Payment-Anbieter: Anwender-Tipps zur Auswahl


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Fünf Faktoren, die Händler bei der Wahl des für sie passenden Payment-Anbieters beachten sollten.

Nachhaltige Mode wird zum Mainstream. Das belegt auch Avocadostore, der 2010 von Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher gegründete Online-Marktplatz für Eco Fashion & Green Lifestyle. Die Plattform hat – nach eigenen Angaben – seinen Umsatz im Jahr 2019 um 50 Prozent gesteigert. Auch wenn die Corona-Krise zunächst zu einem deutlichen Umsatzrückgang führte, konnte die Plattform durch offene Kommunikation mit den Kunden die Kauflaune wieder antreiben. So wurde der April 2020 zum stärksten Monat, den Avocadostore je erlebt hat.

Um mit dem erhöhten Bedarf mitzuhalten, musste der Online-Marktplatz schnell skalieren. Technisch war vor allem die Zahlungsabwicklung eine Herausforderung. Denn die Plattform richtet sich an zwei Zielgruppen: Sowohl an Händler, die auf der Plattform verkaufen, als auch an Verbraucher, die dort einkaufen. Die Wahl fiel letztlich auf die Payment-Plattform Stripe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Online-Geschäftsmodelle zu schnellem Wachstum zu befähigen und das BIP des Internets langfristig zu vergrößern.

Basierend auf den Erfahrungen bei der Suche und Implementierung des Payment-Partners leiteten die Verantwortlichen bei Avocadostore einige Fragen ab, die anderen Unternehmen bei der Auswahl eines solchen Partners weiterhelfen können:

1. Bietet der Payment-Anbieter eine deutliche Zeitersparnis?

Bevor Avocadostore die Zahlungsabwicklung an einen Drittanbieter auslagerte, kümmerte sich das Plattformunternehmen um viele Prozesse von Hand: Auszahlungen an Händler, aber auch die Rücknahme von Zahlungen bei Rückgaben und Stornierungen. Durch automatisierte Prozesse können Unternehmen Fehler vermeiden und vor allem Zeit sparen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass ein Zahlungsdienstleister genau das richtige Produkt bereitstellt. Dies garantiert die größte Zeitersparnis.

2. Unterstützt der Anbieter von Zahlungsdienstleistungen dabei, Betrug vorzubeugen?

Die Aufgaben eines externen Payment-Partners können weit über die reine Effizienzverbesserung bei der Zahlungsabwicklung hinausgehen. So gibt es spezielle Tools, um das Risiko betrügerischer Transaktionen zu reduzieren. Anhand von Machine Learning werden Betrugsversuche erkannt und direkt blockiert. Um das Betrugsrisiko einer Transaktion auf diese Weise sehr gut einschätzen zu können, ist seitens des Payment-Anbieters eine große Menge abgewickelter internationaler Transaktionen als Lerngrundlage für die Machine-Learning-Plattform unentbehrlich.

Mit der Richtlinie zur Starken Kundenauthentifizierung (kurz SCA) wird auf EU-Ebene derzeit eine zusätzliche Sicherheitsebene bei Kaufabschlüssen im Internet obligatorisch gemacht. Eine conversionfreundliche Umsetzung von SCA sollte also Standard bei der Payment-Plattform sein.

3. Bietet die Payment-Plattform den eigenen Kunden und Partnern einen besseren Service?

Nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch dessen Kunden und Partner sollten von der Wahl eines Payment-Anbieters profitieren. So werden Händler bei Avocadostore nun wöchentlich, nicht mehr nur monatlich, ausgezahlt. Das ermöglicht den Händlern, die meist auf das Umlaufvermögen angewiesen sind, einen besseren Cash-Flow. Und auch Kunden profitieren, da sich die Benutzerfreundlichkeit im Bezahlprozess verbessert hat. Jeder Onlinehändler weiß, dass das einen deutlichen Einfluss auf die Conversion-Rate hat.

4. Gelingt die Integration nahtlos?

Sobald die Wahl auf einen Zahlungsanbieter gefallen ist, sollten Onlinehändler noch sicherstellen, dass die Einbindung in bestehende Systeme problemlos funktioniert. Der Payment-Anbieter sollte flexible APIs bieten, damit das bestehende E-Commerce-System einfach integriert werden kann. Wichtig sind hierbei flexible APIs, die es ermöglichten, alle Tools des Payment-Anbieters in das bestehende E-Commerce-System des Unternehmens zu integrieren.

5. Steht der Dienstleister für die Werte des Unternehmens?

Eine fünfte Dimension bei der Wahl eines jeden Dienstleisters gewinnt zunehmend an Bedeutung: die Werte. Hersteller und Anbieter sind dazu aufgefordert, die Prozesse der Warenproduktion möglichst transparent und für den Kunden nachvollziehbar darzulegen. So ist es nur konsequent, dass eine Plattform bei der Wahl der Dienstleister auf möglichst nachhaltige Alternativen (Stichwort C02-Neutralität / CO2-Fußabdruck) setzt.

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