Start-ups in DIN-Norm?


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Vor kurzem sorgte ein Bericht des Handelsblatts für Aufregung, wonach das Deutsche Institut für Normung (DIN) eine standardisierte Zertifizierung für Start-ups einführen will. Was dran ist und ob es dazu kommt ...

Genormte Gründer und ihre Unternehmen: eine gruselige Idee

In DIN A4 gepresst?

Der Tenor in der Reaktion der deutschen Gründer-Community: Start-ups, die doch so viel Wert auf Individualität legen, lassen sich nicht in ein Format wie "A4" pressen. Und etwas konkreter: "Für Gründungen und Gründungsprojekte, die staatliche Finanzierungsunterstützung haben wollen, ist die Bürokratie schon am Rande des Tragbaren", so Sonja Jost, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Startups, gegenüber dem Handelsblatt.

DIN-Spec als freiwilliger Leidfaden

Ganz so dramatisch ist die Situation dann aber doch (noch) nicht. Denn was das Normierungsinstitut vorlegte, ist noch keine DIN-Norm, sondern vorerst eine sog. DIN-Spec. Es handelt sich dabei um einen freiwilligen Leitfaden, mit (Gründern wohl hinlänglich bekannten) Fragen wie: "Warum soll es die Firma geben?", "Wie funktioniert das Geschäftsmodell?", "Wie sehen Marketing- und Vertriebsstrategie aus?", "Gibt es eine ausreichende Finanzplanung?" sowie "Welche Konkurrenten sind schon am Markt?”.

DIN-Norm als Ziel

Erarbeitet wurde das 17-seitige Dokument innerhalb von 18 Monaten von einem Konsortium aus Beratungsunternehmen, wissenschaftlichen Institutionen und Unternehmen, darunter EY, die TU Darmstadt und die Fresenius Hochschule Idstein. Und dort besteht das klare Ziel, aus der DIN-Spec eine DIN-Norm zu machen. “Das Konsortium wünscht sich, dass Gründer sich künftig ähnlich wie bei ISO 9001 zertifizieren lassen können", wird Stephan Haubold, Professor an der Fresenius Hochschule, im Handelsblatt zitiert. "Das würde nicht nur die Gründer vor unüberlegten und folgenschweren Entscheidungen schützen, sondern auch Bundesministerien, die Fördergelder vergeben, Investoren sowie Banken ein wichtiges Instrument an die Hand geben", so Haubold weiter.

Klar ist: alles ist noch unklar

Vielleicht auch wegen des vielen schlechten Feedbacks der Community war der zuständige Projektleiter der DIN, De-Won Cho, jedoch schon kurz nachdem die Meldung publik wurde, um Relativierung bemüht. Kein Start-up werde gemäß dieses Leitfadens überprüft und das DIN werde auch keine darauf basierenden Zertifikate vergeben, kommentierte er prompt. Und man wolle niemandem vorschreiben, dass etwas zu funktionieren habe, so De-Won Cho.

Ob aus der DIN-Spec eine DIN-Norm wird, ist also derzeit unklar!

Den "DIN SPEC 91354 Start-ups – Leitfaden für technologie und wissensbasierte Gründungen" könnt ihr euch hier downloaden