Gründer der Woche: SalsUp – Vertriebspower per Kollaboration

Gründer der Woche 38/20


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Bernhard Schindler hat mit SalsUp sein drittes Unternehmen gegründet. Aus dieser Erfahrung heraus kennt er sowohl die Bedürfnisse von Mittelständlern als auch Start-ups. Die Idee, beide auf einer digitalen Plattform zusammenzubringen, ist die logische Konsequenz. Mehr dazu im Interview mit Bernhard.

SalsUp-Gründer Bernhard Schindler

Zunächst zur aktuellen Lage gefragt: Wie ist es dir in der Corona-Zeit bislang ergangen?

Wenn ich ehrlich bin: Fernseher aus, keine neuen Facebook-Gruppen zu Corona und Verschwörungstheorien, sondern 1000 Prozent Fokus auf meine im Januar niedergeschriebene Idee SalsUp, seitdem Vollgas fokussiert mit einem grandiosen Team diese Vision in Tat umgesetzt, passend am 2.6. live gegangen. Ich habe knapp 500K selbst finanziert bisher. Mein Ansporn war und ist die Situation der Start-ups und der Mittelständler: Start-ups suchen händeringend Sales, Netzwerke sowie Kapital und der Mittelstand händeringend Innovationen und Digitalisierung. Doch warten Start-ups lieber vier Jahre, bis sie bei einem DAX-Konzern mal pitchen dürfen, als dass sie sich mit dem Mittelstand, der 99 Prozent der Wirtschaft in Deutschland und Österreich ausmacht, zusammentun! Und jetzt in der Corona-Zeit hat sich gezeigt, wie wichtig Digitalisierung für die Mittelständler ist und künftig sein wird!

Hast du auch positive Learnings aus dieser Zeit mitnehmen können?

Ja, nicht lamentieren, sondern fokussiert Gas geben und andere als Vorbild ansehen … zum Beispiel Uber, Airbnb usw. gründeten auch in der größten Finanzkrise.


Nun zu deiner Gründung: Wann und wie bist du auf die Idee zu SalsUp gekommen?

Als ich 2010 von ehemaligen Kunden meiner ersten Unternehmung bzw. Start-up immer wieder angesprochen wurde, was ich von der Digitalisierung halte. Das waren Mittelständler mit 300, 800 bzw. 4.000 Mitarbeitern. Spannend, denn genau diese Unternehmen waren 10 Jahre später immer noch zögerlich, doch jetzt sind sie aktiv aufgesprungen und merken, dass sie entweder mit Start-ups zusammenarbeiten oder künftig an Innovation massiv verlieren.

Und es läuft heute einfach etwas anders: Junge Leute wollen selbst etwas aufbauen, sie möchten schon während des Studiums Gas geben, wollen keine Zwänge und Strukturen und sind viel risikobereiter als noch vor 10 oder 15 Jahren. Die Mittelständler merken, dass weniger Top-Bewerber nach Abi oder Uni kommen. Von daher muss sich jetzt was tun!

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Start deiner Plattform?

Kein 100-Seiten-Papier erarbeiten, sondern per Powerpoint das System aufgemalt, kein Handbuch entwickelt, sondern meine Gedanken nachts und unter der Dusche mit dem Handy aufgenommen. Weitergegeben an die IT'ler, erklärt was es werden soll, was meine Idee war, meine Vision ist und wann ich starten möchte. Klar wurde ich für verrückt erklärt, nicht nur einmal, aber mir war das egal. Hart dranbleiben, keine Einsprüche geduldet, GmbH gegründet und Geschäftszweck noch nicht finalisiert, nur vage, weil ich ja noch gar nicht wusste, wie es kurz vor GoLive aussehen wird. Den Namen habe ich mit meinem Partner Jannis beim Abendessen in Scheffau auf die Serviette geschrieben: SalsUp ohne e, da dies schon 150 Mal geschützt war, egal in welcher Form.

Wie hast du diese Phase finanziert?

SalsUp ist bis heute komplett eigenfinanziert. Wir wollen aber aufgrund des Wachstums nun die Fundamente beispielsweise für stille Beteiligungen oder partiarische Darlehen legen.

Nun zu deinen Dienstleistungen. Was genau ist SalsUp und was bietet die Plattform?

Als erste digitale Matching-Plattform in der DACH-Region vernetzt SalsUp die cleversten Gründer mit dem Mittelstand und Sals Angels für maximalen Erfolg durch Collaboration. Start-ups generieren die passenden Vertriebskanäle für ihr Geschäftsmodell und sichern sich das nötige Kapital. Mittelstand und Sals Angels erhalten Zugang zu innovativen Produkten und Technologien und treiben so die Digitalisierung in ihrem Unternehmen voran.

Mittelständische Unternehmen müssen nicht selbst zeitintensiv die besten Start-ups scouten, sondern finden eine vorselektierte Auswahl auf unserer Plattform. Zeitintensive Besuche von Pitch-Veranstaltungen und der kostenintensive Aufbau einer eigenen Innovationsabteilung werden hinfällig. Denn auf SalsUp ist DIE vorselektierte Database für den Mittelstand 24/7 von überall erreichbar und einsehbar.

Gespeicherte Suchen und die Möglichkeit, sich Ergebnisse per Push-Nachricht schicken zu lassen oder als Sedcard exportieren zu können, bedeuten minimalen Aufwand und garantiern einen schnellen Start und eine produktive Umsetzung. Außerdem investieren Unternehmen und Business Angels mit dem SalsUp Investment-Fonds in ausgewählte Start-ups und minimieren so ihr Risiko.

Wer ist die Zielgruppe?

Es gibt zwei Seiten, die wir auf SalsUp verbinden wollen, damit diese durch Collaboration noch erfolgreicher werden: Start-ups (Post Seed) auf der einen und mittelständische Unternehmen (<1 Milliarde Umsatz) und private Vertriebs- und Netzwerkprofis und Business Angels auf der anderen Seite.

Wie machst du marketingtechnisch auf dich und SalsUp aufmerksam?

Wir verfolgen einen Multi-Channel-Ansatz, das bedeutet, wir erreichen unsere Zielgruppen auf verschiedenen Kanälen, online und offline, und erzählen dort, aufeinander aufbauend, von unserer Vision. Beispiele sind klassische Fachmedien und Pressearbeit, Online-Marketing und Zusammenarbeit mit Mediapartnern, der baldige Start unseres Newsletters oder die Teilnahme an fremden und die Durchführung eigener (Online)-Events. Wichtig ist uns, stets das „Why“ zu kommunizieren, also warum wir das tun, und den Nutzen für die jeweilige Zielgruppe genau zu erklären.

Wie hebt sich SalsUp von anderen Matching-Angeboten ab?

Mit SalsUp ist nicht nur die erste volldigitale Matching-Plattform ans Netz gegangen, sondern wir bringen ein bestehendes, exklusives Netzwerk aus über 15.000 Mittelständlern durch Partner mit, u.a. den Senat der Wirtschaft in D und Ö bzw. die Weltmarktführer.

SalsUp ist die erste und einzige Matching-Plattform, auf der der Matching-Prozess zu hundert Prozent digital abläuft. Start-ups finden hier Lösungen für ihre beiden größten Herausforderungen: Vertrieb und Kapitalbeschaffung. Der Mittelstand auf der anderen Seite bekommt proaktiven Zugang zu jungen, dynamischen und innovativen Unternehmen, ohne hohen Zeit- oder Kostenaufwand.

Beide Parteien können nach dem Abschluss des Onboardings ausgewählte Angaben des jeweils anderen sehen. Um immer den richtigen Gegenpart zu finden, ermöglichen Selektionen das schnelle Finden eines passenden Treffers. Außerdem wird man über Alerts und Push-Notifications jederzeit auf dem Laufenden gehalten.

Manchmal sagen wir hier zum Spaß: Wie eine Dating-Plattform, nur für Business.

Was sind deine weiteren unternehmerischen Vorhaben?

1. SalsUp in DACH groß machen, danach folgen Italien, England, Frankreich und Spanien mit der englischen Version, die wir 2020 noch bringen werden.
2. Unseren eigenen ersten Fonds SalsUp Select I 2021 im Frühjahr starten: Risiko für unsere Mittelständler minimieren und zeigen, wie ein Investment in Start-ups funktioniert. Teilnehmer sind 20 bis 30 Start-ups, die die Chance auf Tickets in Höhe von 350–500K bis max. 1 Mio. Euro haben.
3. SalsUp Marketplace für Start-ups und Mittelstand mit vielen verschiedenen Dienstleistungen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?

Die Idee in die Tat umsetzen, es gibt kein Scheitern! Gründen ist Passion und Erlebnis, wie im Profisport! So lange dran arbeiten, bis der Gründer bzw. die Gründerin auf dem Podest steht!

Hier geht's zu SalsUp

Das Interview führte Hans Luthardt

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