4 Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit in Start-ups

Autor: Ines Bahr
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Nachhaltigkeit als echter Wettbewerbsvorteil: Wir zeigen Maßnahmen und Tools, die junge Unternehmen beim Erreichen ihrer nachhaltigen Ziele unterstützen können.

Immer mehr Verbraucher*innen achten beim Kauf darauf, dass Unternehmen sozial und ökologisch handeln. Laut einer Studie des LBBW Research aus dem Jahr 2018 war das bei 50 Prozent der Verbraucher*innen der Fall. Mittlerweile wird diese Zahl noch weiter gestiegen sein.

Das gilt aber nicht nur für Verbraucher*innen: Nachhaltigkeit spielt auch eine immer wichtigere Rolle für Stakeholder wie Investoren, Regulatoren und potenzielle Bewerber*innen. Risikokapitalgeber suchen sogar verstärkt nach Start-ups in dem Bereich Nachhaltigkeit. Die VCs Speedinvest und Creandum haben unlängst eine Liste speziell für Climate-Tech-Startups angelegt, in die sich junge Unternehmen eintragen konnten.

Start-ups, die mehr Wert auf Sustainability setzen und die entsprechenden Maßnahmen umsetzen, können nicht nur ihre Marke stärken und die Kundenzufriedenheit steigern, sondern auch ihre Produktvielfalt verbessern, Kosten senken und ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Durch nachhaltige Ansätze können neue Märkte erschlossen und neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet werden.

Es gibt verschiedene Maßnahmen und Tools, die junge Unternehmen beim Erreichen ihrer nachhaltigen Ziele unterstützen kann.

1. Eine nachhaltige Lieferkette sicherstellen

Jede Phase im Produktlebenszyklus geht mit Auswirkungen auf die Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft einher. Ein nachhaltiges Start-up trägt über den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte und Dienstleistungen Verantwortung. Die nachhaltige Lieferkette konzentriert sich also auf das Management aller Lieferanten und am Produkt mitwirkenden Beteiligten. Die Grundprinzipien richten sich hierbei an Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung.

Mithilfe verschiedener Software können Lieferanten überprüft und überwacht, Audits geplant, Sustainability-Prinzipien an Lieferanten verschickt und die Einhaltung getrackt sowie Lieferketten visualisiert und zurückverfolgt werden. Einige Tools bieten auch eine Echtzeit-Überwachung von Social Media, in der Lieferanten auf Compliance-Verstöße und Reputationsrisiken gescannt werden.

2. Auf ein Green Office setzen

Der Begriff des Green-Office fasst Maßnahmen zur umweltfreundlichen Gestaltung des Büroalltags zusammen. Zum Green Office gehört eine nachhaltige Gestaltung und Einrichtung des Büros, die Green-IT und ein nachhaltiges Verhalten im Büro.

Die dazugehörigen Maßnahmen sind beispielsweise der Einsatz von Möbeln, die ressourcenschonend hergestellt werden und langlebig sind, die Verwendung von erneuerbaren Energien für die Stromversorgung, Ressourceneinsparungen durch den Einsatz von IT, die Trennung von Müll, Reduzierung von Plastik, heizschonendes Verhalten, energiesparende Nutzung von Geräten, Gebrauch von ökologischen Lebensmitteln und Kaffee usw.

Auch Maßnahmen, die durch die Covid-19-Einschränkungen eingeführt wurden, wie zum Beispiel der Wechsel von Dienstreisen auf Videokonferenz-Software oder die Arbeit im Home-Office statt lange Arbeitswege auf sich zu nehmen, helfen Start-ups dabei, grüner zu werden.

3. CO2-Emissionen immer im Blick behalten

Energiemanagement-Software hilft Unternehmen, ihre CO2-Emissionen zu messen, zu reduzieren und zu bilanzieren. Durch solche Systeme lässt sich die Energieeffizienz steigern und die Kosten senken. Energiemanagement-Software ist für Unternehmen jeder Größe relevant.

Für kleinere Unternehmen gibt es Kohlenstoffrechner-Tools, die eine erste Einschätzung der Kohlenstoffemissionen eines Unternehmens liefern. So können Kohlenstoffemissionen aus Büro, Reisen und Fuhrpark abgeschätzt werden und die nötigen Maßnahmen ergriffen werden.

4. Förderung sozial engagierter Projekte

Neben Aktionen, die der Umwelt zugutekommen, bildet das soziale Engagement von Unternehmen eine der drei Säulen der Nachhaltigkeit. Start-ups können sich dabei idealerweise ein lokales Projekt aussuchen, dass sie unterstützten möchten. Dadurch wird ebenfalls das wirtschaftliche Umfeld des Unternehmens gestärkt. Das Engagement sollte zu den Unternehmenswerten und dessen Leitbild passen. Soziales Engagement hilft nicht nur dem wirtschaftlichen Umfeld und dem sozialen Projekt, sondern auch dem Unternehmen selbst. Die Reputation des Start-ups wird dadurch maßgeblich gestärkt: und das auf Kund*innen- sowie Mitarbeiter*innenseite.

Es gibt hierfür auch eine spezielle Spendenverwaltungs-Software, die Unternehmen beim Sammeln von Spenden, bei Live-Auktionen, dem mobilen Bieten und bei der Zahlungsabwicklung per Kreditkarte unterstützen können. Diese Software kann mit wenigen Schritten auf der Webseite jedes Unternehmens implementiert werden.

Die Autorin Ines Bahr ist Senior Content Analystin bei GetApp. Die unabhängige Such- und Vergleichsplattform für Unternehmenssoftware bietet verifizierte Nutzerbewertungen und unabhängige Testberichte in über 800 Softwarekategorien.

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Bildungsdienstleister – so findet man den passenden

Berufliche Fortbildung ist das Erfolgsrezept zur Verbesserung der eigenen Job-, Karriere- und Gehaltschancen. Aber Bildungsträger ist nicht gleich Bildungsträger. Auch auf dem Aus- und Weiterbildungsmarkt gibt es große qualitative Unterschiede. Deshalb müssen bei der Auswahl des richtigen Bildungsdienstleisters einige entscheidende Kriterien beachtet werden.

Lebenslanges Lernen – das A und O für Erfolg in Beruf und Karriere

Die Anforderungen, die an Arbeitnehmer im modernen Berufsleben gestellt werden, sind in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Deshalb müssen Angestellte viele verschiedene Eigenschaften und Fähigkeiten mitbringen, um in der heutigen Arbeitswelt bestehen zu können. Zu diesen Schlüsselqualifikationen gehören vor allem Teamfähigkeit, Stressresistenz, Flexibilität und Multitasking. Ein weiteres „Must-have“ für Erfolg in Beruf und Karriere ist die Bereitschaft zu ständiger beruflicher Weiterbildung.

Und das aus gutem Grund. Die Vorteile von lebenslangem Lernen im modernen Arbeitsleben liegen auf der Hand. Denn die Digitalisierung hat in den letzten Jahrzehnten zu einem explosionsartigen Wissenswachstum und zu einer erheblichen Beschleunigung des technischen Fortschritts geführt.

Die digitale Revolution hat natürlich nicht nur im Privat-, sondern auch im Berufsleben Einzug gehalten und auch hier zu starken und nachhaltigen Veränderungen geführt. Die Wissensexplosion hat hier die ohnehin schon sehr kurze Halbwertzeit von technischem und beruflichem Wissen und Ausbildungsinhalten noch weiter verkürzt, viele traditionelle und althergebrachte Berufsbilder vernichtet und viele neue und innovative Berufsbilder geschaffen.

Dieser Trend hat die Schnelllebigkeit sowie den Wettbewerbs- und Innovationsdruck auch in der Arbeitswelt stark erhöht. Deshalb müssen Arbeitnehmer heutzutage - mehr noch als früher - immer auf dem neuesten Stand der Wissensentwicklung und des technischen Fortschritts bleiben. Denn ein Wissensvorsprung ist auch im Berufsleben immer ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Nur so können Arbeitnehmer auf dem dynamischen und hart umkämpften Arbeitsmarkt auch morgen noch mit ihrer Konkurrenz erfolgreich mithalten. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit – diese Redewendung war im Berufs- und Arbeitsleben noch nie so zutreffend wie in der heutigen, schnellebigen Wissens- und Informationsgesellschaft.

Die Auswahl des richtigen Bildungsdienstleisters

Nicht nur die Art sondern auch die Qualität und das Niveau der beruflichen Aus- und Weiterbildung spielen eine entscheidende Rolle für die Job-, Karriere- und Gehaltschancen von Arbeitnehmern. Deshalb müssen bei der Auswahl des richtigen Bildungsdienstleisters natürlich auch viele verschiedene Kriterien berücksichtigt werden. Dies ist eine ernsthafte Angelegenheit, bei der man nichts überstürzen und in die man immer ausreichend Zeit, Geduld und Mühe investieren sollte. Soviel Aufwand zahlt sich unter dem Strich immer aus.

Aber schon ein kurzer Blick auf die deutsche Aus- und Weiterbildungslandschaft lässt schnell erkennen, dass sehr viele verschiedene professionelle Bildungsdienstleister am Markt vertreten sind. Das Angebot an beruflichen Aus- und Weiterbildungsanbietern ist sehr groß und unübersichtlich, und die richtige Auswahl fällt bestimmt nicht immer leicht. Und deshalb stehen Arbeitnehmer hier immer wieder vor ein- und derselben schwierigen Frage: Woran erkennt man einen seriösen und vertrauenswürdigen Bildungsdienstleister?

Im Folgenden bekommen Sie einen Überblick über einige der wichtigsten Qualitätsmerkmale von zuverlässigen und professionellen Bildungsträgern.

Moderne und individuelle Lernformate wie E-Learning

Ein wichtiges Kriterium für professionelle und vertrauenswürdige Bildungsdienstleister sind moderne und individuelle Lernformate, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Dazu gehören im Zeitalter von Digitalisierung und Internet natürlich interaktive Online-Seminare im virtuellen Klassenzimmer. Die Unterstützung von digitalen Lehrkonzepten, die die traditionellen Methoden der Wissenvermittlung wie Präsenzunterricht bei Bedarf ergänzen, ist ein Zeichen für einen sehr guten Kundenservice und für eine hohe Arbeitnehmerfreundlichkeit.

E-Learning ist eine zeitgemäße Antwort auf die vielfältigen Anforderungen, die Beschäftigte heutzutage im Spagat zwischen Familien, Privatleben und Berufsalltag tagtäglich erfolgreich bewältigen müssen. Diese Herausforderungen heißen Stress, Hektik, Überarbeitung, Termindruck, ständige Erreichbarkeit und Burnout.

Die Vorteile dieser innovativen Unterrichtskonzepte für Arbeitnehmer bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung liegen auf der Hand: sie bieten ein Höchstmaß an Lernfreiheit und berücksichtigen damit die tatsächliche Lebens- und Berufsrealitäten von Menschen in modernen und westlichen Industrie- und Informationsgesellschaften, die vor allem von Flexibilität und Mobilität geprägt sind.

Diese Lernformate erlauben Beschäftigten ein Maximum an Selbstbestimmung und zeitlicher und örtlicher Unabhängigkeit bei der beruflichen Fortbildung. Egal, ob im Urlaub oder auch von zu Hause aus - ein flexibles Lernen in individueller Lerngeschwindigkeit und -umgebung schafft die besten Lernbedingungen für Arbeitnehmer. Gerade in Zeiten von Corona-Krise und Social Distancing kommt berufliche Aus- und Weiterbildung im Home-Office den Bedürfnissen von vielen Arbeitnehmern sehr entgegen – und ist ein absoluter Pluspunkt in Sachen Kundenservice.

Staatliche Weiterbildungsförderung durch AVGS-Zertifizierung

Ein weiteres wesentliches Merkmal für seriöse und zuverlässige Bildungsträger sind staatliche Förderangebote für die berufliche Aus- und Weiterbildung. Sie sind ebenfalls ein Anhaltspunkt für einen sehr guten Kundenservice und für eine hohe Arbeitnehmerfreundlichkeit. Denn diese Fördermöglichkeiten berücksichtigen nicht nur die finanziellen Verhältnisse von Arbeitslosen und Arbeitssuchenden, sondern ermöglichen auch vielen Beschäftigten mit einem kleinen Geldbeutel überhaupt erst eine berufliche Aus- und Weiterbildung.

Das Zauberwort heißt AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung). Dies ist ein bundesweit anerkanntes staatliches Qualitätssiegel im Weiterbildungsbereich und sozusagen ein „Ritterschlag“ für private und staatliche Aus- und Weiterbildungsanbieter. Es setzt die Erfüllung von sehr hohen rechtlichen Anforderungen voraus. Dieses staatliche Gütesiegel garantiert z.B. das hohe fachliche Niveau, die Aktualität und die Arbeitsmarktrelevanz von beruflichen Aus- und Fortbildungsprogrammen. Bildungsdienstleister mit einer AZAV-Zertifizierung können ihren Kunden eine 100-prozentige staatliche Bildungsförderung durch den von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter ausgestellten Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) oder Bildungsgutschein anbieten.

Bestmögliche persönliche Bewerbungs-, Karriere- und Jobberatung

Ein anderes wichtiges Kriterium für professionelle und vertrauenswürdige Bildungsdienstleister ist eine bestmögliche persönliche Kundenberatung, die einen hohen Wert auf eine individuelle Berufsorientierung und auf eine gezielte Förderung und Entwicklung von beruflichen Kompetenzen und Potenzialen legt. Eine professionelle Bewerbungs-, Karriere- und Jobberatung, die maßgeschneiderte, auf die individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Ideen von Arbeitnehmern abgestimmte berufliche Aus- und Weiterbildungsangebote recherchiert – soviel Engagement unterstreicht nicht nur eine jahrelange Erfahrung und eine umfangreiche Expertise, sondern auch das Herzblut und die Leidenschaft von Dozenten, Trainern und Coaches und ist ebenfalls ein Zeichen für einen sehr hohe Serviceorientierung und Arbeitnehmerfreundlichkeit.

Vielseitigkeit des beruflichen Aus- und Fortbildungsprogramms

Ein weiteres entscheidendes Merkmal für seriöse und zuverlässige Bildungsträger ist ein vielseitiges berufliches Aus- und Weiterbildungsprogramm, das sich nicht nur auf einige wenige Branchen und Lehrgänge beschränkt, sondern Kurse, Seminare und Schulungen für nahezu jedes Berufsbild umfasst. Ein solches Fortbildungsprogramm berücksichtigt alle aktuellen Trends und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, bildet die gesamte Branchenvielfalt in der modernen Arbeits- und Berufswelt ab und spricht die unterschiedlichsten Zielgruppen an. Soviel Vielseitigkeit und Praxisnähe garantiert aktuelle, qualitativ hochwertige und arbeitsmarktrelevante berufliche Weiterbildungsangebote.

Startups, mehr FOMO bei der Internationalisierung!

Vorsicht ist sicherlich auch eine Mutter der Startup-Porzellankiste. Doch beim Thema Internationalisierung fehlt es den meisten Gründern an einer gesunden Portion FOMO (Fear Of Missing Out): Scheuklappen runter und Fokus auf den Markt, der wirklich zum Unternehmen passt - und das nicht nur in unmittelbarer Nähe, sondern überall auf der Welt. German Accelerator hilft Startups, den besten Markt auszuwählen und vor Ort Fuß zu fassen.

Erst Europa, dann der Rest

Laut dem aktuellen Startup Monitor 2021 wollen 89% der deutschen Startups innerhalb der EU expandieren. Das mag für einzelne Unternehmen sicher genau die richtige Entscheidung sein. Nicht selten steckt jedoch ein vermeintliches Gefühl von Sicherheit dahinter: Wenig Zeitverschiebung, schnell erreichbare Standorte und eine vermeintlich ähnliche Kultur minimieren das angenommene Risiko. Ist das gerechtfertigt? Der German Accelerator räumt mit Vorurteilen auf. Die individuell zugeschnittenen, bis auf wenige Ausnahme kostenlose Programme sowie Zugang zu einem globalen Netzwerk an Mentoren, Experten, Investoren und Partnern helfen Gründern aus verschiedenen Unternehmensphasen, ihre globale Expansion voranzutreiben und den Markt zu finden, der wirklich zu ihnen passt. Das beginnt schon bei der Bewerbung - für die Teilnahme am Großteil der Programme müssen Startups weder Firmenanteile abgeben, noch Gebühren zahlen - und setzt sich im individuellen Mentoring fort. Der German Accelerator wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanziert und ist das offizielle Programm des Bundes zur Förderung von Tech Startups zur Skalierung und Internationalisierung. Er wird von German Entrepreneurship betrieben, die Innovation in Unternehmen aller Größen fördert - vom DAX-Konzern über den Mittelständler bis zum Startup.

Effektiver Einsatz von Ressourcen

Doch warum sollten Startups gleich den gesamten Globus im Blick haben? Es geht nicht darum, den größten, sondern den besten Markt für jedes einzelne Startup zu finden. Das kann innerhalb Europas sein, muss es aber nicht. Der Aufwand zur Erschließung eines kleineren Marktes unterscheidet sich in den meisten Fällen in Zeit und Kosten nicht erheblich von einem Eintritt in einen größeren Markt. Damit die meist anfangs noch begrenzten Ressourcen wirklich effektiv eingesetzt werden können, helfen für eine Expansion nach Asien (Singapur, Indien, Südkorea, Japan und China) die Market Discovery Programme des German Accelerator: Mentoren und Experten geben Einsicht in den jeweiligen Markt, die spezifischen Bedürfnisse und Charakteristiken in diesen Regionen und unterstützen die Startups, ihr Business Modell zu validieren und den optimalen Market-Fit zu finden. So profitieren Unternehmen aus dem Bereich FinTech zum Beispiel in Singapur von anpassungsfähigen Regularien, die mehr Freiraum zulassen als auch von einer generell höheren Bereitschaft, einen höheren Preis zu zahlen. Hinzu kommen gesellschaftliche Merkmale der Länder und daraus resultierende Bedürfnisse: Als Land mit dem höchsten Durchschnittsalter ist Japan besonders auf einen starken Healthtec Markt angewiesen.  Auch Startups, deren Expansionspläne noch in den Kinderschuhen stecken, finden bei German Accelerator wertvolle Hilfe. Durch das  Academy-Programm Kickstart International lernen Teilnehmer, wie sie ihr Unternehmen schon früh auf eine Internationalisierung vorbereiten können und erhalten die notwendige Grundlagen, um Schwierigkeiten beim Markteintritt zu vermeiden.

Die Konkurrenz schläft nicht

Ein Markteintritt außerhalb des Heimatlandes kostet neben Geld auch einiges an Zeit. Startups sollten nicht vergessen, dass während sie ihre Internationalisierung in einem “nahen” Markt vorantreiben, ihre Mitbewerber nicht untätig sind und mit eigenen Produkten und Dienstleistungen den Wettbewerb in anderen Zielmärkten für sich entscheiden wollen. Ein Blick in den Startup Genome Report 2021 verrät: Das nächste Einhorn könnte von überall herkommen. Neben dem Startup Hot Spot Nummer 1, Silicon Valley, wächst die Zahl der Ökosysteme, die ein Startup mit Milliardenbewertung hervorgebracht haben, von unter 10 im Jahr 2013 auf 91 in 2020. Mit den Market Access Programmen von German Accelerator fassen Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt Fuß im Zielmarkt. Durch Zugang zu internationalen Innovationszentren in den USA und Asien, ein maßgeschneidertes Curriculum und intensives Einzel-Mentoring, bekommen Startups Unterstützung bei einem erfolgreichen Markteintritt- und ausbau. Dabei geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Nachhaltigkeit. Bei einer Überlebensrate von 92% der Teilnehmer können Gründer auf die starke und langfristige Unterstützung des German Accelerators zählen.

Individuelle Lösungen für den Erfolg

Bei Internationalisierungen gibt es keine Einheitsgröße: Verschiedene Geschäftsbereiche, Produkte oder andere Kriterien ergeben für jedes Startup eine andere Erfolgsstrategie. Daher ist ein individualisierter Programmablauf der Kern jedes Angebots des German Accelerators. So können auch herausfordernde Markteintritte wie z.B. nach China angeboten werden. Dass China ein aufstrebender Markt mit großen Möglichkeiten für Startups ist, zeigt die Bilanz der letzten Jahre. Mit ANT Group und dem Mutterkonzern der Social Media-Plattform TikTok, ByteDance, stammen die beiden weltweit wertvollsten Einhörner aus China. 2021 verbesserte sich Beijing im Ranking des Startup Ecosystem Index und steht an dritter Stelle hinter San Francisco Bay und New York an der Spitze des Index. Besonders für einen Eintritt in einen hochkomplexen Markt wie China ist eine gründliche und umfassende Vorbereitung wichtig. Dies bietet das zweiteilige Angebot des German Accelerator, beginnend mit den China Essentials Workshop der German Accelerator Academy. Experten vermitteln dabei nicht nur die übergreifenden Chancen und Risiken der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Landschaft in China - so auch Kenntnisse zu der gesetzlichen Lage bezüglich des Schutzes geistigen Eigentums oder die Basics des Geschäftsverhaltens - sondern beraten Startups individuell: Die Einschätzung der persönlichen Readiness und Vermittlung von ersten lokalen Kontakten sind nur zwei der vielen Möglichkeiten, um Teilnehmern eine sichere Basis für ihre Entscheidung zu geben. Bei erfolgreichem Abschluss des Workshops erhalten Teilnehmer bei der anschließenden Market Discovery mit einem Fokus auf den Industrien AgriTech, CleanTech, HealthTech und Smart Manufacturing Hilfe, ihr Business Model anzupassen und Fuß in China zu fassen.

Ein verlässlicher Partner

Seit Gründung in 2012 hat der German Accelerator über 500 Unternehmen gefördert, die bisher mehr als 4,9 Milliarden US-Dollar an Finanzierung einsammeln konnten. Diese Erfahrung und das globale Expertennetzwerk macht German Accelerator zu einem verlässlichen, branchenunabhängigen Partner für Startups. Keine Angst vor dem Risiko: German Accelerator steht jungen Unternehmen zur Seite und begleitet sie auf dem Weg zum internationalen Erfolg. Nur eine Angst ist berechtigt: FOMO.

Worauf wartest du noch? Starte die Reise deines Startups in die Welt mit German Accelerator!

Profitabel und wachstumsstark – so geht’s

Orderbird-Gründer Jakob Schreyer berichtet, wie er sein Start-up auf gesunden Wachstumskurs gebracht und seit 2020 profitabel gemacht hat.

Schnelles Wachstum und hohe Profitabilität – das wünschen sich alle Gründer*innen für ihr Start-up. Beides geht nur selten Hand in Hand und viele schaffen nie den Abflug in die Gewinnzone. Wie also wird man profitabel und bleibt gleichzeitig wachstumsstark?

Zunächst einmal ist fehlende Profitabilität nicht per se ein Zeichen für schlechte Leistung. Tatsächlich sind einige der berühmtesten Start-ups der Welt (noch) nicht profitabel. Denn sie investieren strategisch in ihr Wachstum und nehmen dafür finanziell verlustreiche Monate und Jahre in Kauf, um am Ende auf der Gewinnerseite zu stehen. Es gibt viele Geschäftsmodelle, bei denen es im ersten Schritt darum geht Marktanteile zu besetzen und bewusst nicht auf Profitabilität zu gehen.

Wie schnell sich Wachstum auch finanziell für ein Unternehmen auszahlt, kann sehr stark variieren und hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab. Hierzu zählen beispielsweise Startkapital und Investitionen am Anfang, aber auch die Größe des Unternehmens, die Branche sowie die vertriebenen Produkte. Unser Unternehmen orderbird hat es nach zehn Jahren Wachstum nun geschafft und ist seit 2020 profitabel. Mit der Gründung von orderbird im Jahr 2011 als Deutschlands erstes iPad-basiertes POS im Gastgewerbe war der Weg zur Profitabilität jedoch nicht immer einfach.

Aller Anfang ...

Die Idee zu orderbird kam tatsächlich von meinem Schulfreund Bastian Schmidtke. Sein Beruf im Außendienst für Kassensysteme und die Vorliebe für Apple-Produkte waren einfach die perfekte Mischung. Für die meisten Gastronom*innen war die zu dieser Zeit erhältliche Hardware für das Funktionieren einfach zu teuer. Ihm war es ein Anliegen eine günstigere und intuitive Lösung für den Massenmarkt zu entwickeln. Als er in der Presse dann noch gelesen hat, dass das US-Militär für sensible Aufgaben mit dem iPod touch arbeitet, dachte er sich: „Wenn selbst die US-Army Apple-Technologie nutzt, dann kann das auch das Restaurant um die Ecke!“ So ist die Grundidee zu orderbird entstanden und gemeinsam mit Patrick Brienen und Artur Hasselbach haben wir orderbird vor zehn Jahren gegründet.

Gerade Pionierunternehmen sehen sich täglich mit neuen Problemen konfrontiert. Für sie gibt es keine Blaupause, der man folgen kann, zum Beispiel für das richtige Preismodell oder Verkaufskonzept. Das galt auch für uns. Wir mussten unsere Kund*innen von einer brandneuen Technologie überzeugen.

Wie die meisten anderen Start-ups haben wir dafür sehr typische Entwicklungsstufen durchlaufen. Bei uns waren es drei Phasen: Da wir im Jahr 2011 in Deutschland oder sogar in Europa die Ersten waren, die ein iPad Kassensystem auf den Markt bringen wollten, mussten wir etwas komplett Neues bauen. Heutzutage hat jede*r von uns schon mal eine iPad-Kasse gesehen oder davon gehört. Damals war das unvorstellbar und es kamen Sätze von Menschen um uns herum, wie “Ein iPad hat doch mein Kind Zuhause, wie soll das, als Kasse funktionieren?” Der*die Erste zu sein ist manchmal gut, um eine Marke aufzubauen, aber es ist natürlich auch eine gewisse Herausforderung. Leichter ist es auf jeden Fall ein Produkt auf dem Markt herauszubringen, in dem bestimmte Vorbilder schon entwickelt wurden. Das bedeutete für uns ganz viel Aufklärungsarbeit und hat die erste Phase, eine sehr innovationsreiche Zeit mit einem Fokus auf Forschung und Entwicklung, geprägt. Zum damaligen Zeitpunkt wurde auch unsererseits erst einmal viel Geld investiert und das Thema Profitabilität wurde weiter hinten angestellt.

Darauf folgte eine Zeit, in der wir uns auf das Wachstum unseres Unternehmens konzentriert haben, die typische Scale-Up Phase. Wir haben viel vorfinanziert, viele Kund*innen gewonnen, die natürlich mittel- oder langfristig zu mehr Umsätzen führen. Wir haben aber auch schnell gemerkt, dass wir nicht nur auf gesunde Kund*innen gesetzt haben. Dies führte dazu, dass wir unsere Ziele neu definieren und genauer abstimmen mussten. In der Fachsprache nennt man das auch Unit Economics.

… führt über erfolgreiche Zwischenschritt zur Profitabilität

Auf Entwicklung und Forschung sowie Wachstum folgte dann schließlich die dritte Phase. In dieser wollten wir zeigen, dass wir als Managementteam mit nachhaltigen und profitablen Geschäftszahlen wirtschaften können. Das war wichtig für uns selbst und auch für unsere Investor*innen, Mitarbeiter*innen und Konkurrenz. Als erwachsenes Unternehmen möchte man nicht nur von fremdem Geld leben, sondern auf eigenen Beinen stehen und gesunde und nachhaltige „Unit Economics“ und Kennzahlen aufzeigen. In den letzten Jahren war für orderbird die Zeit gekommen genau das anzugehen. Das Resultat ist: Momentan ist jeder Monat besser als der davor. Wir dachten der Mai war mit Abstand der beste Monat seit der orderbird Gründung, doch der Juni war jetzt noch erfolgreicher mit über 600 Neukunden und das macht uns sehr glücklich.

Der Erfolg zeigt aber auch wie ungeheuer wichtig die ersten Entwicklungsphasen für uns waren, haben sie doch das Fundament gelegt, auf dem wir orderbird nun weiter auf- und ausbauen können. So investieren wir noch immer viel in den Aufbau und Erhalt des Vertrauens in unsere Produkte und unsere Marke. Und da unser Geschäftsmodell sehr erfolgreich war und ist, sind nach uns viele andere in den digitalen POS-Markt eingestiegen. Das wird uns immer auf Trab halten, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Das bedeutet auch, dass wir uns jetzt nicht entspannt zurücklehnen können. Wenn ein Unternehmen profitabel ist, aber nicht mehr wächst, dann sind wir nicht mehr spannend für potenzielle Mitarbeiter*innen, Partner*innen oder Investor*innen. Für ein Technologieunternehmen, wie unseres ist Wachstum schon das Wichtigste, weil es langfristig den Wert steigert. Allerdings gilt ab einem gewissen Alter Wachstum mit gesunder Wirtschaftlichkeit zu paaren. Bei orderbird legen wir zukünftig vor allem ein Augenmerk auf “High Growth” und Innovation, aber immer im Hinblick auf nachhaltiger Profitabilität. Ein großes Ziel, das wir uns vorgenommen haben, ist es ein Payment Facilitator zu werden - in naher Zukunft soll orderbird zu einem Fintech Unternehmen heranwachsen.

Aus Krisen lernen und daran wachsen

Die orderbird Erfolgskurve ging nicht immer steil nach oben. Es gab viele Herausforderungen und Situationen, die uns lange beschäftigt, zurückgeworfen und uns teilweise auch persönlich sehr mitgenommen haben. Wenn wir eines daraus lernen konnten, dann dass Probleme nicht einfach verschwinden, wenn man sie ignoriert. Es ist wichtig sich diesen zu stellen und an neue Situationen anzupassen ... Das lässt sich am besten am aktuellen Beispiel der Corona-Krise aufzeigen. Neben dem Umzug des gesamten Teams ins Home Office kam vor allem beim Anblick auf die Auswirkungen, die die Pandemie auf unsere Kund*innen hatte, eine emotionale Verunsicherung im Team auf. Denn die meisten unserer Produkte sind für das Gastgewerbe bestimmt, einen der am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Sektoren. Glücklicherweise hat sich schnell gezeigt, dass wir in diesem neuen Arbeitsmodell als Unternehmen gut funktionieren. So konnten wir unsere Produktivität unter remote Bedingungen sogar noch steigern, während wir gleichzeitig immer die Situation unserer Kund*innen vor Augen hatten. Das gesamte Team war top motiviert und hat uns dabei geholfen, diese sehr lange Krise am Ende als Chance zu nutzen und mit neuen Versionen und Produkten ins Jahr 2021 zu starten.

Wir haben auf die schwierigen Bedingungen des Lockdowns reagiert und unterstützen mit neuen Gästemanagement-Tools Gastronom*innen während der Pandemie. Diese Tools helfen den Gastronom*innen dabei, sich für den erhöhten Organisationsaufwand zu rüsten und vereinfachen zusätzlich die Digitalisierung. In Zusammenarbeit mit YND und Mastercard haben wir außerdem unser MINI by orderbird, ein intuitives und mobiles Kassensystem im Taschenformat, auf den Markt gebracht. Gerade in der aktuellen Situation hilft es, Geschäftsmodelle im Einzelhandel oder in der Gastronomie mobiler zu machen und flexibel zu planen.

Abgesehen von der Pandemie gab es natürlich auch andere, frühere Herausforderungen. Eine Erfahrung, die ich gemacht habe ist, dass man nicht allzu lange alles allein machen sollte, sondern auch andere Menschen an Bord holen kann, die vielleicht sogar mehr Struktur ins Unternehmen bringen können. Rückblickend hätten wir bei orderbird unser senioriges Managementteam früher einstellen können. Als wir 2012 und 2014 mit unseren ersten Finanzierungsrunden mehr als 10 Millionen Euro und 2016 knapp 17 Millionen Euro eingesammelt hatten, waren wir in einem noch sehr jungen, naiven Gründer-Modus und hatten zu viele komplexe Themen auf dem Tisch, die wir alle auf einmal anschieben wollten: Neue Produkte, neue Märkte und neue Vertriebswege. Hätten wir schon damals ein erfahrenes Team gehabt, dann hätten wir wohl mit unseren Ressourcen in der Mittelphase besser gehaushaltet und weniger Budget gebraucht. Das ist allerdings auch ein sehr typisches Verhalten von Start-ups: Wenn in dein Unternehmen kürzlich investiert wurde, möchtest du als Gründer*in gut sein, nimmst dir zu viel vor und willst unbedingt deine Versprechungen einhalten. Doch besitzt man auch das Managementteam, um diese Komplexität zu händeln? Wenn man die entsprechenden Mitarbeitenden hat, dann können diese das abfangen. Wenn man allerdings noch in der Anfangsphase steckt, ist es ratsamer etwas vorsichtiger zu handeln.

6 Tipps für einen gesunden Weg zu profitablem Wachstum

Entscheidungen treffen insbesondere zu Beginn

Wahrscheinlich ist das der wichtigste Punkt: Als Gründer*in musst du Entscheidungen treffen. Das können kurze, mittelfristige oder wohlüberlegte langfristige Maßnahmen sein. Wer ist die Zielgruppe? Wen möchte man mit seinem oder ihrem Geschäftsmodell ansprechen? Und was ist der Zielmarkt? Um ein Beispiel zu nennen: Mit unserem komplett neuen Produkt haben wir uns zu Beginn dazu entschieden den “Innovator” anzusprechen. Der Massenmarkt hätte damals nicht gepasst. Als Start-up ist es oft ratsamer die coole, hippe Kreuzbergerin abzuholen, die das Neuste vom Neusten will, das auch noch gar nicht perfekt sein muss, aber die die Erste sein möchte. Der Restaurantbesitzer in Herzberg, der zwei Kinder hat, für seine Familie bei Media Markt einkaufen geht und ein Audi Combi fährt, kam für uns als primäre Zielgruppe nicht in Frage. Denn bei ihm muss das Produkt zu hundert Prozent stimmen, reibungslos funktionieren und sicher sein. Er möchte lieber etwas, das bereits etabliert ist und schon von mehreren Kund*innen getestet und genutzt worden ist. Das bedeutete für uns, wir gehen im ersten Schritt auf die “Innovators” zu, mit denen einige Themen und Prozesse noch weiter optimiert werden konnten. Anfangs musste beispielsweise die Kasse über iTunes eingerichtet werden und damit die Speisekarte so gesagt hinten aus dem Ordner “rausgezogen” und wieder “reingeschoben” werden - dazu musste die*der Gastronom*in also ein halber “Techy” gewesen sein. Das hätte in diesem Stadium natürlich überhaupt nicht für den Massenmarkt funktioniert.

Eine weitere Entscheidung, die wir treffen mussten, war der Zielmarkt für unser Produkt. Wir haben uns damals dazu entschieden, unser Geld im ersten Schritt besser in dem Heimatmarkt zu investieren als in neue Länder, in denen wir quasi vorfinanzieren hätten müssen. Wir wussten auch, dass wir in Deutschland noch genug Wachstumspotenzial haben werden. Zudem ist ein*e neue*r Kund*in zu akquirieren “günstiger” als in einem neuen Markt einzutreten, wie zum Beispiel Italien oder Spanien. Ein weiterer Grund für diese Entscheidung war, dass wir das Thema “Profitabilität in Zukunft” schon sehr früh auf die Agenda gesetzt hatten. Deshalb haben wir zunächst lieber effizient in einem Markt Geld investiert als direkt in neue Märkte.

Gerade zu Beginn definiert man als Gründer*in die Reise seines Unternehmens und insbesondere das Festlegen der Zielgruppe als auch des -marktes. Beides sind zwei essentielle Bausteine im Gründungsprozess.

Mit Zweifeln und Ängsten auseinandersetzen und aus dem Weg räumen

Jede*r von uns hat Phasen, in denen man Angst vor der Zukunft hat. Allerdings bin ich der Meinung, dass man als Unternehmer*in per se risikobereiter ist und weniger Angst hat. Bei uns hat natürlich auch unser Alter eine große Rolle gespielt. Mit Mitte 20 trägt man weniger Verantwortung, hat keine Familie, keine Kinder und ist auch noch ein wenig naiver. Aber natürlich hatten wir auch Zweifel an unserem Konzept, insbesondere in der ersten Zeit.

Wenn man als Gründer*in keine Vorbilder hat, die ähnliche Produkte anbieten und an denen man sich orientieren kann, fühlt man sich am Anfang manchmal alleine. Desto mehr Wettbewerb herrscht, umso eher hat man die Gewissheit, dass es funktionieren wird. Desto mehr du alleine auf dem Markt bist, umso mehr Zweifel kommen an der Gründungsidee auf. “Habe ich etwas gesehen, was es gar nicht gibt oder wo andere Probleme sehen, die so groß sind, dass es nicht funktionieren wird?” ist eine der Fragen, die einem viel im Kopf herumspukt. Das bedeutet: Wettbewerb ist wichtig und gut für dein Unternehmen. Wir haben aber trotzdem an unsere Idee geglaubt und das hat sich, wie man sieht auch bewährt.

Unser Glück war auch, dass wir diese Zweifel nur in den ersten acht bis zwölf Monaten hatten. Dann wurde das Thema auch in Amerika größer und ist schnell gewachsen - das gibt einem ein gutes und sicheres Gefühl.

Kontrolle ist gut, Delegieren ist besser

Eine der schwierigsten Aufgaben von Gründer*innen ist es, Verantwortlichkeiten abzugeben. Man will alles selbst machen und über jede Entscheidung genauestens Bescheid wissen. Das schädigt auf Dauer nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Angestellten und Führungskräften, es frisst auch noch enorm viel Zeit – Zeit, die man viel besser in strategische Entscheidungen stecken kann. Daher, auch wenn es anfangs sicher schwerfällt: Gebt die Kontrolle für bestimmte Aufgabenbereiche an eure Mitarbeiter*innen ab! Sie sind meist besser qualifiziert als man selbst.

Wenn gute Leute eingestellt werden, ist es zudem auch kontraproduktiv sie zu “micromanagen”. Sie brauchen natürlich eine Anleitung und Struktur, aber als Unternehmer*in sollte man auch lernen loszulassen, abzugeben und sich von ihnen führen zu lassen, denn sie sind die Expert*innen auf ihrem Fachgebiet. Das ist, meiner Meinung nach, eine wichtige Einstellung eines*r guten Manager*in und Führungskraft. Gerade auch die junge Generation möchte mitbestimmen und Themen mit vorantreiben - mit dieser Selbstbestimmungskultur muss man mitwachsen.

Zusätzlich kann auch das Auslagern bestimmter Aufgaben, wie beispielsweise Buchhaltung und Abrechnung hierbei eine Menge Geld und Nerven sparen.

Ohne das richtige Team geht’s nicht!

Die falschen Mitarbeitenden einzustellen kostet einem Unternehmen viel Zeit und Geld. Daher solltet ihr bei der Auswahl und Zusammenstellung eures Teams, auf gar keinen Fall knausern und nur die Besten einstellen. Denn nur so könnt ihr gewährleisten, dass das Team alles gibt und die erforderlichen Arbeitsprozesse effizient gestaltet und ausführt. Mit einem guten Team können neue Probleme, die es vorher so nicht gab, angegangen und gelöst werden. Dafür wird ein gut eingespieltes und vertrauensvolles Team gebraucht. Nur so ist es möglich Strategien umzusetzen, Märkte anzuführen und bestimmte Bereiche umzusetzen.

Zu Beginn waren wir sechs Leute bei orderbird, vier Gründer und zwei Personen, die mitgewirkt haben - das beschreibt unser Anfangs-Setup ziemlich gut. Mittlerweile sind wir 110 Mitarbeiter*innen an den Standorten Berlin und Wien und legen immer noch Wert auf ein soziales Umfeld. Wir genießen sowohl die Teamarbeit als auch die soziale Community der Firma. Das hat bei uns einen hohen Stellenwert, was vielleicht auch auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass wir im Hospitality-Bereich tätig sind. Unser Team besteht aus vielen Personen, die ursprünglich Barkeeper*innen oder Restaurantbesitzer*innen waren. Am Ende des Tages können wir auf unser fantastisches orderbird Team zählen, das von Anfang an für die Mission „Wir machen unabhängige Gastronom*innen erfolgreicher!” und die Firma gelebt hat und uns geholfen hat alle kleinen wie auch großen Hürden zu überwinden.

Naivität für das Gründen – Expertise für Wachstum und Profitabilität

Jede Entwicklungsstufe erfordert unterschiedliche „Skills“ und Charaktere. Daher ist es eher selten, dass das Anfangsteam durch alle Unternehmensphasen bestehen bleibt. Das war auch bei uns nicht anders. Gerade beim Thema Profitabilität ist es zum Beispiel unabdingbar ein senioriges Management Team aufzustellen. Der erfahrene CEO Mark Schoen hat zum Beispiel meine Nachfolge angetreten, was für uns in dieser Phase eine goldrichtige Entscheidung war. Interessanterweise hätte Mark selbst, der zu dieser Zeit Managing Director von orderman war, orderbird nie gegründet und uns in der Anfangszeit sogar eher davon abgeraten. Denn zu Beginn muss man als Gründer*in eine gewisse Naivität mitbringen, um jung, mutig und vielleicht auch wild die Gründungsidee voranzubringen. Mark kommt aus der Sales-Industrie und hat eine große Firma mit aufgebaut. Er brachte eine große Portion Erfahrung mit, für uns neue Herangehensweisen und wir haben plötzlich alles anders gemacht. Als er damals das erstmal von unserer Idee gehört hatte, hat sein gesunder Menschenverstand einfach gesagt, dass wir ganz schön riskant sind. Es war gut, dass wir als Erstgründer auf eine gewisse Art und Weise naiv waren. Danach braucht es dann Management-Skills, um Unternehmen größer werden zu lassen. Schon bald nach der Gründung hatte orderbird einen “proof of concept” und konnte damit auch Mark als Angel-Investor gewinnen. Nach der Start- und Wachstumsphase bereitete Mark als CEO schließlich den Weg zur Profitabilität. Das zeigt noch einmal mehr, wie wichtig es ist, in der richtigen Phase der Geschäftsentwicklung die richtigen Leute zur richtigen Zeit zu haben, um erfolgreich den nächsten Schritt zu wagen.

Vom Mut loszulassen und auf Veränderungen einzulassen

Veränderungen sind wichtig. Die Welt um uns herum verändert sich schnell und wenn wir uns quasi nicht mitverändern, dann heißt es, es geht automatisch Bergab. Keine Veränderungen bedeutet Stillstand. Und Stillstand bedeutet Talfahrt. Vor allem in Phasen, in denen es gut läuft, muss man sich als Unternehmen kontinuierlich verändern. Veränderung ist dann gut, wenn diese richtig gemanagt wird. Mit der richtigen Geschwindigkeit geht es dann immer nach vorne.

Ich persönlich mag Veränderungen und deswegen war auch die Neubesetzung im Management für mich nie ein großes Thema. Ich habe dazu auch kein wahnsinniges großes Ego. Deswegen kam bei mir nie das Gefühl auf: “Oh Gott, ich bin jetzt kein Chef mehr in meinem eigenen Laden”. Ich habe Mark selber eingestellt und bin weiterhin mit Geschäftsführer. Reflektierend und selbstkritisch gesehen, hätte ich diesen Prozess ein bis zwei Jahre früher anregen sollen. Für mich war das ein riesen Glück eine neue Rolle in meiner eigenen Firma einzunehmen, denn es hat dazu geführt wieder großen Spaß an meiner Arbeit zu haben. 

Ein abschließender Tipp von mir: Setzt euch nicht nur mit eurem Unternehmen auseinander, sondern auch mit euch selbst und eurer Rolle, die ihr verkörpert. Auch als Gründer*in muss man sich weiterentwickeln, sonst steht man vor der Entscheidung: erfinde ich mich neu oder gehe ich? Ich habe zu dem Zeitpunkt das Neuerfinden gewählt und bin damit sehr zufrieden. Wenn man so will, war es die beste Entscheidung, die ich getroffen habe - auch für mich selber. Wenn ich das so nicht gemacht hätte, wäre ich glaube ich aktuell nicht mehr bei orderbird. Generell ist es für mich als Gründer natürlich toll zu sehen, wie orderbird sich in den letzten Jahren zu dem entwickelt hat, was es heute ist – ein eigenständiges und unabhängiges Unternehmen, das seinen großen Flug in ungeahnte Höhen gerade erst begonnen hat.

Corona geht: Wie lange bleiben die Spuren für Start-ups?

Bis Corona vorbei ist - wie übersteht man als Unternehmen oder Start-up diese Zeit bestmöglich ohne finanzielle Schieflage?

Seit April des letzten Jahres ist die Welt in einer Schockstarre gefangen. Für keinen von uns, weder Unternehmer, Selbständige, Start-ups noch Arbeitnehmer, war diese Zeit ohne Folgen und Einschnitte. Viele Unternehmen und Start-ups wurden von der Pandemie kalt erwischt und mussten sich mitunter radikal neu definieren und umdenken. Viele Geschäftsprozesse mussten digitalisiert werden und das Einrichten des Homeoffice zeigte in vielen Firmen Schwachstellen auf. Dabei sind viele an diesen notwendigen Maßnahmen gescheitert, da es an der nötigen Finanzierung scheiterte. Oftmals lag es an vermeidbaren Fehlern und Schwächen, durch die diese Finanzschieflage entstanden ist. Wir haben Tipps für Sie zusammengestellt, damit Sie diese Engstellen vermeiden können. Generell werden Sie auch von vielen dieser Tipps profitieren, auch wenn Sie keine Hilfen beantragen.

1. Übersicht

Viele Menschen bekommen Unterlagen und Dokumente zugeschickt oder ausgehändigt und diese werden dann einfach am erstbesten Ort abgelegt, der einem sinnvoll erscheint. Allerdings ist das eine nicht zu unterschätzende Fehlerquelle und kann sie wertvolle Zeit und im schlimmsten Fall sogar Geld kosten. Vielmehr sollten Sie alle Unterlagen und Dokumente zentral an einem Ort sammeln und auch direkt ein digitales Backup erstellen. Denn viele Stellen akzeptieren heute auch digitale Kopien Ihrer Unterlagen. Wenn Sie Ihre Unterlagen an einem festgelegten Ort aufbewahren, haben Sie direkt immer alles im Blick und müssen nicht erst in verschiedenen Aktenordnern und Ablagen suchen. Ihnen kann es auch nicht passieren, das die Bearbeitung Ihrer Anträge länger dauert, weil Sie ein wichtiges Dokument übersehen haben. So können Sie direkt loslegen.

2. Aktualität

Als Geschäftsführer haben Sie die Verantwortung für Ihr Unternehmen oder Ihr Start-up. Dazu gehört auch, dass Sie immer einen Überblick über Ihr Unternehmen haben sollten. Wichtig ist dabei, dass diese immer aktuell sein sollten. So können Sie Schwachstellen und Engpässe schneller entdecken und auf Sie reagieren. So können Sie oft schon im Vorhinein verhindern, dass Ihr Unternehmen überhaupt in eine Schieflage gerät. Zum anderen hilft Ihnen das bei den Anträgen, die Sie stellen möchten. Wenn Sie nicht erst auf Ihre betriebswirtschaftliche Auswertung warten müssen, gewinnen Sie wertvolle Zeit, die Sie produktiver und gewinnbringender einsetzen können. Sie könnten diese Zeit zum Beispiel besser einsetzen, um zu recherchieren für welche Förderprogramme oder Hilfen Sie außerdem noch infrage kommen.

3. Im Voraus planen

Je früher Sie mit der Planung eines Projektes beginnen, desto mehr Zeit können Sie in dessen Optimierung investieren. Kein Plan hält der Realität stand, aber wenn Sie mehr Zeit in Ihre Planung investieren konnten, ist es wahrscheinlicher, dass Sie Ihre Planung besser und schneller an die Gegebenheiten anpassen können. Als Richtlinie kann man sagen, dass Sie Ihre Planung mindestens sechs Monate vor dem eigentlichen Projektbeginn schriftlich festgehalten haben. Das gibt Ihnen die nötige Zeit, Ihr Projekt schon vorher auf Schwachstellen und potenzielle Probleme hin zu überprüfen. Damit Sie sich weitere Kopfschmerzen und unnötige Überarbeitungen ersparen, sollten Sie dringend einen Fördermittelberater mit in die Planung einbeziehen. Dieser stellt sicher, dass Ihr Projekt auch wirklich alle nötigen Vorgaben der Behörden für die einzelnen Förderprogramme erfüllt.

4. Holen Sie eine Bestätigung ein

Den Antrag für eine Förderung müssen Sie vor dem Beginn des Projektes stellen. Außerdem dürfen Sie das Projekt nicht starten, bevor Ihnen die infrage kommenden Fördermittel bewilligt wurden. So wollen die Behörden und Förderstellen sicherstellen, dass das Geld, welches sie bewilligen, auch nur für die Projekte eingesetzt werden, für die es vorgesehen ist. Diese Verzögerung können Sie allerdings umgehen, wenn Sie sich eine schriftliche Bescheinigung zum sofortigen Maßnahmenbeginn von der jeweiligen Fördermittelstelle ausstellen lassen. So können Sie direkt mit dem Projekt beginnen und müssen nicht abwarten bis Sie die Zusage bekommen. Außerdem können Sie damit die Bearbeitung Ihres Antrages beschleunigen, denn ihm wird durch den zusätzlichen Antrag eine höhere Priorität zugewiesen.

5. Lassen Sie sich beraten

Ein Fördermittelberater ist jedes Geld der Welt wert, denn er spart Ihnen Zeit, Geld und Nerven. Da er sich beruflich ständig mit diesem Thema auseinandersetzt, hat er naturgemäß einen wesentlich besseren Überblick und einen tiefergehenden Einblick als Sie. So kann er Ihnen essenzielle Tipps geben. Besonders unangenehm ist es, wenn Sie eine Förderung beantragt haben und Ihr Antrag dann auf den letzten Metern scheitert, weil Sie eine Vorgabe übersehen haben oder etwas anderes die Erteilung der Förderung verhindert. Vor diesen mitunter sehr teuren Fehlern kann Sie der Fördermittelberater bewahren und Ihnen so teure Fehler ersparen. Außerdem kann er Ihnen unter Umständen weitere Förderungsprogramme empfehlen, die Sie gar nicht gefunden haben.

Fazit

Das Beantragen einer Förderung kann wirklich kompliziert sein und ist mit viel Aufwand verbunden. Um Ihre Nerven zu schonen und um teure Fehler zu vermeiden, sollten Sie sich definitiv von einem Fördermittelberater beim Erstellen und einreichen der Anträge unterstützen lassen. Dieser hilft Ihnen mit seiner tiefgreifenden Einsicht auf jede erdenkliche Art und Weise. Außerdem sollten Sie Ihre Unterlagen zentral und griffbereit halten. Sorgen Sie auch dafür, das Sie immer eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung besitzen, so haben Sie auch gleichzeitig immer einen Überblick über Ihr Unternehmen. Wenn Sie ein neues Projekt planen, halten Sie diese mindestens sechs Monate vor dem Projektbeginn schriftlich fest, dann können Sie auch früher Ihren Fördermittelantrag stellen. Mit unseren Tipps sollte Ihrem Antrag aber nichts mehr im Weg stehen.

Der Autor Maximilian Schreiber ist Inhaber von Schreiber Consulting und bietet u.a. staatlich zertifizierte Fördermittelberatung.

BioTech – was kommt nach dem Boom?

Experten-Interview mit Marco Janezic zur aktuellen Lage der BioTech-Branche und den Zukunftsperspektiven für Gründer*innen.

Die deutsche BioTech-Branche boomt. Die Kreativität der Unternehmen, Lösungen zur Pandemiebekämpfung zu finden, ist enorm und die Finanzierungszahlen explodieren. Zur Info: Das Jahr 2020 war ein Rekordjahr mit einer Kapitalaufnahme von über 3 Mrd. Euro. Doch es bleibt die Frage, was kommt nach Corona? Denn die Gefahr ist groß, dass die BioTech-Branche wieder zu dem Orchideenfach wird, dass es lange Zeit war.

Antworten dazu liefert Marco Janezic, der unter anderem selbst das Berliner Life Science Unternehmen Eternygen gegründet hat und als Managing Director den Aufbau eines Gründungszentrums, der Life Science Factory, in Göttingen mitgestaltet:

Welche Anforderungen stellt die BioTech-Branche an junge Unternehmer? Hat sich hier durch Corona etwas geändert?

Die deutsche BioTech-Branche hat vor dem Hintergrund der Pandemie einen echten Boom erlebt. Die Finanzierungszahlen explodieren und immerhin gab es laut dem Deutschen Biotechnologie Report 2021 trotz Krise 19 BioTech-Gründungen in Deutschland.

Doch es bleibt die Frage, was kommt nach Corona? Wenn wir mehr Erfolgsgeschichten wie “Biontech” sehen wollen, dann müssen wir den Standort Deutschland stärken, jungen Unternehmen ein besseres Umfeld bieten – und das besser heute als morgen. Denn aktuell stehen junge Unternehmer immer noch vor enormen Herausforderungen und bürokratischen Hürden.

Was bremst Gründer*innen aus? Was hält Gründer*innen ab?

Was es braucht ist eine gezielte Förderung über alle wichtigen Phasen der kommerziellen Entwicklung hinweg. Und zwar von der Übertragung bzw. Lizenzierung von IP aus Universitäten, über die verschiedenen Finanzierungsstufen bis hin zur Rekrutierung von gründungserfahrenen Führungskräften. Es gibt zwar verschiedene Förderprogramme, diese greifen aber meist nur für die Phase der Grundlagenforschung bzw. der akademischen Forschung sowie manchmal vielleicht auch noch für das Frühstadium der Translation. Alles was danach kommt, also etwa die hohen Kosten im Bereich der klinischen Studien, aber auch rechtliche Fragen rund um Patente der klinischen Entwicklung, lasten meist vollkommen auf den Schultern der jungen Unternehmen bzw. deren Geldgebern. Daher wagen viele den Weg in die Unternehmensgründung erst gar nicht.

Hinzu kommt: Die regulatorischen Rahmenbedingungen für Investitionen haben sich in diesem Feld weiter verschärft, Stichwort Außenwirtschaftsverordnung. Damit wurde eine weitere Hürde für Investitionen aus dem Ausland geschaffen, so dass Gründer noch stärker auf gezielte innerdeutsche Programme und Förderungen angewiesen sind

Was wird neben Kapital noch dringend benötigt, um die Entwicklung innovativer Technologien in Deutschland weiter zu stärken?

Zwei Dinge: Erstens, wissenschaftliche, regulatorische und unternehmerische Fachkenntnis seitens der Unterstützer, Investoren und Förderer. Nur so lässt sich auch die nötige fachliche Expertise aufbauen, um so ganz konkret Life Science Ausgründungen und Start-ups dabei zu unterstützen ihr Ziel zu erreichen: nämlich erfolgreiche Unternehmen zu werden. 

Und zweitens: ganz konkrete inhaltliche Unterstützung bei der Entwicklung von Produkten, und zwar von der präklinischen Forschung bis hin zur kommerziellen Marktreife. Das beginnt beim kosteneffektiven Zugang zu modernen S1- und S2-Laboren oder Prototyping-Werkstätten, sogenannten Dry Labs, bis hin zur Bereitstellung von Büroinfrastruktur. Darüber hinaus ist es für junge Life Science Gründer essentiell unkompliziert und kostengünstig auf fachliche Beratung, wie etwa von Rechts- und Regulierungsexperten, Industrie-Insidern, Wissenschaftlern und Medizinern zugreifen zu können. Das ist auch der Ansatz, den wir in der Life Science Factory im Sartorius Quartier in Göttingen gewählt haben – alles an einem Ort und flexibel nutzbar – um Unternehmen aus der Biotechnologie hier wirkliche Starthilfe im Sinne eines Inkubators zu bieten.

Welchen Stellenwert räumen Sie Kollaborationen ein, um die BioTech-Zukunft in Deutschland erfolgreich zu gestalten?

Wissenschaft und insbesondere wissenschaftsbasierte Unternehmensgründungen sind längst keine Singleplayer-Angelegenheiten mehr und intensive Kooperationen in der Biotechnologie sind schon seit langem fester und vor allem prägender Bestandteil. Das wurde nicht zuletzt 2020 durch die spannende Kollaboration zwischen Biotechnologie und Pharmaindustrie bei der Entwicklung des COVID-19-Impfstoffes mehr als deutlich.

Umso wichtiger ist es, dass Orte der kollaborativen Zusammenarbeit wie das Sartorius Quartier in Göttingen als Begegnungsort für Gründer geschaffen werden, die diese Form der flexiblen und gleichzeitig stark werttreibenden Zusammenarbeit fördern und dadurch ideale Bedingungen schaffen, erfolgreiche wissenschaftliche Durchbrüche und Unternehmensgründungen zu generieren. Ich bin davon überzeugt, dass das Thema Vernetzung und Interdisziplinarität eines der prägendsten sein wird und in einem intelligenten, leistungsstarken Labor der Zukunft Forscher und Entwickler, Ingenieure, Informatiker, MTAs und Mediziner ebenso Hand in Hand wie Wirtschaftswissenschaftler oder Rechtswissenschaftler arbeiten werden.

Und wie wichtig sind vor diesem Hintergrund Mentoring-Programme?

Mentoring ist für mich eines der wirklich essenziellen Instrumente zur gezielten und erfolgreichen Nachwuchsförderung und eine Win-win-Situation für beide Seiten. Als Unternehmer profitiert man in jedem Stadium vom Austausch mit erfahrenen und kompetenten Experten und Förderern. Denn grundsätzlich wurde jeder „Fehler” schon einmal gemacht - und wenigstens die kann man durch einen engen Austausch umgehen.

Gemeinsam die unternehmerischen Kräfte zu mobilisieren und dann junge Unternehmer*innen dabei zu unterstützen, ein eigenes starkes Produkt und Profil zu entwickeln, macht mir als Mentor jedes Mal wieder große Freude. Und wenn dann auch noch die Möglichkeiten besteht, Zukunftstechnologien zu identifizieren und zusammen voran zu bringen, ist das doch perfekt.

Und last but not least: Was raten Sie BioTech-Gründer*innen und -Start-ups, um sich für die oben genannten Herausforderungen bestmöglich zu wappnen?

Mein Rat an BioTech-Gründerinnen und -Gründern ist neben der Arbeit an ihrem Produkt, bzw. ihrer Wissenschaft den Fokus auf zwei Dinge zu richten: Erstens, empfehle ich möglichst früh das „erweiterte Unterstützer-Team“ aufzubauen, welche Mentoren, Berater und vor allem erfahrene Unternehmer enthält. Es ist so viel einfacher Hürden zu nehmen, wenn man Menschen an seiner Seite hat, die diese bereits erfolgreich gemeistert haben. Zweitens rate ich jedem, ab dem ersten Tag an der Finanzierungsstrategie zu arbeiten. Die meisten BioTech-Firmen scheitern letztendlich daran, dass sie das Thema Fundraising unterschätzen, anstatt es zur Chef-Sache und Priorität 1 zu erklären.

Company Building statt Inkubatoren

Warum der Mittelstand echtes Company Building und keine Inkubatoren braucht.

Innovation ist gefragt wie selten zuvor, um mittelständische Unternehmen über die Krise hinaus am Markt zu halten. Und dennoch werden Inkubatoren, die zu diesem Zwecke ins Leben gerufen wurden, aktuell wieder zurückgefahren oder verkauft, wie die OGDS der OTTO Group oder Daimlers Lab1886. Während ihre Innovationskraft gerade jetzt dringend gebraucht wird, geraten Inkubatoren durch die aktuelle Situation noch stärker unter Druck. Die Brutstätten für Start-ups stehen schon länger im Ruf zu teuer zu sein und zu wenig konkrete Business Cases hervorzubringen. Es gilt Lösungsansätze zu finden, die einerseits den Bedarf nach Neuerungen decken und gleichzeitig wirtschaftlich rentabel sind. Aber wie?

Company Building statt klassischem Inkubator

Mittelständische Unternehmen, die unabhängig vom Bestandsgeschäft neue Geschäftsmodelle durch Ausgründungen entwickeln wollen, sollten zunächst einmal nicht auf klassische Inkubatoren setzen. Letztere sind zumeist in die Kernorganisation integriert und an deren gewachsene Prozesse gebunden. Klassische Unternehmensstrukturen machen die Kernorganisation eher wie einen Tanker, der ruhig und mit konstantem Tempo in eine Richtung fährt, wohingegen Start-ups, eher wie unabhängige Schnellboote agieren, die kurzfristig und agil neue Richtungen einschlagen können. Investitionsprozesse in Corporates gestalten sich wesentlich langwieriger, wodurch Start-ups das Zeitfenster für Innovationen und damit die “First Mover Advantage” verpassen würden. Außerdem hätten die jungen Unternehmen durch eine zu enge Bindung an die Kernorganisation vermutlich nicht die notwendige Freiheit um gerade zu Beginn mit Geschäftsmodellen zu experimentieren.

Aus diesen Gründen sollte eine eindeutige Trennung der Einheiten durch “Chinese Walls” angestrebt werden. Company Builder erfüllen diese Anforderung, in dem sie das Bindeglied zwischen der Kernorganisation und den Start-ups darstellen. So schaffen Company Builder einen hohen Grad an Freiraum und Unabhängigkeit, den Start-ups in dieser frühen Phase brauchen. Zudem vermittelt das Company Builder Team zwischen Start-up und Unternehmen, da es beide Welten verstehen und bewerten kann, welche infrastrukturelle Unterstützung und Kompetenzen des Mutterunternehmens bei der Entwicklung des Start-ups hilfreich sind.

Lernen aus den Fehlern von anderen

Ein häufiger Kardinalfehler bei Ausgründungen sind zu starre Eigentumsstrukturen. Hält das Mutterunternehmen 100 Prozent der Anteile an einem Unternehmen und sind die Gründer*innen lediglich über Gehaltsstrukturen und nicht über Shares incentiviert, fehlt ein wichtiger Anreiz, um sich langfristig für den messbaren Erfolg des Start-ups zu engagieren. Gleichzeitig werden so externe Finanzinvestor*innen von vornherein ausgeschlossen. Doch die Öffnung für externes Kapital schafft ganz neue Wachstumschancen. Die wenigsten Unternehmen können all ihre Start-ups finanziell ausstatten, dass sie ihr volles Skalierungspotenzial erreichen. Es gilt das einfache Motto "Lieber einen kleinen Anteil an einem großen Kuchen, als einen großen Anteil an einem sehr kleinen Kuchen". Gleichzeitig muss immer die Option im Raum stehen, ein Start-up aufzulösen, wenn sich abzeichnet, dass ein Geschäftsmodell keinen Erfolg verspricht. Nie sollte man in eine “sunk cost fallacy” verfallen und weiter an einem Start-up festhalten, nur weil man bereits Summe X investiert hat.

Allzu häufig scheitern die Experimente mit Ausgründungen nicht zuletzt aufgrund fehlender Toleranz zwischen Mutterschiff und Start-ups. Wichtig sind vor allem ein offenes Mindset und die Förderung gegenseitigen Verständnisses. Wer glaubt, ein junges Unternehmen wie eine mittelständische Firma führen zu können, der verurteilt sich selbst zum Scheitern. Allerdings ist der beidseitige Austausch von Wissen und Assets auch das, was das Company-Building-Modell so erfolgreich macht.

Wie der Mittelstand mit Company Building erfolgreich sein kann

Die notwendige Umgebung für den Erfolg der Start-ups schaffen Company Builder, indem sie ein erfahrenes und gut vernetztes Management-Team aufbauen und eine klare Trennung zwischen Start-ups und Kernorganisation schaffen. Einem Corporate Manager die Hauptverantwortung zu übertragen, der durch seine mangelnde Erfahrung mit Start-ups wenig Glaubwürdigkeit gegenüber Gründer*innen oder der VC-Szene hat, ergibt wenig Sinn und lädt zu Fragen über die Ernsthaftigkeit des Vorhabens ein. Für die Auswahl des Führungspersonals des Company Builders kommen vor allem Personen infrage, die sich einerseits mit der Corporate als auch der Start-up-Seite auskennen und zwischen den beiden moderieren können. Um diese Brücke zu schlagen, gibt es viele Wege, wie z.B. komplementäre Teams, die zusammenkommen, um sich gegenseitig weiterzubilden.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die klare Trennung der Start-ups von konkreten Business Units des Mutterunternehmens und den Zielvorgaben von dessen Geschäftsführung. Verständlicherweise ist das Ziel der Geschäftsführung stets ein positiver Jahresumsatz. Wer sich allerdings auf das Experiment mit Ausgründungen einlässt, muss in Kauf nehmen, dass der Aufbau neuer Geschäftsmodelle und der Sprung in die Profitabilität mehrere Jahre in Anspruch nehmen und Investments relativ lang gebunden sind.

Fazit: Company Builder können Unternehmen “Disruption-proof” machen

Fest steht, dass sich kein Unternehmen Stagnation leisten kann. Gewachsene Unternehmensstrukturen sind dahingehend optimiert, das Bestandsgeschäft voranzutreiben. Für Innovationen im Bestand sind sie häufig zu starr und zu langsam. Deshalb sind gut geführte Company Builder eine wichtige Möglichkeit sich langfristig zukunftsfähig aufzustellen und die Zukunft der eigenen Branche zu gestalten, bevor es andere tun.

Der Autor Matthias Friese ist Managing Partner bei XPRESS Ventures sowie Head of Company Building bei FIEGE

Nachhaltigkeit in der Event-Branche

Im Jahr 2021 ist es für jedes Unternehmen ein Muss, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Begrifflichkeiten wie #sustainabilty, #co2-kompensation, #zerowast und #fairtrade gehören zum Fachjargon, und Greenwashing wurde nie besser beherrscht wie in diesen Zeiten.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Aber fangen wir von vorne an, was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich? Interessant ist, dass das Wort Nachhaltigkeit bereits vor 300 Jahren entstanden ist. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Forstwirtschaft und bedeutet, dass nur so viele Bäume abgeholzt werden, wie auch nachwachsen können, damit nachkommenden Generationen ebenfalls vom Holz leben können. Nachhaltigkeit ist also kein erfundenes Modewort unserer Politiker und Politikerinnen.

Um ganzheitlich, nachhaltig zu handeln passiert dies auf drei Ebenen. Es soll wirtschaftlich effizient, sozial gerecht und ökologisch tragfähig gehandelt werden. Diese drei Bereiche müssen also immer betrachtet werden, wenn ein Unternehmen, ein Projekt oder eine Veranstaltung nachhaltig sein soll.

Liegt dir die Umwelt, die Menschheit und unsere Wirtschaft am Herzen?

Leider werden oftmals in Unternehmen, Projekten oder auch auf Veranstaltungen nicht alle drei Ebenen betrachtet. Es werden nur bestimmte Bereiche herausgepickt, die gerade mediale Relevanz haben und sich als PR-Strategie super nutzen lassen. Bitte nicht falsch verstehen, jeder Schritt ist wichtig, ist er noch so klein. ABER: Wenn beispielsweise ein Bekleidungsunternehmen damit wirbt nachhaltig zu handeln und eine Kollektion aus Bio-Baumwolle anbietet, die Näher*innen aber weiterhin ausgebeutet werden und der Färbungsprozess noch immer hochgiftig ist, dann hat dies NICHTS mit nachhaltigem Handeln zu tun und ist ausschließlich manipulativ gegenüber den Konsumenten.

Nachhaltigkeit in der Event-Branche

Dasselbe Phänomen gibt es in der Veranstaltungsbranche. Oft wird das Thema Nachhaltigkeit hauptsächlich im Zusammenhang mit der Durchführung gesehen. Beliebt sind Bereiche wie Catering, Location oder Veranstaltungsmaterialien. Wie bereits erwähnt, dies sind alles Schritte in die richtige Richtung, aber oftmals fehlt dem Veranstaltungsteam das Know-how, die gesamte Veranstaltung nachhaltig zu gestalten. Neben Unwissenheit werden komplexere Themen wie zum Beispiel Mülltrennung, Stromherkunft und Drittdienstleister schließlich aus finanzieller Sicht oder aufgrund eines Mehraufwands außer Acht gelassen.

Weißt du, wer dir den letzten Messestand aufgebaut hat und ob der Lohn gerecht berechnet wurde?

Damit Nachhaltigkeit auf allen Ebenen gleichermaßen behandelt wird, sind die Grundbausteine Motivation, Wissen und Anerkennung extrem wichtig. Das Ziel einer jeden Veranstaltung sollte somit sein, genau diese Grundbausteine mit einfließen zu lassen. Durch Austausch motivieren, durch Erlebnisse Wissen vermitteln, gesetzte Marketingziele erreichen und die gewünschte Aufmerksamkeit erhalten.

Speziell Themenveranstaltungen bieten die Möglichkeit, deine Zielgruppe – seien es die eigenen Mitarbeiter, langjährige Partner oder neue Kunden – über Themen, die dich und dein Unternehmen beschäftigen, aufzuklären, Beweggründe aufzuzeigen und alle mit einzubeziehen.

Das Thema Nachhaltigkeit kann so modern und kreativ wie nie zuvor deine Veranstaltungen bereichern. Setze mit deinem nächsten Event ein Zeichen und rücke bereits im Vorfeld das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Vermittle Wissen, rege zum Nachdenken an und/oder inspiriere andere dazu, etwas zu ändern. Sei es privat oder in der Arbeitswelt – lass uns gemeinsam etwas bewegen!

Die Autorinnen Julia Könnel und Marisa Rieger sind Gründerinnen und Geschäftsführerinnen bei Eventvoll. GbR. Sie bieten Eventkonzepte rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Auslandsmärkte erobern

Es hat nur selten etwas mit Abenteuerlust zu tun, wenn deutsche Unternehmen bereits kurz nach der Gründung den Schritt ins Ausland wagen. Es gilt vielmehr: Wenn die Strategie stimmt, tun sich dort wertvolle Absatzmärkte auf.

Vom ersten Tag an war Cosnova-Gründerin Christina Oster-Daum Deutschland zu eng, die Internationalisierung beschlossene Sache. Es gab einfach keinen vernünftigen Grund, die Lippenstifte, Lidschatten und Nagellacke nur in der Heimat zu verkaufen, wo es doch auch in anderen Ländern an Kosmetika im Einstiegspreissegment – und damit wie gemacht für Teenager – fehlte. Nur ein Jahr nach Einführung der Marke Essence in Deutschland wagte Oster-Daum deshalb den Schritt nach Österreich. 2010, acht Jahre später, liefert das hessische Unternehmen zwei Kosmetiklinien in 30 Länder. Ein Drittel des Gesamtumsatzes entfällt aufs Auslandsgeschäft.

Krisen allein sind kein Hinderungsgrund

Immer mehr Unternehmer steigen wie Oster-Daum und Javier González, der seit 2003 als zweiter Geschäftsführer bei Cosnova fungiert, bereits kurz nach der Firmengründung in Auslandsmärkte ein. Laut Dr. Manfred Gößl, Leiter der Außenwirtschaftsabteilung der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, ist das eine gute Strategie, der Experte rät vor allem Unternehmen, die eine Nische besetzen, zur frühen Expansion ins Ausland. „Über den Daumen kann man sagen: Je kleiner die Nische, desto wichtiger ist es, beizeiten internationale Märkte anzusteuern“, sagt Gößl. Für Anbieter von Hightech-Produkten könne es gar sinnvoll sein, „sofort“ zu internationalisieren.

Auf keinen Fall, so Gößl weiter, sollte man angesichts der Wirtschaftskrise und des dramatischen Exporteinbruchs im Frühjahr 2009 – mit minus 30 Prozent so stark wie nie zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – geplante Internationalisierungsvorhaben auf Eis legen. Denn erstens sei im April 2009 der Tiefpunkt erreicht worden, seither ziehe die Nachfrage nach Produkten aus Deutschland wieder an. Zweitens sollte sich ein Gründer grundsätzlich nicht „von Monatszahlen verunsichern“ lassen. „Wenn die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, grundsätzlich richtig ist, dann ist sie das auch jetzt“, so Gößl. Und sie ist richtig. Schließlich ist der deutsche Markt schnell gesättigt, Wachstum ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch außerhalb der Grenzen möglich. Mehr noch: Firmen, die es versäumen, sich international aufzustellen, werden auf Dauer möglicherweise sogar im Heimatland Probleme bekommen, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zur Checkliste Auslandsgeschäfte

Wenn der Inlandsmarkt an sich zu klein ist

Wenn der Inlandsmarkt an sich zu klein ist

Und dann zeigt die Praxis noch, dass man auch im großen Stil expandieren kann – weltweit von der ersten Stunde an, so wie es Ingolf Beder und Dirk Frohne gemacht haben. Seit der Gründung ihres Unternehmens KID Broadcast im Jahr 2002 war für die beiden klar, dass sie ihre Hightech-Geräte für Rundfunk, Fernseh- und Tonstudios weltweit vermarkten wollen. „Unsere Produkte können überall verwendet werden, und der deutsche Markt ist für uns als Anbieter von Sonderanfertigungen definitiv zu klein“, erklärt Beder die Entschlossenheit, früh über alle Grenzen hinaus aktiv zu werden.

Der Plan der jungen Unternehmer ging auf: Sommer Cable, ein großer Kabelhersteller aus dem Schwarzwald, wurde auf die brandenburgische Firma aufmerksam, „weil wir so schöne Steckverbindungen bauen“. Also traf man sich, verstand sich blendend und vereinbarte, Produkte von KID Broadcast in den Sommer- Cable-Katalog aufzunehmen. Die Folge: Bereits im Jahr 2004, und damit nur zwei Jahre nach Gründung von KID, erhielten rund 70.000 Kunden auf der ganzen Welt die Chance, Steckverbindungen oder Verteilertechnik aus Brandenburg zu ordern. Das Disneyland in Paris und ein Radiosender in Südafrika gehörten zu den ersten, die bestellten.

Beder weiß, dass er Glück hatte, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute kennen zu lernen. Und er weiß auch, dass vor der Erschließung neuer Absatzmärkte normalerweise mehr Fleiß steht, zum Beispiel indem man Präsenz auf Messen zeigt. Aber das machen Beder und Frohne ja auch. Jedes Jahr bauen sie einen Stand auf nationalen und internationalen Messen auf. Und auch damit kommen die Jungunternehmer ihrem Ziel, den Auslandsumsatz kontinuierlich auszubauen, ein Stück näher: Über Kontakte, die sie auf den Leistungsschauen angebahnt haben, konnten sie einen Exklusivvertrieb in Schweden aufbauen, das gleiche soll in Südafrika auf die Beine gestellt werden.

Erst analysieren, dann loslegen

Dass Fleißarbeit unerlässlich ist, wenn man sich im Ausland engagieren will, weiß auch Fabrice Schmidt. „Man muss den Markt, in dem man agieren will, gründlich erforschen“, sagt der Mitgründer und Mitgeschäftsführer des Erlebnisgeschenkeportals Mydays, das im letzten Jahr in fünf europäischen Ländern mit eigenen Webseiten gestartet ist. Schmidt und seine Mitarbeiter haben deshalb im Vorfeld der Internationalisierung eine umfassende Analyse über potenzielle Märkte erstellt: Wie ist das Userverhalten, welche Geschenke mögen die Menschen, wie offen ist die Bevölkerung für die Leistungen des Unternehmens und – auch das ganz wichtig – wie stellt sich die Konkurrenzsituation dar.

Im Anschluss daran galt es, für jedes anvisierte Land die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen kennen zu lernen. Insbesondere mit den Vorschriften zur Umsatzsteuer sollte man sich vertraut machen, bestätigt Gößl die Vorgehensweise. Diese sei nämlich von Staat zu Staat unterschiedlich und zum Teil so komplex, dass schnell Fehler passieren können. „Da muss man höllisch aufpassen“, warnt Gößl. Nicht nur, dass der Unternehmer für Fehler hafte. „Im schlimmsten Fall droht die Insolvenz.“ Abklären sollte man ferner, ob die zum Export ausgewählten Produkte im Zielland nicht als „militärisch“ gelten. Gerade bei Software komme das immer wieder vor, weiß Gößl.

Beobachten statt Berechnen

Rechnerische Planspiele und das Wissen um aktuelle Trends bringen Gründern erste Erkenntnisse über die Zukunft. Wichtiger ist das systematische Beobachten des konkreten Marktes, um ihn zu verstehen und aktiv mitzugestalten.

Natürlich gehört das Glänzen auf dem Theorie-Parkett und das Schreiben von zahlenbasierten Businessplänen für Gründer zum Pflichtprogramm, um beispielsweise der Hausbank zu zeigen, wie man am Markt einsteigen und bestehen will; aber es kann und darf nicht zum Selbstzweck werden und vollständig das überlagern, weswegen der ganze Aufwand eigentlich betrieben wird: Nämlich mit vollem Einsatz ein unternehmerisches Konzept zu erarbeiten, es umzusetzen und unermüdlich weiterzuentwickeln.

Denn nicht nur für aus der Not heraus geborene Gründungen gilt, dass sie stets ein Wagnis darstellen; und zwar eben nicht nur ein betriebswirtschaftliches. Dass sie mit der Person des Gründers oder der Gründerin untrennbar zusammenhängen. Und dass sie entscheidend darauf beruhen, dass die Neu-Unternehmer den Einsatz und Willen haben, etwas zu gestalten!

Wie geht das, ein spezielles Markt-Umfeld – in der Regel eine Nische, ein Regionalmarkt oder ein enger Zielgruppen-Fokus – langsam und stetig (erstens) entlang klarer, konkreter, auf das eigene Unternehmen zugeschnittener Marktqualitätskriterien zu entwickeln und (zweitens) anhand von Indikatoren für eine Marktdynamik auch in der Richtung, in die man selber will, zu lenken? Dieser Kernfrage wollen wir uns im Folgenden widmen.

Strategic Foresight

Im angelsächsischen Kulturkreis ist für derlei Fragestellungen bereits seit Jahrzehnten eine Profession zuständig – und bestens etabliert –, die sich ausschließlich um genau solche Markt-Taktik und Business-Manöver kümmert: Strategic Foresight, die Zukunftsforschung. Hierzulande ist allerdings, wenn überhaupt, eher der Ableger der Trendforschung bekannt. Und das auch fast nur in Großunternehmen oder einigen Lifestyle-Branchen, die sich’s leisten können. Ansonsten stößt Zukunftsforschung auf Skepsis – nicht zuletzt dank einiger Trend-Gurus, die unverdrossen am eigenen Ruf basteln und lustige Trend-Labels und vielerlei Spielchen erfinden. Mit durchaus hohem Unterhaltungs-, aber allem Anschein nach wenig Gebrauchswert. Zukunftsforschung rangiert daher in der Einschätzung vieler gleich hinter „Astrologie 2.0“. Was aber ist wirklich dran an dieser scheinbar exotischen Disziplin?

Entscheidender Hebel: Der eigene Kopf

Kleinunternehmen können sich Anregungen aus dem Innovationsmanagement holen, das sich der systematischen Planung, Umsetzung und Kontrolle von neuen Ideen widmet. Geglücktes Innovationsmanagement sieht in etwa so aus, dass Unternehmen Innovationsziele zum Teil ihrer Unternehmensstrategie machen. Von der ersten Geschäftsidee an ist der Prozess der Optimierung und Erneuerung im Geschäftsalltag dabei. Die Unternehmensführung (der Gründer oder Geschäftsführer) fühlt sich dafür verantwortlich und gibt den Erneuerungsprozessen genügend Raum. Die Unternehmensstruktur und Kommunikation ist dabei so ausgerichtet, dass alle Mitarbeiter bei der Entwicklung und Bewertung neuer Ideen teilnehmen. Die Umsetzung in den geschäftlichen Alltag erfolgt zügig. Externe, wie etwa Kunden, sind mit eingebunden. Für die einzelnen Phasen des Prozesses – von der Ideengenerierung bis zur Integration in den Unternehmensalltag – existieren viele Methoden. Die klassische Methode basiert auf der Analyse eines Problems oder einer Situation, gefolgt von der Identifizierung von Zielen, der Ideenfindung und Ideenbewertung sowie der abschließenden Entscheidungsfindung. Die passende Methode zu finden und für seine Zwecke abzuwandeln, ist entscheidend.

Als Gerhard Kämpf die Nachfolge eines Unternehmens der Kunststoffverarbeitung mit heute 17 Mitarbeitern in Schwabach antrat, sorgte er von Anfang an für die Innovationsfähigkeit des Betriebs. „Als das Einmaleins des klassischen Geschäfts saß, bin ich ganz gezielt daran gegangen, Innovationsziele zu stecken und zu verfolgen: Ich habe technisches und betriebswirtschaftliches Wissen integriert, Mitarbeiter eingestellt und ihr Potenzial durch Freiräume gefördert. Ich selbst nehme mir viel Zeit für Strategisches“, berichtet der Geschäftsführer, der gerade im Auftrag eines großen Unternehmens ein neues Kunststoffverfahren entwickeln und patentieren ließ. „Neben der Begeisterung und dem Gespür für Innovatives, bedarf es einer kreativen Unternehmenskultur, einer auf Innovationen ausgerichteten Kommunikation und der Bereitschaft, Risiken einzugehen.“ Davor arbeitete das Unternehmen mit eingefahrenen Strukturen und unflexiblen Abläufen: „Nun können Impulse von innen und außen gezielt aufgenommen werden, neue Lösungsansätze entwickelt und in das Alltagsgeschäft integriert werden“, so Kämpf.

Zur Checkliste Ziele SMART setzen

Entscheidender Hebel: Der eigene Kopf

Systematische Prozesse und Methoden helfen nur dort, wo die Bereitschaft vorhanden ist, sich dem Neuen radikal zu öffnen – frei nach dem Motto „Alles, was nicht ist, ist möglich“. Das eingangs thematisierte Phänomen der Biopioniere, die es verpasst haben weiterzudenken, zeigt, dass der Knackpunkt nicht in speziellen Innovationstools liegt, sondern im Kopf des Unternehmers. „Die Welt der Biomärkte bietet viele Produktneuheiten“, beobachtet Beraterin Judita Ruske. „Anstatt der Konkurrenz zu weichen, könnten sich die Biogründer überlegen, was sie besser können: Etwa auf den LOHAS-Trend (ein Lebensstil, der auf Gesundheit und Nachhaltigkeit basiert) setzen und attraktive Angebote für Schwangere, Familien oder Ältere entwickeln oder zum kommunikativen Punkt des Stadtteils werden.“

Eine zentrale Frage ist hier, wo man flexibler ist als die Großen, so Ruske, und was man noch besser machen kann, als die Kunden es wollen. Das Paradebeispiel ist der Internet-Versandhandel Amazon: Der User interessiert sich nicht nur für neue Bücher, sondern auch dafür, was andere über die Bücher denken, um Vorschläge zu bekommen für weitere Käufe. Hier ist Querdenken angesagt: „Die Frage, wer die eigenen Wettbewerber sind, ist schon zu eng: Für neue Märkte abseits des Gewöhnlichen und neue Kunden gilt es, eine möglichst dehnbare Definition für das eigene Geschäft zu finden“, so Wirtschaftsexpertin Förster (siehe auch den Selbsttest: „Wie innovativ sind Sie?“).

Zur Checkliste Selbsttest: Wie innovativ sind Sie?

Abstraktion hilft, den Blick zu weiten: „Ein Schlüsselhersteller kann – anstatt eine neue Schlüsselform zu ersinnen – danach fragen, welche Funktionen Schlüssel erfüllen und über das ‚Zutritt verschaffen‘ neuartige Angebote und Geschäftsfelder erschließen, wie Chipkarten oder biometrische Systeme“, regt Dr. Alexander Brem, Berater und ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Studienbereich Unternehmensgründung & Entrepreneurship der Uni Nürnberg-Erlangen, an. Zu welchem Erfolg eine systematische Auslotung führen kann, haben die Gründer der Vermittlungsplattform hotel.de bewiesen. „Von Anfang an haben wir das Modell der Online-Vermittlung von Kompetenzen nach weiteren Ideen abgeklopft“, so Stefan Morschheuser aus Nürnberg. Nach der ersten Gründung des Hotelportals im Jahr 2001, das mit fast 500 Mitarbeitern inzwischen an der Börse notiert ist, folgten die Vermittlungsportale für Anwälte (anwalt.de), Psychologen (psychologe.de) und schließlich ein Portal für Astrologen und Lebensberater (viversum.de). Heute berät Stefan Morschheuser auch andere Gründer. Es gibt viele neue Ideen und – trotz offensichtlichem Verbesserungsbedarfs – auch viele auf dem Markt erfolgreiche innovative Unternehmen. Fangen auch Sie daher an, Ihre Innovationsfähigkeit nachhaltig zu verbessern: Holen Sie sich das nötige Know-how und realisieren Sie konsequent Ihre Ideen!

Schritt 4 Kampf an der Schwelle

4 Der Kampf an der Schwelle

So hatte Peter sich das nicht vorgestellt. Von einem Monat auf den anderen will ihn die Firma nicht gehen lassen. Schließlich müssten die laufenden Projekte noch abgewickelt und ein Nachfolger eingearbeitet werden. Peters Vater ist strikt gegen die Pläne. Gerade auf seinen Vater hatte Peter jedoch gehofft. Schon nächsten Monat könnte er das perfekte Ladenlokal beziehen. Die Zeit hierfür drängt, während die Finanzierung noch Zeit in An­spruch nehmen würde. Mit seiner Firmenleitung wird er sich schon einigen können. Er hat einige Rücklagen, aber es gilt schließlich zwei Monate finanziell zu überbrücken, bis die bewilligten Gelder fließen würden. Schließlich kann Peter seinen Vater überzeugen. Sein alter Herr leiht ihm die fehlenden 5000 Euro – zinsfrei und ohne sofortige Rückzahlungsverpflichtung. Und in der Firma bereiten ihm die alten Kollegen einen berührenden Ab­schied.

Was lernen wir daraus? Jetzt wird es erst mal hart. Um sich wirklich auf neuem Terrain wiederzufinden, gilt es die Auseinandersetzung zwischen dem Helden und seinem Widersacher zu führen. Wer oder was macht den Weg wirklich frei? Der Boden, an den Sie gewöhnt sind, ist plötzlich unsicher geworden, aber auch neu und spannend. Er fühlt sich gut an unter Ihren Füßen. Neue Befürworter stehen Ihnen bei. Erste und auch größere Schwierigkeiten stellen sich ein. Ein paar Bremser wollen Ihnen etwas einreden. Aber Sie lassen sich nicht entmutigen. Sie sind schon ein Stück gewachsen und wachsen mit jedem Tag mehr. Sie lösen Ihre Probleme und schauen voraus.

Etappen-Tipp: Nutzen Sie den Wind frischer Motivation in Ihren Segeln, um erste Schwierigkeiten leicht zu überwinden. Überstürzen Sie nichts. Halten Sie nach neuen Mentoren Ausschau und nutzen Sie deren Potenziale.

5 Das Neuland und die große Prüfung

Schritt 1 Der Ruf

1 Der Ruf

Peter Schreiber hat Stress. Sein neuer Vorgesetzter ist ein harter Knochen, und vieles von dem, was dieser neuerdings verlangt, grenzt an pure Schikane. Sein Kontrollzwang verdirbt den Spaß an der Arbeit und unterbindet jede Kreativität im Team. Peter Schreiber hat aber noch ein Problem: Er ist gerade Vater geworden. Das Fehlen des zweiten Gehalts macht sich langsam bemerkbar, über kurz oder lang könnte es eng werden, sobald etwas Unvorhergesehenes passiert.

Schon seit einiger Zeit weiß Peter, dass sich etwas ändern muss. In der Firma munkelt man von Stellenkürzungen, der gebrauchte Familienkombi beginnt langsam auseinanderzufallen. Klar, da ist diese immer mal wieder auftauchende Geschäftsidee, aber bisher ist immer alles gut gelaufen und er hat das Risiko gescheut, eine eigene Existenz zu gründen. Doch jetzt scheint es an der Zeit – oder lieber nicht?

Geht es Ihnen so wie Peter Schreiber? Irgendetwas stimmt nicht mehr mit Ihrem Job. Sie spüren, dass eine Änderung ansteht. Zuerst ist es nur ein vages Gefühl, eine Art Verunsicherung, die sich später aber verdichtet. Irgendwann sehen Sie der Tatsache ins Gesicht: Das Althergebrachte ist schal geworden, unsicher und füllt Sie nicht mehr aus. Sie müssen etwas tun.

Etappen-Tipp: Fragen Sie sich, was in Ihrem Leben verändert werden sollte. Wie würden Sie handeln, wenn Ihr Ruf eindeutig ist? Trainieren Sie Ihren Mehrperspektivenblick! Wie könnte man diese Situation noch sehen? Spüren Sie Ihrer Energie nach und nehmen Sie Ihre Wünsche ernst.

2 Die Weigerung