Gründen im Finanzsektor


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Welche Möglichkeiten die sehr dynamische Finanzbranche digitalen Gründern bietet.

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Für Gründer mit entsprechendem Know-how ist die Finanzbranche in Deutschland ein ausgesprochen attraktives Umfeld. Der Finanzsektor hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert, moderne Technologien haben Einzug gehalten und damit auch ganz neue Möglichkeiten gebracht. Die großen Themen, die Gründer in der Finanzbranche bewegen, sind FinTechs und die Zukunftstechnologie Blockchain, die ganz neue Möglichkeiten mitbringt.

Jede Gründung ist eine Herausforderung, die vom Gründer und dessen Team viel abverlangt. Eine gute Planung, weitsichtige Koordination und die eine umfassende Marktanalyse sind nur drei dieser Aufgaben, die Gründer zu bewältigen haben. In den letzten Jahren gab es in allen Branchen ein recht reges Gründungsgeschehen. Ein Sektor, der dynamisch zulegen konnte und für immer mehr Gründer attraktiv wurde, ist der Finanzsektor. Geprägt von einem intensiven internationalen Wettbewerb, gehört der Finanzsektor zu den dynamischsten Gründungsbranchen, die es hierzulande gibt.

Lange Zeit war das Epizentrum der Gründungen im Finanzbereich vor allem Berlin. In den letzten Jahren hat sich das ein wenig verschoben und der Fokus wurde gezielt auf München verschoben. Immer mehr kleinere und größere Start-ups aus der Finanzwelt haben sich in München niedergelassen. Dabei zeigt ein Blick auf die Unternehmen, dass es vor allem zwei Themen gibt, die die Gründungsszenen bewegen und vorantreiben.

FinTech Start-ups liegen vorn

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Die meisten Start-ups im Finanzsektor sind dem FinTech-Bereich zuzuordnen. Der Bereich der Finanztechnologie gilt nicht zuletzt aus Wachstumssicht als sehr attraktiv und bietet Gründern zudem ausreichend Freiraum, um die eigenen Ideen zu verwirklichen. FinTech-Gründer setzen sich in erster Linie mit modernen Technologien auseinander, die im breit aufgestellten Segment der Finanzdienstleistungen genutzt werden können. Die Ansätze, die bisherige FinTechs verfolgen, sind unterschiedlich. Aufgrund des recht breit gefächerten Themas ist es grundlegend sinnvoll, sich zu spezialisieren und auf einen Bereich der FinTechs zu fokussieren.

Zwar werden die FinTechs als einer der großen Start-up-Trends der letzten Jahre gefeiert, doch ganz neu ist diese Kombination aus zwei Bereichen nicht. So gibt es das Gegenstück zu den Finanzunternehmen auch in der Versicherungsbranche. Hier ist allerdings von InsurTech die Rede. Auch hier geht es vorrangig darum, passend zur Branche moderne Technologien zu entwickeln und die noch zweifelnden Deutschen davon zu überzeugen.

Der Fokus der meisten Start-ups liegt in diesem Bereich auf der Entwicklung und Umsetzung von verschiedenen Anwendungssystemen. Die betreffenden Bemühungen der Gründer tragen längst Früchte. Es gibt für den Finanzdienstleistungsbereich immer mehr moderne Anwendungen, die zum einen für den Verbraucher selbst einen gewissen Komfort ermöglichen sollen,  zum anderen aber auch von vielen Mitarbeitern der Branche geschätzt werden.

Welche Gründungen sind im FinTech-Bereich möglich?

Wer mit der Gründung eines FinTechs liebäugelt, kann sich hier für die Fokussierung in ganz unterschiedlichen Sektoren entscheiden. Zum einen haben sich die Banken und Versicherungen als selbständiger Bereich herauskristallisiert. Ein zweiter Bereich, in dem FinTechs angesiedelt sind, sind fachliche Anwendungsbereiche. Hier kann der Fokus der neu gegründeten Unternehmen auf Vorsorge und Consulting, aber beispielsweise auch auf dem Feld der Geldanlagen liegen. In den letzten Jahren haben Start-ups gerade hier immer wieder mit innovativen Ideen für Aufsehen gesorgt. So entstanden hier beispielsweise die verschiedenen Social-Trading Lösungen.

Der dritte Sektor, in dem eine FinTech Gründung denkbar ist, ist das adressierte Kundensegment. Auch hier gab es in den letzten Jahren unterschiedliche Anwendungen, die beispielsweise beim Retail Banking oder dem Corporate Banking entstanden. Neben den bereits vorgestellten drei großen FinTech-Gründungsbereichen gibt es mit dem Interaktionsbereich einen Vierten. Hier geht es vor allem um die Entwicklung, Vermarktung und Etablierung von Community-Banking-Ansätzen. Diese können sich sowohl auf den C2C-Bereich als auch auf den B2C-Sektor beziehen.

Der fünfte Bereich, auf den sich FinTechs konzentrieren können, ist ausgesprochen komplex. Hier geht es um die Entwicklung und Vermarktung von Angeboten, die entweder mit denen von Banken und Versicherungen in Konkurrenz stehen oder diese ergänzen. Beides bietet für Start-ups ein immenses Potenzial.

Blockchain Technologie als eines der Trendthemen der Start-ups

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Ein weiterer Bereich, auf den sich in den letzten Jahren viele Gründer im Finanzsektor konzentriert haben und der ebenso ein enormes Potenzial mitbringt, sind Unternehmen, die sich mit den Blockchain-Technologien auseinandersetzen. Dieser Bereich entstand gemeinsam mit der Entwicklung und wachsenden Verbreitung der Kryptowährungen. Erst die Blockchain-Technologien haben in den letzten Jahren überhaupt die Etablierung und Umsetzung der Kryptowährungen möglich gemacht.

Welches Potenzial in den Blockchain-Bereichen steckt, zeigt die extrem hohe Nachfrage nach Kryptowährungen verschiedenster Art. Rund um Bitcoin, Ripple und Litecoin entstand in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland, sondern auch auf internationaler Ebene ein regelrechter Hype. Nachdem Bitcoin den Anfang machte, nahm die Zahl der Kryptowährungen rasant zu. Ein Ende davon ist nicht abzusehen. Dazu hat letztlich auch der erste große Höhepunkt beigetragen, der sich schon Ende 2017 und Anfang 2018 herauskristallisierte.

Ein Problem, das die Kryptowährungen aber lange Zeit begleitete, war die eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit. Immerhin konnten Bitcoins und Ähnliches innerhalb eines Tages vollkommen wertlos sein. Den Wandel bringt der Blockchain-Ansatz, der immer mehr Gründer auf den Plan ruft, aber auch längst von der Bundesregierung selbst als Chance angesehen wird.

Experten sind sich einig: Die Blockchain-Technologie hat ein enormes Wachstums- und Innovationspotenzial. In den USA prognostiziert man mit dieser Technologie beispielsweise eine enorme Einsparung an Arbeitskosten. Die umfassende Technologie hinter dem Trend ermöglicht auch verteilte Datenbanken. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie sind vielseitig und reichen von dezentralen Netzen bis hin zu Zug-um-Zug-Zahlungen, die für Außenhandelsgeschäfte ausgesprochen interessant sind.

Blockchain-Technologien sind auf lange Sicht aber auch in Backoffice-Prozessen einsetzbar und können darüber hinaus für die Entwicklung und Etablierung von Fotodatenbanken verwendet werden. Der Erfolg und das Potenzial der Blockchain-Technologien sind in diesen Tagen vor allem auf die Sicherheitseigenschaften zurückzuführen. So ist das Risiko eines Datenverlustes hier doch deutlich geringer als in anderen Bereichen. Grund ist die bewusste Aufteilung der verschiedenen Daten. So lagern die Daten nicht auf einem PC, sondern werden auf mehrere aufgeteilt. Das sorgt wiederum dafür, dass der Datenverlust deutlich abnimmt.

Treten Fehler auf, lassen sich diese in der Blockchain-Technologie darüber hinaus viel schneller beheben. Oft ist nämlich kinderleicht auszumachen, bei welchem Anwender diese Fehler aufgetreten sind. Die Blockchain-Technologie ist ein Bereich der permanenten Weiterentwicklung. Es gibt immer wieder neue Ideen und technische Ansätze, die von den Unternehmen verfolgt werden. Gründer können sich beispielsweise im Segment der Smart Contracts engagieren. Den automatisierten Transaktionen wird in vielen Bereichen sehr viel Aufmerksamkeit zuteil, da sie eine erhebliche Zeitersparnis ermöglichen.

Bundesregierung setzt auf eigene Blockchain-Strategie

Wie wichtig die Blockchain-Branche ist und welches Potenzial in ihr letztlich für die deutsche Wirtschaft steckt, hat in den letzten Jahren auch die Bundesregierung für sich erkannt und hat 2019 eine eigene Strategie verabschiedet. Die Bundesregierung hat hier übrigens betont, dass Deutschland aktuell im Bereich der Blockchain-Technologien zu den führenden Standorten auf internationaler Ebene gehört. Um diesen Status weiter auszubauen, hat sich das Bundeswirtschaftsministerium darauf verständigt, verschiedene Pilotprojekte auf den Weg zu bringen.

Dabei konzentriert sich der Bund auf einen klaren Bereich: den Energiesektor. Gerade hier könnte die Blockchain Technologie in den kommenden Jahren zu erheblichen Weiterentwicklungen beitragen und vor allem auch in der Energiewende selbst die Digitalisierung vorantreiben. Durch die frühe Fokussierung auf diesen Bereich verfolgt die Bundesregierung vor allem ein Ziel: Deutschland soll als Blockchain-Standort gestärkt werden, sodass neue Technologien gezielt vorangetrieben werden. Die Bundesrepublik könnte sich mit diesem Engagement auch auf Dauer als einer der führenden Standorte halten, was wiederum ein erhebliches Potenzial aufseiten der Gründer darstellt.

Die klare Blockchain Strategie der Bundesregierung ebnet den Weg dafür, die Chancen zu nutzen, die diese Technologie mitbringt. Die Bundesregierung unterstrich bei der Vorstellung der Strategie, dass es vor allem darum gehe, sowohl Potenziale als auch die digitale Transformation an sich zu ermöglichen.

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