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Schritt 4
Nutzen Sie Ihre Netzwerke!

Networking ist in aller Munde und entspricht dem Trend nach persönlichen, individuellen Kontakten: Jeder Mensch sehnt sich nach Austausch und Zugehörigkeit. Und jeder wünscht sich Menschen, mit denen er gern zusammen arbeitet. Über Networking ist viel geschrieben worden.

Ein persönlicher Tipp von mir für Ihre Eigen-PR-Strategie: Sympathischen Gesprächspartnern schreiben Sie nach einem Treffen eine E-Mail, dass Ihnen das Gespräch gefallen hat  –  oder vielleicht können Sie noch einen Tipp weitergeben, Unterlagen schicken oder sich auf einen Kaffee verabreden. Aus meiner Erfahrung reagieren Menschen sehr positiv auf diese persönliche (!) Kontaktaufnahme, aber kaum einer tut es! Und genau dieser gute Draht, den Sie hier aufbauen können, kann entscheidend sein.

Schritt 5
Suchen Sie sich Bühnen, auf denen Sie sich präsentieren können

Nun kommt einer der entscheidenden Schritte. Wenn Sie an sich, Ihrem Profil und Ihren Angeboten gearbeitet haben, dann müssen Sie raus – raus in die Öffentlichkeit zu Ihren potentiellen Kunden und die Geborgenheit Ihres Schreibtischs verlassen oder zumindest zum Hörer greifen. Denn wer sich hinter Aktenordnern versteckt, kann nun mal nicht gesehen werden. Sie können jede Form von Öffentlichkeit für sich nutzen – wo Sie ansetzen, hängt von Ihnen ab: Der Besuch einer Ausstellungseröffnung im privaten Bereich oder aber ein Vortrag im Rahmen einer Informationsveranstaltung bis hin zum eigenen Messestand. Sie können sich überall präsentieren, sprich präsent sein, wo es Publikum gibt. Und je mehr Sie wahrgenommen werden – positiv, sympathisch versteht sich – umso eher wird über Sie gesprochen und Sie werden weiter empfohlen.

Empfehlungsmarketing ist hier das Schlagwort. Sie wissen noch nicht, welche Bühnen für Sie geeignet sind, wie Sie dazu eingeladen werden, oder fühlen sich einfach noch nicht so weit, bewusst öffentlich aufzutreten? Mein Tipp: Starten Sie auch hier wieder im Kleinen, im Privaten, z.B. auf der Grillfeier bei Freunden. Wenn die Frage kommt: „Was machen Sie beruflich?“, dann erzählen Sie und achten Sie auf die Nachfragen. Was stößt besonders auf Interesse? Und vielleicht ist ja jemand dabei, der genau Ihre Dienstleistung bzw. Sie zu schätzen weiß. Denn die Wege, wie Sie auf die Bühnen kommen, sind eng mit dem Networking-Gedanken verbunden. In einem meiner Eigen-PR-Workshops vermittelte z.B. eine Teilnehmerin, die als Marketingmanagerin arbeitet, einem anderen Teilnehmer die Möglichkeit einen Vortrag auf einem renommierten Marketingkongress zu halten.

Schritt 6
Nutzen Sie die größte Bühne unserer Zeit: Das Internet

Wenn wir von öffentlichen Bühnen sprechen, meinen wir nicht nur Bühnen im klassischen Sinn. Bühnen sind dort, wo Menschen in der Öffentlichkeit zusammenkommen und sich austauschen können. Und was ist naheliegender als eine der größten Bühnen unserer Zeit zu betreten: das Internet. Hier können Sie schnell viele Menschen gleichzeitig weltweit erreichen. Eine Seite, die positiv heraussticht und ein angenehmes Gefühl auslöst, entscheidet im Zweifel, welchen Anbieter man wählt.

Womit wir wieder bei unserer Ausgangslage wären: Persönlich soll es sein und nicht anonym, lebendig und Interesse weckend. Gedruckter Text eignet sich zwar als Informa­tion, aber um schnell zu wirken, Lust zu machen und jemanden auch zu einer spontanen Entscheidung – „den ruf ich jetzt mal an“ – zu bringen, braucht es etwas anderes: bewegte Bilder. Wir sind die Generation des Fernsehens, der Medien. Wir sind gewohnt, alles schnell vermittelt zu bekommen. Und genau da können Sie ansetzen – mit einem persönlichen Präsentationsvideo auf Ihrer Homepage. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bisher hat kaum jemand wirklich professionell gedrehte Videos auf der Homepage. Und mit der Verbreitung von DSL-Verbindung sieht Video im Internet inzwischen fast aus „wie im Fernsehen“.

Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens ComScore schauen sich amerikanische Internet-Nutzer im Durchschnitt mehr als 80 Videos im Monat an. Und auch in Europa wächst der Markt jährlich um 150 Prozent. YouTube, eine der bekanntesten Plattformen für Internet-Videos, wird auch in Deutschland massiv genutzt. Wer also jetzt einsteigt, ist nicht nur voll im Trend, sondern wird bei seinen Kunden auch besser ankommen. Und der enorme Vorteil: Sie präsentieren sich persönlich – Ihr potenzieller Kunde lernt Sie kennen, ohne dass Sie 500 Kilometer fahren müssen. Neugierig geworden, wird er Sie viel eher kontaktieren und der erste, oftmals entscheidende Schritt ist gemacht.

Ziel ist, dass der Zuschauer eine emotionale Bindung erhält. Dies gelingt durch dokumentarisch anmutende Filme, die Ihr Unternehmen personalisieren, sprich erlebbar ma­chen. Die individuelle Geschichte steht somit im Vordergrund und weniger die Daten und Fakten. Es geht bei diesen persönlichen und emotionalen Präsentationen darum, Lust zu machen und mehr zu erfahren. Ihrer Kreativität für Videos sind dabei keine Grenzen gesetzt. Sie können z.B. Ihre Kunden auf der Startseite Ihrer Homepage persönlich begrüßen und sich kurz vorstellen – wie eine lebendige und vor allem emotionale Visitenkarte oder den Bestellvorgang in Ihrem Online-Shop erklären. Genauso können Sie im FAQ-Bereich mit einem klassischen Interview Ihren Kunden auf häufig gestellte Fragen antworten. Diese sympathische und direkte Informa­tionsvermittlung wirkt durch Ihren „Expertenstatus“ kompetent und der Kunde erlebt Sie gleichzeitig persönlich.

Allerdings können Sie nur kompetent wirken, wenn Sie kompetent erscheinen.
Beachten Sie also bei einer Videoproduktion folgende Punkte: Orientieren Sie sich bei der Wahl des Bildausschnitts am goldenen Schnitt. Ein ruhiges, klares Bild mit neutralem Hintergrund bzw. leichter Unschärfe rückt Sie als Person in den Vordergrund. Wählen Sie ein stimmiges Farbkonzept. Achten Sie auf die richtige Beleuchtung – nicht zu hell und nicht zu dunkel. Filmen Sie vom Stativ (keine Handkamera). Und ganz wichtig: der Ton. Viele Menschen vergessen, dass zu einem guten Bild auch ein guter Ton gehört. Arbeiten Sie nur mit einem Ansteckmikrofon, was Umgebungsgeräusche minimiert und nie mit dem Kameramikrofon.

Wichtig: Sorgfältige Planung

Für das Gelingen einer guten Produktion ist außerdem entscheidend, dass Sie im Voraus genau wissen, wo Sie gerade stehen und was Sie ausmacht. Nur dann können Sie souverän und kompetent (vor der Kamera) auftreten. Aus diesem Grund binde ich Videoproduktionen in einen Workshop ein. Neben der Erarbeitung des eigenen (Unternehmens-)Profils werden Texte gemeinsam erarbeitet und ein Kameratraining durchgeführt, was auf die Filmaufnahmen am letzten Kurstag vorbereitet. Aus meiner Erfahrung heraus geht es weniger darum, in einem Video alles über sich zu erzählen, sondern sympathisch und locker zu erscheinen. Das gelingt in einer festen Gruppe, in der man sich wohl fühlt und Vertrauen hat, am einfachsten.

Möglichkeiten, Videos im Web einzusetzen sind also vielfältig. Auch größere Unternehmen haben dies bereits realisiert. Es geht dabei um Geschichten, die hängen bleiben, um emotionale Momente, um Bilder, die den Zuschauer berühren. Ein Video oder auch Imagefilm auf der Homepage wird in Zukunft die erweiterte emotionale Visitenkarte eines Unternehmens oder eines Selbständigen sein. Entscheidend ist, dass der Film zum Unternehmen und zur Person passt, optimal  in die Webseite integriert ist und nicht nur zum Download zur Verfügung steht. Wie immer: Lieber klein beginnen, aber dafür qualitativ hochwertig. Ein Video soll Interesse we­cken, herausstechen und sich lang anhaltend einprägen. Stefan Krursel, Shop-Stylist aus München, bringt es in seinem Webvideo-Interview auf den Punkt: „Es geht nicht darum Bedarf zu decken, sondern Bedarf zu wecken.“ Denn es gibt bereits alles zu jedem Preis. Also überzeugen Sie Ihre Kunden durch Ihre Persönlichkeit!

Zur Checkliste Basics für Ihr Web-Video

Nachrichtenelemente

Fühlen Sie sich in die Denke einer bestimmten Mediengruppe ein, schauen Sie mit den Augen des Redakteurs. Für welche Klientel schreibt oder sendet er? Wen will er wie mit welchen interessanten Themen bedienen? Ein genauerer Blick auf die Nachrichten-Elemente vermittelt Ihnen mehr Gefühl dafür, ob Ihr Thema wirklich ein Presse-Thema ist. Falls nicht, hilft nur verzichten oder Anzeigenraum kaufen:

Nachrichten-Element: Aktualität
Logisch, ein Thema muss aktuell sein. Aber: Unterschiedliche Mediengruppen bewerten Aktualität unterschiedlich; zum einen wegen ihrer Erscheinungsweise, zum anderen wegen ihrer inhaltlichen Ausrichtung.

Nachrichten-Element: Folgenschwere
Wenn Ihr Thema schwere Folgen haben kann, dann sind Sie nicht nur auf ein Nachrichten-Element gestoßen, sondern auch auf die Notwendigkeit zu entscheiden, ob Sie dieses Thema wirklich jetzt anpacken wollen. Es könnte für Ihr Unternehmen u.U. nachteilig sein. Aber vielleicht müssen Sie ja auch, weil es beispielsweise darum geht, Schaden abzuwenden.

Nachrichten-Element: Nähe
Unterscheiden Sie zwischen inhaltlicher Nähe und örtlicher Nähe (lokal, regional, überregional). Mit Ihrer Firma sind Sie für Ihre Lokalzeitung schon deshalb interessant, weil Sie in deren Verbreitungsgebiet angesiedelt sind; Ihre Gründung könnte das erste Pressethema sein. Wenn Sie z.B. eine neue Reinigungsfaser aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt haben, dann sind wegen der inhaltlichen Nähe unter anderen die Medien-Gruppen Umwelt-Magazine (nachwachsende Rohstoffe) und Technik-Magazine (die „Anwender“ der Faser) interessant.

Nachrichten-Element: Öffentliche Bedeutung
Wenn Ihr Thema viele Menschen betrifft, hat es öffentliche Bedeutung. Diese hängt jedoch auch vom Medium selbst ab. Beziehungsweise von der Teilöffentlichkeit, die dieses Medium bedient. Wenn der Bundestag ein Steuergesetz für Existenzgründer diskutiert, dann ist das für StartingUp ein Thema von öffentlicher Bedeutung, weil dessen Leser zum Kreis der Betroffenen gehören. Für beispielsweise „Haus und Garten“ ist es nachrangig bis vernachlässigbar.

Presse-Regel 2

Je mehr Nachrichten-Elemente Ihr Thema enthält
und je stärker diese ausgeprägt sind, desto größer
ist Ihre Chance auf Medienresonanz.

Nachrichten-Element: Dramatik
Es muss nicht gleich Ihre Lagerhalle abbrennen, damit Sie Dramatisches zu berichten haben. Nachzudenken, ob man eine eher triste Produktpräsentation mit einer spektakulären Note versieht – vielleicht Tandem-Bungee-Jumping auf dem Marktplatz? – kann sich lohnen.

Nachrichten-Element: Kuriosität
Schauen Sie sich einfach das Praxis-Beispiel der badenden Bürgermeister auf der nächsten Seite an.

Nachrichten-Element: Prominenz
Können Sie den IHK-Präsidenten Ihres Kammerbezirks irgendwie einbinden? Passt er zu Ihrem Thema? Oder wäre der Bundesliga-Trainer aus der Nachbarstadt geeigneter? Wenn Ihre Portokasse hinreichend gefüllt ist, dann darf’s natürlich auch Thomas Gottschalk sein.

Nachrichten-Element: Emotionalität (Kampf, Liebe, Gefühl)
Die „6 B“ des Boulevard-Journalismus sollten auch dort bleiben: Bonzen, Beichten, Blut, Bälle, Babys und Berufsverbrecher.

Nachrichten-Element: Fortschritt
Hier finden Sie die häufigste Chance für Unternehmens-Pressearbeit. Wenn zum Beispiel Ihre neu entwickelte Software Sekretärinnen das Leben erleichtert, dann ist es für Büro-Personal und deren Chefs ein Fortschritt. Also berichtenswert für Medien, die diese Teilöffentlichkeiten erreichen.

Der Waschzettel

Der Waschzettel

Zusätzliche Zahlen, Daten und Fakten gehören auf einen so genannten Waschzettel. Auf diesem Papier sammeln Sie alles, was für den dankbaren Journalisten wichtig sein könnte:

  • Name des Unternehmens, Gründungsdatum, Firmensitz,
  • wichtige Geschäftsfelder,
  • wichtige Produkte und/oder Dienstleistungen,
  • Zahl der Mitarbeiter,
  • richtig geschriebene Namen wichtiger Personen und ihre Titel bzw. Funktionen,
  • evtl. Alter und einige Informationen zu diesen Personen,
  • evtl. Umsätze,
  • evtl. zitierfähige Statements von wichtigen Personen,
  • evtl. wichtige Stationen des Unternehmens, Firmengeschichte.

Für einen Journalisten ist der Waschzettel mit seinen kleinen, aber feinen Details eine Fundgrube, die ihm die Arbeit erheblich erleichtert. Bieten Sie Service und Nutzen. Das wird sich auszahlen. Wenn nicht sofort, dann später.

Zur Checkliste So schreiben Sie die ideale Presse-Information

Sorgen Sie für geeignete Illustrationen

Wenn Printmedien in Wort und Bild berichten, zieht ein Artikel erheblich mehr Aufmerksamkeit auf sich. Denken Sie an Ihr eigenes Leseverhalten: Wie die meisten, blättern wahrscheinlich auch Sie in Zeitungen und Magazinen, lesen Überschriften und betrachten Fotos oder Grafiken – und entscheiden dann, ob Sie in den Text einsteigen oder nicht. Deshalb gilt:

Ob Foto oder Grafik, zu jeder Illustration gehört eine passende Bildunterschrift. Sie muss schnörkellos erklären, was auf dem Bild zu sehen ist. Sind es Personen, muss Ihr Bildtext diese Personen eindeutig benennen. Es muss unzweifelhaft klar sein, wer wer auf dem Foto ist.

Der digitale Workflow

Der digitale Workflow

Standard in allen Redaktionen ist inzwischen die digitale Bildverarbeitung. Der Versand von Fotos per Post oder von Musterseiten mit ausgedruckten Thumbnails von Fotos ist heute nur noch als Ergänzung zum E-Mail-Versand oder Download von Fotos zu verstehen. Da Journalisten jeden Tag viele Themenangebote bekommen, muss man überlegen, wie man diesen das beste Angebot macht. Wer den Journalisten gleich zu Anfang mit 15 MB großen Mails mit unerwünschten Bildern erfreut, muss sich nicht wundern, wenn das Thema keine Beachtung findet. Eine bessere Wahl ist das Übersenden eines stark verkleinerten Fotos per Mail und eines Links zum Download des betreffenden Bildes in Druckauflösung. Diese liegt in den meisten Redaktionen bei 300 dpi und damit weit über den für das Internet gebräuchlichen 72 dpi.

Bei der Bereitstellung der Fotos muss unbedingt auf die richtige Auflösung geachtet werden, da die Grafiker in den Redaktionen keine Möglichkeit haben, ein schlecht aufgelöstes Bild aufzubessern. In den meisten Fällen sollte das Foto als JPG-Datei in hoher bzw. maximaler Qualität angeboten werden. Eine weitergehende Kompression macht zwar die Datei kleiner, reduziert aber die Verwendbarkeit. Bei der Wahl des Farbmodus (RGB oder CMYK) steht die Frage im Mittelpunkt, ob man die Bilder hauptsächlich für Printmedien oder für Onlinemedien anbietet. Denn während Onlinemedien auf das RGB-Farbsystem setzen, erfordert der Farbdruck in der Druckerei ein in vier Farben separiertes Bild. In den meisten Fällen genügt es, das Bild in einem Farbsystem anzubieten, da die Redaktionen den Farbmodus mit einem Mausklick bei minimalem Qualitätsverlust ändern können.

Zur Checkliste Das optimale Pressefoto

Das Kleingedruckte

Abzuraten ist von einer Passwortsicherung der Pressefotos. Die wenigsten Journalisten machen sich die Mühe, Passwörter zu erfragen oder zu notieren und werden lieber auf einen anderen Bildanbieter ausweichen als sich damit zu beschäftigen. Vergessen Sie auch nicht, bei den Fotos anzugeben, dass diese honorarfrei verwendet werden dürfen. Je nach Art der Bilder ist es sinnvoll, den Verwendungszweck beispielsweise auf „honorarfrei bei Berichterstattung über …“ einzuschränken, da man die Bilder sonst auch in ganz anderem Kontext wiedersehen kann.

Das mag vorteilhaft sein, wenn die eigenen Bilder beispielsweise zur Illustration eines allgemeinen Servicethemas genutzt werden, aber auch negativ, wenn sie im falschen Kontext stehen und Ihr Unternehmen so in Misskredit gerät. Nicht vergessen sollten Sie auch, dass die abgebildeten Personen ein Recht am eigenen Bild haben und sich später gegen die Verwendung der Bilder aussprechen können. Klären Sie deshalb im Vorfeld, dass alle abgebildeten Personen mit der dauerhaften Nutzung der Fotos einverstanden sind. Am sichersten ist es, diese Vereinbarung in schriftlicher Form festzuhalten.

Die Bildunterschrift

Wichtiger Begleiter zu jedem Foto ist die Bildunterschrift. Denn während Ihnen klar ist, wer die auf dem Foto abgebildeten Personen sind und was das Bild genau zeigt, ist der Zeitungsredakteur oft auf die eigene Interpretationsgabe angewiesen. Dabei können Namen vertauscht werden und Missverständnisse aufkommen. Deshalb sollte zu jedem Bild ein kurzer Satz mit ergänzenden Informationen wie „Peter Miosga (32) und Jenny Müller (29), Geschäftsführer des Unternehmens XY“ angeboten werden.

Wege in die Krise

Wege in die Krise

Schon im Vorfeld einer Krise gibt es Anzeichen, die Sie nicht ignorieren sollten. Kommen in ihrem Umfeld negative Gerüchte über das Unternehmen und seine Produkte auf, handelt es sich um ein deutliches Warnsignal. Auch wenn Sie gesellschaftliche Werte missachten oder in brisanten Bereichen wie der Gen- oder Atomtechnik arbeiten, ist Ihr Unternehmen besonders anfällig. Beide Faktoren müssen nicht zwingend für das Entstehen einer Krise sorgen, machen diese aber wahrscheinlicher.

Ist die Krise einmal da, zählt in erster Linie die Zeit. Innerhalb der ersten ein oder zwei Tage entscheidet sich, ob Sie ohne große Blessuren aus der Krise hervorgehen. Gelingt es in dieser Zeit nicht, durch sachliche Argumente und Kontakte zu relevanten Interessengruppen die Krise einzudämmen, wird diese durch Medienberichte und Mund-zu-Mund-Propaganda immer weiter wachsen. Durch das exponentielle Wachstum der Krise wird es dann immer schwieriger, diese zu bewältigen. Dabei helfen können fundierte Informationen. Als Gründer haben Sie Zugriff auf alle Informationen und können mit diesen an die Öffentlichkeit gehen, die sich plötzlich für Details interessiert, die sonst unrelevant waren. Das Tempo des Informationsflusses bestimmen dabei in erster Linie die Medien. Wer den Journalisten Informationen verweigert und sich in Dementis flüchtet, kurbelt damit das Interesse am Thema erst recht an und schadet sich selbst.

Die drei Stufen der Krisen-Kommunikation

1. Stufe: Gerät Ihr Unternehmen in eine Krise sollten Sie genau hinhören. Von welcher Seite werden welche Vorwürfe gemacht? Analysieren Sie für sich, ob die Anschuldigungen und Tatsachen korrekt sind und gewinnen Sie einen Eindruck, welche Interessen hinter diesen stecken. Nutzen Sie dabei auch das Internet, um zu ermitteln, welche Medien und Communities das Thema aufgegriffen haben. Für diese Stufe bleibt Ihnen nur wenig Zeit, sie muss innerhalb von Stunden abgeschlossen sein.

2. Stufe: Stellen Sie die nötigen Fakten und Informationen zusammen, die ihnen helfen der Öffentlichkeit Ihre Sichtweise zu erklären bzw. zu vermitteln, was Sie in Zukunft anders machen werden. Durch eine gute Vorbereitung (z.B. mit einem Krisen-Handbuch) gelingt diese Zusammenstellung sehr schnell. Wenn Sie an die Öffentlichkeit treten, dürfen Sie, außer im allerersten Statement, nicht überrascht oder uninformiert wirken. Betroffenheit und Interesse an einer konstruktiven Lösung zu zeigen wirkt erfahrungsgemäß nur für kurze Zeit.

3. Stufe: Formulieren Sie Ihren Standpunkt und vermitteln Sie diesen den relevanten Zielgruppen. Journalisten, Politiker und Kunden sind je nach Art der Krise die wichtigsten Empfänger für Ihre Botschaft. Achten Sie darauf, die Krise nicht selbst zu verstärken, indem Sie bisher nicht Beteiligte auf diese aufmerksam machen. Übernehmen Sie Verantwortung und zeigen Sie, dass Sie enttäuschte Erwartungen in Zukunft wieder erfüllen werden. Bleiben Sie dabei bei der Wahrheit und achten Sie darauf, die gesellschaftlichen Werte nicht zu missachten.

Wenn die Krise ausbricht

Nicht verhindern lässt sich die Entstehung einer Krise, wenn durch die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens Menschen zu Schaden gekommen sind oder ein solcher Verdacht besteht. Schausteller Arne P. sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, sein Fahrgeschäft stehe in Verbindung mit dem Zusammenbruch eines Kirmesbesuchers, der gleich nach dem Verlassen der Attraktion zu Boden fiel. Obwohl Arne P. die Schuld eher beim Gast und seinem vorherigen unbemerkten Alkoholkonsum sah, wurde der Fall ein Thema für Behörden und Presse. Um nicht in den Ruf eines herzlosen Geschäftemachers zu geraten, nutzte Arne P. die Chance zu einer Stellungnahme in der Lokalpresse und zu einem Besuch am Krankenbett des Betroffenen. „Niemand ist so daran interessiert wie ich, den Vorfall im Detail aufzuklären“, versicherte er dort und berichtete bereitwillig, was über die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen hinaus in seinem Unternehmen getan wird, um allen Kunden ein sicheres und reizvolles Erlebnis zu bieten.

Als auch von Seiten der Behörden kurze Zeit später festgestellt wurde, dass Arne P. kein Verschulden trifft, nutzte er das als Aufhänger für eine Pressekonferenz und konnte so erreichen, dass die Nachricht genauso viele Menschen erreichte wie der erste Verdacht. Durch Schnelligkeit, Ehrlichkeit und ein gutes Gefühl für die Befindlichkeiten der Öffentlichkeit, gelang es dem Schausteller, die Krise rasch einzudämmen und die Folgen zu minimieren.