Technisches SEO – Futter für Suchmaschinen

Autor: Michael Praschma
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Besseres Google-Ranking durch SEO-Maßnahmen hinter den Kulissen.

Mit „technischer Suchmaschinenoptimierung“ (Technical SEO) verbesserst du die Performance deiner Website – auch in den Bereichen, die den Seitenbesucher*innen zumindest optisch und beim Lesen gar nicht auffallen. Umso stärker ist der Effekt dieser SEO-Maßnahmen beim regelmäßigen Seitencheck durch die Crawler von Google & Co.

Woran kann das liegen? – Deine Website ist wunderschön übersichtlich, auf jeder Seite finden sich nützliche Informationen, alles ist aktuell und jeder, den du fragst, ist voll des Lobes. Aber bei Suchen auf Google erscheinst du, wenn überhaupt, irgendwann ab der dritten Seite, wo niemand mehr hinschaut.

Hier fehlt es meist an einem Bündel von SEO-Maßnahmen, die großteils genau dafür da sind, Suchmaschinen zu signalisieren: Das ist genau die Antwort auf die Suchanfrage und die Nutzer*innen werden sie lieben. Letzteres deshalb, weil diese Maßnahmen auch die Nutzer*innenerfahrung verbessern. Worum geht’s da?

Was ist technisches SEO und wie wirkt es?

Kurz und knapp: Technical SEO fokussiert sich auf die technischen Aspekte der Website. Dazu gehören unterschiedliche Metadaten, die Inhalte für Suchmaschinen erfassbar machen, oder die Komprimierung großer Bilddateien, Quellcode, URL-Optimierung, aber auch Server- und CMS-Einstellungen, die etwa die Ladezeiten von Seiten oder die gleichmäßig gute Darstellung auf unterschiedlichen Bildschirmen beeinträchtigen können.

Das Ziel besserer Sichtbarkeit bei der Internetsuche wird von Technical SEO einerseits sowohl direkt erreicht, durch den „Eindruck“, den eine Website bei Suchmaschinen macht; andererseits wirkt sich Technical SEO auch indirekt über einige positive Effekte auf die Benutzererfahrung (User Experience; UX) aus, indem bei längerer Verweildauer mehr messbare Interaktionen mit den Seiten stattfinden.

Technical SEO erfordert trotz immer intuitiver bedienbarer Tools erhebliches Wissen über die Interpretation der vorausgehenden Analysen und die Umsetzung der einzelnen daraus resultierenden Maßnahmen.

Wenn du dir von einem Anbieter eine Homepage erstellen lässt, ist technisches SEO selbstverständlich „eingebaut“. Technical SEO ist allerdings, wie Suchmaschinenoptimierung allgemein, ein kontinuierlicher Prozess. Du solltet also am besten gleich zu Beginn entscheiden, ob du nicht auch die laufenden SEO-Aktivitäten professionell auslagern willst.

Im Überblick: Einstieg in Technical SEO

Um einen ersten Begriff vom Bedarf deiner Website hinsichtlich der technischen SEO-Anforderungen zu bekommen, hier zunächst grob zusammengefasst die wichtigsten Bereiche.

Technische Suchmaschinenoptimierung umfasst die Verbesserung

  • der Performance der Seiten vor allem auf Mobilgeräten,
  • der Ladegeschwindigkeit von Seiten je nach Gerätetyp,
  • der Erläuterung aller Seiteninhalte für Suchmaschinen unabhängig vom Text.

Du kannst eine erste einfache Analyse z.B. mit dem kostenlosen Tool Google Search Console durchführen. Dazu ist lediglich ein Google-Konto erforderlich; in der Search Console musst du dann noch den „Propellertyp“ für deine Website bestätigen. Ein eigener Startleitfaden führt durch die ersten Schritte. Auf Ladezeiten fokussiert, ohne Anmeldung möglich und noch schneller im Feedback sind die Google Speed Insights.

Checkliste: Worauf kommt es an bei Technical SEO?

Die folgenden Punkte bieten eine Übersicht über einige der wichtigsten Ansatzpunkte beim technischen SEO. Die Checkliste ist also eine gute Vorbereitung für die Besprechung der Aufgaben mit einer SEO-Agentur, aber auch um passende SEO-Tools zu finden.

Mobile-friendly: Das Content Management System (CMS) einer Website bzw. das Webdesign muss in der Lage sein, per responsivem Design alle Inhalte ohne Zeitverlust gut lesbar auf unterschiedlichen Bildschirmen (z.B. Desktop, Tablet, Smartphone) zu präsentieren.

Ladezeiten: Mehr als 2 bis 3 Sekunden bis zum abgeschlossenen Seitenaufbau sind bereits kritisch, besonders bei Mobilgeräten. Unnötig große Dateien (z.B. Bilder), aber auch bestimmte Serverkonfigurationen können dafür verantwortlich sein.

Websitestruktur: Damit alle Seiten und Inhalte einer Website lückenlos von Suchmaschinen indexiert werden, empfiehlt sich eine Sitemap. In lesbarer Form hilft sie auch menschlichen Seitenbesucher*innen, sich auf umfangreichen Websites zurechtzufinden.

Strukturierte Daten: Diese Informationen werden in standardisierten maschinenlesbaren Formaten, für User nicht sichtbar, dem HTML-Code von Webseiten hinzugefügt. Sie machen unterschiedlichste Informationen für Suchmaschinen unmittelbar zugänglich. Wichtige Beispiele sind „Title“ und „Description“; Letzteres dient Google oft zur anschaulichen Kurzbeschreibung eines Suchergebnisses.

Dead Links: Als „tote“ Links werden solche bezeichnet, deren Linkziel nicht mehr existiert oder ohne Weiterleitung umgezogen ist. Davon können sowohl interne als auch Outbound Links betroffen sein. Interessierte Seitenbesucher*innen sind davon frustriert. Suchmaschinen interpretieren solche Fehler zu Recht als Verwahrlosungssymptom.

W3C-Fehler: Hinter dem Kürzel steckt ein Konsortium, das Empfehlungen zur technologischen Standardisierung des Internets gibt. Sich daran nicht lückenlos zu halten, hat zwar keinen direkten Einfluss auf das Ranking, dennoch gilt die Beseitigung von W3C-Fehlern als sinnvolle Maßnahme.

Duplicate Content: Ob es sich um eine legitime Übernahme von Inhalten anderer Websites handelt oder beispielsweise darum, denselben Text auf mehreren Seiten der eigenen Website zu platzieren: Technical SEO muss sich darum kümmern, mit sogenannten Canonical Tags oder Weiterleitungen für Suchmaschinen deutlich zu machen, dass hier kein minderwertiges Plagiat vorliegt.

Sicherheit: Für User*innen nur an dem kleinen „s“ in der URL (https://…) erkennbar und, wenn es fehlt, eventuell an einem Warnsymbol im Browser – Websites müssen heute über ein sicheres verschlüsseltes Übertragungsprotokoll verfügen. Dies ist bei Google ausdrücklich ein Rankingfaktor.

Fazit

Viele dieser Ansätze umfassen noch etliche Unterpunkte, auf die du oder deine SEO-Agentur bei Technical SEO achten müssen. Eine wirklich für alle Websites allgemeingültige Rangfolge der SEO-Maßnahmen in diesem Bereich lässt sich leider nicht aufstellen – ganz zu vernachlässigen ist aber keine davon. Zusammen mit hochwertigem Content, also Inhalten, die für Ihre Seitenbesucher wirklich attraktiv sind, ist regelmäßiges technisches SEO jedenfalls eine bewährte Vorgangsweise, um in den Suchergebnissen gut platziert zu sein.

Der Autor Michael Praschma ist Texter, Journalist und Autor. Einer seiner fachlichen Schwerpunkte liegt auf komplexen Themen auf Anwender- und Nutzerlevel für den Online-Marketing-Blog von Heise RegioConcept.

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Backlinks kaufen: Was spricht dafür, was spricht dagegen?

Es ist die ewige Diskussion im Bereich der Suchmaschinenoptimierung: Wie wichtig sind Backlinks und sollte man sie kaufen? Die Antwort darauf ist gar nicht so leicht, denn sie hängt immer von den Zielen und Ansprüchen ab, die ein(e) Webseitenbetreiber*in hat. Gerade für Gründer*innen und junge Unternehmer kann das ziemlich frustrierend sein.

Daher soll nun einmal kurz aufgezeigt werden, was für das Kaufen von Backlinks spricht und was dagegen. Speziell mit einem Blick auf die Start-up-Szene ist das noch mal besonders wichtig, da nicht jedes Unternehmen sich überhaupt mit einem Fokus auf Online-Marketing sieht – und dadurch wertvolle Zeit verliert.

Backlinks kaufen, um überhaupt mitzuspielen

Für Gründer*innen stellt sich die Frage, wie sie ihre Website, ihren Blog oder auch ihren Onlineshop überhaupt online sichtbar machen können. Denn die traurige Nachricht ist: Das Internet ist in nahezu allen Branchen bereits gesättigt. Die Konkurrenz online besteht aus allen, die bereits seit Jahren oder Jahrzehnten dabei sind. Hinzu kommen diejenigen, die gerade anfangen, und diejenigen, die es noch tun werden.

In solchen Situationen ist es unausweichlich, in den Kauf von Backlinks zu investieren. Denn ohne sie ist die Suchmaschinenoptimierung etwas, was viele, viele Jahre in Anspruch nimmt. Da aber die meisten Start-ups möglichst schnell wachsen wollen (und müssen), bleibt gar keine Zeit, um sich einen Fünf-Jahres-Plan zu erlauben.

Backlinks erreichen, dass Suchmaschinen eine Website für relevant und hochwertig halten. Sie sind zwar nicht das einzige Kriterium, aber sie sind nun mal ein schneller Weg, um die Website überhaupt relevant zu machen. Der Kauf von Backlinks ist in absolut jeder Branche schon Teil vieler Marketingkonzepte.

Backlinks zu kaufen, reicht einfach nicht

Leider kommt es immer wieder zu einem Trugschluss, wenn Anfänger*innen erstmals etwas über Backlinks hören. Das geht in etwa so: Okay, also wenn viele andere Seite auf meine Website verweisen, dann wird sie in den Suchmaschinen ganz oben angezeigt, ich kaufe also so viele Backlinks wie möglich! Das ist falsch.

Suchmaschinenoptimierung beinhaltet auch das Ausstatten der Website mit relevanten Schlüsselwörtern, eine technische Optimierung und das Erstellen von hochwertigen Inhalten. Somit sind Backlinks kein Allheilmittel. Hinzu kommt, dass eine hochwertige Website auch organische Backlinks erzeugen kann – diese werden von Internet-Nutzer*innen einfach gesetzt, weil sie Beiträge, Firmen oder Informationen für wichtig halten.

Ein weiteres Argument gegen den Kauf von Backlinks kann sein, dass man sich nicht die richtigen Links sichert. Damit ist gemeint, dass nur Backlinks von Seiten mit hoher Qualität wirklich etwas für das eigene Backlink-Profil tun. Schwache Links (z.B. von Spam-Webseiten) können sogar mehr schaden als helfen.

Die Mischung macht es

Sollte man Backlinks nun kaufen oder nicht? Das hängt weiterhin davon ab, was man denn vorhat. Ist das eigene Start-up noch in der Entwicklungsphase oder steht noch nicht einmal genau fest, in welcher Branche es einmal Fuß fassen wird, dann ist es wahrscheinlich zu früh, um einen aktiven Backlink-Aufbau zu betreiben.

Das gilt aber nur für eine sehr kleine Anzahl an Unternehmen. Alles anderen profitieren davon, die Suchmaschinenoptimierung nicht auf die lange Bank zu schieben. Um das richtig zu gestalten, braucht es einen hybriden Ansatz: Für den organischen Aufbau von Reichweite (und Backlinks) muss zunächst die Qualität der eigenen Website garantiert sein.

Qualitätsmerkmale einer Website:

  • schnelle Ladezeiten,
  • SSL-Zertifikat,
  • Impressum und Datenschutzerklärung,
  • hochwertige Inhalte,
  • vollständige Angaben zum Unternehmen.

Ist die Website entsprechend eingerichtet, dann kann eine Mischung aus organischen und gekauften Backlinks die richtige Methode sein. Dabei sichert man sich relevante Backlinks zum Beispiel durch eine Linkagentur. Gleichzeitig betreibt man aber ohnehin Marketing für das eigene Start-up – Interviews, Förderpreise, Podcasts und auch persönliche Gespräche können auch zu Backlinks führen. Manchmal kann es sich lohnen, einfach nachzufragen, ob ein Websitebetreiber den Link zum Unternehmen einfach hinzufügen kann, wenn man bereits vorher Kontakt zueinander hatte (z.B. durch ein Interview oder ein Meeting).

Schluss mit dem Angstmarketing

Auf allen Kanälen werben kostet viel Geld und bringt nur Stress und Ärger. Weniger und gezielter agieren ist hier mehr.

Da nimmt ein neues Social Network Fahrt auf. Probieren wir aus. Es gibt jetzt ein neues Branchenportal: Komm, da sind wir dabei. SEO, SEA, Bannerwerbung: Machen wir. Anzeigenausspielung mit Retargeting: Klasse, da kann man ja messen, wie viele Menschen auf unsere Werbung klicken. Toll! Podcast, YouTube, In-App-Werbung, Sales Funnel?

Sowieso. Die Grenzen zwischen PR, klassischer Werbung und Verkauf verschwimmen. Hauptsache Reichweite. Das ist die neue Währung. Alles ist innovativ, experimentell und hipp. Die Marketingstrategien vieler Unternehmen scheinen keine Grenzen zu kennen. Höher, schneller, weiter. Auf allen Kanälen. Immer im Dialog mit jedem. Wer nicht wirbt, stirbt. Aber stimmt das wirklich?

Die Angst, etwas bzw. jemanden zu verpassen

Der Wunsch, als Unternehmen möglichst viele potenzielle Kund*innen zu erreichen, ist nachvollziehbar. Nachvollziehbar ist auch, wenn es sich um Werbung für Schokoriegel, Rasierklingen oder andere Dinge des täglichen Bedarfs handelt, um Allerweltsprodukte für jedermann. Wenn aber selbsternannte Erfolgsgurus für ihre vermeintlichen Erfolgsseminare werben, Banken für Kredite, Investmentunternehmen für Finanzprodukte oder gar Bauunternehmen für Fertighäuser, dann wirkt deren Werbung fehl am Platze, ja sogar unseriös.

Das Höher, Schneller, Weiter wirkt im besseren Fall lästig, im schlechteren peinlich, anbiedernd oder verzweifelt. Es handelt sich um Angstmarketing. Die Angst besteht darin, etwas verpassen zu können, einen Kunden / eine Kundin, eine Gelegenheit, potenzielle Interessent*innen, einen Trend, ein Network. Diese Angst gilt es zu überwinden. Motto: Willst Du gelten, mach Dich selten.

Jeder Kanal, jede spezifische Werbeform kostet Ressourcen. Selbst wenn der Tausenderkontaktpreis (TKP), die Leitwährung der Reichweitengenerier, im Netz um einiges günstiger ist als in jedem althergebrachten, fast archaisch wirkenden Printformat, Interaktion ist aufwändig. Es braucht Menschen, die die jeweilige Technik verstehen und steuern, die der zunehmenden Komplexität Herr werden, die immer wieder die Ausspielungen anpassen und die vor allem die Kommentare bearbeiten, die in einem sozialen Netzwerk zwangsläufig erfolgen. Kommentare und kommunikative Interaktion sind schließlich das Herz eines Social Network. Allerdings: Es kommentieren eher zu geringen Teilen potenzielle Kund*innen. Viel öfter kommentieren Hater, Unzufriedene oder einfach nur Menschen, denen die Werbung unangemessen erscheint oder die gerade einfach Frust haben und sich irgendwo äußern möchten.

Wer alles will, muss alles können

Wer auf allen Kanälen sendet, muss auch alle Kanäle ernsthaft bespielen und schnell auf jede Interaktion reagieren. Das löst nicht selten Stress aus. Kommt eine Antwort zu spät hagelt es schlechte Kritik. Kommt sie zu flapsig, gilt das Unternehmen als unseriös. Zu formell: uncool, unmodern. Alles wird bewertet, kommentiert und geht dann schnell viral. Die Risiken eines massiven Shitstorms nehmen zu. Die Ursache dafür muss nicht einmal eine Werbung oder Marketingaktion sein. Alles wird heute kommentiert und bewertet.

Jeder kleine Fehltritt der Geschäftsführung, eine vermeintlich falsche Meinung, ein minimaler Verstoß in der Compliance oder Lieferkette, alles kann einen Shitstorm auslösen, zumal soziale Netzwerke und klassische Medien crossmedial und interaktiv verschwimmen. Ein Tweet schafft es in die Tagessschau, ein Post in die Nachrichten-App und ein kleiner Kommentar wird aufgeblasen und erscheint im Fachmedium. Je mehr Kanäle, desto größer das Risiko. Und je größer die Reputationsfallhöhe, desto tiefer ist der Fall. Zu viel Angstmarketing auf zu vielen Kanälen führt zwangsläufig zu systemischem Stress: immer mehr Menschen, immer mehr Bedarf an Expert*innen und Agenturen, immer mehr Kosten und immer mehr Anfälligkeit für unkontrollierbare Negativlawinen. Wenn etwas viral geht, ist dies in der Wirkung leider nicht immer nur positiv.

Die Angst, nicht präsent genug zu sein

Wie weit Angstmarketing verbreitet ist, konnte das Wahlvolk gerade noch im Rahmen der Bundestagswahl erleben. Kaum ein(e) Wahlkämpfer*in mag den samstäglichen Infostand in der Fußgängerzone. Es ist kalt, nass und harte körperliche Arbeit, Stand und Material zu transportieren, aufzubauen und zu verteilen. Politische Diskussionen finden zumeist nicht mit den potenziellen Wähler*innen und Fans statt, sondern mit denen, die krakeelen und sich ihren Unmut von der Seele reden möchte – der zu Wählende als Blitzableiter, nicht als ansprechbarer Kümmerer. An den Stand kommen zumeist die, die gerade nichts Besseres zu tun haben und damit allein schon beweisen, dass sie keine allzu guten Multiplikatoren sind. Und es kommen diejenigen, die einen Kugelschreiber oder Einkaufswagenchip ergattern möchten. Dass das so ist, wissen auch die Wahlkämpfer*innen.

Und doch wird dieses Wahlkampfmittel immer und immer wieder eingesetzt. Warum? Aus Angst, dass es auffallen könnte, dass man als Partei nicht präsent ist. Wenn alle anderen in der Fußgängerzone sind und wir nicht, was sollen denn dann die Leute denken? Der Gedanke: Wenn man nicht macht, was andere auch machen, könnten man in Vergessenheit geraten. Die Sorge, etwas nicht zu tun, ist also größer, als die Sorge, das Falsche im Sinne des eigentlichen Ziels zu tun – in dem Falle, möglichst viele Stimmen für die eigene Doktrin zu gewinnen. Hier besteht eine große Parallele zum Angstmarketing der Unternehmen. Wenn der Wettbewerber TikTok nutzt, dann muss man es selbst auch.

Nicht-Präsenz bringt meist mehr

Dabei brächte die Nicht-Präsenz meist mehr. Die Kommunikation mit Nicht-Kund*innen könnte weitgehend entfallen. Die meist nervtötenden und ressourcenfressenden Dialoge in Kommentarspalten sowie das steigende Risiko eines Shitstorms in den sozialen Netzwerken mit Personen, die nicht zur Kernzielgruppe gehören und wahrscheinlich auch niemals zur Zielgruppe gehören werden, machen die wenigen echten Interessenten unverhältnismäßig teuer. Bei genauem Hinschauen ist nämlich Online-Marketing gar nicht so günstig, wie immer gepriesen wird. Doch woher kommt der Eindruck, Online-Marketing sei verhältnismäßig günstig?

Daher, dass Unternehmen die Folgekosten nicht richtig einschätzen. Es findet keine Risikoanalyse der potenziellen Folgen statt. Die Personalkosten gelten als „Eh-da-Kosten“ und die teure Agentur soll schließlich etwas leisten für ihr Geld. Budgets werden zumeist nur in TKPs umgerechnet. Marketingausgaben werden insgesamt, nicht selten auch getrieben durch Kommunikationsagenturen, zu positiv bewertet, zu sehr chancen-, aber zu wenig risikoorientiert. Wer eine genaue Vollkostenanalyse macht, dürfte nicht selten zum Ergebnis kommen, dass die „alte Welt“ auch nicht so verkehrt war.

Diese „alte Welt“ sah so aus. Es gab zwei oder drei Tageszeitungen in der eigenen Region. Hinzu kamen auflagenstarke Fach- und Branchenmedien. Diese hatten zwar Webauftritte, diese waren aber nur selten interaktiv. Es waren journalistisch geprägte, redaktionelle „One-way-Medien“. Journalisten schrieben etwas, das wurde nicht kommentiert. Das war wenig demokratisch und diskursiv, aber es war etabliert und zumindest bezogen auf eine Diskussionskultur hygienisch. Pöbeleien, persönliche Beleidigungen und Shitstorms blieben weitgehend aus.

Willst du gelten, mach dich selten

Wer etwas an der Berichterstattung monieren wollte, musste einen Leserbrief schreiben. Das war sehr aufwändig, denn es setzte voraus, der deutschen Sprache mächtig zu sein, sich der Mühe des Schreibens und damit Nachdenkens zu unterziehen, eine Adresse herauszusuchen und den Mut aufzubringen, sich zu erkennen zu geben und selbst Widerworte zu erfahren. Ob der Leserbrief dann überhaupt erschien und wenn ja, ganz oder massiv gekürzt, entschied die Redaktion. Es war nicht jeder Sender. Wenn ein Unternehmen in den Medien präsent sein wollte, musste es entweder klassisch Werbung schalten oder aber mit seinen Nachrichten eine gewisse Relevanzschwelle überschreiten. In gewisser Weise war diese Art von Sichtbarkeit und Reichweite, von medialem Diskurs und Nachrichtenverbreitung elitär. Es konnte nicht jeder mitmachen. Es gab Hürden. Diese sind durch die Social Networks gefallen, was man durchaus als gesellschaftlichen Fortschritt und kollektive Teilhabe feiern kann. Aber die Folgewirkungen sind ebenso unübersehbar. Schnell entsteht ein medialer Pranger mit verheerenden Folgen.

Die „alte Welt“ wird nicht zurückkehren. Unternehmen und Werbetreibende müssen mit der jeweils „neuen Welt“, die sich auch ständig weiter erneuert, leben. Das aber heißt nicht, jeden Trend unbedingt mitmachen zu müssen, schon gar nicht als Pionier*in, der bzw. die sich besonderen Risiken aussetzt. Willst du gelten, mach dich selten, bleibt die Devise. Es hat einen Grund, dass Top- und Luxus-Brands sich werblich eher zurückhalten und primär in ihrer eigenen medialen Liga spielen. Es gibt gute Gründe, sich abzugrenzen. Welchen Wert hat die eigene Werbung zwischen Fake-News, Polit-Pöbelei und Katzenfotos wirklich? Fragen, die man sich als seriöses Unternehmen stellen sollte.

Werbliches, kommunikatives Downsizing, sich abgrenzen, reduzieren und Kanäle auslassen scheint nicht selten der effektivere Weg. Hat sich mal jemand gefragt, was die Kommunikation mit eher lästigen Nicht-Kunden kostet und wie diese das mühsam aufgebaute Image ramponieren können? Nein? Das sollte aber jedes Unternehmen tun. Besser mal als elitär und unzugänglich gelten als regelmäßig auf der Anklagebank von jedermann. Das erfordert Mut, beendet aber das schädliche Angstmarketing.

Der Autor Falk S. Al-Omary ist Krisen-PR-Manager, Markenentwickler und Kommunikationsexperte. In Unternehmen übernimmt er wahlweise die Position des Pressesprechers, des Head of Communcations, des Head of Political Relations oder die Funktion eines strategischen Medienberaters im Hintergrund, www.al-omary.com

ASAP contra EOD/COB

Warum Kundenbegeisterung manchmal etwas (mehr) Zeit braucht.

As soon as possible – ja, manchmal muss es schnell gehen, wenn ein Kunde etwas braucht. Aber zum Standard sollte „so bald wie möglich“ nicht werden. Sonst hetzen wir nur noch Aufgaben hinterher – was es für uns persönlich auf Dauer anstrengend bis ungesund macht. Von der mangelnden Qualität der Ergebnisse bis hin zu unnötigen Nachbesserungen ganz zu schweigen – was das Ganze auch wirtschaftlich in Frage stellt. Aber was tun, wenn ein Kunde grundsätzlich auf die rascheste Erledigung drängt? Schließlich will man diesen ja begeistern!

Zeit ist Geld! Wer kennt diesen Spruch nicht? In unserer Leistungsgesellschaft ist Schnelligkeit ein Effizienzmerkmal. Immer vorne mit dabei. Immer mitdenken, vorausplanen, agieren statt reagieren – das ist das Spiel, in dem wir täglich alle von einer Aufgabe zur nächsten ziehen. Fragt sich nur, wer dabei der Schachspieler und wer die Figur auf dem Spielfeld ist. Wer Bauer oder Turm, wer Läufer oder König ist. Wer sich waagrecht oder senkrecht, wer sich diagonal bewegen oder sogar springen kann. Wer also die Macht besitzt, zu entscheiden, welcher Aufgabe ich mich als nächstes widme. Was mit meinem ursprünglichen Tagesplan geschieht. Und warum man nicht auch einmal „Nein“ sagen kann und darf.

ASAP: keine Lösung auf Dauer!

In einigen Unternehmen haben sich die englischen Abkürzungen in E-Mails durchgesetzt, in anderen sind sie verpönt. Aber kaum jemand, der nicht schon einmal ein Dokument weitergeleitet hat mit dem Vermerk FYI (= For your information). Andere wie BTW (= By the way) oder ATTN (= Attention) sind weniger geläufig. ASAP hingegen spiegelt in manchen Bereichen eine Kultur wider, die es lohnt, in Frage zu stellen. Warum? Weil diese Kultur uns schadet. Weil sie Menschen zu Marionetten macht. Weil sie für Stress sorgt und Druck erzeugt. Weil sie Arbeit ineffizient macht. Weil sie uns abhängig macht. Und das, obwohl wir doch in einer Zeit leben, in der persönliche Freiheit und Selbstbestimmung eine Renaissance erleben, in der Verantwortung und Sinn als Werte in den Unternehmen großgeschrieben werden. ASAP verhindert (selbst gewählte) Prioritäten und behindert unsere Kreativität. Wo bleibt die Chance zu Innovationen, wenn wir von allen Seiten ständig Aufgaben bekommen, die „so schnell wie möglich“ erledigt sein müssen? Sollten wir diese Mentalität also nicht jeden Tag aufs Neue überdenken? Ja, wenn nicht sogar ganz aktiv dagegen vorgehen?

EOD und COB: einen Gang zurückschalten!

Klar ist es manchmal klasse, wenn wir auf eine (An-)Frage per E-Mail gleich eine Antwort bekommen. Aber wenn es denn schon so eilt, warum rufen wir unser Gegenüber dann nicht einfach mal an? Wir wollen den anderen nicht stören. Aber ist eine E-Mail nicht auch eine Störung? Und mit dem Vermerk ASAP könnte die Störung gar nicht größer sein, weil sofort das Gedankenrad zu kreisen beginnt. Nicht nur, dass man herausgerissen wird aus der augenblicklichen Aufgabe, man startet auch sofort mit den Überlegungen: Muss das denn wirklich gleich sein? Wo habe ich nochmal die Informationen zu dem Vorgang gespeichert? Wen muss ich evtl. schreiben, um die Frage zu lösen? Chaos pur! Im Kopf und in der Aufgabenplanung.

Tipp am Rande: ASAP ist ursprünglich keine Aufforderung, etwas sofort zu tun. Vor allem das P=Possible deutet darauf hin, dass es um den Bereich des „Möglichen“ geht. Ein kurzer Hinweis darauf, wieviel Zeit das Ganze in Anspruch nehmen wird und wann mit der Fertigstellung zu rechnen ist, ist also durchaus legitim.

Wie wäre es stattdessen mal mit dem Hinweis – wenn eine Aufgabe schon eilig ist – EOD oder COB? Dahinter verbirgt sich grundsätzlich ein ähnlicher Zeithorizont: End of day und Close of business. Das Ende des (Geschäfts-)Tages ermöglicht sozusagen mehr Bewegungsfreiheit auf dem Spielfeld. Gedanklich und ganz konkret in der Tätigkeit. Der Hinweis zeigt Verständnis dafür, dass jeder zu tun hat. Die Abkürzungen geben dem anderen etwas mehr Freiraum und zeigen Vertrauen, dass der andere selbst am besten einschätzen kann, wann etwas sinnvollerweise am besten zu erledigen ist.

Wie wäre es, wenn wir alle mit gutem Beispiel vorangehen? Wenn wir mehr kommunizieren und weniger bestimmen? Mehr auf Augenhöhe und weniger in Rangordnungen denken und handeln? Unabhängig in welcher Rolle wir uns gerade befinden: Anbieter oder Kunde, Händler oder Konsument, Dienstleister oder Patient – sorgsam miteinander umzugehen, ist Teil des Erfolgs und Geheimnis der Kundenbegeisterung. Genau dabei helfen uns, auch wenn wir es eilig haben, weil wir vielleicht von unterwegs mobil unsere E-Mails schreiben, beantworten oder weiterleiten, auch noch so wohlklingende Abkürzungen nicht wirklich weiter!

Die Autorin Maja Schneider, Expertin für Kundenbegeisterung und Inhaberin von Smiling Customer – Beratung für gästeorientiertes Handeln. Sie unterstützt Unternehmen dabei, den Service zu durchleuchten und auf das nächste Level zu heben.

Warum Sie ein Logo benötigen

Was ein gelungenes Logo ausmacht und wie eine neue Firma oder ein Start-up an ein perfekt passendes Logo kommt.

Jeder kennt sie. Jeder hat sie schon einmal gesehen und wird jeden Tag damit konfrontiert. Sei es im Supermarkt, sei es zuhause oder bei einer Online Bestellung. Ausnahmslos kein erfolgreiches Unternehmen wird heutzutage darauf noch verzichten wollen und können. Die Rede ist natürlich vom Logo. Warum aber ist ein Logo so elementar wichtig? Und wie komme ich als Neuling auf dem Markt zu einem geeigneten und passenden Logo? Mit dieser Thematik haben wir uns befasst und möchten nachfolgend einen kurzen Überblick hierüber geben.

Wichtige Bedeutung des Logos

Ein Logo einer Firma oder eines Unternehmens bedeutet viel mehr als es auf den ersten Blick oder Anschein hin vermuten lässt. Ein Logo wird zum Repräsentant des Unternehmens. Etwas, was sich in den Köpfen der Verbraucher mit der Zeit regelrecht einbrennen wird. Und zwar so tief, dass die Kunden bereits von Weitem dazu in der Lage sind, nur anhand der Umrisse eines Logos zu erkennen, dass dieses der Firma X oder der dem Unternehmen Z zugeordnet werden muss. Ein Logo zu haben bedeutet:

  • Es verknüpft die eigene Marke oder ein Produkt positiv im Kopf der Kunden.
  • Es stärkt nachhaltig die Kundenbindung.
  • Es dient als Wiedererkennungswert.
  • Es schafft Vertrauen zu den Produkten oder Dienstleistungen der Firma oder des Unternehmens.
  • Es sollte Bestand haben und sich im Kern seiner Optik nicht ständig erneuern, um die Kundenbindung und den Wiedererkennungswert sichern zu können.

Wie komme ich mit einer neuen Firma oder mit einem Start-up an ein passendes Logo für mich und mein Unternehmen?

Egal über welchen Weg man sich als Marke mit Hilfe eines Logos langfristig etablieren möchte, wichtig ist das richtige und individuell passende Logo. Es sollte möglichst die Firma oder das Produkt repräsentieren. Das kann grafische und auch farbliche Abstimmungen beinhalten. Es ist daher im Vorfeld von entscheidender Bedeutung, dass man sich damit was einem wichtig ist, damit was das Logo an die Kunden vermitteln sollte, gründlich auseinandersetzt. So, dass am Ende eine individuelle Note dabei herauskommt und das Logo sich in den Köpfen der Kunden festsetzen kann. Jeder kennt das selbst. Die Logos namhafter Unternehmen und Hersteller erkennen wir alle schon von weitem und können dem Logo schon nahezu unbewusst eine bestimmte Marke zuordnen. Und wenn diese Zuordnung zugleich noch mit positiven Assoziationen und Erfahrungen im Kopf der Verbraucher verknüpft werden kann, dann ist das schon ein solider Basisfaktor für eine langfristige und erfolgreiche Kundenbindung.

Wenn die Marke und das Grundgerüst des Logos grob überdacht wurden kann man sich überlegen auf welchem Weg man als Neuling auf dem Markt an das individuell und maßgeschneiderte Logo kommt. Die günstigere Variante ist es sich online ein Logo erstellen zu lassen.

Hierfür bietet das Internet heutzutage hervorragende Bedingungen. Gerade auch, wenn man selbst noch ein wenig ideenlos ist. Auch wer sich hinsichtlich der Grafik nicht so gut auskennt, dem kann online geholfen werden. Diverse Anbieter erstellen automatisiert oder unter Einbezug von Fachleuten ein individuelles und passendes Logo, welches exakt auf Ihre persönlichen Bedürfnisse bzw. auf die Marke und das Unternehmen zugeschnitten wird. Dafür ist es in aller Regel erforderlich, dass einige Angaben zur Firma oder dem Produkt gemacht werden. Das ist sehr wichtig, denn je mehr Informationen zum Start-up, der Firma oder zu dem Produkt die Anbieter haben, desto detaillierter kann ein personalisiertes Logo erstellt werden, was den Anforderungen auf dem Markt nachhaltig und langfristig auch gerecht wird.

Wem dies nach immer noch zu viel Aufwand klingt, der kann natürlich auch direkt einen persönlichen Grafikdesigner damit beauftragen. Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass die dabei anfallenden Kosten zumeist erheblich teurer ausfallen. Dafür erstellt ein persönlicher Profi das individuelle Logo. Aber auch dort ist natürlich ein gewisses Maß an Mitarbeit erforderlich. Denn auch bei einem Auftrag an den Designer muss dieser mit Fakten beliefert werden. Das ist grundsätzlich der gleiche Vorgang, wie wenn Sie sich selbst auf den Seiten von Logo-Anbietern umsehen. Nur preislich gesehen ist die erstgenannte Version eben zumeist kostengünstiger.

Fazit

Ein Logo erstellen zu lassen ist von entscheidender Bedeutung für eine neue Firma oder eine neue Marke. Es ermöglicht es einen Wiedererkennungswert zu erschaffen. Auch kann es Vertrauen zu den Kunden aufbauen und eine langfristige Kundenbindung im besten Falle einleiten und aufrechterhalten. Das Logo sollte immer zu Ihrem Unternehmen und ihrer Branche oder der Marke passen. Daher ist es ratsam sich hierfür professionelle Hilfe zu holen. Dabei ist es jedem selbst überlassen, ob er hierbei auf günstige Logo-Anbieter im Internet zurückgreifen möchte oder doch direkt einen Grafikdesigner als Ansprechpartner auswählen und beauftragen möchte. Beide liefern in aller Regel solide und brauchbare Ergebnisse. Nur hinsichtlich der Kosten können sich die Angebote natürlich unterscheiden, was man im Vorfeld daher zwingend beachten und vergleichen sollte. Dann steht dem neuen und prägenden Logo für Sie als Start-up nichts mehr entgegen.

Co-Creation

Wie du deine Kund*innen in die Wertschöpfungskette einbeziehst und somit vielschichtige Mehrwerte schaffen kannst.

Für Gründer*innen ist es essenziell notwendig, sich mit dem Bedarf der Kund*innen zu beschäftigen und diesen stetig zu optimieren. Denn nach diesem Bedarf, also der Nachfrage, richtet sich das Angebot, das sie auf den Markt bringen können. Folglich ist es wichtig, das angebotene Produkt möglichst bedarfsorientiert auszurichten. Dadurch können zum einen die Verkaufszahlen erhöht und die eigene Produkt- bzw. Angebotspalette erweitert werden, zum anderen wirkt ein Start-up auch für Kund*innen attraktiver, wenn man auf deren Bedürfnisse eingeht. Doch wie bekomme ich das ohne allzu großen Aufwand hin?

Feedback einholen

Der erste Schritt sollte dabei sein, Feedback von Kund*innen zu sammeln und daraus logische Schlussfolgerungen zu ziehen. Wie nutzen sie bisher ähnliche Produkte? Was ist hier beliebt und was eher nervig? Gibt es hierbei Ansätze, die man optimieren kann? Im Internet gibt es heutzutage so viele Rezensionen zu Produkten, dass eine solche Analyse auch ohne große Marktforschung und viel Aufwand gut umsetzbar ist. Die Ansätze und Vorgehensweisen der Konkurrent*innen sollten dabei nicht außer Acht gelassen werden, um zu sehen, wobei noch Optimierungsbedarf herrscht.

Bei unserer digitalen Werkzeugmarke WIESEMANN 1893 haben wir anfangs beispielsweise Werkzeughalter inkludiert mit dem jeweiligen Werkzeug im Paket geliefert. Schnell haben wir durch die Rückmeldungen erkannt, dass die meisten dieses inkludierte Zubehör nicht nutzen und direkt in den Müll entsorgen, weil sie eine individuelle Art der Aufbewahrung bevorzugen.

Das Entsorgen ist natürlich nicht besonders umwelt- oder ressourcenschonend. Außerdem ist die Nachfrage nach einer guten Halterung für das Werkzeug trotzdem vorhanden. Wir wollten also unbedingt eine geeignete Lösung finden, die all diese Hindernisse auf eine simple Weise meistert und gleichzeitig sehr nahe am Bedarf der Kund*innen ausgerichtet ist.

Lösungen auf Basis des Feedbacks kreieren

Wenn du das gesammelte Feedback also ausgewertet hast, gilt es nun Konsequenzen daraus zu ziehen. Der Bedarf von Menschen für ein bestimmtes Produkt kann sehr unterschiedlich ausfallen, sodass sehr individuelle Ergebnisse entstehen müssten, um dem gerecht zu werden. Ist das wirtschaftlich überhaupt umsetzbar?

In unserem Fall der Werkzeughalterung bedienen wir uns der additiven Fertigung. Bei der additiven Fertigung handelt es sich um ein Herstellungsverfahren, bei dem ein 3D-Drucker verwendet wird. Dieser druckt das finale Produkt Schicht für Schicht und stellt so einen dreidimensionalen Gegenstand her. Wir bieten Werkzeughalter für den 3D-Druck. Individualität ist hier auf verschiedenste Weise in großem Umfang möglich. Gleichzeitig ist es wirtschaftlich für uns ein Leichtes die Produkte umzusetzen, da wir nur die Designs zum Download zur Verfügung stellen müssen und die Kund*innen Farbe, Material und Form beliebig anpassen können.

Auch für unsere Kundschaft mit eigenem 3D-Drucker sind unsere Wandhalterungen für ihr Werkzeug eine kostengünstige Alternative, da nur die Kosten für das Filament und den Strom in Betracht gezogen werden müssen. Eine unserer 3D-Druckhalterung für ein sechsteiliges Schraubendreherset, was schon zu den Halterungen mit größeren Volumen zählt, kostet im Druck beispielsweise 2,42€. Hier fallen 77 Cent für Strom und 1,65€ für das Filament an. Wandhalter für Schraubendreher mit gleicher Stückzahl kosten im herkömmlichen Handel um die 15€. Das heißt Konsumierende mit 3D-Drucker können nicht nur selbst Farbe und Qualität ihres Produkts bestimmen, sondern auch viel Geld sparen – eine wirtschaftliche Win-win-Situation für beide Seiten.

Das Konzept der Co-Creation einsetzen

Allgemein gesehen können individuelle Produkte durch das Konzept der Co-Creation realisiert werden. Denn hierbei übernimmt die Kundschaft einen Teil der Wertschöpfungskette und wird somit direkt in das Geschehen miteinbezogen. Interessierte erhalten dadurch zusätzlich einen neuen Einblick in das Firmengeschehen und werden stärker an das Unternehmen gebunden.

Vielleicht denkst du jetzt, dass du doch solch einen Prozess niemals aus der Hand geben würdest, aber du solltest dafür offen sein. Soll dein Produkt möglichst individuell und bedarfsorientiert sein, birgt dieses Konzept eine Menge Vorteile und Möglichkeiten, die für beide Seiten – Endkonsument*in und Unternehmen – bereichernd sein können. Co-Creation ist der Überbegriff für Co-Design und Co-Produktion.

Via Co-Design nimmt die Kundschaft schon bei der Gestaltung des Produkts Einfluss darauf. Abhängig von der Branche werden Teile (z.B. die Konfiguration eines Autos) oder der vollständige Designprozess übernommen. Diese Art des Co-Designs ist eine positive Form der Kund*innenbindung. Sie ermöglicht den Aufbau einer intensiveren Verbindung zu Kaufenden und das Entstehen einer nachhaltigen und langfristigen Beziehung.

Bei WIESEMANN 1893 haben wir Kreative aufgerufen, ihren eigenen Wandhalter für unsere Werkzeuge zu gestalten. Über unser Community Development Programm haben sie die Möglichkeit, ihre Ideen in 3D-Modelle zu verwandeln und nach unserer Prüfung öffentlich über unsere Kanäle zugänglich zu machen. Das Angebot wurde von der Community positiv angenommen. Die Bereitschaft, eigene Halter kreieren zu können, die aber dennoch den Anforderungen und Richtlinien unserer Brand Identity entsprechen, war überwältigend. Durch diese Form des Co-Designs haben wir mittlerweile langfristig Kollaborationspartner*innen gefunden, die uns bei den Prozessen unterstützen und auch ihre eigenen Ideen einbringen.

Die zweite Möglichkeit der Co-Creation ist die Co-Produktion. Hier übernehmen die Konsumierenden am Ende der Wertschöpfungskette die finale Herstellung des Produkts. Einfache Beispiele sind ihr die Montage eines Möbelstücks, das Backen einer Tiefkühlpizza im Ofen oder das Ausdrucken eines 3D-Modells. Wenn du diese Beispiele betrachtest, kommt dir das Konzept der Co-Creation vielleicht nicht mehr so abwegig vor, weil man sie sich sehr gut vorstellen kann und sie einfach umzusetzen sind.

Know-how von Erfahrenen einer Community zunutze machen

Die Nutzung dieses Konzepts eignet sich besonders in einem Gebiet, auf dem du nicht unbedingt die höchste Expertise hast und dir die Hilfe anderer zunutze machen kannst. Wage dich also ohne Bedenken vor in unbekanntes Gewässer und erforsche es, wenn du denkst, dass es dein Unternehmen voranbringen könnte. Austesten ist gerade für Startups sehr wichtig für den Lern- und damit Wachstumsprozess.

So ist der 3D-Druck (die additive Fertigung) beispielsweise ein sehr komplexes Thema. Doch das sollte dich nicht daran hindern, Lösungen für diesen Bereich in deinem Geschäftsmodell anzubieten. Wir haben uns davon nicht abschrecken lassen und konnten mit ein wenig Hilfe den einfachen Nutzen aus dem komplexen Thema für uns herausziehen. So gibt es zu jedem Fachgebiet Communities, deren Knowhow du dir beispielsweise über Kooperationen zunutze machen kannst.

Betrachten wir unseren Fall bei WIESEMANN 1893. Zwar ist das Thema 3D-Druck aktuell in aller Munde und es handelt sich dabei um ein sehr zukunftsträchtiges Projekt, jedoch sind wir bei unseren Analysen auf einige Probleme gestoßen. Da 95 Prozent der deutschen Bevölkerung keinen eigenen 3D-Drucker Zuhause haben, haben wir auch für die potentielle Kundschaft ohne solch eine Art Drucker nach einer Lösung gesucht. Schließlich sollen die Produkte einer breiten Maße zur Verfügung stehen. So wurde der Community Development Service ins Leben gerufen, über den ein Mitglied der 3D-Druck Community die gewünschten Wandhalter ausdruckt und per Post verschickt. Dieser Service ist aber eben nur über eine Kooperation einer erfahrenen Community möglich.

Auch in deiner Branche gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit genug Expert*innen. Sie können dich bei Methoden unterstützen, die du gerne für deine Produktentwicklung einführen würdest, über die du bisher aber über noch nicht genügend Fachwissen verfügst, um sie eigenständig umsetzen zu können.

Marketing-Starterkit für Gründer*innen

Wichtige Do‘s und Don’ts: So gelingen die ersten Schritte beim Marketing.

Die Geschäftsidee ist durchdacht, Markt, Kunden sowie Wettbewerber analysiert und das Produkt- und Leistungsangebot klar definiert. Also, ready to start! Neben Angebot und Preisstruktur ist die Kommunikation mit den (zukünftigen) Kunden ein elementarer Baustein. Was dabei alles schiefgehen kann, das fassen die folgenden Do‘ und Don’ts zusammen.

KUNDEN

DO: Zuhören, testen und optimieren

Wer sind meine Kunden? Was bewegt sie? Oder anders gefragt, wer wäre traurig, wenn es mein Produkt oder meine Dienstleistung nicht mehr geben würde, sind essentielle Fragen, die jede Gründer*in beantworten oder zumindest eine starke Hypothese bilden sollte, bevor viel Geld für Marketing ausgegeben wird.

DON’T: Die Zielgruppe aus dem Blick verlieren

Von sich und seiner Geschäftsidee überzeugt zu sein, das ist gut. Aber man sollte es nicht übertreiben. Ein kleiner Selbsttest: Wenn die Kund*innen schuld sind, wenn sie das Produkt nicht verstehen und die Genialität der Idee nicht durchschauen, dann stimmt sehr wahrscheinlich etwas nicht mit meinem Produkt oder der Kommunikation.

Unternehmen in allen Größen passiert oft der Fehler, dass sie in eine Art Unternehmens-Cocooning verfallen. Sie optimieren z.B. ihre Produkte und Dienstleistungen immer weiter, die Kund*innen verlieren sie jedoch aus dem Blick. Das ist auch ein Grund dafür, dass der Markt für externe Berater boomt. Den Blick von außen können sich aber auch Gründer*innen leisten, wenn sie Family & Friends bitten, einmal auf die Website, den Flyer oder das Plakat zu schauen: Ist das alles verständlich? Sind die Vorteile klar kommuniziert? Fühle ich mich angesprochen? Bin ich überzeugt?

MARKETINGPLAN

DO: Planung garantiert nicht den Erfolg, ist aber wichtig

Sobald man ein Verständnis für seine Kunden hat, ist die Zeit für eine konkrete und realistische Marketing- und Kommunikationsplanung sinnvoll investiert. Der Marketingplan fasst die strategischen Ziele, die Zielgruppen und das Vorgehen zusammen. Die Planung hilft, wenn die Projekte immer mehr werden und die Zeit knapp ist, im Marketing nicht den Überblick zu verlieren. Weiterhin hilft die Planung eigene Annahmen auf Plausibilität zu überprüfen (Beispiel: Ist es realistisch X Neukunden zu Y Kosten zu akquirieren). Je konkreter desto besser: Der Marketingplan kann eine riesige Unterstützung sein, wenn er wie eine Checkliste angibt, wann welche Aktionen geplant sind, wer sie organisiert und wie viel Budget dafür eingeplant werden soll.

Apropos Budget: Marketing muss nicht teuer sein. Meist reicht eine gute Idee für den Start aus. Aber die Zeit für die Ideenfindung müssen sich Gründer*innen nehmen.

DON’T: Marketing ... damit man es halt macht

Für viele Gründer*innen ist nicht nur der Businessplan, sondern auch im Besonderen der Marketingplan, eine lästige Pflichtübung. Auch ohne Plan kann es laufen. Aber das Risiko ist groß, dass das Marketing ein Puzzle ohne roten Faden im Design und in den Botschaften bleibt, und die Maßnahmen nicht dann umgesetzt werden, wenn es zeitlich sinnvoll ist, sondern wenn es die Zeit zulässt.

Vor allem in der Startphase vernachlässigen Selbständige oft ihre Kommunikation mit potenziellen Kund*innen. Häufig tüfteln sie am Produkt oder optimieren die Dienstleistung und vergessen dabei, ihre Zielgruppen über das neue Unternehmen und seine Services zu informieren. Klar, Kundenservice steht an erster Stelle auf der Agenda, aber Neukundenakquise sollte direkt folgen. Außerdem: Glückliche Kund*innen sind die besten Testimonials. Vielleicht ist das auch ein Ansatz für das eigene Marketing.

STORYTELLING

DO: Die Unternehmensgeschichte erzählen

Von Gründer*innen und Selbständigen wird erwartet, dass sie überzeugt sind, von dem, was sie tun. Das „Warum“, also die Beweggründe und die Motivation zur Gründung des Unternehmens, ist eine optimale Grundlage für eine gute Story. Und eine gute Unternehmensgeschichte hilft, die Kund*innen emotional zu erreichen und zu binden. Es muss nicht die Geschichte vom Computerentwickler aus der Garage zum globalen Technologieunternehmen sein. Es geht um die eigenen Ideen, Werte und Visionen.

Häufig müssen Selbständige einfach einmal aus dem Hamsterrad aussteigen. Dann können sie sich ihr „Warum“ bewusst machen: Warum gibt es das Unternehmen? Was wollen wir im Leben der Menschen verändern? Welche Überzeugung treibt uns an? Was würde fehlen, wenn es das Unternehmen nicht gäbe? Dagegen ist die Frage des „Wie“, wie die Vision also realisiert werden soll, für die meisten Gründer*innen sehr viel einfacher zu beantworten. Hier können sie die Ideen und Vorteile ihrer Produkte und Services verdeutlichen.

Die Übung ist es wert: Denn das Ergebnis ist eine Unternehmensstory und auf deren Basis eine glaubwürdige, mitreißende, identifikationsstiftende Kundenkommunikation.

DON’T: Rein transaktionaler Fokus

Dagegen führen Aktionismus und einzelne, nur lose oder gar nicht miteinander verbundene Marketingaktionen meist (wenn überhaupt) nur zu einem One-Hit-Wonder im Verkauf, aber nicht zum nachhaltigen Erfolg. Eine langfristige Positionierung mit Story und aufeinander aufbauenden Maßnahmen verfolgt einen anderen Plan: Es geht um Beziehungen und Kundenbindung. Selbstverständlich können kurzfristige, vor allem auf Abverkauf zielende Marketingmaßnahmen durchaus Sinn machen, wie z.B. Aktionstage, sie sollten aber im Marketing-Mix eingebunden sein.

DESIGN

DO: Alles aus einem Guss

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – der Satz passt wie die Faust aufs Auge bei einem guten Logo. Das Logo gibt dem Unternehmen ein Gesicht und fasst die Unternehmensidentität in aller Prägnanz, in Farben und grafischen Elementen zusammen. Optimalerweise ist das Logo Bestandteil bzw. das erste Produkt des Corporate Designs (CD). Das CD bzw. der Styleguide ist der optische Leitfaden für ein Unternehmen und gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Farben innerhalb der Kommunikation genutzt werden, welche Schriften, Schriftgrößen und Schriftfarben verwendet werden.

Schlägt sich das Corporate Design auf allen gedruckten und digitalen Informationen nieder, dann hat es einen starken Einfluss darauf, wie ein Produkt oder ein Unternehmen wahrgenommen wird. Es kann Wiedererkennung und Bekanntheit erhöhen und letztlich die Marke stärken.

DON’T: Lieblos und unauthentisch

Auf dem Verkaufstresen stehen und liegen unterschiedliche Marketingmaterialien wie Flyer, Bonuskarten und Gutscheine. Variiert auf den Materialien der Farbton des Logos oder der Schriftzug des Claims erkennen wir sofort den Fehler. Die Auftritte sind nicht stimmig und wirken bei den Kund*innen im schlimmsten Fall unprofessionell.

Es ist wie bei vielen Dingen: Erst der Fehler zeigt die Notwendigkeit für eine Struktur, für Abstimmungsprozesse im Team oder eben für ein Styleguide auf.

VISUELLE KOMMUNIKATION

DO: Illustrationen nutzen

Bilder, Grafiken und Design können Informationen begleiten, sie vereinfachen und verständlicher machen. Zugleich wirken sie viel emotionaler als Text. Ein wesentliches Argument für Illustrationen ist aber das Tempo. Visuelle Informationen können Menschen sehr viel schneller verarbeiten als Text – 60.000 Mal schneller. Und Geschwindigkeit ist in Zeiten der mobilen Kommunikation ein großes Plus.

Viele gute Vorbilder finden Gründer*innen im Netz: Seien es gut arrangierte Bilder auf Instagram, Fotos, die neugierig auf die Geschichte machen und Infografiken oder animierte Erklärvideos, die einen komplizierten Sachverhalt auf den Punkt bringen. Animierte Gifs, die Minifilmchen, sollte man nicht unterschätzen. Sie sind leicht erstellt und gehen gern viral.

Es ist also die Kreativität des Teams gefragt. Ohne professionelle Unterstützung klappt es aber meistens nicht. Dafür muss nicht die große und teure Grafikagentur gebucht werden, eine Online-Beratung durch Grafik-Expert*innen, wie beim Designservice 99designs von Vistaprint, gibt wertvolle Tipps und hilft bei der Umsetzung.

DON‘T: Hauptsache Bildchen

Visuelle Kommunikation nicht um jeden Preis! Jede Marketingmaßnahme muss zum Unternehmen passen, und sie sollte gut umgesetzt werden. Das fängt bei den Motiven an, sie sollten authentisch sein und zum Kommunikationsanlass passen. Der Begriff „Text-Bild-Schere“ drückt einen der größten Fehler bei der Bildauswahl aus: Das Bild passt schlichtweg nicht zum Text. Zudem muss die Qualität stimmen: Pixelige Fotos fallen auf. Wir sind durch die neuesten Smartphone-Kameras Qualität gewohnt. Und zu guter Letzt ist es die Idee hinter den „Bildchen“, die zählt und überzeugt.

MARKETINGMATERIAL

DO: Professionelles Auftreten

Obwohl wir im digitalen Zeitalter leben und der persönliche Kontakt durch Corona stark eingeschränkt war, wird der persönliche Kontakt mit Kund*innen und Geschäftspartner*innen auch in Zukunft wichtig bleiben. Für Unternehmer*innen ist in jeder Begegnung entscheidend, einen professionellen Eindruck zu vermitteln und die eigene Firmenmarke optimal beim Gegenüber zu positionieren. Hierbei spielen Marketingmaterialien (z.B. Visitenkarte) mit gutem Design und hoher Qualität eine wichtige Rolle.

DON‘T: Der bunte Blumenstrauß

Viel hilft nicht automatisch viel – Marketingmaterialien wollen gezielt eingesetzt werden: Liegen Informationen in vielen verschiedenen Formen und Farben auf dem Verkaufstresen oder auf dem Messestand, sind Kund*innen schnell überfordert. Bei der Umsetzung sollten Gründer*innen vielmehr die Zielgruppe im Visier behalten und auf eine hochwertige Umsetzung achten.

Der Autor Jörg Sutara ist General Manager Vistaprint Deutschland, Österreich und Schweiz. Zuvor hat er Erfahrung im eigenen Tech Startup, bei Amazon und FlixBus gesammelt. Der internationale Marketing- und Druckexperte Vistaprint ist Teil der 2014 gegründeten Cimpress Gruppe.

PR-Arbeit für Start-ups: Darauf kommt es an

Tue Gutes und rede darüber! PR macht Ihr Start-up zum Thema, über das die Medien berichten. Hier ein kleiner Leitfaden vom PR-Profi Peter Suwandschieff, Geschäftsführer der Wiener textwerk GmbH.

Vor allem für Start-ups und junge Unternehmen ist es von eminenter Bedeutung, den Markt von der eigenen Existenz in Kenntnis zu setzen. Da gerade zu Beginn des Unternehmertums meist die finanziellen Mittel für einen umfassenden und nachhaltigen Werbedruck fehlen, spielt Öffentlichkeitsarbeit oder Public Relations (PR) eine zentrale Rolle. Denn was nützt die genialste (Geschäfts)Idee, wenn die Zielpersonen sie nicht kennen. Daher sollten sich gerade Start-ups für das Kommunikationsinstrument PR entscheiden – nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber!

Das sorgt aber nicht nur für die nötige Bekanntheit, Medienberichte schaffen auch Vertrauen. Im Gegensatz zu Satire Medien oder Social Networks wie Twitter, Facebook, Google+ und Co wollen klassische Medien vor allem eines: sachlich informieren! Sie publizieren deshalb nur Inhalte, die zuvor nach den strengen journalistischen Kriterien geprüft wurden. Daher fungieren sie als Gratmesser für das, was sich tatsächlich auf unserem Planeten abspielt und was das für uns selbst bedeutet. Mit anderen Worten: Was Journalisten veröffentlichen, wird von uns als seriös und wahrhaftig anerkannt – als Nachricht mit einem Wert für uns. Dies gilt natürlich auch für Berichte über Sie oder Ihr Unternehmen.

PR ist die günstigste Form von Werbung

Haben Sie einmal die für Ihr Start-up relevanten Journalisten vom News-Wert Ihrer Botschaft überzeugt und es erscheint ein Bericht über Ihr Unternehmen – im Idealfall sogar mehrere in einigen Medien –, dann ist das aus mehreren Gründen wertvoll: Die Leser der Zeitung oder des Magazins (online und offline) bzw. die Rezipienten der TV- oder Radioanstalt wissen nicht nur, dass die Nachricht journalistisch geprüft und somit auch ernst zu nehmen ist. Aller Personen, die an der Thematik interessiert sind, werden den Bericht darüber hinaus ganz genau lesen oder mitverfolgen, um möglichst viele Informationen darüber zu erhalten.

Wir alle wissen aber, dass auch Medien Unternehmen sind, die den Gesetzen des wirtschaftlichen Gebarens gehorchen müssen. D.h., sie brauchen Einnahmequellen. Der Kaufpreis am Kiosk allein reicht schon lange nicht mehr aus, um etwa Personal- und Druckkosten oder sonstige Aufwendungen zu decken. Daher werden „Flächen“ für kommerzielle Werbung zur Verfügung gestellt. Und diese Werbeflächen sind teuer. Wenn Sie den redaktionellen Platz in jenen Medien, die über Sie berichtet haben, mit den Kosten vergleichen, die für eine Werbeeinschaltung angefallen wären (dazu können Sie die Mediadaten der jeweiligen Medien heranziehen), werden Sie Ihr blaues Wunder erleben! Deshalb bezeichne ich gute PR gern auch als die günstigste Form von Werbung. Und: Wie bereits erwähnt, wird ein redaktioneller Bericht ganz anders wahrgenommen als etwa ein Anzeigensujet oder eine Business-Promotion.

Medienpräsenz wirkt nachhaltig

Öffentlichkeitsarbeit beeinflusst aber auch das Image einer Marke oder eines Unternehmens enorm. Gerade durch regelmäßige PR lässt sich der Markenkern bzw. der Spirit Ihres Unternehmens auf eine sehr persönliche Weise und effektiv transportieren, ohne dabei den potenziellen Kunden oder Auftraggebern etwas verkaufen zu wollen. Das hilft Ihnen zudem dabei, Ihr junges Unternehmen bzw. Ihre Marke am Markt zu positionieren.

Auch wenn PR mit Sicherheit nicht als direktes Verkaufsinstrument zu bezeichnen ist, werden Ihre Zielpersonen genau dann, wenn Sie vor der Wahl zwischen Ihrem Produkt/Ihrer Dienstleistung und dem Produkt/der Dienstleistung eines anderen, unbekannten Anbieters stehen, sich mit großer Wahrscheinlichkeit für Ihr Angebot entscheiden, weil sie es bereits aus den Medien kennen. Und ein interessanter Medienbericht bleibt den Rezipienten für sehr lange Zeit im Gedächtnis. Was natürlich nicht bedeutet, dass Sie alle paar Jahre einmal eine Presseaussendung versenden und das war´s dann. Mitnichten: So richtig wirkungsvoll ist PR dann, wenn Ihre Botschaften immer wieder in den Medien auftauchen.

Gute PR liefert die richtigen Inhalte

Journalisten brauchen interessante Geschichten für ihre Leser – also die Zielpersonen für Ihre Produkte oder Dienstleistungen. Die Kunst der Pressearbeit besteht darin, sich von den zahlreichen Mitteilungen abzuheben, die tagtäglich über unterschiedliche Kanäle an Journalisten herangetragen werden. Alles muss darauf ausgerichtet sein, dass der Nachrichtenwert Ihrer Aussendung auf den ersten Blick erkennbar ist. Das beginnt bereits bei der Auswahl des richtigen Betreffs der E-Mail, die Ihren Pressetext befördert.

Versuchen Sie, sich selbst in die Lage eines Journalisten zu versetzen, der an jedem einzelnen Tag je nach Medium und Ressort bis zu 300 E-Mails erhält – die allermeisten davon sind Presseaussendungen von anderen Unternehmen, die genau dasselbe wollen, wie Sie: Medienpräsenz. Um dieser E-Mail-Flut Herr werden zu können, wird rigoros selektiert. Alle Nachrichten, die es vor diesem Hintergrund nicht binnen Sekunden schaffen, die Aufmerksamkeit der Journalisten zu erregen, werden gelöscht.

Die gute Nachricht: PR funktioniert! Dazu sind allerdings einige Aspekte bei der Erstellung Ihrer Pressemitteilung zu beachten.

Ein guter Pressetext hat einen tauglichen Aufhänger

Der Aufhänger eines Start-ups ist zu allererst natürlich die Gründung des Unternehmens – mit allen dazugehörenden Fakten und Details. Danach können etwa der Launch neuer Tools und Dienstleistungen, die Expansion, Partnerschaften mit anderen Unternehmen, Jubiläen, Personalien uvm. kommuniziert werden. Sie können natürlich auch selbst proaktiv Themen setzen, wenn dies zu ihrem Unternehmen bzw. zu Ihren Produkten oder Dienstleistungen passt. Z.B. könnte ein Mentaltrainer den nahenden Jahreswechsel insofern PR-technisch nutzen, als er beispielsweise Tipps gibt, wie all die guten Vorsätze für das kommende Jahr auch tatsächlich umgesetzt und nicht nach einer Woche wieder vergessen werden. Oder wie man zu Frühlingsbeginn dem Winterspeck effektiv und ohne Jo-Jo-Effekt den Garaus macht und so auch die Chancen beim jeweils anderen Geschlecht deutlich steigert.

Auf jeden Fall muss Ihr Pressetext aktuell und relevant sein und einen Nachrichtenwert aufweisen! Auf keinen Fall jedoch dürfen Werbebotschaften darin enthalten sein!

Erstellung und Pflege des Verteilers

Mindestens genauso wichtig wie der Inhalt Ihrer Pressemitteilung ist der Verteiler – die Liste jener Journalisten also, die Sie mit den News aus Ihrem Hause beliefern wollen. Hier kommt vor allem der Aspekt der Relevanz zum Tragen. Wie bereits beschrieben, werden Pressemeldungen, die aus Sicht des Journalisten nicht relevant sind, gleich gelöscht und Ihre Arbeit war um sonst. Im Extremfall – nämlich dann, wenn Sie Journalisten immer wieder mit irrelevanten Botschaften „zuspammen“ –, landen Sie mit Ihrem Unternehmen auf einer imaginären Blacklist, und Ihre E-Mails werden ab diesem Zeitpunkt ignoriert.

Aus diesem Grund sollte bei der Erstellung des Medienverteilers größte Sorgfalt an den Tag gelegt werden. Im Zweifelsfall beim jeweiligen Medium anrufen und den für das passende Ressort zuständigen Journalisten erfragen. Da auch Journalisten nur Menschen sind, ergeben sich naturgemäß auch in der Medienlandschaft personelle Veränderungen, Karenz- oder Auszeiten, die es notwendig machen, den Verteiler auf den neuesten Stand zu bringen – das ist zumindest vor jeder geplanten Aussendung durchzuführen.

Aufbau einer Beziehung zu den Journalisten

Es ist vermutlich nur sehr schwer möglich, sämtliche Journalisten, die für Ihre Unternehmenskommunikation von Bedeutung sind, persönlich kennenzulernen. Aber jede Ihrer Presseaussendungen bietet immer auch die Möglichkeit, zumindest ein kurzes Telefonat über das aktuelle PR-Thema mit den Medienvertretern zu führen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass Sie sich vorstellen und in Erinnerung rufen können, im Zuge dieses Telefonats können Sie außerdem den News-Wert Ihrer aktuellen Aussendung noch einmal verbal und eventuell etwas angepasst vortragen und versuchen, Interesse dafür zu generieren.

Doch dabei ist sehr viel Fingerspitzengefühl notwendig. Druck und Ungeduld sind vollkommen fehl am Platz, schließlich hat niemand von uns ein wie auch immer geartetes Recht auf Berichterstattung. Es obliegt ausschließlich der Redaktion, was publiziert wird und was eben nicht.

Eine weitere Möglichkeit der Pflege von Journalistenbeziehungen sind Events, zu denen Sie die Journalisten einladen. Das können Ausflüge oder kleine Reisen sein, Verkostungen, Führungen, ... Ihrer Kreativität sind dabei fast keine Grenzen gesetzt.

Regelmäßig kommunizieren

Sobald Sie kein völlig unbeschriebenes Blatt mehr für die Journalisten sind, haben Sie es bei Ihren künftigen Aussendungen schon um ein Vielfaches leichter. Wichtig daher: dranbleiben! Versorgen Sie Ihre Key-Journalisten regelmäßig mit News aus Ihrem Hause. Doch Vorsicht! Machen Sie auf gar keinen Fall ein Dogma daraus! Denn nur, um eine vordefinierte Frequenz einzuhalten, eine Pressemeldung ohne jegliche Relevanz zu verschicken wird in der Regel keinen Erfolg zeitigen.

Ganz im Gegenteil. Es ist sogar kontraproduktiv und all Ihre Anstrengungen, die Sie unternommen haben, um sich den Journalisten gegenüber als relevante Informationsquelle zu positionieren, können dann schnell vergeblich gewesen sein. Und: Es kostet ein Vielfaches an Kraft, das verspeilte Vertrauen erneut aufzubauen. Ergo: Nur, wenn Sie tatsächlich etwas mitzuteilen haben, sollten Sie die Journalisten mit einer Pressemeldung dazu beliefern.

Der Autor Peter Suwandschieff ist Geschäftsführer der textwerk GmbH, PR-Profi für KMU und Start-ups, www.textwerk.at

Neue Bilderweiterung bei Google Ads

Neue Bilderweiterung sorgt für zusätzlichen Wiedererkennungswert bei Online-Anzeigen via Google. So funktioniert das neue Tool.

Seit Jahren dominiert Google bereits den Suchmarkt. In der EU beträgt der Anteil Googles an der Internetsuche mehr als 90 Prozent. Um möglichst weit oben im Index der Suchmaschine aufzutauchen, setzen deshalb immer mehr Unternehmen oder Selbstständige auf Google Ads – also die gezielte Werbung auf dieser Suchmaschine. Oft fällt es Unternehmern allerdings schwer, auf dem begrenzten Platz einer Anzeige Alleinstellungsmerkmale zu liefern, die den angebotenen Service von der Konkurrenz abheben.

Mit der Google-Ads-Bilderweiterung bietet der Online-Konzern Werbetreibenden nun jedoch die Möglichkeit, ihren Suchanzeigen zusätzlichen Wiedererkennungswert zu verleihen. Nach einer rund halbjährigen Testphase ist diese Erweiterung seit Ende Mai für alle Nutzer verfügbar. „Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. So springen Anzeigen mit zusätzlichen Bildern denjenigen ins Auge, die aktiv auf der Suche nach einem Produkt oder einer Leistung sind. So können die Darstellungen auf einen Blick kaufentscheidende Informationen mitliefern“, berichtet Andreas Karasek, Geschäftsführer der Agentur SEM Berater. Davon profitieren besonders Werbetreibende, deren Angebote sich nicht gut in wenige Worte fassen lassen.

Die wichtigsten Voraussetzungen zur Nutzung

Seit dem 28. Mai 2021 ist die Bilderweiterung nach einem Beta-Test für alle Werbetreibenden mit einem Google-Ads-Konto verfügbar – allerdings muss das Konto seit mindestens 90 Tagen bestehen. Zudem muss der Werbetreibende in einer geeigneten Branche tätig sein. Als ungeeignet betrachtet der Internet-Konzern beispielsweise Seiten, die sich mit Glücksspiel befassen. Erfüllen Werbetreibende die Richtlinien, lässt sich die Bilderweiterung mit einem einfachen Klick in den Kontoeinstellungen aktivieren. „In einzelnen Fällen ist die Erweiterung noch nicht im Account verfügbar, Google-Techniker arbeiten derzeit aber bereits an einer Lösung. Betroffene sollten diesen Bug einfach dem Support-Team melden – es gibt immer eine Verlinkung zum Hilfe-Center mit der Option zur direkten Kontaktaufnahme“, weiß Karasek.

Ähnlich wie bei anderen Google-Anzeigen überprüft das Support-Team zunächst die Bilder und schaltet diese dann bei unbedenklichen Motiven frei. Irreführende oder unkenntliche Bilder führen jedoch schnell zur Ablehnung. Es besteht allerdings die Möglichkeit, diese nachzubearbeiten und erneut zur Prüfung einzureichen. „Ich empfehle auch die dynamische Bild-Erweiterungen zu nutzen, um das Potenzial der Neuerung maximal auszuschöpfen. Die zusätzliche Funktion extrahiert ausgewählte Bildinhalte von der gelinkten Landingpage und setzt diese bei relevanten Anfragen zur Illustration der Suchanzeige ein. So lassen sich ohne viel Aufwand jeweils passende Suchanzeigen erstellen“, erklärt Karasek weiter.

Gefordert: Natürliche Bilder mit eindeutigen Motiven

Um die Bilderweiterung zu nutzen, müssen Werbetreibende zunächst Bilder in JPG-, PNG- oder GIF-Format hochladen. Google erlaubt zwar nur quadratische Bilder oder 1,9:1-Querformate, jedoch können Bilder im eingebundenen Editor zugeschnitten werden. Es lassen sich bis zu 20 eigene Bilder einstellen und nutzen. „Dabei wird zwischen Erweiterungen auf Anzeigengruppen- und Kampagnenebene unterschieden. Geschaltete Bilderweiterungen auf Anzeigengruppenebene sind spezifischen Keywords zugeordnet. So lässt sich kontrollieren, bei welcher Suchanfrage die Bilder begleitend auftauchen“, sagt der Online-Marketing-Spezialist und ergänzt: „Die Kampagnenebene erstreckt sich über alle Maßnahmen. Bilder in dieser Kategorie können zu jeder Suchanzeige geschaltet werden, die mit der Kampagne verknüpft ist. So lassen sich auch mit wenigen Assets viele Anzeigen illustrieren.“ Damit die Bilderweiterungen auch zum Erfolg führen, gilt es dabei das Wesentliche nicht aus dem Blick zu verlieren. Motive, die den Betrachter rätseln lassen, worum es eigentlich geht, verfehlen den Grundgedanken der neuen Funktion. Logos und Werbebanner als Bildanzeige zu nutzen, ist ebenfalls nicht ratsam. In Bildeditoren erstellte Grafiken und Texte können zur Ablehnung der Ausspielung führen – besser natürliche Bilder mit minimaler Nachbearbeitung verwenden.

Die Mischung macht's

Insgesamt empfiehlt es sich für Werbetreibende, eine gute Mischung verschiedener Bilder für die Suchanzeigen auszuwählen – drei bis vier Motive sind dabei für die meisten ausreichend. Produktbilder mit einfachem Hintergrund und Symbolbilder für Leistungen oder abstrakte Konzepte haben sich in diesem Kontext bewährt. Um zu prüfen, ob die Anzeigen die gewünschten Effekte erzielen, sollten Werbetreibende die umfangreichen Analyseoptionen nutzen. So lassen sich beispielsweise unpopuläre Anzeigen bei umkämpften Keywords durch andere ersetzen. „Kosten werden dabei, wie bei anderen Anzeigen, pro Klick berechnet. Für das zugehörige Bild zahlen Werbetreibende keine Zusatzkosten – es lohnt sich also auf jeden Fall, die Bilderweiterung zu nutzen“, sagt Karasek abschließend.

Online-Shop gründen – Aber welche Produkte soll man verkaufen?

Ein Online-Shop ist schnell eingerichtet. Wie in jedem Business bedarf es dabei eines genauen Plans, der wirtschaftliche Ziele beschreibt und Fragen der Organisation behandelt. Zudem sind Produkte zu finden, die einen Absatz versprechen. Dazu nützliche Tipps und To Do’s.

Schon vor der Coronakrise war die Entwicklung im E-Commerce beeindruckend und wies jährliche Umsatzsteigerungen von über zehn Prozent auf. Dieser Trend hat sich während der Krise gezwungenermaßen verstärkt. Sorgten doch die zahlreichen Kontakt- und Ausgangssperren in Verbindung mit Ladenschließungen dafür, dass die Deutschen ihre Einkäufe vom Sofa oder vom Küchentisch aus veranlassen.

So verzeichnete der Online-Handel im vergangenen Jahr einen Anstieg von 15 Prozent des Vorjahres und belief sich auf 83 Milliarden Euro Umsatz. Deshalb erstaunt es wenig, dass immer mehr Menschen auf diesen Zug aufspringen möchten. Ein Online-Shop ist schnell eingerichtet. Wie in jedem Business bedarf es dabei eines genauen Plans, der wirtschaftliche Ziele beschreibt und Fragen der Organisation behandelt.

Zudem sind Produkte zu finden, die einen Absatz versprechen. Sie müssen für die Kunden so interessant sein, dass sie zugreifen und einen Umsatz generieren, der das Geschäft am Laufen hält. Für die Auswahl dieser Produkte gibt es Schemata, denen man folgen kann, damit das Start-up nicht zum unübersichtlichen Abenteuer mutiert.

Nützliche Tipps, ein perfektes Produkt zu finden

Bei einigen Online-Händlern stand die Produktidee Pate, um einen Online-Shop einzurichten. Der weitaus größte Teil jedoch vertraut auf das System E-Commerce und macht sich dann erst auf die Suche nach geeigneten Produktlinien.

Dafür gibt es einige Richtlinien, um die Auswahl Schritt für Schritt einzuschränken, damit nur erfolgversprechende Waren ins Sortiment aufgenommen werden.

Trends erkennen

Ein erster Ansatz ist es, Trends zu finden und zu übernehmen. So waren es z.B. die winterlichen Temperaturen, welche die Benutzung eines Smartphones komplizierten. Wer damals auf sogenannte Touchscreen-Handschuhe setzte, erzielte beneidenswerte Umsätze.

Aktuell liegen laut https://cbd360.de/ CBD-Produkte im Trend. Die rauschfreie Variante des Cannabis steht am Anfang einer Entwicklung, die sich mit dem Fortschreiten der Legalisierungsbemühungen um Cannabis beschleunigen wird.

Die Umwelt wahrnehmen

Wer mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, entdeckt oft Probleme, Haken und Kleinigkeiten, die vielleicht durch ein bestimmtes Produkt unterbunden werden können.

Dabei muss das Rad nicht neu erfunden werden. Meist reicht es aus, durch kleine Verbesserungen an Produktkategorien neue Marktsegmente zu öffnen. Je größer dabei der Problemdruck ist, desto eher sind Menschen bereit, zur Lösung Geld auszugeben.

Keyword Recherche

Der überwiegende Teil der Verbraucher orientiert sich beim Kauf inzwischen an Google, um Produkte zu finden und Preise zu vergleichen. Bei der Produktfindung hat sich eine relativ neue Disziplin etabliert. So hat sich herausgestellt, dass viele Unternehmen mit SEO (Suchmaschinenoptimierung) ihre Sichtbarkeit im Internet erhöhen und Umsätze steigern können.

Eine Basisdisziplin der SEO ist die Keyword-Recherche. Dabei erscheinen gefragte Produkte bei Google auf den ersten Plätzen. Wer sich auf diese Recherchen konzentriert, kann entdecken, welche Verbrauchertrends zu erkennen und welche Produkte im Moment gut absetzbar sind.

Eigene Interessen berücksichtigen

Oft ist es ratsam, seine eigenen Interessen einzubeziehen, um einen Einstieg ins Online-Geschäft vorzubereiten. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass schon ein Zugang zu den betreffenden Produkten besteht. Mit einer gewissen Affinität zur Ware wächst die Begeisterung und der Enthusiasmus zum Geschäft.

In der Regel ist dann schon Fachwissen vorhanden und gegenüber dem Kunden kann Autorität, Glaubwürdigkeit und Vertrauen vermittelt werden. Zudem ist die Zielgruppe bekannt. Zu Beginn ist es förderlich, Bekannte und Familie bei der Produktsuche “einzuspannen” und zu bitten, auf Alltagsprobleme und -produkte zu achten, die in deren Umfeld Interesse erwecken.

Produktnische suchen

Mit der Eingrenzung der passenden Nische ist für Start-ups im E-Commerce ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan. Dabei wird sich auf eine spezielle Kundengruppe konzentriert, die ein kaufstarkes Interesse verspricht. Der Online-Shop wird auf diese Nische ausgerichtet und Marketing-Konzepte, Lieferantenauswahl und Preisgestaltung angepasst.

Das Segment sollte möglichst genau definiert werden, weil bei großen Nischen der Konkurrenzdruck entscheidend höher liegt und für Beginner entsprechende Hürden bereithält. Eine überschaubare Nische ermöglicht es, mit geringem Startkapital und einem begrenzten Budget für Lagerhaltung zu arbeiten. White-Label- und Franchise-Ansätze eignen sich dazu ebenso wie das Konzept des Dropshippings. Bei Erfolg kann das Geschäftsmodell dann angepasst und ausgeweitet werden.

Virale Instagram Postings

Wir alle wollen doch, dass unsere Postings viral gehen, wir viele Likes bekommen, Connections mit unserer Community knüpfen und neue Follower generieren. Denn das ist mit gutem Content absolut möglich! Wie du virale Postings erstellst, erfährst du in den folgenden 5 Schritten.

Schritt 1: Lege deine Nische fest

Mit Nische ist ein grobes Themengebiet gemeint, um das es in deinen Postings geht. Bedienst du deine Nische, erstellst du also Inhalte für eine bestimmte Zielgruppe, dessen Bedürfnisse du sehr gut kennst. Je eindeutiger deine Nische ist, desto besser kannst du wachsen. Stell es dir wie bei Netflix vor: hättest du lieber jeweils eine Folge von 10 Serien oder 10 Folgen von einer Serie? Ähnlich ist es bei deinem Instagram Kanal.

Schritt 2: Unterteile deine Nische in Content Pillars

Fokussierst du dich auf ein bestimmtes Thema, wirst du schnell als Expert/in auf deinem Gebiet wahrgenommen. Nun teilst du deine Nische in verschiedene Themenbereiche ein. Ist deine Nische zum Beispiel Fitness, so wären beispielsweise deine Content Pillars: vegane Rezeptideen, Home Workouts, Holistic Living und Yoga.

Schritt 3: Lege deine Zielgruppe fest

Analysiere dafür deine Zielgruppe. Überlege dir ganz genau, wer deinen Content sieht bzw. sehen soll. Wie sieht diese Person aus? Welche Probleme, Wünsche, Ängste und Träume hat diese Person? Lerne deine Zielperson in und auswendig kennen, um sie wirklich zu verstehen und dementsprechend Content für sie zu produzieren.

Schritt 4: Was sind die Pain Points deiner Zielgruppe

Mit Pain Points sind die Probleme gemeint, die deine Community hat. Angelehnt an unser Beispiel wäre ein Pain Point zum Beispiel „Ich habe keine Zeit für Sport“. Unsere Aufgabe ist es jetzt, diesen Pain Point = das Problem, mit Content zu lösen bzw. eine Lösung aufzuzeigen.

Schritt 5: Content als Lösung

Erschaffe also Inhalte, die genau auf deine Zielgruppe und deren Pain Pints abgestimmt sind. Wenn unser Problem also ist „Ich habe keine Zeit für Sport“, so könnte ein Content Piece sein: „3 Home Workouts, die unter 10 Minuten dauern“ oder „kurze, aber effektive Übungen für Zwischendurch“.

Unsere Community soll sich verstanden fühlen und wir präsentieren ihnen Lösungen zu Problemen, von denen sie vielleicht nicht mal wussten, dass sie sie unterbewusst haben. Dein Ziel ist es letztendlich, dein Angebot an deine Nische auf Instagram zu vermarkten. Dafür gibt es verschiedenen Möglichkeiten, wie Online-Kurse, Workshops, Mentorings oder die eigenen Produkte zu verkaufen. Wichtig ist aber, dass die Angebote auf die Kaufmotive deiner Zielgruppe angepasst sind.

Deine Action Steps sind also:

  • Lege deine Nische fest.
  • Unterteile sie in Content Pillars.
  • Lerne deine Zielgruppe kennen.
  • Analysiere die Pain Points.
  • Produziere Content der eine Lösung zu den Problemen/Pain Points deiner Zielgruppe bietet.

 Nun weißt du also, wie du deine Instagram Postings so gestaltet kannst, dass sie viral gehen. Jetzt heißt es nur noch, ANFANGEN!

Die Autorin Hannah Geuenich ist seit über 5 Jahren Content Creator auf Instagram, YouTube und ihrem eigenen Blog white.tulips. Anfang 2020 hat sie The Creator Concept, gegründet und bietet Coaching-Programme, Kurse, eine Membership und digitale Produkte an, die dabei unterstützen, Erfolg auf Social Media zu bekommen.

Kundengewinnung und -bindung unkonventionell

So können Start-ups ausgetretene (Marketing-)Pfade verlassen.


Es ist ein Spiel, das nie endet. Ein Spiel, das nicht nur für keinen Gewerbetreibenden optional ist, sondern eines, das seine Teilnehmer zwingt, ständige Erfolge einzufahren. Der Lohn ist ein gesundes Unternehmen. Auf der anderen Seite wartet auf diejenigen, die nicht erfolgreich spielen, erst die wirtschaftliche Stagnation und dann meistens über kurz oder lang der Absturz. Als wenn das nicht schon genug Druck erzeugen würde, wird das Spiel auch umso leichter, je mehr erfolgreicher die Spieler sind.

Nein, dahinter verbirgt sich kein Kartenspiel, keine Roulette-Kugel. Es ist das Spiel um die Kundengunst. Die Kunst, ständig neue anzulocken und diejenigen, die das Unternehmen schon kennen, für lange Zeit zu halten.

Der einzige echte Vorteil, den auch Gründer dabei haben ist, dass dieses Spiel fast keine Regeln kennt. Um es zu meistern, sind demnach auch unkonventionelle Methoden absolut probat, solange der Aufwand das Resultat rechtfertigt.

1. Unkonventionelle Neukundengewinnung

Neukunden sind vielen Unternehmern zwar die beliebtesten Kunden; sie sind jedoch typischerweise auch um ein Mehrfaches teurer als Bestandskunden. Das bedeutet, dass alle Maßnahmen bei einem möglichst hohen Prozentsatz erfolgreich sein sollten – und vieles, was dazu möglich ist, ist ein Teilbereich des beliebten Guerillamarketings.

Überraschend anders: Ambient Marketing

Außenwerbung ist ein Klassiker. Doch obwohl Ambient Marketing ebenfalls außerhalb des Heimes der Zielgruppenmitglieder stattfindet, handelt es sich dennoch nicht um klassische Außenwerbung.

Viel mehr ist Ambient Marketing die Kunst, potenzielle Kunden mit außergewöhnlichen Ideen dort zu überraschen, wo sie es nicht vermuten. Ein Beispiel für eine mustergültige Ausführung dieses Gedankens ist eine Kampagne des Schweizer Uhrenherstellers IWC. Dieser versah Halteschlaufen in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Deckstreifen, auf denen sein neues Uhrenmodell in Originalgröße aufgedruckt war. Nutzten Pendler die Schlaufen, legten sie sich praktisch diese Uhr ums Handgelenk.

Ein anderes Beispiel, das zudem auch noch unzweifelhaft vom Vertrauen des Herstellers in sein Produkt zeugte, war eine Kampagne des Herstellers 3M. Dieser bewarb sein neues Sicherheitsglas auf unkonventionelle Weise: Er bestückte eine Werbeaufsteller mit diesem Glas, füllte den Zwischenraum mit (angeblich) drei Millionen Dollar und versprach: wer das Glas (unter gewissen Regeln) zerbricht, darf das Geld behalten …

Letztendlich funktionieren alle Ambient-Marketing-Maßnahmen nach diesem Rezept: Eine überraschende Werbung, die idealerweise dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollte – und vielleicht ein dazu passendes verblüfftes Kopfschütteln.

5 Tipps für erfolgreiches Coupon-Marketing

Damit der Deal nicht zur Katastrophe wird: Couponing-Anbieter wie Groupon, Daily Deal & Co. locken mit großen Reichweiten. Deal-Experte Mathias Jacobs (Foto) von tagesangebote.de zeigt, wie die Aktion zum Erfolg wird.

Besonders im Dienstleistungssegment plagt viele Unternehmen das gleiche Problem: Das eigene Geschäftsmodell steht, die angebotene Leistung ist ausgereift und hochwertig, doch leider fehlt die nötige Bekanntheit, um das Geschäft anzukurbeln. Mit Millionen von Newsletter-Abonnenten, breitgestreuten Werbeaktionen und großer sozialer Community, bieten Couponing-Anbieter wie Groupon oder Daily Deal deshalb besonders für mittelständische Unternehmen noch immer großes Marketing-Potenzial, um mit wenig Aufwand hohe Wellen zu schlagen. Da die Anbieter für Unternehmer jedoch die ein oder andere Tücke beim Aushandeln der Kooperationen bereit halten, verrät Deal-Experte und Gründer der Vergleichsplattform tagesangebote.de Mathias Jacobs fünf einfache Tricks, um die Gutschein-Aktion zum Erfolg zu führen.

1. Nicht die Butter vom Brot nehmen lassen: Erfolg ist Verhandlungssache

Das Aufsetzen eines Deals ist für Unternehmer sehr unkompliziert. Die Erstellung der Landing-Page, entsprechende Werbemaßnahmen sowie die redaktionelle Gestaltung und Zahlungsabwicklung des Deals übernehmen komplett die Couponing-Anbieter. Der Unternehmer muss lediglich die Rahmenbedingungen aushandeln und die inhaltlichen Details zum Angebot mitteilen. Doch genau hier kann es mitunter schon schwierig werden, denn gerade unerfahrene Unternehmer neigen dazu, den Vorgaben der Anbieter einfach zuzustimmen. Auf diese Weise kommt jedoch im schlimmsten Fall eine Aktion zu Stande, die dem Unternehmen auf lange Sicht eher schadet als hilft. Die Devise heißt deshalb: Stets den eigenen Vorteil im Auge behalten und die günstigsten Konditionen heraushandeln. "Auch wenn hierfür teilweise etwas Verhandlungsgeschick erforderlich ist, die Vorgaben der Anbieter müssen keinesfalls kommentarlos hingenommen werden. Im Endeffekt sind die Dienste auf die Unternehmer angewiesen und nicht umgekehrt. Also keine Angst, hartnäckig zu bleiben bis das Angebot passt", rät Mathias Jacobs.

2. Nicht zu viel und nicht zu wenig: Dealpreis und Provision

Alle Couponing-Anbieter leben gleichermaßen von der Provision der Angebote, die im Normalfall 50 Prozent des Dealpreises beträgt und fällig wird, sobald ein Deal gekauft wurde. Bei prozentualen Nachlassen muss der Deal hierzu jedoch nicht zwangsläufig auch beim Anbieter eingelöst worden sein. Um finanzielle Einbußen für nicht eingelöste Deals zu vermeiden, sollte deshalb gerade bei sehr attraktiven Angeboten die Provision nachverhandelt werden. "Gerade bei der Provision ist es sicherlich nicht leicht, die Anbieter von einer günstigeren Verteilung zu überzeugen. Unternehmer mit sehr trendigen oder praktischen Leistungen sollten es aber in jedem Fall versuchen", so Jacobs. Auch der vorgeschlagene Dealpreis vom Anbieter sollte gut durchdacht werden. Da das Ziel einer Couponing-Aktion in den meisten Fällen die Gewinnung neuer Bestandskunden ist, sollte der Preis angemessen für die erbrachte Leistung sein und niemals zu niedrig gewählt werden. "Extreme Schnäppchenjäger, die nur wegen des Angebots ins Geschäft kommen, lassen sich in den seltensten Fällen zu Bestandskunden umwandeln", weiß Mathias Jacobs.

3. Kurz und limitiert: Laufzeit und Deal-Anzahl

Ohne Nachverhandlung werden alle Deals in der Regel 24 Stunden auf der Plattform präsentiert und können innerhalb dieser Zeit von beliebig vielen Käufern erworben werden. Die Gutscheine sind danach im Normalfall 24 Monate gültig. Gerade kleine Unternehmen werden auf diese Weise oft von dem großen Erfolg der Aktion regelrecht überrollt und können die vielen Kunden nur unzureichend bedienen oder müssen die Kooperation zwei Jahre lang "abarbeiten". Deshalb gilt es stets für die Aktion einen sinnvollen zeitlichen Rahmen zu verhandeln und die Deal-Anzahl unbedingt auf die Möglichkeiten des eigenen Unternehmens zu limitieren.

4. Günstiger Preis verlangt entsprechende Leistung: Leistungsumfang des Deals

Was Unternehmer niemals vergessen sollten: Finanziell lohnen sich Couponing-Aktionen in den seltensten Fällen, es geht primär um die Bekanntheitssteigerung und die Erweiterung des Kundenstammes. Die angebotene Leistung sollte dementsprechend so gewählt werden, dass sie einerseits nicht zu viele Kosten verursacht, andererseits aber auch gut neben dem normalen Tagesgeschäft angeboten werden kann, ohne dieses zu beeinflussen. So kann man die Angebote zum Beispiel auf bestimmte Wochentage oder Uhrzeiten eingrenzen. Die Leistungen müssen zwar dennoch attraktiv für potenzielle Neukunden erscheinen, dürfen das Geschäft jedoch nicht in den Ruin treiben. "Von der zeit- und kostenintensivsten Leistung ist dementsprechend abzusehen, auch wenn der Deal-Anbieter diese eventuell fordert", so Mathias Jacobs, Gründer und Geschäftsführer von tagesangebote.de.

5. Kundenansturm nutzen: Cross-Selling-Angebote

Eine Möglichkeit, die Kooperation auch auf finanzieller Ebene rentabel zu gestalten, bieten Cross-Selling-Angebote, über die sich Unternehmer bereits im Vorhinein Gedanken machen sollten. Der große Vorteil einer erfolgreichen Couponing-Aktion ist der Besucheransturm. Unternehmen wird somit die Möglichkeit gegeben, viele interessierte Kunden von den angebotenen Leistungen zu überzeugen. Das funktioniert natürlich am besten, wenn die zusätzlichen Angebote auf den Deal-Umfang abgestimmt sind und diesen optimal ergänzen.

Über www.tagesangebote.de
2010 durch myliveshopping.de-Gründer Mathias Jacobs (Foto) ins Leben gerufen, begleitet die Plattform den Couponing-Trend in Deutschland von Beginn an und zählt u.a. namhafte Anbieter wie Groupon, Daily Deal, Ab in den Urlaub Deals und Qypedeals zu seinen Partnern.

Werben mit kleinem Budget


Alles ist Werbung – und Idee schlägt Budget. Diesen simpel anmutenden Leitsatz können sich gerade Gründer mit eher kleinem Budget zunutze machen. Wie Sie mit geringen Kosten effektiv für sich werben.

 

 

Beginnen Sie mit einem guten Namen

Was kommt eigentlich gleich nach der Geschäftsidee? Natürlich der Name! Ein guter Name muss her – einprägsam, überzeugend, wohlklingend. Aber was ist eigentlich ein guter Name – mal abgesehen vom Bauchgefühl? Das Wichtigste: Der Name muss Ihr Unternehmen von anderen unterscheiden: Hüten Sie sich auf jeden Fall davor, wie jemand anderes zu heißen und vermeiden Sie darüber hinaus auch jede Ähnlichkeit mit Ihrem Wettbewerber.

Vom guten Namen zum perfekten Logo

Nach dem Namen kommt das Logo – Ihr Firmenzeichen. Das Logo hat die gleiche Aufgabe wie der Name – es soll Sie unverwechselbar machen. Auch hier gleich wieder der Grundsatz: Seien Sie anders als die anderen. Und bleiben Sie einfach!

Geschäftspapiere können auch werben

Geschäftspapiere? Das sind Briefbögen, Fax-Nachrichten, Lieferscheine, Rechnungen, Auftragsbestätigungen, Preislisten, Quittungen. Wer clever ist, nutzt diese Standarddrucksachen auch für Werbeaussagen. Durch Schrift, durch Grafikelemente wie einen farbigen Balken beispielsweise: Nutzen Sie die rechte Briefseite, um Ihr Schreiben aus der Masse hervorzuheben. Eine andere Idee: Platzieren Sie Ihr Logo hell (also leicht transparent) in der Mitte des Briefbogens. Ihre darüber gedruckte Korrespondenz bleibt weiter lesbar, obwohl Ihr Logo unübersehbar groß abgebildet ist. Ergänzen Sie jeden Geschäftsbrief durch ein P.S., mit dem Sie z.B. auf aktuelle Angebote hinweisen: Wenn Sie einen Slogan haben, setzen Sie ihn unter das Logo. Bedrucken Sie die Brief-Rückseite mit einem Kurzporträt Ihres Unternehmens, mit Pressestimmen oder Hinweisen auf Auszeichnungen.

Visitenkarten, die endlich mal auffallen

Bei Visitenkarten bleibt neben Logo, Name, Anschrift, den Angaben zu den üblichen Kommunikationsverbindungen, Berufs- oder Funktionsbezeichnung nicht mehr viel Platz für eine besondere Gestaltung. Aber jede Visitenkarte hat auch eine Rückseite. Auf der können Sie beispielsweise folgende Informationen platzieren: eine Anfahrtsskizze, ein Foto Ihres Geschäfts, ein Foto von sich selbst, das Foto eines Produkts, die URL Ihrer Homepage, saisonale Angebote, Hinweise auf besondere Leistungen Ihres Geschäfts und vieles mehr. Aber dabei bloß nicht verkünsteln!

Flyer und Prospekte

Dank des Preiskampfes in der Druckbranche bekommt man Flyer heute sensationell günstig. Haben Sie keine Angst vor Onlinedruckereien, die mit Sonderangeboten locken. Bei den meisten Anbietern stimmt die Qualität – auch wenn die Preise klein sind.

Auf ins Web: Hier werden Sie gefunden!

Muss Ihr Unternehmen im Netz vertreten sein? Natürlich! Aber Sie brauchen dazu keine Unternehmens-Webseite. Der allererste Schritt führt heute zu Google. Im sogenannten Branchencenter können Sie Ihr Unternehmen kostenlos eintragen. Dann zeigt Google Ihr Unternehmen bei passenden Suchanfragen an. Es platziert Ihr Unternehmen in den Google Maps. Und diese Daten finden bereits heute Eingang in Navigationssysteme. Denn heute navigiert man nicht nur mit dem Auto zu Ihnen, sondern mit dem intelligenten Handy der neuesten Generation.

Der zweite Schritt: die eigene Homepage

Wenn die Webseite lediglich einer Darstellung des Unternehmens und seiner Produkte dient – ohne dass dahinter Kaufprozesse abgewickelt werden müssen –, ist das Ganze weitaus weniger kompliziert als Sie denken. Denn in eine Basis-Webpräsenz gehören nur ein paar wenige Inhalte. Aufstocken oder ausbauen können Sie später noch immer. Nutzen Sie dabei Standardsoftware und erstellen und pflegen Sie Ihre Webseite selbst.

Das Web 2.0 – weiter kostenlos werben

Web 2.0 – das ist ein anderes Wort für das Mitmachweb. Also für Communities wie StudiVZ oder XING, Portale wie ciao.de oder holidaycheck, wo Verbraucher mitreden dürfen, Produkte testen und rezensieren. Wer dort positive Bewertungen bekommt, rutscht im Ansehen und in der Aufmerksamkeit nach oben. Deshalb sollten besonders Gründer am Mitmach-Web teilhaben, etwa, indem sie selbst ein Blog eröffnen. Oder indem sie twittern. Beides kostet kaum Geld – aber Zeit, die jedoch gut investiert ist.

Außenwerbung: preiswert und bestimmt nicht umsonst

Sie verlassen das Haus und Sie sehen: Werbung! Das Schöne an Außenwerbung: Man kann sie nicht wegzappen, oder überblättern. Sie stellt sich uns in den Weg, wenn wir zur Arbeit wollen oder zur Schule, ins Kino oder zum Einkaufen. Außenwerbung ist einfach da – mitten im öffentlichen Leben.

Machen Sie Ihre Fahrzeuge zu Werbeflächen

Ein unschlagbarer Tipp für Low-Budget-Werber: Setzen Sie Ihren Fuhrpark ein! Jede Lieferfahrt oder Besorgung wird damit zur Werbefahrt für Ihr Unternehmen. Parken Sie Ihre Fahrzeuge nicht in der Garage und nicht im Hinterhof. Parken Sie diese an besonders auffälligen Orten in der Stadt: mitten in der City, an wichtigen Einfallstraßen, vor Gebäuden wie Bahnhof, Sparkasse, Hauptpostamt oder Rathaus.

Großflächenplakate, spottbillig?

Wollen Sie mal eine riesige Werbefläche belegen? Eine, die sonst nur große Automarken und Waschmittelkonzerne nutzen? Die Preise für die Standortmiete beginnen bei neun Euro pro Tag. Besorgen Sie sich Plakate von Ihren Lieferanten. Kosten: Null, oder eine ganz geringe Kostenbeteiligung. Überkleben Sie diese mit einer auffälligen Banderole, die auf Ihr Geschäft hinweist. Haben Sie kleinere Plakate? Dann bekleben Sie die ganze Großfläche einfach mit Ihren Plakaten. Oder Sie platzieren mehrere Plakate in der Mitte und lassen genügend Weißraum um Ihre Werbung. Lassen Sie die Großfläche einfach bemalen. Entweder mit Ihrem Slogan oder einem kleinen Kunstwerk. Früher gab es Plakatmaler, heute gibt es Sprayer. Oder sprayen Sie selbst!

Trickreich und ungewöhnlich werben wie ein Guerilla

Guerilla-Werbung ist für die Davids und nicht die Goliaths der Branche. Nutzen Sie das Unvorhergesehene und Überraschende für ungewöhnliche Werbemethoden, die aufhorchen lassen. Alles, was den Menschen ein Schmunzeln abringt und den tristen Alltag unterbricht, hat eine gute Chance aufzufallen und Sie ins Gespräch zu bringen. Idee schlägt Budget – das war schon immer so. Nutzen Sie es!

Die 7 Todsünden der PR-Arbeit

Auch kleine Firmen haben gute Chancen, sich in den Medien Gehör zu verschaffen - vorausgesetzt, dass sie die klassischen Todsünden der PR-Arbeit vermeiden. Wie Sie die Fallstricke auf Ihrem Weg in die Medien gekonnt umgehen und gute Pressearbeit leisten.

Die 7 Todsünden der PR-Arbeit

Gerade kleine und junge Unternehmen tun sich schwer damit, in die Medien zu kommen. Die Konkurrenz ist groß und viele Mitbewerber beschäftigen eigene Presseabteilungen oder professionelle PR-Agenturen. Ohne oder mit kleinem Budget kann man da kaum mithalten, zumal dann, wenn die Kommunikation nicht von jemandem kommt, der dafür ausgebildet ist, sondern einfach von irgendjemandem mitgemacht wird.

Sünde I: Die Zielgruppe fehlt
Wer will eigentlich wissen, was Sie zu sagen haben? Im Zeitalter des "information overflow" müssen Sie sicherstellen, dass die jeweils wichtigen Informationen Ihre Zielgruppen erreichen. Wenn Sie also jedem Journalisten alles schicken, wandern Ihre Pressemitteilungen schnell ungelesen in den Papierkorb. Deshalb sollten Sie sich vor jeder Aktivität, sei es die Aussendung einer Pressemitteilung oder die Zusammenstellung einer Pressemappe für die Pressekonferenz, fragen: Welche Informationen benötigt welcher Gesprächspartner?

Der Ausweg: Finden Sie heraus, wer für Sie interessant ist. Wenn Sie nicht sicher sind: Fragen Sie Ihre Kunden, was die so lesen. Ganz professionell erhalten Sie die Informationen durch die Abfrage von Datenbanken (z.B. www.stamm.de, www.zimpel.de) und einen Blick in die Mediadaten.

Sünde II: Faseln und labern
Mit weichgeklopften Sprachhülsen, die vor Superlativen strotzen, interessieren Sie niemanden. Marktführer oder Technologieführer wird man ganz sicher, wenn man den Blick genug verengt. Und die letzte Klarheit geht spätestens mit langen Sätzen und vielen Fremdwörtern verloren.

Der Ausweg: Drehen Sie die Frage herum: Was würde Sie als Leser interessieren? Und in welcher Form? Das beginnt bei der Pressemitteilung, gilt aber für alle Bereiche der Öffentlichkeitsarbeit: Informieren Sie nur dann, wenn Sie wirklich etwas zu vermelden haben. Und das am Besten so, wie Journalisten ihre Texte selbst für andere aufbereiten.

Sünde III: Penetranz
PR-Verantwortliche haben bei Journalisten oft den Ruf von Vertriebsmitarbeitern in Sachen Information.Insofern finden Sie Anrufe und Zusendungen von Informationsmaterial manchmal ebenso penetrant wie die Akquiseversuche von Versicherungsvertetern, Weinhändlern oder Zeitschriftenverkäufern. Wer nach dem Versand von Informationen anruft und fragt, warum denn nichts erschienen sei, der macht sich schnell einen Namen. Den nächsten Anruf stoppt das Sekretariat.

Der Ausweg: Eine realistische Einschätzung der Informationslage und der bewusste Verzicht auf all das, was man im Marketing predigt. Stattdessen ist es sinnvoll, mehr Zeit mit dem Erarbeiten der eigenen Argumente zu verbringen.

Sünde IV: Drohen, locken, bestechen
Um es ganz klar zu sagen: Koppelgeschäfte sind per Gesetz verboten. In vielen Fachredaktionen scheint es inzwischen üblich zu sein, auch noch nach einer Anzeige zu fragen. Und viele Unternehmen fragen bei der Anzeigenbuchung gleich nach der redaktionellen Berichterstattung. Das hindert aber weder Medien noch Unternehmen, diese Mittel einzusetzen. Das produziert regelmäßig Skandale, die das Image von Unternehmen und manchmal auch von Medien langfristig und nachhaltig schädigen.

Der Ausweg: Keine Spielchen und Klüngeleien rund um Ihre Pressemitteilung versuchen - der Schuss geht zumeist nach hinten los.

Sünde V: Selbstüberschätzung
Die Vorstellung, es einmal mit einer guten Nachricht auf die Titelseite von FAZ, Handelsblatt oder Süddeutsche Zeitung zu schaffen, ist ein schöner Wunschtraum. Realistisch sind für junge und neu gegründete Unternehmen jedoch erst einmal Achtungserfolge in der Branchenpresse, Online-Plattformen und den regionalen Medien. Wer drückt und presst und keine relevanten Nachrichten produzieren kann, verfällt schnell in eine der Todsünden II, II, IV - und Imageschädigung ist garantiert.
Der Ausweg: Langfristig angelegte und dem eigenen Unternehmen angemessene Kommunikationsarbeit hilft beim Imageaufbau, ist aber kein Allheilmittel bei fehlerhaften Produkten, Entlassungen oder Liquiditätsproblemen. Die Unternehmenskommunikation ist immer nur so gut wie das Unternehmen selbst. Sie unterstützt, macht transparent und erklärt zentrale Themen. Was hilft, sind Kunden und Partner, die bereit sind, sich öffentlich zur Zusammenarbeit zu bekennen.

Sünde VI: Redakteure brüskieren Brüskieren
Das geht schneller als gedacht. Möglichkeit eins: Rufen Sie in einer beliebigen Tageszeitungsredaktion zwischen 16 und 17 Uhr an und verlangen dringend, den jeweiligen Redakteur zu sprechen. Um diese Uhrzeit steht fast überall in Deutschland der Redaktionsschluss bevor. Wer jetzt gemütlich über sein aktuelles Software-Release, die verbesserte Dienstleistung oder die neue Vertriebsstrategie reden möchte und vielleicht noch mit Todsünde III verbindet, steht schnell auf der schwarzen Liste.

Der Ausweg: Kümmern Sie sich vor der telefonischen Kontaktaufnahme um Redaktionstermine - bei Tageszeitungen je nach Bereich zwischen 15 und 17 Uhr.

Sünde VII: "Kein Kommentar"
Manchmal ist es ja auch andersherum. Da ruft ein Journalist an und möchte eine Aussage zu einem bestimmten Thema. Es gehört zu seinem Beruf, Dinge und Themen zu hinterfragen. Und ein Artikel mit konkreten Details liest sich spannender als eine theoretische Abhandlung. Hier gilt: "Kein Kommentar" oder "Dazu sag ich nichts" als Reaktion klingen wie ein Schuldgeständnis oder signalisieren, dass Sie etwas verbergen wollen.

Der Ausweg: Grundsätzlich gilt, auch wenn es schwer fällt: Gehen Sie auf die Fragen ein und versuchen Sie zu verstehen, wozu der Journalist die Information benötigt. In jedem Fall haben Sie im Gespräch die Möglichkeit, Ihren eigenen Standpunkt darzulegen. Und neben anderen Stimmen ebenfalls gehört zu werden, ist ein zentraler Teil der Unternehmenskommunikation.