Studie: Gründen im Internet

Autor: Katrin Balabasov
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Eine aktuelle Studie der FAU Erlangen-Nürnberg in Zusammenarbeit mit Projektify e.V. gibt spannende Einblicke in das Gründungsgeschehen im Internet bzw. die Geschäftsmodelle von Internet-Gründern.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die Gründung im Internet erheblich an Bedeutung gewonnen. Dies liegt insbesondere an den vielfältigen Möglichkeiten des Internets, das mittlerweile eine Unternehmensgründung mit nur ganz geringen Risiken bietet und das sich Selbstständig machen dadurch deutlich vereinfacht. 

Um mehr über das Gründen im Internet zu erfahren wurde eine Studie an der FAU Erlangen-Nürnberg durchgeführt. In der Studie wurden 89 Websitebetreibe und Gründer von Internet Startups auf der Plattform projektify.de befragt. Die Studie gibt es hier kostenlos zum Download.

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick

Einfach, günstig und schnell

Mittlerweile ist es einfach eine Website, einen Blog oder Onlineshop aufzusetzen. Dies liegt vor allem daran, dass technisches Wissen, aber auch Startkapital kaum noch benötigt werden, da Systeme wie beispielsweise Wordpress nicht nur kostenlos sondern auch einfach bedienbar und schnell aufzusetzen sind. Dies spiegelt auch die Studie wider. Denn rund 80 % der Teilnehmer haben ihre Geschäftsmodelle im Internet mit weniger als 1000 Euro Startkapital gestartet.

Mit Blick auf den fachlichen Hintergrund der Gründer zeigt sich, dass die Gründungen im Internet nicht zwangsläufig mit technischem Wissen zusammenhängen. Die Studie ergab hierzu, dass knapp die Hälfte der Teilnehmer einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund besitzen und nur ein Drittel einen technischen Hintergrund. Der Rest sind Quereinsteiger aus verschiedensten Bereichen.

Motivation und Geschäftsmodelle der Gründer

Doch welche Motivation veranlasst Unternehmer überhaupt zur Gründung eines Online Business? Die Studie zeigt dazu, dass es drei Motive gibt:

  • Eine Geschäftsidee umsetzen bzw. testen
  • unabhängig Arbeiten
  • Ergänzung des Einkommens

Beispielsweise kann durch ein Affiliate Projekte für eine bestimmte Nische, welche oft für einen Vollzeiterwerb unrentabel ist ein zusätzliches Einkommen von 100 bis 1000 Euro erzielt werden. Aber auch eine Idee lässt sich mit beispielsweise WordPress leicht testen, da dieses schnell und günstig aufsetzbar ist. Auf diese Weise kann man ganz einfach bereits innerhalb weniger Tage einen Onlineshop aufbauen und so unabhängig arbeiten.

Die Studie ergab des Weiteren, dass der Großteil der Befragten einen eigenen Onlineshop betreibt, während Blogs gleich dahinter auf dem zweiten Platz rangieren. Oft werden in diesen Shops neben Nischenprodukten auch innovative eigene Produkte verkauft. Jedoch ist dies oft nicht das präferierte Geschäftsmodell sondern

  • Affiliate Marketing,
  • Pay-per-Click Werbung (Bsp. Google Adsense),
  • eigene Produkte oder Services.

Als Affiliate werden dabei Produkte eines kommerziellen Anbieters auf der eigenen Plattform beworben. Dies erfolgt beispielsweise in Form von Keyword-Advertising oder durch das Versenden von E-Mails mit Werbecontent. Im Gegenzug wird der Affiliate auf Provionsbasis am Gewinn beteiligt.

Beim Pay-per-Click Modell hingegen erfolgt die Bezahlung pro Klick auf ein Werbemittel wie zum Beispiel einen Banner oder eine Anzeige. Das auftraggebende Unternehmen bezahlt hier also nicht für die reine Veröffentlichung der geschalteten Werbung, sondern nur für die genaue Klick-Anzahl.

Eigene Produkte oder Services werden hingegen in viel geringerem Volumen als die beiden ersten Geschäftsmodelle im Internet genutzt.

Die besonderen Vorteile der beiden zuerst genannten Geschäftsmodelle sind, dass diese vergleichsweise wenig Aufwand benötigen. So braucht Affiliate Marketing zum Beispiel kein bestimmtes technisches Fachwissen, da Banner und Werbeanzeigen relativ einfach auf der eigenen Seite online gestellt werden können. Und auch mit Pay-per-Click kann man das Einnahmenvolumen der eigenen Website ganz schnell und unkompliziert erhöhen.

Zusammenfassend zeigt sich also, dass Gründer immer schneller mit immer weniger Kosten oft sogar ohne technisches Wissen schnell und einfach Geschäftsmodelle im Internet erproben können als noch vor einigen Jahren.

Zeitaufwand und Einkommen der Gründer

Schließlich wollte die Studie auch noch herausfinden, inwiefern das Einkommen der Gründer und die investierte Zeit in ihre Geschäftsmodelle im Internet eine Rolle spielen. Auffällig bei den anschließenden Ergebnissen war dabei, dass mehr als die Hälfte aller Teilnehmer wöchentlich weniger als 15 Stunden in ihre Nebenerwerbsselbstständigkeit investieren. Nur sehr wenige der Befragten hingegen verfolgen ihr Projekt mit über 35 Stunden pro Woche.

Dies spiegelte sich teilweise auch im Einkommen der Gründer wider. Rund ein Drittel aller Teilnehmer verdienen monatlich nicht mehr als 100 Euro mit ihrer Nebenerwerbsselbstständigkeit. Trotzdem ist hierbei aber auch der hohe Anteil an Personen (20 %) hervorzuheben, welche über 1000 Euro im Monat mit ihren Geschäftsmodellen im Internet verdienen.

Zusammenfassend zeigt sich, dass Gründungen im Internet zwar einfach, kostengünstig und schnell realisierbar sind, allerdings ergab sich auch, dass Gründer, die wenig Zeit in ihre Ideen investieren, oftmals auch nur vergleichsweise geringen Einnahmen erzielen.

7 Tipps für Gründer im Internet

Auf dieser Studie aufbauend hat die Plattform Projektify.de außerdem eine Korrelationsanalyse der Umfragedaten durchgeführt. Aus den Ergebnissen dieser Analyse konnten folgende Tipps und Empfehlungen für Gründer im Internet abgeleitet werden.

Auf bewährte Lösungen setzen:
Die Nutzung bereits vorgefertigter Frameworks erleichtert laut der Studie die Gründung, da nur so nur wenig Fachwissen nötig ist.

Affiliate und Pay-Per-Click nutzen:
Die Studienteilnehmer nutzen insbesondere Affiliate und Pay-Per-Click, da beide Geschäftsmodelle einfach und schnell umsetzbar sind.

Konstanter Nebenverdienst möglich: Die Studie zeigt, dass sich viele Projekte oft nur zur Einkommensergänzung im Nebenerwerb aufgrund der starken Nische eigenen aber auch oft länger fortbestehen.

Traffic als Erfolgarant: Die Studie zeigt, dass Webprojekte mit hohem Traffic auch hohe Einnahmen erzielen.

Planung bringt Erfolg: Die Studienteilnehmer, die nach eigenen Angaben einen detaillierten Businessplan erstellt haben, gaben ebenfalls ein höheres Einkommen im späteren Verlauf an.

Zeit investieren: Je höher der Zeitaufwand desto höher auch der Gewinn, so das Studienergebnis – Auch der Wandel in die Vollzeiterwerbsselbstständigkeit wird mit höherem Zeitaufwand wahrscheinlicher, da Neugründungen viel Zeit benötigen.

Website kaufen als Boost: Neugründungen kosten mehr Zeit als der Kauf einer fertigen Webseite, die gleichzeitig auch oft zu direkten zu Einkommen führt.

Die Autorin Katrin Balabasov ist Marketing Managerin des Projektify e.V. Der Verein bietet Gründern und Pionieren eine kostenlose Plattform, um Webprojekte zu kaufen/verkaufen.


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