StartingUp-Umfrage zur Stimmung in der Start-up-Community: Die ersten Ergebnisse stehen fest


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Deutschlands Start-ups lassen sich von der aktuellen Krise nicht unterkriegen, wie das aktuelle Corona-Stimmungsbarometer von StartingUp in Kooperation mit TeamEcho und der brutkasten zeigt. Das liegt weniger an den Rahmenbedingungen als am starken Teamspirit innerhalb der Start-ups.

Das wollten wir von euch wissen

Wie ergeht es der deutschen Start-up-Community in diesen schwierigen Zeiten? Um dies herauszufinden, hat StartingUp gemeinsam mit dem Start-up TeamEcho eine Umfrageserie gestartet. Unser Schwestermedium der brutkasten führt die gleiche Umfrage in Österreich durch, sodass wir die beiden Länder bzw. Start-up-Communities direkt vergleichen können. In dieser ersten Befragungsrunde wurden 191 Antworten abgegeben – ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer!

Die Ergebnisse der ersten Umfragerunde

Per Newsletter (hier kannst du dich zum Newsletter anmelden) wird in regelmäßigen Abständen ein Fragebogen mit Multiple-Choice-Fragen verschickt, den die Userinnen und User innerhalb weniger Fragen beantworten können. Dabei wird die allgemeine Stimmungslage ebenso wie die Wahrnehmung von Rahmenbedingungen, Team und eigenen Finanzen ermittelt. Die Ergebnisse der ersten Umfrage liegen nun vor.

Gute Stimmung in beiden Ländern

Der Auswertung zufolge ist die Stimmungslage in Deutschland und Österreich mit einem Gesamtwert von 60 bzw. 61 ungefähr gleich gut. Der höchste Wert wäre bei 100 Punkten, der niedrigste Wert bei null Punkten – es ist also auffallend, dass sich die Unternehmerinnen und Unternehmer in beiden Ländern die Stimmung nicht von der Corona-Krise verderben lassen. Allerdings ist die Stimmung nicht ungetrübt – aber mehr dazu später.

In Deutschland ist man im Vergleich zu Österreich etwas weniger optimistischer, wenn es um die Rahmenbedingungen und die eigenen Finanzen geht. Dafür haben die Unternehmerinnen und Unternehmer hierzulande einen geringfügig besseren Eindruck vom eigenen Team.

Was deutsche Founder und CEOs bewegt

Die positivste Rückmeldung (83) gab es in dieser Gruppe auf die Aussage „Der Teamspirit in unserem Startup ist gut“, die pessimistischste (39) Rückmeldung auf die Aussage „Hierzulande finden Startups im Moment gute politische Rahmenbedingungen“. Auch zur Aussage „Ich finde, dass sich das Startup-Ökosystem hierzulande gut entwickelt“ haben die Founder und CEOs keine rundum positive Einstellung (53), weniger optimischtisch sind sie bei der Frage nach der Zuversicht, hierzulande beantragte Förderungen auch zu erhalten (44). Da ist man schon deutlich optimistischer, demnächst in der privaten Wirtschaft ein Fundraising zu erhalten (52) bzw. mit der eigenen Liquidität durchzukommen (48).

Wichtig ist bei den Foundern und CEOs der Blick auf die wirtschaftliche Zuversicht allgemein. Die Aussage „Ich bin zuversichtlich, dass sich mein Startup wirtschaftlich gut entwickeln wird“ erreicht hier 74 von 100 möglichen Punkten – angesichts der wirtschaftlichen Gesamtsituation ein ausgesprochen guter Wert.

Welche Themen brennen euch gerade besonders unter den Nägeln?

Die Corona-Krise spiegelt sich naturgemäß in den offenen Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wider. Dass Stress in den vergangenen Monaten mehr als genug vorhanden war, ist unbestritten. Ein Responder stellt fest: "Wir bräuchten mal eine Pause, doch kann man sich die leisten?" Auch die "Unsicherheit bezüglich einer zweiten Corona-Welle" mit dem dann ggf. drohnenden Szenario eines erneuten Lockdowns wird in den Statements angesprochen. Die bange Frage eines Teilnehmers, die bestimmt viele bewegt, lautet: "Wie wollen wir künftig leben? Haben wir aus Covid wirklich nichts gelernt?"

Als insgesamt störend bzw. wirtschaflich hemmend erwähnt werden in den Statements "unendlich langsame Behörden, wenn es um Genehmigungen oder Zertifizierungen geht. Wartezeiten von zwei Jahren sind  der Tod jeder Innovation". Weitere Kommentare beleuchten die generelle Ausrichtung unseres wirtschaftlichen Handelns: "Digital und Tech sind scheinbar das einzig Wichtige. Soziales und Umwelt bleiben wie so oft auf der Strecke oder Sinnloses wird grün angestrichen ..." Ergänzend dazu eine weitere Aussage: "Bessere und einfachere Gründungsmodalitäten fehlen, insbesondere auch Finanzierungsinstrumente für Soziales, Umwelt und Frauen*gründungen sind vs. tech & digital stark unterentwickelt bis nicht vorhanden." Diese Statemens sollten zwar nicht die oben erwähnte wirtschaftliche Zuversicht unter den deutschen Foundern und CEOs schmälern, können aber doch als Denkanstöße über die Grenzen der Startup-Welt hinaus dienen ...

Hinweis der Redaktion: Danke für eure zahlreichen Antworten und Gedankenanstöße! Aufgrund des großen Feedbacks bei der offenen Frage können wir hier nur einen Bruchteil des Feedbacks wiedergeben. Wir lassen die restliche Antworten aber in unsere redaktionelle Arbeit einfließen.

Nicht verpassen: Die nächste Runde startet in Kürze

Wir sind gespannt, wie sich das Startup-Stimmungsbarometer weiter entwickelt – und zählen auf euch auch in der nächsten (Frage-)Runde. Auch diese werden wir wieder per Newsletter durchführen. Daher: Melde dich jetzt zum StartingUp-Newsletter unter diesem Link an.

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