7 top WordPress SEO Plugins

Autor: Jonas Tietgen
44 likes

Du veröffentlichst wertvolle Inhalte auf deiner Website, doch niemand findet sie? Mit diesen erprobten SEO Plugins für WordPress kannst du deine Positionierung in Google verbessern, mehr Leserinnen und Leser und somit auch mehr potenzielle Kund*innen gewinnen.

1. RankMath

Das kostenlose Plugin RankMath bietet dir die grundlegend wichtigsten SEO Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen, welche deinen Websiterankings zugute kommen. Dank des integrierten Setup-Assistenten ist die erste Einrichtung ganz einfach. Er führt dich durch wichtige und allgemeingültige Einstellungen. Es ermöglicht dir sowohl das manuelle Eintragen von Title- & Description-Tags für deine Seiten, als auch wichtige technische Optionen. So können beispielsweise die von WordPress automatisch erstellten Medien-Seiten auf das Medium selbst weitergeleitet werden. Das freut nicht nur Google, sondern auch deine Websitebesucher*innen.

RankMath unterstützt dich zudem direkt beim Schreiben von Seiten und Artikeln, indem eine Vielzahl an SEO-relevanten Faktoren anhand des hinterlegten Fokus-Keywords live geprüft werden. Wird ein Faktor nicht erfüllt, siehst du das auf einen Blick. Bevor du deinen Text schreibst und für diese Analyse ein Fokus-Keyword hinterlegst, solltest du selbstverständlich zunächst eine ausführliche Keywordrecherche durchführen.

Weitere tolle und nützliche Funktionen des Plugins sind die Auszeichnung mit Google Schema Markup, die Erstellung einer XML Sitemap, einer Verbindungsmöglichkeit zur Google Search Console, ein 404 Monitor und vieles mehr.

2. Broken Link Checker

Der ebenfalls kostenlose Broken Link Checker ist nicht nur nützlich für die Suchmaschinenoptimierung, er spart dir darüber hinaus eine Menge Zeit! Weder Google noch deine Leser*innen freuen sich über Links, welche ins Leere führen. Das Plugin durchsucht deine gesamte Website nach internen und ausgehenden Links und überprüft, ob das Ziel dieser Links erreichbar ist. Führt ein Link ins Leere oder auf eine 404-Seite, ist er defekt und sollte ersetzt werden. Auch hier nimmt dir das Plugin viel Arbeit ab und zeigt all diese defekten Links in einer Übersicht an. Die Ziele dieser Links können direkt aus der Übersicht heraus verändert werden, ohne jede einzelne Seite aufrufen zu müssen, in der dieser Link gesetzt ist.

Das Plugin kann während der Analyse, insbesondere bei umfangreichen Websites, eine Menge Ressourcen blockieren. Darum ist zu empfehlen, es zu aktivieren, die Links zu korrigieren und das Plugin anschließend wieder zu deaktivieren.

3. Easy Table of Contents

Easy Table of Contents ist kostenlos nutzbar und fügt automatisch (oder manuell, wenn gewünscht) ein Inhaltsverzeichnis in Seiten und Beiträge ein. Insbesonders bei umfangreichen Beiträgen ist das sehr nützlich, denn nicht nur deine Leser*innen sind erleichtert, wenn ein umfangreicher Artikel in einem übersichtlichen Inhaltsverzeichnis heruntergebrochen ist. Google freut sich ebenfalls darüber, wenn einzelne Abschnitte einer Webseite mit sogenannten Anker-Links versehen sind.

Diese Anker-Links werden von Easy Table of Contents angelegt und können dafür sorgen, dass in den Google Suchergebnissen weitere Links (sogenannte Sitelinks) unterhalb der Vorschau deiner Website angezeigt werden. Das sorgt für mehr Seitenbesuche, da die Vorschau größer ist und mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.

4. WP Rocket

Nicht erst mit der Einführung der Google Core Web Vitals ist die Seitenerfahrung und somit auch die Seitenladezeit ein Faktor für Rankings. Möchtest du die Ladezeit ohne großen Aufwand optimieren, kannst du die all-in-one Lösung WP Rocket nutzen. Das kostenpflichtige Plugin bringt nicht nur das beste Caching mit Pre-Loading, das es aktuell am Markt gibt, sondern auch viele weitere Funktionen, welche die Ladezeit positiv beeinflussen. So können CSS, HTML und JavaScript Dateien zusammengefasst und minimiert werden, critical CSS kann geladen, Google Fonts zusammengefasst und die Datenbank bereinigt werden. Und selbst das sind noch nicht alle darin enthaltenen Funktionen.

Wichtig ist, dass du nach der Aktivierung einzelner Funktionen deine Website testet. Insbesondere beim Zusammenfassen und Minimieren von CSS und JavaScript Code kann es zu Darstellungs- oder Funktionsfehlern kommen. Sollten Probleme auftreten, kann die entsprechende Funktion natürlich wieder deaktiviert werden, ohne bleibenden Schaden zu hinterlassen. Um das Risiko für eine fehlerhafte Website noch weiter zu senken, solltest du am besten trotzdem ein Backup deiner Website anlegen. Wenn du nicht weißt, wie das geht oder noch kein automatisches Backup eingerichtet hast, findest du hier eine Anleitung.

5. ShortPixel Image Optimizer

Seit 2010 ist die Seitenladezeit ein Rankingfaktor und Bilder sind häufig eine große Ursache für langsame Ladezeiten. Der ShortPixel Image Optimizer nimmt sich dieses Problems an und komprimiert deine hochgeladenen Bilder automatisch. Dadurch kann die Dateigröße deutlich verringert werden, was sich positiv auf die Ladezeit auswirkt. Das Plugin kann kostenlos für die Optimierung von bis zu 100 Bildern pro Monat genutzt werden, was für den laufenden Betrieb meistens ausreicht. ShortPixel funktioniert mit JPG, PNG, GIF und sogar PDFs.

Es gibt drei verschiedene Komprimierungsmöglichkeiten, mit denen du die Stärke der Komprimierung einstellen kannst. Je stärker die Komprimierung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man einen sichtbaren, leichten Qualitätsverlust des Bildes erhält. Mit der Einstellung „Glossy“ gehst du den Mittelweg zwischen Verkleinerung und Qualität.

Und keine Sorge, die Originaldateien können Dank der aktivierbaren Backup-Funktion des Plugins zur Sicherheit gespeichert werden.

6. Simple 301 Redirects

Wenn du die URL einer Seite veränderst, nach einem Redesign oder dem Umzug deiner Website die URL-Struktur veränderst, oder aus einem anderen Grund eine Änderung der URL erfolgt, dann sollten die früheren URLs weitergeleitet werden. Mit dem kostenlosen Simple 301 Redirects Plugin ist das Anlegen dieser 301 Weiterleitungen schnell und einfach erledigt. Ohne eine solche Weiterleitung verliert die URL sämtliche Rankings und wird von Google aus dem Index geworfen. Zudem landen Seitenbesucher*innen, die diesen Link irgendwo gespeichert haben oder aus einem anderen Grund aufrufen, auf einer 404-Fehler-Seite, und das ist tunlichst zu vermeiden!

Ist eine Weiterleitung angelegt, erkennt Google die neue URL der Seite und nimmt sie über kurz oder lang in den Index auf. Dadurch behält die Seite ihre Rankings entweder bei oder bekommt sie nach etwas Zeit wieder zurück.

7. LinkWhisper

Dass Backlinks nach wie vor ein wichtiger Faktor für Rankings sind, ist jedem bekannt. (Wie du Backlinks aufbauen kannst, erfährst du hier). Die interne Verlinkung, also die Links innerhalb deiner Website, wird allerdings gern vergessen. Dabei helfen diese Links Google, die Wichtigkeit der verschiedenen Seiten einer Website zu verstehen und ganz nebenbei hält eine gute interne Verlinkung deiner Seitenbesucher*innen länger auf der Website.

Das kostenpflichtige Plugin LinkWhisper unterstützt dich bei der internen Verlinkung. Es zeigt nicht nur an, wie häufig interne Links auf eine Seite zeigen, sondern auch wie viele diese Seite beinhaltet. Zudem werden in der Oberfläche von LinkWhisper Vorschläge für interne Links gemacht, welche so auch direkt gesetzt werden können.

Damit noch nicht genug: LinkWhisper hilft schon während des Schreibens beim Setzen interner Links und schlägt passende Seiten vor, bietet die Möglichkeit, für festgelegte Keywords automatisch interne Links zu setzen und hilft dir beim Finden und Beheben von kaputten Links.

Fazit

Natürlich benötigst du nicht alle diese Plugins auf einmal. Diese Auflistung stellt eine Übersicht wichtiger und sehr nützlicher WordPress SEO Plugins dar und soll dir die langwierige Suche abnehmen.

Wie immer bei WordPress Plugins gilt: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig!

Um die Auswirkungen der von dir umgesetzten Maßnahmen auf die Website-Rankings in Google zu verfolgen, kannst du diese Top-Tools zur Erfolgskontrolle einsetzen.

Der Autor Jonas Tietgen ist der Gründer hinter dem WordPress Blog wp-ninjas.de und fokussiert sich darauf, Solopreneuren mit Tutorials, Videos und seinem Mitgliederbereich Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Sein Ziel ist, dass jeder die eigene Website eigenständig pflegen, optimieren und ausbauen kann.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

SEO-Strategie mit Stockbildern und Videos

Fünf Tipps für eine erfolgreiche visuelle SEO-Strategie mit Stockbildern und Videos.

Beim Erstellen von Online Inhalten denken die wenigstens an die SEO-Strategie, dabei ist ein gutes SEO-Ranking Teil einer guten Online-Marketing-Strategie. Meist geht es dabei um Keywords, Content, Backlinks oder Metadaten. Obwohl all diese Dinge für die Suchmaschinenoptimierung wichtig sind, vergessen Verantwortliche oft, dass hochwertige Stockfotos und Stock-Videos ebenso unerlässliche Bestandteile sind, wenn es darum geht alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

68 Prozent der Online Experience startet mit der Suchmaschine. Eine kürzlich veröffentlichte Studie belegt, dass 61 Prozent der B2B-Entscheider*innen ihre Auswahlprozesse mit der Websuche beginnen, im Einzelhandel steigt die Zahl sogar auf 87 Prozent. Das übertrifft andere Kanäle, einschließlich Display und Social Media, bei weitem.

Mit drei von fünf Verbraucher*innen, die ihre Kaufentscheidungen auf der Grundlage der visuellen Darstellung einer Marke treffen, ist die richtige visuelle Darstellung für Unternehmen mehr als wichtig. Die Zeit und Arbeit, die wir für SEO aufwenden, sind entscheidend, um mit neuen Kund*innen in Kontakt zu treten. Die größte Herausforderung für Marken besteht jedoch darin, die Erkenntnisse zu verstehen und sie in tatsächliche Handlungsschritte umzuwandeln. Dies braucht es, um die Platzierungen von Websites, Inhalten, Apps, Produkten oder Unternehmens-Einträgen in Suchmaschinen wie Google, Bing und Yahoo! zu verbessern.

Die Optimierung von Bildern hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Viele Suchergebnisse enthalten jetzt Bilder oder erfordern sie sogar, damit du in den Ergebnissen erscheinst.

Diese fünf Tipps zur Verwendung von Stockfotos und Videos sorgen für eine bessere SEO.

Entscheide dich für authentisches und relevantes Bildmaterial

Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass Stockfotos und -videos nicht gut für die Suchmaschinenoptimierung sind, und dass Originalbilder erforderlich sind, um die Inhalte einer Marke zu ranken. Wenn es jedoch um SEO geht, sollte dein Bildmaterial - um deinen Kund*innen zu helfen, sich mit deiner Marke, den von dir erstellten Inhalten und deren Zielen zu identifizieren - dein erstes Auswahlkriterium sein.

Qualität und Größe der Bild und Video-Dateien sind entscheidend

Seit Mai 2022 enthalten mehr als 50 Prozent der Suchanfragen eine Bildgruppe oder ein Bilderkarussell in den organischen Suchergebnissen von Google. Diese Zahl hat sich allein in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht.

Verwende hochauflösendes Bildmaterial, das mindestens 1.200 Pixel (px) breit ist und ein Seitenverhältnis von 16x9, 4x3 oder 1x1 hat. Achte bei der Auswahl zudem darauf, dass die Datei nicht zu groß, aber auch nicht von zu geringer Qualität/Auflösung ist. Wenn dein Hero Image 500 px mal 400 px misst, solltest du kein Bild verwenden, das größer ist, sondern die Größe ändern oder ein Bild herunterladen, das dem beabsichtigten Verwendungsbereich entspricht.

Vergiss bei all den Bildern die Worte nicht

Achte darauf, dass Titel, Bildunterschriften, Dateinamen, Artikeltext und "ALT"-Text (alternativer Text) um das Bild herum und in dessen Nähe beschreibend sind. Verwende SEO-relevante Seitentitel und -inhalte, da diese in der Regel von Suchmaschinen genutzt werden, um die Seite zu beschreiben, auf der sich das Bild befindet, oder das Bild selbst, wenn es in der Google-Bildersuche erscheint.

Die gleichen Tipps gelten auch für Videos. Dein Content, die im Video gesagten Worte, sowie Titel und die Beschreibung tragen alle zu deinen Ranking-Ergebnissen bei. YouTube erstellt automatisch ein Transkript von dem, was du sagst, nicht nur für die Untertitel-Funktionen, sondern auch um zu verstehen, worum es in dem Video geht.

Verwende „strukturierte Daten“

Füge Seitenquelltext "strukturierte Daten" hinzu. Diese spiegeln die technische Darstellung der Metadaten des Bildmaterials wider, z.B. das Erstellungsdatum, den Aufnahmeort, den Dateinamen, ob es Teil eines anderen Elements auf der Seite ist, z.B. eines Produkts oder Rezepts. Bei Videos sind auch die Länge des Videos und andere "Schlüsselmomente" in diesem Bereich sehr wertvoll.

Bleibe datenorientiert

So wie du Google Trends für deine SEO-Schlüsselwörter und Inhalte verwendest, solltest du auch bei der Auswahl deiner Themen und Bilder einen datengestützten Ansatz verfolgen. Für die Untersuchung von Nutzerinteressen und Trends bei visuellen Inhalten gibt es VisualGPS Insights.

Das Tool untersucht über verschiedene Zeiträume hinweg das Nutzer*inneninteresse an Begriffen und Phrasen nach Branche oder Region. VisualGPS Insights stützt sich auf Daten aus Millionen von Benutzer*innensuchen bei Getty Images und iStock und übersetzt diese in relevante, umsetzbare Erkenntnisse, die in leicht verständlichen Diagrammen und Grafiken zugänglich gemacht werden.

Aus SEO-Sicht bedeutet dies, dass Sie bestimmte Suchbegriffe und Phrasen entdecken und untersuchen können, wie sich das Interesse der Benutzer*innen je nach Branche oder Region innerhalb eines bestimmten Zeitraums entwickelt. VisualGPS Insights zeigt verwandte Wörter und Phrasen auf und hilft dir damit, dich auf genau die Begriffe konzentrieren zu können, die innerhalb dieses Segments verwendet werden, um nach einem Konzept zu suchen.

Je mehr Daten du über die spezifischen Nuancen finden kannst, die dein Zielsegment erwartet, desto besser bist du darauf vorbereitet, interessante Inhalte zu liefern.

Der Autor ist Matthew O’Such, VP of SEO bei iStock, einer führenden E-Commerce-Plattform, die Premium-Inhalte für, KMU, Kreative und Studenten anbietet.

Ghostwriter gefällig?

Wie künstliche Intelligenz SEO und Content-Marketing zusehends verändert.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, und sie hat auch einen großen Einfluss auf unsere Marketingaktivitäten wie beispielsweise Content-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO). In diesem Beitrag liest du, wie KI diese beiden Branchen verändert und du deine Strategien anpassen kannst, um der Zeit voraus zu sein bzw. zu bleiben.

Was ist KI eigentlich?

Kurz gesagt: Künstliche Intelligenz ist der Prozess, bei dem Computer eingesetzt werden, um die menschliche Intelligenz zu simulieren. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Die gängigsten Methoden sind maschinelles Lernen und die Verarbeitung der natürlichen Sprache. Maschinelles Lernen ist eine Methode, bei der Computern beigebracht wird, aus Daten zu lernen, ohne dass diese explizit programmiert werden. Dazu wird der Computer mit großen Datenmengen gefüttert und kann dann selbständig Muster finden.

Die Verarbeitung natürlicher Sprache ist eine Vorgehensweise, bei der Computern beigebracht wird, die menschliche Sprache zu verstehen. Dazu werden diese mit großen Textmengen bespielt und wird ihnen beigebracht, wie sie die verschiedenen Teile der Sprache, Grammatik usw. erkennen können.

Deep Learning ist ein Teilbereich des maschinellen Lernens, bei dem es darum geht, Computern das Lernen auf eine Art und Weise beizubringen, die dem menschlichen Lernen ähnlich ist. Deep-Learning-Algorithmen sind in der Lage, automatisch Merkmale aus Daten zu extrahieren, was sie für Auf­gaben wie Bilderkennung und Klassifizierung sehr leistungsfähig macht.

Der Nutzen von KI im Content-Marketing

KI kann auf vielfältige Weise zur Verbesserung des Content-­Marketings eingesetzt werden. Hier sind nur einige der Vorteile:

  • Automatisierte Erstellung von Inhalten: Mithilfe von KI lassen sich Videos, Blogbeiträge und andere Arten von Inhalten erstellen. Dies ist besonders nützlich für die Erstellung von nachhaltigem Contet, der im Laufe der Zeit wiederverwendet werden kann. Zudem lassen sich mithilfe von KI gezielte und personalisierte Inhalte erstellen. Denn KI kann dir helfen, die Bedürfnisse und Interessen deiner Zielgruppe besser zu verstehen.
  • Intelligentere Keyword-Recherche: KI kann dich unterstützen, die richtigen Keywords für deine Inhalte zu finden. Da KI große Datenmengen analysieren kann, um Muster zu erkennen, können dadurch Keywords gefunden werden, an die du selbst vielleicht nicht gedacht hättest.
  • Verbesserte Verteilung von Inhalten: KI dient dazu, deine Inhalte zur richtigen Zeit an die richtigen Personen zu verteilen, denn eine KI kann Daten analysieren und verstehen, wann und wo deine Zielgruppe online am aktivsten ist.

Der Einsatz von KI im Content-Marketing kann somit eine Menge Vorteile mit sich bringen. Wenn du KI noch nicht in deiner Marketingstrategie einsetzt, ist es jetzt an der Zeit, damit zu beginnen.

Automatisierte Inhalte

Der größte Nutzen für SEO und Content-Marketing liegt beim Einsatz von KI definitiv in der Erstellung automatisierter Inhalte. Die automatisierte Textproduktion steckt noch in den Kinderschuhen, wird aber bereits von vielen Unternehmen und Marketern genutzt. Produktbeschreibungen und einfache Blogartikel gehören zu jenen Inhaltsformaten, die von Text-Robotern auf KI-Basis bereits produziert werden. Dieses Potenzial nutzen mittlerweile unzählige Onlineshops und Magazine.

Tausende Wörter können in kürzester Zeit fertiggestellt werden. Menschliche Autor*innen würden dafür mehrere Tage benötigen. Die KI muss lediglich mit den relevanten Informationen gefüttert werden, z.B. mit der Produktpalette und wichtigen Fachbegriffen, und sie muss in Grammatik sowie Wortschatz der Zielsprache unterrichtet werden. Eine KI muss also im ersten Schritt trainiert werden.

Welche Vorteile hat KI für SEO und ContentMarketing?

Die Vorteile des Einsatzes von KI für SEO sind enorm. Von der Automatisierung der Inhaltserstellung bis hin zur intelligenteren Keyword-Recherche – die Vorteile von KI sind zahlreich:

  • Zeitersparnis: Das ist wohl der größte Vorteil bei der Nutzung von KI bei der Content-Erstellung. Qualitativ hochwertige Inhalte können deutlich schneller erstellt und dein Content-Output deutlich skaliert werden. Natürlich spucken KI-Tools (noch) keine perfekten Texte aus. Der Zeitaufwand ist aber deutlich geringer, als wenn du einen Text von Beginn an schreiben musst.
  • Kreativität: Falls du einmal feststeckst und mit deinem Text nicht mehr weiter weißt, kann dich KI unterstützen. Content-Tools auf KI-Basis sind in der Lage, kreativen Input in verschiedenen Stimmungslagen zu entwerfen. So kannst du beispielsweise in Sekunden einen lustigen Absatz schreiben lassen, der deine Kreativität wieder in Fahrt bringt.
  • Datenanalyse: KI kann in kürzester Zeit eine riesige Datenmenge analysieren und auswerten. So musst du dich beispielsweise mit einem KI-basierten Keyword-Tool nicht mehr händisch durch tausende Keywords durchklicken, sondern lässt die KI die für dich relevanten Suchbegriffe filtern.

KI-Tools für Content-Marketing und SEO

Es gibt mittlerweile viele KI-Tools für Content-Marketing und SEO – und laufend kommen neue hinzu. Hier eine kleine Auswahl an Tools, die explizit deutsche Texte erzeugen können: ClosersCopy, Copy, Copysmith, Frase, Jasper, LongShot, Neuro­flash, Rytr und Writesonic. Doch nicht alle sind gleich gut. Im Folgenden stelle ich euch mein persönliches Top-Tool im Bereich KI-basierte Text-Erstellung vor:

Jasper.ai ist ein Tool, mit dem du schneller bessere Inhalte erstellen kannst. Dies geschieht durch die Automatisierung des Recherche- und Schreibprozesses. Das Tool basiert auf dem GPT-3-Algorithmus, kann Texte selbständig schreiben und ist demnach schon sehr fortgeschritten. Der Langform-Assistent ist das Highlight des Tools. Er ermöglicht es dir beispielsweise, das Schreiben von Blogeinträgen, E-Mails, Geschichten, Drehbüchern, Produktbeschreibungen und sogar Büchern an die KI zu delegieren. Du benötigst dazu nicht einmal zwingend eine Vorlage, sondern kannst dem Tool einfach Befehle zum Schreiben geben.

Versuch doch einfach mal folgende Befehle: Schreibe eine Gliederung für einen Blogbeitrag über …; Schreib eine persönliche Bio für …; Schreib einen Einführungsabsatz über …; Schreib einen Produktbeschreibung für …; Schreib eine Google-­Ads-Headline für …; Schreib einen Schlussabsatz über …; Schreib eine E-Mail über …; Schreib den nächsten Satz für …

Jasper.ai schreibt deine Befehle wie von Zauberhand vor deinen Augen. Das Ergebnis ist, dass du deine Blogbeiträge, Produktbeschreibungen, Ads-Überschriften, Social-Media-­Inhalte, Landingpages, Marketing-E-Mails etc. in der fünf- bis zehnfachen Geschwindigkeit eines konventionellen Copy­writers erstellen kannst.

Ja, es wird trotzdem einiges an (Nach-)Bearbeitung nötig sein. Aber mit dem Tool kommt man dem Ziel schon sehr nahe. Wenn ein Content-Marketer diese KI-erstellten Texte sorgfältig überarbeitet, sind die Ergebnisse super. Das steigert die Produktivität von Marketing-Mitarbeitenden enorm und deren Workflow wird um einiges effizienter.

Fazit

KI verändert zunehmend SEO und Content-Marketing. Mithilfe von KI können Unternehmen, Freelancer*innen und sonstige Marketer Zeit und Geld sparen und gleichzeitig hochwertige Inhalte für ihr Publikum bereitstellen. Mit der weiteren Entwicklung der KI-Technologie können wir erwarten, dass diese Veränderungen noch deutlicher ausfallen werden. Durch einen cleveren Workflow stellt KI ein großes Hilfsmittel für SEO dar. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dieser Trend in absehbarer Zeit aufhören wird. Und wer weiß, vielleicht wurde dieser Artikel ja mithilfe einer KI geschrieben?

Der Autor Marc Sommerkamp ist Gründer der SEO Agentur Stuttgart medialuzions

Fünf fatale Fehler im Kund*innengespräch

Was tun, wenn Gespräche mit Kund*innen nicht so laufen wie gewünscht? Wir zeigen die größten Stolpersteine und Auswege.

„Gutes Gespräch“ – das hören diejenigen, die mit Kund*innen umgehen, immer gern. Sei es der/die Verkäufer*in, Vertriebler*in oder Geschäftsführer*in höchstpersönlich, eine gute und erfolgreiche Kommunikation mit Kund*innen bringt Aufträge, Verkäufe und sichert so den Bestand und den Umsatz. Doch was, wenn Gespräche nicht so laufen wie gewünscht?

„Gute Rhetorik und Gesprächsführung ist gar nicht so einfach, denn in einem Gespräch gibt es mit dem/der Gesprächspartner*in immer eine unbekannte Persönlichkeit und somit einen manchmal schwer einzuschätzenden Spiegel“, weiß Oliver Kerner, Vertriebstrainer, Speaker und Coach aus Bremen sowie Gründer von OK-Training. Im Folgenden zeigt er, was die fünf größten Fehler sind.

Fehler 1: Bitte ziehe die 08/15

Der größte Fehler, den man überhaupt machen kann, ist, jedes Gespräch gleich zu führen. Wer seinen Kund*innen als 08/15-Person betrachtet und nicht individuell auf den Charakter, die Wünsche oder Ähnliches eingeht, wird keine gute Kommunikation aufbauen können. Dabei geht es mitunter gar nicht so sehr um die inhaltlichen Fakten, die zu besprechen sind, sondern sogar sehr oft um die zwischenmenschliche Basis. Selbstverständlich wird an dieser Stelle immer wieder hervorgehoben, dass eine gute Vorbereitung das halbe Kund*innengespräch sei. Doch das ist eben auch nur die halbe Wahrheit. Empathie, Flexibilität und aufrichtiges Interesse sind hier die andere Hälfte. Denn es kann am Ende zu nichts führen, sich hervorragend vorzubereiten, wenn man im Gespräch nicht merkt, dass der/die Kund*in kommunikativ in eine ganz andere Richtung läuft, angenommene Stereotype gar nicht bedient oder gar kritisch reagiert.

Fehler 2: Weg und Ziel verlieren

Nun kann es passieren, dass das Gespräch zwar sehr gut verläuft, eine angenehme Atmosphäre entsteht, doch der/die Kund*in trotzdem nicht kauft oder unterzeichnet oder wiederkommt. Dann wurden entweder zu viel Information gegeben, zu wenig oder der Kunde wurde mit unwichtigem Small Talk vernebelt. Zu viel Small Talk und zu wenig Information lassen Kund*innen am Ende eines Gesprächs oft ohne Klarheit darüber zurück, ob das Produkt oder der Service ihre Bedürfnisse auch erfüllt. Zu viel Information ist insbesondere dann nicht ratsam, wenn es um Aspekte geht, die potenziellen Kund*innen als wertvolle Ratschläge dienen können. Dies ist oft der Fall, wenn es um Dienstleistungen wie Handwerksarbeiten, Reparaturen oder Persönlichkeitsbildung geht. Wer hier schon bei der Beratung zu viel wertvolles Know-how preisgibt, erteilt mitunter eine kostenlose Lehrstunde.

Fehler 3: Gegenwind ignorieren

Nun findet so ein Kund*innengespräch selten als Monolog statt. Spätestens, wenn Verkäufer*innen, Vertriebler*innen oder Geschäftsführer*innen ihre Präsentation oder den Einstieg beendet haben, kommt der/die Kund*in zu Wort – und das kann Gegenwind bedeuten. Kritik, Skepsis, auf den Zahn fühlen oder einfach Veto aus Prinzip sind gängige Methoden, um vor allem den Preis zu drücken oder weitere Leistungen oder Zusätze einzuhandeln. Natürlich möchte die Verkaufsseite solche Hürden schnell überwinden, doch ist es ratsam, sehr genau, objektiv und individuell auf diese Punkte einzugehen. Gerade bei kritischen Nachfragen von Kund*innen können schlagkräftige Argumente oder auch einmal ein Zugeständnis einer eigentlich nicht möglichen Leistung besonders positiv aufgenommen werden, sofern sie logisch und sachlich vorgebracht werden. Hier liegt ein enormes Potenzial, den Trust-Faktor zu festigen, und dabei geht es gar nicht darum, dem Kunden immer nach dem Mund zu reden. Vielmehr geht es hier um sympathische Authentizität und Menschlichkeit. Abschlüsse können auch stattfinden, obwohl das Produkt oder die Dienstleistung nicht alle Anforderungen abdeckt, wenn die Kommunikationsebene zwischen Verkäufer*in und Kund*in stimmt.

Fehler 4: Schlechte Rahmenbedingungen

Kund*innen warten zu lassen, den Kanal oder Ort unpassend zum Gesprächsthema zu wählen oder häufige Unterbrechungen während des Gesprächs zählen zu den formalen Fehlern, die in einem Kund*innentermin gemacht werden können. Der Rahmen muss dem Gespräch angemessen sein. Eine sensible Thematik sollte „face to face“ in einer ruhigen Umgebung ohne Unterbrechungen behandelt werden, Nachbesprechungen oder -verhandlungen zu einer bereits vorgestellten Dienstleistung können ruhig auch einmal über Telefon erfolgen. Grundsätzlich ist bei Vor-Ort-Treffen auf eine ordentliche und ansprechende Umgebung zu achten, das gilt auch für Kleidung und Gemütszustand. Wer von Termin zu Termin hetzt, wird dies auf sein Gegenüber ausstrahlen und macht ihn/sie damit wieder zu einer Nummer unter, offensichtlich, zu vielen.

Fehler 5: Lernresistent sein

Den schlimmsten Fehler machen viele jedoch, indem sie die gleichen Fehler in Gesprächen immer wieder machen. Diese Lernresistenz hat oft eine von sich sehr stark überzeugte Persönlichkeit als Hintergrund. In einem Kund*innengespräch geht es nie um die Belange, Persönlichkeit oder Darstellung des/der Gesprächsführer*in, sondern stets um die Belange, den Bedarf und die Unsicherheiten des/der Kund*in. Wenn also eine Gesprächsstrategie nicht funktioniert, ist nicht der/die Kund*in das Problem, sondern immer die Strategie – hier muss dann angesetzt und optimiert werden.

So wichtig ist gutes Online-Marketing für Start-ups

Das Internet ist ein Raum grandioser Möglichkeiten. Durch Online-Marketing schöpfen Start-ups diese Potenziale bestmöglich ab. Die wichtigsten Basics und To Do’s.

Start-ups werden meist von jungen und innovativen Unternehmern geführt, die als digital natives die Schätze, die das Internet für die Vermarktung und Kund*innengewinnung bereithält, zu würdigen wissen. Die Erreichbarkeit, die sich im Internet entfalten lässt, ist immens. Hinzu kommt, dass die Kosten für Online-Marketing nur einen winzigen Bruchteil dessen betragen, was für das traditionelle Offline-Marketing üblich ist. Auf diese Weise kann durch zielgerichtete Investitionen eine ähnliche Hebelwirkung erzielt werden wie durch die Anstellung neuer Arbeitskräfte. Im Endeffekt ist der ROI unglaublich effektiv.

Die Bedeutung von Online-Marketing

Marketing umfasst sämtliche Aktionen, die der Gewinnung von Kund*innen dienen. Beim Online-Marketing erstrecken sich diese Aktionen ausschließlich auf das Internet. Da das Internet, wie Theodor Fontane sagen würde, ein „weites Feld“ ist, sind die Maßnahmen entsprechend vielfältig. Das Leitziel der Absatzsteigerung unterteilt sich in mehrere Teilziele (Leads), zu denen die Steigerung des Traffics, Erhöhung der Sichtbarkeit, Verbesserung der Conversion-Rate und eine breite Verankerung in den sozialen Medien gehören.

Eine andere Differenzierung besteht in der Subsumption der Etappenziele unter die Leitziele von Reichweite, Engagement und Transaktionen. So streben Start-ups viele Leser*innen an, die engagiert sind, indem sie das Angebot der eigenen Webseite aktiv nutzen. Die User*innen sollen außerdem viele Transaktionen tätigen, das heißt, sich anmelden, den Newsletter bestellen, einkaufen und zu Stammkund*innen werden. All diesen Zielen sind die Online-Marketing-Methoden verpflichtet.

Da Unternehmer*innen wie Start-ups sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren möchten und selten über eigene Expertise über alle Aspekte des Online-Marketings verfügen, nehmen viele Gründer*innen die Hilfe von Expert*innen in Anspruch. Die Spezialist*innen führen nach der Auslagerung in enger Absprache mit dem Start-up sämtliche Maßnahmen durch, die im Online-Marketing zum Erfolg führen. Hier mehr Informationen dazu, wie eine mögliche Zusammenarbeit mit Online-Marketing-Expert*innen aussehen könnte.

Die Disziplinen des Online-Marketings

Disziplinen beim Online-Marketing gibt es viele. Wir halten die folgenden Bereiche für Start-ups für die wichtigsten:

Suchmaschinen-Marketing

Herzstück des Suchmaschinen-Marketings ist die eigene Webseite. Im Online-Shop kommen Kund*innen mit den präsentierten Inhalten des Unternehmens in Berührung. Hier schließen sie ihre Käufe ab. Um die Anzahl an Leser*innen zu erhöhen, setzen Start-ups mithilfe Suchmaschinen-Marketing (SEM) auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA).

Mit SEA können Kund*innen durch bezahlte Google-Ads auf die Seite gelockt werden. Hier richtet sich die Reichweitenerhöhung nach dem Budget. Anders als beim SEO ist der generierte Traffic künstlich und damit weniger nachhaltig. SEO unterteilt sich wiederum in Onpage-SEO und Off-Page-SEO. Ziel ist es, durch natürlichen Content ein dauerhaftes organisches Wachstum zu erzielen.

Offpage-SEO

Off-Page-SEO umfasst alle Maßnahmen, die außerhalb der eigenen Internetpräsenz durchgeführt werden. In erster Linie ist damit der Linkaufbau gemeint, wo es darum geht, sich ein qualitativ hochwertiges und quantitativ reichhaltiges Linkprofil zu erstellen, das Google und Co. von der eigenen Relevanz überzeugt und zu entsprechenden Aufwertungen in den Suchmaschinenergebnisseiten (SERPs) führt. Außerdem bedeutet jeder ausgesetzte Anker immer eine neue Quelle, durch die Leser*innen auf die Webseite gelangen.

Onpage-SEO

Onpage-SEO wiederum bezieht sich auf Aktivitäten innerhalb der eigenen Webpräsenz. Hierbei geht es um die Gliederung der Seite, die Grafik, den Content und die technische Optimierung. Angestrebt wird ein überzeugender Auftritt, der die Nutzer*innen neugierig auf mehr macht. Die Grafik lässt sich unter dem Fokus der Nutzererfahrung (UX-Design) und Funktionalität (UI-Design) gestalten. Beide Aspekte sind die Seiten derselben Medaille.

Angestrebt wird eine einladende und übersichtliche Grafik, die den/die Nutzer*in überzeugt und ihm/ihr im Sinne von „don‘t let me think“ intuitiv seine Ziele finden lässt. Eine schnelle Ladezeit gehört dazu, denn wenn User*innen länger als drei Sekunden auf den Seitenaufruf warten müssen, springen 40 Prozent schon wieder ab.

Content-Marketing

Content-Marketing hat viel mit Onpage-SEO zu tun, geht aber darüber hinaus. Die Idee, durch hochwertigen Content Kund*innen an sich zu binden, speist sich aus der Erkenntnis, dass Nutzer*innen klassischer Werbung überdrüssig geworden sind. Die Vermarktung durch Content geschieht hingegen subtiler. Guter Content kann unterhalten, informieren und beraten. Außerdem bietet er Nutzer*innen das gewisse Etwas.

Ein entsprechendes Modewort für die angestrebte Einzigartigkeit ist der Mehrwert. Marketing durch Content beschränkt sich nicht auf Texte. Genutzt werden können Audios, Videos, Tutorials, Gewinnspiele, Kreuzworträtsel und Geschichten. Die Nutzer*innen sollen etwas davon haben und das Start-up mit etwas Positivem verbinden.

Social-Media-Marketing

Menschen lieben soziale Medien und die Gründung von Facebook im Jahre 2004 traf einen Nerv. Facebook bleibt allem Krisengerede zum Trotz mit rund 2,8 Milliarden Nutzer*innen erfolgreich und der nimmermüde Mark Zuckerberg plant mit dem Metaversum den nächsten Coup. Andere erfolgreiche soziale Medien sind YouTube, Instagram und Tiktok, die den wachsenden Einfluss von Video-Content aufzeigen.

Der Kurznachrichtendienst Twitter sowie LinkedIn und Xing für Geschäftsbeziehungen sind ebenfalls interessant. Nutzen lassen sich außerdem gut Pinterest für Bilder, Snapchat und Reddit, das in Bezug auf die sozialen Medien als neuer Star am Firmament gilt.

Social-Media-Marketing bietet Start-ups viele Vorteile. So können Unternehmen die Kund*innen dort abholen, wo sie sind und mit ihnen in einen Dialog treten. Dies dient der Neukund*innengewinnung und stärkt die Kund*innenbindung. Zudem erfahren Gründer*innen hier aus erster Hand von den Wünschen und Begehrlichkeiten der Zielgruppe. Google registriert die Aktivität von Webseiten auf sozialen Medien und beantwortet diese, vor allem, wenn die Zahl der Follower*innen und Interaktionen hoch ist, mit einer Aufwertung in den SERPs.

Affiliate Marketing

Eine andere Werbemethode besteht im Kauf von Affiliate-Links, um seine Verankerung im WWW auszudehnen und sein Linkprofil zu stärken. In vielen Verträgen zwischen Unternehmen und Webseitenbetreiber*innen werden außerdem Werbemöglichkeiten eingeräumt. Kommt es auf einer anderen Webseite zu einem Kauf, wird der Affiliate-Partner mit einer Provision beteiligt. Möglich ist auch eine Bezahlung anhand der Anzahl an Klicks auf Werbebanner.

Influencer Marketing

Durch die Zusammenarbeit mit Influencern ist es Start-ups möglich, von der großen Reichweite und Popularität von Influencern zu profitieren und an ihrer Strahlkraft zu partizipieren. Fans von Influencer*innen neigen dazu, sehr emotional zu reagieren, wenn der Influencer eine bestimmte Marke präferiert. Sie wollen dann auch diese Marke haben.

Während der/die Influencer*in im Rahmen der Geschäftsbeziehung die eigenen Produkte auf unterhaltsame und spielerische Art zur Geltung bringt, dringen diese einem großen Publikum ins Bewusstsein. Bei gelungenen Formaten agieren die Zuschauer*innen als Transmissionsriemen, indem sie die Marke im Internet weiterverbreiten.

E-Mail-Marketing

Im Digitalzeitalter sind Daten eine wichtige Währung geworden. Wer an viele Daten gelangt, kann diese dazu nutzen, um die Nutzer*innen über einen Verteiler aktiv anzusprechen. Aus diesem Grund ist die Registrierung von Nutzer*innen auf der eigenen Webseite ein wichtiges Lead. Nutzer*innen, deren Daten bekannt sind, entsprechen üblicherweise der eigenen Zielgruppe, sodass gut gemachte Rundmails eine entsprechende Wirkung entfalten können.

Der Wert der Conversion Rate

Die Conversion Rate ist eine Kennzahl, die den Anteil an Nutzer*innen misst, die eine gewünschte Aktion vollziehen. Üblicherweise konzentrieren sich Besitzer*innen von Online-Shops dabei auf den Anteil der Leser*innen, die nach ihrem Besuch einen Kauf tätigen. Die Conversion Rate kann auf verschiedene Weise gesteigert werden. Wichtig sind zunächst eine übersichtliche Gliederung der Verkaufsseite mit ansprechenden Bildern und Produktbeschreibungen. Die Navigation gestaltet sich für die Kund*innen intuitiv und sie finden mühelos ihre Ziele.

Das Ziel, der Verkaufsbutton, lässt sich in wenigen Schritten aufrufen und ist nicht zu übersehen. Der Vorgang des Einkaufs geht schnell und in wenigen Schritten vonstatten. Gerade bei einem Online-Shop ist es wichtig, schnelle Ladezeiten zu garantieren, da nur so die Leser Lust auf „Shoppen“ haben. Darüber hinaus haben Nutzer*innen unterschiedliche Präferenzen beim Bezahlvorgang, sodass ein breites Portfolio an Zahlmöglichkeiten im Idealfall jeden mitnimmt. Auch durch die Schaffung von Vertrauen lässt sich die CR steigern, was durch Transparenz, Gütesiegel und positive Kundenbewertungen geschieht.

Die Customer Journey

Experten empfehlen für das Online-Marketing, den Kund*innen aktiv während der gesamten Customer Journey zu begleiten. Als diese werden die einzelnen Phasen definiert, die der/die Kund*in von der Aufmerksamkeit bis zur Kaufentscheidung durchlebt. Die Aufmerksamkeit für ein Produkt wird wiederum durch verschiedene Berührungspunkte (Touch Points) ausgelöst, auf die der/die Kund*in im Internet stößt. Diese „Kund*innenreise“ wird in den Modellen AIDA und ACCRA präsentiert.

AIDA und ACCRA

Beim AIDA-Modell lauten die einzelnen, aufeinander aufbauenden Phasen Attention, Intention, Desire und Action (Aufmerksamkeit, Kaufabsicht, Kaufwunsch und Kauf). Beim ACCRA-Modell sind es die Phasen Awareness, Consideration, Conversion, Retention und Advocacy (Aufmerksamkeit, Überlegung, Kauf, Kund*innenerhalt und Befürwortung). Hier wird die Customer Journey nach dem Kauf nicht abgeschlossen, sondern es wird weiter daran gefeilt, dass aus Kund*innen begeisterte Stammkund*innen werden, die aktiv und aus eigenem Antrieb für das Unternehmen werben.

Der goldene Kreis nach Simon Senek

Auch der goldene Zirkel von Simon Sinek hilft bei der Kund*innengewinnung. Sein Wert erschließt sich vor allem dadurch, dass der britische Unternehmensberater Start-ups zur Möglichkeit verhilft, die Sehnsüchte von Kund*innen zu bedienen. Senek war aufgefallen, dass die meisten Unternehmen kaum über das Was hinausgehen, indem sie sich darauf beschränken, dem/der Kund*in im Marketing mitzuteilen, was das Produkt ist. Damit könne lediglich die rationale Ader des/des Kund*in erreicht werden, die nach dem Eisberg-Modell wiederum nur zu einem Siebtel Anteil an der Kaufentscheidung habe.

Es dominieren also die Gefühle. Nach Sinek sind nun die beiden höheren Ebenen die Ausrichtungen auf die Fragen Wie und Warum. Durch das Eingehen auf das Wie in der Vermarktung kann bereits auf die Gefühlsebene des/der Kund*in eingegangen werden. Der Königsweg ist aber die Ausrichtung auf das Warum, denn hier findet ein Appell an das Unterbewusstsein des Menschen statt, in dem seine Visionen, Werte und Motivationen verwurzelt sind.

Online zum Abschluss

Wie du online (noch) bessere Verkaufsgespräche führst.

Endlich ist es soweit: Dein(e) Interessent*in, mit dem/der du bisher nur telefoniert oder gemailt hast, hat dem Termin zu einem Online-Gespräch mit dir zugestimmt. Von diesem hängt nun entscheidend ab, ob aus dem/der Interessent*in ein(e) Kund*in wird – oder nicht. Grund genug, sich spätestens jetzt intensiver mit dem Thema Online-Verkaufsgespräche zu beschäftigen.

Wahrscheinlich hast auch du schon so manche Veranstaltungen – ob Seminare, Vorträge, Einzel- oder Gruppengespräche – als Kund*in bzw. Teilnehmer*in online erlebt. Wichtig ist, dass dir nicht dieselben Fehler unterlaufen, die immer noch viele machen und so für Frust und Desinteresse sorgen.

Schlechte Übertragung von Bild und Ton

Wesentlich ist, dass dein Gesicht optimal ausgeleuchtet und während der Videoübertragung stets zu sehen ist – auch dann, wenn du deine Präsentation zeigst. So hältst du den Kontakt zu deinem Gegenüber am besten. Klickst du stattdessen mehrere Minuten durch deine Präsentation, ohne dass dein Gegenüber dich persönlich sieht, baust du unnötig Mauern auf. Im Idealfall ist das Kamerabild von dir in einer Ecke „über“ deiner Präsentation. Prüfe auch, ob das Mikrofon professionell ist. Ein Ansteckmikrofon hat meist eine deutlich bessere Qualität, als das interne Mikrofon eines Tablet-PCs. Teste also, ob dein Bild und dein Ton wirklich einwandfrei bzw. hochwertig übertragen werden und die Raumakustik gut ist. Es spricht nichts dagegen, sich zu schminken – schließlich ist oder erscheint unsere Haut so manches Mal übermäßig hell oder rot. Denke immer daran: Dein Gegenüber macht an deinem Erscheinungsbild fest, wie vertrauenswürdig du bist – und ob du letztlich den Auftrag und damit das Geld bekommst oder nicht.

Chaotischer Desktop; schlechte Übertragung

Es mag ja durchaus sein, dass du viel unterwegs bist. Aber musst du ein Online-Verkaufsgespräch unbedingt aus einem fahrenden Zug führen, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Internetverbindung nicht (immer) ideal ist? Setze Termine möglichst so an, dass du solch wichtige Gespräche von deinem Büro aus mittels LAN-Kabel führen kannst. Und räume deinen Desktop vorher auf. Denn wenn du beispielsweise den Präsentationsmodus wechselst, kann es sein, dass andere deinen Desktop sehen – und damit Dinge, die sie nicht unbedingt sehen sollten.

Unprofessionalität, wenn‘s doch mal schiefläuft

Störungen haben immer Vorrang. Verstehst du aus irgendwelchen Gründen dein Gegenüber nicht gut, dann traue dich, dies sofort zu thematisieren. Nimmt jemand am Meeting teil, den/die du nicht kennst, dann frage ganz offen, wer diese Person ist. Sind aus irgendwelchen Gründen Hintergrundgeräusche zu hören, die die Qualität des Gesprächs stören, dann suche auch hier den Dialog. Es darf dir nicht passieren, dass du aus falscher Bescheidenheit Störfaktoren nicht ansprichst. Halte darüber hinaus auch Telefonnummern der Teilnehmer*innen parat, um über einen Plan B zu verfügen, sollte die gesamte Online-Veranstaltung plötzlich zusammenbrechen.

Wenn du diese Punkte gewissenhaft umsetzt, bist du schon mal weit vorne – und hast gute Chancen, deine Konkurrenz abzuhängen. Denn so manch eine(r) denkt immer noch, dass sie/er auch via Zoom, Teams und Co. verkaufen kann, nur weil es am Telefon gut klappt.

Warum soll ich dein(e) Kund*in werden?

Das ist die entscheidende Frage, die sich dein(e) Gesprächspartner*in stellt. Doch leider wird sie in Verkaufsgesprächen oft nicht ausreichend beantwortet. Im schlimmsten Fall endet das Gespräch sogar so, dass weder du noch dein ­Gegenüber genau weiß, wie es weitergeht, sobald die Übertragung beendet wird. Beherzige daher folgende Tipps:

Was ist dein Ziel? Was sind die Erwartungen deines Gegenübers?

Mache dir vor deinem Gespräch klar, was deine Ziele sind. Du wirst dich nämlich automatisch anders verhalten, wenn du als oberstes Ziel entweder den Auftrag, einen neuen Gesprächstermin oder die Präsentation deines Unternehmens anstrebst. Es bringt dir aber wenig, wenn dein(e) Kund*in ganz andere Ziele hat. Kläre somit konkret vor der Terminvereinbarung, was ihr beide eigentlich mit dem Video-Call bezweckt.

Eine reine Verkaufspräsentation ist kein Verkaufsgespräch, sofern dein Gegenüber kaum zu Wort kommt. Ziel von Online-Verkaufsgesprächen ist ein Dialog, um gemeinsame Anknüpfungspunkte für Geschäfte zu finden. Manche senden beispielsweise ihrem/ihrer Gesprächspartner*in vor dem Online-Meeting Unterlagen, um dann live die Fragen zu beantworten.

Sprich von dir aus mögliche Fragen an

Geschäftsleute verlieren oft viel Zeit, weil sie nicht offen über das sprechen, was sie vom Kauf abhält. Du wirst dich positiv von anderen Anbieter*innen abheben, wenn du von dir aus wahrscheinliche Fragen und Bedenken des Gegenübers wohlwollend thematisierst. Als Verkaufstrainer nenne ich beispielsweise schon beim Erstgespräch mein Honorar, ohne dass ein(e) Anfragende(r) mich danach fragen muss. So kann ich schneller Interessent*innen aussortieren, für die ich nicht arbeiten will, weil diese eine zu schlechte Preisbereitschaft haben. Aber auch mein Gegenüber hat so mehr Struktur, denn diese Person fragt sich zurecht, wo ich preislich liege. Müsste man mir den Preis sprichwörtlich aus der Nase ziehen, würde schnell Skepsis aufkommen.

Darüber hinaus thematisiere ich von mir aus das Thema Lerntransfer. Denn eine große Sorge meiner Zielgruppe ist, dass sie Geld in ihre Mitarbeitenden investiert, es dann aber nicht zu besseren Verkaufszahlen kommt. Durch meine offenen Worte spüren meine Interessent*innen, dass ich stark an deren Erfolg interessiert und kein Schönredner bin.

Überlege also: Was sind typische Sorgen und Ängste, die deine potenziellen Kund*innen haben, die du ihnen nehmen solltest, damit sie dich gern beauftragen?

Traue dich aber auch, genau nachzufragen, wenn du dein Gegenüber nicht verstehst – oder du das Gefühl hast, dass ihn/sie noch irgendwas beschäftigt. Denn solange ihr im Gespräch seid, könnte ihr das Eisen noch schmieden. Geht das Gespräch vorbei und dein Gegenüber hat noch zu viele Fragezeichen im Kopf, wird diese(r) dich wahrscheinlich nicht beauftragen. Warum sollte dir auch jemand hinterherlaufen, um Antworten auf offne Fragen zu erhalten?

Frage nach dem konkreten Verbleib

Es darf niemals passieren, dass nach einem Gespräch sowohl Verkäufer*in als auch Kund*in nicht konkret wissen, wie es weitergeht. Wenn dies passiert, ist das Risiko groß, dass das ganze Projekt im Sand verläuft. Frage daher beispielsweise konkret: „Was halten Sie davon, wenn wir dann nächste Woche bei Ihnen die Anlage installieren?“ Oder: „Wollen wir so weitermachen, dass Sie mir bis Ende der Woche die Details schicken und ich Ihnen ein Angebot mache?“ Oder: „Schön, lassen Sie uns doch gleich einen Termin für die Umsetzung festlegen.“

Wenn dir nach einem Online-Verkaufsgespräch auffällt, dass du eine wichtige Information noch nicht bekommen hast, dann greif umgehend zum Telefonhörer und stell deine Fragen. Versteck dich nicht hinter E-Mails, sondern such offensiv den Dialog. Denn mit guten Gesprächen – ob telefonisch oder via Konferenztool – kannst du besser Vertrauen und Sympathie aufbauen als mit E-Mails.

Last, but not least gilt: Du solltest Verkaufsgespräche regelmäßig üben, denn für dich hängt von ihnen sehr viel ab. Hol dir im Zweifelsfall auch die Meinung von Außenstehenden ein, die vielleicht wenig bis gar nichts mit deiner Branche zu tun haben. Denn viele Interessent*innen und Kund*innen sind zu höflich, um etwas zu sagen, wenn sie etwas nicht verstehen, sie dir nicht vertrauen oder dir die Lösungskompetenz nicht zuschreiben. Da helfen auch gut gemeinte Fragen deinerseits nicht wirklich weiter. Schau dir deine Quoten also genau an: Wie sicher erreichst du die von dir gesteckten Ziele?

Der Autor Oliver Schumacher ist seit 2009 Verkaufstrainer und Redner. Er gibt u.a. Seminare zu den Themen Kaltakquise und Preisverhandlung

5 No-Gos der Positionierung

Oder: In fünf Schritten zur perfekten Markenpositionierung.

Gos bei der Positionierung

Alle im Gründungsteam sind unfassbar stolz auf das, was man gebaut hat. Aber auch nach einer Viertelstunde Erklärung schnallt niemand, was ihr eigentlich anbietet? Häufig liegt das an einer suboptimalen Positionierung. Hier sind fünf Schritte, um diese zu verbessern:

1. Nicht warum, sondern wer

Obwohl Golden-Circle-Erfinder Simon Sinek unbestritten ein verdammt kluger Kopf ist, zeigt meine Erfahrung, dass er mit der falschen W-Frage beginnt. Nicht das Warum sollte am Anfang aller Positionierungsarbeit stehen, sondern das Wer. Weshalb? Weil es entscheidend ist, diejenigen Menschen zu identifizieren, die dein Angebot lieben werden, sodass du die Persönlichkeit deiner Marke damit in Einklang bringen kannst. Jede Geschichte braucht eine(n) Held*in – 80 Prozent heißen sogar so wie ihr(e) Held*in. Oder wie es unter Drehbuchautor*innen heißt: „Character drives the plot.“ Darum ist die Frage nach dem Wer auch so wichtig. Wer wird deine Marke sein? Und wer wird sie lieben? Ein gutes Werkzeug, um hier Klarheit zu bekommen, sind die Archetypen nach C.G. Jung.

2. Alternativlos ist für Loser

„Bis auf den Tod gibt es für alles im Leben eine Alternative.“

Das Positionierungsteam deiner Company muss klar definieren, welche alternativen Produkte oder Verhaltensweisen deine Audience nutzt. Denn obwohl dir wahrscheinlich das komplexe Angebot auf dem Markt völlig klar ist, heißt das noch lange nicht, dass es deinen potenziellen Kund*innen auch so geht.

Welcher passive Roboadvisor ist der beste? Für große Teile der Zielgruppe heißen die Alternativen nicht Growney, Scal­able, Smavesto oder Whitebox, sondern Sparbuch, Girokonto oder Goldmünze – die Angst vor der Investition ins Unbekannte ist größer als die Angst vor dem bekannten inflationären Wertverlust. Weswegen es vielleicht auch gar keine so schlaue Idee ist, auf supermodern zu machen und von „der neuen Art, Vermögen anzulegen“ zu sprechen. Besser ist es, von „der neuen Art zu sparen“ zu sprechen. Finde das Bekannte, um das Neue, Unbekannte zu erklären. Nur dann bist du in der Lage, etwas wirklich Besseres anzubieten.

Ein Start-up sollte daher nicht ein noch nischigeres High-Performance-Supplement verkaufen, sondern besser eine „neue Nahrungsquelle“. Du bist ja auch nicht Europe’s Leading Online Optician, sondern einfach nur der modernste Optiker. Bei der Positionierung gegenüber Endkund*innen solltest du also auf Verständnis statt auf Kreativität setzen.

3. Die Zeitgeistfalle: Alles auf Nachhaltigkeit

„Es ist falsch, die Welt retten zu wollen, wenn du es nicht schafftst, dein eigenes Zimmer aufzuräumen.“

Was das heißt? Nachhaltigkeit ist keine Positionierung. Dies wäre als Positionierung ebenso aussagekräftig wie „Das Auto hat vier Reifen“ oder „Käse kann man essen“. Es ist sogar eher kontraproduktiv. Denn dass wir die Ressourcen unserer Erde und die Umwelt schonen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ein solches Engagement zu erwähnen oder gar in den Vordergrund zu stellen, ist also schon fast merkwürdig – zumindest, wenn du keine NGO bist. Wer jetzt mit dem Argument „Aber das machen alle anderen auch“ kommt, dem- bzw. der­jenigen muss gesagt werden: Willst du Visionär*in oder ­Copycat sein?

4. Auf der Suche nach der geheimen Zutat

„Keine geheime Zutat, kein Erfolg.“

Diese Geheimzutat zu finden, ist einfach. Im Wesentlichen musst du nur die Frage beantworten, was dein Start-up besser kann als die Alternativen im Kopf deiner Wunschzielgruppe. Das kann eine Mischung aus Sachverstand und Erfahrung sein. Oder ein technisches Feature. Oder die extrem intuitive Bedienbarkeit. Was es nicht sein kann ist etwas, das die anderen auch haben. Merke: Ein Stiftung-Warentest-Siegel, das die anderen auch zeigen, oder Adjektive wie „einfach“ und „smart“ sind selten einzigartige Attribute.

Was ist die eine Sache, die dein Unternehmen von allen relevanten Alternativen unterscheidet? Gar nicht mal so selten lautet die Antwort: Bekanntheit. In diesem Fall kann es nicht schaden, noch mal einen Blick auf den Schritt 1 zu werfen und genau zu bestimmen, wer sich da wem mit einem lauten Knall vorstellt. An wen sollen sich die Menschen erinnern, wenn sie sich an dich bzw. euch erinnern?

5. Welche Attribute wirklich verkaufen

Ein besonders günstiger Preis ist ebenfalls keine ratsame Positionierung. Überlege mal: Was ist dir persönlich wichtiger: Geld zu sparen oder qualitativ hochwertige Arbeit zu bekommen? Ich hoffe, es ist Letzteres. Wir kennen doch alle den Spruch: „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Außerdem wird es immer jemanden geben, der/die billiger ist. Weder wird der günstige Einstiegspreis für immer der günstigste sein, noch werden deine (künftigen) Investor*innen begeistert davon sein, wenn du dein Produkt verscherbelst (und keine Refinanzierungsstrategie hast).

Positioniere dein Start-up also als Diamanten und nicht als Kieselstein. Wenn du verkaufen willst, musst du verstehen – und zwar deine Kund*innen. Produkterklärungen sind natürlich wichtig und informativ, aber letztlich verkaufen die Geschichten. Dazu gilt es, eine Moral in deine Start-up-Geschichte einzubauen:

  • Handelt deine Geschichte wirklich von einer neuen digitalen Bank? Oder vielleicht vielmehr davon, dass du dem enttäuschten Sicherheitsbedürfnis von Millionen Menschen eine neue Heimat gibst?
  • Verkauft ihr wirklich Saftkuren? Oder doch eher Absolu­tion in kleinen Flaschen?
  • Bist du im Noch-eine-Wiederholung oder im Nackt-­besser-aussehen-Business?
  • In welcher Branche du auch bist: Beginne jede Geschichte wie die Drehbuchprofis bei Pixar: mit dem Ende.

Fazit: Worauf solltest du achten?

Positionierung ist nicht etwas, was man zwischendurch macht, es ist die Basis deines Erfolgs. Denn auf ihr bauen (im besten Fall) alle künftigen Marketing- und PR-Maßnahmen. Darüber hinaus sorgt sie auch intern für Bindung und Orientierung. Denn nur ein vereintes Team kann nach außen professionell auftreten. Eine frühzeitige Investition in die Entwicklung einer ganzheitlichen Positionierung ist daher absolut ratsam. Und: Es ist viel schwieriger, eine misslungene Positionierung zu beheben, als eine von Anfang an passende Positionierung zu entwickeln. Weil Gründer*innen aber häufig schon viel zu tief im Thema sind, solltest du dir externe Hilfe holen. Ein gutes Briefing besteht dabei nicht nur aus Zukunftsvisionen, sondern unter anderem aus diesen Fragen:

  • Was ist die psychologische, soziale oder kulturelle Spannung, die mit deiner Businessidee verbunden ist?
  • Was davon sollte deine Zielgruppe begeistern?
  • Welche Alternative zu deinem Produkt nutzt deine Zielgruppe aktuell?
  • Was ist das eine(!), das du wirklich besser kannst als alle anderen?

Der Autor Friedrich Tromm ist CEO der Creative Company TryNoAgency. Gemeinsam mit seinem Co-Founder Stefan Nagel hat er mehr als 160 Unternehmen und NGOs betreut, darunter FinTechs wie N26, smava oder Scalable Capital.

Werbung in eigener Sache: 7 Marketingtipps für Start-ups

Die folgenden sieben Praxis-Tipps sind für Start-ups ein erster Schritt zur (noch) besseren Selbstvermarktung.

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist aufregend und mit allerlei neuen Aufgaben verbunden. Um sich erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, spielt vor allem Marketing eine zentrale Rolle. Hier muss zwischen Onlinemarketing und Offlinemarketing unterschieden werden, denn je nach Art des Start-ups kommen andere Werbemaßnahmen infrage. Neue Stores profitieren von auffällig gestalteten Schaufenstern und interessanten Kundenstoppern, reine Onlineunternehmen sind vor allem im Social-Media-Bereich gut aufgehoben. Marketing lässt sich aber auch kombinieren, selbst reine Offlinestores profitieren von einem seriösen Onlineauftritt. Die folgenden sieben Tipps sind für Start-ups ein erster Schritt zur besseren Selbstvermarktung.

1. Eine Zielgruppenanalyse definiert die nötigen Werbemaßnahmen

Für jede Zielgruppe gibt es spezielle Maßnahmen im modernen Marketing, sodass eine Zielgruppenanalyse der erste Schritt ist. Junge Menschen lassen sich durch moderne Medien eher erreichen, Fernsehwerbungen oder Print-Kampagnen kommen weniger gut an. Die wichtigste Frage ist, ob sich die jeweilige Zielgruppe eher online oder offline erreichen lässt.

Auch die Hintergründe der Marketingkampagne müssen geplant werden. Dient die Kampagne der Markenstärkung und dem Imageaufbau oder ist ein erhöhter Absatz im Fokus? Je genauer der potenzielle Kunde definiert wird und je mehr Informationen vorliegen, desto effizienter funktioniert das Marketing.

2. Messen für Start-ups ein wichtiger Bereich

Auch wenn das Messegeschäft in Deutschland Schwierigkeiten hat, gehören Messen für Start-ups immer noch zu den wichtigsten Marketingmaßnahmen. Die Möglichkeit, von Angesicht zu Angesicht mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten, stärkt vor allem die eigene Marke. Ein gut gestalteter Messestand kostet nicht viel Geld, sorgt aber für jede Menge Aufmerksamkeit. Entscheidend ist das richtige Personal, denn auf einer Messe wird das Image des Start-ups in die Welt getragen.

Sehr hilfreich sind kleine Werbegeschäfte, um das eigene Business in den Köpfen der Verbraucher ankommen zu lassen. Wichtig ist außerdem, dass die Messe den richtigen thematischen Schwerpunkt hat. Design-Start-ups sind auf Architekturmessen ideal aufgehoben, wohingegen neue und innovative Lebensmittelprodukte auf einer Food-Messe die besseren Chancen haben.

3. Flyer und Visitenkarten sind nicht out

Auch wenn Visitenkarten im Zeitalter des Onlinemarketings nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen, sind sie nach wie vor wichtig. Hier hat sich ein strukturierter und schlichter Aufbau bewährt, zu viel Kreativität kann abschrecken. Auch Flyer spielen nach wie vor eine Rolle, sie können in kooperierenden Unternehmen, in Gaststätten, beim Friseur oder an anderen öffentlichen Orten platziert werden.

Auch hier ist wichtig, dass die richtige Zielgruppe erreicht wird. Die Analyse dient auch dazu, mögliche Kooperationen auszuloten und Orte ausfindig zu machen, an denen die potenziellen Kunden bevorzugt angetroffen werden können. Der Vorteil von Visitenkarten und Flyern besteht in der günstigen Herstellung. Insbesondere große Wurfsendungen im von der Zielgruppe präferierten Wohngebiet kann sich als günstig und effektiv erweisen.

4. Der perfekte Social-Media-Auftritt

Mehr als zwei Milliarden Menschen sind in sozialen Netzwerken unterwegs, dabei sind alle Gesellschaftsschichten vertreten. Für moderne Unternehmen ist es keine Wahl mehr, ob sie den Schritt ins Netzwerk wagen möchten. Um Erfolg, direkte Kundenbindung und Umsätze zu generieren, ist es verpflichtend, auch die Social-Media-Präsenz auszubauen. Einzige Ausnahme sind Unternehmen, die eine überwiegend ältere Zielgruppe haben, deren Präsenz im Internet nur schwach ausgeprägt ist. Aber auch hier sind es Angehörige und Kontakte der Zielgruppe, die in Form von Mundpropaganda marketingfördernd einwirken können.

Ein gutes Social-Media-Profil ist allerdings für den langfristigen Erfolg des Start-ups nicht ausreichend. Stattdessen muss fortlaufender Content präsentiert werden. Qualitative Einblicke in das Unternehmen, eine direkte Bindung zum Kunden durch Kommunikation und kostenpflichtige AD-Kampagnen sind die großen Vorzüge, die von Facebook, Instagram und LinkedIn geboten werden.
 

5. Suchmaschinenoptimierung für eine bessere Präsenz bei Google und Co.

Hinter den drei Buchstaben SEO verbirgt sich ein wertvoller Beitrag zur Eigenvermarktung, der sich mit ein wenig Know-how zumindest anfangs in Eigenregie umsetzen lässt. Mit unterschiedlichen Maßnahmen ist es möglich, die eigene Website auf bevorzugten Positionen bei Google erscheinen zu lassen. Suchen Verbraucher nach dem richtigen Stichwort, wird das Start-up in guter Präsenz angezeigt.

Gut zu wissen: Waren es früher vor allem kurze Schlagworte auf der Website, die den Google-Algorithmus angesprochen haben, ist die Suchmaschine heute intelligenter geworden. Qualitativ hochwertiger Inhalt, interessant gesetzte Links und Verlinkungen durch vertrauenswürdige Partner sowie intelligent gesetzte Tags sorgen dafür, dass Googles Algorithmus die Sichtweite erhöht.

Für Einsteiger, deren Business keine Grundkenntnisse im Bereich Marketing umfasst, ist die Hilfe einer Agentur empfehlenswert. Günstige und innovative Optimierungskampagnen können auch von Start-ups in Anspruch genommen werden und unterstützen dabei, die Marke und das Unternehmen zu stärken.

6. Kundenfreundlichkeit bei Websiteaufbau beachten

Eine Website ist schnell erstellt, Baukastensysteme machen es sogar für Laien möglich, sich selbst im Internet zu präsentieren. Es gibt jedoch fulminante Unterschiede zwischen einer Website und einer guten Website. Wenn ein potenzieller Kunde auf das Internetangebot eines Unternehmens stößt, hat er Wünsche, Ziele oder auch Fragen. Die Aufgabe beim Websiteaufbau besteht darin, Wünsche, Ziele und Fragen des Kunden zu erfüllen und zu beantworten.

Der Aufbau muss daher immer aus objektiver Sicht passieren, um dem Kunden ein optimales Ergebnis zu bieten. Einfache Integration von Kauf- und Informationsbutton, ausreichende Informationen über die Art des Unternehmens, Videos, Animationen und eine gute Menüführung sind die Basics, die jede gute Webseite enthalten muss. Ob das Start-up offline oder online agiert, spielt keine Rolle. Auch ein Offlinestore kann sich promoten, indem eine gute Webpräsenz Onlinekunden zum Offlineerlebnis verführt.

7. Mutige und auffällige Aktionen wecken das Kundeninteresse

Wenn eine Person im Bärenkostüm durch die Innenstadt läuft und Schokoladenherzen verschenkt, ist die Aufmerksamkeit sicher. Ist auf der Verpackung des Herzens die Adresse des neuen Stores zu lesen, ist zumindest eine erste Markenbewusstheit beim Konsumenten angekommen. Junge Zielgruppen sind nahezu prädestiniert dazu, sie durch auffällige Aktionen neugierig zu machen. Je jünger, desto hipper die Aktionsmöglichkeiten.

Ob ein spontaner (angemeldeter) Waffelstand vor dem Laden oder die Einladung zu einer Limonadenverköstigung im Ladenlokal, je mehr Innovation ein Start-up zeigt, desto mehr Leads und Kundeninteraktionen sind erreichbar. Jüngere Generationen möchten angesprochen werden, der Erlebnishunger ist größer als je zuvor.

Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die in Punkt eins genannte Zielgruppenanalyse tatsächlich ist. Die Zielgruppe für orthopädische Gesundheitsschuhe lässt sich mit einem vom Start-up geplanten E-Scooter-Race nicht gewinnen, die nachhaltig denkende Zielgruppe für Elektromobilität hingegen schon.

Ist deine Website am Smartphone gut lesbar?

Diese 5-Punkte-Checkliste zeigt dir, was eine am Smartphone gut lesbare Website aus Kund*innensicht ausmacht.

Warum ist es wichtig, dass Websites für Smartphone-Nutzer*innen optimiert sind?

Immer mehr Besucher*innen besuchen Websites über das Smartphone. Laut einer Studie von Statista.com lag der Anteil der mobilen Internetnutzer*innen in Deutschland 2015 noch bei 54 %. 2021 waren es schon 82 % – und der Anteil steigt weiter.

Natürlich variiert die Zahl je nach Zielgruppe und Art der Website (hier eine weitere Studie zur Altersgruppe). Junge Menschen der Generation Z (14 bis 25 Jahre) sind natürlich die Vorreiter und nehmen 96 % ein.

Doch auch die Altersgruppen zwischen 26 und 65 Jahren liegen bei 83 bis 94 %.

Und da ist etwas, dass all diese Altersgruppen vereint. Jeder, der sich eine Website am Smartphone anschaut kennt ihn: den Moment, wenn man etwas Bestimmtes sucht, es aber nicht findet.

Und die Folge ist: Besucher*innen, die nicht schnell (innerhalb von Sekunden) fündig werden, sind wieder weg.

Was nervt Smartphone-Nutzer*innen, wenn sie eine Website besuchen?

„Wo finde ich was? Und wo muss ich als Nächstes klicken?“

Der erste Ort, den die meisten Website-Besucher*innen nutzen, um sich zu orientieren, ist die Website-Navigation.

Bestimmt ist dir folgendes schon häufig auf Websites aufgefallen: Eine lange Liste von Menüpunkten in der Website-Navigation bewirkt, dass du dich nicht entscheiden kannst, wo du klicken sollst. Die Auswahl ist einfach zu groß.

Und womöglich sind die einzelnen Navigationspunkte unklar formuliert. Du kannst in dem Fall nicht einschätzen, welcher Inhalt dich hinter den einzelnen Navigationspunkten erwartet.

Was tust du also? Du klickst keinen davon an, sondern verlässt die Website.

„Ich hatte nicht vor, Romane zu lesen …“ – beim mobilen Surfen im Netz haben wir es eilig

Lesen am Smartphone bedeutet: Wir scrollen viel mehr, als am großen Bildschirm.

Alle Texte stehen untereinander in einer langen, dünnen Spalte, da der Smartphone-Bildschirm sehr schmal ist.

Ein Textabsatz, der am Desktop-Bildschirm zwei Zeilen lang ist, kann am Smartphone schnell vier oder fünf Zeilen lang sein.

Ein Absatz mit vier Zeilen am Desktop ist am Smartphone schon ein Roman. Er ist wie eine Textwüste, die für den Leser eine optische Hürde darstellt.

Über so eine Hürde gehen deine Website-Besucher*innen gern einfach hinweg und scrollen weiter. Oder – was noch wahrscheinlicher ist – sie lesen gar nicht erst weiter.

„Wie lange muss ich denn jetzt noch scrollen?“

Am Smartphone sind wir es durchaus gewöhnt, länger zu scrollen – zum Beispiel, wenn wir E-Mails lesen.

Doch auf deiner Website am Smartphone zählt jede Millisekunde, die der/die Leser*in spart.

Als Website-Besucher*in sind wir ruck zuck wieder weg, wenn wir den Eindruck bekommen, dass wir eine Information erst suchen müssen.

  • Ausschweifende Texte,
  • zu große Schrift, durch die ein Text länger wirkt, als er ist
  • und Bilder, die viel Platz einnehmen, aber keine wichtige Information liefern.

All das sind Punkte, die Besucher*innen von deiner Website vertreiben, weil sie beim Lesen Zeit kosten.

5 Punkte, die du prüfen kannst, damit deine Website am Smartphone gut lesbar ist

#1 Wie ist es, wenn dein(e) Besucher*in deine Website am Smartphone öffnet. Was sieht er/sie als Erstes?

Nutze den Teil deiner Website, den man beim Betreten der Seite ohne zu scrollen sieht, um die wichtigsten Fragen deines/deiner Besucher*in zu beantworten.

  • „Was bekomme ich hier?“
  • „Ist das hier für mich?“
  • „Warum sollte ich weiterlesen?“ (Nutzen)  

Das hilft deinen Besucher*innen, zu entscheiden, ob sie bei dir richtig sind. Wenn deren Antwort Ja lautet, ziehst du sie in deine Website hinein.

#2 Mache deinen Besucher*innen das Lesen so leicht wie möglich

Nutze kurze Absätze und Zwischenüberschriften.

Du erinnerst dich: Am Smartphone werden wenige Sätze, die ohne Absätze hintereinander weg geschrieben sind, schon zu einem ziemlich langen, unübersichtlichen Textblock.

Kurze Absätze sorgen dafür, dass dein(e) Leser*in den Text am Smartphone leichter erfassen kann. Und dank aussagekräftiger Zwischenüberschriften kann dein(e) Website-Besucher*in beurteilen, ob ihn/sie bestimmte Textabschnitte interessieren.

#3 Nutze eine Schriftgröße, die für das Auge angenehm zu lesen ist

Das steigert die Verweildauer deine(r) Leser*in auf deiner mobilen Website.

Zu große Schrift bedeutet zu viel Scrollen, denn dein(e) Besucher*in sieht am Smartphone immer nur einen kleinen Textausschnitt der gesamten Website. Je größer die Schrift, desto weniger Zeichen passen in eine Textzeile.

Zu kleine Schrift andererseits ist am Smartphone visuell anstrengend, weil dein(e) Leser*in sehr genau hinschauen muss. Niemand möchte seine Augen „anspitzen“ müssen.

#4 Setze Bilder auf deiner Website am Smartphone sparsam ein

Liest dein(e) potenzielle(r) Kund*in am mobilen Gerät, bedeuten redundante Bilder Zeitverzögerung. Denn je mehr Bilder auf einer mobilen Website zu sehen sind, desto länger müssen Nutzer*innen scrollen.

Und Zeit sparen ist am Smartphone noch wichtiger, als am Desktop-Bildschirm.

Andererseits helfen Bilder dabei, deine Website optisch zu strukturieren und sorgen für Ruhepole zwischen Textabsätzen.

#5 Zeige deinen Website-Besucher*innen glasklar, was sie als Nächstes tun können

Auf vielen mobilen Websites ist es für Website-Besucher*innen nicht leicht, die Information zu finden, die sie suchen.

Eine Website am Smartphone lesen bedeutet: Kleiner Bildschirm, wenig Inhalte auf einen Blick – da verliert man schnell den Überblick und die Gefahr, erst suchen zu müssen, ist groß.

Zeige den Besucher*innen deiner Website, welches ihre nächsten Schritte sein können:

  • Gestalte das Navigationsmenü deiner Website kurz und übersichtlich. Dein(e) Kund*in kann so schnell entscheiden, welche Navigationspunkte für ihn/sie relevant klingen. Er/sie schaut sich weitere Seiten seiner Website an und die Verweildauer steigt.
  • Wo kann dein(e) Kund*in klicken, um mehr Informationen zu bekommen? Hebe Handlungsaufforderungen (Links und Call-to-Action Buttons) optisch hervor. Dazu eignet sich zum Beispiel eine kontrastreiche Farbe.
  • Platziere in Texten immer wieder Links, die zu anderen Seiten deiner Website führen. Damit hilfst du deinem/deiner Besucher*in, schneller an Information zu kommen. Und sogenannte interne Links verbessern gleichzeitig die Suchmaschinenoptimierung.

Die Autorin Nicole van Meegen ist Diplom-Kommunikationsdesign und erstellt Websites für Solo- und kleine Unternehmen, die nicht nur „hübsch“ sind, sondern die Kund*innengewinnung ankurbeln.
Willst du wissen, wie deine Website Kund*innen gewinnt?
Hier ist Nicoles Selbsttest für dich, der dir zeigt, welche 8 Bedingungen du berücksichtigen musst.

A/B-Testing

Diese zehn elementaren Fehler solltest du beim A/B-Testing unbedingt vermeiden.

Beim A/B-Testing kann viel schiefgehen, insbesondere man sich (noch) nicht so gut auskennt. Deshalb ist es sinnvoll, A/B-Testing erst einmal zu definieren: Unter einem A/B-Test – auch Split-Test genannt – verstehen wir eine Testmethode zur Bewertung zweier Varianten. Das klingt zunächst sehr nüchtern, kann aber über den Erfolg eines ganzen Unternehmens entscheiden.

Anders ausgedrückt: Wer mithilfe dieser Tests die optimalen Entscheidungen für seine Firma trifft, kann sich positiv von der Konkurrenz abheben, den Umsatz steigern, expandieren und mehr Menschen einstellen. Kein Stochern im Nebel und keine vagen Vermutungen mehr, keine „Ich-hör-nur-auf-mein-Bauchgefühl“-Phrasen. Stattdessen: Fakten und Logik bei der Entscheidungsfindung. Man könnte auch sagen: Eine Trial-&-Error-Philosophie auf demokratischer Basis, die alte Denkmuster, Hierarchien und Ansichten hinter sich lässt und das 21. Jahrhundert begrüßt. Gelingt es dir, die folgenden zehn elementaren Fehler bei A/B-Tests zu vermeiden, dann bist du auf jeden Fall auf einem guten Weg.

A/B-Testing-Fehler 1: Testing-Roadmap dem/der Vorgesetzten überlassen

A/B-Testing steht für die Demokratisierung von Entscheidungsprozessen: Objektive Testergebnisse zählen, nicht überkommene, subjektive Denkmuster. Dennoch kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass das Subjektivitätsprinzip über Umwege doch wieder ins Handeln einfließt. Das geschieht zum Beispiel dann, wenn nur eine bestimmte Gruppe von Leuten Ideen in die Testing-Roadmap einbringen darf oder eine Einzelperson die Priorisierung übernimmt. Durch diese unbewussten Verzerrungen regiert dann doch wieder das Bauchgefühl. Anders ausgedrückt: Niemand darf ein Sonderrecht bekommen – auch die Projektleitung oder der „Oberboss“ nicht! Sammelt die Testideen gemeinsam, erstellt und diskutiert in Ruhe die Hypothesen und bewertet die Ergebnisse im Team.

A/B-Testing-Fehler 2: Überflüssige Daten testen

Gehe behutsam und sparsam mit deinen Tests um – du kannst nicht alles auf einmal ausprobieren. Teste nichts, was keine deutliche Auswirkung auf deine Hauptkennzahlen haben dürfte. Und: Verirre dich nicht in zu vielen vermeintlichen Best Practices. Menschen stehen auf die praktischen Use Cases sowie Zahlen, Daten und Fakten von Best-Practice-Cases, doch diese Best Practices verkürzen Sachverhalte häufig viel zu stark. Andere Websites und digitale Produkte lassen sich nicht direkt mit dem Angebot deiner Firma vergleichen. Versuche also nicht, deine Roadmap nur mit diesen vermeintlich am Markt bereits bestätigten Testansätzen zu füllen. Auch beim Testen von offensichtlichen User*innen-Experience-Optimierungen, beim Lösen von Logiklöchern oder Usabi­lity-Problemen kannst du dich verlaufen. Grundsätzlich gilt: Teste nur das, was wirklich unklar erscheint. Alles andere ist Zeitverschwendung.

A/B-Testing-Fehler 3: Kleine Erfolge ignorieren

A/B-Testen ist wie Goldschürfen: Nach der Entdeckung einer neuen Goldader findest du schnell relativ viel vom Edelmetall. Doch im Laufe der Zeit versiegt die Goldquelle mehr und mehr, dann gelten auch schon winzige Krümelchen als Erfolg. Bei A/B-Tests weiß man nie genau, ob und wann man auf eine Goldader trifft. Deshalb solltest du auch kleine Teilerfolge feiern und als erreichte Etappenziele (optimierte Version des Angebots) ansehen. Am besten behältst du dazu den Zinseszinseffekt im Hinterkopf: Bei einer Steigerungsrate von beispielsweise fünf Prozent pro Monat kommst du innerhalb von zwölf Monaten auf eine Gesamt­steigerungsrate von 80 Prozent. Nicht schlecht, oder? Freue dich deshalb auch über vermeintlich kleine Erfolge, denn Kleinvieh macht auch Mist. Das verbessert die Performance auf Dauer deutlich.

A/B-Testing-Fehler 4: Irrelevante Seiten testen

Bei der Auswahl der Tests solltest du stets den Conver­sion-Funnel im Auge behalten. Spielt eine Seite in dieser Customer Journey keine entscheidende Rolle, ergibt es auch keinen Sinn, sie zu überprüfen. So verschwendest du nur Zeit und Ressourcen, die du für sinnvollere Dinge mit einem direkten Einfluss auf deine KPI verwenden kannst. Konzentriere dich also auf Tests an entscheidenden Stellen und widme diesen entsprechend viel Aufmerksamkeit und Zeit. In Form von Testserien erreichst du dein Ziel am effektivsten.

A/B-Testing-Fehler 5: Falsch aufgestellte oder nicht vorhandene Hypothesen

Über Erfolg oder Misserfolg beim A/B-Testing entscheidet maßgeblich die von dir aufgestellte Hypothese. Im schlimmsten Fall erfolgen Tests ohne Hypothese, was in der Praxis leider immer noch viel zu häufig vorkommt. Das ist ungefähr so schlau wie private Altersvorsorge durch wöchentliche Kreuzchen beim Lotto. Laotse sagte einst: „Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ Dasselbe gilt auch für A/B-Tests. Eine durchdacht aufgestellte Hypothese gleicht einer Landkarte, die den Weg zum Erfolg weisen kann. Sie muss folgende Elemente beinhalten: Beobachtung der Daten, Spekulationen über die Gründe, Aufstellung einer Theorie, wie man das Problem beheben kann, und Messwerte der Ergebnisse nach der Implementierung. Folgende Faustformel unterstützt dich bei der Formulierung deiner Hypothese: Indem ich diese Veränderung vornehme, wird (KPI A/B/ähnliche zentrale Messgröße)* (leicht/bemerkbar/erheblich)* verbessert, weil (hier deine Daten/Theorie einfügen). (*Unzutreffendes streichen.)

A/B-Testing-Fehler 6: Mit zu komplizierten Tests beginnen

Wer sich zum ersten Mal mit A/B-Tests beschäftigt, möchte sich möglichst schnell über erste Erfolgserlebnisse freuen. Das verleitet jedoch dazu, sich gleich an einigen wenigen, eher komplexen Aufgabenstellungen zu versuchen, die nach hinten losgehen können. Gerade zu Beginn einer Testingstrategie darf Quantität auch einmal vor Qualität stehen. Komplizierte Tests nehmen nicht nur sehr viele Ressourcen in Anspruch – sie bergen auch immer die Gefahr des Scheiterns. Das kann dazu führen, dass manche Unternehmen aufgrund von anfänglichen Fehlschlägen frustriert sind und sich schließlich komplett vom A/B-Testing abwenden. Dadurch schaden sie sich selbst. Setze deshalb lieber auf iteratives Testing, bei dem sich erst nach und nach Erfolge einstellen. Das bringt dir die Sicherheit und Gelassenheit, dich auch an größere Projekte heranzuwagen. In der Praxis verspricht das mittel- und langfristig mehr Erfolg als die ungestüme Strategie, gleich alles auf eine Karte zu setzen.

A/B-Testing-Fehler 7: Zu viel parallel auf einmal testen

A/B-Tests erfordern eine sinnvolle Einteilung der Nutzer*innengruppen, was zu parallelen Tests führen kann. Eine Gruppe checkt zum Beispiel die Startseite, eine andere zeitgleich den Check-out-Prozess. Das erscheint zunächst logisch, hat aber einen großen Nachteil: Der Check-out-Test wird extrem lange laufen müssen, um ein verwertbares Ergebnis zu liefern. Um sicherzustellen, dass sich die beiden Tests nicht bedingen, muss der Test mehrere Monate laufen. Deshalb empfiehlt es sich, sequenziell vorzugehen, also Test eins und Test zwei nacheinander durchzuführen. Alternativ kann man das Targeting bei Test zwei so einstellen, dass beide Varianten eine 50:50-Verteilung der Besucher*innen aus Test eins beinhalten. Dies lässt sich per Cookie-basiertem Targeting steuern, bei dem die Zugehörigkeit zu einer Variante im Cookie vermerkt und das Test-Targeting darauf ausgerichtet wird.

A/B-Testing-Fehler 8: Die falschen Ziele testen

Beim Aufstellen von Testhypothesen musst du immer im Hinterkopf behalten, dass diese ein messbares Ziel beinhalten sollen, das durch deinen Test beeinflusst wird. Dabei vermutest du eine Auswirkung deiner Variante auf dieses Ziel. In der Praxis ist es jedoch so, dass je weiter du in der Customer Journey von diesem Ziel und seiner Erreichung entfernt bist, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dein Test keine oder kaum Auswirkungen auf das Ziel haben wird. Folglich musst du vielleicht sehr lange auf ein Ergebnis warten, falls sich deine Tests nur auf dieses Ziel oder diese Ziele konzentriert haben. Teile deine Tests deshalb lieber in Mikro-Conversions (Einzelziele entlang der Customer Journey) und Makro-Conversions (Hauptmetriken wie Bestellung oder Umsatz) auf. Indem du immer beide Metriken in den Tests verwendest, behältst du nicht nur das Hauptziel im Blick, sondern auch die Nebenziele.

A/B-Testing-Fehler 9: Schlechtes Timing

Auf das richtige Timing kommt’s an! Tests sollten nicht zu früh enden, aber auch nicht ewig laufen. Ersteres kann falsche Ergebnisse liefern, zu lange Warterei fällt in die Kategorie Zeitverschwendung. Vergiss nie die Sieben-Tage-Regel: Die Testdauer sollte immer durch sieben, besser noch 14 teilbar sein, damit du alle Wochentage gleich verteilt im Testzeitraum verwendet hast. Das schließt tagesbedingte Verzerrungen aus. Auch Unterbrechungen spielen eine Rolle, schließlich gleichen A/B-Tests Operationen am offenen Herzen der Webseite. Bei Tests im Livesystem können immer wieder Probleme auftauchen, die das Aussetzen von A/B-Tests erfordern. Und dann? Falls du unter idealen Laborbedingungen testen möchtest und die entsprechende Traffic-Menge hast, musst du den Test komplett neu starten, um Datenkonsistenz zu bewahren. In der Praxis wirst du jedoch eher mit einer gewissen Dateninkonsistenz leben müssen oder den Versuch unter Beachtung der Sieben-Tage-Regel länger laufen lassen. Für welche der Optionen du dich entscheidest, bleibt allein dir überlassen.

A/B-Testing-Fehler 10: Nur sporadische Tests

Viele Unternehmen betrachten A/B-Tests nur als punktuelle Maßnahmen, wenn beispielsweise Relaunches oder Starts von neuen Projekten vor der Tür stehen. Danach gerät das Testen schnell wieder in Vergessenheit, bis sich erneut etwas grundlegend ändern soll. Ein Fehler! Es ist zwar eine feine Sache, überhaupt User*innen-Feedback bei großen Veränderungen der Firma einzuholen, doch diese Sichtweise greift zu kurz. Eine sinnvolle Testing-Kultur ist nun mal kein Stop-&-Go-Verkehr, der abends oder nachts endet, sondern ein fortlaufender Optimierungszyklus ohne klares Enddatum. Betrachte es mal rein logisch: Wer schaltet schon freiwillig einen Kanal ab, wenn dieser nachweisbare Erfolge liefern kann? Der Weg zum Erfolg führt deshalb nur über viele Wiederholungen, Geduld und Ausdauer. Das Motto lautet: Testen, testen und noch mal testen.

Fazit

Das waren sie, die schlimmsten Fehler im A/B-Test-Betrieb, die du allesamt leicht vermeiden kannst. A/B-Tests macht man nicht mal so eben im Vorbeigehen, da auf dem Weg einige Fettnäpfchen lauern. Die häufigsten Probleme zu kennen, hilft dabei, diese schon einmal proaktiv im Team zu besprechen und für das Unternehmen Mechanismen zu schaffen, die das Auftreten verhindern sollen. Mögliche Fehler sollten dich auf keinen Fall davon abhalten, überhaupt zu testen. Denn viel schlimmer als den einen oder anderen Fehltritt bei seinen A/B-Tests zu machen, ist immer noch, überhaupt keine Tests durchzuführen. Lass dich von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen, die Reise lohnt sich! Eine gute Planung und Geduld sind bereits die halbe Miete für eine erfolgreiche Testing-Strategie.

Tipp: Unser Anbieter-Check: A/B-Tests

Wir haben 11 A/B-Test-Tools unter die Lupe genommen: Was sind die Stärken der jeweiligen Softwarelösung und mit welchen Extras unter­stützen sie dich bei der Optimierung deiner Website, App und Co.?

Zum Weiterlesen und -arbeiten

Mit dem Buch „Quick Guide A/B-Testing: Wie Sie Ihr Website- und E-Commerce-Testing erfolgreich auf- und umsetzen“ (ISBN: 978-3-658-34648-5, SpringerGabler 2021, 24,99 Euro) hat der Autor dieses Beitrags, Kameleoon-Geschäftsführer und Testing-Profi Michael Witzenleiter, das erste deutschsprachige Buch auf den Markt gebracht, das sich ausschließlich auf das Thema A/B-Testing konzentriert.

SEO-Trends 2022

Fünf Punkte, die definitiv Teil deines SEO-Konzepts im Jahr 2022 sein sollten, um die Top-3 der Rankings zu erobern.

Jedes Jahr kommen Updates von Google - und stellen SEO-Experten weltweit vor neue Herausforderungen. Denn niemand weiß genau, welche Änderungen im Algorithmus vorgenommen werden und wie sich diese auf das Ranking auswirken. So kann es mitunter passieren, dass man morgens nach dem ersten Kaffee ein Blick in die Rankings seiner Webseite wirft und einen buchstäblichen Herzanfall erleidet. Denn plötzlich ist das Hauptkeyword von Position 1 auf Position 6 gerutscht - was einen massiven Traffic-Einbruch zur Folge hat.

Aus diesem Grund sollten sowohl SEO-Profis als auch Webseitenbetreibende regelmäßig die Rankings-Trends verfolgen, aufmerksam bei größeren Google Updates sein und sich stetig informieren, welche Strategien der Suchmaschinenoptimierung sich besonders in letzter Zeit bewährt haben. In diesem Artikel findest du fünf Punkte, die definitiv Teil deines SEO-Konzepts im Jahr 2022 sein sollten, um die Top-3 der Rankings zu erobern.

SEO-Trend 1: Voice Search

Die Sprachsuche rückt immer weiter in den Fokus und zunehmend mehr Leute sprechen ihre Suchanfrage lieber in das Smartphone statt sie manuell einzutippen. Waren es im Jahre 2020 noch 20 % der User*innen, die diese Funktion genutzt haben, sollen es 2022 schon bis zu 40 % sein. 

Dieser Fakt ist aus SEO-Sicht natürlich sehr interessant, weil sich dadurch die Suchanfragen verändern. Nutzer*innen tippen nur die wichtigsten Wörter ihrer Anfrage in die Suchmaschine, sprechen aber in vollständigen Sätzen. So wird aus der manuellen Suchanfrage “Rasenmäher Vertikutierer Unterschied” die Sprachsuche “Was ist der Unterschied zwischen Rasenmähern und Vertikutierern?”

Zudem wird die Sprachsuche auch stets intelligenter. Google versucht bspw. aus vorherigen Anfragen, deinem Standort und sogar aus im Hintergrund geöffneten Apps deine Suchintention zu verstehen, sodass deine Anfrage so natürlich wie möglich ausgesprochen werden kann. Fragst du Google also bspw. nach “dem schnellsten Weg vom Hotel zum Flughafen”, musst du normalerweise nicht erst spezifizieren, wo genau dein Hotel liegt, denn Google kennt deinen Standort, den Eintrag in deinem Kalender und deine letzten Suchanfragen.

Wie kannst du als Webseitenbetreiber*in diese neue Art der Suchanfragen für dich nutzen?

Ein guter und einfacher Einstieg, deine Seite auf Voice Search zu optimieren, ist die Verwendung von FAQs. Hier kannst du nämlich die Fragen deiner Zielgruppe exakt einbauen und die richtige Antwort gleich dazu liefern. Recherchiere also die Fragen deiner Kund*innen mit dem höchsten Suchvolumen und verfasse inhaltlich korrekte Antworten dazu.
 

Beispiel für ein FAQ mit suchoptimierten Fragen (die erste Frage hat ein durchschnittliches Suchvolumen von 30 User*innen pro Monat)


SEO-Trend 2: E-A-T & Suchintentionen

Die Suchintention ist eine Möglichkeit für dich, das Warum hinter einer bestimmten Suchanfrage zu verstehen. Sie liefert wertvolle Informationen über den Grund (oder die Gründe), warum jemand etwas “googlet”.

Es gibt drei Arten von Suchintentionen: Know, Do und Go. Jede Kategorie hilft dir, zu verstehen, wonach ein(e) Nutzer*in sucht. Wenn du weißt, welche Suchintention hinter einer bestimmten Anfrage steckt, kannst du zielgerichteter Inhalte erstellen und so besser auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen eingehen.

Know: der/die User*in ist auf der Suche nach Informationen zu einem bestimmten Thema. Blogbeiträge sind hier das wichtigste Werkzeug für deine Webseite, um ihm/ihr genau diese Informationen zu liefern. Beispiele: “Lachs filetieren” und “Floh bei Hunden”

Do: der/die User*in hat eine gewisse Absicht, etwas zu tun. Hierbei handelt es sich meist um den Kauf bestimmter Produkte. Versuche, mit deinen Produkt- und Kategorieseiten für diese Suchanfragen zu ranken. Beispiele: “Sneaker kaufen” und “Video schneiden Programm”

Go: der/die User*in navigiert auf eine bestimmte Seite, kennt also sein Ziel schon vor der Suche. Hier ist es besonders schwierig, den Traffic auf die eigene Seite umzuleiten und diese Keywords sollten in der Regel eher vernachlässigt werden. Beispiel: konkreter Name einer Firma/einer Webseite.

Wer im Jahre 2022 also die Top-3 bei Google entern will, benötigt ein genaues Verständnis für die Suchintention der User*innen. Du solltest unter keinen Umständen deine Produktseite mit Filetiermessern auf das Keyword “Lachs filetieren” optimieren, sonst wunderst du dich bald über fehlende Rankings.


SEO-Trend 3: Core Web Vitals

Wer schließt nicht völlig entnervt nach spätestens zehn Sekunden die Seite, wenn sie nicht lädt? Richtig, niemand. Deswegen hat Google sogenannte “Page Experience Signals” im Mai 2020 zu einem organischen Ranking-Faktor gemacht. Verlassen also bspw. viele User*innen in den ersten Sekunden die Seite wieder, spricht das für eine sehr hohe Ladezeit der Inhalte. Seiten mit schlechten Nutzer*innensignalen verlieren daher ihre Position in den SERPs, da die Top-Rankings neben den besten Inhalten auch die beste User Experience bieten sollen. Denn eine Sache steht bei Google schon immer im Fokus: die Nutzer*innen.

Die Google Core Web Vitals sind messbare Metriken, die dir ein Gefühl dafür geben, wie die Nutzer*innen deine Website erleben. Sie liefern dir spezifische Daten, mit denen du das Nutzer*inerlebnis auf deiner Website insgesamt verbessern kannst. Die Core Web Vitals können anhand von drei Metriken dargestellt werden:

Largest Contentful Paint (LCP): gibt an, wie lange eine Seite zum vollständigen Laden benötigt. Es ist im Grunde ein detaillierter Page Speed Bericht, der dir anzeigt, wie viele deiner Seiten gut, mittel oder schlecht performen.

Im Schnitt sollten deine Seiten eine Ladezeit von höchstens 2,5 Sekunden für das optimale Nutzer*inerlebnis haben. Best practise für schnellere Ladezeiten sind etwa:

  • das Deaktivieren von unnötiger Tracking-Software,
  • die Komprimierung von Bildern und Videos,
  • die Implementierung von “Lazy Loading” auf deiner Seite.

First Input Delay (FID): gibt an, ob und wann Nutzer*innen mit deiner Seite interagieren können. Genauer gesagt misst der FID die Zeit, die jemand braucht, um mit deiner Seite zu interagieren. Beispiele für Interaktionen sind: Auswählen einer Option aus einem Menü, klicken auf einen Link in der Navigation der Website, Eintragung in den Newsletter, etc.

Best practise

  • Minimieren oder Entfernen von JavaScript-Content (da dieser die Interaktionszeit am meisten beeinflusst)
  • Nutzung eines Browser Caches, um in der Vergangenheit bereits geladene Inhalte ohne Verzögerung erneut abzurufen.

Cumulative Layout Shift (CLS): gibt an, wie stabil eine Seite beim Laden ist (auch bekannt als "visuelle Stabilität"). Mit anderen Worten: Wenn sich Elemente auf deiner Seite beim Laden der Seite verschieben, haben diese einen hohen CLS-Wert (was schlecht ist).

Um diese Werte so gering wie möglich zu halten, solltest du für alle Medien wie Videos, Bilder, GIFs etc. eine vordefinierte Größe festlegen, sodass der Browser beim Laden genau weiß, wie viel Platz das Element auf der Seite einnehmen wird.

Wenn die Nutzer*innen ein angenehmes Erlebnis auf deiner Seite haben, kommen sie mit größerer Wahrscheinlichkeit wieder. Letztendlich verbessert die Auswertung und Optimierung der CWV also nicht nur dein organisches Ranking, sondern führt zu engagierteren Kunden, höheren Conversion Rates und weiteren positiven Effekten.


SEO-Trend 4: Multitask United Model (MUM)

Was seit 2019 als BERT bekannt war, wurde im Sommer 2021 durch eine deutlich verbesserte KI ersetzt, die in der Lage sein soll, neben Text auf der Seite auch Bilder, Videos und Audios zu verstehen. Dadurch können noch bessere Ergebnisse bereitgestellt werden.

Google hat zwar nicht genau erwähnt, welche Probleme MUM zu lösen versucht, aber es scheint, dass es für die Bearbeitung von komplexeren Suchanfragen entwickelt wurde. Damit sind im Wesentlichen umfangreiche Fragen gemeint, die mehrere kleinere Fragen erfordern, um eine vollständige Antwort oder Lösung für das Problem zu finden.

Dadurch verändert sich langfristig natürlich das Suchverhalten der User*innen, da sie nicht mehr in vielen kleinen Suchanfragen zum Ergebnis kommen, sondern mit nur einer Suche wahrscheinlich die Antwort finden. Also solltest du die richtigen Informationen auf deiner Seite multimedial darstellen, um auf Fragestellungen der Nutzer*innen reagieren, die komplexer sind und verschiedene Faktoren gleichzeitig beleuchten. Hier muss in den nächsten Jahren analysiert werden, wie gut das MUM funktioniert und wie du als Webseitenbetreiber*in auf diese Änderung im Algorithmus und somit im Suchverhalten reagieren kannst.

SEO-Trend 5: Rich Snippets & Zero Click Searches

Wie bereits erwähnt, versucht Google für jede Frage die perfekte Antwort zu liefern. Darum finden sich in den SERPs unter anderem Youtube-Videos mit einem Timestamp oder es werden nur suchrelevante Teile eines Textes in der Vorschau gezeigt. Somit kommt es immer häufiger zu sogenannten “Zero Click Searches”: Google liefert in der Vorschau bereits die Antwort und man ist nicht mehr gezwungen, auf die Webseite zu klicken.

 

Beispiel für eine “Zero Click Search”: die Antwort wird den Nutzer*innen ohne Interaktion mit den Suchergebnissen präsentiert


Auch dieses “neue” Feature verändert das Suchverhalten der User*innen stark. SEO-Expert*innen und Webseitenbetreibende sollten im Jahr 2022 darauf achten, ihre Contentstruktur unmissverständlich darzustellen und Google somit die Chance geben, benötigte Informationen für den Nutzer/die Nutzerin bereitzustellen, auch wenn der übrige Seiteninhalt eventuell kaum oder nicht relevant für ihn/sie ist. In der Realität ist es also enorm wichtig, alle Teilüberschriften mit einem Heading-Tag zu kennzeichnen und themenrelevante Keywords darin einzubauen.

Es bietet sich bspw. an, in einem Blogbeitrag über ketogene Ernährung das Keyword “Keto Diät Rezepte” mit einem durchschnittlichen Suchvolumen von 1.800 Anfragen pro Monat in eine Teilüberschrift zu setzen. So weiß Google, dass dein Text auch Rezeptvorschläge enthält und eventuell wird der Textausschnitt in den SERPs bei der Suche nach “Keto Diät Rezepte” angezeigt.

Bei Youtube-Videos können Creator seit einiger Zeit die Timestamp-Funktion nutzen und ihr Video somit in kleinere Themenabschnitte unterteilen. Google liest diese Unterteilung aus und kann dem Nutzer/der Nutzerin sofort die passende Stelle im Video empfehlen.

Google ist seit Jahrzehnten erfolgreich, weil die Suchmaschine einen Grundsatz hat: Der User/die Userin steht im Mittelpunkt und soll stets die perfekte Antwort auf sein/ihre Frage finden. Darum wird der Algorithmus stetig verbessert und bezieht seit wenigen Jahren unter anderem Nutzer*innensignale in seine Bewertung mit ein. Auch die Authentizität bzw. Vertrauenswürdigkeit des Contents spielt eine immer größere Rolle. Neue Funktionen wie Voice und Zero Click Searches als auch selbstlernende KIs wie das Multitask United Model werden das Nutzer*innenverhalten 2022 und in den nachfolgenden Jahren erheblich verändern. Behalte diese Trends auf jeden Fall im Auge und du wirst auch weiterhin die Top-Positionen bei Google erobern!

 

Der Autor Niels Stuck ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der E-Commerce SEO-Agentur WOLF OF SEO FZ LLC. Er ist spezialisiert auf E-Commerce-SEO und Onlineshops. Niels berät Start-ups, etablierte Marken und Konzerne in der Suchmaschinenoptimierung Ihrer Onlineshops und baut für diese durch SEO einen nachhaltigen organischen Umsatzkanal auf. 

10 Tipps und To Do's für höhere Umsätze im Jahr 2022

10 entscheidende Fragen für höhere Umsätze im Jahr 2022 und die Antworten.

Wer höhere Umsätze und bessere Erträge erwirtschaftet, sichert sowohl die Zukunft seiner Unternehmung als auch die seiner Mitarbeiter. Darum sollten sich Unternehmer immer wieder mit folgenden Fragestellungen intensiv auseinandersetzen:

1. Wie lassen sich höhere Verkaufspreise erzielen?

Wem es gelingt, seine Preise bei gleichbleibenden Kosten zu erhöhen, steigert automatisch seinen Gewinn. Viele zögern notwendige Preiserhöhungen aber hinaus, weil sie glauben, sonst Kunden zu verlieren. Doch ein Geschäft ist kein Selbstzweck: Spätestens, wenn die eigenen Kosten steigen, müssen diese weitergegeben werden. Alternativ können sowohl Rabatte als auch Skonti runtergefahren werden. So manchen Lieferanten entgeht es sogar, dass sie ihren Kunden zu hohe Rabatte geben. Denn wenn ein Kunde seinen Einkauf über die letzten zwei Jahre beispielsweise reduziert hat, weshalb soll er dann die gleichen Rabatte bekommen? Wer reflexmäßig einem Kunden 3 % Skonto anbietet, sollte mal ausprobieren, diesem zukünftig wie selbstverständlich 2 % Skonto anzubieten – zumindest den Neukunden. Natürlich reagieren gewisse Kunden immer sehr sensibel auf höhere Preise oder Kürzungen von Rabatten. In diesem Falle sollte man überlegen, ob man nicht über die nächsten Monate und Jahre einen qualitativen Kundentausch durchführt. Denn wer die Leistung des Anbieters nicht zu schätzen weiß, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit über kurz oder lang sowieso zur billigeren Konkurrenz gehen.

2. Wie lässt sich der durchschnittliche Auftragswert erhöhen?

Häufig reicht schon das Reden mit Kunden aus, um diesen passende Zusatzprodukte erfolgreich zu verkaufen. Ob dies nun der Kaffee zum Brötchen, die Bücher zum Verkaufstraining oder die Versicherung zum Auto ist. Darum ist es sinnvoll, dass alle Mitarbeiter Ideen haben, zu welchen Produkten und Dienstleistungen sie welche passenden Ergänzungen anbieten. Pauschal zu sagen, dass zu allen Produkten immer ein und dasselbe Produkt extra angeboten werden kann, funktioniert in der Praxis oft nicht, da viele Kunden dies als Verkaufsmasche wahrnehmen – und daher meist spontan abblocken. Darüber hinaus werden Mitarbeiter im Verkauf um ihre Individualität und Verantwortung beraubt, wenn sie beim Zusatzverkauf keinerlei Flexibilität haben.

3. Wie können Neukunden aktiv gewonnen werden?

Aktive Kundengewinnung bedeutet, dass Verkäufer von sich aus potentielle neue Kunden aufsuchen. Beispielsweise der Gebietsleiter, der auch mal in Geschäfte geht, wo er bisher noch nicht gewesen ist oder der Verkäufer, der bei Unternehmern anruft, zu denen er bisher noch keinen Kontakt gehabt hat. Häufig scheuen sich Verkäufer vor dieser Methode, da ihnen Ablehnung entgegenschlagen könnte. Doch wer ein hervorragendes Angebot hat, ist moralisch dazu verpflichtet, Noch-Nicht-Kunden anzusprechen. Es geht auch nicht darum, jeden als Kunden zu gewinnen. Viel wichtiger ist es, überhaupt anzufangen und mehr Menschen die Chance zu geben, zu einem Kauf oder Termin nein zu sagen.

4. Wie können Neukunden passiv gewonnen werden?

Suchen Kunden eine Lösung, so nutzen diese meist an erster Stelle Suchmaschinen. Wer hier nicht auf der ersten Ergebnisseite präsent ist, hat kaum Chancen, dass der Kunde anfragt. Jeder Unternehmer sollte sich daher fragen, ob er genug Präsenz im Markt zeigt. Denn Kunden können nur von denen kaufen, die sie kennen – bzw. zwecks Anfrage finden. Leider werden aber auch oft potentielle Neukunden vertrieben. Beispielsweise weil die Webseite des Anbieters nicht professionell genug erscheint, der Empfang am Telefon nicht professionell genug arbeitet („Herr x ist nicht da – können Sie bitte wieder anrufen?“) oder das zugesagte schriftliche Angebot ewig auf sich warten lässt. Daher: Wo ist noch Luft nach oben, um einen noch professionelleren Auftritt im Verhältnis zum Mitbewerber hinlegen zu können?

5. Mit welchen Unternehmen sollte strategisch zusammengearbeitet werden?

Manche Anfragen und Kunden passen einfach nicht zum anbietenden Unternehmen. Dieses Problem hat nahezu jeder Anbieter. Warum sollte man also, nachdem man aufgrund der Bedarfsanalyse mit dem Kunden zu dem Ergebnis gekommen ist, dass man nicht zueinander passt, diese nicht gezielt zu passenderen Anbietern bzw. Kollegen weiterreichen? Wer diese allerdings nur an bestimmte Kollegen weiterreicht, weil er von diesen die höchste Empfehlungsprovision bekommt, macht etwas falsch. Denn Empfehler haben die Verantwortung dafür, dass der Kunde mit höchster Wahrscheinlichkeit bei dem anderen Unternehmen dann auch wirklich seine Ziele erreicht. Arbeitet das empfohlene Unternehmen doch nicht so gut, fällt dies auch auf den Empfehler zurück. Dies kann nicht nur zur schlechten Mund-zu-Mund-Propaganda führen, sondern auch zu schlechten Bewertungen im Internet. Kooperationen können auch so funktionieren, dass beispielsweise ein Handwerker einen anderen Handwerker eines anderen Gewerkes beim Kunden empfiehlt, damit dieser den Auftrag bekommt. Arbeiten beide Hand in Hand, dann können sie alleine durch diese Methode sehr erfolgreich sein – selbst dann, wenn sie in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Ist nämlich der Kontakt zum Kunden gut, dann sind Empfehlungen nahezu Selbstläufer.

6. Welche Werbemaßnahmen sollten weiter ausgebaut werden?

Meist kann nicht exakt nachvollzogen werden, welche Werbung unterm Strich etwas gebracht hat – und welche nicht. Es ist deshalb gut, auch in der Werbung mal neue Kanäle auszuprobieren. Dennoch muss auch selbstkritisch reflektiert werden: Welche Messebeteiligungen haben was konkret gebracht? Über welche Anzeigenkampagnen sind die meisten Kunden gekommen? Was muss unbedingt bei der nächsten Kampagne bzw. Aktion geändert werden? Gibt es bestimmte Kunden, die schon Fans sind und begeistert Kunden empfehlen? Falls noch nicht getan, so sollten diese spätestens jetzt mal ein dickes Dankeschön bekommen. Aber auch hier helfen Fragen: Wieso empfehlen diese so aktiv? Was macht somit der Anbieter richtig? Wie könnten noch mehr Kunden dazu gebracht werden, begeistert zu empfehlen?

7. Welche Mitarbeiter müssen gecoacht werden, um noch souveräner zu verkaufen?

Auch in der heutigen Zeit werden Geschäfte zwischen Menschen gemacht. Selbst dann, wenn so manche Kaufvorgänge nur digital abgewickelt werden, kommen Kunden oft spätestens dann mit Menschen in Kontakt, wenn sie Fragen haben – oder reklamieren müssen. Auch Verkäufer müssen über gute Ideen verfügen, wenn beispielsweise das Ladengeschäft voll ist und der Stresspegel steigt. Für Verkäufer im Außendienst gilt dies, wenn der kritische Kunde für einen Auftrag gewonnen werden soll oder aber der Servicemitarbeiter, der bei der Montage andere Voraussetzungen für seine Arbeit vorfindet, wie ursprünglich geplant. Worte sind flüchtig. Sind sie erst einmal gesagt, kann man sie nicht wieder zurückholen. Darum müssen Mitarbeiter stets professionell den Kunden gegenüber auftreten können. Denn oft übertragen Kunden das Bild von einem Mitarbeiter auf das gesamte Unternehmen. Ist der Verkäufer gut, ist meist auch sein Angebot und sein Unternehmen gut. Ist dieser unprofessionell, so ist eben alles andere häufig ebenfalls den Auftrag nicht wert – zumindest im Bild des Kunden.

8. Welche bilsang unbearbeiteten Märkte versprechen neues Potenzial?

Oft hat die Landkarte noch weiße Flächen. Wo gibt es also möglicherweise Kunden, die ideal zu einem passen? Wo könnten Vertriebspartner zur Erschließung neuer Märkte beitragen? Zur Inspiration kann oft ein Blick auf Mitbewerber helfen. Wo sind diese ebenfalls aktiv? Warum? Mit welchen Maßnahmen könnte ihnen strategisch zuvorgekommen werden?

9. Welche Produkte und Dienstleistungen sollten zusätzlich in das Portfolio aufgenommen werden?

Es ist durchaus sinnvoll, das eigene Leistungsportfolio regelmäßig komplett zu durchleuchten. Welche ‚Renner‘ und ‚Penner‘ beinhaltet das eigene Angebot? Woran liegt das? Warum sollte sich auf Sicht von drei Jahren bei den bisherigen Produkten und Dienstleitungen, die nicht laufen, etwas ändern? Häufig finden es Kunden sehr angenehm, wenn sie alles aus einer Hand bekommen. Das empfinden sie als Service. Wo könnte also den Kunden noch mehr geboten werden? Umso besser das Leistungsportfolio zu den Zielkunden passt, desto leichter fällt es diesen auch, sich dafür zu entscheiden.

10. Wie lassen sich gute Bestandskunden noch besser ans Unternehmen binden?

Interessanterweise legen viele Anbieter den Fokus auf die Neukundengewinnung. Das ist auch gut. Aber: Oft fühlen sich die bisherigen guten Kunden vernachlässigt. Sie können es nicht verstehen, warum Neukunden beispielsweise Sonderkonditionen oder exklusive Geschenke bekommen – sie selbst aber für die langjährige gute Zusammenarbeit nichts. Dies hat in manchen Branchen schon dazu geführt, dass Kunden, sobald sie Kunde geworden sind, sofort wieder kündigen, um dann woanders wieder großzügig aufgenommen zu werden. Doch kann sowas richtig sein? Die besten Kunden eines Unternehmens sind die Ziel- bzw. Wunschkunden der Mitbewerber. Vernachlässigen Anbieter ihre besten Kunden zu sehr, sind diese sehr offen für Abwerbeversuche der Konkurrenz. Daher muss überlegt werden, wie diese guten Kunden freiwillig gebunden werden können. Freiwillig deshalb, weil dies auf Sympathie und Vertrauen beruht. Natürlich sind auch „Knebelverträge“ denkbar. Aber wenn Kunden zu sehr von ihren Lieferanten enttäuscht werden, nützen auch ausgefeilte Verträge nichts. Und sollte der Kunde dann doch bis zum Ende der Laufzeit, wenn auch widerwillig, dabei sein, wird er in der Zwischenzeit hochmotiviert sein, andere von der schlechten Arbeitsqualität des Anbieters zu erzählen.

Wer im Jahr 2022 höhere Umsätze erwirtschaften möchte, hat viele Möglichkeiten. Wichtig ist, sich auf ein oder zwei Dinge gezielt einzustellen – und diese Bereiche engagiert voranzutreiben. Im Zweifelsfalle mit externer Hilfe, damit diese Vorhaben nicht nur bloße Wünsche bleiben, sondern als Ziele auch tatsächlich erreicht werden.

Der Autor – Verkaufstrainer Oliver Schumacher – zeigt on- und offline unter dem Motto „Ehrlichkeit verkauft“, wie Neukundengewinnung und Preisverhandlung gelingen.

Backlinks kaufen: Was spricht dafür, was spricht dagegen?

Es ist die ewige Diskussion im Bereich der Suchmaschinenoptimierung: Wie wichtig sind Backlinks und sollte man sie kaufen? Die Antwort darauf ist gar nicht so leicht, denn sie hängt immer von den Zielen und Ansprüchen ab, die ein(e) Webseitenbetreiber*in hat. Gerade für Gründer*innen und junge Unternehmer kann das ziemlich frustrierend sein.

Daher soll nun einmal kurz aufgezeigt werden, was für das Kaufen von Backlinks spricht und was dagegen. Speziell mit einem Blick auf die Start-up-Szene ist das noch mal besonders wichtig, da nicht jedes Unternehmen sich überhaupt mit einem Fokus auf Online-Marketing sieht – und dadurch wertvolle Zeit verliert.

Backlinks kaufen, um überhaupt mitzuspielen

Für Gründer*innen stellt sich die Frage, wie sie ihre Website, ihren Blog oder auch ihren Onlineshop überhaupt online sichtbar machen können. Denn die traurige Nachricht ist: Das Internet ist in nahezu allen Branchen bereits gesättigt. Die Konkurrenz online besteht aus allen, die bereits seit Jahren oder Jahrzehnten dabei sind. Hinzu kommen diejenigen, die gerade anfangen, und diejenigen, die es noch tun werden.

In solchen Situationen ist es unausweichlich, in den Kauf von Backlinks zu investieren. Denn ohne sie ist die Suchmaschinenoptimierung etwas, was viele, viele Jahre in Anspruch nimmt. Da aber die meisten Start-ups möglichst schnell wachsen wollen (und müssen), bleibt gar keine Zeit, um sich einen Fünf-Jahres-Plan zu erlauben.

Backlinks erreichen, dass Suchmaschinen eine Website für relevant und hochwertig halten. Sie sind zwar nicht das einzige Kriterium, aber sie sind nun mal ein schneller Weg, um die Website überhaupt relevant zu machen. Der Kauf von Backlinks ist in absolut jeder Branche schon Teil vieler Marketingkonzepte.

Backlinks zu kaufen, reicht einfach nicht

Leider kommt es immer wieder zu einem Trugschluss, wenn Anfänger*innen erstmals etwas über Backlinks hören. Das geht in etwa so: Okay, also wenn viele andere Seite auf meine Website verweisen, dann wird sie in den Suchmaschinen ganz oben angezeigt, ich kaufe also so viele Backlinks wie möglich! Das ist falsch.

Suchmaschinenoptimierung beinhaltet auch das Ausstatten der Website mit relevanten Schlüsselwörtern, eine technische Optimierung und das Erstellen von hochwertigen Inhalten. Somit sind Backlinks kein Allheilmittel. Hinzu kommt, dass eine hochwertige Website auch organische Backlinks erzeugen kann – diese werden von Internet-Nutzer*innen einfach gesetzt, weil sie Beiträge, Firmen oder Informationen für wichtig halten.

Ein weiteres Argument gegen den Kauf von Backlinks kann sein, dass man sich nicht die richtigen Links sichert. Damit ist gemeint, dass nur Backlinks von Seiten mit hoher Qualität wirklich etwas für das eigene Backlink-Profil tun. Schwache Links (z.B. von Spam-Webseiten) können sogar mehr schaden als helfen.

Die Mischung macht es

Sollte man Backlinks nun kaufen oder nicht? Das hängt weiterhin davon ab, was man denn vorhat. Ist das eigene Start-up noch in der Entwicklungsphase oder steht noch nicht einmal genau fest, in welcher Branche es einmal Fuß fassen wird, dann ist es wahrscheinlich zu früh, um einen aktiven Backlink-Aufbau zu betreiben.

Das gilt aber nur für eine sehr kleine Anzahl an Unternehmen. Alles anderen profitieren davon, die Suchmaschinenoptimierung nicht auf die lange Bank zu schieben. Um das richtig zu gestalten, braucht es einen hybriden Ansatz: Für den organischen Aufbau von Reichweite (und Backlinks) muss zunächst die Qualität der eigenen Website garantiert sein.

Qualitätsmerkmale einer Website:

  • schnelle Ladezeiten,
  • SSL-Zertifikat,
  • Impressum und Datenschutzerklärung,
  • hochwertige Inhalte,
  • vollständige Angaben zum Unternehmen.

Ist die Website entsprechend eingerichtet, dann kann eine Mischung aus organischen und gekauften Backlinks die richtige Methode sein. Dabei sichert man sich relevante Backlinks zum Beispiel durch eine Linkagentur. Gleichzeitig betreibt man aber ohnehin Marketing für das eigene Start-up – Interviews, Förderpreise, Podcasts und auch persönliche Gespräche können auch zu Backlinks führen. Manchmal kann es sich lohnen, einfach nachzufragen, ob ein Websitebetreiber den Link zum Unternehmen einfach hinzufügen kann, wenn man bereits vorher Kontakt zueinander hatte (z.B. durch ein Interview oder ein Meeting).

Schluss mit dem Angstmarketing

Auf allen Kanälen werben kostet viel Geld und bringt nur Stress und Ärger. Weniger und gezielter agieren ist hier mehr.

Da nimmt ein neues Social Network Fahrt auf. Probieren wir aus. Es gibt jetzt ein neues Branchenportal: Komm, da sind wir dabei. SEO, SEA, Bannerwerbung: Machen wir. Anzeigenausspielung mit Retargeting: Klasse, da kann man ja messen, wie viele Menschen auf unsere Werbung klicken. Toll! Podcast, YouTube, In-App-Werbung, Sales Funnel?

Sowieso. Die Grenzen zwischen PR, klassischer Werbung und Verkauf verschwimmen. Hauptsache Reichweite. Das ist die neue Währung. Alles ist innovativ, experimentell und hipp. Die Marketingstrategien vieler Unternehmen scheinen keine Grenzen zu kennen. Höher, schneller, weiter. Auf allen Kanälen. Immer im Dialog mit jedem. Wer nicht wirbt, stirbt. Aber stimmt das wirklich?

Die Angst, etwas bzw. jemanden zu verpassen

Der Wunsch, als Unternehmen möglichst viele potenzielle Kund*innen zu erreichen, ist nachvollziehbar. Nachvollziehbar ist auch, wenn es sich um Werbung für Schokoriegel, Rasierklingen oder andere Dinge des täglichen Bedarfs handelt, um Allerweltsprodukte für jedermann. Wenn aber selbsternannte Erfolgsgurus für ihre vermeintlichen Erfolgsseminare werben, Banken für Kredite, Investmentunternehmen für Finanzprodukte oder gar Bauunternehmen für Fertighäuser, dann wirkt deren Werbung fehl am Platze, ja sogar unseriös.

Das Höher, Schneller, Weiter wirkt im besseren Fall lästig, im schlechteren peinlich, anbiedernd oder verzweifelt. Es handelt sich um Angstmarketing. Die Angst besteht darin, etwas verpassen zu können, einen Kunden / eine Kundin, eine Gelegenheit, potenzielle Interessent*innen, einen Trend, ein Network. Diese Angst gilt es zu überwinden. Motto: Willst Du gelten, mach Dich selten.

Jeder Kanal, jede spezifische Werbeform kostet Ressourcen. Selbst wenn der Tausenderkontaktpreis (TKP), die Leitwährung der Reichweitengenerier, im Netz um einiges günstiger ist als in jedem althergebrachten, fast archaisch wirkenden Printformat, Interaktion ist aufwändig. Es braucht Menschen, die die jeweilige Technik verstehen und steuern, die der zunehmenden Komplexität Herr werden, die immer wieder die Ausspielungen anpassen und die vor allem die Kommentare bearbeiten, die in einem sozialen Netzwerk zwangsläufig erfolgen. Kommentare und kommunikative Interaktion sind schließlich das Herz eines Social Network. Allerdings: Es kommentieren eher zu geringen Teilen potenzielle Kund*innen. Viel öfter kommentieren Hater, Unzufriedene oder einfach nur Menschen, denen die Werbung unangemessen erscheint oder die gerade einfach Frust haben und sich irgendwo äußern möchten.

Wer alles will, muss alles können

Wer auf allen Kanälen sendet, muss auch alle Kanäle ernsthaft bespielen und schnell auf jede Interaktion reagieren. Das löst nicht selten Stress aus. Kommt eine Antwort zu spät hagelt es schlechte Kritik. Kommt sie zu flapsig, gilt das Unternehmen als unseriös. Zu formell: uncool, unmodern. Alles wird bewertet, kommentiert und geht dann schnell viral. Die Risiken eines massiven Shitstorms nehmen zu. Die Ursache dafür muss nicht einmal eine Werbung oder Marketingaktion sein. Alles wird heute kommentiert und bewertet.

Jeder kleine Fehltritt der Geschäftsführung, eine vermeintlich falsche Meinung, ein minimaler Verstoß in der Compliance oder Lieferkette, alles kann einen Shitstorm auslösen, zumal soziale Netzwerke und klassische Medien crossmedial und interaktiv verschwimmen. Ein Tweet schafft es in die Tagessschau, ein Post in die Nachrichten-App und ein kleiner Kommentar wird aufgeblasen und erscheint im Fachmedium. Je mehr Kanäle, desto größer das Risiko. Und je größer die Reputationsfallhöhe, desto tiefer ist der Fall. Zu viel Angstmarketing auf zu vielen Kanälen führt zwangsläufig zu systemischem Stress: immer mehr Menschen, immer mehr Bedarf an Expert*innen und Agenturen, immer mehr Kosten und immer mehr Anfälligkeit für unkontrollierbare Negativlawinen. Wenn etwas viral geht, ist dies in der Wirkung leider nicht immer nur positiv.

Die Angst, nicht präsent genug zu sein

Wie weit Angstmarketing verbreitet ist, konnte das Wahlvolk gerade noch im Rahmen der Bundestagswahl erleben. Kaum ein(e) Wahlkämpfer*in mag den samstäglichen Infostand in der Fußgängerzone. Es ist kalt, nass und harte körperliche Arbeit, Stand und Material zu transportieren, aufzubauen und zu verteilen. Politische Diskussionen finden zumeist nicht mit den potenziellen Wähler*innen und Fans statt, sondern mit denen, die krakeelen und sich ihren Unmut von der Seele reden möchte – der zu Wählende als Blitzableiter, nicht als ansprechbarer Kümmerer. An den Stand kommen zumeist die, die gerade nichts Besseres zu tun haben und damit allein schon beweisen, dass sie keine allzu guten Multiplikatoren sind. Und es kommen diejenigen, die einen Kugelschreiber oder Einkaufswagenchip ergattern möchten. Dass das so ist, wissen auch die Wahlkämpfer*innen.

Und doch wird dieses Wahlkampfmittel immer und immer wieder eingesetzt. Warum? Aus Angst, dass es auffallen könnte, dass man als Partei nicht präsent ist. Wenn alle anderen in der Fußgängerzone sind und wir nicht, was sollen denn dann die Leute denken? Der Gedanke: Wenn man nicht macht, was andere auch machen, könnten man in Vergessenheit geraten. Die Sorge, etwas nicht zu tun, ist also größer, als die Sorge, das Falsche im Sinne des eigentlichen Ziels zu tun – in dem Falle, möglichst viele Stimmen für die eigene Doktrin zu gewinnen. Hier besteht eine große Parallele zum Angstmarketing der Unternehmen. Wenn der Wettbewerber TikTok nutzt, dann muss man es selbst auch.

Nicht-Präsenz bringt meist mehr

Dabei brächte die Nicht-Präsenz meist mehr. Die Kommunikation mit Nicht-Kund*innen könnte weitgehend entfallen. Die meist nervtötenden und ressourcenfressenden Dialoge in Kommentarspalten sowie das steigende Risiko eines Shitstorms in den sozialen Netzwerken mit Personen, die nicht zur Kernzielgruppe gehören und wahrscheinlich auch niemals zur Zielgruppe gehören werden, machen die wenigen echten Interessenten unverhältnismäßig teuer. Bei genauem Hinschauen ist nämlich Online-Marketing gar nicht so günstig, wie immer gepriesen wird. Doch woher kommt der Eindruck, Online-Marketing sei verhältnismäßig günstig?

Daher, dass Unternehmen die Folgekosten nicht richtig einschätzen. Es findet keine Risikoanalyse der potenziellen Folgen statt. Die Personalkosten gelten als „Eh-da-Kosten“ und die teure Agentur soll schließlich etwas leisten für ihr Geld. Budgets werden zumeist nur in TKPs umgerechnet. Marketingausgaben werden insgesamt, nicht selten auch getrieben durch Kommunikationsagenturen, zu positiv bewertet, zu sehr chancen-, aber zu wenig risikoorientiert. Wer eine genaue Vollkostenanalyse macht, dürfte nicht selten zum Ergebnis kommen, dass die „alte Welt“ auch nicht so verkehrt war.

Diese „alte Welt“ sah so aus. Es gab zwei oder drei Tageszeitungen in der eigenen Region. Hinzu kamen auflagenstarke Fach- und Branchenmedien. Diese hatten zwar Webauftritte, diese waren aber nur selten interaktiv. Es waren journalistisch geprägte, redaktionelle „One-way-Medien“. Journalisten schrieben etwas, das wurde nicht kommentiert. Das war wenig demokratisch und diskursiv, aber es war etabliert und zumindest bezogen auf eine Diskussionskultur hygienisch. Pöbeleien, persönliche Beleidigungen und Shitstorms blieben weitgehend aus.

Willst du gelten, mach dich selten

Wer etwas an der Berichterstattung monieren wollte, musste einen Leserbrief schreiben. Das war sehr aufwändig, denn es setzte voraus, der deutschen Sprache mächtig zu sein, sich der Mühe des Schreibens und damit Nachdenkens zu unterziehen, eine Adresse herauszusuchen und den Mut aufzubringen, sich zu erkennen zu geben und selbst Widerworte zu erfahren. Ob der Leserbrief dann überhaupt erschien und wenn ja, ganz oder massiv gekürzt, entschied die Redaktion. Es war nicht jeder Sender. Wenn ein Unternehmen in den Medien präsent sein wollte, musste es entweder klassisch Werbung schalten oder aber mit seinen Nachrichten eine gewisse Relevanzschwelle überschreiten. In gewisser Weise war diese Art von Sichtbarkeit und Reichweite, von medialem Diskurs und Nachrichtenverbreitung elitär. Es konnte nicht jeder mitmachen. Es gab Hürden. Diese sind durch die Social Networks gefallen, was man durchaus als gesellschaftlichen Fortschritt und kollektive Teilhabe feiern kann. Aber die Folgewirkungen sind ebenso unübersehbar. Schnell entsteht ein medialer Pranger mit verheerenden Folgen.

Die „alte Welt“ wird nicht zurückkehren. Unternehmen und Werbetreibende müssen mit der jeweils „neuen Welt“, die sich auch ständig weiter erneuert, leben. Das aber heißt nicht, jeden Trend unbedingt mitmachen zu müssen, schon gar nicht als Pionier*in, der bzw. die sich besonderen Risiken aussetzt. Willst du gelten, mach dich selten, bleibt die Devise. Es hat einen Grund, dass Top- und Luxus-Brands sich werblich eher zurückhalten und primär in ihrer eigenen medialen Liga spielen. Es gibt gute Gründe, sich abzugrenzen. Welchen Wert hat die eigene Werbung zwischen Fake-News, Polit-Pöbelei und Katzenfotos wirklich? Fragen, die man sich als seriöses Unternehmen stellen sollte.

Werbliches, kommunikatives Downsizing, sich abgrenzen, reduzieren und Kanäle auslassen scheint nicht selten der effektivere Weg. Hat sich mal jemand gefragt, was die Kommunikation mit eher lästigen Nicht-Kunden kostet und wie diese das mühsam aufgebaute Image ramponieren können? Nein? Das sollte aber jedes Unternehmen tun. Besser mal als elitär und unzugänglich gelten als regelmäßig auf der Anklagebank von jedermann. Das erfordert Mut, beendet aber das schädliche Angstmarketing.

Der Autor Falk S. Al-Omary ist Krisen-PR-Manager, Markenentwickler und Kommunikationsexperte. In Unternehmen übernimmt er wahlweise die Position des Pressesprechers, des Head of Communcations, des Head of Political Relations oder die Funktion eines strategischen Medienberaters im Hintergrund, www.al-omary.com