Nahe am Kunden

Erfolgreich verkaufen

Autor: Christian Kolb
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Je besser es gelingt, nahe am Kunden zu sein, umso eher wird man dem Risiko des Preisdumping entkommen. Die wichtigsten Strategien für ein kundenorientiertes Service-Konzept.

Während sich mittlere und große Unternehmen aufgrund ihrer eher statischen Strukturen oft schwer tun, individuell auf die Wünsche ihrer Kunden einzugehen, haben gerade junge Unternehmen die Chance, ihre Strukturen so zu gestalten, dass die Philosophie „Der Kunde ist König“ Wirklichkeit wird. Wem dies gelingt, der darf selbst in Zeiten abnehmender Kundenloyalität auf Wachstum hoffen. Die Zauberformel lautet Service mit Strategie. Dabei kommt es nicht auf den niedrigsten Preis an, sondern darauf, das für den Kunden beste Angebot herauszufinden.

Service schafft Unterschiede

Produktbesonderheiten und Warenqualität sind längst keine Garanten mehr für eine langfristige Geschäftsbeziehung. Das Vertrauen der Kunden muss durch ein das ganze Unternehmen durchziehendes Service-Qualitäts-Management erreicht werden. Im ersten Schritt müssen hierbei die konkreten Bedürfnisse der Kunden erkannt werden. Diese liegen nur oberflächlich gesehen im Kauf eines konkreten Produktes, bedeutend sind vielmehr die Faktoren Arbeitserleichterung, Genuss, Imagegewinn, Komfort oder Zeitersparnis.

Wie gut es dem einzelnen Unternehmen gelingt, diese Bedürfnisse mit bezahlbaren Produkten und Dienstleistungen zu bedienen und die Erwartungen der Kunden im Bestfall zu übertreffen, entscheidet darüber, wer in Zukunft erfolgreich ist. Die Arbeitsweise eines Unternehmens erleben Interessenten und Kunden nicht nur durch ihre eigenen Erfahrungen und Gespräche etwa mit Freunden, sondern zunehmend auch über das Internet im Austausch mit anderen Kunden. Die steigende Markttransparenz zeigt, wie wichtig es ist, sich bei der Gestaltung der Kundenbeziehungen auf die wirklich gewünschten Serviceangebote zu konzentrieren.

Mehr als ein Werbeargument

Wer sich die Werbung und die Internetauftritte von Unternehmen anschaut, stellt fest, dass fast jeder Anbieter versucht, die positive Ausstrahlung von „Service“ für seine Zwecke zu nutzen. Dabei sind manche Unternehmen auf den Gedanken verfallen, Leistungen, die früher selbstverständlicher Bestandteil des angebotenen Produktes waren, als zusätzlichen Service anzupreisen. Das einzige, was dies bewirkt, ist, dass Kunden umso aufmerksamer darauf achten, ob ein Versprechen gehalten wird und ob dies einen echten Mehrwert schafft. Wer Service nur als Mittel der Kommunikation begreift, wird es schwer haben langfristige Erfolge bei der Anbahnung, Entwicklung und Festigung von Kundenbeziehungen zu haben. Auch der Versuch, Service mit dem früher gebräuchlichen Begriff „Kundendienst“ gleichzusetzen, greift zu kurz. Wer Service als Wettbewerbsvorteil nutzen möchte, muss daher auf die Differenzierung und Personalisierung seiner Angebote achten.

Fragen Sie Ihre Kunden

Um Trends nicht zu verpassen, fragen Sie Ihre Kunden regelmäßig – am besten einmal im Jahr –, welchen Service diese erwarten oder sich wünschen. Erstellen Sie hierzu einen Fragebogen (eine DIN-A4-Seite), den man in weniger als fünf Minuten ausfüllen kann. Bitten Sie eine Reihe von Kunden (Neu-, Stamm- und Premiumkunden), den jeweils auf diese Gruppe abgestimmten Bogen auszufüllen. Bieten Sie als Anreiz ein kleines Geschenk oder die Teilnahme an einer Verlosung an. Die Antworten und die Kundendaten sollten nicht auf demselben Bogen erfasst werden, um eine Verzerrung der Ergebnisse zu vermeiden. Es ist sinnvoll, nach Trendaussagen wie „sehr wichtig“, „wichtig“ oder „weniger wichtig“ zu fragen. Die Ergebnisse, also die Antworten, bieten Ihnen eine gute Orientierung, in welche Richtung Sie künftig weiterdenken sollten.

Service beginnt vor dem Kauf …

Guter Service beginnt bereits vor dem Kauf und hilft dabei, die Kaufentscheidung zu treffen. Angeboten werden sollte nicht nur Unterstützung bei der Auswahl des optimalen Produktes, sondern – wenn gewünscht – auch eine umfassende Information über die Stärken und Schwächen des Produktes. In manchen Branchen ist auch ein unkomplizierter Finanzierungsservice wichtig. Wer in der Vorkaufphase erfolgreich sein möchte, muss sich daher selbst und seine Mitarbeiter schulen, um die zum Teil versteckten Signale der Kunden wahrzunehmen und auf diese reagieren zu können. Denn während zum Beispiel im Internet oft nur eine anonyme und standardisierte Information angeboten wird, gewinnt am Telefon oder im persönlichen Gespräch die individuelle Beratung zunehmend an Bedeutung.

Bis heute verpasst ein Großteil der Unternehmen die Chance, potenzielle Kunden in der Verkaufsabsicht zu bestärken. Statt dem Kunden die Entscheidung zu erleichtern, wird viel zu oft versucht, Produkte zu verkaufen, statt Lösungen für die Bedürfnisse des Kunden zu finden. Gütesiegel und deutliche Serviceversprechen helfen in dieser ersten Phase, sich von anderen Wettbewerbern positiv abzuheben.

… und endet erst weit danach

Auch beim Kauf ist Service wesentlich für die Zufriedenheit des Kunden und für die Chance, später mit demselben erneut ins Geschäft zu kommen. Die unkomplizierte Abwicklung des Verkaufs steht dabei genauso im Mittelpunkt, wie die Verpackung, die Lieferung oder eine über die gesetzliche Gewährleistung hinaus erweiterte Garantie. Umfragen belegen, dass Neukunden in den ersten beiden Phasen großen Wert auf fundierte Informationen über die angebotenen Produkte und Dienstleistungen sowie auf eine angenehme Kommunikation legen. Bestandskunden hingegen wünschen sich eine schnelle und vereinfachte Abwicklung. Und es ist ihnen besonders wichtig, als Kunde und Mensch be- und geachtet zu werden.

Nach dem Kauf zeigt sich für viele Kunden, ob Unternehmen das Thema Service ernst nehmen: sei es im Umgang mit Reparaturen oder Inspektionen, bei Rückfragen und selbst bei einfachen Dingen wie der unkomplizierten Änderung von Kundendaten oder der Zubehörbestellung. Selbstverständlich muss man genau überlegen, welche Leistungen im Preis des Grundproduktes bereits enthalten sind und für welche Leistungen Kunden bereit sind, zusätzlich zu bezahlen. Doch auch in dem für den Kunden kostenfreien Bereich sollte man nicht nur selbstverständliche Pflicht-Services, sondern vor allem auch Kür-Services anbieten.

Um zu erkennen, was in welche Gruppe gehört, bieten sich regelmäßige Gespräche mit Kunden an. Denn nur wenn ein einheitliches Serviceverständnis zwischen Unternehmen und Kunden herrscht, besteht die Grundlage für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung. Das Serviceverständnis der Kunden sollte regelmäßig neu erhoben werden, denn durch Änderungen bei Mitbewerbern können früher als Extra empfundene Services plötzlich zur Selbstverständlichkeit geworden sein.

5 Tipps, mit denen Kund*innen treu bleiben

Wie du in schwierigen Zeiten sinnvoll mit deinen Kund*innen kommunizierst und welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Schwierige Zeiten erfordern besondere Maßnahmen - das gilt auch für Klein- und Kleinstunternehmen. Eine Maßnahme, sich auf die Auswirkungen der Inflation vorzubereiten, sind Preiserhöhungen. Nicht unbedingt populär und möglicherweise mit Unzufriedenheit seitens der Kundschaft verbunden. Um zu verhindern, dass Bestands- und Neukund*innen unzufrieden sind, ist es gerade für Start-ups essentiell, ihre Loyalität nachhaltig zu stärken.

Eine aktuelle GoDaddy-Umfrage ergab, dass kleine Unternehmen das Beziehungsmanagement mit ihren Kund*innen während der Pandemie als nicht so wichtig erachteten. So gaben 65 Prozent der Befragten an, keine Customer-Relationship-Management Software (CRM) zu nutzen. Wie Sie in schwierigen Zeiten sinnvoll mit Ihren Kund*innen kommunizieren und welche Maßnahmen für dich sinnvoll sind, liest du hier.

Sei ehrlich zu deinen Kund*innen

Dass sich Kund*innen nicht über eine Preiserhöhung freuen, ist logisch. Gehe deshalb transparent damit um, dass auch dein Unternehmen von der aktuellen Wirtschaftslage nicht unbeeinflusst bleibt. So bildest du eine vertrauenswürdige Grundlage, um mit deinen Kund*innen in Kontakt zu treten. Dies tust du am besten über die Website des Unternehmens und über die Social-Media-Kanäle. So vermeidest du überraschte Kund*innen, die vor vollendete Tatsachen gestellt werden, ohne den Grund für die Preiserhöhung zu kennen und zu verstehen.

Verbessere dein Angebot

Auch wenn es sich zuerst widersprüchlich anhören mag: Auch nach einer Maßnahme wie einer Preiserhöhung kann man sein Angebot kosteneffizient verbessern. Beispielsweise kannst du jedem Kauf ein kostenloses Geschenk, eine Grußkarte oder einen Rabattcoupon beilegen. Eine Kooperation mit einem anderen Unternehmen kann ebenfalls sinnvoll sein, beispielsweise wenn du Rabattcodes austauschst. Mit einem nachgebesserten Angebot belohnst du deine Kundschaft für ihre Treue und kannst potenzielle Neukund*innen gewinnen - eine klassische Win-Win-Situation also.

Pflege eine persönliche Beziehung zum/zur Kund*in

Durch eine persönliche Bindung hebst du dich von deiner Konkurrenz ab. Insbesondere für kleine Unternehmen ist dies eine gute Möglichkeit, sich online gegenüber größeren Unternehmen abzusetzen. Eine fachkundige und freundliche Beratung mit einem echten Menschen ist immer mehr wert als eine Unterhaltung mit einem Bot auf einer Website. Kund*innen schätzen soziale Interaktion, auch im E-Commerce! Zudem ist direktes Feedback essentiell: Nimm dir Kritik zu Herzen und bitte stets um Rückmeldung. So verbesserst du das Kauferlebnis der Kundschaft, gleichzeitig fühlt sich diese gehört und verstanden.

Halte deine Website Up-to-Date

Feedback der Kundschaft lässt sich ebenso über deine Onlinekanäle einholen. Pflege den Austausch über die Kommentarfunktion mit deiner Community und moderiere Diskussionen.

Über deine Website und Social-Media-Kanäle kannst du deine Kund*innen auf aktuelle Umstände hinweisen. Außerdem kannst du dein Fachwissen in regelmäßig erscheinendem Content, z.B. auf deinem Blog, an die Kundschaft weitergeben. Dies hat den Vorteil, dass du Kund*innen durch das neu erlangte Wissen zu einem weiteren Kauf anregst, über den diese vorher gar nicht nachgedacht haben.

Deine Website sollte das Image deines Unternehmens wiedergeben. Nach und nach wird sich dein Unternehmen wandeln, die Website muss eventuell ab einem gewissen Punkt nachbearbeitet werden. In der GoDaddy-Umfrage gaben 55 Prozent der Kleinunternehmer*innen an, mehr Geld in die Bereiche Online-Vertrieb und -Marketing investieren zu wollen. Dies unterstreicht die steigende Relevanz der Online-Dienste eines jeden modernen Unternehmens.

Transparenz als Schlüssel

Manchmal ist es unabdingbar, die Preise zu erhöhen. Wichtig ist aber, wie so oft im Leben, dass man dies mit allen betroffenen Menschen kommuniziert. Dabei ist es essentiell, transparent und offen mit der Thematik umzugehen. Eine nette, soziale Interaktion sowie gut betreute Online-Kanäle sind elementare Werkzeuge eines Unternehmens. Diese gilt es zu benutzen, um das Band zwischen Kund*innen und Marke zu stärken – und so den Grundstein zu legen, dass diese auch in schwierigen Zeiten treu bleiben.

Die Autorin Alexandra Anderson ist Marketing Director Germany bei GoDaddy und seit mehr als zehn Jahren als Marketingexpertin in der IT-Branche tätig. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Digitalisierung von Mikro- und Kleinunternehmern.

Humor in der Werbung

Humor ist ein mächtiges Marketinginstrument. Aber Vorsicht! Der Einsatz ist nicht ohne Risiko.

Bis zu 3000 Werbebotschaften täglich. Im Fernsehen, im Radio, im Internet, auf Plakaten – 3000 Produkte, jeden Tag. Und wie reagieren wir Verbraucher*innen? Wie entscheiden wir, welches Fahrrad, welches Weiterbildungsangebot, welcher Sneaker es sein soll, wenn Produkt und Qualität ähnlich sind? Vielleicht gibt ein Lachen den Ausschlag. Humor ist ein mächtiges Marketinginstrument. Aber Vorsicht! Der Einsatz ist nicht ohne Risiko.

Lachen ist entscheidend

Humorvoller Content ist ein Hauptgrund dafür, dass Menschen einem Unternehmen bei Social-Media folgen. Laut einer amerikanischen Studie sind „lustige und interessante Inhalte“ das drittwichtigste Kriterium für die Entscheidung. Etwas wichtiger sind nur noch Informationen zu Produkt oder Interessengebiet (Boston digital 2020). In Deutschland wurden im vergangenen Jahr die vermarktbaren TikTok-Profile nach Inhalten untersucht. Das Ergebnis: 67 Prozent drehten sich um Alltagsinhalte, 31 Prozent waren humorvoll. Platz 2 für den Humor.

Wir alle lachen gern. Lachen entspannt. Wir sehen gern Komö­dien, Comedy, Kabarett, witzige Videos. Lächeln gehört zu den ersten Dingen, die wir als Babys lernen. Lachen tut gut. Deshalb ist Humor als Marketinginstrument so mächtig. Oder, wie der legendäre Schauspieler Peter Ustinov einmal sagte: „Humor ist einfach eine komische Art ernst zu sein.“

Aber wann ist Humor geschäftsfördernd und wann nicht? Die Kunst besteht darin, Produktinformation geschickt mit Witz zu verbinden. Informieren kann jede(r), mit Humor verkaufen nur wenige. Wenn es mit der Kombination klappt, kann sie zum Alleinstellungsmerkmal für mein Unternehmen oder mein Produkt werden.

Humor-Spektrum: Familiarität vs. Überraschung

Humor befindet sich auf dem Spektrum zwischen Familiarität und Überraschung. Das bedeutet: Menschen lachen nur über Dinge, zu denen sie bereits einen Bezug haben. Menschen brauchen einen Anknüpfungspunkt, der für sie relevant ist und einen Aspekt ihres Alltags schildert, den sie auf sehr intime Weise bereits kennen bzw. erlebt haben. Eigentlich logisch: Menschen können nur über Dinge lachen, die sie verstehen. Aber damit die Menschen wirklich lachen, reicht die Familiarität nicht aus.

Humor lebt von Überraschung. Humor lebt vom Aufzeigen einer neuen Perspektive. Stand-up Comedians und Kabarettist*innen machen nichts anderes: Sie nehmen Dinge aus dem Alltag, die jede(r) kennt (Anknüpfungspunkt) und betrachten und kommentieren diese Dinge auf unkonventionelle Weise, die dem Publikum eine neue Perspektive aufzeigt.

No-Gos beim Einsatz von Humor

Direkt, subtil, frech, provokant – (fast) alles ist in Sachen Humor erlaubt. Wo ist die Grenze? Aggressivität und die Herabsetzung oder Verletzung anderer sind No-Gos. In der Fachsprache: negativer Humor. Von der moralischen Seite abgesehen, riskiert ein Unternehmen mit negativem Humor einen riesigen Shitstorm und einen mindestens ebenso großen Imageschaden. Wer will das schon?

Ich lache lieber über die Werbung eines Unternehmens, das sich über sich selbst und seine Schwächen lustig macht, als über die Schwächen anderer. In Deutschland ist eine der erfolgreichsten Marketingkampagnen mit Witz jene der Berliner Verkehrsbetriebe (#WeilWirDichLieben/BVG). Unter dem Motto/Slogan: „Ihr wünscht euch doch immer mehr Reinigung in der U-Bahn.“ wurden einfach frisch gereinigte Hemden auf Bügeln an die Handläufe in den Wagen gehängt.

Humor für die eigene Marke

Das funktioniert nicht nur bei großen Unternehmen, sondern auch bei kleinen und mittleren. Auch dein Personal Branding kann humorvoll sein. Beispiel gefällig?

Der Quotenchinese. Das bin ich. Als ich mich mit Beginn der Pandemie neu erfunden habe – ich wurde selbständiger Copywriter – wollte ich Aufmerksamkeit. Und zwar schnell. Kleines Problem: Niemand kannte mich. Für meine Zielgruppe war Copywriting ein Fremdwort. Auf meinem Konto herrschte Ebbe – milde ausgedrückt. An bezahlte Werbung war nicht zu denken. Wie sollte ich also schnell eine hohe Reichweite bekommen? Wie Kund*innen anziehen? Wie mein Konto ausgleichen? Die Lösung: Ich nenne mich Quotenchinese. Aber ich bin kein Chinese. Hä?

Die Lehre von der Inkongruenz

Wäre ich Wissenschaftler, würde ich es so erklären: Humor bedarf einer Form der Inkongruenz. Es wird eine Erwartung erzeugt, die aber in dieser Form so nicht eintritt. Nun ist die Voraussetzung für eine erheiternde Reaktion geschaffen, welche von Lachen unterstützt wird.

Zum Glück bin ich Copywriter. Also: Humor ist, wenn ich Dinge zusammenbringe, die eigentlich nicht zusammen­passen und Leute das witzig finden. In meinem Fall also der Chinese als Kind koreanischer Eltern und gebürtiger Wiener. Übrigens: Ich kann mit meiner Herkunft kokettieren, weil ich tatsächlich asiatische Wurzeln habe. Ich mache Witze auf meine Kosten, nicht auf die anderer.

Vielen Leuten gefällt, was ich tue, sie mögen den Widerspruch, die Abweichung von der Norm. Die erste Reaktion ist Überraschung, die zweite ein Schmunzeln. Widersprüche führen oft zu einem Schmunzeln oder Lacher. Aus diesem Grund ist mein Branding auch komplett in ein kräftiges Pink getaucht – ungewöhnlich für einen Kerl. Die Botschaft: Der ist anders, der ist lustig.

Besser „Glaub mir“ als „Kauf mich“

Bei allem, was ich im Marketing tue, darf eines nicht verlorengehen: die Glaubwürdigkeit der Botschaft. Werbung oder Marketingmaßnahme müssen zum Produkt passen. Vor allem im digitalen Bereich hat die klassische Werbung mittlerweile ein Problem: Die gute alte Kauf-mich-Botschaft erreicht die Verbraucher*innen nicht mehr – Stichwort Werbeblocker – oder sie reicht ihnen nicht. Statt einem „Kauf mich“ brauchen und wollen sie ein „Glaub mir“. Die Bedeutung von Content Marketing mit journalistisch wirkenden und relevanten Inhalten wird immer wichtiger. Humorvoll darf es trotzdem sein. Bei allem, was Werbetreibende egal wo tun, geht es um Abgrenzung von der Konkurrenz. Natürlich dient auch das mächtige Marketinginstrument Humor diesem Gott – Zeit, über Vampire zu sprechen.

Der Vampir-Effekt

Gute Werbung bleibt lange im Gedächtnis. Am besten wird reichlich darüber geredet: auf der Straße, in der Kneipe, beim Warten auf den Bus. Deine witzige Werbung ist in aller Munde.Klingt gut? Ist auch gut. Vorausgesetzt, die Leute haben über die witzige Werbung nicht das Produkt vergessen. Das wäre dann der sogenannte Vampir-Effekt. Der Witz saugt die Werbewirkung für die beworbene Marke auf. Merke: Immer auch das Produkt in Szene setzen.

Humor hat viele Nuancen

Der Einsatz von Humor für Unternehmen und Marken ist noch aus einem anderen Grund ein Risiko. Nicht jeder Witz kommt gut an. Um Kritik zu ernten, muss es nicht gleich der Schritt in die No-Go-Area sein. Manchmal reicht es, die Grenze des guten Geschmacks auszureizen. Gerade schwarzer Humor ist nicht ohne. Hier noch ein Beispiel aus der Bundeshauptstadt. In einem U-Bahnhof wurde den Wartenden ein über den Gleisen positioniertes Plakat mit der Werbung eines Bestatters präsentiert. Auf dem Plakat war zu lesen: "Kommen Sie doch näher." Darunter befand sich die Anschrift des Bestatters.

Witzig? Ansichtssache. Der deutsche Werberat kritisierte es als Aufforderung zum Selbstmord. Das Unternehmen meldete, bei den meisten Menschen sei das Plakat am U-Bahngleis gut angekommen. Die Zahl der mehr verkauften Särge ist nicht bekannt.

Jedes Unternehmen muss selbst entscheiden, welches Risiko es eingehen will, wenn es Humor im Marketing einsetzt. Ich glaube, Witz in der Werbung kann für fast jedes Unternehmen gesund sein. Gesund? Aber ja. Wie ich zu sagen pflege: Bring die Menschen zum Schmunzeln, dann öffnest du Herzen und Geldbörsen. Und was könnte gesünder für ein Unternehmen sein als die geöffneten Börsen der Kundschaft?

Der Autor Stephan Park ist einer der bekanntesten Copywriter im deutschsprachigen Raum. Als Texter, Dozent, Coach und Speaker will er Copywriting als Marketingdisziplin bekannter machen.

Welche Arten von Werbeagenturen gibt es in Deutschland?

Die Wahl einer Werbeagentur ist eine wichtige Entscheidung, denn sie beeinflusst nicht nur die Qualität der Werbemittel, sondern auch den Preis. In diesem Artikel stellen wir die verschiedenen Arten von Werbeagenturen in Deutschland vor.

Werbeagentur - was ist das eigentlich?

Bei einer Werbeagentur handelt es sich um einen Dienstleister, der Unternehmen bei der Planung und Umsetzung ihrer Werbekampagnen unterstützt. In Deutschland gibt es verschiedene Arten von Werbeagenturen, die sich in ihrer Größe, ihrer Ausrichtung und ihren Leistungen unterscheiden. Die meisten Werbeagenturen bieten ihren Kunden eine Vielzahl an unterschiedlichen Dienstleistungen, von der Konzeption und Planung bis hin zur Umsetzung und Verwaltung der Kampagnen. Einige Agenturen haben sich jedoch auf bestimmte Bereiche spezialisiert, wie zum Beispiel Online-, TV- oder Print-Werbung.

Die Wahl der richtigen Werbeagentur ist für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da eine gute Agentur einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Werbekampagnen leisten kann. Um die richtige Agentur für Ihr Unternehmen zu finden, sollten Sie sich zunächst überlegen, welche Art von Unterstützung Sie benötigen. Anschließend können Sie die Agenturen in Ihrer Region unter werbeagentur.de vergleichen und diejenige auswählen, die am besten zu Ihren Anforderungen und Zielen passt.

Die wichtigsten Arten von Werbeagenturen im Überblick

PR-Agentur

Eine PR-Agentur ist eine Agentur, die sich auf die Planung und Implementierung von PR-Aktivitäten spezialisiert. In Deutschland gibt es verschiedene Arten von PR-Agenturen, die sich vor allem in der Größe, dem Leistungsangebot und dem Preisniveau unterscheiden. Die Auswahl einer PR-Agentur sollte daher sorgfältig erfolgen, damit die PR-Aktivitäten effektiv sind und die erwarteten Ergebnisse möglichst gut erzielt werden.

Webagentur

Eine Webagentur ist eine Werbeagentur, die sich auf die Erstellung und den Betrieb von Websites und digitalen Inhalten fokussiert. Die Agentur übernimmt die Planung, Konzeption und Umsetzung der Website sowie deren Wartung und Weiterentwicklung.

Die Leistungen einer Webagentur reichen von der Erstellung einer einfachen Homepage bis hin zu komplexen Web-Anwendungen. Viele Agenturen bieten auch Online-Marketing-Dienstleistungen an, wie zu, Beispiel:

  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Suchmaschinenwerbung (SEM)

Webagenturen gibt es in allen Größen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die meisten Agenturen haben jedoch einen breiten Leistungskatalog, der die meisten Bedürfnisse abdeckt.

Wenn Sie eine Website erstellen oder verbessern lassen möchten, sollten Sie sich an eine seriöse und erfahrene Webagentur wenden. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Agentur jedoch nicht nur auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch auf die Qualität der Arbeit und den Service.

Mediaagenturen

Mediaagenturen konzentrieren sich auf die Vermarktung eines Produktes oder einer Dienstleistung. Dies beinhaltet häufig die Schaltung von Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen sowie deren Organisation. Sie entwickeln Werbekampagnen für ihre Kunden, planen den Einsatz der Werbemaßnahmen und koordinieren die Umsetzung der Kampagnen. Darüber hinaus erfassen sie regelmäßig die Reaktion des Marktes auf die vermittelte Botschaft und geben diese Information an ihren Kunden weiter.

Agentur für Dialogmarketing

Dialogmarketing ist eine Form der Direktwerbung, die auf den direkten Austausch mit dem Kunden abzielt. Ziel des Dialogmarketings ist es, einen Dialog mit hauptsächlich neuen oder langjährigen Kunden über ein bestimmtes Angebot zu führen und so die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunde zu stärken. Durch den Dialog wird dem Kunden das Gefühl gegeben, dass er individuell angesprochen wird und seine Bedürfnisse ernst genommen werden. In der Regel findet das Dialogmarketing in Form von telefonischen Gesprächen, E-Mails oder Briefen statt, aber auch persönliche Treffen sind möglich.

Dialogmarketing-Agenturen spezialisieren sich auf die Planung und Implementierung dieser Marketingkampagnen. Ziel dieser Kampagnen ist es in der Regel, potenziellen Kunden ein Angebot zu unterbreiten oder sie für eine bestimmte Handlung zu motivieren. Dialogmarketing-Agenturen arbeiten daher häufig mit Call-Centern zusammen, um ihre Kampagnen durchzuführen.

Full-Service-Agentur

Eine Full-Service-Agentur ist eine Werbeagentur, die alle Aspekte der Werbung für ihre Kunden abdeckt. Dazu gehören die Planung, Erstellung, Produktion und Verbreitung von Werbematerialien. Diese Agenturen bieten ihren Kunden in der Regel ein komplettes Paket an Leistungen, von der strategischen Beratung bis hin zur Umsetzung.

Viele große Unternehmen arbeiten mit Full-Service-Agenturen zusammen, da sie die Ressourcen und das Know-how besitzen, um komplexe Werbekampagnen umzusetzen. Full-Service-Agenturen sind in der Lage, crossmediale Kampagnen zu entwickeln und zu verwirklichen, die auf verschiedenen Kanälen laufen. Durch ihre umfassenden Leistungen können diese Agenturen den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht werden und maßgeschneiderte Lösungen anbieten.

Kreativagentur

Bei einer Kreativagentur handelt es sich um eine Werbeagentur, die sich auf die kreative Seite der Werbung und des Marketings konzentriert. Dazu gehören die Ideenfindung, das Design und die Produktion von Werbematerialien.

Kreativagenturen arbeiten oft mit Kunden aus den Bereichen Unterhaltung, Mode, Kunst und Medien zusammen.

Die Arbeit einer Kreativagentur ist sehr abwechslungsreich. Sie müssen ständig neue Ideen entwickeln und kreative Lösungen finden. Dabei ist es wichtig, dass die Ideen auch umgesetzt werden können. Oft müssen Kreativagenturen auch enge Fristen einhalten.

Kreativagenturen sind in der Regel sehr teamorientiert. Die Mitarbeiter müssen gut zusammenarbeiten, um erfolgreich zu sein. Kreativität ist hier natürlich Trumpf. Die besten Kreativagenturen haben oft einen sehr offenen Arbeitsstil, bei dem jeder seine Ideen einbringen kann.

Fazit

Es gibt verschiedene Arten von Werbeagenturen, die sich auf unterschiedliche Bereiche der Werbung spezialisieren. Die wichtigsten sind die digitale Webagentur, die Full-Service-Agentur, die PR-Agentur und die Kreativagentur. Jede dieser Agenturen hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Welche die richtige Agentur für Ihr Unternehmen ist, hängt daher von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Budget, den Zielen und dem Publikum.

SEO-Strategie mit Stockbildern und Videos

Fünf Tipps für eine erfolgreiche visuelle SEO-Strategie mit Stockbildern und Videos.

Beim Erstellen von Online Inhalten denken die wenigstens an die SEO-Strategie, dabei ist ein gutes SEO-Ranking Teil einer guten Online-Marketing-Strategie. Meist geht es dabei um Keywords, Content, Backlinks oder Metadaten. Obwohl all diese Dinge für die Suchmaschinenoptimierung wichtig sind, vergessen Verantwortliche oft, dass hochwertige Stockfotos und Stock-Videos ebenso unerlässliche Bestandteile sind, wenn es darum geht alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

68 Prozent der Online Experience startet mit der Suchmaschine. Eine kürzlich veröffentlichte Studie belegt, dass 61 Prozent der B2B-Entscheider*innen ihre Auswahlprozesse mit der Websuche beginnen, im Einzelhandel steigt die Zahl sogar auf 87 Prozent. Das übertrifft andere Kanäle, einschließlich Display und Social Media, bei weitem.

Mit drei von fünf Verbraucher*innen, die ihre Kaufentscheidungen auf der Grundlage der visuellen Darstellung einer Marke treffen, ist die richtige visuelle Darstellung für Unternehmen mehr als wichtig. Die Zeit und Arbeit, die wir für SEO aufwenden, sind entscheidend, um mit neuen Kund*innen in Kontakt zu treten. Die größte Herausforderung für Marken besteht jedoch darin, die Erkenntnisse zu verstehen und sie in tatsächliche Handlungsschritte umzuwandeln. Dies braucht es, um die Platzierungen von Websites, Inhalten, Apps, Produkten oder Unternehmens-Einträgen in Suchmaschinen wie Google, Bing und Yahoo! zu verbessern.

Die Optimierung von Bildern hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Viele Suchergebnisse enthalten jetzt Bilder oder erfordern sie sogar, damit du in den Ergebnissen erscheinst.

Diese fünf Tipps zur Verwendung von Stockfotos und Videos sorgen für eine bessere SEO.

Entscheide dich für authentisches und relevantes Bildmaterial

Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass Stockfotos und -videos nicht gut für die Suchmaschinenoptimierung sind, und dass Originalbilder erforderlich sind, um die Inhalte einer Marke zu ranken. Wenn es jedoch um SEO geht, sollte dein Bildmaterial - um deinen Kund*innen zu helfen, sich mit deiner Marke, den von dir erstellten Inhalten und deren Zielen zu identifizieren - dein erstes Auswahlkriterium sein.

Qualität und Größe der Bild und Video-Dateien sind entscheidend

Seit Mai 2022 enthalten mehr als 50 Prozent der Suchanfragen eine Bildgruppe oder ein Bilderkarussell in den organischen Suchergebnissen von Google. Diese Zahl hat sich allein in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht.

Verwende hochauflösendes Bildmaterial, das mindestens 1.200 Pixel (px) breit ist und ein Seitenverhältnis von 16x9, 4x3 oder 1x1 hat. Achte bei der Auswahl zudem darauf, dass die Datei nicht zu groß, aber auch nicht von zu geringer Qualität/Auflösung ist. Wenn dein Hero Image 500 px mal 400 px misst, solltest du kein Bild verwenden, das größer ist, sondern die Größe ändern oder ein Bild herunterladen, das dem beabsichtigten Verwendungsbereich entspricht.

Vergiss bei all den Bildern die Worte nicht

Achte darauf, dass Titel, Bildunterschriften, Dateinamen, Artikeltext und "ALT"-Text (alternativer Text) um das Bild herum und in dessen Nähe beschreibend sind. Verwende SEO-relevante Seitentitel und -inhalte, da diese in der Regel von Suchmaschinen genutzt werden, um die Seite zu beschreiben, auf der sich das Bild befindet, oder das Bild selbst, wenn es in der Google-Bildersuche erscheint.

Die gleichen Tipps gelten auch für Videos. Dein Content, die im Video gesagten Worte, sowie Titel und die Beschreibung tragen alle zu deinen Ranking-Ergebnissen bei. YouTube erstellt automatisch ein Transkript von dem, was du sagst, nicht nur für die Untertitel-Funktionen, sondern auch um zu verstehen, worum es in dem Video geht.

Verwende „strukturierte Daten“

Füge Seitenquelltext "strukturierte Daten" hinzu. Diese spiegeln die technische Darstellung der Metadaten des Bildmaterials wider, z.B. das Erstellungsdatum, den Aufnahmeort, den Dateinamen, ob es Teil eines anderen Elements auf der Seite ist, z.B. eines Produkts oder Rezepts. Bei Videos sind auch die Länge des Videos und andere "Schlüsselmomente" in diesem Bereich sehr wertvoll.

Bleibe datenorientiert

So wie du Google Trends für deine SEO-Schlüsselwörter und Inhalte verwendest, solltest du auch bei der Auswahl deiner Themen und Bilder einen datengestützten Ansatz verfolgen. Für die Untersuchung von Nutzerinteressen und Trends bei visuellen Inhalten gibt es VisualGPS Insights.

Das Tool untersucht über verschiedene Zeiträume hinweg das Nutzer*inneninteresse an Begriffen und Phrasen nach Branche oder Region. VisualGPS Insights stützt sich auf Daten aus Millionen von Benutzer*innensuchen bei Getty Images und iStock und übersetzt diese in relevante, umsetzbare Erkenntnisse, die in leicht verständlichen Diagrammen und Grafiken zugänglich gemacht werden.

Aus SEO-Sicht bedeutet dies, dass Sie bestimmte Suchbegriffe und Phrasen entdecken und untersuchen können, wie sich das Interesse der Benutzer*innen je nach Branche oder Region innerhalb eines bestimmten Zeitraums entwickelt. VisualGPS Insights zeigt verwandte Wörter und Phrasen auf und hilft dir damit, dich auf genau die Begriffe konzentrieren zu können, die innerhalb dieses Segments verwendet werden, um nach einem Konzept zu suchen.

Je mehr Daten du über die spezifischen Nuancen finden kannst, die dein Zielsegment erwartet, desto besser bist du darauf vorbereitet, interessante Inhalte zu liefern.

Der Autor ist Matthew O’Such, VP of SEO bei iStock, einer führenden E-Commerce-Plattform, die Premium-Inhalte für, KMU, Kreative und Studenten anbietet.

Technisches SEO: Das Zusammenspiel zwischen Webmaster und SEO-Spezialist

Technisches SEO beschreibt verschiedenste Maßnahmen, die im Bereich der Website getroffen werden können, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

Bei technischem SEO handelt es sich um einen Teilbereich der Suchmaschinenoptimierung. Dabei kommt es zu einer engen Zusammenarbeit zwischen dem SEO-Spezialisten und dem Webmaster. Denn technisches SEO sorgt dafür, dass Suchmaschinen die Website crawlen und indexieren können. Diese Maßnahme greift auch in das Fundament der Seite ein und sorgt dafür, dass weitere SEO-Optimierungen im Onpage-Bereich erfolgen können.

Die Analyse folgt durch den SEO-Profi

Der Spezialist Noah Lutz für die Suchmaschinenoptimierung analysiert deine Website und überprüft diese in Hinsicht auf Möglichkeiten zur technischen Suchmaschinenoptimierung. Der SEO-Experte sammelt die Ergebnisse und legt sie dir als Kunden im Anschluss vor. Doch die direkte Umsetzung ist hier oft nur beschränkt möglich.

Die Änderungen nimmt der Webmaster vor

Denn volle Zugriffsrechte auf das Fundament einer Website hat oft nur der Webmaster. Dieser kann jegliche Änderungen an deiner Website vornehmen und auch in Basiselemente wie die URL eingreifen. Daher kommt es hier zu einer Schnittstelle zwischen dem SEO-Profi, der eine Analyse vornimmt und Verbesserungsvorschläge formuliert und dem Webmaster, der diese Änderungen dann umsetzt.

Die enge Zusammenarbeit ist entscheidend

Damit die Arbeit des SEO-Profis hier Früchte tragen kann, ist das Zusammenspiel zwischen Webmaster und SEO-Spezialist sehr wichtig. Wenn du als Kunde technische SEO-Maßnahmen durchführen lässt, solltest du den Webmaster mit einbeziehen und diesen mit dem Profi vertraut machen. So kann sichergestellt werden, dass so wenige Personen wie möglich involviert sind. Wenn du hier eine weitere Schnittstelle einschaltest und beispielsweise als Marketing-Leiter oder Unternehmenschef an den Webmaster berichtest, können Unklarheiten entstehen oder wichtige Analysedetails gar verloren gehen. In einem persönlichen Gespräch zwischen Webmaster und SEO-Profi können die Kenntnisse aus der technischen SEO-Optimierung besprochen und umgesetzt werden. Die Kommunikation und die Zusammenarbeit sorgen hier für den sichtbaren Erfolg der Maßnahmen.

Was wird bei technischem SEO gemacht?

Technisches SEO beschreibt verschiedenste Maßnahmen, die im Bereich der Website getroffen werden können, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Wir haben dir die wichtigsten Maßnahmen zur Optimierung im Bereich des technischen SEO zusammengefasst.

URL optimieren

Bereits die URL einer Website hat Bedeutung für das Ranking bei Google und Co. Die URL muss möglichst kurz gehalten werden, darf aber auch nicht zu vage sein. Der Nutzer muss wissen, was ihn erwartet. Um eine URL zu optimieren, werden vom Profi unter anderem folgende Punkte betrachtet.

  • Ist die URL zu kurz oder zu lang?
  • Die Nutzung des Focus-Keywords
  • Vermeidung von Keyword-Spamming
  • Ist die URL beschreibend oder vage?

Struktur der Webseite überprüfen

Die Struktur einer Website ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie übersichtlich und benutzerfreundlich eine Website gestaltet ist. Generell gilt, dass Nutzer länger auf deiner Seite bleiben, wenn sie sich gut zurechtfinden. Das beeinflusst wiederum das Google-Ranking. Daher ist es wichtig, dass die Struktur von einem SEO-Profi analysiert wird. Auch hier werden wieder spezielle Fragen vom Experten gestellt, um eine Analyse möglich zu machen.

  • Ist die Seite intuitiv aufgebaut?
  • Lässt sich die Navigation einfach durchführen?
  • Sind zu viele Unterseiten vorhanden?

Planung von Breadcrumb-Menüs

Im Zuge der technischen Suchmaschinenoptimierung werden auch Breadcrumb-Menüs angelegt oder überarbeitet. Durch diese Menüs können Nutzer schnell zu einer anderen Seite zurückkehren, ohne dabei viele Klicks machen zu müssen. Breadcrumb-Menüs helfen auch Suchmaschinen, um sich auf der Website zurechtzufinden.

Mit einer technischen SEO-Analyse lernst du wichtige Optimierungsmöglichkeiten für deine Website kennen, um das Ranking bei Google und Co. zu erhöhen. Wichtig ist, dass Webmaster und der SEO-Profi eng zusammenarbeiten, um die Maßnahmen dann auch umsetzen zu können.

Fünf fatale Fehler im Kund*innengespräch

Was tun, wenn Gespräche mit Kund*innen nicht so laufen wie gewünscht? Wir zeigen die größten Stolpersteine und Auswege.

„Gutes Gespräch“ – das hören diejenigen, die mit Kund*innen umgehen, immer gern. Sei es der/die Verkäufer*in, Vertriebler*in oder Geschäftsführer*in höchstpersönlich, eine gute und erfolgreiche Kommunikation mit Kund*innen bringt Aufträge, Verkäufe und sichert so den Bestand und den Umsatz. Doch was, wenn Gespräche nicht so laufen wie gewünscht?

„Gute Rhetorik und Gesprächsführung ist gar nicht so einfach, denn in einem Gespräch gibt es mit dem/der Gesprächspartner*in immer eine unbekannte Persönlichkeit und somit einen manchmal schwer einzuschätzenden Spiegel“, weiß Oliver Kerner, Vertriebstrainer, Speaker und Coach aus Bremen sowie Gründer von OK-Training. Im Folgenden zeigt er, was die fünf größten Fehler sind.

Fehler 1: Bitte ziehe die 08/15

Der größte Fehler, den man überhaupt machen kann, ist, jedes Gespräch gleich zu führen. Wer seinen Kund*innen als 08/15-Person betrachtet und nicht individuell auf den Charakter, die Wünsche oder Ähnliches eingeht, wird keine gute Kommunikation aufbauen können. Dabei geht es mitunter gar nicht so sehr um die inhaltlichen Fakten, die zu besprechen sind, sondern sogar sehr oft um die zwischenmenschliche Basis. Selbstverständlich wird an dieser Stelle immer wieder hervorgehoben, dass eine gute Vorbereitung das halbe Kund*innengespräch sei. Doch das ist eben auch nur die halbe Wahrheit. Empathie, Flexibilität und aufrichtiges Interesse sind hier die andere Hälfte. Denn es kann am Ende zu nichts führen, sich hervorragend vorzubereiten, wenn man im Gespräch nicht merkt, dass der/die Kund*in kommunikativ in eine ganz andere Richtung läuft, angenommene Stereotype gar nicht bedient oder gar kritisch reagiert.

Fehler 2: Weg und Ziel verlieren

Nun kann es passieren, dass das Gespräch zwar sehr gut verläuft, eine angenehme Atmosphäre entsteht, doch der/die Kund*in trotzdem nicht kauft oder unterzeichnet oder wiederkommt. Dann wurden entweder zu viel Information gegeben, zu wenig oder der Kunde wurde mit unwichtigem Small Talk vernebelt. Zu viel Small Talk und zu wenig Information lassen Kund*innen am Ende eines Gesprächs oft ohne Klarheit darüber zurück, ob das Produkt oder der Service ihre Bedürfnisse auch erfüllt. Zu viel Information ist insbesondere dann nicht ratsam, wenn es um Aspekte geht, die potenziellen Kund*innen als wertvolle Ratschläge dienen können. Dies ist oft der Fall, wenn es um Dienstleistungen wie Handwerksarbeiten, Reparaturen oder Persönlichkeitsbildung geht. Wer hier schon bei der Beratung zu viel wertvolles Know-how preisgibt, erteilt mitunter eine kostenlose Lehrstunde.

Fehler 3: Gegenwind ignorieren

Nun findet so ein Kund*innengespräch selten als Monolog statt. Spätestens, wenn Verkäufer*innen, Vertriebler*innen oder Geschäftsführer*innen ihre Präsentation oder den Einstieg beendet haben, kommt der/die Kund*in zu Wort – und das kann Gegenwind bedeuten. Kritik, Skepsis, auf den Zahn fühlen oder einfach Veto aus Prinzip sind gängige Methoden, um vor allem den Preis zu drücken oder weitere Leistungen oder Zusätze einzuhandeln. Natürlich möchte die Verkaufsseite solche Hürden schnell überwinden, doch ist es ratsam, sehr genau, objektiv und individuell auf diese Punkte einzugehen. Gerade bei kritischen Nachfragen von Kund*innen können schlagkräftige Argumente oder auch einmal ein Zugeständnis einer eigentlich nicht möglichen Leistung besonders positiv aufgenommen werden, sofern sie logisch und sachlich vorgebracht werden. Hier liegt ein enormes Potenzial, den Trust-Faktor zu festigen, und dabei geht es gar nicht darum, dem Kunden immer nach dem Mund zu reden. Vielmehr geht es hier um sympathische Authentizität und Menschlichkeit. Abschlüsse können auch stattfinden, obwohl das Produkt oder die Dienstleistung nicht alle Anforderungen abdeckt, wenn die Kommunikationsebene zwischen Verkäufer*in und Kund*in stimmt.

Fehler 4: Schlechte Rahmenbedingungen

Kund*innen warten zu lassen, den Kanal oder Ort unpassend zum Gesprächsthema zu wählen oder häufige Unterbrechungen während des Gesprächs zählen zu den formalen Fehlern, die in einem Kund*innentermin gemacht werden können. Der Rahmen muss dem Gespräch angemessen sein. Eine sensible Thematik sollte „face to face“ in einer ruhigen Umgebung ohne Unterbrechungen behandelt werden, Nachbesprechungen oder -verhandlungen zu einer bereits vorgestellten Dienstleistung können ruhig auch einmal über Telefon erfolgen. Grundsätzlich ist bei Vor-Ort-Treffen auf eine ordentliche und ansprechende Umgebung zu achten, das gilt auch für Kleidung und Gemütszustand. Wer von Termin zu Termin hetzt, wird dies auf sein Gegenüber ausstrahlen und macht ihn/sie damit wieder zu einer Nummer unter, offensichtlich, zu vielen.

Fehler 5: Lernresistent sein

Den schlimmsten Fehler machen viele jedoch, indem sie die gleichen Fehler in Gesprächen immer wieder machen. Diese Lernresistenz hat oft eine von sich sehr stark überzeugte Persönlichkeit als Hintergrund. In einem Kund*innengespräch geht es nie um die Belange, Persönlichkeit oder Darstellung des/der Gesprächsführer*in, sondern stets um die Belange, den Bedarf und die Unsicherheiten des/der Kund*in. Wenn also eine Gesprächsstrategie nicht funktioniert, ist nicht der/die Kund*in das Problem, sondern immer die Strategie – hier muss dann angesetzt und optimiert werden.

So wichtig ist gutes Online-Marketing für Start-ups

Das Internet ist ein Raum grandioser Möglichkeiten. Durch Online-Marketing schöpfen Start-ups diese Potenziale bestmöglich ab. Die wichtigsten Basics und To Do’s.

Start-ups werden meist von jungen und innovativen Unternehmern geführt, die als digital natives die Schätze, die das Internet für die Vermarktung und Kund*innengewinnung bereithält, zu würdigen wissen. Die Erreichbarkeit, die sich im Internet entfalten lässt, ist immens. Hinzu kommt, dass die Kosten für Online-Marketing nur einen winzigen Bruchteil dessen betragen, was für das traditionelle Offline-Marketing üblich ist. Auf diese Weise kann durch zielgerichtete Investitionen eine ähnliche Hebelwirkung erzielt werden wie durch die Anstellung neuer Arbeitskräfte. Im Endeffekt ist der ROI unglaublich effektiv.

Die Bedeutung von Online-Marketing

Marketing umfasst sämtliche Aktionen, die der Gewinnung von Kund*innen dienen. Beim Online-Marketing erstrecken sich diese Aktionen ausschließlich auf das Internet. Da das Internet, wie Theodor Fontane sagen würde, ein „weites Feld“ ist, sind die Maßnahmen entsprechend vielfältig. Das Leitziel der Absatzsteigerung unterteilt sich in mehrere Teilziele (Leads), zu denen die Steigerung des Traffics, Erhöhung der Sichtbarkeit, Verbesserung der Conversion-Rate und eine breite Verankerung in den sozialen Medien gehören.

Eine andere Differenzierung besteht in der Subsumption der Etappenziele unter die Leitziele von Reichweite, Engagement und Transaktionen. So streben Start-ups viele Leser*innen an, die engagiert sind, indem sie das Angebot der eigenen Webseite aktiv nutzen. Die User*innen sollen außerdem viele Transaktionen tätigen, das heißt, sich anmelden, den Newsletter bestellen, einkaufen und zu Stammkund*innen werden. All diesen Zielen sind die Online-Marketing-Methoden verpflichtet.

Da Unternehmer*innen wie Start-ups sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren möchten und selten über eigene Expertise über alle Aspekte des Online-Marketings verfügen, nehmen viele Gründer*innen die Hilfe von Expert*innen in Anspruch. Die Spezialist*innen führen nach der Auslagerung in enger Absprache mit dem Start-up sämtliche Maßnahmen durch, die im Online-Marketing zum Erfolg führen. Hier mehr Informationen dazu, wie eine mögliche Zusammenarbeit mit Online-Marketing-Expert*innen aussehen könnte.

Die Disziplinen des Online-Marketings

Disziplinen beim Online-Marketing gibt es viele. Wir halten die folgenden Bereiche für Start-ups für die wichtigsten:

Suchmaschinen-Marketing

Herzstück des Suchmaschinen-Marketings ist die eigene Webseite. Im Online-Shop kommen Kund*innen mit den präsentierten Inhalten des Unternehmens in Berührung. Hier schließen sie ihre Käufe ab. Um die Anzahl an Leser*innen zu erhöhen, setzen Start-ups mithilfe Suchmaschinen-Marketing (SEM) auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA).

Mit SEA können Kund*innen durch bezahlte Google-Ads auf die Seite gelockt werden. Hier richtet sich die Reichweitenerhöhung nach dem Budget. Anders als beim SEO ist der generierte Traffic künstlich und damit weniger nachhaltig. SEO unterteilt sich wiederum in Onpage-SEO und Off-Page-SEO. Ziel ist es, durch natürlichen Content ein dauerhaftes organisches Wachstum zu erzielen.

Offpage-SEO

Off-Page-SEO umfasst alle Maßnahmen, die außerhalb der eigenen Internetpräsenz durchgeführt werden. In erster Linie ist damit der Linkaufbau gemeint, wo es darum geht, sich ein qualitativ hochwertiges und quantitativ reichhaltiges Linkprofil zu erstellen, das Google und Co. von der eigenen Relevanz überzeugt und zu entsprechenden Aufwertungen in den Suchmaschinenergebnisseiten (SERPs) führt. Außerdem bedeutet jeder ausgesetzte Anker immer eine neue Quelle, durch die Leser*innen auf die Webseite gelangen.

Onpage-SEO

Onpage-SEO wiederum bezieht sich auf Aktivitäten innerhalb der eigenen Webpräsenz. Hierbei geht es um die Gliederung der Seite, die Grafik, den Content und die technische Optimierung. Angestrebt wird ein überzeugender Auftritt, der die Nutzer*innen neugierig auf mehr macht. Die Grafik lässt sich unter dem Fokus der Nutzererfahrung (UX-Design) und Funktionalität (UI-Design) gestalten. Beide Aspekte sind die Seiten derselben Medaille.

Angestrebt wird eine einladende und übersichtliche Grafik, die den/die Nutzer*in überzeugt und ihm/ihr im Sinne von „don‘t let me think“ intuitiv seine Ziele finden lässt. Eine schnelle Ladezeit gehört dazu, denn wenn User*innen länger als drei Sekunden auf den Seitenaufruf warten müssen, springen 40 Prozent schon wieder ab.

Content-Marketing

Content-Marketing hat viel mit Onpage-SEO zu tun, geht aber darüber hinaus. Die Idee, durch hochwertigen Content Kund*innen an sich zu binden, speist sich aus der Erkenntnis, dass Nutzer*innen klassischer Werbung überdrüssig geworden sind. Die Vermarktung durch Content geschieht hingegen subtiler. Guter Content kann unterhalten, informieren und beraten. Außerdem bietet er Nutzer*innen das gewisse Etwas.

Ein entsprechendes Modewort für die angestrebte Einzigartigkeit ist der Mehrwert. Marketing durch Content beschränkt sich nicht auf Texte. Genutzt werden können Audios, Videos, Tutorials, Gewinnspiele, Kreuzworträtsel und Geschichten. Die Nutzer*innen sollen etwas davon haben und das Start-up mit etwas Positivem verbinden.

Social-Media-Marketing

Menschen lieben soziale Medien und die Gründung von Facebook im Jahre 2004 traf einen Nerv. Facebook bleibt allem Krisengerede zum Trotz mit rund 2,8 Milliarden Nutzer*innen erfolgreich und der nimmermüde Mark Zuckerberg plant mit dem Metaversum den nächsten Coup. Andere erfolgreiche soziale Medien sind YouTube, Instagram und Tiktok, die den wachsenden Einfluss von Video-Content aufzeigen.

Der Kurznachrichtendienst Twitter sowie LinkedIn und Xing für Geschäftsbeziehungen sind ebenfalls interessant. Nutzen lassen sich außerdem gut Pinterest für Bilder, Snapchat und Reddit, das in Bezug auf die sozialen Medien als neuer Star am Firmament gilt.

Social-Media-Marketing bietet Start-ups viele Vorteile. So können Unternehmen die Kund*innen dort abholen, wo sie sind und mit ihnen in einen Dialog treten. Dies dient der Neukund*innengewinnung und stärkt die Kund*innenbindung. Zudem erfahren Gründer*innen hier aus erster Hand von den Wünschen und Begehrlichkeiten der Zielgruppe. Google registriert die Aktivität von Webseiten auf sozialen Medien und beantwortet diese, vor allem, wenn die Zahl der Follower*innen und Interaktionen hoch ist, mit einer Aufwertung in den SERPs.

Affiliate Marketing

Eine andere Werbemethode besteht im Kauf von Affiliate-Links, um seine Verankerung im WWW auszudehnen und sein Linkprofil zu stärken. In vielen Verträgen zwischen Unternehmen und Webseitenbetreiber*innen werden außerdem Werbemöglichkeiten eingeräumt. Kommt es auf einer anderen Webseite zu einem Kauf, wird der Affiliate-Partner mit einer Provision beteiligt. Möglich ist auch eine Bezahlung anhand der Anzahl an Klicks auf Werbebanner.

Influencer Marketing

Durch die Zusammenarbeit mit Influencern ist es Start-ups möglich, von der großen Reichweite und Popularität von Influencern zu profitieren und an ihrer Strahlkraft zu partizipieren. Fans von Influencer*innen neigen dazu, sehr emotional zu reagieren, wenn der Influencer eine bestimmte Marke präferiert. Sie wollen dann auch diese Marke haben.

Während der/die Influencer*in im Rahmen der Geschäftsbeziehung die eigenen Produkte auf unterhaltsame und spielerische Art zur Geltung bringt, dringen diese einem großen Publikum ins Bewusstsein. Bei gelungenen Formaten agieren die Zuschauer*innen als Transmissionsriemen, indem sie die Marke im Internet weiterverbreiten.

E-Mail-Marketing

Im Digitalzeitalter sind Daten eine wichtige Währung geworden. Wer an viele Daten gelangt, kann diese dazu nutzen, um die Nutzer*innen über einen Verteiler aktiv anzusprechen. Aus diesem Grund ist die Registrierung von Nutzer*innen auf der eigenen Webseite ein wichtiges Lead. Nutzer*innen, deren Daten bekannt sind, entsprechen üblicherweise der eigenen Zielgruppe, sodass gut gemachte Rundmails eine entsprechende Wirkung entfalten können.

Der Wert der Conversion Rate

Die Conversion Rate ist eine Kennzahl, die den Anteil an Nutzer*innen misst, die eine gewünschte Aktion vollziehen. Üblicherweise konzentrieren sich Besitzer*innen von Online-Shops dabei auf den Anteil der Leser*innen, die nach ihrem Besuch einen Kauf tätigen. Die Conversion Rate kann auf verschiedene Weise gesteigert werden. Wichtig sind zunächst eine übersichtliche Gliederung der Verkaufsseite mit ansprechenden Bildern und Produktbeschreibungen. Die Navigation gestaltet sich für die Kund*innen intuitiv und sie finden mühelos ihre Ziele.

Das Ziel, der Verkaufsbutton, lässt sich in wenigen Schritten aufrufen und ist nicht zu übersehen. Der Vorgang des Einkaufs geht schnell und in wenigen Schritten vonstatten. Gerade bei einem Online-Shop ist es wichtig, schnelle Ladezeiten zu garantieren, da nur so die Leser Lust auf „Shoppen“ haben. Darüber hinaus haben Nutzer*innen unterschiedliche Präferenzen beim Bezahlvorgang, sodass ein breites Portfolio an Zahlmöglichkeiten im Idealfall jeden mitnimmt. Auch durch die Schaffung von Vertrauen lässt sich die CR steigern, was durch Transparenz, Gütesiegel und positive Kundenbewertungen geschieht.

Die Customer Journey

Experten empfehlen für das Online-Marketing, den Kund*innen aktiv während der gesamten Customer Journey zu begleiten. Als diese werden die einzelnen Phasen definiert, die der/die Kund*in von der Aufmerksamkeit bis zur Kaufentscheidung durchlebt. Die Aufmerksamkeit für ein Produkt wird wiederum durch verschiedene Berührungspunkte (Touch Points) ausgelöst, auf die der/die Kund*in im Internet stößt. Diese „Kund*innenreise“ wird in den Modellen AIDA und ACCRA präsentiert.

AIDA und ACCRA

Beim AIDA-Modell lauten die einzelnen, aufeinander aufbauenden Phasen Attention, Intention, Desire und Action (Aufmerksamkeit, Kaufabsicht, Kaufwunsch und Kauf). Beim ACCRA-Modell sind es die Phasen Awareness, Consideration, Conversion, Retention und Advocacy (Aufmerksamkeit, Überlegung, Kauf, Kund*innenerhalt und Befürwortung). Hier wird die Customer Journey nach dem Kauf nicht abgeschlossen, sondern es wird weiter daran gefeilt, dass aus Kund*innen begeisterte Stammkund*innen werden, die aktiv und aus eigenem Antrieb für das Unternehmen werben.

Der goldene Kreis nach Simon Senek

Auch der goldene Zirkel von Simon Sinek hilft bei der Kund*innengewinnung. Sein Wert erschließt sich vor allem dadurch, dass der britische Unternehmensberater Start-ups zur Möglichkeit verhilft, die Sehnsüchte von Kund*innen zu bedienen. Senek war aufgefallen, dass die meisten Unternehmen kaum über das Was hinausgehen, indem sie sich darauf beschränken, dem/der Kund*in im Marketing mitzuteilen, was das Produkt ist. Damit könne lediglich die rationale Ader des/des Kund*in erreicht werden, die nach dem Eisberg-Modell wiederum nur zu einem Siebtel Anteil an der Kaufentscheidung habe.

Es dominieren also die Gefühle. Nach Sinek sind nun die beiden höheren Ebenen die Ausrichtungen auf die Fragen Wie und Warum. Durch das Eingehen auf das Wie in der Vermarktung kann bereits auf die Gefühlsebene des/der Kund*in eingegangen werden. Der Königsweg ist aber die Ausrichtung auf das Warum, denn hier findet ein Appell an das Unterbewusstsein des Menschen statt, in dem seine Visionen, Werte und Motivationen verwurzelt sind.

Top-News, die ankommen

Mit diesen 12 Tipps erhöhst du die Chancen, dass deine (Kund*innen-)Newsletter auch wirklich ankommen sowie geöffnet und gelesen werden.

Tagtäglich gehen viele E-Mails raus, darunter private Nachrichten, Werbeangebote, Versandbestätigungen ... und Newsletter. Viele Unternehmen verwenden dabei die E-Mail als Marketingtool. Es ist also wichtig, dass man mit seinen E-Mails nicht in der Masse untergeht. Wie man das vermeidet und worauf man achten sollte, wissen aber die wenigsten. Daher findest du nachfolgend 12 Tipps, worauf du beim Erstellen und Versenden von Newslettern achten solltest.

1. Zielgruppe analysieren

Bevor du überhaupt einen Newsletter erstellst, solltest du zuallererst in Erfahrung bringen, welche Themen für deine Zielgruppe interessant sind. Demnach ist es wichtig, im ersten Schritt eine Zielgruppenanalyse durchzuführen. So lässt sich herausfinden, welche Wünsche und Erwartungen die eigenen Kund*innen haben. Im nächsten Schritt kannst du anhand der gesammelten Informationen einen kund*innenorientierten Newsletter erstellen.

2. Professionelles Newslettertool verwenden

Mithilfe eines professionellen Newslettertools lassen sich Prozesse automatisieren und eine Menge Zeit einsparen. So ist es möglich, Newsletter immer nach bestimmten Abläufen und Bedingungen abzuschicken oder beispielsweise automatische Geburtstagsgrüße an Kund*innen zu versenden. Auch Flüchtigkeitsfehler lassen sich durch Automatisierung vermeiden und nicht vertrauensvolle E-Mails durch Spamfilter abfangen.

3. Newsletter richtig aufbauen und zur Handlung aufrufen

Ein Newsletter sollte immer mit einem Call-to-Action, also mit einer Handlungsaufforderung, ausgestattet sein. Hierfür sind kurze und prägnante Aussagen wichtig, die darauf verweisen, dass dein Angebot nur auf bestimmte Zeit gültig ist, wie beispielsweise „Nur noch bis zum 31.05.2022 gültig“. Außerdem sollte der Call-to-Action-Button im oberen Drittel des Newsletters platziert sein und sich durch eine Kontrastfarbe abheben, um aufzufallen.

4. Datenschutz-Grundverordnung beachten

Neben ästhetischen und inhaltlichen Kriterien muss dein Newsletter immer auch die rechtlichen Vorgaben erfüllen – die sogenannte Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Demnach müssen Firmen vor der Datenverarbeitung explizit die Zustimmung des/der Empfänger*in einholen. Diese(r) muss hierfür die Erlaubnis erteilen und die Zustimmung beispielsweise durch einen Link in der E-Mail bestätigen. Das dient dem Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und soll die Gewährleistung der freien Handhabung dieser Daten ermöglichen. Auch ist in der verpflichtenden Datenschutzerklärung anzugeben, inwiefern die erhobenen Daten verarbeitet werden. Jeder Newsletter muss außerdem über ein Impressum und einen Abmelde-Link verfügen.

5. Überzeugende Betreffzeile formulieren

Die eigene E-Mail inklusive Newsletter ist natürlich nicht die einzige, die Kund*innen am Tag erhalten. Viele von ihnen empfangen tagtäglich eine hohe Anzahl an E-Mails. Einige landen im Spam-Ordner, andere wiederum werden aufgrund der Nachrichtenflut übersehen. Es ist also wichtig, mit seinem Newsletter aus der Masse herauszustechen. Die Betreffzeile spielt dabei eine große Rolle, die Shopbetreibende daher überzeugend und personalisiert sowie kreativ und kurz gestalten sollten. Die Betreffzeile sollte dabei nicht mehr als 50 Zeichen beinhalten. Durch das Vermeiden von Stichwörtern wie „dringend“ oder „gratis“ oder auch verruchte Wörter wie „sexy“ erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass die E-Mail im Postfach landet und nicht im Spam-Ordner.

6. E-Mail-Einleitung spannend gestalten

Ist die erste Hürde geschafft und hat es die E-Mail inklusive Newsletter in den Hauptordner geschafft, kommt es nun auf die Einleitung an. Denn in vielen E-Mail-Programmen wird die erste Zeile als Vorschau angezeigt. Daher ist es wichtig, dass sie neugierig macht und den Mehrwert für den/die Kund*in aufzeigt. Außerdem sollte sie – wie die Betreffzeile – personalisiert sein.

7. Personalisierte Namen benutzen

Neben der Betreffzeile und dem ersten Satz der Einleitung ist auch der Absender*innenname als eine der ersten Informationen, die ein(e) Empfänger*in liest, zu personalisieren. Da viele von uns misstrauisch werden, wenn sie einen Firmennamen sehen, hat es sich als sinnvoll erwiesen, den personalisierten Absender*innenname zu verwenden. Außerdem sollte auch ein(e) Ansprechpartner*in namentlich genannt sein – das steigert das Vertrauen zusätzlich.

8. Häufigkeit und Versandzeitpunkt festlegen

Es empfiehlt sich, die Regelmäßigkeit des Versands festzulegen. Es gilt, Kund*innen zeitnah über interessante Themen zu informieren, ohne diese dabei zu bedrängen. Andernfalls kann sich der/die Kund*in schnell bedrängt fühlen und den Newsletter abbestellen. Dabei ist nicht immer klar, was zu viel ist und was nicht. Um hier Abhilfe zu schaffen, eignen sich Umfragen, mit denen die Meinung der Empfänger*innen dazu eingeholt werden kann, wie oft und zu welchem Thema sie einen Newsletter erhalten möchten. Das Gewünschte lässt sich dann für jede Person individuell einstellen.

9. Mobile Optimierung gewährleisten

Heutzutage ist es fast schon selbstverständlich, ein Smartphone oder Tablet zu nutzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Newsletter für die mobile Nutzung optimiert werden und auf allen Geräten lesbar sind. Das Problem taucht dennoch immer wieder auf und führt letztendlich dazu, dass Kund*innen einen Newsletter nicht lesen können bzw. wollen.

10. Übersichtliche Gestaltung

Alle relevanten Informationen müssen auf den ersten Blick erkennbar sein. Für eine übersichtliche und strukturierte Gestaltung eignen sich Absätze, Aufzählungen und Zwischenüberschriften – Schachtelsätze sind zu vermeiden. Des Weiteren solltest du Bilder und Videos sparsam einsetzen und stattdessen große Buttons verwenden, da diese auffallen.

11. Newsletter testen und überprüfen

Steht der Newsletter und wurden alle bisherigen Punkte berücksichtigt, ist es ratsam, den Newsletter nicht unmittelbar zu versenden, sondern noch einmal überprüfen zu lassen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich Fehler eingeschlichen haben. Sinnvoll ist es, ihn zunächst an Kolleg*innen oder Freund*innen zu senden, die ihn auf verschiedenen Geräten prüfen können.

12. Kennzahlen erheben und analysieren

Ist die letzte Überprüfung beziehungsweise Korrektur vollzogen, kann der Newsletter versendet werden. Doch damit ist deine Arbeit noch nicht zu Ende: Darüber hinaus ist es wichtig, bestimmte Kennzahlen zu analysieren, damit du dich laufend verbessern kannst. Durch die Verwendung eines CRM-Tools lassen sich Statistiken über die wichtigsten Kennzahlen erstellen. Steht die Auswertung, ist der Newsletter daraufhin zu optimieren. Zu erfassen sind unter anderem:

  • Zustellrate: Sie beschreibt den Anteil aller versendeten E-Mails, die im Postfach der Empfänger*innen ankommen.
  • Öffnungsrate: Sie wird als das prozentuale Verhältnis zwischen der Anzahl an öffnenden Empfänger*innen und der Anzahl an zugestellten E-Mails bezeichnet.
  • Click-Through-Rate (Durchklickrate): Sie ist der prozentuale Anteil der Klicks auf ein Werbemittel im Verhältnis zur Anzahl der Werbemittel-Einblendung.
  • Bounce-Rate (Absprungrate): Hierbei handelt es sich um einen Wert, der beschreibt, wie viele Nutzer*innen eine Website betreten, diese aber verlassen, ohne eine weitere Aktion auszuführen.
  • Abmelderate: Die Abmelderate zeigt an, wie viele Empfänger*innen sich aus dem Newsletter-Verteiler ausgetragen haben.

Der Autor Holger Lentz, Geschäftsführer und Gründer der enno.digital GmbH sowie der E-Commerce-Marketingagentur eAds.digital, unterstützt Unternehmen dabei, mithilfe von Performance-Marketing ihre Umsätze zu erhöhen und ihre Sichtbarkeit zu verbessern.

Deswegen ist Content Marketing für Start-ups ein Muss

Content Marketing hat sich längst als eine der Hauptzutaten für einen erfolgreichen Online Marketing Mix etabliert. Stehst du mit deinem Start-up noch in den Kinderschuhen, ist dein Marketingbudget wahrscheinlich begrenzt und du überlegst dir genau, in welche Bereiche du investierst. Hier erfährst du, warum es sich lohnt, von Anfang an auf Content Marketing zu setzen. Ein erster Teaser: Es ist günstiger, als du vielleicht vermutest.

Was ist Content Marketing überhaupt?

Content Marketing ist im Grunde das Gegenteil von aufdringlicher Werbung. Es ist eine Art der Unternehmenskommunikation, die sich mithilfe von nützlichem Content über verschiedene (meist Online-)Kanäle explizit an eine Zielgruppe richtet. Mit einer gut durchdachten Content Marketing Strategie kann ein Unternehmen oder eine Marke Vertrauen zu potenziellen Kund*innen aufbauen, allgemein sichtbarer werden, Conversions erzielen und letztendlich einen Stamm glücklicher Markenbotschafter*innen aufbauen.

Gleichzeitig hat gut platzierter Content einen hohen Impact auf deine SEO, du schlägst also viele Fliegen mit einer Klappe. Dafür auf das Know-how einer SEO Agentur zu setzen, sollte langfristig in deiner Unternehmensplanung stehen. Doch auch kurzfristig ist Content Marketing ein optimaler Einstieg, um online Aufmerksamkeit für dein Unternehmen zu schaffen.

Das müssen erfolgreiche Inhalte im Content Marketing mitbringen

Im Content Marketing bewegst du dich hauptsächlich online. Deine Hauptaufgabe ist es dabei, hochwertige Webinhalte zu erstellen, die genau auf die Zielgruppe deines Unternehmens zugeschnitten sind und dieser einen Mehrwert bieten. Interessanter Content catcht User*innen, macht sie zu Follower*innen und schließlich zu Kund*innen. Deine Inhalte müssen sich als informativ, nützlich oder unterhaltend für deine Zielgruppe erweisen, sodass sie sich gern damit auseinandersetzt. Du hast es bestimmt schon bemerkt: Guter Content fließt in gute Werbung über. Du bietest deiner Zielgruppe einen Vorteil durch deinen Content – und schon will deine Zielgruppe mehr von dir. Übrigens: Im Vergleich ist Content Marketing bis zu 62 Prozent günstiger als Outbound-Marketing. Du sparst also bei den Ausgaben, generierst aber mehr Leads und hast schließlich auch mehr Einnahmen.

Dein Content kann verschiedene Themen und Formen haben. Du kannst aktuelle Trends aufnehmen und sie kreativ mit deinem Produkt in Verbindung setzen, Gebrauchsanleitungen für dein Produkt erstellen, auf User Generated Content setzen oder auch detailliertes Branchenwissen teilen. Ob du dabei auf Blogartikel, statische oder bewegte Social Media Postings, Infografiken oder auf Mailings setzt, bleibt dir und deiner Marketing-Strategie überlassen.

Wo wird dein Content am besten ausgespielt?

Das bringt uns zum letzten Punkt: Du musst deine Zielgruppe mit wertvollem Content genau dort erreichen, wo sie sich am liebsten aufhält. Werbung während eines Films, der zur Primetime im Fernsehen läuft? Nein danke, sagt Netflix. User*innen möchten sich nicht mehr durch ungewollte Werbung stören lassen, sondern sich online über Dienstleistungen, Produkte und mehr selbständig und bei Bedarf informieren. Und genau hier setzt du an: Finde heraus, wo sich deine Zielgruppe am liebsten aufhält. Das können soziale Medien wie Facebook, Instagram oder TikTok sein, aber auch YouTube oder informative Online-Blogs.

Content Marketing hat sehr geringe Einstiegsbarrieren und es braucht nicht viel Budget, um erste Inhalte zu platzieren. Wichtig ist, dass du eine klare Vorstellung von deinem Produkt oder deiner Dienstleistung hast und weißt, welchen Mehrwert du deiner Zielgruppe damit bieten kannst. Dann heißt es nur noch, diesen Mehrwert anschaulich zu gestalten.

Werbung in eigener Sache: 7 Marketingtipps für Start-ups

Die folgenden sieben Praxis-Tipps sind für Start-ups ein erster Schritt zur (noch) besseren Selbstvermarktung.

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist aufregend und mit allerlei neuen Aufgaben verbunden. Um sich erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, spielt vor allem Marketing eine zentrale Rolle. Hier muss zwischen Onlinemarketing und Offlinemarketing unterschieden werden, denn je nach Art des Start-ups kommen andere Werbemaßnahmen infrage. Neue Stores profitieren von auffällig gestalteten Schaufenstern und interessanten Kundenstoppern, reine Onlineunternehmen sind vor allem im Social-Media-Bereich gut aufgehoben. Marketing lässt sich aber auch kombinieren, selbst reine Offlinestores profitieren von einem seriösen Onlineauftritt. Die folgenden sieben Tipps sind für Start-ups ein erster Schritt zur besseren Selbstvermarktung.

1. Eine Zielgruppenanalyse definiert die nötigen Werbemaßnahmen

Für jede Zielgruppe gibt es spezielle Maßnahmen im modernen Marketing, sodass eine Zielgruppenanalyse der erste Schritt ist. Junge Menschen lassen sich durch moderne Medien eher erreichen, Fernsehwerbungen oder Print-Kampagnen kommen weniger gut an. Die wichtigste Frage ist, ob sich die jeweilige Zielgruppe eher online oder offline erreichen lässt.

Auch die Hintergründe der Marketingkampagne müssen geplant werden. Dient die Kampagne der Markenstärkung und dem Imageaufbau oder ist ein erhöhter Absatz im Fokus? Je genauer der potenzielle Kunde definiert wird und je mehr Informationen vorliegen, desto effizienter funktioniert das Marketing.

2. Messen für Start-ups ein wichtiger Bereich

Auch wenn das Messegeschäft in Deutschland Schwierigkeiten hat, gehören Messen für Start-ups immer noch zu den wichtigsten Marketingmaßnahmen. Die Möglichkeit, von Angesicht zu Angesicht mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten, stärkt vor allem die eigene Marke. Ein gut gestalteter Messestand kostet nicht viel Geld, sorgt aber für jede Menge Aufmerksamkeit. Entscheidend ist das richtige Personal, denn auf einer Messe wird das Image des Start-ups in die Welt getragen.

Sehr hilfreich sind kleine Werbegeschäfte, um das eigene Business in den Köpfen der Verbraucher ankommen zu lassen. Wichtig ist außerdem, dass die Messe den richtigen thematischen Schwerpunkt hat. Design-Start-ups sind auf Architekturmessen ideal aufgehoben, wohingegen neue und innovative Lebensmittelprodukte auf einer Food-Messe die besseren Chancen haben.

3. Flyer und Visitenkarten sind nicht out

Auch wenn Visitenkarten im Zeitalter des Onlinemarketings nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen, sind sie nach wie vor wichtig. Hier hat sich ein strukturierter und schlichter Aufbau bewährt, zu viel Kreativität kann abschrecken. Auch Flyer spielen nach wie vor eine Rolle, sie können in kooperierenden Unternehmen, in Gaststätten, beim Friseur oder an anderen öffentlichen Orten platziert werden.

Auch hier ist wichtig, dass die richtige Zielgruppe erreicht wird. Die Analyse dient auch dazu, mögliche Kooperationen auszuloten und Orte ausfindig zu machen, an denen die potenziellen Kunden bevorzugt angetroffen werden können. Der Vorteil von Visitenkarten und Flyern besteht in der günstigen Herstellung. Insbesondere große Wurfsendungen im von der Zielgruppe präferierten Wohngebiet kann sich als günstig und effektiv erweisen.

4. Der perfekte Social-Media-Auftritt

Mehr als zwei Milliarden Menschen sind in sozialen Netzwerken unterwegs, dabei sind alle Gesellschaftsschichten vertreten. Für moderne Unternehmen ist es keine Wahl mehr, ob sie den Schritt ins Netzwerk wagen möchten. Um Erfolg, direkte Kundenbindung und Umsätze zu generieren, ist es verpflichtend, auch die Social-Media-Präsenz auszubauen. Einzige Ausnahme sind Unternehmen, die eine überwiegend ältere Zielgruppe haben, deren Präsenz im Internet nur schwach ausgeprägt ist. Aber auch hier sind es Angehörige und Kontakte der Zielgruppe, die in Form von Mundpropaganda marketingfördernd einwirken können.

Ein gutes Social-Media-Profil ist allerdings für den langfristigen Erfolg des Start-ups nicht ausreichend. Stattdessen muss fortlaufender Content präsentiert werden. Qualitative Einblicke in das Unternehmen, eine direkte Bindung zum Kunden durch Kommunikation und kostenpflichtige AD-Kampagnen sind die großen Vorzüge, die von Facebook, Instagram und LinkedIn geboten werden.
 

5. Suchmaschinenoptimierung für eine bessere Präsenz bei Google und Co.

Hinter den drei Buchstaben SEO verbirgt sich ein wertvoller Beitrag zur Eigenvermarktung, der sich mit ein wenig Know-how zumindest anfangs in Eigenregie umsetzen lässt. Mit unterschiedlichen Maßnahmen ist es möglich, die eigene Website auf bevorzugten Positionen bei Google erscheinen zu lassen. Suchen Verbraucher nach dem richtigen Stichwort, wird das Start-up in guter Präsenz angezeigt.

Gut zu wissen: Waren es früher vor allem kurze Schlagworte auf der Website, die den Google-Algorithmus angesprochen haben, ist die Suchmaschine heute intelligenter geworden. Qualitativ hochwertiger Inhalt, interessant gesetzte Links und Verlinkungen durch vertrauenswürdige Partner sowie intelligent gesetzte Tags sorgen dafür, dass Googles Algorithmus die Sichtweite erhöht.

Für Einsteiger, deren Business keine Grundkenntnisse im Bereich Marketing umfasst, ist die Hilfe einer Agentur empfehlenswert. Günstige und innovative Optimierungskampagnen können auch von Start-ups in Anspruch genommen werden und unterstützen dabei, die Marke und das Unternehmen zu stärken.

6. Kundenfreundlichkeit bei Websiteaufbau beachten

Eine Website ist schnell erstellt, Baukastensysteme machen es sogar für Laien möglich, sich selbst im Internet zu präsentieren. Es gibt jedoch fulminante Unterschiede zwischen einer Website und einer guten Website. Wenn ein potenzieller Kunde auf das Internetangebot eines Unternehmens stößt, hat er Wünsche, Ziele oder auch Fragen. Die Aufgabe beim Websiteaufbau besteht darin, Wünsche, Ziele und Fragen des Kunden zu erfüllen und zu beantworten.

Der Aufbau muss daher immer aus objektiver Sicht passieren, um dem Kunden ein optimales Ergebnis zu bieten. Einfache Integration von Kauf- und Informationsbutton, ausreichende Informationen über die Art des Unternehmens, Videos, Animationen und eine gute Menüführung sind die Basics, die jede gute Webseite enthalten muss. Ob das Start-up offline oder online agiert, spielt keine Rolle. Auch ein Offlinestore kann sich promoten, indem eine gute Webpräsenz Onlinekunden zum Offlineerlebnis verführt.

7. Mutige und auffällige Aktionen wecken das Kundeninteresse

Wenn eine Person im Bärenkostüm durch die Innenstadt läuft und Schokoladenherzen verschenkt, ist die Aufmerksamkeit sicher. Ist auf der Verpackung des Herzens die Adresse des neuen Stores zu lesen, ist zumindest eine erste Markenbewusstheit beim Konsumenten angekommen. Junge Zielgruppen sind nahezu prädestiniert dazu, sie durch auffällige Aktionen neugierig zu machen. Je jünger, desto hipper die Aktionsmöglichkeiten.

Ob ein spontaner (angemeldeter) Waffelstand vor dem Laden oder die Einladung zu einer Limonadenverköstigung im Ladenlokal, je mehr Innovation ein Start-up zeigt, desto mehr Leads und Kundeninteraktionen sind erreichbar. Jüngere Generationen möchten angesprochen werden, der Erlebnishunger ist größer als je zuvor.

Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die in Punkt eins genannte Zielgruppenanalyse tatsächlich ist. Die Zielgruppe für orthopädische Gesundheitsschuhe lässt sich mit einem vom Start-up geplanten E-Scooter-Race nicht gewinnen, die nachhaltig denkende Zielgruppe für Elektromobilität hingegen schon.

Wie sich Freebies als Marketing-Tool lohnen können

Kostenlose Geschenke, sogenannte Freebies, sind ein wichtiges Marketing-Tool, das dabei helfen kann, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden zu halten.

Kunden oder potenziellen Kunden etwas kostenlos anzubieten, hört sich für viele zunächst nach einer Geldverschwendung an. Doch tatsächlich können sich kostenlose Geschenke verschiedener Art durchaus lohnen und sich als hervorragendes Marketing-Tool erweisen, das dabei helfen kann, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden zu halten. Eine optimierte Selbstvermarktung ist einer der wichtigsten Faktoren in der Selbstständigkeit und sogenannte Freebies können potenziellen Kunden helfen, zum Beispiel das Produkt zunächst auszuprobieren, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. Verschiedene Arten von Freebies bieten jede Menge Möglichkeiten für jedes Unternehmen.

Willkommensbonus

Ein Willkommensbonus stellt ein besonderes Angebot speziell für neue Kunden dar. Dieser soll potenzielle Kunden anlocken und ihnen das Produkt mit einer besonderen Promotion einfacher zugänglich machen. Besonders beliebt sind Willkommensboni im Bereich der Online Casinos, wo diese Art von Promotionen zum festen Marketing-Repertoire gehören. Durch einen Online Casino Bonus ohne Einzahlung wird es neuen Spielern ermöglicht, das Spielangebot zunächst ohne Risiko auszuprobieren. Um Nutzern die Wahl einer Plattform zu erleichtern, durchsuchen und bewerten Experten die Angebote am Markt. Die Willkommensboni bestehen dann in der Regel aus Gratisguthaben oder aus Freispielen, durch die neue Spieler auf der Spielplattform zunächst einfach ohne Geldeinsatz verschiedene Spiele ausprobieren können. Auf diese Weise können sie sich mit dem Angebot vertraut machen und sehen, ob es ihnen gefällt, bevor sie Geld setzen. Dieses Freebie stellt damit eine hervorragende Möglichkeit dar, Nutzern ein Produkt ausprobieren zu lassen – und das selbst online.

Gutscheine

Gutscheine zu verschenken ist eine weitere sehr beliebte Marketingstrategie, die sowohl für neue als auch für bestehende Kunden Anwendung findet. Besonders beliebt sind Gutscheine im Bereich des E-Commerce. Landet ein neuer Kunde auf einem Online-Shop, ist die Hürde, eine Bestellung abzuschließen, noch hoch. Schließlich ist man in dem Moment mit der Plattform und dem Bestellprozess noch nicht vertraut. An dieser Stelle kann das Angebot eines Gutscheins zögernde Kunden überzeugen. Sieht ein Nutzer, dass die Bestellung durch einen Gutschein günstiger ist, ist der Schritt zur Bestellung gleich deutlich einfacher – schließlich spart man mit einer Bestellung Geld. Derartige Gutscheine werden oftmals für eine erste Bestellung im Shop oder etwa auch für die Newsletter-Anmeldung angeboten. Inzwischen gibt es zahlreiche Vergleichsplattformen für Gutscheine, die die aktuellen Deals der Online Anbieter auflisten.

Gratis-Probezeitraum

Im Bereich der Dienstleistungen hat sich ein Freebie besonders durchgesetzt: der kostenlose Probezeitraum. Anders als bei Produkten in einem Ladengeschäft kann man Services im Online-Bereich nicht in die Hand nehmen und ausprobieren. An dieser Stelle tritt der Probezeitraum in die Bildfläche. Zum Beispiel Streaminganbieter, Spiele-Abonnements oder Online Fitnessstudios setzen Gratis-Probezeiträume ein, um es neuen Nutzern zu ermöglichen, den jeweiligen Dienst zunächst für eine begrenzte Zeit kostenlos auszuprobieren. Dies ist eine hervorragende Art, um sich neuen Kunden von der besten Seite zu zeigen und die Produktpalette kostenlos zum Ausprobieren anzubieten. Nutzer können sich so ein Bild vom vollwertigen Service machen und sich ohne Risiko davon überzeugen lassen, bevor sie etwa das Abonnement abschließen oder den Service zum Vollpreis erwerben.

Kostenlose Angebote verschiedener Art eignen sich sehr gut als Marketing-Tool und können dabei helfen, neue Kunden anzulocken und bestehende Kunden zu halten. Von Willkommensboni über Gutscheine bis hin zum kostenlosen Probezeitraum, diese Freebies können jedem Business helfen.

A/B-Testing

Diese zehn elementaren Fehler solltest du beim A/B-Testing unbedingt vermeiden.

Beim A/B-Testing kann viel schiefgehen, insbesondere man sich (noch) nicht so gut auskennt. Deshalb ist es sinnvoll, A/B-Testing erst einmal zu definieren: Unter einem A/B-Test – auch Split-Test genannt – verstehen wir eine Testmethode zur Bewertung zweier Varianten. Das klingt zunächst sehr nüchtern, kann aber über den Erfolg eines ganzen Unternehmens entscheiden.

Anders ausgedrückt: Wer mithilfe dieser Tests die optimalen Entscheidungen für seine Firma trifft, kann sich positiv von der Konkurrenz abheben, den Umsatz steigern, expandieren und mehr Menschen einstellen. Kein Stochern im Nebel und keine vagen Vermutungen mehr, keine „Ich-hör-nur-auf-mein-Bauchgefühl“-Phrasen. Stattdessen: Fakten und Logik bei der Entscheidungsfindung. Man könnte auch sagen: Eine Trial-&-Error-Philosophie auf demokratischer Basis, die alte Denkmuster, Hierarchien und Ansichten hinter sich lässt und das 21. Jahrhundert begrüßt. Gelingt es dir, die folgenden zehn elementaren Fehler bei A/B-Tests zu vermeiden, dann bist du auf jeden Fall auf einem guten Weg.

A/B-Testing-Fehler 1: Testing-Roadmap dem/der Vorgesetzten überlassen

A/B-Testing steht für die Demokratisierung von Entscheidungsprozessen: Objektive Testergebnisse zählen, nicht überkommene, subjektive Denkmuster. Dennoch kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass das Subjektivitätsprinzip über Umwege doch wieder ins Handeln einfließt. Das geschieht zum Beispiel dann, wenn nur eine bestimmte Gruppe von Leuten Ideen in die Testing-Roadmap einbringen darf oder eine Einzelperson die Priorisierung übernimmt. Durch diese unbewussten Verzerrungen regiert dann doch wieder das Bauchgefühl. Anders ausgedrückt: Niemand darf ein Sonderrecht bekommen – auch die Projektleitung oder der „Oberboss“ nicht! Sammelt die Testideen gemeinsam, erstellt und diskutiert in Ruhe die Hypothesen und bewertet die Ergebnisse im Team.

A/B-Testing-Fehler 2: Überflüssige Daten testen

Gehe behutsam und sparsam mit deinen Tests um – du kannst nicht alles auf einmal ausprobieren. Teste nichts, was keine deutliche Auswirkung auf deine Hauptkennzahlen haben dürfte. Und: Verirre dich nicht in zu vielen vermeintlichen Best Practices. Menschen stehen auf die praktischen Use Cases sowie Zahlen, Daten und Fakten von Best-Practice-Cases, doch diese Best Practices verkürzen Sachverhalte häufig viel zu stark. Andere Websites und digitale Produkte lassen sich nicht direkt mit dem Angebot deiner Firma vergleichen. Versuche also nicht, deine Roadmap nur mit diesen vermeintlich am Markt bereits bestätigten Testansätzen zu füllen. Auch beim Testen von offensichtlichen User*innen-Experience-Optimierungen, beim Lösen von Logiklöchern oder Usabi­lity-Problemen kannst du dich verlaufen. Grundsätzlich gilt: Teste nur das, was wirklich unklar erscheint. Alles andere ist Zeitverschwendung.

A/B-Testing-Fehler 3: Kleine Erfolge ignorieren

A/B-Testen ist wie Goldschürfen: Nach der Entdeckung einer neuen Goldader findest du schnell relativ viel vom Edelmetall. Doch im Laufe der Zeit versiegt die Goldquelle mehr und mehr, dann gelten auch schon winzige Krümelchen als Erfolg. Bei A/B-Tests weiß man nie genau, ob und wann man auf eine Goldader trifft. Deshalb solltest du auch kleine Teilerfolge feiern und als erreichte Etappenziele (optimierte Version des Angebots) ansehen. Am besten behältst du dazu den Zinseszinseffekt im Hinterkopf: Bei einer Steigerungsrate von beispielsweise fünf Prozent pro Monat kommst du innerhalb von zwölf Monaten auf eine Gesamt­steigerungsrate von 80 Prozent. Nicht schlecht, oder? Freue dich deshalb auch über vermeintlich kleine Erfolge, denn Kleinvieh macht auch Mist. Das verbessert die Performance auf Dauer deutlich.

A/B-Testing-Fehler 4: Irrelevante Seiten testen

Bei der Auswahl der Tests solltest du stets den Conver­sion-Funnel im Auge behalten. Spielt eine Seite in dieser Customer Journey keine entscheidende Rolle, ergibt es auch keinen Sinn, sie zu überprüfen. So verschwendest du nur Zeit und Ressourcen, die du für sinnvollere Dinge mit einem direkten Einfluss auf deine KPI verwenden kannst. Konzentriere dich also auf Tests an entscheidenden Stellen und widme diesen entsprechend viel Aufmerksamkeit und Zeit. In Form von Testserien erreichst du dein Ziel am effektivsten.

A/B-Testing-Fehler 5: Falsch aufgestellte oder nicht vorhandene Hypothesen

Über Erfolg oder Misserfolg beim A/B-Testing entscheidet maßgeblich die von dir aufgestellte Hypothese. Im schlimmsten Fall erfolgen Tests ohne Hypothese, was in der Praxis leider immer noch viel zu häufig vorkommt. Das ist ungefähr so schlau wie private Altersvorsorge durch wöchentliche Kreuzchen beim Lotto. Laotse sagte einst: „Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ Dasselbe gilt auch für A/B-Tests. Eine durchdacht aufgestellte Hypothese gleicht einer Landkarte, die den Weg zum Erfolg weisen kann. Sie muss folgende Elemente beinhalten: Beobachtung der Daten, Spekulationen über die Gründe, Aufstellung einer Theorie, wie man das Problem beheben kann, und Messwerte der Ergebnisse nach der Implementierung. Folgende Faustformel unterstützt dich bei der Formulierung deiner Hypothese: Indem ich diese Veränderung vornehme, wird (KPI A/B/ähnliche zentrale Messgröße)* (leicht/bemerkbar/erheblich)* verbessert, weil (hier deine Daten/Theorie einfügen). (*Unzutreffendes streichen.)

A/B-Testing-Fehler 6: Mit zu komplizierten Tests beginnen

Wer sich zum ersten Mal mit A/B-Tests beschäftigt, möchte sich möglichst schnell über erste Erfolgserlebnisse freuen. Das verleitet jedoch dazu, sich gleich an einigen wenigen, eher komplexen Aufgabenstellungen zu versuchen, die nach hinten losgehen können. Gerade zu Beginn einer Testingstrategie darf Quantität auch einmal vor Qualität stehen. Komplizierte Tests nehmen nicht nur sehr viele Ressourcen in Anspruch – sie bergen auch immer die Gefahr des Scheiterns. Das kann dazu führen, dass manche Unternehmen aufgrund von anfänglichen Fehlschlägen frustriert sind und sich schließlich komplett vom A/B-Testing abwenden. Dadurch schaden sie sich selbst. Setze deshalb lieber auf iteratives Testing, bei dem sich erst nach und nach Erfolge einstellen. Das bringt dir die Sicherheit und Gelassenheit, dich auch an größere Projekte heranzuwagen. In der Praxis verspricht das mittel- und langfristig mehr Erfolg als die ungestüme Strategie, gleich alles auf eine Karte zu setzen.

A/B-Testing-Fehler 7: Zu viel parallel auf einmal testen

A/B-Tests erfordern eine sinnvolle Einteilung der Nutzer*innengruppen, was zu parallelen Tests führen kann. Eine Gruppe checkt zum Beispiel die Startseite, eine andere zeitgleich den Check-out-Prozess. Das erscheint zunächst logisch, hat aber einen großen Nachteil: Der Check-out-Test wird extrem lange laufen müssen, um ein verwertbares Ergebnis zu liefern. Um sicherzustellen, dass sich die beiden Tests nicht bedingen, muss der Test mehrere Monate laufen. Deshalb empfiehlt es sich, sequenziell vorzugehen, also Test eins und Test zwei nacheinander durchzuführen. Alternativ kann man das Targeting bei Test zwei so einstellen, dass beide Varianten eine 50:50-Verteilung der Besucher*innen aus Test eins beinhalten. Dies lässt sich per Cookie-basiertem Targeting steuern, bei dem die Zugehörigkeit zu einer Variante im Cookie vermerkt und das Test-Targeting darauf ausgerichtet wird.

A/B-Testing-Fehler 8: Die falschen Ziele testen

Beim Aufstellen von Testhypothesen musst du immer im Hinterkopf behalten, dass diese ein messbares Ziel beinhalten sollen, das durch deinen Test beeinflusst wird. Dabei vermutest du eine Auswirkung deiner Variante auf dieses Ziel. In der Praxis ist es jedoch so, dass je weiter du in der Customer Journey von diesem Ziel und seiner Erreichung entfernt bist, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dein Test keine oder kaum Auswirkungen auf das Ziel haben wird. Folglich musst du vielleicht sehr lange auf ein Ergebnis warten, falls sich deine Tests nur auf dieses Ziel oder diese Ziele konzentriert haben. Teile deine Tests deshalb lieber in Mikro-Conversions (Einzelziele entlang der Customer Journey) und Makro-Conversions (Hauptmetriken wie Bestellung oder Umsatz) auf. Indem du immer beide Metriken in den Tests verwendest, behältst du nicht nur das Hauptziel im Blick, sondern auch die Nebenziele.

A/B-Testing-Fehler 9: Schlechtes Timing

Auf das richtige Timing kommt’s an! Tests sollten nicht zu früh enden, aber auch nicht ewig laufen. Ersteres kann falsche Ergebnisse liefern, zu lange Warterei fällt in die Kategorie Zeitverschwendung. Vergiss nie die Sieben-Tage-Regel: Die Testdauer sollte immer durch sieben, besser noch 14 teilbar sein, damit du alle Wochentage gleich verteilt im Testzeitraum verwendet hast. Das schließt tagesbedingte Verzerrungen aus. Auch Unterbrechungen spielen eine Rolle, schließlich gleichen A/B-Tests Operationen am offenen Herzen der Webseite. Bei Tests im Livesystem können immer wieder Probleme auftauchen, die das Aussetzen von A/B-Tests erfordern. Und dann? Falls du unter idealen Laborbedingungen testen möchtest und die entsprechende Traffic-Menge hast, musst du den Test komplett neu starten, um Datenkonsistenz zu bewahren. In der Praxis wirst du jedoch eher mit einer gewissen Dateninkonsistenz leben müssen oder den Versuch unter Beachtung der Sieben-Tage-Regel länger laufen lassen. Für welche der Optionen du dich entscheidest, bleibt allein dir überlassen.

A/B-Testing-Fehler 10: Nur sporadische Tests

Viele Unternehmen betrachten A/B-Tests nur als punktuelle Maßnahmen, wenn beispielsweise Relaunches oder Starts von neuen Projekten vor der Tür stehen. Danach gerät das Testen schnell wieder in Vergessenheit, bis sich erneut etwas grundlegend ändern soll. Ein Fehler! Es ist zwar eine feine Sache, überhaupt User*innen-Feedback bei großen Veränderungen der Firma einzuholen, doch diese Sichtweise greift zu kurz. Eine sinnvolle Testing-Kultur ist nun mal kein Stop-&-Go-Verkehr, der abends oder nachts endet, sondern ein fortlaufender Optimierungszyklus ohne klares Enddatum. Betrachte es mal rein logisch: Wer schaltet schon freiwillig einen Kanal ab, wenn dieser nachweisbare Erfolge liefern kann? Der Weg zum Erfolg führt deshalb nur über viele Wiederholungen, Geduld und Ausdauer. Das Motto lautet: Testen, testen und noch mal testen.

Fazit

Das waren sie, die schlimmsten Fehler im A/B-Test-Betrieb, die du allesamt leicht vermeiden kannst. A/B-Tests macht man nicht mal so eben im Vorbeigehen, da auf dem Weg einige Fettnäpfchen lauern. Die häufigsten Probleme zu kennen, hilft dabei, diese schon einmal proaktiv im Team zu besprechen und für das Unternehmen Mechanismen zu schaffen, die das Auftreten verhindern sollen. Mögliche Fehler sollten dich auf keinen Fall davon abhalten, überhaupt zu testen. Denn viel schlimmer als den einen oder anderen Fehltritt bei seinen A/B-Tests zu machen, ist immer noch, überhaupt keine Tests durchzuführen. Lass dich von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen, die Reise lohnt sich! Eine gute Planung und Geduld sind bereits die halbe Miete für eine erfolgreiche Testing-Strategie.

Tipp: Unser Anbieter-Check: A/B-Tests

Wir haben 11 A/B-Test-Tools unter die Lupe genommen: Was sind die Stärken der jeweiligen Softwarelösung und mit welchen Extras unter­stützen sie dich bei der Optimierung deiner Website, App und Co.?

Zum Weiterlesen und -arbeiten

Mit dem Buch „Quick Guide A/B-Testing: Wie Sie Ihr Website- und E-Commerce-Testing erfolgreich auf- und umsetzen“ (ISBN: 978-3-658-34648-5, SpringerGabler 2021, 24,99 Euro) hat der Autor dieses Beitrags, Kameleoon-Geschäftsführer und Testing-Profi Michael Witzenleiter, das erste deutschsprachige Buch auf den Markt gebracht, das sich ausschließlich auf das Thema A/B-Testing konzentriert.

7 typische Vertriebsfehler in B2B-Start-ups …

… und wie sie verhindert werden können.

Einhorn oder Rohrkrepierer?

Start-ups haben klassischen Unternehmen einiges voraus. Sie sind oftmals agiler, dynamischer, schneller – und mit starken Investoren im Rücken häufig auch handlungsfähiger. Nur in einem Punkt schneiden Start-ups in der Regel nicht sehr gut ab: Im Vertrieb. Woran liegt das? Viele Gründer*innen haben einen Programmier-, Design-, oder Hardware-Hintergrund. Sie sind besonders gut darin, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Doch diese Produktorientierung schmälert die Kundenorientierung. Und darauf kommt es beim Going-to-Market eigentlich an. Das Produkt kann noch so gut sein: Erreicht es die Zielgruppe nicht, wird aus potenziellen Einhörnern schnell ein teurer Rohrkrepierer.

Diese Vertriebsfehler gilt es in B2B-Start-ups tunlichst zu vermeidsen

Ich habe schon mehrfach mit Start-ups zusammengearbeitet und gesehen, wie dort Vertrieb gemacht wird. Dabei zogen sich bestimmte Fehler im Vertrieb wie ein Muster durch die jungen Unternehmen – und zwar unabhängig von der Branche. Die sieben häufigsten Fehler dabei waren:

B2B-Vertriebsfehler 1: Mit einem zu großen Marktsegment starten

Wer von Anfang an auf zu viele verschiedene Kund*innen abzielt, wird nur schwer einen guten Produkt- oder Markt Fit sowie Kund*innen zu finden. Um eine klare Marke aufzubauen, sollten B2B-Start-ups ihr Angebot so spitz wir möglich formulieren und auch ganz bewusst potenzielle Kund*innengruppen ausschließen – zumindest vorläufig. So etabliert sich das Produkt und die Marke mit einem klaren Profil im Markt. Ein spezifischer Auftritt bleibt eher in den Köpfen der Kund*innen hängen als das generische Full-Service-Angebot für alle.

B2B-Vertriebsfehler 2: Produkte ohne Kundenfeedback entwickeln

Der US-Unternehmer Steve Blank sagte treffend: „No business plan survives the first contact with customers – go out of the building and talk to your customers!” Wer sich bei der Produktentwicklung in sein stilles Kämmerlein zurückzieht, anstatt in Co-Kreation die Kund*innen von Phase Eins an mit einzubinden, vergeudet nur kostbare Zeit. Kund*innenfeedback im Entwicklungsprozess ist essenziell, denn: so fühlen sich die Kund*innen ernst genommen und erhalten ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Produkt.

B2B-Vertriebsfehler 3: Sich unter Wert verkaufen

Der Preisgestaltungsmechanismus ist komplex und wird oftmals unterschätzt, wenn es darum geht, den Wert eine Transaktion zu erhöhen. Doch Start-ups, die sich allein über den Preis vom Wettbewerb abgrenzen, gelten schnell als Ramschware. Wo ist der direkte Kund*innenmehrwert? Was gibt es für einen Kauf, was beim Wettbewerb nicht gibt? Nur wenige B2B-Kund*innen lassen sich von einer hohen Preisgestaltung abschrecken, sie sind ja an einer für sie passenden Lösung interessiert.

B2B-Vertriebsfehler 4: Pilotprojekte mit Kund*innenaufträgen verwechseln

Im B2B-Bereich sind Pilotprojekte gang und gäbe – immerhin möchte der/die potenzielle Käufer*in das Produkt erst einmal testen, bevor er/sie eine große Investition tätigt. Oftmals unterliegen Start-ups aber dem Trugschluss, dass mit der Pilotierung schon die „Katze im Sack“ ist. Weit gefehlt! Die bekannte Folge ist dann der „Tod durch 1.000 Piotprojekte“. Auch darum ist regelmäßiges Feedback wichtig: Warum entscheidet sich der/die Kund*in nach dem Pilotprojekt nicht für das Produkt? Was war der ausschlaggebende Punkt? Und wie können wir das verhindern?

B2B-Vertriebsfehler 4: Starre Vertriebsprozesse

Durch das zu frühe Standardisieren des Vertriebsprozesses werden wertvolle Lektionen verpasst. Der Vertrieb kann zu Beginn offen und experimentierfreudig sein, neue Herangehensweisen ausprobieren und aus Fehlern lernen. Wichtig dabei ist wieder, das direkte Gespräch mit den Kund*innen zu suchen. Denn von diesen lernen wir am meisten über unser Produkt.

B2B-Vertriebsfehler 5: Den Wachstumsfaktor Mensch unterschätzen

Das Aufbauen einer erfolgreichen Vertriebsorganisation ist komplex. Abteilungen werden größer, neue Managementebenen werden etabliert, Strukturen, Prozesse und Abläufe verändern sich. Oftmals verfangen sich Gründer*innen im Mikromanagement, statt das Steuer weiterzureichen und Verantwortung abzugeben. Ratsam ist es, sich an diesem kritischen Punkt Unterstützung ins Boot zu holen. Ab einem gewissen Grad an Komplexität zählt vor allem Erfahrung aus erster Hand.

B2B-Vertriebsfehler 6: Zu stark auf Neukund*innenakquise fokussieren

Mehr Kund*innen bedeuten mehr Umsatz, also wollen Start-ups oftmals schnell ihren Kund*innenstamm vergrößern. Viele Gründer*innen vernachlässigen das Marktsegment, dessen Türen für ihre Angebote bereits weit offenstehen: zufriedene Bestandskund*innen. Laut einer Metastudie der US-Beratungsfirma Invesp liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Bestandskund*innen kaufen bei 60 bis 70 Prozent. Neukund*innen hingegen kaufen nur bei einer Wahrscheinlichkeit von 5 bis 20 Prozent.

B2B-Vertriebsfehler 7: Kurzfristiger Support hilfreich

In Gesprächen mit Gründer*innen stelle ich immer wieder fest, dass der Bedarf nach kurzfristigem Sales-Know-how sehr hoch ist. Viele benötigen für einen Zeitraum von 6 bis 12 Monate eine(n) Expert*in, der bzw. die eine solide Vertriebsorganisation im Start-up etabliert. Dabei wissen Gründer*innen oftmals gar nicht, dass sie dafür Interim Management einsetzen können, also zeitlich begrenzter Hilfe von außen. Interim Manager*innen haben Fach- und Erfahrungswissen, können sich schnell in Unternehmen hineindenken und identifizieren in kurzer Zeit Optimierungspotenzial. Sie unterstützen bei der Umsetzung – und sind nach Projektabschluss wieder runter von der Payroll.

Es gilt: Wer sich der sieben typischen Vertriebsfehler bewusst ist, kann sein Start-up schneller auf die nächste Wachstumsstufe heben.

Der Autor Ralf Komor ist Executive Interim Manager, zertifizierter Beirat, Most Trusted Adviser für die Beratung von Familienunternehmen, Key Note Speaker und Springer Autor.