonat, bei dem sie über die Verschwendung von Erdöl sprachen. Kaum eine Ressource polarisiert mehr als Erdöl. Und trotzdem werden immer noch 61% des gesamten Erdöls für unsere Mobilität verbrannt – obwohl wir Alternativen haben. Etwa 60% des weltweiten CO2-Ausstoßes sind laut Herrn Zimmer von Sono Motors auf die menschliche Mobilität zurückführbar. Die Macher entschieden deshalb, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, um eine Veränderung zu bewirken. Also fingen sie an, ein Auto in Jonas Garage zu bauen, welches beweisen sollte, dass Solarenergie den Sion unabhängig vom Erdöl machen könne.

Mitgründerin Navina war es, die die anderen beiden davon überzeugte, dass eine Crowdfunding-Kampagne dem Vorhaben zum Durchbruch verhelfen könnte. Falls die Menschen da draußen wirklich ein Solarauto wollten, so würden sie das anhand der Crowdfunding-Kampagne sehen.

Sono Motors sammelte bis Ende Juli 2017 über 850.000 Euro durch die Crowdfunding-Kampagne ein und hatte einen großen medialen Hype. Dank dieser Unterstützung konnte Sion den nächsten Schritt wagen: Die Entwicklung des Sion-Prototypen.

Um den gesamten weiteren Prozess in die richtige Richtung zu lenken, wurde ein spezielles Team zusammengestellt, welches bis heute nur aus Mitarbeitern besteht, die diese Vision zu 100% teilen. Durch die konsequente Arbeit der Ingenieure, Elektrotechniker, Management Strategen, Graphik Designer und Kommunikations-Experten konnten die Gründer ihren Traum wahr werden lassen.

Zur Realisierung des Fahrzeugprojektes konnten die drei Gründer die Roding Automobile GmbH als Partner für die Entwicklung und Herstellung der Funktionsprototypen gewinnen. Roding fertigte den Fahrzeugrahmen und die Fahrgastzelle, das Exterieur und Interieur nach den Designvorgaben von Sono Motors.

Das Ergebnis der vielen Arbeit und Mühe, die das Sion Team in das CAD Modell gesteckt hat, ist ein gelungenes Auto, welches im Sommer 2017 vorgestellt wurde. Im Juli präsentierte das Münchner Tech-Start-up das erste innovative und kosteneffiziente Elektrofahrzeug für den alltäglichen Gebrauch: den Sion. Fast 700 Unterstützer und Gäste aus Politik, Medien und Industrie nahmen an der Vorstellung teil. Medienbeiträge aus aller Welt beflügelten den Pre-Sale, der im August zusammen mit der
Probefahrten-Tour durch Europa startete, um den potenziellen Kunden das Fahrgefühl zu vermitteln und weitere Vorbestellungen einzusammeln.

Im Herbst startete Sono Motors eine einzigartige Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung der Serienproduktion. Auf den Internet-Plattformen von Seedrs und WiWin können Investoren Anteile an dem aufstrebenden Unternehmen erwerben und festverzinsliche Darlehen vergeben.

Sion benötigt 5.000 Vorbestellungen, um in die Serienproduktion zu gehen. Laut eigener Angaben konnten mehr als 5.000 Reservierungen aus mehr als 30 Ländern realisiert werden. Die Serienproduktion soll ab 2019 starten. Der Automobilzulieferer ElringKlinger konnte für die Entwicklung und Produktion der Batteriesysteme gewonnen werden. Langfristig möchte Sono Motors mit dem Sion nicht im Nischensegment verweilen, sondern eine große Masse ansprechen.

Auf der Homepage ist das Ziel genannt, innerhalb von zehn Jahren zum weltweiten Mobilitäts- und Energiedienstleister zu werden, um einen Beitrag zur Reduktion des globalen CO2-Ausstoßes leisten zu können.

Ein Beispiel, das zwei wesentliche Dinge hier gestimmt haben: 

  1. Das Crowdfunding wurde über die gesellschaftlich relevante Thematik umgesetzt
  2. Das Geld wurde sorgfältig eingesetzt und effiziente Kooperationen geschmiedet.


Checkliste Nischen-Marketing

Kritische Auswahl von Fremdkapitalgebern:

  • Nach Möglichkeit Finanzierung aus Eigenkapital, um die Abhängigkeit zu reduzieren: gesundes Wachstum aus sich selbst heraus
  • Bei benötigtem Fremdkapital: einen Investorenmix sicherstellen, der Branchenkenntnis, Erfahrung, Leidenschaft und Geduld mitbringt (z.B. Business Angel)
  • Investoren mit einer Leidenschaft für dein Produkt akquirieren (Banken sind sehr restriktiv bei der Kreditvergabe aufgrund vieler Insolvenzen in der Vergangenheit)
  • Realistische Wachstumszahlen, potenzielle Marktchancen und Renditeerwartungen frühzeitig abstimmen, um den Unternehmenserfolg nicht zu gefährden
  • Ggf. Beantragung von Förderprogrammen für Gründer (Vorlaufkosten, Betriebsmittel)
  • Crowdfunding als anfängliche Stütze (realistische Fundingsumme)

Vertrauensverhältnis zwischen Firmengründer und Investoren aufbauen:

  • Strategie oder Plan offenlegen: Wo soll es hingehen?
  • Regelmäßiger Austausch über Interessenlage
  • Regelmäßiger Austausch mit Investoren über Finanzplanung: dabei ausreichend Puffer einplanen für nicht Planbares und Unvorhersehbares
  • Vom Know-how und Netzwerk gegenseitig profitieren

Kostenmanagement

Durch effizientes Kostenmanagement Kosteneinsparungen realisieren:

  • Professionelles Management von Beschaffung und Einkauf
  • Gründung von Einkaufsgenossenschaften
  • Nutzung von Synergieeffekten und Kosteneinsparungen (durch Jahresabnahmemengen), ohne an Qualität und Exklusivität zu verlieren
  • Auslagern von Prozessen (z.B. IT-Infrastruktur) und Social-Media-Aktivitäten, um betriebswirtschaftliche Vorteile zu generieren und mehr Zeit für Fahrzeugherstellung zu haben
  • Fertigung von einzelnen Komponenten durch Zulieferer
  • Zusammenarbeit mit spezialisierten Konstruktionsbüros (Entwicklungsphase)
  • Einkauf von bestimmten Bauteilen aus der Großserie, keine Eigenentwicklung (kostenintensiv) > Anpassung & Modifikation der Großserienteile nach individuellen Vorstellungen
  • Manufakturgröße an die gebauten Stückzahlen anpassen
  • (Optimierung der Mietaufwendungen)
  • Bindung der Mitarbeiter an die Marke, um Fluktuation zu vermeiden (Personal mit hoher Fachkompetenz nötig)

Kooperation mit anderen Herstellern:

  • Gemeinsame Entwicklung technischer Standards
  • Austausch von Know-how (kein Konkurrenzkampf aufgrund unterschiedlicher Nischenprodukte)
  • Entwicklung einer Kleinserienfließbandfertigung (Mischung aus Manufaktur und industrieller Fertigung)

Kooperation mit Großserienhersteller:

  • Nische: keine Eigenbauten, sondern veränderte Großserienfahrzeuge
  • Mögliche Vorteile: Nutzung der Plattform der Großserienmodelle, partielle Produktintegration, Senkung der F&E Ausgaben, Nutzung eines bestehenden Vertriebsnetzes, Carry Over Parts etc.
  • Möglicher Verkauf von Firmenanteilen an Konzerne Fremdfertigung
  • Entwicklungs-Partnerschaft
  • Verschiedene Zulieferer beauftragen

Preispolitik:

  • Je teurer und exklusiver, umso mehr kann das Luxus- und Abgrenzungsbedürfnis der Kundschaft bedient werden: Abgrenzung über Preis wäre eine Strategie
  • Im preislichen Mittelfeld gibt es durch die zunehmende Nischenbesetzung der Großserienhersteller mehr Konkurrenz
  • Höhere Preise, um Marge zu verbessern (hohe Stückkosten)

Marketing & Vertrieb

Bekanntheit steigern:

  • Potenziale und Möglichkeiten von Digitalem Marketing nutzen
  • Strategische Marketingplanung, um Marketingaktivitäten (Digital und klassische Medien) zielgerichtet einzusetzen
  • Touchpoints der Zielgruppe berücksichtigen
  • Streuverluste vermeiden (nur begrenztes Budget)
  • Beimischung von klassischen Marketingaktivitäten (Firmenbesichtigungen, Track Days, Benefizveranstaltungen, Fachartikel, Kundenevents, Messeauftritte, Merchandising-Produkte mit Markenemblem)
  • Product Placement: TV-Sendungen nutzen; Einbindung in Kinofilme und Videoclips

Digitales Marketing:

  • Zusammenarbeit mit externen Marketing-Agenturen (Professionalität), um eine Digital-Marketing-Strategie aufzubauen
  • Dialog und Austausch mit Kunden und Interessenten suchen
  • Da es sich oft um eine überschaubare Zielgruppe handelt, ist eine präzise Ansprache möglich, die exakt die Kundenbedürfnisse berücksichtigt: Individualitätscharakter der eigenen Marke leben
  • Einsatz von E-Mail-Marketing, Mobile Marketing und Social-Media-Marketing empfehlenswert, um Wahrnehmung der Marke zu stärken
  • Gestaltung einer professionellen und repräsentativen Website
  • Schwerpunkte legen (nicht alles gleichzeitig), abhängig von der Präferenz der Zielgruppe: USP und Differenzierungsmerkmale kommunizieren
  • Zusammenarbeit mit bekanntem Influencer mit hoher Fangemeinde in Social-Media-Kanälen
  • Datenschutz und IT-Sicherheit beachten
  • Kunden mit Kleinigkeiten überraschen, die eine exklusive und individuelle Betreuung ausdrücken (Markenidentifikation von Bestandskunden)
  • Steigerung der Kundenbindung und Kundenzufriedenheit

Vertriebs- & Servicenetz aufbauen:

  • Ein eigenes Vertriebsnetz ist aufgrund limitierter Ressourcen oft nicht möglich
  • Kritische Auswahl der beauftragten Händler, Vertriebspartner, Vertretungen und Importeure. Diese sollten die Markenphilosophie vertreten und ggf. den Handel übernehmen
  • Fokussierung auf wichtige Regionen wie München, Hamburg, Berlin, Köln oder Düsseldorf
  • Service- und Reparaturaufträge
  • Entwicklung moderner Vertriebskonzepte mit stärkerer Einbindung von Digitalisierung, um ein nahbares Marken- und Produkterlebnis zu ermöglichen

Planung & Kalkulation

Langfristig planen:

  • Austausch mit Experten und Beratern für Gesamtkalkulation, um alle Parameter zu berücksichtigen
  • Unternehmensprozesse transparent darstellen
  • Aus Fehlern lernen, regelmäßiger Austausch über Entwicklung

Innovationen Raum geben:

  • Rahmenbedingungen schaffen, um neue Ideen zu verwirklichen:
  • Innovationsfähigkeit, um USP zu schaffen (z.B. „Made in Germany“)
  • Patente anmelden beim DPMA (Wertsteigerung des Unternehmens)
  • Gestaltungsspielraum für Mitarbeiter
  • Unkonventionelle Konzepte und Ansätze, z.B. Kooperationen mit Branchen: Luft- und Raumfahrt oder Hochschulen

Weitere Profit-Center schaffen:

  • Nach Möglichkeit Aufbau weiterer Geschäftsfelder, um zu diversifizieren (z.B. Marke, Produkte, Händlernetz, Accessoire & Merchandising, eigene Gebrauchtwagen)
  • Dennoch Konzentration auf Weniges und Wesentliches, um Erfolg zu haben

Externe Rahmenbedingungen

Strategisches Management bei externen Störungen:

  • Unabhängig machen von konjunkturellen Schwankungen durch internationale Ausrichtung
  • Anzahlungen und Folgezahlungen vereinbaren
  • Fokussierung auf Nische und kundenorientierte Produktion: Alleinstellungsmerkmal hervorheben und kommunizieren
  • Joint-Ventures „Win-win“ mit Großserienhersteller in Nischenmärkten
  • Flexibel auf Branchenumfeld & Veränderungen der Kundenwünsche reagieren

Zusammenarbeit der Branchenhersteller:

  • Lobby und Netzwerk stärken, um politische Unterstützung zu erwirken und auf den Nischenmarkt aufmerksam zu machen (ggf. steuerliche Privilegien)
  • Für den Manufakturgedanken „brennen“ in Bezug auf den Wirtschaftsstandort Deutschland
  • Kontakt zu gescheiterten Kleinserienherstellern suchen: Vielleicht ergeben sich mögliche Lerneffekte

Ansprüche, künstliche Verknappung:

  • Begrenzte Stückzahlen und lange Lieferzeiten: Vorfreude für Liebhaber
  • Sonderserien oder Limited Editions für einen gewissen Anlass, Jubiläum oder einen besonderen Kunden

Charisma, Emotionalität und Individualität als Kaufanreiz:

  • Geschäft mit Individualisierungen vertiefen, um Geltungs- und Abgrenzungsbedürfnis der Kundschaft zu erfüllen (Unikate)
  • Qualität durch Handarbeit mit viel Leidenschaft und Zeit

Starker Markenname und kreative Modellbezeichnungen:

  • Faszinierende Namensgebung (regt die Fantasie der Kunden an)
  • Wiedererkennung und Identifikation schaffen (Firmenphilosophie beachten)
  • Bezug zur eigenen Marke und Identität: Markenkult aufbauen

Intensive und individuelle Kundenbeziehung:

  • Kundenfamilie aufbauen, was aufgrund der oft überschaubaren Kundschaft gut möglich ist Zusagen einhalten
  • Persönliche Bindung zu den Kunden aufbauen und halten und Zielgruppe immer besser kennenlernen
  • Digitale Möglichkeiten können dabei unterstützen
  • „High Net Worth Individuals“ & „Sensation Seeker“ für die eigene Marke begeistern
  • Kundenveranstaltungen und Events (Events, Besichtigungen etc.) durchführen, um Kunden an die Marke zu binden
  • After-Sales-Management fokussieren, um Wiederholungskauf anzuregen und den Unternehmenserfolg zu sichern
  • Top-Kunden limitierte Modelle exklusiv anbieten
  • Gewinnung von Leasing- und Finanzierungspartnern, um Produkte einer größeren Zielgruppe anzubieten

Im dauerhaften Austausch mit den Kunden sein, um besser zu werden:

  • Kundenfeedback einfordern, um Qualität und Service zu steigern und Potenziale zu identifizieren
  • Gezielt unzufriedene Kunden ansprechen (persönlich oder digital)

Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung:

  • Schutz vor finanziellen Aufwendungen durch Schadensersatzansprüche

Unternehmensgründer

Im Gründungsteam unterschiedliche Kompetenzen kombinieren:

  • Kaufmännisches und ingenieurtechnisches Know-how: Von anderen lernen
  • Vor Gründung: Business-Plan und Erhebung des „Customer Values“
  • Unternehmerischer Weitblick für eine profitable Kleinserie
  • Das zwischenmenschliche Verhältnis muss stimmen, auch mit Investoren (gerade in schwierigen Phasen wichtig)
  • Mut, Durchhaltevermögen, Bodenhaftung und Geduld sind notwendig
  • Nicht alles selber machen; auch externe Dienstleistungen einkaufen oder an Mitarbeiter delegieren, um Fehlentscheidungen zu vermeiden
  • Persönlichkeit in den Fokus stellen, auch im Marketing („Gesicht der Marke“)
  • Deutschen Erfindergeist mit amerikanischem Pragmatismus kombinieren



Der Autor Dipl.-Kfm. Stefan Wiesmann ist seit 20 Jahren Unternehmensberater für Automotive- und IT Unternehmen und unterstützt seit vielen Jahren Start-ups der Initiativen start2grow und SENKRECHTSTARTER. Als FH-Dozent beschäftigt er sich seit 2004 mit den Themen Marketing, Management und Personalmanagement. Das aktuelle Fachbuch (gemeinsam mit Markus Garbe) über erfolgreiches Nischenmarketing ist u.a. hier erhältlich: https://wiesmannconsult.vpweb.de/