Mit Vollgas an die Autokäufer

Kfz-Handel im Internet


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Von Null auf Platz drei der deutschen Online-Autobörsen schaffte es das Kölner Start-up pkw.de in nur eineinhalb Jahren – trotz Kfz-Krise. Hier lesen Sie die rasante Erfolgsstory rund um das pkw.de-Zugpferd Boris Polenske (Foto).

Ob bei gewerblichen oder privaten „Surfern“, der Internet-Boom hatte bereits eingesetzt, als sich vor etwa vier Jahren ein kleines Team in der Hauptstadt Berlin zusammenfand. Sein Ziel: eine Online-Autobörse zu entwickeln, die ausschließlich dem gewerblichen Handel dienen sollte, die Leasinggesellschaften, Vermietern und Herstellern eine Plattform bot. Erste Erfahrungen mit einem Online-Autohaus lagen schon vor, als die Mannschaft aus Marketing-, Vertriebs- und EDV-Spezialisten mit Ihrem Baby „pkw.de: European B2B market“ 2005 zuversichtlich startete.

Für den Erfolg des Start-ups war dabei entscheidend, dass schnell ein wichtiger Partner als Investor gewonnen werden konnte. Bis heute prägt dieser Partner maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens: Dirk Ströer und sein Beteiligungsunternehmen, die Media Ventures GmbH. Von Köln aus fördert der Medienunternehmer mit seiner Gesellschaft den Aufbau innovativer Geschäftsmodelle, erschließt neue Märkte und Geschäftsfelder in den Bereichen Technology, Media & Telecommunications – und stellt sein umfangreiches Netzwerk zur Verfügung. „Auch wenn die deutsche Autobörsen-Landschaft in der Gründungsphase von zwei Big-Playern beherrscht und von vielen kleinen Anbietern umkämpft wurde, wir waren von Beginn an vom pkw.de-Potenzial überzeugt“, erinnert sich Dirk Ströer.

Investor mit starkem Netzwerk

Mit dem neuen Partner verschob sich nicht nur der Unternehmenssitz von der Spree an den Rhein, sondern auch die Geschäftsidee von der reinen B2B-Plattform zur Online-Autobörse für private und gewerbliche Nutzer. Mit klarer Fokussierung auf den deutschen Markt ging es von nun rasant voran für pkw.de und seine Betreibergesellschaft, die Kölner Caroo GmbH. Während die Entwickler neue Services und der Vertrieb effektive Strukturen entwarfen, kreierte das Marketing aufmerksamkeitsstarke Kampagnen – die Dirk Ströers Netzwerk nutzten. Denn der Vermarktungsexperte ist Teilhaber der Ströer Out-of-Home Media AG, dem in Deutschland mit 230.000 Werbeflächen größten Außenwerber. Das ermöglichte dem Unternehmen von Beginn an, über eine bundesweite Ansprache „auf der Straße“ seine Bekanntheit schnell zu steigern und private wie gewerbliche Nutzer für sich zu gewinnen.

Innovative Services, professionelle Strukturen, große Bekanntheit: Eckpfeiler für den Erfolg, aber noch lange keine Garantie, das wussten und wissen die Macher von pkw.de. Gerade im Online-Kfz-Geschäft kann ein Unternehmen nur überleben, wenn es eine kritische Größe überschreitet. Das gilt für die Nutzerzahlen, die eingestellten Fahrzeuge und die angeschlossenen Händler gleichermaßen. Ohne eine enge Zusammenarbeit mit dem professionellen Handel funktioniert keine Online-Autobörse. pkw.de überzeugte den Handel in kostenlosen Testphasen, erhielt Empfehlungen und schaffte es, deutschlandweit Kooperationspartner unter den Kfz-Herstellern, -Datenlieferanten und -Händlern zu finden.

Mit dem "Erfinder" der Telefonbuch-CD auf die Überholspur

Im Juli 2008 übernahm Boris Polenske als Geschäftsführer die Leitung der pkw.de-Betreibergesellschaft Caroo GmbH und stellte in den ersten Monaten alle Aspekte auf den Prüfstand – von der Technik über die internen Abläufe bis zu den Produkten. So wurden Teams wie Vertrieb, Support und Entwicklung ausgebaut und unter einem Dach gebündelt, um schneller und direkter handeln zu können. Mit Polenske erhielt das Unternehmen nicht nur einen neuen Geschäftsführer, sondern auch einen Gesellschafter, der ein umfangreiches Wissen als Online-Vermarkter und Gründungsunternehmer besitzt.

Bevor er zu pkw.de wechselte, war Boris Polenske Vorstandsvorsitzender der heutigen klickTel AG. Bereits während seiner Schulzeit startete er die Firma klicksoft und brachte 1995 die erste Telefonbuch-CD auf den Markt – ein bereits bis dahin beeindruckender Lebenslauf eines Gründungsunternehmers, der 1971 geboren wurde. „Nach vielversprechenden Gesprächen im Vorfeld stand die Entscheidung für mich schnell fest, als Geschäftsführer und Gesellschafter mit pkw.de eine neue Herausforderung anzunehmen. Ich war mir sicher, das große Potenzial nach einer strategischen Neuausrichtung weiter aktivieren zu können,“ betont Vollblut-Unternehmer Polenske.

Vollgas in Zeiten der (automobilen) Krise

Und dass es Boris Polenske versteht, in unternehmerischem Sinne „PS auf die Straße zu bringen“, zeigt das enorme Wachstum der Autobörse seit seinem Eintritt. Bereits Ende 2008 gelang es, die Top-3-Autobörse Deutschlands zu werden. Dabei setzt das Unternehmen bis heute auf eine unvermindert starke Ansprache der Verbraucher per Außenwerbung, einen ausgereiften Mix an On- und Offline-Maßnahmen sowie die Entwicklung von Händler-Servicepaketen. „Kostenlose Inserate und komfortable Features für Privatkunden auf der einen Seite, spezielle Bezahlprodukte für Händler auf der anderen – wenn Sie mit einer Autobörse erfolgreich sein wollen, müssen Sie Nutzer auf beiden Seiten überzeugen“, betont Polenske.

Und der Erfolg gibt ihm Recht. Durch Innovationen wie den kostenlosen Anrufservice, die Unternehmensvideos und den praktischen Angebotsgenerator werden private Endverbraucher überzeugt. So nehmen nicht nur die Nutzerzahlen der Online-Börse zu, auch die Mannschaft von Boris Polenske wächst. Entwicklungsabteilung, Produktmanagement, Vertrieb, Support sowie das von ihm verantwortete Marketing: 2010 ist sein Team auf 40 Mitarbeiter gewachsen.

Eigene Zielvorgabe: die Pole-Position für Privatkäufer

In Zukunft will Boris Polenske mit seinem Unternehmen nicht nur die Top-Position weiter ausbauen, sondern als „Autobörse der Privatkäufer“ in Deutschland der führende Anbieter für den Endverbraucher werden. Sein Grundprinzip lässt sich dabei auf fast jedes Start-up-Unternehmen übertragen. „Gerade heute gilt es, schnell Geschäftsmodelle mit einem tragfähigen Erlöskonzept zu entwickeln. Für uns heißt das: dem bezahlenden Kunden, dem Kfz-Händler, echten Mehrwert zu bieten, indem wir ihm Käufer vermitteln, in erster Linie Privatkunden.“ An zukunftsweisenden Ideen und schnellen Umsetzungen für diese Aufgabe scheint es Boris Polenske und seinem Team dabei nicht zu mangeln.

Mobilität neu denken

Fünf Learnings für die Mobilitätswende im urbanen Umfeld.

Im Jahr 2017 als Teil der Digital Hub Initiative des Bundes bei Europas größtem Gründungs- und Innovationszentrum UnternehmerTUM in München angesiedelt, baut der Hub ein Mobilitäts-Ökosystem aus Wissenschaft, Verwaltung, Gründer*innenszene und Unternehmen auf. Gemeinsam mit Unternehmenspartner*innen und Start-ups entwickelt die Initiative Mobilitätslösungen mithilfe neuer Technologien. Das Ziel ist es, die Entwicklung zukunftsweisender nachhal­tiger Mobilitätslösungen kollaborativ umzusetzen.

 „In den letzten fünf Jahren haben wir mit den richtigen Projektideen wichtige Impulse gesetzt und gezeigt, wie Ideen schnell in die Mobilitätspraxis finden“, sagt Kirstin Hegner, Leiterin des Digital Hub Mobility. „Wir wollen weiterhin mit unseren Projekten relevante Ansätze für Entscheiderinnen und Entscheider entwickeln, damit innovative Mobilitätskonzepte in Deutschland noch schneller umgesetzt werden können.“

Hier fünf Learnings aus fünf Jahren Mobility-Projektarbeit:

I. Mobilität ist mehr als Transport

Verkehrs- und Stadtplanung sowie der Energiesektor bieten große Chancen für Innovationen, um den Mobilitätssektor nachhaltig umzubauen. Dabei liefern Start-ups oft neue, innovative Lösungsansätze, die in Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen und Behörden in einem branchenübergreifenden Ökosystem umgesetzt werden können. In der Projekt­umsetzung können Akteur*innen zielgerichtet und anhand ihrer Expertise und Stärken einbezogen werden.

II. Verhaltensänderung begleiten

Nachhaltig gedachte Mobilitätskonzepte erfordern oft, dass sich Nutzer*innen an neue Verhaltensweisen gewöhnen müssen. Das braucht Zeit, und nicht jede und jeder möchte sich darauf einlassen. Erfolgsfördernd zeigte sich, Menschen entlang der gesamten Konzeption neuer Mobilitätsangebote einzubinden, beispielsweise über Infostände im Projektgebiet, Austausch mit Projektteilnehmenden sowie Kommunikation von Informationen über Medien und Internet. Im Projekt Umparken Schwabing verzichtete eine Nachbarschaft von acht Haushalten einen Monat auf ihr Auto. Die Fahrzeuge parkten außerhalb der Stadt. Dafür erhielten die Teilnehmenden ein virtuelles Mobilitätsbudget, mit dem sie alle Mobilitätsangebote in ihrem Quartier, z.B. Carsharing-Autos, Lastenfahrräder, E-Roller, E-Scooter, Taxi und den ÖPNV, nutzen konnten. Die freigewordenen Parkflächen wurden zu einem urbanen Garten sowie einer Fahrrad- und E-Scooter-Abstellanlage umgestaltet. Ein Drittel der Teilnehmenden konnte sich danach tatsächlich vorstellen, das Auto dauerhaft abzugeben.

III. Ergebnisoffen loslegen

Ab einem gewissen Punkt ist es wichtig, vom Planen ins Handeln zu kommen und loszulegen. Die Design-Thinking-Methode ermöglicht es, trotz unklaren Ziels das Projekt zu starten. Die aus der Umsetzung gewonnenen Erfahrungen und das Feedback bieten neue Erkenntnisse. Oft ergeben sich auch Folgeprojekte nach einem Austausch über die Ergebnisse und die Umsetzung mit anderen Akteur*innen im Ökosystem.

IV. Daten sind die Basis für langfristige Veränderung

Daten ermöglichen es, Verhalten und Nutzung von Mobilitätsangeboten zu beobachten und Bedürfnisse zu verstehen. Mit deren Hilfe können Verkehrsinfrastrukturen inklusiver und nach diversen Bedürfnissen ausgerichtet werden. Das gelingt, indem quantitative Daten wie Anzahl, Dauer und Tageszeit der Nutzung oder qualitative Daten wie eine Befragung durchgeführt werden. Nur mit einer guten Datenbasis können Nach­ahmer*innen angeregt und Kritiker*innen überzeugt werden.

V. Veränderung braucht neue Rahmenbedingungen

Mobilitätsinitiativen setzen wichtige Impulse und zeigen auf, wie nachhaltige Konzepte in der Praxis funktionieren können. Deshalb erstellt der Hub am Ende eines jeden Projekts ein „Handbuch“, das anderen die Implementierung und Skalierung erleichtern soll. Die breitflächige Umsetzung, etwa von begrünten Straßen und Parkplätzen oder reduzierten Staus und CO2-Emissionen, liegt an anderer Stelle. Entscheidend ist ein enger Austausch mit den politischen Entscheider*innen über Projektergebnisse und Ansätze für eine rasche Umsetzung. Hier liegt der größte Hebel für eine schnelle Veränderung.

Tipps für E-Mobility-Newbies

Fünf Starttipps für alle, die ein nachhaltiges E-Mobility-Geschäftsmodell aufbauen wollen.

Wer mit seinem Geschäftsmodell durchstarten möchte, hat es nicht immer leicht. Denn neben der Frage, ob das Produkt überhaupt vom Markt angenommen wird, gibt es auch andere Unsicherheitsfaktoren, die den Start stark beeinflussen. In der E-Mobilitätsbranche ist dieses Problem besonders groß, da viele Bereiche unreguliert sind. Anbieter*innen können sich nur auf wenige Standards verlassen. Diese Tipps sollten E-Mobilitätsanbieter*innen beherzigen, damit ihre Idee auch langfristig ein Erfolg wird.

I. Transparenz gegenüber den Kund*innen

Die Ladeinfrastruktur wächst stetig. Eine aktuelle Studie der KfW zeigt jedoch, dass mehr als jede(r) zweite potenzielle Käufer*in in Deutschland vom Erwerb eines E-Autos absieht, weil das Vertrauen in die Ladeinfrastruktur fehlt. Vieles läuft in der E-Mobilitätsbranche über Software. Doch die gesamte User Experience kann von der E-Mobilitätsbranche nicht rein technisch gelöst werden. Hier ist die ganze Branche gefragt, bestehende Ängste von Fahrer*innen abzubauen und das Vertrauen in die E-Mobilität zu stärken. Newcomer*innen sollten dabei als positives Beispiel vorangehen, ihre Kund*innen dort an die Hand nehmen, wo es notwendig ist und Unsicherheiten durch offene Kommunikation aus dem Weg räumen.

II. Künftige Skalierbarkeit des Unternehmens

Für aufstrebende Marken ist es immer wichtig, skalierbar zu sein. Nur so können neue Märkte erschlossen und Kund*innen nachhaltig zufrieden gestellt werden. Wir hatten bei Plugsurfing verschiedene MVPs (Minimum Viable Products), die aber im großen Stil nicht skalierbar waren. Erst durch die Migration auf unsere neue Plugsurfing Power Platform waren wir wirklich in der Lage, uns zu vergrößern und mit den schnellen Veränderungen im Markt Schritt zu halten. Wir mussten in der Migrationsphase verschiedene Produktentwicklungen on-hold setzen und verloren so viel Zeit. Newcomer*innen sollten dementsprechend frühzeitig die Weichen stellen, um diese Probleme zu umgehen.

III. Einheitliche Datenstandards

Wie bereits angesprochen, sind technische Implementierungen in unserer Branche wenig reguliert und standardisiert. Im Moment arbeiten viele nur für sich, aber Fahrer*innen erwarten überall standardisierte Lademöglichkeiten. Das ist eine der zentralen technischen Herausforderungen der E-Mobilität. Wir brauchen europaweite Regelungen, um die Standards für unsere Zukunft zu setzen. Neue Anbieter*innen sollten an der Weiterentwicklung solcher Standards aktiv mitwirken, da sie so eine sehr gute Übersicht über den Markt haben und an den richtigen Stellen Anschluss finden.

IV. Flexibilität in der Software

Natürlich hat jede(r) Anbieter*in aktuell eine bestimmte Lösung, auf die er/sie setzt. Es ist daher sehr schwierig, alle miteinander zu verknüpfen, damit zum Beispiel Bezahlvorgänge für Fahrer*innen an diversen Ladesäulen funktionieren. Viele Workarounds sind noch Übergangslösungen, die ersetzt oder zukunftssicher überarbeitet werden müssen. Anbieter*­innen sollten daher unbedingt auf eine flexible Software setzen, die angepasst werden kann.

V. Langfristige Partnerschaften eingehen

Zuletzt ein wichtiger Tipp: Ohne Partner*innen geht es nicht. Und das gilt besonders für die E-Mobilitätsbranche. Natürlich treten Newcomer*innen mit bestehenden Anbieter*innen in Konkurrenz, weil sie zum Beispiel einen blinden Fleck gefunden haben und so Kund*innen abwerben. Anbieter*innen sollten jedoch immer auch Partnerschaften anbieten. Wir legen bspw. den Fokus auf enge Zusammenarbeit und Wissenstransfer, um nachhaltige technische Lösungen entwickeln zu können. So hilft ein großes Netzwerk an Partner*innen dabei, die E-Mobilität zu stärken und langfristig zukunftsfähig zu machen.

Der Autor Tatu Kulla ist CEO des E-Mobilitätsdienstleisters Plugsurfing, der Softwaretools entwickelt, um E-Mobilität für alle zugänglicher zu machen.

Slected.me: Transparenter Arbeitsmarkt durch KI

Mithilfe des KI-gepowerten Karrierebegleiters von Slected.me behalten Jobsuchende und Fachkräfte ihren individuellen Marktwert stets im Blick.

Was lässt sich die Suche nach einem neuen Job bzw. qualifizierten Fachkräften zeitgemäßer, schneller und transparenter gestalten? Was braucht es, damit Unternehmen und Fachkräfte unkompliziert und auf Augenhöhe zueinanderfinden? Die Antwort lautet offene Kommunikation und umfassende Informationen, auch hinsichtlich des Gehaltes. Die Technologie der KI hat das Potenzial, zum Game-Changer des Arbeitsmarktes zu avancieren.

KI-basierte Technologie als Mittel realistischer Bewertung

Dank neuer KI-Technik ist es jetzt für Jobsuchende möglich, auf Basis von Vergleichen mit anderen Talenten ein besseres Verständnis für den Wert ihrer Arbeit zu erhalten. Die KI ermittelt auf Grundlage verschiedener Skills ein Gehalt und beschränkt sich nicht nur auf die sonst herangezogenen Parameter, sondern nutzt Informationen zu besonderen Fähigkeiten, absolvierten Weiterbildungen, speziellem Know-how oder auch Hobbys.

Die Founder der digital-basierten Plattform Slected.me sagen zu den Beweggründen, die zur Entwicklung des Gehalts- und Karriereratgebers führten: „Es kann nicht sein, dass Berufserfahrung der einzige Parameter im Job-Leben ist. Und es kann nicht sein, dass Menschen zehn Jahre lang mit dem gleichen Gehalt arbeiten“.

Vorrangiges Ziel von kreativen Köpfen wie Pirathipan Nanthakumar, Santhosh Kumar und David Forino ist es, Unternehmen und Jobsuchenden eine Interaktion auf Augenhöhe zu ermöglichen. Vor allem aber treibt sie folgende Vision an: „Wir wollen Menschen dabei helfen, Gehalt nicht länger als Tabuthema zu sehen. Unser Team ist davon überzeugt, dass jeder Mensch die gleichen Lebenschancen verdient, unabhängig von sozialem Alter, Geschlecht, Religion und sozialem Hintergrund. Dafür fördern wir die Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt und unterstützen Menschen auf ihrem Karriereweg.“

Plattform für Jobsuchende und Unternehmen

Der Arbeitsmarkt kennt zwei Gruppen: Menschen auf der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz und Unternehmen, die freie Stellen besetzen wollen. Für beide Gruppen ist ein schnelles Job-Matching wichtig.

Jobsuchende können auf Slected.me eine kostenlose Marktwertevaluation erhalten. Sie haben Zugriff auf leicht verständliche Auswertungen, die es ihnen ermöglichen, zeitnah und ohne Aufwand Jobsuchende mit ähnlichen Interessen, Fähigkeiten und Karrieren zu finden. Mithilfe der aufgezeigten Gemeinsamkeiten erkennen sie Optimierungspotenzial und können bei Bedarf ihr eigenes Set an Skills optimieren. Die zur Verfügung gestellten Marktwertinformationen verhelfen ihnen bei Bewerbungsprozessen zu einer besseren Ausgangsposition.

Slected.me konzentriert sich auf die Zielgruppe der Jobsuchenden und bietet darüber hinaus auch Unternehmen die Möglichkeit, nach passenden Fachkräften zu suchen. Letztere erhalten etwa die Möglichkeit, sich ein Unternehmensprofil zu erstellen und die von ihnen gewünschten Anforderungen anzugeben. Die KI vergleicht diese Anforderungen dann mit den gespeicherten Kandidat*innen und präsentiert eine Liste mit geeigneten Personen. Auf diese Weise wird der gesamte Prozess des Recruitings vereinfacht und ein Job-Matching ist schneller möglich. Sind beide Seiten interessiert, wird der Kontakt vermittelt.

Demographische Entwicklung & Fachkräftemangel bringen den Arbeitsmarkt in Bewegung

Seit vielen Jahren hat es die deutsche Wirtschaft versäumt, für ausreichenden Nachwuchs zu sorgen. Es wurde zu wenig für spezielle Tätigkeiten geworben. Nicht selten war die Entlohnung eine Ursache dafür, dass sich nicht genügend Auszubildende fanden. Auch die stark steigende Zahl von Hochschulabsolventen trägt zum Mangel bei.

Die geburtenstarken Jahrgänge verabschieden sich in den nächsten Jahren in den wohlverdienten Ruhestand und hinterlassen zahlenmäßig eine kurz- oder mittelfristig kaum zu schließende Lücke. Insofern sind innovative Konzepte ein probates Mittel, um Jobsuchende und Unternehmen dabei zu unterstützen, sich gegenseitig zu finden.

Möglich macht das die Digitalisierung und die mit ihr einhergehende Automatisierung. Durch beides können personelle Ressourcen gespart werden, die sich dann in kostengünstigen Dienstleistungen widerspiegeln. Auch die KI-Technologie ist hier ein wesentlicher Faktor.

Bavarian Airlines: 18-Jähriger gründet Fluggesellschaft in München

18-jährige Gründer*innen gibt es einige. Mit der Gründung der Fluggesellschaft Bavarian Airlines sticht Adem Karagöz allerdings heraus.

Neue Fluglinien werden immer wieder gegründet. Bavarian Airlines sticht jedoch heraus. Erst im November 2022 gestartet und vergangene Woche formell gegründet, will das Unternehmen schon Ende 2023 mit zwölf gemieteten Jets des Typs Embraer E195-E2 von München aus Linienflüge nach Wien, Amsterdam, London City, Berlin, Düsseldorf und Mailand anbieten. Und was vielleicht noch erstaunlicher ist, als der ambitionierte Zeitplan: Co-Founder und CEO Adem Karagöz ist gerade einmal 18 Jahre alt.

Bavarian Airlines: Besseres Essen, breitere Sitze als die Konkurrenz

Dieser hat auch einen Plan, gegenüber der etablierten Konkurrenz wie Lufthansa und Co. herauszustechen, wie er in einem RTL–Interview erzählt: „Wir möchten ein neues Produkt auf den Markt bringen, das es in Deutschland so noch nicht gibt. Es ist vergleichbar mit der Domestic First Class in den USA. Das bedeutet, wir möchten ein besseres Service anbieten.“ Das heiße etwa besseres Essen und breitere Sitze. „In der Business Class gibt es eine 1-1-Bestuhlung statt einer 2-2-Bestuhlung, in der Economy Class eine 2-2-Bestuhlung statt einer 3-3-Bestuhlung“, so Bavarian Airlines-CEO Karagöz. Auf die Idee sei er während eines Business Class-Flugs gekommen, bei dem er sich über schlechtes Service und niedrigen Sitzkomfort geärgert habe, sagt der junge Gründer: „Ich dachte mir, das kann ich besser.“

Das Ziel: Top Services, moderate Preise

Trotz dieses Service-Versprechens will Bavarian Airlines Endverbraucher*innen-Preise in der Größenordnung der etablierten Konkurrenz bieten. Bei Analysen sei man zum Ergebnis gekommen, dass man sogar bei niedrigeren Preisen profitabel arbeiten könne, erklärt Adem Karagöz. Ob man im dritten oder vierten Quartal dieses Jahrs losstarten könne, hänge von der aktuell größten Herausforderung ab: Noch hat das Unternehmen keine Lizenz. Diese wurde aber bereits beantragt, wie sich RTL vom zuständigen Bundesamt bestätigen ließ.

Adem Karagöz sichert Startkapital in zweistelliger Millionenhöhe

Und wie finanziert der junge Gründer das alles? Gegenüber der Bild geht er nicht ins Detail, erzählt aber, man habe bereits einen zweistelligen Millionenbetrag „von Investoren und aus eigener Tasche“. Schon 2024 wolle man mit Bavarian Airlines 2,1 Millionen Passagiere befördern – mit insgesamt 21 900 Flügen, also 60 pro Tag, sagt Adem Karagöz dort. Und: Es werde ein Bonusmeilen-Programm geben, bei dem man in Kryptowährung – „Bavarian Tokens“ – ausbezahlt wird.

velio: Premium (E-)Bikes refurbished

Das Kölner Start-up velio wurde 2021 von Chris Lenz und Sebastian Hanhues mit der Vision gegründet, das Konzept der Kreislaufwirtschaft in die Fahrradindustrie einzuführen.

Velio wurde im Herbst 2021 von den fahrradbegeisterten Unternehmern Chris Lenz und Sebastian Hanhues gegründet, die reichhaltige Erfahrung im Aufbau und der Skalierung digitaler Geschäftsmodelle mitbringen. Ihre Vision: die Idee der Kreislaufwirtschaft in die Fahrradindustrie einführen. Das Konzept: Die Kölner bereiten die gebrauchten Fahrräder auf – der Basisbestand setzt sich aus ehem. Leasing- und Leihfahrrädern, Testbikes und Ausstellungsstücken zusammen sowie Rädern, die bei Händlern zurückgegeben oder von Privatpersonen verkauft wurden – und verlängert so ihre Laufzeit. Jedes Bike wird im eigenen Meisterbetrieb geprüft, gewartet und eingestellt.

Den ökologischen Reifenabdruck verkleinern

Nach der ressourcenschonenden Instandsetzung sind die (E-)Bikes dann „wie neu“ im velio-Online-Shop erhältlich. Auf diese Weise wird der Produktlebenszyklus verlängert – und der „ökologische Reifenabdruck“ verkleinert. Der Unterschied zwischen erneuert und neu beträgt bis zu 300 Kilogramm CO2.

Und nicht nur das: Auf dem Fahrrad kann jede(r) einzelne gegen die Luftverschmutzung und den Klimawandel anrollen. Das Ziel von velio: Jene 22 Prozent der Treibhausgase zu reduzieren, die auf den Verkehrssektor und Autofahrten zurückgehen – und einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten.

Global Benefits per Radfahren

Schätzungen zufolge erzeugt Fahrradfahren „global Benefits“ in Höhe von bis zu 150 Milliarden Euro pro Jahr – zumal Effekte, die unter anderem der Umwelt, der Gesundheit der Bevölkerung und dem Verkehrssystem zugutekommen. So liegt der CO2-Ausstoß eines E-Bikes bwpw. zwischen 7 und 7,8 Gramm pro Kilometer, während bei einem Elektroauto der Wert rund 15-mal höher ist. Zudem sorgt ein E-Bike für mehr Flexibilität und mehr Unabhängigkeit im Alltag. Deswegen baut auch velio sein E-Bike-Angebot stetig aus. Oder anders ausgedrückt: Das Start-up verfolgt die Mission, nachhaltige urbane Mobilität für alle zu ermöglichen.

Die Welt der Fahrräder virtuell erschließen

Kund*innen mit refurbished Bikes deutschlandweit innerhalb weniger Werktage kostenlos zu beliefern, ist das eine. Ihnen die Welt der Fahrräder virtuell zu erschließen, das andere. Bei velio beginnt der Service bereits vor dem Kauf – mit nur wenigen Klicks und, wenn gewünscht, vollständig digital und via Smartphone. Zusätzlich wird eine professionelle Kaufberatung via E-Mail oder Telefon angeboten, um auf die individuellen Bedürfnisse eingehen zu können. Optional können alle Bikes gegen Diebstahl, Reparaturen und Verschleiß abgesichert werden.

Nach dem Kauf ermöglicht es der kostenlose Bikemanager durch Features wie dem Bikepass und dem digitalen Scheckheft zur Dokumentation von Reparatur- und Pflegeleistungen, den optimalen Überblick über das Premium-Rad zu erzeugen und den Wiederverkaufswert zu steigern. Denn: Ein velio Bike kann nach der Nutzung je nach Zustand über die Plattform wieder in den Kreislauf zurückgeführt und erneut aufbereitet werden.

Fahrrad als die progressive Alternative zum Auto

Die Zielgruppe ist nach den ersten Erfahrungen der Gründer breit gefächert. Im Zuge der Mobilitätswende zielt velio insbesondere auf den Urban Commuter ab, aber auch für Menschen aus dem Umland sind die Refurbished Bikes interessant. Auch den derzeitigen Boom der E-Bikes spürt das Team von velio deutlich und es lässt sich feststellen, dass inzwischen auch einige junge Menschen auf die elektrische Version des Fahrrads umsteigen und diese nicht mehr nur als Option für die ältere Gesellschaft gesehen wird. Was alle Kund*innen vereint, ist schlussendlich auch das, was das velio-Team zusammengebracht hat und für einen Wandel auf dem Fahrradmarkt kämpfen lässt: Sie stehen hinter dem revolutionären Konzept, freuen sich, etwas für die Umwelt getan zu haben und sehen das Fahrrad als die progressive Alternative zum Auto.

Cybersecurity-Trends 2023

Fünf Sicherheitstrends - für Unternehmen jeder Größe relevant.

Das Jahr 2022 war ein Ausnahmejahr, auch geprägt von einer steigenden Zahl von Cyberangriffen. Diese Entwicklungen machen Unternehmen schwer zu schaffen. Experten wie beispielsweise von Interpol prognostizieren auch für die kommenden Jahre, dass Cyberattacken wie Ransomware und Phishing deutlich zunehmen werden. Damit Unternehmen sich auf das kommende Jahr vorbereiten können, ist es wichtig, dass sie ihre Sicherheitslücken kennen und auch beheben. Dabei zeichnen sich einige Trends ab, die für 2023 wichtig werden.

Cybersecurity-Trend 1: Kritische Infrastrukturen bleiben im Visier von Cyberkriminellen

Kritische Infrastrukturen sind laut Medienberichten fast täglich Ziel einer Cyberattacke. Diese Lage verunsichert Unternehmen zunehmend. Gerade hochsensible Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen oder die Energieversorgung werden 2023 von Cyberkriminellen noch stärker attackiert werden. Auffallend ist, dass die Angriffe häufiger, schneller und fokussierter werden. Der Grund dafür ist nicht nur die zunehmende Professionalisierung der Hacker, sondern auch der Trend zu Cybercrime-as-a-Service (CaaS). Damit wird es auch für Hobbykriminelle einfacher, ihre eigenen Angriffe zu entwickeln und dadurch Profit zu machen.

Cybersecurity-Trend 2: Neue Regulierungen auf dem Weg

Ende dieses Jahres hat sich das Europäische Parlament mit den Mitgliedsstaaten der EU auf einen Rahmen (NIS 2) geeinigt, der das Netz und Informationssysteme besser vor Cyberattacken schützen soll. Die Staaten haben dann 21 Monate Zeit, NIS 2 in nationales Recht umzusetzen. Mit NIS 2 werden Mindestanforderungen zur Zusammenarbeit zwischen den Ländern geschaffen und diese so harmonisiert. Auch hier steht die kritische Infrastruktur im Fokus, da hohe Bußgelder verhängt werden, sollten die neuen Anforderungen nicht eingehalten werden. Andere Unternehmen müssen ebenfalls auf Grundlage des neuen Rahmens ihre Sicherheitsmaßnahmen nachbessern und Behörden innerhalb von 24 Stunden nach einem Vorfall einen Bericht zur Verfügung stellen. Erschreckend ist aber, dass 47 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen in Unternehmen im aktuellen Sicherheitsbarometer 2022 angaben, die gängigen Maßnahmen überhaupt nicht zu kennen. Zehn Prozent der Befragten gaben an, keine Vorkehrungen für erhöhte IT-Sicherheit zu treffen. Unternehmen sollten demnach jetzt Maßnahmen ergreifen, um ihre Schwachstellen zu schließen und die Sicherheitsmaßnahmen auf den neuesten Stand bringen, um nicht nur Cyberangriffe zu vermeiden, sondern auch Bußgelder vorzubeugen.

Cybersecurity-Trend 3: IT-Fachkräftemangel macht den Unternehmen nach wie vor zu schaffen

Laut dem Statistischen Bundesamt hatten mehr als drei Viertel der deutschen Unternehmen Probleme, im Jahr 2022 Stellen zu besetzen. Auch international sieht die Lage nicht besser aus. Laut der Cybersecurity Workforce Studie 2022 fehlten im Bereich IT-Sicherheit im Vergleich zu 2021 mehr als 26 Prozent der Sicherheitsexperten. In Zahlen ausgedrückt, brauchen Unternehmen 3,4 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte. Gleichzeitig nehmen Cyberattacken zu. So verschärft sich im nächsten Jahr die Lage weiter, da Sicherheitslücken zu spät oder gar nicht geschlossen werden können, da diese schlichtweg übersehen werden. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sollten Unternehmen junge Nachwuchstalente einstellen, auch wenn diese noch über geringe Berufserfahrung verfügen. Zudem eignen sich Schulungen und Weiterbildungen, wenn Firmen neue Sicherheitsstandards und Regularien rechtzeitig implementieren wollen.

Cybersecurity-Trend 4: Social-Engineering wird verstärkt Banken treffen

Social-Engineering-Attacken sind oft nur der Anfang eines größer angelegten Cyberangriffs. Das wird auch zukünftig der Fall sein und die Kriminellen werden 2023 ihre Ziele ausweiten, denn zunehmend gerät auch der Banken- und Finanzsektor in den Fokus. Eine hohe Gefahr geht von sogenannten Social-Engineering-Attacken in Echtzeit aus. Hier ruft ein vermeintlicher Bankmitarbeiter oder eine angeblich staatliche Organisation einen Kunden an und drängt diesen sein Geld auf ein „sicheres“ Konto zu überweisen. Da der/die Kund*in das Geld selbst überweist, ist es für die echte Bank nur schwer zu erkennen, dass in diesem Fall ein Betrugsdelikt vorliegt. Aber auch die Anzahl von Identitätsdiebstahl und Kontoübernahmen für kriminelle Zwecke werden im Banksektor im Jahr 2023 ansteigen, da sich auch hier die Cyberkriminellen professionalisieren.

Cybersecurity-Trend 5: Deepfakes als neue Gefahr

Laut Europol und dem FBI geht eine ernsthafte Gefahr von Deepfakes aus. Auch wenn diese noch nicht so ausgereift sind, dass sie als massentauglich eingeschätzt werden, wird die Technologie zukünftig von Cyberkriminellen missbraucht werden, um ihre Betrugsszenarien noch authentischer zu gestalten. Es gibt bereits Fälle, in dem gefälschte Videos oder auch Voice-overs durch Deepfake zum Einsatz kamen und so Know-Your-Customer-Prozesse (KYC) ausgehebelt wurden. Da die Technologie sich auch hier immer weiter entwickelt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese von Cyberkriminellen genutzt wird. Denn die technischen Grundlagen sind vorhanden und der Quellcode, um ein Deepfake zu erzeugen, ist öffentlich zugänglich.

Fazit

Unternehmen und IT-Entscheider*innen sollten sich auf die zunehmenden Herausforderungen bezüglich IT-Sicherheit vorbereiten. Sie sollten auch ihre Sicherheitsmaßnahmen auf den neuesten Stand bringen, um ihre Kunden besser zu schützen. Denn das Risiko Opfer einer Cyberattacke ist nur mehr eine Frage der Zeit.

Der Autor Stephan Schweizer ist CEO der Nevis AG, die digitale Sicherheitslösungen entwickelt.

Office-Trends 2023: Wie werden wir künftig arbeiten?

Future of Work: Die Arbeitswelt von „vor der Pandemie“ ist passé. Wir zeigen die zentralen Trends in Sachen Arbeitsplatzstrategie.

Nach wie vor dominiert der Arbeitnehmer*innenmarkt und das bedeutet für die Arbeitgeber*innen, dass ein wesentliches Ziel darin besteht, den Wünschen und Erwartungen der potenziellen sowie aktuellen Belegschaft zu entsprechen und dabei gleichzeitig wirtschaftlich zu agieren.

Vor diesem Hintergrund haben Unternehmen, die weiterhin als attraktiv gelten wollen, die Aufgabe, sich mit dem Thema New-Work auseinanderzusetzen und passende Konzepte in ihr Arbeitsumfeld zu integrieren. Eine wichtige Grundlage hierfür ist eine Arbeitsplatzstrategie, mit deren Hilfe Firmen Raumlösungen entwickeln können, die nachhaltig, kostengünstig und dabei skalierbar sind.

Neue Strukturen einführen: hybrides Arbeiten als Zeitgeist

Hybrid is the new normal. Die letzten drei Jahre hat sich ein Wandel vollzogen – in der Arbeitswelt ebenso wie in den einzelnen Mitarbeiter*innen. Ein Zurück zu den alten Wurzeln ist unter dieser Voraussetzung kaum möglich und nicht erstrebenswert. Vielmehr sollten Firmen nun auf neue Strukturen setzen; das betrifft sowohl die zeitliche Flexibilität als auch die räumliche. Mitarbeiter*innen schwören mittlerweile in vielen Bereichen auf eine Mischung aus Homeoffice und Präsenzarbeit im Büro. Compliance und Kontrollzwang waren einmal, heute gilt es, seiner Belegschaft als Unternehmen Vertrauen zu schenken und ein Höchstmaß an Work-Life-Balance zu gewähren. Das macht die Belegschaft gleichzeitig zufriedener und produktiver. Davon profitieren alle Seiten. So sollte sich beispielsweise auch die Raumstruktur an das neue Arbeiten anpassen. Offene, große Räume wird es weiterhin geben müssen, um Konferenzen und größere Meetings abhalten zu können. Diese Räumlichkeiten sollten modular eingerichtet sein. Verschiebbare Wände, beschreibbare Tafeln und Möbel, die sich dem Menschen anpassen und dadurch die Kommunikation unterstützen, sind ein klarer Trend im neuen Jahr. Ebenso brauchen die Kolleg*innen aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Kleine Räume für stilles Arbeiten in angenehmer Atmosphäre sollte jedes Unternehmen der Belegschaft stellen können. Wer das in den eigenen Räumen bislang nicht kann, für den ist die Möglichkeit, einen Offsite-Space zu nutzen, eine tolle Alternative. Zugleich können diese Spaces individuell und nach Auslastung gebucht werden.

Flexibilität – der Schlüssel zu mehr Produktivität und Zufriedenheit

Durch die Möglichkeit, Homeoffice, Office und Co-Working-Space zu kombinieren, erweitern Unternehmen ihr Angebot an flexiblem Arbeiten enorm. Mit dem passenden Workspace-Konzept, das auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen eingeht und die Arbeitsweisen der Teams berücksichtigt, können Firmen nur gewinnen. Logischerweise benötigen Menschen, die viel im Team arbeiten, andere Räumlichkeiten als jene, deren Fokus sich auf Einzelarbeiten richtet. Unternehmen haben hier eine große Chance, die Zufriedenheit und gleichzeitig die Produktivität am Arbeitsplatz zu steigern. Indem Unternehmen sich für die flexible Anmietung von Offsite-Spaces zusätzlich zum eigenen Büro entscheiden, können sie neue Konzepte leicht umsetzen und gleichzeitig die festen Büroflächen minimieren und damit verbundene Miet- und Heizkosten dauerhaft senken.

Der Trend hin zur kürzeren Mietdauer bei Gewerbe- und Büroimmobilien unterstützt diese Flexibilität zusätzlich. Firmen müssen sich häufig nicht mehr über Jahre oder gar Jahrzehnte vertraglich an eine Immobilie binden und können sich bei Leerstand schneller wieder verkleinern.

Berücksichtigung der ESG-Richtlinien

Nicht nur für den Geldbeutel der Firma, auch für die Umwelt ist eine Verkleinerung angemieteter Flächen sinnvoll. Denn aufgrund des hybriden Arbeitens wird es künftig höhere Leerstandsquotengeben. Schon allein wegen der ESG-Richtlinien (Environmental, Social and Governance) ist dies auf lange Sicht nicht mehr tragbar. Hinzu kommen zusätzliche anfallende Kosten für diese Leerstände, die die Unternehmen decken müssen, die aber kaum wirtschaftlich sind. Mithilfe von flexibel einsetzbaren Büros – zum Beispiel Co-Working-Offices oder auch Desk-Sharing – können Firmen dem entgegenwirken. Sie zahlen und heizen dann nur noch für die Räume, die sie wirklich nutzen.

Offsite-Space, Homeoffice, Office: die Mischung macht's

Die Arbeitswelt von „vor der Pandemie“ ist passé. Ein Zurück in alte Strukturen wird es nicht geben, dafür ist zu viel passiert. Doch das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil: Flexible Arbeitszeiten und – Orte können die Work-Life-Balance der Mitarbeiter*innen unterstützen und positiv beeinflussen. Das steigert Wohlergehen und Gesundheit. Hybrides Arbeiten ist da, wo möglich, das Mittel der Wahl, der Mix aus den unterschiedlichen Möglichkeiten macht das Arbeitsleben erst bunt, fördert in vielen Bereichen die Kreativität und kann für ein deutlich positiveres Arbeitsklima sorgen. Die passenden Räumlichkeiten vorausgesetzt.

Das Büro von früher hat in seiner alten Form vielerorts ausgedient. Gleichwohl wird es das Office weiterhin geben müssen – für Zusammenkünfte, zum gemeinsamen, kreativen Arbeiten, als Begegnungsort fürs Teambuilding. Denn ersetzen kann der Bildschirm zu Hause die persönliche Begegnung nicht, wohl aber ergänzen. So dass der Mensch sich entscheiden kann, wann es für ihn oder sie günstiger ist, ins Büro zu kommen, wann das Arbeiten im Co-Working-Space Sinn ergibt und wann er besser direkt von zu Hause aus arbeitet.

Der Autor Julian Jost ist CEO und Co-Founder von Spacebase, einer globalen Buchungsplattform für Workshop- und Meetingräume, 2015 gegründet in Berlin.

HR-Trends 2023

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren – diese Trends solltest du kennen.

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren. Zwischen Digitalisierung, Inflation und andauernden weltweiten Krisen stehen Unternehmen weiterhin vor ereignisreichen Zeiten. Aber was ist für das kommende Jahr zu erwarten? SD Worx, europäischer Anbieter von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, prognostiziert folgende wichtigste Trends.

Die HR-Welt verändert sich in rasantem Tempo. Neue Geschäftsmodelle, konsolidierende Märkte, die zunehmende digitale Transformation und gesellschaftliche Entwicklungen steigern die Nachfrage nach flexibler Personalarbeit. Dabei geht es nicht nur um die interne Gestaltung der Organisation, sondern auch um einen entscheidenden Bewusstseinswandel auf grundlegenderer Ebene: Den Wandel als Chance zu nutzen und die Personalpolitik neu zu überdenken. 

1. Flexibilität wird zum Schlüsselkonzept
Hybrides Arbeiten hat sich 2022 vielerorts zum neuen Standard entwickelt. Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden oftmals schon jetzt maximale Flexibilität, was die Wahl des Arbeitsortes betrifft. Gleichzeitig verschwimmen dank des zunehmend dynamischeren Personalmanagements die Grenzen zwischen den verschiedenen Abteilungen immer mehr und Unternehmen prüfen, wie sich Mitarbeitende mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen bestmöglich ergänzen können. Interne Plattformen gewinnen an Beliebtheit und gewährleisten eine optimale Abstimmung zwischen den verfügbaren Talenten im Unternehmen (fest angestellt oder als Zeitarbeiter*innen) und der Art der zu besetzenden Stelle. So können Angebot und Nachfrage besser aufeinander abgestimmt und die persönlichen Stärken der Arbeitnehmenden gefördert werden. 

2. Digitalisierung als ganzheitlicher Ansatz
Um die verschiedenen Aspekte des flexiblen Arbeitens managen zu können, werden für Personalverantwortliche smarte HR-Tools immer wichtiger. Dadurch können nicht nur Prozesse vereinfacht werden, sondern auch der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitenden wird gewährleistet. Obwohl der Ausbruch der Covid-19 Pandemie vor fast drei Jahren die Digitalisierung beschleunigt hat, ist die digitale Reife in vielen Unternehmen noch nicht weit fortgeschritten. Das gilt auch für die Personalabteilungen, obwohl es schon heute ausgereifte Tools und Lösungen gibt. Während Unternehmen in China und in den Vereinigten Staaten bereits vermehrt auf solche Möglichkeiten setzen, ist dies in Deutschland und anderen europäischen Ländern noch nicht der Standard. Gerade den Organisationen mit Aufholbedarf bietet der Übergang zu End-to-End-Lösungen innerhalb eines integrierten digitalen Systems große Vorteile, da mittelfristig Kosteneinsparungen zu erwarten sind. 

3. Zahlen im Fokus
Angesichts der aktuellen Energiepreise und der Inflation bleibt die wirtschaftliche Situation für Unternehmen eine Herausforderung. Mehr denn je wägen sie ab, in welche Tools sie investieren können, um ihre Mitarbeiter*innen auf intelligente und integrierte Weise zu unterstützen. Unternehmen sind zunehmend offen für die Auslagerung oft zeitaufwändiger und komplexer Tätigkeiten, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Angesichts steigender Preise rückt zugleich das finanzielle Wohlergehen der Angestellt*innen weiter in den Vordergrund. Unternehmen integrieren häufiger intelligente Vergütungen in ihre Lohnpolitik, mit flexiblen Gehaltsperioden, alternativen Gehaltsformen oder einem individuellen Verdienst, bei dem die Mitarbeiter*innen die Zusammensetzung ihres Gehaltspakets teilweise selbst mitbestimmen können.

4. Maßgeschneiderte Arbeitsmodelle 
Der Fachkräftemangel wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen, sodass sich die Unternehmen mehr denn je als attraktive Arbeitgeber*innen positionieren müssen. Gleichzeitig ermöglicht dies den Arbeitnehmenden, eine bewusstere Jobwahl zu treffen. Speziell für das Jahr 2023 ist diese Herausforderung durch eine Machtverschiebung gekennzeichnet: Die Mitarbeitenden sind sich bewusster darüber, was ihnen wichtig ist und wollen bei Entscheidungen miteinbezogen werden. Sie erwarten ein offenes Ohr sowie ein Mitspracherecht und fordern flexible Regelungen zu Arbeitsinhalten, -verträgen, -zeiten, -orten sowie die Wahl zwischen Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung.

Top-Trends im B2B-Marketing 2023

Das jährliche „Trendbarometer Industriekommunikation“ des bvik hat die Top-Trends und Herausforderungen im Bereich Marketing-Kommunikation ermittelt.

Als wettbewerbsentscheidend für die kommenden drei Jahre bewerten die rund 240 Befragten fast unisono eine professionelle, ehrliche interne Kommunikation. Dieser „historische“ Höchstwert identifiziert Maßnahmen, um Mitarbeitende zu gewinnen, zu binden und zu aktivieren als zentrale Erfolgsmomente. Ebenfalls wichtig: Die Unternehmen sollten ihre Kräfte abteilungsübergreifend bündeln, Kund*innen- und Marktdaten stärker strategisch nutzen und digitale Plattformen auf den Radar zu nehmen – beispielsweise TikTok oder das Metaverse. Hier liest du die wichtigsten Trends auf einen Blick.

Interne Markenführung und starker Außenauftritt

Die befragten Expertinnen und Experten für Marketing- und Kommunikation bestätigen mit rund 95 Prozent Zustimmung, dass angesichts der aktuellen Krisen professionelle und ehrliche interne Kommunikation zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen führt. „Besonders in schwierigen Zeiten ist Transparenz unseren Beschäftigten gegenüber absolut wichtig. Diese Vertrauenskultur, die durch eine zielgerichtete interne Kommunikation mit geschaffen wird, ist die Grundlage für Leistungsbereitschaft und Erfolg, gerade auch bei den so wichtigen jungen Talenten“, berichtet Silke Lang, Director Marketing Mobile Hydraulics der Bosch Rexroth AG. In der authentischen Außenkommunikation als Arbeitgebermarke bewerten laut Studie mehr als 80 Prozent die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit von HR und Marketing als Schlüssel zum Erfolg. Hier sehen sie jedoch noch großen Handlungsbedarf. In Richtung neuerer Social-Media-Plattformen lässt sich im Vergleich zu den Vorjahren jedoch bereits eine verstärkte Offenheit erkennen.

Nachhaltigkeit als Differenzierungsfaktor?

Zur Ehrlichkeit gehört auch eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation abseits von Greenwashing, auf Basis belegbaren Firmen-Engagements. 80 Prozent der Teilnehmenden sehen in ihr einen entscheidenden Differenzierungsfaktor für Unternehmen, manche werten sie sogar bereits als Hygiene-Faktor. Die Wirtschaft selbst hinkt in Summe aber noch immer deutlich hinter den Anforderungen hinterher. „Wir beschäftigen uns als Weltgemeinschaft seit genau 50 Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit. Erschreckenderweise ist die prinzipielle Herausforderung seitdem bekannt. Echte Lösungen sind aber unverändert Fehlanzeige“, mahnt die Nachhaltigkeitsforscherin Prof. Dr. Estelle Herlyn der FOM Hochschule für Oekonomie und Management.

Daten als wichtiger Teil des Ganzen

In komplexer werdenden Märkten steigt zudem die Relevanz des professionellen, strategischen und transparenten Datenmanagements. Rund 78 Prozent der Befragten sehen im datengetriebenen Marketing in den nächsten drei Jahren den entscheidenden Erfolgsfaktor. Die Gewinnung und Verarbeitung von Daten unter Wahrung der restriktiver werdenden gesetzlichen Vorgaben bleibt eine große Herausforderung für den deutschen Mittelstand. Die Branche hat zudem realisiert, dass die reine Auswertung der Kundenhistorie zur Geschäftsentwicklung nicht mehr ausreicht. Vielmehr sehen sie in der Datenanalyse im Sinne von Predictive Intelligence wesentliche, bislang ungenutzte Potenziale. Jedoch mangelt es hier noch an Kompetenz und Ressourcen in den Unternehmen. Zugleich wird mehrfach betont, dass im Kontext von Marketing und Vertrieb neben den Daten der menschliche Faktor nicht an Bedeutung verloren hat.

Mehr dazu liest du im ausführlichen Report „bvik Trendbarometer Industriekommunikation 2023

Online-Marketing-Trends 2023

So gelingt ein ganzheitlich-nachhaltiges Online-Marketing im Jahr 2023.

Ökologisch, ökonomisch und sozial. Auf diesen drei Eckpfeilern beruht Nachhaltigkeit, ein Thema, das heute in aller Munde ist. Dabei mag es vielleicht überraschen, dass Online-Marketing, so wie es meist betrieben wird, diesen Kriterien gar nicht entspricht. Was viele z.B. nicht wissen: Das Internet hat einen enormen Stromverbrauch und verursacht genauso viel CO2-Emissionen wie die Luftfahrtindustrie. Es reicht also nicht aus, ein papierloses Office zu betreiben und die Werbekampagne von Print auf Online umzustellen. Zu einem ganzheitlich ausgerichteten nachhaltigen Online-Marketing, das Unternehmen nicht nur erhöhte Medienaufmerksamkeit schenkt, sondern allen Aspekten der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – glaubhaft gerecht wird, gehört ein wenig mehr.

Im Folgenden erläutern wir, an welchen drei einfachen Stellschrauben jede(r) Unternehmer*in drehen sollte, um erste wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit im Online-Marketing zu gehen, von denen Unternehmen, Umwelt und auch Kund*innen profitieren.

Ökologischer Aspekt: Optimiere deine Website für einen geringeren Stromverbrauch

Der Energiebedarf des Webs ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und beträgt heute in etwa zwei Prozent des weltweiten Verbrauchs. Immer größer werdende Websites, mit schicken Bildern und emotionalen Videos, tragen hierzu einen erheblichen Teil bei, denn je größer und schwerer eine Website ist, desto mehr Strom benötigt sie. Für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sollten Unternehmen daher auf ein schlankes Webdesign mit reduzierten Daten achten. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann zudem auf eine klimaneutrale Website setzen. Dabei wird der Energiebedarf des Internetauftritts berechnet und durch ein gewähltes Klimaschutzprojekt gleich wieder ausgeglichen.

Natürlich gibt es neben einer klimaneutralen Website auch andere Mittel und Wege um Unternehmen ökologischer zu gestalten. Anstatt unternehmenseigene Server zu betreiben, können Unternehmen beispielsweise auf Cloud-Hosting setzen und bei der Beschaffung von Hardware sollte der benötigte Strombedarf ein Kaufkriterium sein. Auch das Ermöglichen von Home Office schont, durch geringeren Pendler*innenverkehr, die Umwelt.

Sozialer Aspekt: Respektiere die Privatsphäre deiner User*innen

Tracking-Tools wie Google Analytics kommen auf fast jeder Website zum Einsatz und sollen Unternehmen wertvolle Daten über das Verhalten deiner Besucher*innen, für personalisierte Werbemaßnahmen, liefern. Eine unglaubliche Masse an Informationen, die da zusammenkommt und den Energieverbrauch des Internets und Datenumfang einer Website erhöht. Dabei werden am Ende nicht mal mehr alle Daten genutzt oder falsche Schlüsse aus ihnen gezogen. Nachhaltig und sozialverträglich sieht anders aus.

Verringere daher deine invasiven Tracking-Methoden, mit denen du in die Privatsphäre deiner Nutzer*innen eindringst, und überlege stattdessen im Vorfeld genau, welche Daten du wirklich benötigst. Achte auch darauf, dass deine Cookie-Hinweise datenschutzrechtskonform sind. So bist du rechtlich auf der sicheren Seite, erhöhst die Nutzer*innenfreundlichkeit und wirst gleichzeitig dem sozialen Nachhaltigkeitsaspekt gerecht.

Ökonomischer Aspekt: In nachhaltige Kund*innenbeziehungen investieren

Es kommt nicht nur häufig vor, dass über Tracking-Tools gesammelte User*innen-Daten falsch interpretiert werden, sie sorgen zudem nicht selten dafür, dass die Effektivität von Werbeanzeigen systematisch überschätzt wird. Unternehmer*innen sollten daher immer wieder neu überdenken, wie viel Budget sie zu welchem Zeitpunkt für Anzeigen ausgeben, denn es gibt langfristigere und vor allem nachhaltigere Methoden, um auf sich aufmerksam zu machen:

  • Kundenbeziehungen stärken: Kommentiere Blogbeiträge, seie in relevanten Facebook-LinkedIn-Gruppen aktiv, beantworte Fragen im Social Web und besuche Branchenveranstaltungen.
  • Content mit Mehrwert produzieren: Investiere in die Erstellung von einzigartigem Content, der deinen Kund*innen einen Mehrwert liefert.
  • SEO nutzen: Optimiere deine Website und setze auf Suchmaschinenoptimierung für ein besseres Ranking.

Nicht auf den schnellen Effekt setzen

Natürlich wirst du bei einem nachhaltigen Vorgehen nicht den schnellen Erfolg sehen, den du vielleicht aus Google Ads-Kampagnen gewohnt bist. Dafür wirst du langfristig mit effektiveren und authentischen Werbemaßnahmen belohnt, die durch enge Kund*innenbindungen auch wirken. Nicht nur dein Werbebudget wird es dir danken, das gute Gefühl, das du erhältst, wenn du dein Online-Marketing nachhaltig gestaltest, bekommst du ganz automatisch und vor allem kostenlos dazu. Natürlich kannst du klassische Werbung weiterhin und ergänzend einsetzen. Die richtige Mischung zur richtigen Zeit macht’s.

FettFressHair als Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland ausgezeichnet

Das Recyclingprojekt des Kieler Start-ups „FettFressHair“ hat vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz den Titel „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ verliehen bekommen.

Tagelange Arbeit an Motivationsschreiben und Projektbeschreibung, Nervosität bei den Auswahlgesprächen und am Ende kräftiges Daumendrücken haben sich ausgezahlt: das Kieler Team „FettFressHair – dein Haar kann Meer“ hat eine weitere Auszeichnung abgeräumt.

Mit „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ fördert die Bundesregierung innovative Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Das „FettFressHair“-Team erhält nun ein einjähriges Mentoring sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an Workshops, die das Projekt deutschlandweit bekannter machen und stärken sollen.

„FettFressHair“ wurde 2021 ins Leben gerufen, in dem Jahr, in dem pandemiebedingt deutschlandweit Friseursalons schließen mussten. Die Initiatorin und Kieler Friseurmeisterin Janine Falke und ihre Schwester Nadine Schindler wollten diese Zeit sinnvoll nutzen und ließen sich bei ihrer Idee von einem Bericht über das Ölunglück auf Mauritius im Jahr 2020, wo Haare in Strümpfen eingesetzt wurden, um die Verunreinigungen im Wasser aufzunehmen, inspirieren.

Nach diesem Vorbild sollten auch in Deutschland Haare als Öl-Filter eingesetzt werden. Auf die ersten Prototypen mit Haaren aus dem eigenen Friseursalon folgte Anfang 2021 der Sieg beim „Yooweedoo- Ideenwettbewerb“ der CAU Kiel. Kurz darauf wurden die „FettFressHair-Schlängel“ mit Korken schwimmfähig gemacht und Kooperationspartner im Kieler Tiefbauamt gefunden.

In diesem Jahr kam dann ein weiteres professionelles Produkt dazu: das „FettFressHair-Nadelvlies“. Es wird maschinell verarbeitet, besteht aus 100 Prozent reinem Schnitthaar und ermöglicht verschiedenste, flexible Anwendungsgebiete. Dafür befindet sich „FettFressHair“ aktuell im Zertifizierungsprozess, um Städten in ganz Deutschland ein nachhaltiges Alternativprodukt zu synthetischen Ölfiltern anzubieten. Mit dem Nadelvlies können z.B. Ölfänger in Regenrückhaltebecken, Bootshäfen und Motorbootstankstellen installiert werden. Außerdem ist der Einsatz in Gullys oder auch im Dämmstoffbereich möglich.

„Die Auszeichnung als Kultur-& Kreativpilot*innen und die damit verbundene Aufmerksamkeit möchten wir dafür nutzen, unser Start-up weiter zu entwickeln und Kooperationspartner*innen zu finden“, so „FettFressHair“-Initiatorin Janine Falke. Ihre Co-Founderin und Schwester Nadine Schindler ergänzt: „Als Kultur-und Kreativpilot*innen Deutschland wollen wir zeigen, dass es sich lohnt aus jedem Beruf heraus über das Thema Nachhaltigkeit nachzudenken und zu agieren.“

Neue Lösungen für mehr Nachhaltigkeit

Diese fünf nachhaltigen (Start-up-)Konzepte solltet ihr kennen.

Nachhaltigkeit ist ein echtes Trendthema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich durch nahezu alle Lebensbereiche zieht. Wie verbreitet das Thema in Lebens- und auch Unternehmensbereichen ist, zeigen wir euch am Beispiel von fünf Start-ups und jungen Brands mit nachhaltigen Lösungen. Sie sind interessante Cases, weil sie exemplarisch für ihre jeweils eigene Nische stehen.

JES! – günstigen Ökostrom für alle

Die JES.Group ist ein auf Photovoltaik spezialisiertes Unternehmen und treibt

deutschlandweit die Energiewende voran, indem es Ökostrom günstig und für

jedermann anbietet. Als Kostenführer bietet die JES.Group das gesamte Produktspektrum aus einer Hand an, inklusive Großhandel, Inhouse-Installation, Service & Wartung, Anlagenfinanzierung, Stromversorgung und Systemdienstleistungen. CEO Jonas Holtz hat über zehn Jahre Erfahrung im PV-Markt und weiß, worauf es bei PV-Anlagen ankommt. Mit seiner Unternehmensgruppe treibt der erfolgreiche Unternehmer die dezentrale Energiewende deutschlandweit voran und legt damit die Grundlage für eine nachhaltige Energieversorgung.

oecolife – Nachhaltiges Hygienepapier

Die Gründung der Marke oecolife durch das Unternehmen Fripa im Jahre 2021 ist der Tatsache geschuldet, dass Nachhaltigkeit für eine wachsende Zahl von Verbraucher zu einem wichtigen Thema wird. Da ist es naheliegend, dass auch beim Toilettenpapier über alternative Materialien nachgedacht wird.

Toilettenpapier aus Frischzellstoff ist mit Blick auf den Schutz wertvoller Ressourcen nicht zeitgemäß. Der nachhaltige, plastikfreie und umweltverträgliche Zellstoff von oecolife wird dem Wunsch nach verantwortungsvollem Umgang mit Rohstoffen gerecht.

Die Marke oecolife verwendet keine Farb- oder Duftstoffe und vermeidet darüber hinaus alle Materialien und Inhaltsstoffe, die nicht den Anforderungen entsprechen, die das Konzept der Nachhaltigkeit an sie stellt. Es kommen nachwachsende Rohstoffe wie Bambus oder Stroh sowie recyceltes Altpapier zum Einsatz, die durch modernste Verarbeitungstechnik in Sachen Qualität gleichwertig sind.

Laut Unternehmen ist die Materialentwicklung inzwischen soweit, dass heutzutage kaum ein Unterschied zu bemerken ist zwischen dem oecolife-Toilettenpapier und einem Produkt aus Frischzellstoff. Eine PEFC-Zertifizierung und das Siegel Blauer Engel bestätigen die Nachhaltigkeit des oecolife-Toilettenpapiers.

Shopopop – nachhaltige Lieferungen

Shopopop wurde 2016 in Frankreich gegründet. Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie mit den lang dauernden, staatlich verordneten Kontaktbeschränkungen erwies sich das Konzept des Unternehmens als sehr hilfreich.

Die Plattform bietet einen Service, durch den sich Lieferungen wieder nachhaltiger gestalten lassen, weil er die drei Hauptakteure zusammenführt: den Handel, die sogenannten Shopper (private Auslieferer) und die Kunden, die eine Lieferung wünschen. Shopopop gibt allen Beteiligten die Möglichkeit, ihre Ressourcen zu optimieren.

Die Shopper können mithilfe der Plattform ihre ohnehin notwendigen Fahrten besser planen und verdienen dabei durch die Belieferung noch zusätzliches Geld. Den Kund*innen wird durch Shopopop ermöglicht, einfach von daheim aus einkaufen zu gehen und auf die Lieferung durch die privaten Shopper zu warten. Das Modell ist ein Beitrag zur Reduzierung von CO-Emissionen.

Das Start-up ist in acht Ländern in Europa aktiv und möchte sich jetzt auch in Berlin positionieren. Bisher gibt es 2.400 etablierte Partner, z.B. Decathlon, Spar und Famila. Inzwischen haben die mehr als 500.000 registrierten Shopper über vier Millionen Lieferungen realisiert.

mySWOOOP – Gebrauchte Technik

mySWOOOP wurde von Simon Gabriel und Benjamin Gabriel in Bremen gegründet. Begonnen haben die beiden Gründer mit einem stationären Handel für den An- und Verkauf von gebrauchter Technik.

Die grundlegende Idee hinter dem Konzept war, gebrauchte Elektrogeräte als Alternative zu neuen Geräten im stationären Handel zu platzieren. Seitdem hat sich mySWOOOP zu einem reichweitenstarken Online-Shop entwickelt, der auf über 950.000 Kund*innen und 350 stationäre Anlaufstellen verweisen kann.

Zwar verkauft mySWOOOP keine nachhaltig produzierte Technik, aber durch den Ankauf und Verkauf von gebrauchter Technik trägt das Unternehmen dennoch zur Nachhaltigkeit bei. Um dem Willen einen Nachdruck zu verleihen, hat mySWOOOP die #GOECO Kampagne ins Leben gerufen und 150.000 Bäume gepflanzt.

mula. – Nachhaltige Teambekleidung

Das 2018 von Marco Lawrenz und Marvin Müller in Berlin gegründete Start-up mula. ist eine digitale B2B-Merchandise-Plattform. Über diese Plattform können sämtliche Merchandise-Aktivitäten für Unternehmen und ihre Mitarbeitenden vereinfacht, standardisiert und gemanagt werden.

Grundlage ist dabei die Automatisierung von Prozessen. So lassen sich beispielsweise kundeneigene HR- und CRM-Tools, etwa HubSpot oder Salesforce, mittels API-Integration mit der Plattform verknüpfen. Das Mitarbeitenden- und Kund*innen-Onboarding wird vereinfacht, indem Daten hinterlegt und dann ganz automatisch und rechtzeitig zum Start als personalisierte Onboarding-Boxen verschickt werden.

Zudem haben Kund*innen die Möglichkeit, ihr eigenes Merchandise sowie ihre Teamkleidung über die Plattform auszuwählen, individualisieren zu lassen und mithilfe eines eigenen Shops bestimmten Gruppen zur Verfügung zu stellen. Das Start-up legt dabei viel Wert auf nachhaltige Produkte, die umweltschonend sind. Sämtliche Produkte sind zu 100 Prozent CO-neutral, vegan & aus organischen & recycelten Materialien hergestellt. Bei mula. erfolgt die Lieferung CO-neutral und selbst die Verpackung besteht aus biologisch abbaubarem Material.

Green Economy in der Industrie: Mögliche Ansätze

Die Industrie ist zwar Deutschlands Wirtschaftsmotor, sie ist aber ebenso in vielen Belangen der bedeutendste Ressourcenverbraucher der Republik. Mit herkömmlichen Methoden des Wirtschaftens kollidieren diese beiden Faktoren. Unter dem Stichwort Green Economy jedoch gelangen sie auf eine gemeinsame Ebene. Doch wie lässt sich das aus Gründersicht umsetzen?

Traditionelles Wirtschaften: Eine nicht mehr zeitgemäße Methode?

Klassische industrielle Herangehensweisen bringen eine ganze Reihe von Problemen mit sich. Es sind Auswirkungen traditionellen Wirtschaftens, die aus heutiger Sicht im Grunde nicht mehr tragbar sind. Dabei geht es nicht rein um Umwelt, Natur und Klima – Bereiche, für die die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein seit einigen Jahren deutlich gestiegen sind. Vielmehr sind Unternehmen und vor allem Start-ups gut damit beraten, auch aus Sicht von unternehmerischer Wirtschaftlichkeit klassische industrielle Methoden zu hinterfragen und zu überdenken.

Das Grundproblem des traditionellen Wirtschaftens beruht vielen Theorien und Kritikern zufolge auf dessen Kernziel, der Gewinnmaximierung. Die Gewinnmaximierung als Ziel bestimmt, welche Produkte für den Markt produziert und welche Dienstleistungen angeboten werden. Sie bestimmt außerdem über die Verkaufsstrategien und in welchem Umfang bezahlte Arbeit dafür verwendet wird. Aus der Logik dieses Ziels heraus, werden Güter und Dienste stets nur für einen begrenzten Bedürfnisbereich angeboten.

Wichtigere Bedürfnisbereiche aber, wie etwa existenzsichernde Erwerbsarbeitsplätze, verkümmern unter ihrer Logik. Schließlich ist es weniger gewinnbringend, wenn Arbeitskräften mehr gezahlt wird als man muss, wenn diese doch auch für weniger Geld zur Arbeit erscheinen. Außer Acht gelassen wird dabei die Zufriedenheit durch das Gehalt. Oder, noch drastischer, gar der Druck, selbst für wenig Geld arbeiten zu müssen, weil die Angst vor sonstiger Arbeitslosigkeit oder die schiere Unmöglichkeit, eine andere Stelle zu finden, so enorm ist.

Doch damit nicht genug: Traditionelles Wirtschaften sorgt auch dafür, dass es für immer weniger Jugendliche Berufsausbildungsplätze gibt. Es nutzt die patriarchale Arbeitsteilung. Und es vereinnahmt unbezahlte Arbeit für eigene Interessen – und das ist nicht erst seit gestern, sondern schon viele Jahre so.

Nicht zuletzt ist die Art und Weise, wie diverse Bedürfnisbereiche gestillt werden, ebenfalls oftmals als stark problematisch einzustufen. Das gilt für Anbieter mit Monopolstellung auf den Märkten genauso wie für kleinere Unternehmen, die auf traditionelle Weise wirtschaften.

Die bereits erwähnte Reihe von Problemen, die aus dieser Wirtschaftsweise hervorgehen und die über bereits Angesprochenes hinausgeht, ist zahlreich. Wir wollen daher an dieser Stelle nur fünf ausgewählte dieser Probleme konkreter nennen, um einen Eindruck davon zu vermitteln, warum die Green Economy als neuzeitlicher Denkansatz zukunftsträchtigere Konzepte mit sich bringt.

Probleme traditionellen Wirtschaftens

  • Die Isolation der Menschen

Die traditionelle Wirtschaft isoliert die Menschen, anstatt sie zusammenzubringen. Die Erfahrungen, die in einer Branche oder einem bestimmten Marktsegment funktionieren, gelten möglicherweise nicht für andere Segmente. Jedes traditionell wirtschaftende Unternehmen bleibt dadurch in einer Art Bubble, was die wirtschaftlichen Wachstumsmöglichkeiten einschränkt.

Denn ein Austausch bringt nicht etwa das Risiko von Ideenklau durch die Konkurrenz mit sich, wie oft angenommen. Vielmehr fördert er gegenseitig die Kreativität, kann zu spannenden Kooperationen führen und wirkt als Innovationstreiber.

Doch beim traditionellen Wirtschaften arbeiten die meisten Unternehmen allein, um die ganz persönlichen spezifischen Bedürfnisse zu befriedigen und Ziele zu erfüllen – ohne dabei über den Tellerrand hinaus oder auf das große Ganze zu blicken.

  • Das Minimum an Lebensqualität

Klassische Wirtschaftsweisen, in der Industrie und in allen anderen Bereichen, beschränken die Lebensqualität häufig auf ein Minimum. Das zeichnet sich im Extremfall durch Arbeitslöhne am absoluten Existenzminimum ab, aber auch durch beispielsweise geringe medizinische Versorgung am Arbeitsplatz (Stichwort heute vor allem „Mentale Gesundheit“) oder mangelnde Flexibilität in der Arbeitseinteilung.

Wird das soziale Wohlergehen der Wirtschaftenden außerdem weniger wertgeschätzt und gefördert, kommt es schneller zu Unzufriedenheit am Arbeitsplatz und zu vermehrten Konflikten. Außerdem entgeht Unternehmen dadurch die Chance, durch Transparenz und Offenheit effizientere und effektivere Arbeitsflüsse zu erreichen.

  • Die Einschränkung der Wahl

Traditionelles Wirtschaften schränkt oft die Wahl ein – die Wahl etwa von Arbeitnehmern, aber auch Arbeitgebern. Geht es allein um die Maximierung der Gewinne, werden oft nicht die qualifiziertesten, sondern die günstigsten Arbeitskräfte ausgewählt.

Sie arbeiten dann nicht so gut, aber eben günstiger. Eine Zeit lang mag dies profitabel sein, mit der Zeit aber sorgt mangelnde Qualität mitunter für Unzufriedenheit bei Kunden. Zudem riskieren gerade junge Unternehmen heute ihren Ruf, wenn sie durch etwa schlecht bezahlte oder behandelte Mitarbeiter auffallen. In Zeiten sozialer Medien und Shitstorms können solche Skandale im Handumdrehen die Insolvenz bedeuten.

Die Wahl der Arbeitnehmer wiederum wird in einer traditionellen Wirtschaft durch begrenzte Arbeitsplätze und oben genannte Entscheidungsmechanismen eingeschränkt. Der Mensch wird als Arbeitskraft und nicht als Mensch gesehen und in seinen persönlichen Potenzialen und Entscheidungen beschnitten.