Die manuelle Spesenabrechnung – ein (unnötig) teurer Spaß

Autor: Marie Moesgaard
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Das sind die teuren Tücken der manuellen Spesenabrechnung. Oder: Was die Vorteile eines cloudbasierten Kostenmanagements sind.

Kauft ein Mitarbeiter auf einer Geschäftsreise einen Kaffee, lässt er sich diese Spesen für gewöhnlich vom Unternehmen erstatten. Das Unternehmen bezahlt allerdings nicht nur den Kaffee selbst, sowie alle anderen Kosten, die „on the road“ anfallen, sondern muss auch die Buchhaltung dahinter finanzieren. Das gerät manchmal in Vergessenheit: Geben Mitarbeiter beiläufig mit der Firmenkreditkarte oder gar bar aus der eigenen Tasche Unternehmensgelder aus, entstehen weitere Kosten für das Verwalten, Archivieren und Abrechnen.

Bevor diese Belege ordnungsgemäß kontiert werden, gehen sie durch viele Hände – zumindest im Falle manueller Prozesse. Der Mitarbeiter selbst füllt Spesenformulare aus, Teamleiter und Projektverantwortliche prüfen und revidieren diese, bevor die Beträge schlussendlich händisch in der Buchhaltung eingepflegt werden. Ein zwischen Terminen in die Hosentasche gesteckter Kaffeebeleg entwickelt sich so zum Sinnbild für das Versäumnis vieler deutscher Unternehmen, ihr Ausgabenmanagement digital aufzustellen: 26 Prozent der mittelständischen Unternehmen setzen auf Excel, 41 Prozent rechnen sogar noch in Papierform ab (SAP Concur, 2018).

Das sind die teuren Tücken der manuellen Spesenabrechnung

1. Die Kosten einer Spesenabrechnung

Eine Reisekostenabrechnung kostet das Unternehmen im Schnitt rund 50 Euro. Mitarbeiter verbringen 20 Minuten damit, diese auszufüllen. In der Regel ist eine von fünf Abrechnungen fehlerhaft und bedarf einer weiteren Schleife – abermals wird so kostbare Arbeitszeit im Wert von über 40 Euro fällig (gbta, 2015).

2. Fehleranfälligkeit

Was passiert, wenn der Mitarbeiter die Spesenabrechnung fehlerhaft einreicht – etwa aufgrund eines kleinen Zahlendrehers oder einer Verwechslung der Projektnummer? Im Best-Case fällt der Buchhaltung dies noch bei der Übertragung der Daten in Excel-Konten auf. Die Fehlerquelle muss ausfindig gemacht werden. Das strapaziert Zeit und Nerven. Auch die beste Buchhaltung ist nicht perfekt und kann Daten – darunter auch Cent-Beträge – fehlerhaft einpflegen oder beim Übertragen in die falschen Felder verrutschen. Weitere Fehlerquellen: Belege gehen verloren oder werden falsch archiviert und sind dadurch kaum wieder auffindbar.
 
3. Fehlende Integration

Ein Beleg geht nicht nur durch verschiedene Hände, sondern auch durch verschiedene Abrechnungssysteme: Den Anfang machen ganz old school Sammelordner, in die Belege abgeheftet werden. Danach pflegt die Buchhaltung die Daten in Excel-Tabellen und exportieren diese final in eine Buchhaltungs- und Steuersoftware, wie DATEV oder Lexoffice – Workflow anno 1990.
 
4. Compliance und Sicherheit

In jedem einzelnen Schritt muss die Buchhaltung gemäß der gesetzlichen Vorgaben arbeiten. Neben der GoBD, kommen noch die DSGVO und alle steuerrechtlichen Vorschriften nach dem HGB und AO dazu. Das bedeutet, dass sich Buchhalter*innen stets mit Fortbildungen und Seminaren zu Neuerungen oder Änderungen der gesetzlichen Compliance-Auflagen auf dem Laufenden halten müssen. Ein Trugschluss ist übrigens, dass die GoBD und DSGVO in der analogen Welt einfacher einzuhalten sind. Im Gegenteil: Daten sind viel schwieriger auf Papier gesetzeskonform zu archivieren und im Zweifelsfall auch entsprechend der Vorgaben fristgerecht zu löschen, als in einem smarten, digitalen System.

5. Stockende Agilität

Manuelles Kostenmanagement führt zu Intransparenz. Welcher Unternehmer durchforstet schon regelmäßig sein Bankkonto, um Ausgaben zu clustern und zu verstehen, was seine Mitarbeiter für welche Zwecke ausgegeben haben? Viel zu unübersichtlich sind die im eigenen Konto und Excel vorliegenden Daten. Wenn diese Daten brach in Excel-Tabellen liegen, nicht aufgearbeitet und interpretiert werden, entgeht dem Unternehmen Wissen. Folglich wird Handlungspotential nicht erkannt und umgesetzt.

Die Alternative: Cloudbasiertes Kostenmanagement

Die cloudbasierte Buchhaltung und digitales Kostenmanagement ist für Unternehmen aller Größen relevant. Mit nur einem einzigen Klick wickeln Mitarbeiter den kompletten Kauf – und Bezahlvorgang ab. Fast komplett automatisiert administrieren die Lösungen im Handumdrehen den gesamten Abrechnungsvorgang.

Für den Anwender bedeutet das: Der Mitarbeiter fotografiert im ersten Schritt den eingangs erwähnten Beleg für den Kaffee mit dem Smartphone ab, ergänzt noch Projektkostenstelle und Kategorie. Anschließend bestätigt der oder die Verantwortliche je nach Voreinstellung im Programm die online übermittelten Angaben. Automatisch überträgt die Software die Werte nun in die Buchhaltungs- und Steuersoftware. Das alles geschieht in Echtzeit und ist erledigt, bevor der Kollege seinen Kaffee ausgetrunken hat.

Durch das cloudbasierte Managen von Ausgaben und Belegen spart das Unternehmen Ressourcen:

Automatisierte Spesenabrechnungen sparen Zeit

Alle Mitarbeiter sparen durch das weitestgehend automatische Managen der Belege und Beträge Zeit. Digitale Lösungen synchronisieren automatisch Ausgaben und Belege und mit nur einem Klick veranlasst die Buchhaltung den Export in die Steuersoftware. Der gefürchtete Monatsabschluss wird so zum Kinderspiel.

Vorsprung durch Visualisierung

Cloudbasierte Lösungen verarbeiten Daten nicht nur in Echtzeit, sondern bereiten diese auch visuell auf. Projektleiter und Teams können ihre Ausgaben ad hoc interpretieren. Ausgaben „verschwinden” so nicht in Excel-Sheets, sondern werden zum Controlling- und Planungstool im Projektmanagement.
 
Digitale Spesenabrechnung = sichere Spesenabrechnung

Moderne cloudbasierte Lösungen sind sicherer als die analoge Administration. Daten lassen sich digital clustern, kategorisieren und automatisch verwalten. Mitarbeiter können auf sie zugreifen, ohne sich durch einen Stapel von Papier wühlen zu müssen. Auch Zugriffsrechte werden digital sicher verwaltet. Administratoren mit einem Klick zugeteilt, ebenso wie Bearbeitungs- und andere Rechte. Bei Einbruch und Feuer sind die Daten – einen zuverlässigen Server-Partner vorausgesetzt – noch erhalten. Au contraire zur analogen Welt.

Die Autorin
Marie Moesgaard ist Country Manager bei Pleo, dem Fintech für digitale Spesenabrechnung.

 

 

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