Cyber Security: 5 Learnings aus 2017 und 5 Trends für 2018

Autor: Christian Polster, Harald Reisinger
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Cybersecurity: Ein Rückblick auf das Jahr 2017 und ein Ausblick auf die Herausforderungen im Jahr 2018.

Teil 1: 5 Learnings aus dem Jahr 2017

Welche Schlüsse aus der enormen Bandbreite der Online-Verbrechen und IT-Sicherheitslücken des Jahres 2017 gezogen werden können, bringt Harald Reisinger, Geschäftsführer von RadarServices, auf den Punkt.

Angriffe: Zu jeder Zeit, an jedem Ort
Die Sicherheitslage war das ganze Jahr 2017 über angespannt. Opfer von Cyberattacken erlitten hohe Finanz- und Imageschäden bis hin zur Existenzbedrohung. Europäische und amerikanische Firmen wurden massiv attackiert. Große und kleine Unternehmen sind gleichermaßen betroffen, keine Branche war ausgenommen. Auch Behörden und öffentliche Institutionen standen sehr oft im Kreuzfeuer.

Kontinuierliches und umfassendes IT Security Monitoring wird noch zu wenig eingesetzt
„Detection and Response“ im Fachjargon: das zeitnahe Erkennen von IT-Risiken aller Art ist heute die einzige Möglichkeit, eine Organisation dauerhaft vor großen Schäden durch Cyberangriffe zu schützen. Es umfasst das schnelle Schließen von bekannt gewordenen Schwachstellen bis hin zur genauen Beobachtung der Auffälligkeiten bei Systemen und Datenverkehr. Millionenfache Datenentwendung passiert nicht über Nacht. Daher sind die vielen Fälle des massenhaften Datenverlusts im Jahr 2017 auf entweder nicht-existentes oder nichtfunktionierendes IT Security Monitoring zurückzuführen.

Vertuschen ist keine Option
Opfer von Cyberattacken schrecken – verständlicherweise – vor einer Veröffentlichung eines Vorfalls zurück. Jedoch führt ab einer gewissen Schadensgröße kein Weg daran vorbei, Meldepflichten nachzukommen und/oder proaktiv die betroffenen Kunden oder gar die Öffentlichkeit zu informieren. Allem voran der Vorfall bei Uber zeigte, dass ein falscher Umgang mit Veröffentlichungspflichten zu noch größeren Reputationsschäden, internationalem Aufsehen und Vertrauensverlust führen kann. Ab 2018 verschärft sich diese Lage nochmals: dann drohen im Rahmen der EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) Strafen in Millionenhöhe.

Öffentliche Stellen für die Cyberabwehr sind da, aber viel zu klein
Die öffentlichen Mühlen mahlen zu langsam. Behörden vieler Länder beklagen Angriffe. Regierungen sind grundsätzlich gewillt, Engagements für mehr Cybersicherheit auszuweiten, aber allem voran in Europa sind sie zu zögerlich in der Bereitstellung von Budgets, dem Aufbau einer europäischen Cybersicherheits-Industrie und der Zusammenarbeit mit dem hiesigen privaten Sektor. Die Lage spitzt sich zu, da bereits in 2017 große außereuropäische Sicherheitsfirmen öffentlich der Staatsspionage bezichtigt wurden.

Die große Unbekannte: wer sind die Täter?
Wer hinter den Angriffen steht, ist in 98% der Fälle nicht auszumachen. 2017 zeigte, dass schon Elf-Jährige in der Lage sein können, Sicherheitslücken zu finden und auszunutzen. Das andere Extrem stellen die professionell organisierten Hackergruppen dar. Die Öffentlichkeit lernt sie meist unter einem Pseudonym kennen, aber wer dahinter steckt, das weiß keiner. So bleiben die größten Straftaten heute massenweise ungestraft.

Teil 2: Cybersecurity 2018: Fünf Top-Trends für die IT-Sicherheit

Was Cyber-Security-Experte Christian Polster, Chefstratege und CFO von RadarServices, prognostiziert:

IoT als Eldorado für Cyberangreifer
Die Weiterentwicklung des Internet of Things ist nicht aufzuhalten. In wenigen Jahren wird jede Schraube eine IP-Adresse haben. Während das ganz neue Möglichkeiten eröffnet, stellt es immense Herausforderungen an die IT-Sicherheit von Unternehmen und Privatpersonen. Dringend müssen neue Sicherheitskonzepte für das IoT aufgestellt und praxiserprobt werden.

Gezielte Angriffe in einer neuen Dimension
Zahlreiche Großunternehmen bieten immer noch zu viel Angriffsfläche. Die IT ist weltweit verteilt, der Überblick über alles ist oft nicht vorhanden. Gleichzeitig wirkt der Druck der EU-Datenschutzgrundverordnung ebenso wie weitere neue und alte Compliancevorschriften. IT-Sicherheitsverantwortliche benötigen in diesem Umfeld vor allem eins, um große Schäden zu verhindern: Transparenz und die richtige Information zur richtigen Zeit.

Ransomware gegen den Mittelstand
Weil sich Großunternehmen inzwischen besser gegen Erpresser-Software zu verteidigen wissen, werden sich Ransomware-Attacken in Zukunft zunehmend gegen Klein- und Mittelbetriebe und vernetzte Steuerungs-Geräte richten. Diese potentiellen Opfer müssen sich den angepassten Geschäftsmodellen der Angreifer bewusst werden und sich Experten suchen, die ihre IT effektiv und effizient schützen.

Nationale Unsicherheit
Nationale Sicherheit muss neu gedacht werden. Der Schutz von kritischen Infrastrukturen aber auch das Sicherstellen der dauernden Funktionsfähigkeit der öffentlichen Infrastruktur eines Landes bedeuten immense Herausforderungen. Das ist heute Behörden, aber auch Cyberangreifern bewusst.

Ohne den Einsatz künstlicher Intelligenz geht es nicht
Durch den Einsatz von machine learning lassen sich viele Schwachstellen, verdächtiges Systemverhalten oder Zero-Day-Attacken schneller aufspüren und bekämpfen. Aber auch die „Gegner“ werden die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz voll ausschöpfen, indem sie alles über neue Verteidigungsstrategien und Schutzmaßnahmen lernen. Kurzum: Wenn sich Unternehmen nicht mit dem Einsatz von KI in der IT-Sicherheit befassen, werden ihre Sicherheitsmaßnahmen in kurzer Zeit obsolet.


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Clean Feeding

Die EntoNative-Gründerinnen Ina Henkel, Sabrina Jaap und Katrin Figueroa produzieren Hundefutter aus Insekten. Sie wollen so den ökologischen Pfotenabdruck unserer Haustiere verbessern und generell Insekten als Lebensmittel populärer machen.

Am Anfang stand eine Dienstreise nach Asien. Die Ernährungswissenschaftlerinnen Ina Henkel und Katrin Figueroa lernten dort auf einer gemeinsamen Forschungsreise im September 2015 auf lokalen Märkten essbare Insekten kennen und entdeckten ihre Leidenschaft für die Krabbler. Deren Vorteile sind in vielen Teilen der Welt schon lange bekannt und Insekten fest auf dem Speiseplan etabliert. Und das nicht ohne Grund: Insekten sind ein umwelt- und klima­freundlicher Ersatz für Fleisch und stellen außerdem eine ­Proteinquelle dar, die zudem noch deutlich günstiger ist als tierisches Eiweiß. „Uns wurde klar, dass hier eine Lösung für das Problem des wachsenden Fleischkonsums auf unserem Planeten liegen könnte“, erinnert sich Ina.

Der Zeitgeist fürs Umdenken ist da

Tatsächlich kann der hohe Fleischkonsum der stetig wachsenden Weltbevölkerung und ihrer Haustiere in naher Zukunft nicht aufrechterhalten werden. Der hohe Flächenverbrauch der Massentierhaltung und des dazugehörigen Futtermittel­anbaus machen eine entsprechende Erhöhung der Fleischproduktion unmöglich. Die Konsequenz wäre, dass immer mehr Menschen hungern müssen, weil die entsprechenden Flächen nicht für den effizienteren Anbau anderer Lebensmittel zur Verfügung stehen. Es braucht also Alternativen, die gleichzeitig das Potenzial haben, den Hunger auf der Welt zu besiegen. Die Weltgesundheitsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen hat in diesem Zusammenhang schon 2013 auf das Potenzial von Insekten als Nahrungsquelle hingewiesen.

Was westlich sozialisierten Konsument*innen heute noch einen kalten Schauer über den Rücken jagt, könnte in einigen Jahren schon völlig normal erscheinen: Insekten aller Art als regelmäßiger Bestandteil der Ernährung. „Der Zeitgeist für ein Umdenken ist da: Viele Menschen achten nicht nur auf eine ausgewogene Ernährung, sondern auch darauf, dass ihre Lebensmittel nachhaltig produziert sind“, ist die dritte Gründerin, die Wirtschaftswissenschaftlerin Sabrina Jaap, überzeugt. Überzeugt vom Potenzial der Idee, insektenbasierte Nahrung herzustellen, gründeten Ina Henkel und Katrin Figueroa mit ihr gemeinsam in Teltow das Unternehmen Ento­Native, unter der sie die Marke Tenetrio vermarkten. Das Ziel: Ein nachhaltiges, insektenbasiertes Hundefutter zu entwickeln, das die Tiere mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Barrieren überwinden, Alternativen zulassen

Insekten sind bei uns ein weit verbreitetes Nahrungstabu, dabei war der Genuss der Krabbler historisch gesehen eher die Regel. Ernährungsgewohnheiten und Vorurteile sitzen jedoch oft tief. „Wir wollen mit unserem Hundefutter auch die Berührungsängste der Menschen abbauen“, sagt Katrin. „Anders als viele Menschen empfinden Hunde keinen Ekel angesichts eines Mehlwurms im Futter. Das bietet die große Chance, zu zeigen, wie wertvoll und schmackhaft Insekten als Nahrungsquelle sind.“

Die Vorteile essbarer Insekten sind bekannt. Die meisten sind sehr eiweiß- und nährstoffreich, verbrauchen aber verglichen mit vielen Fleischsorten weniger Ressourcen. Ein großer Vorteil angesichts des Fleischkonsums von Hunden, der bei den Allesfressern  aktuell im Schnitt 164 Kilo im Jahr ausmacht – das Dreifache eines Erwachsenen. Diese Zahl habe die Unternehmerinnen in ihrer Idee bestärkt, erzählen sie. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Tierhaltung zur Fleischproduktion weltweit über die Hälfte der klimaschädlichen Treibhausgase verursacht. „In der aktuellen Wahrnehmung ist Fleisch das zentrale Element in der Hundeernährung“, erklärt Katrin. „Tatsächlich brauchen Hunde aber Proteine. Der aktuell hohe Fleischkonsum ist also gar nicht notwendig.“

Insekten – nur welche?

Die drei Gründerinnen setzen für ihre Futtermittel auf den Mehlwurm (Tene­brio molitor), der kürzlich in der Europäischen Union als Lebensmittel zugelassen wurde; als erstes Insekt überhaupt. Seine Vorteile: Er kann zu 100 Prozent verarbeitet werden, ist bestens verdaulich und enthält wertvolle ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Die Zucht braucht weniger Platz, Futtermittel, Wasser und Energie als jene von Rindern, Schweinen oder Hühnern. In der Anfangszeit züchteten die Unternehmerinnen die Insekten noch selbst, inzwischen ist die Produktion jedoch derart gewachsen, dass sie von ausgewählten regionalen Züchter*innen beliefert werden.

Der Mehlwurm findet sich inzwischen in 15 verschiedenen Tenetrio-Produkten, die nicht nur fleischfrei sind, sondern auch ohne Zuckerzusätze, Gluten, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker auskommen. „Unsere Produktphilosophie lautet Clean Feeding: so wenige Zutaten wie möglich, so viele wie nötig“, erklärt Sabrina. Mit ihrem Trocken-, Nass- und Belohnungsfutter für Junghunde und erwachsene Fellnasen decken sie den gesamten Markt ab. Darunter sind Geschmacksrichtungen wie „Insekten, Rote Linsen & Karotten“ oder „Birne Parmesan“. Denn natürlich soll das Futter den Hunden auch schmecken.

Viele Hundebesitzer*innen greifen auf das Tenetrio-Futter zurück, weil ihre Vierbeiner anderes Futter verweigern oder Unverträglichkeiten und Allergien haben. Die transparent deklarierten Zutaten machen es den Besitzer*innen möglich, ganz genau zu wissen, was sie ihrem Hund füttern. Denn die oft fehlende Transparenz gehört zu den Missständen im Heimtierfuttermittelmarkt. Das Fleisch stammt oftmals aus zweifelhafter Massentierhaltung, versteckte allergene Zusatz- und Konservierungsstoffe machen es Besitzer*innen von Allergikerhunden schwer, geeignetes Futter zu finden. Auch das Barfen, also das Füttern von rohem Fleisch, ist hier nicht immer die beste Lösung, da sie eine extrem sachgerechte Anwendung voraussetzt und bei falschem Handling Mangel­erscheinungen auftreten.

Aktiv gelebter Klimaschutz

Für ihre Geschäftsidee haben Henkel, Jaap und Figueroa viele Auszeichnungen bekommen, darunter den dritten Platz beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2018. Die drei Frauen sind stolz auf die Einsparungen, die sie seit der Gründung durch den Verkauf ihrer Produkte erwirkt haben. In Zahlen sind das 167 Millionen Liter Wasser, 30 Tonnen CO2 und 10 Tonnen Fleisch. Diese machen auch deutlich, wie viel die bewusste Entscheidung des Verbrauchenden in seinem Konsumverhalten bewirken kann. Aktiv gelebten Klimaschutz nennen die drei Gründerinnen das. Und die Zahlen geben ihnen Recht. Die Tatsache, dass jährlich mehrere Milliarden Euro in Deutschland für Hundefutter ausgegeben werden, macht deutlich, wie viel Potenzial in diesem Markt steckt und wie viel dabei für den Klimaschutz getan werden könnte. „Wer in nachhaltiges Hunde­futter investiert, investiert nicht nur in die Gesundheit des eigenen Hundes, sondern auch ins Klima“, bringt Katrin es auf den Punkt.

Hundebesitzer*innen sensibilisieren

Noch mehr Hundebesitzer*innen mobilisieren – das ist es, was die Unternehmerinnen anstreben. EntoNative, das aus vier Mitarbeiter*innen besteht und eng mit externen Partner*innen im Bereich Logistik, Online-Marketing, Website und Kommunikation zusammenarbeitet, möchte das Deutschland- und Europageschäft in Zukunft weiter ausbauen. Die Grundsteine dafür sind ein Team, das sich durchweg mit den Produkten und den gemeinsamen Wertvorstellungen identifizieren kann. „Wir sind gnadenlose Optimistinnen und glauben immer fest an den Erfolg“, sagt Sabrina abschließend.

Startup-Metropole Ruhrgebiet (?)

Gründen im Ruhrgebiet - über das Potenzial eines ruhenden Potts.

Kupferfarbene Hochöfen, die an die schillernde Kohleindustrie vergangener Tage erinnern, Fußball, Bier und die Ruhr, Dortmund, Essen, Bochum, Duisburg, Mülheim oder auch Herne – all das assoziiert man gern mit dem Ruhrgebiet; Startups eher mit Berlin. Was Viele nicht wissen: Mit rund 5,1 Mio. Einwohner:innen und einer Fläche von 4.438,69 Quadratkilometern ist der “Pott” der größte Ballungsraum Deutschlands und sogar einer der größten Europas.

Zugegeben: Das Ruhrgebiet mischt noch nicht allzu lang im Start-up-Rennen mit, doch peilt es derweil zielsicher die Überholspur an.

Was macht das Ruhrgebiet für Start-ups so vorteilhaft?

Kaum in einer anderen Region Deutschlands sind so viele Universitäten und damit viele hochqualifizierte Menschen auf einem Fleck vorzufinden: Rund 768.000 Studierende machen 68 Hochschulen unsicher – das sind viermal so viele Studierende wie in Berlin. Dabei sind es vor allem die Fächer der IT und Elektrotechnik, die nirgends sonst so reich vertreten sind (90.500 Studierende), wie im Ruhrgebiet. Das macht es insbesondere für die Digitale Wirtschaft der Region spannend und daher verwundert es kaum, dass es vor allem die Tech- und Digital-Startups sind, die in NRW sehr erfolgreich sind.

Aber auch zahlreiche, sehr erfahrene Spezialist:innen der ortsansässigen Industrie- und Großkonzerne und der rund 711.600 mittelständischen Unternehmen lassen sich dem Talentpool des Potts zuzählen, der dahingehend seinesgleichen sucht. Vom qualifizierten Personal mal abgesehen, eröffnen sich dadurch zudem zahlreiche, potentielle Kooperationspartnerschaften für digitale Technologien.

Ein weiterer, nicht unwesentlicher Vorteil der Region? Günstige Büroimmobilien gibt es vor Ort wie Sand am Meer. Alte Zechen oder Hochöfen werden zu Kultur-Schauplätzen erhoben, in Büroräume oder Coworking Spaces, wie die der Work Inn Gruppe, des ruhr:HUBs oder des Impact Hubs umfunktioniert. 

Zudem sind “Pottler” kaufwillig. Für Investoren ist das von enormem Interesse. So leben hier in einem Radius von 500 Kilometern, mit Zentrum Düsseldorf, rund 160 Mio. Menschen. Allein das macht bereits ein Drittel aller Verbraucher der EU aus. Während NRWler an sich jährlich bereits über 360 Milliarden Euro ausgeben. Kaum verwunderlich, dass viele Unternehmen ihren Hauptsitz oder ihr Logistikzentrum in die Region verlegen, wie Amazon, IKEA oder das britische Online-Handelsunternehmen AO.

Das Ruhrgebiet steckt noch in den Startup-Kinderschuhen

Im Jahr 2020 erwirtschafteten die “Revier-Startups” durchschnittlich 700.000 Euro. Im Bundesvergleich ist das Ruhrgebiet also mit etwas mehr als einem Viertel vertreten und spielt noch nicht ganz oben mit. Dennoch ist mittlerweile gut jedes fünfte Startup aus NRW, während der Großteil digitaler Startups hier zuhause ist. Aber die nordrhein-westfälischen jungen Startups in der Seed- und Gründungsphase können sich über ein sehr engagiertes Netzwerk zahlreicher Unterstützer freuen.

Inkubatoren wie beispielsweise Startplatz in den Rheinmetropolen Düsseldorf und Köln oder Co:Forward in der Region Aachen fördern Startups mit Arbeitsräumen und Qualifizierungsmaßnahmen. Doch damit nicht genug: Der Company Creator Crealize aus Essen macht es sich sogar zur alleinigen Aufgabe, eine Startup-Bewegung im Ruhrgebiet zu entfachen. Das Ziel der Startup-Schmiede ist es, 1.000 Ventures zu gründen und den Pott zum Silicon Valley Deutschlands zu machen.

Die erfolgreichsten Startups des Ruhrgebiets

Welche Startups ziehen in der Region mit gutem Beispiel voran? Urlaubsguru beispielsweise wurde 2012 von Daniel Krahn und Daniel Marx in Unna gegründet. Die beiden Gründer hatten ein Händchen dafür, günstig um die halbe Welt zu reisen und wollten dieses Wissen teilen. Aktueller Hauptsitz ist Holzwickede (in unmittelbarer Nähe des Dortmunder Flughafens). Auch die Babymarkt-Filialen haben ihren Ursprung im Pott.

Aktuell mischt Bannerkönig im Ruhrrevier ganz oben mit. Die Druckerei ist auf Digitaldruck spezialisiert, während die Kunden auf der Website aus einem Angebot aus Bannerdruck, über Plattendruck bis hin zu Fahnendruck wählen können. Das gelsenkirchener Unternehmen wurde bereits von Trusted Shops als zuverlässiger Handelspartner bestätigt.

Die Gründer von Fleetbird – Benjamin Krüger und Philipp Müller – sind sogar für die Unternehmensgründung von Berlin nach Dortmund gezogen. Kaum jemand, der bereits ein Car- oder E-Scooter-Sharing-Angebot genutzt hat, ist nicht mit Fleetbird in Berührung gekommen. Immerhin hat das Unternehmen die dafür notwendige Shared-Mobility-Technologie entwickelt. Fleetbird gehört seit 2018 zu Wunder Mobility. Trotz hoher Geldsummen, die für diesen Deal geflossen sind, sind die beiden Gründer weiterhin an Bord geblieben, wohingegen sie nun jedoch unter dem Namen Wunder Fleet firmiert sind.

Pottsalat bietet im Raum Dortmund und Essen gesunde Salate, frische Bowls und Co., wie den „Schmackofatz Deluxe“, die „Fitte Gitte“ oder „Curry Peitsche“ an. Diese werden vom nachhaltigen Lieferdienst frisch zubereitet und ausgeliefert. Ben Küstner, Pia Gerigk und Alexandra Künne gründen Pottsalat 2016 in Essen und erfreuen sich seither steigender Beliebtheit.

Masterplan.com wird 2015 von Stefan Peukert und Daniel Schütt gegründet, nachdem sie wenige Jahre zuvor bereits die Firma Employour ins Leben gerufen hatten. Letztere wurde im Übrigen vom Medienkonzern Bertelsmann übernommen. Masterplan.com ist in Bochum verwurzelt und bietet als E-Learning-Plattform Video-Tutorials von Top-Experten an.

Bitcoin2Go ist eines der wachstumsstärksten Bildungs- und Newsportale mit Fokus auf Krypto, NFT und DeFi in Deutschland. Das Startup möchte seine Nutzer auf Basis von Ratgebern, interaktiven Rechnern, Vergleichen und Videos zu finanziellen Selbstentscheidern entwickeln. Für die nahe Zukunft sind zudem Projekte im NFT- und Tokenisierungsbereich geplant.

Startup Förderung im Ruhrgebiet

Nicht wenige Organisation sind sich des enormen Potenzials des Ruhrgebietes bewusst und deshalb können junge Startups der Region auf die unterschiedlichsten Fördermaßnahmen und Unterstützungen bauen. Zum einen wäre da das Gründerstipendium NRW. Monatlich werden Existenzgründer:innen hier mit bis zu 1000€ bezuschusst und mitunter auch in ihrer Unternehmensgründung beraten.

Doch auch die fünf DWNRW Hubs mit Sitz in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Ruhrgebiet (Essen) und Münster dienen der Förderung digitaler Startups und sind insbesondere für Startups mit datengetriebenen, digitalen Geschäftsmodellen die idealen Anlaufstellen. Die einzelnen Hubs unterstützen beispielsweise mit Accelerator-Programmen bei der Markt-Einführung digitaler Produkte. Auch werden Startups hier mit Mentoren, etablierten Unternehmen und Investoren vernetzt, während etablierte Unternehmen derart wiederum Zugang zu Startups und digitalen Produkten erhalten. Also eine buchstäbliche Win-Win-Situation.

Plattformen wie Startups NRW oder der Gründerallianz Ruhr vernetzen Hubs, Startups und Investoren auf ähnliche Weise miteinander. Landesweit an ca. 75 Standorten beraten zudem die Startercenter NRW Existenzgründer:innen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Auch Gründen NRW oder Wirtschaft NRW stellt Beratungsprogramme für Existenzgründer zur Verfügung.

Mittlerweile sind zudem die sechs Exzellenz Exzellenz Startup Center des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW nicht außer Acht zu lassen. An den führenden regionalen Universitären und Hochschulen werden bestimmte Kernmaßnahmen, wie die Sensibilisierung für Unternehmen innerhalb der Universität oder die Qualifizierung von Gründer:innen gezielt gefördert. Im Fokus liegt hier der Ausbau wie auch die Weiterentwicklung bereits bestehender universitärer Gründungsinitiativen hin zu Exzellenz Startup Centern.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen weltweit in erfolgreichen Startup-Ökosystemen eine entscheidende Rolle in Bezug auf ihre Eigenschaft als Quelle von Gründungen. Mittlerweile ist das Startup Ökosystem in Nordrhein-Westfalen ganz vorn mit dabei, wenn es darum geht, internationaler Leuchtturm zu werden.
 
Populäre Startup-Wettbewerbe und -Events im Pott

Das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalministerium belohnt mit dem Out of the Box-Wettbewerb digitale Startups für Innovativ-Denken.

Auch die landesweite Roadshow Neue Gründerzeit gibt Gründer:innen die Chance, einer Jury die jeweilige Geschäftsidee zu präsentieren, die sich im Anschluss bestenfalls einer Förderung erfreuen dürfen.

Beim Gründerpreis NRW handelt es sich derzeit um den höchst dotierten Wettbewerb für innovative und erfolgreiche Gründungen.

Auch zahlreiche Network-Events laden Startups im Ruhrgebiet zum Austausch und Zusammenarbeiten ein. In Bochum ist es der Gründerstammtisch, in Dortmund das Pizza Meetup, in Essen der UP! Businessbrunch.

Doch es geht auch größer: RuhrSummit, das Gründer-Forum NRW und die STARTupRUHR Demo Night in Gelsenkirchen sind Veranstaltungen, die sich junge Revier-Startups nicht entgehen lassen sollten.
 
Steht dem Ruhrgebiet eine Startup-Ära bevor?

Die Kohle-Ära des Potts gehört längst der Vergangenheit an. Schillernde Industrie und Wirtschaft, das war mal repräsentativ für das Ruhrgebiet. Doch könnte sich nun eine neue Ära anbahnen, die der Startups. Florian Rinke, Redakteur der Rheinischen Post, spricht vom Silicon Rheinland und zurecht kann gespannt gen Zukunft geschaut werden: Liegt die Zukunft der deutschen Gründerszene im Ruhrpott?

Die Autorin Lisa Steinhoff ist PR- & Content Manager bei Crealize, einem Company Creator, mit der Mission, nachhaltige Startups aufzubauen und Gründer:innen in einem familiären Umfeld zu befähigen, selbstständige Unternehmer:innen zu werden und einzigartige Spuren zu hinterlassen.

Green Rebels - Power Women

Egal ob sie kleine Läden eröffnen, nachhaltige Produkte entwickeln oder ökologische Initiativen starten: Green Rebels eint der Traum vom zukunftsfähigen Planeten. Doch wer sind diese Frauen?

Green Rebels sind die Held*innen von morgen – mutige Unternehmer*innen, die nachhaltig gegründet haben. Sie haben sich durch ihre Gründungen nicht nur genau den Arbeitsplatz geschaffen, in dem sie eine sinnstiftende Betätigung finden und der mit ihren Lebensumständen vereinbar ist. Sie sind auch davon überzeugt, dass wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen.

Drei Jahre haben wir laut Weltklimarat noch die Chance, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Die Notwendigkeit ist (fast) allen klar, der Wandel hat begonnen. Doch die Entwicklung geht zu langsam vonstatten. Die Politik tut sich schwer, der Wirtschaft zugunsten des Klimaschutzes Vorschriften zu machen. Das Problem liegt auf der Hand: Jahrzehntealte Strukturen ändern sich nicht schnell. Und je größer ein Apparat, desto langsamer läuft seine Transformation.

Ich selbst habe viele Jahre für ein Unternehmen gearbeitet, das sich nur zögerlich an ressourcenschonende Produktionen heranwagte. Als Vegetarierin hatte ich es in der Kantine nicht immer leicht, und wenn ich mal vorschlug, Bio- anstelle der konventionell hergestellten Baumwolle zu verwenden, scheiterte ich meist an Vorstand und Vertrieb, denen die „Performance“ der Produkte damals noch wichtiger war als Umweltschutz und CO2-Abdruck. Ich nahm eine Spannung in mir wahr, ein inneres Rebellieren, und immer häufiger fragte ich mich: Welchen Sinn hat meine Arbeit? Was könnte ich bewirken, wenn ich meine Energie, meine Kreativität und mein Engagement in eine Unternehmung einbrächte, die meine Werten teilt? Die nicht nur nimmt, sondern auch etwas zurückgibt?

Carolin Kunert

Ich bin nicht die Einzige, die sich diese Fragen stellte. Auch Carolin Kunert, die nach ihrem Studium als freie Produktdesignerin arbeitete, ging es gehörig gegen den Strich, dass die großen Produkthersteller, die sie beauftragten, nachhaltige und langlebigere Ideen für Materialien und Gestaltung nicht nur ignorierten, sondern sogar von ihr verlangten, Produkte zu entwickeln, die nach einer bestimmten Zeit kaputtgehen. In der Konsumgüterbranche arbeitet man oft wortwörtlich für die Mülltonne. Das stieß Carolin sauer auf, und sie gründete kurzerhand ihr eigenes Unternehmen: Knister Grill, den ersten vollständig in Deutschland produzierten Grill aus nachhaltigen Materialien, die zu 98 Prozent recycelt werden können. Eine Kickstarter-Kampagne und nur ein halbes Jahr später gingen die ersten Grills in Produktion, heute beschäftigt sie neun Mitarbeitende.

Der Standort Deutschland ist für Carolin eine Selbstverständlichkeit. „Ich will Arbeitsplätze und Wirtschaft hier vor Ort sichern.“ Dass es nicht nur ökologisch von Vorteil ist, im eigenen Land produzieren zu lassen und damit kurze Lieferwege zu haben, bemerkte Knister Grill spätestens in der Corona-Krise. Da stieg innerhalb von wenigen Tagen die Nachfrage nach der Balkonhalterung, in die man den Grill einklemmen konnte, rasant an. Von der waren aber nicht genug auf Lager. In Windeseile orderte Knister Grill die Halterungen beim deutschen Hersteller nach, nur wenige Tage später konnten sie die Produkte ausliefern. „Bei einem chinesischen Lieferanten wäre das niemals gegangen. Auch nicht in Zeiten, in denen die Grenzen offen sind.“

carbmee: mit Software zu Netto-Null im Unternehmen

Das Berliner Start-up carbmee hat mit dem Environmental Intelligence System einen nachhaltigen Lösungsansatz entwickelt, um Industrie-Unternehmen zu dekarbonisieren.

Um der Erderwärmung und den daraus resultierenden Folgen für die Umwelt entgegenzuwirken, hat die Europäische Union zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen erlassen. So ist im European Green Deal festgelegt, dass bis 2050 eine nachhaltige Produktpolitik und vollständige Treibhausgasneutralität erreicht werden soll. Um diesen ambitionierten Zielen einen entscheidenden Schritt näher zu kommen, hat die EU-Kommission im Sommer 2021 das Maßnahmenpaket "Fit for 55", verabschiedet, durch das der CO2-Ausstoß der EU bis 2030 um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden soll.

Um dem steigenden Druck und der finanziellen Belastung auf die Unternehmen entgegenzuwirken und insbesondere die CO2-intensive Industrie zu unterstützen, hat das Berliner Start-up carbmee eine Software zur Dekarbonisierung der Lieferkette entwickelt.

CO2-Hotspots im Unternehmen identifizieren

Carbmee wurde 2021 von Robin Spickers, Dr. Christian Heinrich und Hendrik Beneke gegründet und bietet eine Carbon Management Solution basierend auf der eigens entwickelten Software (Environmental Intelligence System). Mit einer Kombination aus KI und Automatisierungstechnik unterstützt carbmee Industrie-Unternehmen dabei, ihre CO2- Hotspots in der Wertschöpfungskette offenzulegen und mit dem Ziel der Klimaneutralität „grüne Entscheidungen“ zu treffen. „Scope 3 Emissionen sind ein riesiges Problem und niemand setzt sich damit auseinander, wie wir es lösen können. Dabei sind Scope 3 Emissionen in vielen Fällen für über 80 Prozent der gesamten Emissionen eines Unternehmens verantwortlich. Mit unserer Expertise setzen wir genau hier an“, erläutert Co-Founder Dr. Christian Heinrich.

Das Ziel: Netto-Null-Emission bis 2050

Vor kurzem hat das Start-up sein einjähriges Bestehen gefeiert und kann bereits in dieser frühen Phase auf eine beachtliche Bilanz schauen. In den letzten acht Monaten konnten, so die Angaben des Start-ups, mithilfe des Environmental Intelligence Systems 336.000 Tonnen CO2-Emissionen gemanaged werden. Das Potenzial und der Handlungsbedarf sind größer denn je: Laut Statista hat der Industriesektor 2020 über 113 Millionen Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgasemissionen ausgestoßen.

„Die Meinung, dass Emissionen erst in 10 Jahren zu einem großen Problem werden, war vor einiger Zeit noch sehr verbreitet. Doch wir waren schon damals der Auffassung, dass wir so schnell wie möglich handeln müssen. Durch Covid ist dieses Problem nun sogar noch zentraler und dringender geworden. Unsere Vision ist es darum, mit Environmental Intelligence eine nachhaltige Transformation von Unternehmen voranzutreiben, um bis 2050 eine Netto-Null- Emission zu erreichen – und das auf einfache Weise“, so Co-Founder Robin Spickers.

10 grüne TOP-Start-ups 2022

Diese 10 Start-ups mit nachhaltigen Geschäftsmodellen sind aktuell besonders vielversprechend und sollten 2022 auf dem Radar von Impact-Investor*innen sein.

Immer mehr Start-ups verankern Nachhaltigkeit in ihrem Geschäftsmodell. Das ist begrüßenswert und dringend nötig. Um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die UN Agenda 2030, zu erreichen, brauchen wir vor allem auch die innovativen Lösungen aus der schnell agierenden Start-up-Welt. Welche jungen Unternehmen sind aktuell besonders vielversprechend und sollten auf dem Radar von Impact-Investor*innen sein?

Heba Aguib, Chief Executive des RESPOND-Accelerators zur Förderung nachhaltiger Start-ups, ist nah dran an den Entwicklungen der Szene. Sie gibt eine Prognose für das Jahr 2022. Das Fazit: Vor allem Geschäftsmodelle im Bereich der regenerativen Ökonomie und aus der Food- und Biotech-Branche werden immer relevanter und durchstarten.


Resortecs

Eine Branche, die besonders vor der Herausforderung steht, ihr Business nachhaltiger aufzustellen, ist die Bekleidungsindustrie. Aktuell wird nur ein Prozent der weggeworfenen Textilerzeugnisse recycelt, die restlichen 99 Prozent werden verbrannt oder auf Deponien gelagert. Dies liegt zum Teil daran, dass die Kleidungsstücke nicht für eine Zerlegung konzipiert sind. Gerade Knöpfe, Reißverschlüsse und Etiketten behindern den Prozess. Das Start-up Resortecs aus Belgien widmet sich diesem Problem. Die Gründer*innen Cédric Vanhoeck und Vanessa Counaert haben eine industrietaugliche und günstige Lösung entwickelt, um Kleidungsstücke für das Recycling aufzubereiten. Das Ganze funktioniert über ein Garn, das sich unter Hitzeeinwirkung auflöst, sodass Kleidungsstücke in in Einzelteile zerlegt werden können. In der Breite angewendet, kann Resortecs maßgeblich dazu beitragen, das Kleidungsrecycling erheblich zu verbessern.

Poliloop

Mit Recycling bzw. dem Versetzen von Stoffen beschäftigt sich auch das Biotech-Start-up Poliloop aus Ungarn. Die beiden Gründerinnen Liz Madaras and Krisztina Lévay haben einen umweltfreundlichen Bakteriencocktail entwickelt, um den biologischen Abbau von Kunststoffabfällen zu verbessern. Mit der Lösung ermöglicht es das Start-up, eine Kreislaufwirtschaft für Plastik produzierende Unternehmen aufzubauen, sodass Kunststoffverpackungen immer wieder verwendet werden können. In Anbetracht der dramatischen Situation unserer Ozeane und Gewässer ist diese Lösung vielversprechend, damit das Ökosystem wieder ins Gleichgewicht kommt.

Traceless

Das Hamburger Start-up Traceless möchte ebenfalls das Problem der Plastikverschmutzung lösen und hat dazu eine nachhaltige Alternative zu (Bio-)Kunststoffen entwickelt. Aktuell befinden sich 85 Prozent aller jemals weltweit produzierten Kunststoffe noch immer auf Mülldeponien oder verschmutzen die Meere. Mit seiner zum Patent angemeldeten Technologie ist Traceless in der Lage, drei verschiedene alternative Materialien herzustellen: eine flexible Folie, einen formbaren Kunststoff und eine sprühbare Lösung für Beschichtungen. Die Gründerinnen Anne Lamp und Johanna Baare setzen zur Herstellung der Materialien auf natürliche Polymere – also solche, die die Natur vorkommen. Deshalb können Mikroorganismen sie leichter verdauen und abbauen.

Concular

Eine Branche, in der es noch viel Potenzial gibt, eine geschlossene Kreislaufwirtschaft aufzubauen und damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist die Baubranche. Einige vielversprechende Startups nehmen sich dieser Herausforderung an, darunter Concular aus Berlin. Die Gründer Julius Schäufele und Dominik Campanella möchten das zirkuläre Bauen befördern und so die Branche dabei unterstützen, ressourceneffizient und CO2-neutral zu werden. Dafür haben sie eine Softwarelösung entwickelt, um Gebäude und Materialien zu digitalisieren und Bauprozesse transparenter zu gestalten. Ziel ist auch, dass gut erhaltene Materialien aus Umbaumaßnahmen nicht entsorgt, sondern wiederverwertet werden.

Made of Air

Made Of Air aus Berlin hat ebenso eine alternative und nachhaltige Lösung entwickelt, um das Bauwesen CO2-ärmer zu gestalten. Das Start-up, gegründet von Allison Dring und Daniel Schwaag, stellt ein thermoplastisches Granulat her, das zu 90 Prozent aus CO2 aus der Atmosphäre besteht und somit kohlenstoffnegativ ist. Das Material kann als nachhaltige Alternative im Bauwesen, in Innenräumen, Möbeln und mehr eingesetzt werden.

Brickify

Brickify aus Nigeria verfolgt einen anderen Weg, um die Baubranche zukunftsfähig aufzustellen: Das Start-up recycelt Kunststoffabfälle zu wasser-, feuer-und hitzebeständigen Pflastersteinen, die zum Bau von Straßen und kostengünstigen Häusern verwendet werden können. Die Ziegel funktionieren wie Legosteine: Sie greifen ineinander und benötigen beim Bauen keine zusätzlichen Materialien.

Live Green Co

Um 2030 alle 10 Milliarden Menschen ausreichend ernähren zu können, wird pflanzenbasierte Ernährung immer wichtiger, davon sind die beiden Gründerinnen Priyanka Srinivas and Sasikanth Chemalamudi von The Live Green Co mit Sitz in Chile überzeugt. Ihr Ziel: Den Zugang zur pflanzenbasierten Ernährung demokratisieren und ausbauen. The Live Green Co vereint dazu Wissen über mit Biotech und Künstlicher Intelligenz, um Ernährungslternativen zum Durchbruch zu verhelfen. Mit ihrer Technologie macht es The Live Green Co emöglich, klassische Nahrungsmittel wie Milch, Eier, Stabilisatoren oder Emulgatoren durch Sonnenblumenprotein, Ballaststoffe, Öl, Erbsenprotein, Banane, Avocado und Leinsamenmehl zu ersetzen und so auch den Einsatz von tierischen Zusatzstoffen durch pflanzenbasierte Alternativen zu ersetzen.

ConstellR

Um eine Antwort auf die Klima- und Ernährungskrise geht es auch bei ConstellR aus Freiburg. Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 um 50% steigen muss – und das bei zunehmender Wasserknappheit und sich ändernden klimatischen Bedingungen. Eine Lösung kommt aus dem All: Die Gründer Max Gulde und Marius Bierdel haben einen Mini-Satelliten entwickelt, der es ermöglicht, landwirtschaftlich relevante Daten zu ermitteln, die dann das effizentere Bewirtschaften der Felder ermöglichen. Der Satellit bemerkt anhand von Temperatur, wann die Pflanzen aufgrund von Wassermangel, zu viel Dünger oder Pilzbefall unter Stress stehen. Die Landwirte können auf Basis dieser Informationen handeln. Letztlich kann die Technologie aber nicht nur dazu dienen, die Landwirtschaft klimafester zu machen, sondern auch helfen, Waldbrände zu verhindern. Anfang dieses Jahres plant ConstellR die Technologie ins All zu befördern. Der Satellit wird dann für vier Monate gemeinsam mit der NASA auf der Interna­tionalen Raumstation ISS betrieben

BOSAQ

Bei BOSAQ aus Belgien steht die Wasserversorgung im Vordergrund. Ungefähr 40 Prozent der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Gründer des CleanTech-Unternehmens, Jacob Bossaer und Pieter Derboven, möchte das ändern. Sie möchten eine zuverlässige und reibungslose Wasserversorgung von hoher Qualität gewährleisten – sowohl für Unternehmen (Brauchwasser) als auch für Gemeinden (Trinkwasser). Dazu haben sie eine patentierte Technologie (SolarAQ) entwickelt, um Wasser aufzubereiten.

KRAFTBLOCK

Nachhaltige Geschäftsmodelle gehen oft einher mit Lösungen, die zum Klimaschutz beitragen. Um CO2-Emissionen im großen Umfang einzusparen, ist der vermehrte und globale Einsatz Erneuerbarer Energien essentiell. Allerdings hängt die Erzeugung erneuerbarer Energie weitgehend von der Verfügbarkeit von Sonne und Wind ab. Für den Übergang zu einer Energieversorgung, die ausschließlich auf Erneuerbaren fußt, ist es wichtig, Energieerzeugung und -verbrauch durch Speichermöglichkeiten zu entkoppeln. Dieses Ziel verfolgt KRAFTBLOCK aus Sulzbach in Deutschland. Das Start-up setzt dafür auf thermische Energiespeicherung. KRAFTBLOCK entwickelt und vertreibt nachhaltige, leicht skalierbare modulare Speichersysteme für thermische Energie (mit Temperaturen bis zu 1.300°C). Die Speichersysteme bestehen zu 85 Prozent aus recycelten Rohstoffen und haben einen geringeren CO2-Fußabdruck als konkurrierende Systeme.

Die Gründer*innen all dieser Start-ups zeigen, dass sich die Art und Weise, wie wir wirtschaften, uns ernähren, kleiden oder bauen nicht mit einer Ausbeutung der natürlichen Ressourcen einhergehen muss. Dank technologischer Innovationen haben wir die Chance, nachhaltiger zu agieren und zur Erreichung der Ziele der UN Agenda 2030 beizutragen. Aufgrund der Notwendigkeit, zu Handeln und die Klimakrise mit vereinten Kräften einzudämmen, werden nachhaltige Geschäftsmodelle immer mehr an Fahrt aufnehmen, auch im Jahr 2022.

App-solut datenschutzkonform

Von der Optimierung des Workflows bis hin zur Erschließung neuer Vertriebs- und Kommunikationswege: Apps beeinflussen immer mehr Abläufe in der Geschäftswelt. Umso wichtiger, dass eine App vom Start weg rechtssicher aufgestellt ist.

Egal ob bei Firmen, speziellen Interessengruppen oder der öffentlichen Hand, Apps gewinnen zunehmend an Bedeutung. Schließlich können durch eine native, mobile Anwendungssoftware nicht nur bestehende Kund*innen, Mitarbeitende und Geschäftspartner*innen aktiviert werden, sondern auch neue smartphoneaffine Zielgruppen. Und mehr noch: Apps beeinflussen mittlerweile auch Abläufe in der Geschäftswelt. Von der Erleichterung des Workflows bis hin zur Erschließung neuer Vertriebs- und Kommunikationswege ist prinzipiell alles möglich, vorausgesetzt die App beachtet geltende Datenschutzregeln und wirksame Einwilligungen.

Wenn es die Technik macht

In Sachen Datenschutz hat sich einiges getan. So müssen neben DSGVO und ePrivacy-Richtlinie seit 1. Dezember 2021 auch die neuen TTDSG-Regelungen berücksichtigt werden. Von letzteren sind nicht nur große Konzerne wie Facebook oder Google betroffen, sondern beispielsweise auch Unternehmen, die planen eine eigene App mit Chat-Funktion anzubieten. Entsprechend gilt es bereits in der Entwicklungsphase kritische Schwachstellen in der technischen Gestaltung und in den Voreinstellungen zu vermeiden.

Um den Grundsätzen und Anforderungen der sogenannten Privacy-by-Design- Richtlinie zu genügen, müssen etwa passende Mittel wie Pseudonymisierung, Verschlüsselung und Anonymisierung der IP-Adresse für die Verarbeitung personenbezogener Daten ergriffen werden. Hinzu kommt neben einer Nutzer*innenauthentifizierung auch die technische Umsetzung des Widerspruchrechts.

Insbesondere wenn eine Vielzahl von Zustimmungen einzuholen ist, benötigt die App zudem passende Privatsphäre-Einstellungen, die es User*innen erlauben, ihre Einwilligung einzusehen und gegebenenfalls zurückzuziehen. Hier sollte ein System implementiert sein, das die Wahrung der Nutzer*innenrechte auf Auskunft, Löschung, Berichtigung und Datenübertragbarkeit gewährleistet. Datensparsamkeit kann als Grundsatz in den Hintergrund treten, wenn die Datenhoheit für den Kund*innen sichergestellt werden kann.

Darüber hinaus ist sicherzustellen, dass in einer Datenschutzerklärung alle erhobenen Informationen gelistet sind. In der Praxis wird dazu häufig auf eine Website verlinkt. Eine solche Verknüpfung kann allerdings dafür sorgen, dass so mancher Hinweis über die relevanten Prozesse unvollständig abgebildet wird.

Daher wird zur Erstellung einer eigens auf die mobile Software abgestimmten Datenschutzerklärung geraten. Im Idealfall ist diese in der App nicht nur leicht auffindbar, sondern bereits vor der Installation im Store einsehbar. Hierbei werden häufig externe Services sowie im Rahmen der Programmierung oder des Betriebs eingesetzte Tools vergessen. Dies kann weitreichende Folgen nach sich ziehen, wenn beispielsweise ein Service nicht den EU-Richtlinien und den DSGVO- Anforderungen genügt.

Wenn der Zweck die Mittel heiligt

Darüber hinaus sollte eine datenschutzkonforme App so voreingestellt sein, dass sie nur solche Informationen erhebt und verarbeitet, die für eine einwandfreie Nutzung tatsächlich notwendig sind. Es gilt der Zweckbindungsgrundsatz. Daher heißt es in diesem Zusammenhang die Verwendung personenbezogener Daten auf ein Mindestmaß zu reduzieren. So mögen für eine Bestellung über einen virtuellen Marktplatz beispielsweise Adresse, E-Mail und Telefonnummer relevant sein, nicht aber der Zugriff auf den Fotospeicher des Smartphones oder das Mikrofon.

Alles, was darüber hinausgeht, braucht eine separate Einverständniserklärung mit passender Opt-out-Möglichkeit. Das trifft nicht zuletzt auf das Tracking des Nutzer*innenverhaltens zu – vor allem, wenn die gewonnenen Daten an Drittanbieter*innen weitergeleitet werden.

Der Autor Andreas Köninger ist App-Entwickler und Vorstand der SinkaCom AG, die mittelständische Kund*innen dabei unterstützt, ihre unternehmenseigene Strategie, Business- und Kommunikationsziele erfolgreich in Systemen, Prozessen und Organisationen umzusetzen und zu erreichen.

Der ideale Garten vom Architekt: Darauf kommt es an!

Rund 36 Mio. Menschen in Deutschland besitzen einen eigenen Garten – ein kreativ-vielfältiges und lukratives Betätigungsfeld für (Garten-)Architekten.

Es gibt ihn nicht, den einen Traumgarten, der jeden Menschen gleichmäßig begeistert. Hierfür sind Vorstellungen, Wünsche und Träume viel zu individuell. Allerdings schlagen Architektenherzen vor allem dann höher, wenn der Garten die perfekte Symbiose zwischen stilvoller Natur und eleganter Architektur bietet. Wie groß die Unterschiede eigentlich sind, lässt sich beim Anblick eines klassischen Schrebergartens und einem architektonisch gestalteten Garten erkennen. Letzterer ist mehr als nur ein Stück Grünfläche, irgendwo am Haus, es ist der Inbegriff der perfekten Gartengestaltung und ein Zeichen hoher Qualität.

Die Symbiose zwischen Innenbereich und der Außenanlage

Es gibt zwei Lebensbereiche des Menschen. Auf der einen Seite ist der Innenbereich eines Hauses oder Anwesens, in dem Bewohner einen großen Teil ihres Lebens verbringen. Auf der anderen Seite ist der Garten, der als angrenzendes Grundstück oder Anlage zur eigentlichen Immobilie eine große Rolle spielt. Die Grünfläche ist ein Zugewinn an Lebensraum und lässt sich durch den passenden Gartenarchitekten ideal an den prägenden Stil einer Immobilie anpassen.

Verschmelzen Garten und Innenraum miteinander, wird ein harmonisches Gesamtbild geschaffen und der Unterschied zwischen Garten und Traumgarten wird überdeutlich. Ohne Zweifel: Bei der Gestaltung eines echten Traumgartens spielt auch Geld eine Rolle. Zu bedenken ist allerdings, dass der architektonisch perfekte Garten nicht nur optisch einen immensen Mehrwert bietet, sondern auch die Wertigkeit der Immobilie anhebt. Das Image, unter welchem ein Haus oder Anwesen steht, ist mit entscheidend für dessen Wert. Eine architektonisch geprägte Gartenlandschaft erhöht den Wert und trägt entscheidend zu einem positiven Image bei.

Jede Art von Garten bietet für Architekten Potenzial

Rund 36 Millionen Menschen in Deutschland besaßen im Jahr 2020 einen eigenen Garten. Darunter befinden sich kleine Schrebergärten, Gärten in Hanglage, große Grundstücke, nahezu ungenutzte Gärten und viele weitere Gartenarten. So vielfältig wie die Gärten selbst, so vielfältig sind auch die Ansprüche der Menschen. Zeitweise wird der Garten lediglich zur kurzfristigen Erholung genutzt, wird zweckmäßig ausgestattet und mit einigen Pflanzen dekoriert.

Ein klassischer Schrebergarten eben, meist nicht einmal direkt am Haus gelegen.
Wenn wir von Gartengestaltung auf Architektenniveau sprechen, sind damit aber vollendete Gartenanlagen in einem gewissen Stil, mit einem besonderen Charakter und mit einer Message gemeint. Ein Garten, der von einem Architekten gestaltet wird, ist nicht nur ein Rückzugsort im Sommer. Er ist das Statement des gesamten Hauses und ein Objekt, was über Generationen hinweg bleiben wird.

Der Garten als ein Hauch von Luxus

Eine optimierte und stilgeprägte Gartenanlage ist nicht nur eine Ergänzung des Lebensraums, sondern ein Hauch von Luxus, der das eigene Leben maßgeblich beeinflussen kann. Die Möglichkeit des Rückzugs, die Chance, die eigenen Bedürfnisse im Gartenstil auszudrücken, macht diesen Luxus so einzigartig.

Für einen Architekten gibt es nicht „den einen optimalen Garten“ zur Gestaltung. Die Kunst der Gartenarchitektur besteht darin, auch schwierige Anlagen in einen einzigartigen Traum zu verwandeln. Besonders schwierig gestalten sich mitunter Hanglagen, doch auch daraus lässt sich ein Traumgarten kreieren. Ein Traumgarten vom Gartenarchitekt. Entscheidend ist die Gartenplanung, die mit Hilfe von Einrichtung, Ausstattung und Pflanzen zum Abschluss gebracht wird.

Die optimale Gartenanlage für die architektonische Gestaltung ist groß, frei von Hindernissen und lässt sich nach eigenem Wunsch, völlig frei, gestalten. Solche Grundstücke sind aber von hohem Seltenheitswert und umso wichtiger ist es, dass bei der Gartenarchitektur Hindernisse nicht als solche gesehen werden. Abhängige, außergewöhnliche Formen, ungenutzte Nischen – all das lädt den Architekten erst dazu ein, seine Kreativität spielen zu lassen und aus einem scheinbar nutzlosen Fleckchen Grün eine Gartenanlage zu konzipieren.

Das Grundstück ist die Basis des Gartens

Die Gartengestaltung beginnt nicht erst mit der Aussaat von Rasen und dem Pflanzen von Bäumen, sondern viel früher, bei der Begutachtung von Grund und Boden. Jedes Grundstück hat andere Bedürfnisse. Lichteinfall, Schattenregionen, Witterungsbedingungen – all das spielt eine immense Rolle bei der schlussendlichen Gestaltung des architektonischen Traumgartens. Der Ausbau und das Design können erst beginnen, wenn die Bodenbeschaffenheiten vollständig bekannt und im Zweifel überarbeitet wurden. Anhand der Bodenwerte ist es möglich, den Garten in Bereiche zu strukturieren.

Ein Geheimnis, das häufig übersehen wird, ist die Kraft der Natur. Nicht der Mensch entscheidet, wann und wo er seinen Garten haben möchte, sondern die Natur. Mit all ihren Besonderheiten gibt sie den Takt vor und spielt eine entscheidende Rolle, ob der Traumgarten eine langfristige Zukunft hat. Daher geht es nie darum, einen Garten auf einem Stück Natur zu bauen, sondern die Natur zu nutzen und sie in die Gartengestaltung einfließen zu lassen.

Pflanzen als Element eines Traumgartens

Die Artenvielfalt des Globus ist beeindruckend und die Schöpfungen der Natur gehören zu einem stilgeprägten Garten dazu. Es mag ein schönes Hobby sein, für einen Sommer auf dem Balkon gewisse Sommerpflanzen zu züchten und sie im nächsten Jahr wieder zu entsorgen. Doch wenn es um die Wahl langlebiger Pflanzen und Bäume geht, gibt es andere Kriterien als nur die optischen Aspekte.

So werden in hochwertigen und architektonisch strukturierten Gärten immer wieder Bonsai Bäume eingesetzt, um dem Garten einen langfristigen und prägenden Stil zu geben. Viele Menschen verbinden den Bonsai automatisch mit Japan und wissen nicht, dass er längst den Weg in die europäische Kultur gefunden hat. Seine Pflegeleichtigkeit, aber auch sein untrüglicher Charme machen diesen Baum zu einem der idealen Begleiter eines lebenslang erhaltenen Anwesens.

Mit der Natur, nicht gegen sie

Steht ein Architekt vor einem Garten, durchfluten viele Gedanken seinen Kopf. Er spielt mit Bildern, er gestaltet in seiner Fantasie, er scannt Nischen, Ecken und Vorsprünge, um seine Ideen einzubringen. Und er erkennt Widrigkeiten, die das geplante Projekt erschweren könnten. Der Traumgarten für den Architekten muss am Ende gar nicht immer simpel, groß und leicht zu gestalten sein. Immerhin liebt es der Gartenarchitekt, wenn er durch sein Wissen, seine Fähigkeiten und sein Talent in der Lage ist, auch besonders schwierige Lagen zu meistern und aus einem nicht sehr vielversprechenden Grundstück am Ende ein wahres Idyll für ganze Generationen zu zaubern.

Der Gartenarchitekt hat eine der entscheidendsten Rollen bei der Außengestaltung eines Anwesens. Er ist das Bindeglied zwischen dem Heim, das oftmals vom Innenarchitekten in einem ganz bestimmten Stil geprägt wurde und der Natur, die für das äußere Erscheinungsbild gesorgt hat. Seine Aufgabe ist es, beides miteinander zu verbinden und da Architekten genau diese Aufgabe lieben, ist jeder Garten für sie ein Traum.

Online-Marketing-Trends 2022

So gelingt ein ganzheitlich-nachhaltiges Online-Marketing im Jahr 2022.

Ökologisch, ökonomisch und sozial. Auf diesen drei Eckpfeilern beruht Nachhaltigkeit, ein Thema, das heute in aller Munde ist. Dabei mag es vielleicht überraschen, dass Online-Marketing, so wie es meist betrieben wird, diesen Kriterien gar nicht entspricht. Was viele z.B. nicht wissen: Das Internet hat einen enormen Stromverbrauch und verursacht genauso viel CO2-Emissionen wie die Luftfahrtindustrie. Es reicht also nicht aus, ein papierloses Office zu betreiben und die Werbekampagne von Print auf Online umzustellen. Zu einem ganzheitlich ausgerichteten nachhaltigen Online-Marketing, das Unternehmen nicht nur erhöhte Medienaufmerksamkeit schenkt, sondern allen Aspekten der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – glaubhaft gerecht wird, gehört ein wenig mehr.

Die Experten der Online-Marketing-Agentur SEO-Küche erläutern, an welchen drei einfachen Stellschrauben jede(r) Unternehmer*in drehen sollte, um erste wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit im Online-Marketing zu gehen, von denen Unternehmen, Umwelt und auch Kund*innen profitieren.

Ökologischer Aspekt: Optimiere deine Website für einen geringeren Stromverbrauch

Der Energiebedarf des Webs ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und beträgt heute in etwa zwei Prozent des weltweiten Verbrauchs. Immer größer werdende Websites, mit schicken Bildern und emotionalen Videos, tragen hierzu einen erheblichen Teil bei, denn je größer und schwerer eine Website ist, desto mehr Strom benötigt sie. Für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sollten Unternehmen daher auf ein schlankes Webdesign mit reduzierten Daten achten. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann zudem auf eine klimaneutrale Website setzen. Dabei wird der Energiebedarf des Internetauftritts berechnet und durch ein gewähltes Klimaschutzprojekt gleich wieder ausgeglichen.

Natürlich gibt es neben einer klimaneutralen Website auch andere Mittel und Wege um Unternehmen ökologischer zu gestalten. Anstatt unternehmenseigene Server zu betreiben, können Unternehmen beispielsweise auf Cloud-Hosting setzen und bei der Beschaffung von Hardware sollte der benötigte Strombedarf ein Kaufkriterium sein. Auch das Ermöglichen von Home Office schont, durch geringeren Pendler*innenverkehr, die Umwelt.

Sozialer Aspekt: Respektiere die Privatsphäre deiner User*innen

Tracking-Tools wie Google Analytics kommen auf fast jeder Website zum Einsatz und sollen Unternehmen wertvolle Daten über das Verhalten deiner Besucher*innen, für personalisierte Werbemaßnahmen, liefern. Eine unglaubliche Masse an Informationen, die da zusammenkommt und den Energieverbrauch des Internets und Datenumfang einer Website erhöht. Dabei werden am Ende nicht mal mehr alle Daten genutzt oder falsche Schlüsse aus ihnen gezogen. Nachhaltig und sozialverträglich sieht anders aus.

Verringere daher deine invasiven Tracking-Methoden, mit denen du in die Privatsphäre deiner Nutzer*innen eindringst, und überlege stattdessen im Vorfeld genau, welche Daten du wirklich benötigst. Achte auch darauf, dass deine Cookie-Hinweise datenschutzrechtskonform sind. So bist du rechtlich auf der sicheren Seite, erhöhst die Nutzer*innenfreundlichkeit und wirst gleichzeitig dem sozialen Nachhaltigkeitsaspekt gerecht.

Ökonomischer Aspekt: In nachhaltige Kund*innenbeziehungen investieren

Es kommt nicht nur häufig vor, dass über Tracking-Tools gesammelte User*innen-Daten falsch interpretiert werden, sie sorgen zudem nicht selten dafür, dass die Effektivität von Werbeanzeigen systematisch überschätzt wird. Unternehmer*innen sollten daher immer wieder neu überdenken, wie viel Budget sie zu welchem Zeitpunkt für Anzeigen ausgeben, denn es gibt langfristigere und vor allem nachhaltigere Methoden, um auf sich aufmerksam zu machen:

  • Kundenbeziehungen stärken: Kommentiere Blogbeiträge, seie in relevanten Facebook-LinkedIn-Gruppen aktiv, beantworte Fragen im Social Web und besuche Branchenveranstaltungen.
  • Content mit Mehrwert produzieren: Investiere in die Erstellung von einzigartigem Content, der deinen Kund*innen einen Mehrwert liefert.
  • SEO nutzen: Optimiere deine Website und setze auf Suchmaschinenoptimierung für ein besseres Ranking.

Nicht auf den schnellen Effekt setzen

Natürlich wirst du bei einem nachhaltigen Vorgehen nicht den schnellen Erfolg sehen, den du vielleicht aus Google Ads-Kampagnen gewohnt bist. Dafür wirst du langfristig mit effektiveren und authentischen Werbemaßnahmen belohnt, die durch enge Kund*innenbindungen auch wirken. Nicht nur dein Werbebudget wird es dir danken, das gute Gefühl, das du erhältst, wenn du dein Online-Marketing nachhaltig gestaltest, bekommst du ganz automatisch und vor allem kostenlos dazu. Natürlich kannst du klassische Werbung weiterhin und ergänzend einsetzen. Die richtige Mischung zur richtigen Zeit macht’s.

FinTech-Trends 2022

Diese Technologien haben das Potenzial, die FinTech-Branche im kommenden Jahr grundlegend zu verändern.

Das dramatische Auf und Ab der Gamestop-Aktie Anfang dieses Jahres hat es gezeigt: Neue Finanztechnologien – in diesem Fall Trading-Apps – können das reale Marktgeschehen massiv beeinflussen. Auch 2022 werden hierfür wieder entscheidende Weichen gestellt. Folgende Technologien haben das Potenzial, die FinTech-Branche im kommenden Jahr grundlegend zu verändern.

FinTech-Trend 1: Decentralized Finance (DeFin)

Währungen auf Blockchain-Basis sind spätestens seit dem ersten Boom des Bitcoin weitestgehend bekannt. Auch die Vorteile der Krypto-Währungen sind klar: Sie sind unabhängig von Zentralbanken und Regierungen, lassen sich problemlos weltweit transferieren und sind – das wichtigste Merkmal – aufgrund der dezentralen Struktur gut gegen Hacker-Attacken geschützt. Allerdings endet die Entwicklungsgeschichte der Blockchain-Technologie nicht beim Bitcoin, sondern geht jetzt erst richtig los.

Kern dieser Entwicklung ist das sogenannte Decentralized Finance (DeFin), eine komplett neue Welt des Krypto-Bankings. Bisher wurden Krypto-Currencies ebenso wie klassische Währungen an zentralen Börsen gehandelt. Dabei geht jedoch ihr zentrales Merkmal verloren: die dezentrale Netzwerkstruktur. 2021 war es noch ein Thema für Finanz-Nerds. 2022 kommt der Trend in der breiteren Masse an, gleichzeitig trennen sich Spreu und Weizen, also die seriösen von den unseriösen Anbieter*innen.

Ermöglicht werden dezentrale Finanzsysteme durch sogenannte Smart Contracts. Dabei handelt es sich um Computerprogramme, in denen die beteiligten Akteur*innen ihre gewünschten Transaktionen festschreiben. Eine zentrale Kontroll-Instanz ist nicht mehr nötig. Die gespeicherten Daten liegen in einem dezentralen Blockchain-Netzwerk, so dass spätere Änderungen nicht mehr möglich sind.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, DeFin zu nutzen: Staking, Lending und Liquid Mining. Alle Abläufe beruhen darauf, dass die Besitzer*innen einer Krypto-Währung einen gewissen Anteil an ihrer Rechenpowerl dem System zur Verfügung stellen. Dafür erhalten sie Belohnungen. Wichtig ist dabei allerdings ein vertrauenswürdiger Anbieter. Da es sich um eine relativ neue Technologie handelt, sind leider auch unseriöse Unternehmen unterwegs. Ohne gesetzliche Regulation geht es also auch im Bereich DeFi nicht. Vertrauenswürdige Plattformen haben das erkannt und unterziehen sich dem Prozess trotz ihrer grundsätzlichen Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen. So erfüllt beispielsweise Cake DeFi, eine Plattform für dezentrale Finanzdienstleistungen, alle regulatorischen Anforderungen der Monetary Authority of Singapore (MAS). Durch die Kombination von dezentraler Netzwerkstruktur und gesetzlicher Regulation können sich Menschen auf der ganzen Welt über Krypto-Lösungen informieren und DeFi sicher nutzen.

FinTech-Trend 2: Open Banking erobert den Zahlungsverkehr

2018 hat die Europäische Union mit der PSD2-Richtlinie Fintechs einen massiven Schub gegeben. Aber erst 2022, vier Jahre später, werden die tiefgreifenden Veränderungen sichtbar. PSD2 verpflichtet Banken, offene Daten-Schnittstellen für Drittanbieter einzurichten. In der ersten Phase griffen Fintechs auf Kontoinformationen der Kund*innen zurück und schufen beispielsweise Apps, in die sich Konten unterschiedlichster Banken integrieren ließen. Jetzt folgt die Zahlungsabwicklung, ein für Fintechs ausgesprochen lukratives, für Kunden sehr angenehmes – und für traditionelle Banken sehr bedrohliches Modell.

Denn Open Banking ermöglicht die sofortige und sichere Vernetzung verschiedener Akteure. Im Gegensatz zu traditionellen Finanztransaktionen sind keine Intermediäre mehr notwendig. Ein Unternehmen, zum Beispiel ein Online-Shop, kann eine direkte Verbindung zum Bankkonto des Kunden/der Kundin herstellen - ohne den Service eines Karten- oder sonstigen Payment-Anbieters. Das macht den Vorgang nicht nur für den Kunden/die Kundin einfacher, da er keine lange Kontonummer eintippen muss. Es ist auch für den Händler/die Händlerin von Vorteil, weil der Prozess schneller abläuft, niedrigere Transaktionsgebühren, weniger Betrug und geringere Fehlerquoten bedeutet - und damit mehr Einnahmen oder niedrigere Betriebskosten. Die Konsequenz zeigt sich im Erfolg von TrueLayer, Europas führender Open-Banking-Plattform. Im Jahr 2021 verdoppelte das Unternehmen die Zahl seiner Kund*innen und im gleichen Zeitraum wuchs das Zahlungsvolumen um 400 Prozent und der Wert der monatlichen Zahlungen um 800 Prozent. Für etablierte Banken ist die Gefahr groß, als reine Geldverwahrer zu enden, abgeschnitten von vielen lukrativen Dienstleistungen.

FinTech-Trend 3: All-in-once-Finance

Keiner macht es wirklich gern: Verwaltung der persönlichen Finanzen. Was für viele schon nach “Steuererklärung” und “Exceltabellen” klingt, erfordert immer wieder Arbeitszeit am Abend oder an den Wochenenden. Und auch für viele Unternehmen ist die Buchhaltung ein Pain Point: Gerade Start-ups und Freelancer*innen müssen kostbare Ressourcen aufwenden, um ihre Unterlagen immer auf dem neuesten Stand zu halten. Dabei geht es nicht nur um die gesetzlichen Anforderungen: Nur durch ein aktuelles und präzises finanzielles Lagebild sind fundierte unternehmerische Entscheidungen möglich. Doch lange waren die Angebote fragmentiert. Es gab beispielsweise Steuersoftware für die Abrechnung oder eine Reihe verschiedener Tools für die Buchhaltung.

Was fehlte, waren Lösungen, mit denen eine Finanzorganisation aus einer Hand möglich ist. Mittlerweile haben Start-ups genau dieses Angebot entwickelt. Dabei stehen die verschiedenen Finanz-Tools nicht mehr separat nebeneinander, sondern sind in eine Lösung integriert. Während 2021 Pionierarbeit geleistet wurde, kommt die Technologie 2022 mit Schwung im Markt an. So bietet das französische Start-up Qonto kleinen und mittleren Unternehmen sowie Freelancern neben günstigen Geschäftskonten auch Anbindungen an Steuersoftware, Buchhaltung-Tools und Zahlungsanbieter ohne Zwischenschritt. Ziel ist nicht die Aufsummierung möglichst vieler Programme, sondern die Schaffung einer automatisierten Finanzverwaltung, die den Workload spürbar reduziert.

FinTech-Trend 4: Crowdinvesting in Immobilien

Angesichts wachsender Inflationssorgen, anhaltender Niedrigzinsen und volatiler Märkte wird der Trend zu alternativen Investmentformen weiter anhalten. Stark in den Fokus werden 2022 insbesondere jene Immobilieninvestments geraten, die lange institutionellen Anleger*innen vorbehalten waren. Besonders beliebt ist das Crowdfunding von Immobilien, bei dem auch Kleinanleger die Möglichkeit haben, an Immobilienfinanzierungen teilzuhaben. Neu geprüft wird dabei auch, das Thema Environmental Social Governance, kurz ESG, auf die Investitionen anzuwenden. Schon mit Beträgen ab 500 Euro können sich Investoren beim Crowdinvesting an Bauprojekten beteiligen und ein Immobilienvermögen aufbauen. Digitale Technologien machen es Anleger*innen leichter, diese Beiträge zu verwalten, zu verfolgen oder sich darüber zu informieren. Viele moderne Investor*innen sind digitalaffine Selbstentscheider*innen, die sich eigenständig nach Informationen umschauen. Dabei wird keine Immobilie erworben, sondern die Entwicklung und der Bau eines Immobilienprojekts mitfinanziert. Konkret geschieht dies in Form von sogenannten Nachrangdarlehen oder Anleihen. Die Renditen liegen zwischen 4 bis 8 Prozent und befinden sich damit weit über dem Niveau von klassischen Einlagen. Attraktiv sind auch die oft kurzen Laufzeiten zwischen 12 und 36 Monaten.

Das Risiko bei der Finanzierung von Immobilienprojekten besteht darin, dass beispielsweise ein Bauprojekt nicht fertig und zu einem viel geringeren Preis als kalkuliert veräußert wird. In solchen Fällen wird zuerst die Bank bedient und erst dann die Crowd, sodass Crowd-Anleger*innen am Ende leer ausgehen können. Daher ist es wichtig, auch bei der Wahl der Crowdinvestment-Plattform in auf Qualitätskriterien zu achten. Als Qualitätsführer in der Branche zeichnet sich der Berliner Anbieter zinsbaustein.de aus, der zudem eine sehr hohe Kund*innenzufriedenheit aufweist. Die Rückzahlungsquote des Unternehmens liegt bei 100 Prozent, sämtliche abgeschlossenen Projekte wurden bis heute erfolgreich inklusive Zinsen an die Anleger*innen zurückgeführt.

Der Autor Karl Schmidt-Rhaesa hat Politik und Wirtschaft an der WWU Münster studiert. Als Communication Assistant ist er bei PIABO PR für Start-ups und Entrepreneurs aus den Bereichen FinTech, VC und HealthTech tätig.

E-Commerce-Trends in der Weihnachtszeit

Der Internethandel bereitet sich jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit auf die wichtigsten Wochen des Jahres vor. Um bis mehr als 100 Prozent steigen die Verkäufer in den Wochen vor Weihnachten an. Wir haben uns angesehen, welche Trends zu beobachten sind und welchen Einfluss das Corona-Virus auch in diesem Jahr auf das Kaufverhalten nimmt.

Black Friday und Cyber Monday

Als Startschuss für die Weihnachtszeit und damit die umsatzstärkste Zeit für den Einzel- und Online-Handel gilt der Black Friday. Der Tag, der in Amerika ins Leben gerufen wurde, funktioniert längst auch in Deutschland. Es locken diverse Schnäppchen und Sonderangebote in allen Bereichen: Egal, ob ein neues Handy oder ein hochwertiges Paar Schuhe – wer am Black Friday und Cyber Monday gute Angebote schaltet, hat gute Chancen auf fleißige Käufer*innen. Damit handelt es sich bei diesem Trend um keinen neuen, aber einen, den Händler*innen jedes Jahr unbedingt im Blick haben sollten.

Marketing-Kampagnen in den sozialen Netzwerken

In den letzten Jahren haben sich die sozialen Netzwerke zu wichtigen Tools für Händler*innen entwickelt. Mit der richtigen Werbung und den richtigen Influencern lässt sich das Weihnachtsgeschäft ordentlich ankurbeln. E-Commerce und die sozialen Medien sind in der Weihnachtszeit quasi verheiratet – das zeigen erfolgreiche Kampagnen großer Unternehmen, die wir in den letzten Jahren immer wieder beobachten konnten. Deshalb sollte die richtige Kommunikationsstrategie im Voraus geplant werden, um potentielle Kunden über alle relevanten Kanäle zu erreichen. Dabei werden die Strategien immer kreativer und der Content immer komplexer. Vorbei sind die Zeiten der plumpen Werbung in den sozialen Medien, heute möchten Kunden mit Emotionen gelockt werden und sich mit Produkten verbunden fühlen. Auch Automatisierungstechnologien können dabei helfen, eine Kampagne richtig zu planen und festzulegen, an welchen Tagen welche Beiträge online gehen sollen.

Mobile Webseite für unkomplizierte Käufe optimieren

Auch wenn viel Zeit und Liebe in die Website gesteckt wurde: Kund*innen lieben es, über ihre Mobilgeräte zu shoppen. Nachweislich steigen die Verkaufszahlen, wenn die mobile Website überzeugt und eine einfache Navigation gewährleistet. Jedes Jahr ist mehr und mehr zu beobachten, wie vom Laptop vom Handy oder Tablet gewechselt wird. Sogar unsere Steuern können wir mittlerweile über unser Mobilgerät abwickeln. Nicht nur auf dem Handy lassen sich Casinos ohne Steuer ansteuern. Auch Programme zur Steueroptimierung helfen dabei, mit wenigen Klicks ans Ziel zu gelangen.

Auch für den E-Commerce-Bereich gilt also: Online-Händler*innen müssen auf eine gute mobile Website setzen. Nicht nur kurze Ladezeiten und ein übersichtliches Menü müssen überzeugen, auch der erste Eindruck sollte stimmen. Kund*innen entscheiden in wenigen Sekunden, ob sie sich auf einer Seite wohlfühlen – denn eine Alternative ist im Zweifel schnell gefunden. Auch Kampagnen, die in den sozialen Medien geschaltet werden, führen den Kunden/die Kundin zum mobilen Online-Shop. Am besten werden hier also kreative Content-Strategien mit einem überzeugenden mobilen Auftritt kombiniert, sodass die Kaufwahrscheinlichkeit signifikant ansteigt.

Art der Geschenke verändert sich

Man kennt es vielleicht noch von der Großmutter, die gern Walnüsse und Orangen verschenkt. Lebensmittel zu verschenken, das erscheint heute aber oft aus der Zeit gefallen. Wenn es sich nicht gerade um eine trendige Gemüse- oder Kochbox handelt, verschenken wir mittlerweile lieber andere Dinge. Besonders digitale und haptische Geschenke sind heutzutage im Trend. Online-Gutscheine oder Abos für Hörbucher oder Musik werden immer häufiger verschenkt, sogar Kryptowährungen legt man gern virtuell unter den Weihnachtsbaum. Technik bleibt ebenfalls ein Dauertrend, vom Staubsaugerroboter bis hin zum neuen Handy wird alles gern verschenkt. Hier sind dann wieder der Black Friday und Cyber Monday wichtige Verkaufstage, denn in der Vorweihnachtszeit suchen Kund*innen vermehrt nach Angeboten.

Es muss aber natürlich nicht immer ein Gegenstand sein, der verschenkt wird: Das Verschenken gemeinsamer Zeit bleibt ebenfalls ein wichtiger Trend. Auch Portale, die romantische Abende, ein Luxuswochenende oder ein paar Tage mit Freund*innen als abwechslungsreiches Gesamtpaket verkaufen, haben in der Weihnachtszeit erhöhte Verkaufszahlen.

Paketzustellungen auf verschiedene Paketdienste verteilen

In der Weihnachtszeit stapeln sich die Pakete, Paketboten eilen im Dauerlauf durch die Straßen. Da ist Chaos fast vorprogrammiert, setzt man auf nur einen einzigen Zustelldienst. In den letzten Jahren hat es sich bewährt, auf mehrere Zusteller zu setzen – und auch in diesem Jahr sollten Händler*innen diesem Trend Beachtung schenken. Jeder Paketdienst hat nur eine bestimmte Kapazität, gerade in der Weihnachtszeit kommt es oft zu Verzögerungen. Daher lohnt es sich, im Vorfeld mehrere Dienste zu akquirieren, damit sind die Kundenbeschwerden nicht häufen.

Suchvolumen für Weihnachtsgeschenke steigt ab September

Frauen fangen früher an, Geschenke zu suchen, als Männer. Bei vielen Frauen gehen die Überlegung schon im September los, bei Google wird vermehrt nach Geschenkideen gesucht. Männer lassen sich statistisch gesehen etwas länger Zeit. Hier geht es oft erst im November los. Die ganz junge Generation braucht dann sogar noch länger, nicht selten beginnt die Suche bei den jungen Menschen erst im Dezember. Mit der richtigen Strategie, gutem Zeitmanagement und passender Werbung können hier also verschiedene Gruppen angesprochen werden, denen man schnelle Lösungen für ihre Überlegungen serviert.

Online-Geschäft boomt während der Corona-Krise

In den letzten Jahren war ein deutlicher Wandel zu spüren. Während man noch vor 20 Jahren in lokalen Geschäften auf die Jagd nach Geschenken ging, werden heute vermehrt der Laptop oder das Handy gezückt. Fachberatungen werden zwar weiterhin gern in Anspruch genommen, je nach Geschenk erweist sich der Online-Kauf für viele Menschen aber schlichtweg als praktischer. Nicht zuletzt war die Corona-Pandemie dann ein deutlicher Dämpfer für lokale Geschäfte, denn im letzten Jahr waren lokale Käufer gar nicht mehr möglich.

Auch in diesem Jahr ist die Pandemie noch in aller Munde. Die Geschäfte sind aktuell zwar noch offen, der nächste Lockdown ist aber nicht auszuschließen. Erschwerend kommt hinzu, dass Online-Käufe ohnehin schneller und unkomplizierter getätigt werden können. Einzelhändler*innen wünschen sich schon seit Jahren bessere Unterstützung. Von Extrasteuern für Online-Händler*innen bis hin zu Innenstadtfonds wurde bereits alles diskutiert. Doch auch eine Steueroptimierung wird Einzelhändler auf Dauer vermutlich nicht retten können, gerade in Kleinstädten sind Ladenschließungen an der Tagesordnung. Auch wenn uns Corona hoffentlich in ein paar Jahren nur eine schlechte Erinnerung sein wird, hat die Krise in jedem Fall dazu beigetragen, dem Internet offener gegenüberzutreten. So entscheidet man sich im nächsten Jahr dann vielleicht ganz automatisch für den schnellen Klick in ein passendes Online-Geschäft, war es doch im vorherigen Jahr so bequem.

Wann eine eigene Kryptowährung sinnvoll ist

Eine eigene Kryptowährung kann für einige Unternehmen eine große Chance sein. Vor allem junge und innovative Start-ups können davon stark profitieren. Doch Entwicklung und Marketing nehmen viel Zeit sowie Kapital in Anspruch. Diese Dinge sollten Gründer*innen beachten, um herauszufinden, ob sich das Erstellen einer eigenen Kryptowährung lohnt und welche Möglichkeiten es dabei gibt

Eine eigene Kryptowährung erstellen – Wie geht das?

Möchte ein Unternehmen mit einer eigenen Kryptowährung auf den Markt gehen, gibt es dabei grundlegend zwei Möglichkeiten. Viele Start-ups entschließen sich dafür, lediglich einen Token zu entwickeln, der auf einer bereits etablierten Blockchain verwaltet wird. Dieses Verfahren ist vergleichsweise einfach, kostentechnisch überschaubar und erleichtert Gründer*innnen das Marketing: Lagern die Token auf einer bekannten Blockchain wie Ethereum oder NEO, fassen potentielle Investoren häufig eher Vertrauen.

Möchten Unternehmen jedoch eine Kryptowährung erstellen als Finanzierungsmethode für eigene Projekte, kann der Aufbau einer eigenen Blockchain eine lohnenswerte Entwicklung sein. Gründer*innen müssen dabei jedoch im Vergleich zu einer tokenbasierten Lösung mit einem erheblichen zeitlichen und finanziellen Mehraufwand rechnen.

Welche Kosten fallen an?

Ist die Entscheidung für eine eigene Kryptowährung gefallen, sollten Unternehmer sich eingehend mit den zu erwartenden Kosten auseinandersetzen: Vor allem die Entwicklung von Coin und Blockchain schlägt in der Regel mit hohen Summen zu buchen. Doch auch die Vermarktung der neuen Kryptowährung ist nicht zu vernachlässigen.

Marketing

Der eigentliche Launch neuer Coins ist nicht sehr teuer. Doch damit die eigene Kryptowährung den gewünschten Erfolg bringt, ist gutes Marketing – schon vor dem Launch – unerlässlich. Start-ups sollten sich dabei vor allem darauf konzentrieren, das eigene Projekt zu branden und damit so viele Menschen wie möglich zu erreichen, denn: Je bekannter und transparenter eine Kryptowährung ist, desto leichter finden sich Investoren.

Entwickler-Team

Wer mit dem Open-Source Code einer bereits bestehenden Kryptowährung arbeitet, kann innerhalb kürzester Zeit einen eigenen Coin erstellen. Auch die Entwicklung eines eigenen Tokens auf etablierten Blockchains geht schnell und ist nicht teuer.

Kostenintensiv wird das Ganze aber dann, wenn die Unternehmer Bedarf an einer eigenen Blockchain haben. Ist dieser Bedarf gegeben, kann sich die teure Entwicklung der Blockchain auf jeden Fall lohnen. Wer eine eigene Blockchain erstellen oder komplexe Anpassungen an bestehenden Open-Source Codes vornehmen möchte, sollte an dieser Stelle in ein Entwicklerteam investieren.

Warum überhaupt eine Kryptowährung?

Bei Kryptowährungen geht es nicht nur um Assets, die an der Börse gehandelt werden. Vielmehr sind sie ein Teil der Blockchain-Technologie. Dezentrale Datenbanken finden in der heutigen Zeit immer mehr reelle Anwendungsgebiete und könnten dadurch die Welt ein Stück weit verändern. Deshalb sind es bevorzugt junge Startups mit innovativen Projekten und Ideen, die ihre eigene Kryptowährung launchen.

Gründe, die eigene Kryptowährung zu launchen

Es ist nicht sinnvoll, eine eigene Kryptowährung zu launchen, nur weil die Blockchain Technologie derzeit so gehypt wird. Vielmehr sollten Unternehmer darauf achten, ob die folgenden Faktoren ganz oder teilweise erfüllt werden:

  • Die Basis des Unternehmens soll eine dezentrale Datenbank, also eine Blockchain sein.
  • Das Unternehmen braucht frisches Kapital für ein besonders komplexes und teures Projekt und möchte dieses über die eigene Kryptowährung finanzieren.
  • Die Kryptowährung soll dazu dienen, das Branding des Unternehmens zu vertiefen und als Unique Selling Point (Alleinstellungsmerkmal) dienen.
  • Das Unternehmen ist aufgrund seiner Branche eng mit der Blockchain- und Börsen-Branche verknüpft.

 Ist Mining sinnvoll?

Der Begriff Mining stammt aus dem Englischen und beschreibt den Prozess des Goldschürfens. Dieser Begriff wird analog für das Generieren neuer Krypto Coins verwendet. Obwohl das Krypto Mining als die ursprünglichste Form des Erschaffens neuer Coins gilt, können Unternehmen auch eine Kryptowährung erstellen, bei denen kein Mining erforderlich wird.

Wer jedoch mit Mining arbeiten möchte, sollte beachten, dass vor dem Launch bereits Coins zur Verfügung stehen müssen, die nicht geschürft werden müssen. Bei dem Launch spricht man übrigens von der Initial Coin Offering, also von der ersten Ausgabe der Münzen. Nach dem Launch vermehrt sich die Marktkapitalisierung der Kryptowährung weiter.

Ob Mining für das jeweilige Unternehmen sinnvoll ist oder nicht, sollte mit einem kompetenten Entwicklerteam abgeklärt werden. Wenn geschürft werden soll, empfiehlt es sich, der Community frühzeitig die Chance zur Beteiligung zu geben.

Start-ups und IT-Freelancer: so klappt’s

Warum immer mehr Start-ups auf IT-Freelancer setzen und was es bei der Zusammenarbeit zu beachten gilt.

Auf der Suche nach Talenten entdecken Start-ups vermehrt Freelancer als Zugang zu hochspezialisiertem Wissen auf Zeit. Denn über sie können sie kalkulierbar genau die Kompetenz oder Kapazität beziehen, die sie gerade für die Realisierung ihrer digitalen Projekte benötigen, ohne sich auf laufende Kosten oder die Verpflichtung von Vollzeitbeschäftigten einlassen zu müssen

Aber: Wie und wo finde ich zeitnah den oder die richtigen Experten für meine Aufgaben? Wie lässt sich deren Expertise sicherstellen und der Aufwand für das Start-up gering halten? Und auf welche Fallstricke gilt es bei der Auftragsvergabe zu achten? Der nachfolgende Beitrag gibt wertvolle Tipps zu diesen und weiteren Fragestellungen rund um das Thema.

Speziell junge Unternehmen müssen oft schnell wachsen, um ihr Produkt weiterzuentwickeln, Neukunden zu akquirieren und Marktanteile zu gewinnen. Sofort verfügbares, skalierbares und passgenaues Fachwissen hat für sie daher einen besonders hohen Mehrwert. Denn nur so können sie schnell und flexibel agieren und beispielsweise große Aufträge stemmen, ohne dafür einen oder mehrere Mitarbeiter gleich fest anstellen zu müssen und Gefahr zu laufen, dass sie diese nach Abschluss des aktuellen Projekts nicht weiterbeschäftigen können. Ebenso wird die Suche nach passenden festen Mitarbeitern oft auch dadurch erschwert, dass viele Start-ups für die gewünschten Arbeitnehmer ggf. noch nicht bekannt und gefragt genug sind wie große, etablierte Player, die sie ihnen sozusagen leicht wegschnappen können.

Für wen lohnt es sich, Freelancer zu beauftragen?

Die beiden häufigsten Situationen, in denen Freelancer angefragt werden, sind:

Fehlende Inhouse-Kapazität: Aufgrund hoher Auslastung, z.B. bei starkem Wachstum oder einer erhöhten Auftragslage können Unternehmen mit versierten Freelancern schnell und kurzfristig die nötigen Kapazitäten schaffen und profitieren dabei im Idealfall von einer hohen Laufzeitflexibilität, so das Projekt z.B. schneller abgeschlossen ist, als geplant oder im umgekehrten Fall länger dauern sollte.

Fehlende Inhouse-Expertise: Auch wenn es darum geht, neue Themenbereiche und Produkt-Features umzusetzen, sind Freelancer ideal: Richtig ausgewählt bringen sie fundiertes Expertenwissen aus vergangenen Projekten mit ins Unternehmen, helfen dort, die richtigen Strukturen aufzusetzen und die internen Fachkräfte entsprechend weiterzubilden.

Oft ist die Freelancer-Nachfrage auch dann besonders groß, wenn Unternehmen aufgrund von Kündigungen oder zeitversetzten Einstellungen Personallücken schließen müssen. Startet beispielsweise ein Produktmanager zwei Monate vor seinen Team-Mitgliedern, dann lässt sich mit externen Fachkräften der Projektstart ganz einfach vorziehen. Nicht zuletzt bieten sich Freelancer auch für Einmalprojekte an, für die keine neue Stelle geschaffen werden kann oder soll.

Über welche Kanäle finde ich die für mein Projekt passenden Freelancer?

Generell gibt es verschiedene Möglichkeiten, die passenden Freelancer zu finden: von klassischen Personaldienstleistern, über IT-Dienstleistern bis hin zu Online-Vermittlungsplattformen. Wer preissensitiv ist, für den sind Online-Plattformen die beste Alternative. Hier lässt sich zwar Geld, nicht jedoch Zeit sparen, denn das Ausschreiben der Stelle, das Anschreiben der Kandidat*innen, das Führen der Vorstellungsgespräche und die Vertragsgestaltung nimmt viel Zeit in Anspruch.

Agenturen für IT-Dienstleistungen sind ebenfalls eine Option, jedoch arbeiten diese mit festangestellten Fachkräften und bieten daher weniger Flexibilität. Klassische Personaldienstleister wiederum stellen einen direkten Ansprechpartner und eine große Datenbank, zur Verfügung, aus der sie zeitnah passende Kandidaten vorschlagen können. Ein großer Vorteil, jedoch liegen sie preislich über den Online-Plattformen.

Know-how: So lässt sich die Expertise des Freelancers sicherstellen

Die meisten Vermittlungen haben jedoch gemein, dass die Freelancer hier – im Gegensatz zu Anbietern wie Casana, die HR- und IT-Dienstleistungen vereinen, keine technische Eignungsprüfung durchlaufen. Werden die Arbeitskräfte vorab auf Soft- und Hardskills überprüft, hat das den Vorteil einer höheren Trefferquote für das jeweilige Projekt und spart den Unternehmen Zeit, da sie die Eignung nicht in langen Interviews selbst eruieren oder unpassende Freelancer austauschen müssen.

Sofern der Freelancer also direkt beauftragt wird oder der Personaldienstleister keine Eignungstests durchführt, sollte vor Vertragsabschluss ein technisches Interview stattfinden. Auch bei IT-Dienstleistern empfiehlt sich der genaue Blick auf die Qualifikationen, denn hin und wieder werden diejenigen Mitarbeiter vermittelt, die gerade „frei“ sind und nicht diejenigen, deren Skill-Set optimal zum Projekt passt.

Tipps: Darauf achten Freelancer bei der Projektauswahl

Die meisten Freelancer sind aus Überzeugung selbstständig und bringen daher eine sehr hohe Eigenmotivation mit – ein großer Vorteil. Die Selbstständigkeit bietet ihnen eine höhere Flexibilität im Vergleich zur Festanstellung, spannende Projekte und hohe Verdienstmöglichkeiten. Die erste Frage eines Freelancers dreht sich daher meist um den Inhalt des Projekts, gefolgt vom Projekt-Team und dann dem Unternehmen, das es ausschreibt. Technisch geprüfte Freelancer sind hochqualifiziert und haben als solche stets mehrere Angebote gleichzeitig zur Auswahl. Daher punkten Auftraggeber hier mit klar definierten Projekten, Aufgaben oder einer spannenden Vision. Bei der Auswahl eines Dienstleisters zahlt es sich daher aus, zu überprüfen, wie gut dieser das zu besetzende Projekt gegenüber den in Frage kommenden Freelancern vorstellen kann.

Budget: Was kosten IT-Dienstleistungen?

Wie viel Budget es für einen Freiberufler einzuplanen gibt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren und Anforderungen wie etwa dem gewünschten Anforderungsprofil, Standort und Sprachkenntnissen, Verfügbarkeit, Seniorität und auch von der Ausrichtung des beauftragten Dienstleisters. Beispielsweise kosten deutschsprachige Entwickler derzeit bis zu 30 Euro mehr pro Stunde als andere europäische Entwickler. Auch bei großen Personaldienstleistern gibt es eine Spanne von bis zu 30 Prozent höheren Kosten pro Stunde. Hier gilt es, auf transparente Anbieter zu setzen, die flexible Kündigungsfristen und eine transparente Preisstruktur anbieten. Eine wöchentliche Kündigungsfrist ist beispielsweise bei dynamischen Projekten besonders hilfreich.

Fallstricke: Worauf muss ich bei der Auftragsvergabe achten?

Vor der Vermittlung ist es wichtig, dass der jeweilige Fachbereich genau weiß, wobei und ab wann genau die Hilfe gebraucht wird. Je exakter die Eckpunkte, desto schneller und zielgerichteter die Vermittlung. Neben der passenden, technischen Expertise sind Projektdauer, Budget, Team-Setup (mit wem wird der Freelancer arbeiten) und der Arbeitsmodus (remote oder onsite) wichtige Faktoren.

Während der Vermittlung empfiehlt sich, die bereits erwähnte inhaltliche und kommunikative Überprüfung der Freelancer. Darüber hinaus ist ein technischer Ansprechpartner, der das Projekt kennt bzw. weiß, was erreicht werden soll, sehr hilfreich – sowohl zu Beginn als auch während des Projekts. Denn je genauer auch die Freelancer wissen, worum es im Projekt geht, desto schneller und produktiver gelingen Onboarding und die Umsetzung des Gesamtprojekts. Passen schließlich alle Parameter und kommt es zum Vertragsabschluss, empfiehlt sich ggf. auch – je nach Auftrag – das Aufsetzen eines NDA mit dem Freelancer. Im Idealfall ermöglicht der Vermittler oder der Freelancer selbst dem Unternehmen für das Projekt darüber hinaus eine hohe Laufzeitflexibilität ohne Zusatzkosten.

Der Autor Enrico Karnstädt ist Mitgründer und CEO von Casana

Every. - nachhaltig serviert

Das junge Berliner Food-Start-up Every. setzt auf ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette und verzehnfacht seine Umsätze innerhalb nur eines Jahres.

Every. macht Verbraucher*innen den Switch zu mehr pflanzenbasierter Ernährung einfach – die Folge: 2021 verkaufte man gleich mehrere hundert Tonnen Gemüse. Für die Gründer Benjamin Ahlers und Casimir Rob sind vegane Zutaten jedoch nur ein Schritt von vielen, um als Unternehmen mehr Verantwortung zu übernehmen - das beginnt mit Transparenz.

Seit März 2020 versorgt Every. mit seinem schockgefrosteten Feel-Good-Food all jene, die sich unkompliziert und gesund ernähren wollen. Alle Gerichte setzen komplett auf pflanzliche Zutaten. Mit hochwertigen Proteinen, komplexen Kohlenhydraten und guten Fetten liefern die Every.-Kreationen nicht nur alles, was man für einen energetischen Lebensstil benötigt, sondern leisten überdies einen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit. „Mit jeder einzelnen Mahlzeit treffen wir eine Entscheidung – und haben damit eine Auswirkung auf die Umwelt“, sagen Benjamin und Casimir. „Hauptsächlich vegane Mahlzeiten zu essen ist nicht nur vorteilhaft für die Gesundheit, sondern auch für den CO2-Haushalt.“

CO2-Footprint der Gerichte

Mittels aufwendiger Recherchen ermitteln die Gründer den CO2-Footprint für ihre Gerichte: Dabei werden von A bis Z alle CO2-Auswirkungen einbezogen – von Anbau und Anlieferung der Rohwaren über die Produktionsprozesse, die Verpackung und den Versand bis hin zum Stromverbrauch des Endkonsumenten für Erhitzen, Lagerung und Abspülen. Die ersten Gerichte wurden bereits berechnet und kommen durchschnittlich auf 1,1 kg CO2-Äquivalent pro Mahlzeit, wobei etwa ein Viertel (0,27 kg) auf die Zutaten entfällt. Zum Vergleich: Ein Gericht mit 200g Rindfleisch wäre gleichbedeutend mit 4 kg CO2-Äquivalent. „Mit der ganzheitlichen Betrachtung der Wertschöpfungskette gehen wir einen Schritt weiter, um unseren Kunden zu zeigen, dass jeder einzelne durch bewussten Konsum etwas verändern kann“, so Benjamin.

Nachhaltigkeit verpflichtet

Den CO2-Fußabdruck der eigenen Gerichte zu kennen ist gut – doch Every. hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen kontinuierlich zu reduzieren. Ein Beispiel ist das Logistik-Segment: Aktuell entfällt circa ein Viertel des Fußabdrucks auf Trockeneis, das zum Tiefkühlversand benötigt wird. Die Gründer arbeiten daran, in Zukunft ganz ohne Trockeneis auszukommen. In Berlin werden schon heute Bowls in der Papiertüte ganz ohne Trockeneis oder Isoliermaterial verschickt. Zum hohen Anspruch gehört natürlich auch die stetige Verbesserung der Verpackung. „Für die Isolierung unserer schockgefrosteten Produkte nutzen wir bereits kompostierbare Hanffliese und Papier, derzeit experimentieren wir mit recycelten Textilien“, sagt Casimir.

Die junge Marke, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Dänemark und den Benelux- Ländern erhältlich ist, hat große Pläne. 2021 konnten die Umsätze des Vorjahres bereits verzehnfacht werden. In den vergangenen Monaten hat sich das Team verdreifacht – zehn weitere Stellen sollen geschaffen werden. Das Sortiment umfasst mittlerweile nicht nur Bowls, die laut Angaben des Unternehmens, 2021 jeweils mehr als 40.000-mal ausgeliefert wurden, sondern auch Smoothies, Rawcakes, Brot und Ingwershots. Schon bald wird es neue Highlights geben. „Damit kommen wir unserem eigenen Ziel, den ganzen Tag mit köstlichen, gesunden und nachhaltigen Mahlzeiten abzudecken, ein ganzes Stück näher“, erklärt Casimir.