Wissen ist das digitale Gold

Autor: Prof. Dr. Oliver Pott
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Wer mit dem Verkauf von Wissen Geld verdienen möchte, muss das Wissen veredeln und ihm einen gewissen Mehrwert verleihen.

Wissen war schon immer eine kostbare Ressource, und reich ist derjenige, der viel davon besitzt. In der Medizin, in Ingenieurs- oder Anwaltsberufen greift man tagtäglich und wie selbstverständlich auf ein breites Wissen zurück, das man sich im Laufe seiner Ausbildung und praktischen Tätigkeit zu eigen gemacht hat.

Was jedoch vielen Menschen nicht bewusst ist, ist, dass man sein Wissen nicht nur in Form einer täglichen Arbeit gegen Geld eintauschen kann. Man kann es auch mit anderen teilen, indem man es weitergibt, oder sogar in digitaler Form – zum Beispiel in Form eines E-Books – verkauft. Man muss nicht erst ein Studium abgeschlossen und sich viel Fachwissen angeeignet haben.

Nischenwissen, das man im Lauf der Zeit beispielsweise beim leidenschaftlichen Nachgehen eines Hobbies aufbaut, kann man ebenso an interessierte Leser verkaufen, und auf diese Weise ein Nebeneinkommen generieren oder sich sogar selbstständig machen.

Der Effekt der Skalierung

Bei der Digitalisierung von Wissen hat man den Vorteil, dass man dieses beliebig skalieren kann. Das heißt, ist das Wissen einmal in digitaler Form vorhanden (E-Book, Online-Kurs, etc.), kann es beliebig oft vervielfältigt werden und einer breiten Masse an Menschen zum Kauf angeboten werden. Man investiert also nur einmal Zeit in die Erstellung des Produkts und erzielt anschließend durch den fortlaufenden Verkauf desselben einen Gewinn.

Der Tausch von Zeit gegen Geld – wie es im Angestelltenverhältnis in vielen Wissensberufen der Fall ist – wird somit hinfällig.

Nur veredeltes Wissen lässt sich verkaufen

Was ich sehr oft von Menschen höre, wenn ich auf Speaking-Events über die Digitalisierung von Wissen spreche, ist, dass einige schon versucht haben, Wissen digital zu verkaufen, aber nicht erfolgreich damit waren. Fragt man weiter, stellt sich immer heraus, dass diese Menschen Wissen verkaufen wollten, das bereits frei verfügbar ist. Das funktioniert natürlich nicht. Wenn ein Leser die Wahl hat zwischen einem kostenlosen E-Book und einem E-Book, an dem ein Preisschild klebt, und beide exakt dieselben Informationen beinhalten, liegt auf der Hand, wofür er sich entscheidet.

Wer mit dem Verkauf von Wissen also Geld verdienen möchte, muss das Wissen veredeln und ihm einen gewissen Mehrwert verleihen. Der interessierte Leser ist nur bereit, dafür zu bezahlen, wenn er Informationen und Know-how bekommen kann, das er sonst nirgendwo in kostenloser Form findet.

Daher bietet sich Nischenwissen hervorragend an, um sich eine zusätzliche Einkommensquelle zu erschaffen. Da Informationen in Nischenthemen nicht so breit verfügbar sind wie Informationen zu allgemeinen Themen, kann das Interesse daran sehr groß sein. Man sollte sich nicht davon täuschen lassen, dass es keine Zielgruppe gibt, die man mit dem Verkauf von Expertenwissen in einem Nischenbereich ansprechen kann.

In Online-Communities zu entsprechenden Themen kann man möglicherweise in Erfahrung bringen, ob es Menschen gibt, die sich für ein bestimmtes Thema, oder für einen bestimmten Aspekt innerhalb eines Themenbereichs interessieren. In den meisten Fällen lassen sich Interessenten finden, die oft auch dazu bereit sind, für mehr Detailwissen zu bezahlen.

Funnel-Marketing als effektive Strategie, das Produkt an den Kunden zu bringen

Wer ein E-Book nun mit seinem veredelten Wissen gefüllt, ein Lehrvideo aufgezeichnet oder einen Online-Kurs erstellt hat, möchte diesen natürlich auch unter die Leute bringen. Das beste Material ist herzlich wenig wert, wenn es nicht den Weg zum Kunden findet – oder umgekehrt: wenn der Kunde nicht zum Produkt findet.

Eine Marketingstrategie, die sich bewährt hat, ist das Funnel-Marketing. Dabei wird der potenzielle Kunde durch einen mehrstufigen Prozess geleitet, an dessen Ende der Erwerb des Produkts steht. Zuerst wird Sichtbarkeit erzeugt, um den Kunden auf das Produkt aufmerksam zu machen. Das kann durch einen Beitrag in sozialen Medien passieren, oder durch eine Werbeanzeige. Im nächsten Schritt wird Interesse am Produkt geweckt. Als sehr effizient hat sich das Verschenken eines kleinen Appetitmachers erwiesen, zum Beispiel ein gratis E-Book, in dem bereits Informationen vorhanden sind, die im zu verkaufenden E-Book weiter vertieft werden. Erst ganz am Ende dieses Prozesses macht man den Kunden darauf aufmerksam, dass er ein Produkt erwerben kann.

Geschickt umgesetzt lassen sich so durch wenig Zutun neue Leser/Kunden gewinnen. Im Lauf der Zeit – Leserinteresse vorausgesetzt – generiert das einen stetigen Strom an Einkommen und wird so quasi zum Selbstläufer. Die Zeit, die man fortan nicht mehr gegen Geld tauschen muss, kann man dazu nutzen, um das nächste digitale Wissensprodukt zu kreieren.

Der Autor Prof. Dr. Oliver Pott ist Unternehmer und Business-Coach bei dem von ihm gegründeten Coaching-Business founder.de. Er hat bereits mehrere Multi-Millionen-Unternehmen gegründet. In seinem neuesten Buch „Wissen zu Geld“ stellt er Strategien vor, wie man durch die Digitalisierung und den Verkauf von Wissen ein Einkommen generieren kann.

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