Kundenakquise: die eigene Reichweite nutzen


44 likes

Wie sich die eigene Reichweite sinnvoll zur Kundenakquise einsetzen lässt.

Gründer von Start-ups und Firmeninhaber von KMU kennen das Problem: Für die Neukundenakquise wird meist enorm viel Zeit aufgewendet; am Ende kommt unterm Strich dabei aber oftmals eine Negativbilanz zustande. Das heißt, es wird einfach zu viel bezahlte Arbeitszeit aufgewendet, um einen einzelnen Kunden zu gewinnen. Für dieses Dilemma bietet die virtuelle Welt eine Vielzahl an Möglichkeiten, die nach einer einmaligen Installation immer wieder dafür sorgen können, dass potenzielle Kaufinteressenten auf die eigenen Waren oder Dienstleistungen aufmerksam werden. Und über das Internet lässt sich derzeit nun wirklich alles einkaufen: Von der neuen Reinigungskraft für das Büro über individuell bedruckte Streuartikel für den nächsten Messeauftritt bis hin zu einem Elektro-Firmenwagen mit staatlicher Förderung.

Was versteht man unter Reichweite?

Mit Reichweite wird in Fachkreisen gemeint, wie viele Menschen Sie mit Ihrer Internetpräsenz erreichen. Neben der Firmenhomepage gehören bei der Reichweitenmessung auch sämtliche sozialen Netzwerke oder Werbeanzeigen, welche Sie schalten. Besonders reichweitenstark ist die geschickte Produktplatzierung über die sogenannten Influencer, welche Ihre Produkte testen und dabei alles dokumentieren und über ihre eigenen Kanäle im Internet veröffentlichen, was Sie als Auftraggeber vorgeben. Zwar muss diese Art von Werbung neuerdings gekennzeichnet werden, viele Influencer kennzeichnen aber mittlerweile aus Angst vor Abmahnungen einfach jeden ihrer Beiträge, sodass Influencerwerbung nach wie vor kaum auffällt. Ein weiterer Weg, die eigene Reichweite sofort zu steigern, sind Verlinkungen auf den eigenen Online-Shop, YouTube-Kanal oder weitere durch das Unternehmen gehostete Internetseiten. Im Gegensatz zur Influencerwerbung geht es dabei nicht primär darum, von möglichst vielen Menschen gesehen zu werden, sondern durch das Einrichten von Backlinks werden vor allem die großen Suchmaschinen angesprochen.

Warum Suchmaschinenoptimierung wichtig ist

Es gibt diverse Möglichkeiten, die eigene Sichtbarkeit in den Suchergebnissen von Google zu manipulieren. Es ist nämlich keinesfalls ein Zufall, ob die eigene Firmenseite weiter vorne oder auf den hinteren Seiten angezeigt wird. Für ein gutes Google Ranking ist es erst einmal wichtig, die angebotenen Waren oder Dienstleistungen konkret zu beschreiben. Suchen Sie zum Beispiel nach einer neuen Reinigungskraft für Ihre Büroräume, interessieren Sie sich vielleicht auch für die verwendeten Putzmittel und ob diese gegen Viren wie den Covid-19-Erreger wirksam sind. Gerade für Handwerksbetriebe ist eine gute Sichtbarkeit im Internet wichtig, da das lokale Angebot meist riesig ist und die Zahl der Mitbewerber aus der eigenen Branche demnach riesig. Jedes Unternehmen hat in Deutschland das Recht auf einen kostenlosen Eintrag im Branchenbuch. Über den Vermittlungsservice der Gelben Seiten können Auftraggeber dann ganz leicht passende Fachfirmen miteinander vergleichen und sich mit nur wenig Zeitaufwand Angebote zuschicken lassen, um die Details der Serviceleistungen besser nebeneinander halten zu können.

Wie sich die eigene Sichtbarkeit im Netz optimieren lässt

Werbeanzeigen über Google sind teuer und müssen pro Klick bezahlt werden. Es ist also nicht nötig, dass ein Unternehmen wirklich Umsätze erzielt. Daher ist die Google Ads Werbung oft unüberschaubar und lohnt sich nicht immer. Anzeigen können ohne Gebühren aber auch in sozialen Netzwerken geschaltet werden. Dazu eignen sich kurze witzige Videos am besten, die gerne angeschaut und noch lieber weitergeleitet werden. Diese sollten natürlich einen Bezug zu den eigenen Themen haben, wenn sich diese Art des Onlinemarketings erfolgreich auf die Umsätze auswirken soll. Über diverse Portale lassen sich außerdem Gewinnspiele schalten. Dabei wird dem potenziellen Kunden zunächst Spielspaß angeboten, am Ende winkt eine Belohnung in Form eines Preises Ihrer Firma. Das können kleine Werbegeschenke aus Ihrem Bestand sein, aber auch kostenlose Dienstleistungen eignen sich sehr gut als Preise von Gewinnspielen. Eine Fachfirma wie etwa eine Autowerkstatt kann den eigenen Terminkalender zum Beispiel ordentlich füllen, indem ein Reifenwechsel als Gewinn in Aussicht gestellt wird oder ein ähnlicher Service.

Ich habe viel Traffic auf meiner Seite, aber niemand kauft etwas

Diese Maßnahmen bringen jedoch alle nichts, wenn der Werkstattkunde nur die Gratisleistung in Anspruch nimmt oder Internetnutzer lediglich durch Ihre detaillierten Beschreibungen navigieren, ohne etwas bei Ihnen einzukaufen. An dieser Stelle ist Verkäufergeschick gefragt. Für Dienstleister kann es dabei zum Erreichen der gesteckten Ziele lukrativ sein, Mitarbeiter für den Verkauf einzustellen, die sich aktiv mit den Kunden auseinandersetzen. Produkte lassen sich online am besten verkaufen, wenn auch kleine Details gut erkennbar sind, was etwa durch ein interaktives 360°-Video realisiert werden kann.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Online zum Abschluss

Wie du online (noch) bessere Verkaufsgespräche führst.

Endlich ist es soweit: Dein(e) Interessent*in, mit dem/der du bisher nur telefoniert oder gemailt hast, hat dem Termin zu einem Online-Gespräch mit dir zugestimmt. Von diesem hängt nun entscheidend ab, ob aus dem/der Interessent*in ein(e) Kund*in wird – oder nicht. Grund genug, sich spätestens jetzt intensiver mit dem Thema Online-Verkaufsgespräche zu beschäftigen.

Wahrscheinlich hast auch du schon so manche Veranstaltungen – ob Seminare, Vorträge, Einzel- oder Gruppengespräche – als Kund*in bzw. Teilnehmer*in online erlebt. Wichtig ist, dass dir nicht dieselben Fehler unterlaufen, die immer noch viele machen und so für Frust und Desinteresse sorgen.

Schlechte Übertragung von Bild und Ton

Wesentlich ist, dass dein Gesicht optimal ausgeleuchtet und während der Videoübertragung stets zu sehen ist – auch dann, wenn du deine Präsentation zeigst. So hältst du den Kontakt zu deinem Gegenüber am besten. Klickst du stattdessen mehrere Minuten durch deine Präsentation, ohne dass dein Gegenüber dich persönlich sieht, baust du unnötig Mauern auf. Im Idealfall ist das Kamerabild von dir in einer Ecke „über“ deiner Präsentation. Prüfe auch, ob das Mikrofon professionell ist. Ein Ansteckmikrofon hat meist eine deutlich bessere Qualität, als das interne Mikrofon eines Tablet-PCs. Teste also, ob dein Bild und dein Ton wirklich einwandfrei bzw. hochwertig übertragen werden und die Raumakustik gut ist. Es spricht nichts dagegen, sich zu schminken – schließlich ist oder erscheint unsere Haut so manches Mal übermäßig hell oder rot. Denke immer daran: Dein Gegenüber macht an deinem Erscheinungsbild fest, wie vertrauenswürdig du bist – und ob du letztlich den Auftrag und damit das Geld bekommst oder nicht.

Chaotischer Desktop; schlechte Übertragung

Es mag ja durchaus sein, dass du viel unterwegs bist. Aber musst du ein Online-Verkaufsgespräch unbedingt aus einem fahrenden Zug führen, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Internetverbindung nicht (immer) ideal ist? Setze Termine möglichst so an, dass du solch wichtige Gespräche von deinem Büro aus mittels LAN-Kabel führen kannst. Und räume deinen Desktop vorher auf. Denn wenn du beispielsweise den Präsentationsmodus wechselst, kann es sein, dass andere deinen Desktop sehen – und damit Dinge, die sie nicht unbedingt sehen sollten.

Unprofessionalität, wenn‘s doch mal schiefläuft

Störungen haben immer Vorrang. Verstehst du aus irgendwelchen Gründen dein Gegenüber nicht gut, dann traue dich, dies sofort zu thematisieren. Nimmt jemand am Meeting teil, den/die du nicht kennst, dann frage ganz offen, wer diese Person ist. Sind aus irgendwelchen Gründen Hintergrundgeräusche zu hören, die die Qualität des Gesprächs stören, dann suche auch hier den Dialog. Es darf dir nicht passieren, dass du aus falscher Bescheidenheit Störfaktoren nicht ansprichst. Halte darüber hinaus auch Telefonnummern der Teilnehmer*innen parat, um über einen Plan B zu verfügen, sollte die gesamte Online-Veranstaltung plötzlich zusammenbrechen.

Wenn du diese Punkte gewissenhaft umsetzt, bist du schon mal weit vorne – und hast gute Chancen, deine Konkurrenz abzuhängen. Denn so manch eine(r) denkt immer noch, dass sie/er auch via Zoom, Teams und Co. verkaufen kann, nur weil es am Telefon gut klappt.

Warum soll ich dein(e) Kund*in werden?

Das ist die entscheidende Frage, die sich dein(e) Gesprächspartner*in stellt. Doch leider wird sie in Verkaufsgesprächen oft nicht ausreichend beantwortet. Im schlimmsten Fall endet das Gespräch sogar so, dass weder du noch dein ­Gegenüber genau weiß, wie es weitergeht, sobald die Übertragung beendet wird. Beherzige daher folgende Tipps:

Was ist dein Ziel? Was sind die Erwartungen deines Gegenübers?

Mache dir vor deinem Gespräch klar, was deine Ziele sind. Du wirst dich nämlich automatisch anders verhalten, wenn du als oberstes Ziel entweder den Auftrag, einen neuen Gesprächstermin oder die Präsentation deines Unternehmens anstrebst. Es bringt dir aber wenig, wenn dein(e) Kund*in ganz andere Ziele hat. Kläre somit konkret vor der Terminvereinbarung, was ihr beide eigentlich mit dem Video-Call bezweckt.

Eine reine Verkaufspräsentation ist kein Verkaufsgespräch, sofern dein Gegenüber kaum zu Wort kommt. Ziel von Online-Verkaufsgesprächen ist ein Dialog, um gemeinsame Anknüpfungspunkte für Geschäfte zu finden. Manche senden beispielsweise ihrem/ihrer Gesprächspartner*in vor dem Online-Meeting Unterlagen, um dann live die Fragen zu beantworten.

Sprich von dir aus mögliche Fragen an

Geschäftsleute verlieren oft viel Zeit, weil sie nicht offen über das sprechen, was sie vom Kauf abhält. Du wirst dich positiv von anderen Anbieter*innen abheben, wenn du von dir aus wahrscheinliche Fragen und Bedenken des Gegenübers wohlwollend thematisierst. Als Verkaufstrainer nenne ich beispielsweise schon beim Erstgespräch mein Honorar, ohne dass ein(e) Anfragende(r) mich danach fragen muss. So kann ich schneller Interessent*innen aussortieren, für die ich nicht arbeiten will, weil diese eine zu schlechte Preisbereitschaft haben. Aber auch mein Gegenüber hat so mehr Struktur, denn diese Person fragt sich zurecht, wo ich preislich liege. Müsste man mir den Preis sprichwörtlich aus der Nase ziehen, würde schnell Skepsis aufkommen.

Darüber hinaus thematisiere ich von mir aus das Thema Lerntransfer. Denn eine große Sorge meiner Zielgruppe ist, dass sie Geld in ihre Mitarbeitenden investiert, es dann aber nicht zu besseren Verkaufszahlen kommt. Durch meine offenen Worte spüren meine Interessent*innen, dass ich stark an deren Erfolg interessiert und kein Schönredner bin.

Überlege also: Was sind typische Sorgen und Ängste, die deine potenziellen Kund*innen haben, die du ihnen nehmen solltest, damit sie dich gern beauftragen?

Traue dich aber auch, genau nachzufragen, wenn du dein Gegenüber nicht verstehst – oder du das Gefühl hast, dass ihn/sie noch irgendwas beschäftigt. Denn solange ihr im Gespräch seid, könnte ihr das Eisen noch schmieden. Geht das Gespräch vorbei und dein Gegenüber hat noch zu viele Fragezeichen im Kopf, wird diese(r) dich wahrscheinlich nicht beauftragen. Warum sollte dir auch jemand hinterherlaufen, um Antworten auf offne Fragen zu erhalten?

Frage nach dem konkreten Verbleib

Es darf niemals passieren, dass nach einem Gespräch sowohl Verkäufer*in als auch Kund*in nicht konkret wissen, wie es weitergeht. Wenn dies passiert, ist das Risiko groß, dass das ganze Projekt im Sand verläuft. Frage daher beispielsweise konkret: „Was halten Sie davon, wenn wir dann nächste Woche bei Ihnen die Anlage installieren?“ Oder: „Wollen wir so weitermachen, dass Sie mir bis Ende der Woche die Details schicken und ich Ihnen ein Angebot mache?“ Oder: „Schön, lassen Sie uns doch gleich einen Termin für die Umsetzung festlegen.“

Wenn dir nach einem Online-Verkaufsgespräch auffällt, dass du eine wichtige Information noch nicht bekommen hast, dann greif umgehend zum Telefonhörer und stell deine Fragen. Versteck dich nicht hinter E-Mails, sondern such offensiv den Dialog. Denn mit guten Gesprächen – ob telefonisch oder via Konferenztool – kannst du besser Vertrauen und Sympathie aufbauen als mit E-Mails.

Last, but not least gilt: Du solltest Verkaufsgespräche regelmäßig üben, denn für dich hängt von ihnen sehr viel ab. Hol dir im Zweifelsfall auch die Meinung von Außenstehenden ein, die vielleicht wenig bis gar nichts mit deiner Branche zu tun haben. Denn viele Interessent*innen und Kund*innen sind zu höflich, um etwas zu sagen, wenn sie etwas nicht verstehen, sie dir nicht vertrauen oder dir die Lösungskompetenz nicht zuschreiben. Da helfen auch gut gemeinte Fragen deinerseits nicht wirklich weiter. Schau dir deine Quoten also genau an: Wie sicher erreichst du die von dir gesteckten Ziele?

Der Autor Oliver Schumacher ist seit 2009 Verkaufstrainer und Redner. Er gibt u.a. Seminare zu den Themen Kaltakquise und Preisverhandlung

Marktplatz-Strategien für Start-ups

Rund 43 Prozent der Deutschen kaufen jedes Jahr mindestens einmal via Amazon. Auch andere Marktplätze expandieren. Das eröffnet Gründer*innen lukrative Möglichkeiten. Wichtig dabei: die richtige Strategie.

Den meisten Online-Händler*innen ist es nicht bewusst, dass Amazons Algorithmus – ähnlich wie Googles Suchmaschine – Optimierungsmöglichkeiten im SEO-Bereich besitzt. Auf Online-Marktplätzen wie Amazon, eBay, Otto, Kaufland und Co. kannst du mit der richtigen Strategie deine Produktrankings sowie die Auffindbarkeit deiner Angebote auf der jeweiligen Plattform boosten. Dabei ist SEO für Google nicht gleich SEO für Amazon. Wir zeigen dir deine Möglichkeiten auf Amazon und Co. und wie du deine Marke und Produkte sichtbar gestaltest, um dadurch letztlich deinen Umsatz und deine Brand Awareness zu steigern. Dabei gilt es zunächst herauszufinden, auf welchem Marktplatz deine Zielgruppe unterwegs ist und wie du sie am besten erreichst.

Der passende Marktplatz für dein Produktsortiment

Deine Marktplatz-Strategie sollte auf deinem Produktangebot und deiner Zielgruppe aufbauen. Dabei ist es wichtig, sich mit den verschiedenen Marktplätzen, deren Produktkategorien, Verkaufsstrategien und -konditionen sowie der Fokuszielgruppe zu beschäftigen. Häufig kann die eigene Erfahrung bereits ein gutes Bild vermitteln, welche Marktplätze einen geeigneten Ausgangspunkt darstellen können. Zusätzlich gibt es Recherchetools. Diese bieten dir eine Übersicht darüber, welche Produktkategorien in welchen Ländern von welchem Marktplatz aus erreicht werden können.

Um nun den richtigen Marktplatz auszuwählen, solltest du überprüfen, ob dein Produktsortiment zum jeweiligen Marketplace passt. Ist eine Produktkategorie enthalten, in die deine Produkte genau passen? Bieten andere Händler*innen ähnliche Produkte auf der Plattform an?

Einige essenzielle Fragen solltest du dir vor der Auswahl der neuen Verkaufskanäle beantworten, um die passenden Marketplaces identifizieren zu können:

  • Was ist dein Produktsortiment und wie hoch ist die Produktanzahl?
  • Bist du Händler*in oder Hersteller*in?
  • Wer ist deine Zielgruppe?
  • Welche technischen Strukturen und Möglichkeiten zur Anbindung hast du oder planst du zu nutzen?
  • Was sind deine Fulfillment-Lösungen oder welche Anforderungen hast du in dieser Hinsicht an einen Online-Marktplatz?
  • Was sind deine Lieferzeiten und Versandkosten?
  • Hast du bereits vollständige Produktdaten?
  • Wer ist deine Konkurrenz und wie ist die Wettbewerbslage?
  • Wie kannst du deine Produkte von Mitbewerber*innen abgrenzen?
  • Wie hoch ist dein zusätzlicher Arbeitsaufwand für Marktplätze, wenn du bereits einen Online-Shop betreibst?

Tipp: Suche auf den Marktplätzen nach ähnlichen Produkten, ohne dabei Markennamen zu verwenden. So bekommst du einen ersten Überblick, wie viele Suchergebnisse die Plattform in deinem Sortimentsbereich hat und welche Marken auf dem Marketplace vertreten sind.

Hast du all diese Fragen beantwortet, ist die erste große Hürde geschafft. Nun gilt es abzuwägen, welche Verkaufskonditionen sowie Händler*innenoptionen die richtigen für deinen Marktplatzauftritt sind. Die großen Marktplatzbetreiber wie Amazon oder eBay bieten mehrere Optionen für Verkäufer*innenkonten. Welche Variante für dich und dein Business die bessere ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Amazon beispielsweise bietet ein Basiskonto und ein professionelles Verkäuferkonto an. Ersteres ist für Händler*innen gedacht, die weniger als 40 Artikel im Monat verkaufen. In diesem Verkaufsmodell fällt pro verkauftem Artikel eine Verkaufsgebühr von 0,99 Euro zusätzlich zur prozentualen Provision an. Verkaufst du also beispielsweise 40 Artikel im Monat, fallen mindestens Gebühren in Höhe von 39,60 Euro an. Ergeben deine Verkaufszahlen über 40 Artikel pro Monat, ist eher das professionelle Konto für dich geeignet. Dort bezahlst du eine monatliche Grundgebühr von 39 Euro und ebenfalls eine prozentuale Verkaufsgebühr.

Möchtest du die Fulfillment-Angebote eines Marktplatzes nutzen, solltest du dir die Lagerungs- und Versandkonditionen genauer anschauen. Der Marketplace übernimmt für dich den Versand und Rückversand. Hierfür können aber unterschiedliche Gebühren wie etwa Lagergebühren anfallen, je nachdem, welche weiteren Konditionen der Marktplatz bietet und welche du hiervon nutzen willst. Möchtest du das Angebot nicht nutzen, musst du diesen Aufgabenbereich selbst übernehmen. Dabei ist es besonders wichtig, auf Versandkosten und Lieferzeiten zu achten. Zu hohe Versandkosten können Käufer*innen abschrecken, und die Einhaltung der angegebenen Lieferzeiten ist für viele Marktplatzbetreiber*innen eine wichtige Kennzahl, um die Leistung und Zuverlässigkeit der Händler*innen zu überprüfen. Welche Option für dich besser geeignet ist, hängt von deinen Verkaufsstrukturen ab. Bei hohen Verkaufszahlen und wenig Lagermöglichkeiten sind Fullfillment-Angebote eine gute Gelegenheit.

So optimierst du deinen Content für die Produktsuchmaschine

Die Optimierung deines Marktplatzauftritts ist etwas differenzierter als jene des eigenen Webshops. Als Start-up solltest du die Optimierungsmaßnahmen und die damit zusammenhängenden Möglichkeiten bereits frühzeitig kennen und dich mit den verschiedenen Stellschrauben vertraut machen, damit deine Produkte von Anfang an ihr optimales Potenzial entfalten können.

Bei Suchmaschinen, egal ob der Fokus auf Informations- oder Produktsuche liegt, verfolgst du immer das Ziel, möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu stehen. Die obersten Ergebnisse werden von Suchenden als erstes wahrgenommen und dann besonders häufig geklickt, wenn der erste Eindruck überzeugt. Deshalb ist ein gepflegter, informativer und zielgruppenorientierter Content sowohl für den Algorithmus als auch für die Interessent*innen besonders wichtig.

Im Folgenden erhältst du eine Übersicht über wichtige To-dos, wie du mit deinen Bildern, Textelementen und Daten­feldern potenzielle Kund*innen und den Marktplatz-Algorithmus gleichermaßen ansprichst:

  • Verwende authentische, aussagekräftige und detailreiche Produktbilder.
  • Der erste Eindruck zählt: Deine Produktbilder sind häufig der erste Berührungspunkt zwischen den Kund*innen und deinem Produkt. Zeige dein Produkt von allen Seiten und mit allen Anwendungsmöglichkeiten, zeige dessen USPs auf, verdeutliche die Größe, bilde den Lieferumfang ab, zeige Emotionen oder arbeite mit leicht verständlichen Symbolen und Icons, um zu überzeugen.
  • Platziere in den Produkttitel die wichtigsten Informationen. Der Titel soll deine Kund*innen zum Klick auf das Produkt überzeugen. Achte dabei auch auf die Mobile User und stecke die wichtigsten Infos und besonders relevante Keywords in die ersten 60 Zeichen deines Titels. So kannst du sicherstellen, dass die wichtigsten Informationen auch auf mobilen Endgeräten angezeigt werden.
  • Pflege deine Produktdaten für einen einfachen Produktvergleich und halte sie stets aktuell. Dies betrifft vor allem den Technikbereich wie Fernseher, Smartphones oder andere Geräte mit wichtigen Daten. Gepflegte Produktdaten zeigen alle wichtigen technischen Informationen auf einen Blick und vereinfachen den Entscheidungsprozess.
  • Eine Keywordrecherche ist die Grundlage für passenden Text-Content. So findest du heraus, welche Suchbegriffe für deine Produkte besonders wichtig sind. Dabei solltest du auch auf die Hilfe von Tools zurückgreifen.
  • Statte deine Produktbeschreibung mit einer ausführlichen Beschreibung und der Funktionsweise aus. Hier findet sich Platz für eine umfassende Aufführung der Alleinstellungsmerkmale deines Produkts, dessen Anwendung sowie einer bildlichen Beschreibung, als würde der/die Kund*in den Artikel im Regal betrachten. Je teurer dein Produkt ist, desto mehr Text sollte deine Produktbeschreibung haben.
  • Überzeuge die Kund*innen in den Bullet Points von deinem Produkt. Viele Marktplätze bieten nicht nur die Möglichkeit, ausführliche Produktbeschreibungen als Textelemente zu verwenden, sondern auch die wichtigsten USPs besonders präsent in einigen Stichpunkten festzuhalten. Gerade mit diesen Bullet Points kannst du die Kund*innen zur Konversion überzeugen. Die Botschaft deines Listings sollte besonders an dieser Stelle in Text und Bild Hand in Hand greifen.
  • Verwende zusätzliche Gestaltungsangebote des Marktplatzes. Für dich die perfekte Möglichkeit, dein Produkt, deine Marke und dein Unternehmen dem/der Kund*in näherzubringen, sind zusätzliche Gestaltungselemente, die einige Marketplaces anbieten. Amazon erlaubt beispielsweise die Nutzung von sog. A+ Content. Aus unterschiedlichen Modulen können so zusätzliche Content­elemente auf der Produktdetailseite eingefügt werden. Über den Amazon Brand Store kann zudem eine Art Shopseite aufgebaut und gepflegt werden. Ein ähnliches Tool bietet auch eBay. Durch diese markenspezifischen Inhalte kann ein besseres Branding auf dem Marktplatz umgesetzt, Kund*innenbindung aufgebaut und Cross- sowie Upselling genutzt werden.

Tipp: Eine hohe Platzierung in der Amazon-Produktsuchmaschine ist neben dem Content genauso abhängig von deinen Preis- und Versandkonditionen, deinen Händler*innen- und Produktbewertungen, einer niedrigen Retourenquote, einem guten Kund*innenservice und der Anzahl deiner Verkäufe.

Gute Bilder ersetzen das Anschauen im Laden

Dein Hauptbild entscheidet maßgeblich, wie oft dein Produkt angeklickt wird. In Kombination mit einem passenden Titel erhöht sich die Conversion umso mehr. Qualitativ hochwertige Produktbilder ersetzen das Anfassen und Betrachten im Ladenregal. Marktplätze geben häufig Regeln vor, wie Produktbilder gestaltet werden sollten. Ein Blick auf die Konkurrenz zeigt darüber hinaus oft, wo die Möglichkeiten innerhalb des Regelrahmens in der jeweiligen Kategorie liegen. Achte außerdem darauf, welche Vorgaben der Marktplatz hinsichtlich Größen- und Auflösungsangaben gibt. Verwende scharfe und optisch ansprechende Bilder. Neben einem Hauptbild gibt es meist die Möglichkeit, weitere Produktbilder zu hinterlegen. Nutze dieses Angebot und präsentiere dein Produkt von verschiedenen Seiten sowie aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So können sich Interessent*innen ein genaues und umfassendes Bild vom Artikel machen. Für die weiteren Produktbilder hast du viele Möglichkeiten, dein Produkt, deine Marke und dein Unternehmen in Szene zu setzen. Hierzu ein paar Inspirationen: das Produkt in Aktion zeigen; Emotionen übermitteln; Nutzungsmöglichkeiten oder Anwendungsbeispiele darstellen; den Lieferumfang präsentieren; Größenverhältnisse aufzeigen oder besondere Inhaltsstoffe sowie Eigenschaften hervorheben.

Bestücke deine Produktlistings mit den richtigen Keywords

Hast du in vollem Umfang deine Produktdaten für potenzielle Kund*innen optimiert, muss auch der Amazon-Suchalgorithmus durch deine Listings angesprochen werden. Dabei ist es wichtig, die richtigen Keywords zu verwenden, damit der Marktplatz dein Produkt für relevante Suchanfragen ausspielen kann. Um diese Keywords rauszufinden, können spezielle Tools für Marktplätze verwendet werden. Eine lohnende Option ist es immer, den Marktplatz selbst als Keyword-Recherchetool zu nutzen. Dabei suchst du auf dem Marktplatz im Browser ähnliche Artikel und notierst dir die Suchbegriffe, die passende Produkte ausspielen.

Häufig gibt es in der Suchmaske auch Autosuggest-Funktionen. Sind hier in den Vorschlägen Suchbegriffe, die gut zu deinem Produkt passen? Trage die Ergebnisse aus der manuellen Recherche oder aus der Toolnutzung in eine Keywordliste ein. Damit kannst du deinen Inhalt auf die wichtigen Suchbegriffe optimieren, damit der Algorithmus die Produkte besser finden kann.

Fazit

Um welche Plattform es sich auch handelt: Ein zusätzlicher Channel vergrößert deine Reichweite, Markenbekanntheit und mit großer Wahrscheinlichkeit auch deinen Umsatz. Dieser bedeutet auch mehr Stabilität und Sicherheit im Online-Geschäft. Um gefunden zu werden, bieten besonders die großen Marktplätze immer mehr Optimierungsmöglichkeiten, um auf den besten Verkaufsstellen der Plattform zu stehen und so eine große Anzahl an potenziellen Kund*innen zu erreichen.

Tipp zum Weiterlesen: Im Whitepaper „Marktplatz-Strategien: für Ihren Erfolg auf Online-Marktplätzen“ teilt der Autor seine Expertise über die Vorzüge von Marktplätzen, den perfekten Auftritt, die Listing-Erstellung & -Optimierung sowie geeignete Werbestrategien auf Marketplaces

Der Autor Sergej Semjonow ist Head of Marketplaces bei der eomazy GmbH. Die Agentur unterstützt Unternehmen in den Bereichen Market Research, Consulting, Content und Advertising für Online-Marktplätze,

 

Deswegen ist Content Marketing für Start-ups ein Muss

Content Marketing hat sich längst als eine der Hauptzutaten für einen erfolgreichen Online Marketing Mix etabliert. Stehst du mit deinem Start-up noch in den Kinderschuhen, ist dein Marketingbudget wahrscheinlich begrenzt und du überlegst dir genau, in welche Bereiche du investierst. Hier erfährst du, warum es sich lohnt, von Anfang an auf Content Marketing zu setzen. Ein erster Teaser: Es ist günstiger, als du vielleicht vermutest.

Was ist Content Marketing überhaupt?

Content Marketing ist im Grunde das Gegenteil von aufdringlicher Werbung. Es ist eine Art der Unternehmenskommunikation, die sich mithilfe von nützlichem Content über verschiedene (meist Online-)Kanäle explizit an eine Zielgruppe richtet. Mit einer gut durchdachten Content Marketing Strategie kann ein Unternehmen oder eine Marke Vertrauen zu potenziellen Kund*innen aufbauen, allgemein sichtbarer werden, Conversions erzielen und letztendlich einen Stamm glücklicher Markenbotschafter*innen aufbauen.

Gleichzeitig hat gut platzierter Content einen hohen Impact auf deine SEO, du schlägst also viele Fliegen mit einer Klappe. Dafür auf das Know-how einer SEO Agentur zu setzen, sollte langfristig in deiner Unternehmensplanung stehen. Doch auch kurzfristig ist Content Marketing ein optimaler Einstieg, um online Aufmerksamkeit für dein Unternehmen zu schaffen.

Das müssen erfolgreiche Inhalte im Content Marketing mitbringen

Im Content Marketing bewegst du dich hauptsächlich online. Deine Hauptaufgabe ist es dabei, hochwertige Webinhalte zu erstellen, die genau auf die Zielgruppe deines Unternehmens zugeschnitten sind und dieser einen Mehrwert bieten. Interessanter Content catcht User*innen, macht sie zu Follower*innen und schließlich zu Kund*innen. Deine Inhalte müssen sich als informativ, nützlich oder unterhaltend für deine Zielgruppe erweisen, sodass sie sich gern damit auseinandersetzt. Du hast es bestimmt schon bemerkt: Guter Content fließt in gute Werbung über. Du bietest deiner Zielgruppe einen Vorteil durch deinen Content – und schon will deine Zielgruppe mehr von dir. Übrigens: Im Vergleich ist Content Marketing bis zu 62 Prozent günstiger als Outbound-Marketing. Du sparst also bei den Ausgaben, generierst aber mehr Leads und hast schließlich auch mehr Einnahmen.

Dein Content kann verschiedene Themen und Formen haben. Du kannst aktuelle Trends aufnehmen und sie kreativ mit deinem Produkt in Verbindung setzen, Gebrauchsanleitungen für dein Produkt erstellen, auf User Generated Content setzen oder auch detailliertes Branchenwissen teilen. Ob du dabei auf Blogartikel, statische oder bewegte Social Media Postings, Infografiken oder auf Mailings setzt, bleibt dir und deiner Marketing-Strategie überlassen.

Wo wird dein Content am besten ausgespielt?

Das bringt uns zum letzten Punkt: Du musst deine Zielgruppe mit wertvollem Content genau dort erreichen, wo sie sich am liebsten aufhält. Werbung während eines Films, der zur Primetime im Fernsehen läuft? Nein danke, sagt Netflix. User*innen möchten sich nicht mehr durch ungewollte Werbung stören lassen, sondern sich online über Dienstleistungen, Produkte und mehr selbständig und bei Bedarf informieren. Und genau hier setzt du an: Finde heraus, wo sich deine Zielgruppe am liebsten aufhält. Das können soziale Medien wie Facebook, Instagram oder TikTok sein, aber auch YouTube oder informative Online-Blogs.

Content Marketing hat sehr geringe Einstiegsbarrieren und es braucht nicht viel Budget, um erste Inhalte zu platzieren. Wichtig ist, dass du eine klare Vorstellung von deinem Produkt oder deiner Dienstleistung hast und weißt, welchen Mehrwert du deiner Zielgruppe damit bieten kannst. Dann heißt es nur noch, diesen Mehrwert anschaulich zu gestalten.

Vorsicht, Gesichtsverlust

Viele Gründer*innen begehen den Fehler, dem Reputationsmanagement zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken – mit fatalen Folgen. Wie du von Anfang an die Basis für deinen guten Ruf legst.

Der gute Ruf und ein positives Image sind heute wichtiger denn je. Viele Menschen informieren sich vorab über den Ruf eines Unternehmens, lesen Rezensionen auf bekannten Plattformen wie Trustpilot oder Google und recherchieren in den sozialen Netzwerken. Aufgrund der Fülle an vergleichbaren Produkten wird das Image einer Marke oder eines Betriebs zum ausschlaggebenden Faktor. Starke Marken bieten die Möglichkeit, sich mit ihnen zu identifizieren.

Kund*innen sind heute nicht nur gut informiert, sie haben auch höhere Ansprüche und begegnen Werbeaussagen kritischer als noch vor Jahren. Statt den Marketingbotschaften blind zu vertrauen, suchen sie sich Unterstützung in den sozialen Netzwerken und auf Bewertungsplattformen. Authentische Bewertungen gehören heute zum wichtigsten Kapital eines Selbständigen. Denn ehrliches Feedback schafft das gewünschte Vertrauen und bildet somit die Basis für eine langfristige Bindung. Diese wiederum übersteht meist auch Krisenzeiten und ist die Voraussetzung für den langjährigen Erfolg.

Ist das alles nicht viel zu aufwendig?

Am Anfang der Selbständigkeit stehen unzählige Aufgaben an und es stellt sich die Frage, ob Aufwand und Nutzen des Reputationsmanagements überhaupt in einem positiven Verhältnis stehen. Viele Gründer*innen begehen den Fehler, dem Reputationsmanagement nicht genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Statt den guten Ruf von Anfang an auf- und auszubauen, wird passiv auf die erste Krise gewartet. Doch der Aufwand, eine Krisensituation wieder ins Gegenteil zu verkehren, ist wesentlich größer als sich von Beginn an dem Imageaufbau und der Pflege der Community zu widmen. Und selbst wenn ein Shitstorm erfolgreich abgewehrt werden konnte, vergisst das Internet nie. Reputationsschäden können sich auch nach vielen Jahren noch negativ auswirken.

Vorbeugende Maßnahmen in Kombination mit einem organisch gewachsenen, positiven Image bieten somit den besten Schutz vor einem Reputationsverlust. Du solltest deshalb nicht nur deine Produkte und Serviceleistungen kontinuierlich verbessern, sondern auch das Management der Reputa­tion nachhaltig ausbauen. Unterstützen können dich hierbei KI-Tools oder Agenturen, die sich auf Reputationsmanagement spezialisiert haben.

Den sozialen Medien und Bewertungsplattformen komplett fernzubleiben, ist nicht der richtige Weg. Auf einigen Plattformen können User*innen Profile zu einem Unternehmen anlegen. Außerdem signalisierst du durch das Ignorieren solcher Kanäle, dass du nicht am Dialog mit deinen Kund*innen inte­ressiert bist. Es ist also sinnvoller, die Profile selbst zu managen, um sie steuern zu können.

Schritt für Schritt zum positiven Image

Maßgeblich für ein umfassendes Reputationsmanagement ist eine Strategie, die zu dir und deiner Zielgruppe passt. Jede Strategie baut dabei auf folgenden Grundpfeilern des Reputationsmanagements auf: Monitoring, Community Management und Empfehlungsmarketing.

Monitoring

Nur wenn du weißt, was über dein Unternehmen gesprochen wird, kannst du angemessen darauf reagieren und Handlungen ableiten. Aus diesem Grund basiert jedes Reputationsmanagement auf dem strategischen Monitoring aller relevanten Kanäle. Bewertungsplattformen wie Trustpilot und TrustedShops sollten ebenso im Blick behalten werden wie das Google-My-Business-Profil. Google My Business gilt als größte Quelle lokaler Reviews und hat eine hohe Relevanz für Selbständige. Je nach Größe des Betriebs können Arbeitgeberplattformen wie kununu dazukommen. Wichtige Einblicke in das eigene Image bieten die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram, LinkedIn und Co.

Effektives Monitoring sollte regelmäßig durchgeführt werden. Dies ist aus zweierlei Gründen wichtig. Zum einen können negative Entwicklungen frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Andererseits ist es wichtig, dass du zeitnah auf Bewertungen und Kommentare reagierst. Sonst steigt das Risiko, dass sich weitere Menschen mit negativen Aussagen beteiligen. Im schlimmsten Fall entwickelt sich so ein unkontrollierter Shitstorm.

Community Management

Auch wenn die Community zu Beginn einer Selbständigkeit noch klein ist, sollte der Kontakt zu den eigenen Kund*innen gut gepflegt werden. Wer hier von Anfang an den richtigen Ton trifft und wertvollen Content liefert, legt den Grundstein für ein vertrauensvolles Verhältnis. Es gilt: Schnelligkeit und das Eingehen auf individuelle Wünsche werden auch in der Community immer bedeutsamer. Auf Anfragen, Kommentare oder andere Formen der Interaktion sollte so schnell wie möglich reagiert werden. Gerade bei negativen Äußerungen ist auf eine angemessene Ansprache zu achten. In angespannten Situationen können sonst Formulierungen oder einzelne Wörter falsch ausgelegt werden. Die gute Vorbereitung verschiedener Szenarien kann auch hier ein überhastetes Handeln verhindern.

Empfehlungsmarketing

Positive Bewertungen von echten Kund*innen bilden die Grundlage jeder Reputation. Denn deren Meinungen genießen eine höhere Glaubwürdigkeit als jeglich Marketingmaßnahmen eines Betriebs. Leider ist die Bereitschaft, überhaupt eine Bewertung zu schreiben, bei unzufriedenen Kund*innen oftmals höher als bei zufriedenen. Zudem wird es immer schwieriger, Menschen zu einer Bewertung zu motivieren, da immer mehr Unternehmen nach Reviews fragen. Mit einer zielführenden Strategie können zufriedene Kund*innen ausfindig gemacht und persönlich um ein positives Feedback gebeten werden.

Wenn der Ernstfall eintritt

Kommt es trotz präventiver Maßnahmen zu einer negativen Äußerung oder Information, solltest du immer aktiv darauf reagieren. Passivität oder das Aussitzen der ersten Krise sind nicht empfehlenswert, da so schnell ein Kontrollverlust entsteht. Ein strategisches, zügiges und angemessenes Handeln hingegen zahlt sich immer aus. Um dies zu gewährleisten, solltest du zunächst die Situation analysieren: Wer kommuniziert was, wo und aus welchen Gründen mit wem?

Anhand dieser Kenntnisse können passende Maßnahmen eingeleitet werden. Hierbei ist viel Empathie gefragt. Im besten Fall kann die verursachende Person kontaktiert und eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Gelingt dies nicht, sollte vor allem bei diffamierenden Äußerungen geprüft werden, ob ein Verstoß gegen die Richtlinien des Portals vorliegt. In diesem Fall kann die/der Betreiber*in informiert werden, um den Beitrag prüfen zu lassen.

Fazit

Ein strategisches Reputationsmanagement gehört zu den Voraussetzungen einer langjährigen, erfolgreichen Selbständigkeit. Hierbei sollte es nicht als zusätzliche Belastung verstanden werden, sondern eher als Chance, die Beziehungen zu Kund*innen zu stärken, Verbesserungspotenziale aufzugreifen und den guten Ruf des eigenen Betriebs auszubauen.

Der Autor Alexander Hundeshagen ist Geschäftsführer der reputativ GmbH, die auf Reputationsmanagement, Omnichannel-PR und Linkmarketing spezialisiert ist.

Wie sich Freebies als Marketing-Tool lohnen können

Kostenlose Geschenke, sogenannte Freebies, sind ein wichtiges Marketing-Tool, das dabei helfen kann, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden zu halten.

Kunden oder potenziellen Kunden etwas kostenlos anzubieten, hört sich für viele zunächst nach einer Geldverschwendung an. Doch tatsächlich können sich kostenlose Geschenke verschiedener Art durchaus lohnen und sich als hervorragendes Marketing-Tool erweisen, das dabei helfen kann, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden zu halten. Eine optimierte Selbstvermarktung ist einer der wichtigsten Faktoren in der Selbstständigkeit und sogenannte Freebies können potenziellen Kunden helfen, zum Beispiel das Produkt zunächst auszuprobieren, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. Verschiedene Arten von Freebies bieten jede Menge Möglichkeiten für jedes Unternehmen.

Willkommensbonus

Ein Willkommensbonus stellt ein besonderes Angebot speziell für neue Kunden dar. Dieser soll potenzielle Kunden anlocken und ihnen das Produkt mit einer besonderen Promotion einfacher zugänglich machen. Besonders beliebt sind Willkommensboni im Bereich der Online Casinos, wo diese Art von Promotionen zum festen Marketing-Repertoire gehören. Durch einen Online Casino Bonus ohne Einzahlung wird es neuen Spielern ermöglicht, das Spielangebot zunächst ohne Risiko auszuprobieren. Um Nutzern die Wahl einer Plattform zu erleichtern, durchsuchen und bewerten Experten die Angebote am Markt. Die Willkommensboni bestehen dann in der Regel aus Gratisguthaben oder aus Freispielen, durch die neue Spieler auf der Spielplattform zunächst einfach ohne Geldeinsatz verschiedene Spiele ausprobieren können. Auf diese Weise können sie sich mit dem Angebot vertraut machen und sehen, ob es ihnen gefällt, bevor sie Geld setzen. Dieses Freebie stellt damit eine hervorragende Möglichkeit dar, Nutzern ein Produkt ausprobieren zu lassen – und das selbst online.

Gutscheine

Gutscheine zu verschenken ist eine weitere sehr beliebte Marketingstrategie, die sowohl für neue als auch für bestehende Kunden Anwendung findet. Besonders beliebt sind Gutscheine im Bereich des E-Commerce. Landet ein neuer Kunde auf einem Online-Shop, ist die Hürde, eine Bestellung abzuschließen, noch hoch. Schließlich ist man in dem Moment mit der Plattform und dem Bestellprozess noch nicht vertraut. An dieser Stelle kann das Angebot eines Gutscheins zögernde Kunden überzeugen. Sieht ein Nutzer, dass die Bestellung durch einen Gutschein günstiger ist, ist der Schritt zur Bestellung gleich deutlich einfacher – schließlich spart man mit einer Bestellung Geld. Derartige Gutscheine werden oftmals für eine erste Bestellung im Shop oder etwa auch für die Newsletter-Anmeldung angeboten. Inzwischen gibt es zahlreiche Vergleichsplattformen für Gutscheine, die die aktuellen Deals der Online Anbieter auflisten.

Gratis-Probezeitraum

Im Bereich der Dienstleistungen hat sich ein Freebie besonders durchgesetzt: der kostenlose Probezeitraum. Anders als bei Produkten in einem Ladengeschäft kann man Services im Online-Bereich nicht in die Hand nehmen und ausprobieren. An dieser Stelle tritt der Probezeitraum in die Bildfläche. Zum Beispiel Streaminganbieter, Spiele-Abonnements oder Online Fitnessstudios setzen Gratis-Probezeiträume ein, um es neuen Nutzern zu ermöglichen, den jeweiligen Dienst zunächst für eine begrenzte Zeit kostenlos auszuprobieren. Dies ist eine hervorragende Art, um sich neuen Kunden von der besten Seite zu zeigen und die Produktpalette kostenlos zum Ausprobieren anzubieten. Nutzer können sich so ein Bild vom vollwertigen Service machen und sich ohne Risiko davon überzeugen lassen, bevor sie etwa das Abonnement abschließen oder den Service zum Vollpreis erwerben.

Kostenlose Angebote verschiedener Art eignen sich sehr gut als Marketing-Tool und können dabei helfen, neue Kunden anzulocken und bestehende Kunden zu halten. Von Willkommensboni über Gutscheine bis hin zum kostenlosen Probezeitraum, diese Freebies können jedem Business helfen.

LinkedIn, Must have für Start-ups?

Während in der Corona-Pandemie viele Messen und andere Networking-Events ausgefallen sind, hat besonders LinkedIn als Social Media Netzwerk an Relevanz dazugewonnen. Wir sprechen mit Lisa Zöfgen, die sich als Marketing Beraterin besonders auch auf LinkedIn spezialisiert hat, wieso es sich lohnt, der Plattform aktuell besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Lisa, du sagst, LinkedIn ist dein Lieblings-Social Media Kanal. Von einer Social Media Expertin muss das ja schon etwas bedeuten. Warum?

LinkedIn ist meiner Meinung nach einfach ein (noch) stark unterschätzter Kanal. Ich habe schon seit wahrscheinlich acht Jahren ein Profil auf der Plattform, aber erst seit ca. zwei Jahren schöpfe ich sein volles Potenzial aus, in dem ich zum Beispiel Inhalte erstelle und die Reichweiten mitnehme, die es dort fast hinterhergeschmissen gibt – und das tut nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Nutzer*innen auf LinkedIn.

Was meinst du mit „hinterhergeschmissenen Reichweiten“?

Wenn ich zum Beispiel auf Instagram einen Beitrag poste, kann ich sehr froh sein, wenn ihn ein großer Anteil meiner Follower*innen sieht, außer mein Beitrag geht viral oder ich nutze aktuell das gepushte Format Instagram Reels – dann kann ich auch mal mehr Nutzer*innen erreichen als ich eigentlich Follower*innen habe.

Bei LinkedIn ist das Ganze etwas anders. Unter anderem, weil es noch vergleichbar wenige Personen gibt, die Beiträge veröffentlichen (auch wenn das einem in seiner eigenen Bubble manchmal nicht so vorkommt), ist es mit ein paar befolgten Regeln zur guten Posterstellung recht einfach, mindestens die doppelte oder dreifache Zahl an Personen zu erreichen, die einem eigentlich folgen. Wohlgemerkt gilt das für persönliche Profile, nicht für Unternehmensseiten.

Das klingt natürlich erstmal verlockend. Aber ist LinkedIn nicht ein Businessnetzwerk, das hauptsächlich für die Jobsuche und von nervigen Sales-Menschen genutzt wird? Was bringt mir die Reichweite dort überhaupt?

Am Ende muss jede Maßnahme natürlich zur eigenen Zielgruppe passen. Aber LinkedIn hat allein im DACH-Raum 17 Millionen Nutzer*innen – weltweit 800 Millionen. Da kann man ganz einfach zum Beispiel mal eine Berufsgruppe, die zur eigenen Zielgruppe gehört, sowie einen Ort in die LinkedIn Suche eingeben und kommt schnell darauf, dass es hier ein großes Potenzial gibt – und die Chance, besonders in Nischen, ist eben groß, dass diese Personen noch keinen guten Content zu deinem Thema ausgespielt bekommen. Weil es ihn noch nicht gibt!

Das ist der Punkt, an dem Reichweiten spannend werden. Denn habe ich diese Nutzer*innen erstmal ERREICHT und in meinem Netzwerk, sind sie ja wie ein Lead in einer E-Mail Liste ein wertvoller Kontakt, den ich nun mit wertvollen Inhalten weiter bespielen und so weiter ihr Vertrauen gewinnen kann.

Aber ist damit LinkedIn nicht eigentlich ausschließlich für Sales-Mitarbeiter*innen von B2B-Unternehmen interessant?

Ganz und gar nicht. Natürlich ist B2B die passendste Zielgruppe auf LinkedIn. Aktuell wird aber viel von H2H statt B2B und B2C gesprochen – das heißt Human-to-Human – und ich finde das sehr passend. LinkedIn Unternehmensseiten funktionieren (unter anderem) deshalb nicht so gut, weil die Menschen einfach lieber direkt mit anderen Menschen interagieren möchten als mit einer anonymen Unternnehmensseite.

Und es gibt meiner Meinung nach auch viele Argumente, LinkedIn aktiv zu nutzen, auch wenn man kein*e Sales-Mitarbeiter*in eines B2B-Unternehmens ist. Zum Beispiel kann ein*e Gründer*in sich dort positionieren, um mit möglichen Investor*innen in Kontakt zu kommen, ein*e Angestellte*r kann sich als Thought Leader positionieren, um seine Aufstiegs- oder Jobwechsel-Chancen zu erhöhen, einem*einer Selbstständige*n nutzt die Plattform dabei, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und Sparringspartner*innen zu finden und ein ganzes Unternehmen kann Corporate Influencing auf LinkedIn zum Beispiel für das Thema Employer Branding nutzen. Und so könnte ich noch viele, viele andere Beispiele aufzählen …

Stichwort Corporate Influencing – erklär uns das Buzzword und wie Unternehmen es sich für sich nutzen können?

Corporate Influencing bedeutet ganz einfach, dass die Mitarbeiter*innen Botschafter*innen für das Unternehmen werden. Anders bei einem*einer Pressesprecher*in sprechen sie aber nicht FÜR ihren Arbeitgeber, sondern viel mehr ÜBER ihn. Das kann im Privaten mit Freunden und Familie sein oder eben öffentlich und etwas organisierter auf Social Media.

Winfried Ebner von der Telekom, die ein herausragendes Beispiel für Corporate Influencing ist, hat neulich in einem Interview gesagt: „Telekom Botschafter geben der Firma ein Gesicht. Mit Vielfalt und unserer eigenen Persönlichkeit. Mit Authentizität, die man nicht kaufen kann.“ Und gerade wegen dieser Authentizität und Individualität ist die Kommunikation durch Corporate Influencer in Zukunft meiner Meinung nach einer der Erfolgsfaktoren für gelungene Social Media Kommunikation von Unternehmen.

Hast du einen letzten LinkedIn Tipp, für alle, die jetzt einen größeren Fokus auf die Plattform setzen möchten?

Definitiv. Wenn sich der erste Post wie ein riesiger Berg anfühlt, bei dem du einfach nicht weißt, wo du anfangen sollst, starte erstmal in kleineren Schritten. Zum Beispiel mit inhaltsvollen Kommentaren. Noch ein großer Vorteil an LinkedIn: Auch deine Interaktionen und Kommentare werden deinem Netzwerk in ihrem Feed angezeigt. Das heißt, du kannst erstmal in Diskussionen unter bereits bestehenden Posts einsteigen, dich dort als Expert*in für dein Thema positionieren und auch dein Netzwerk erweitern. Du siehst, wenn du ein paar Tage aktiv warst, steigen deine Profilaufrufe und interessanten Kontakte von ganz allein.

10 Tipps und To Do's für höhere Umsätze im Jahr 2022

10 entscheidende Fragen für höhere Umsätze im Jahr 2022 und die Antworten.

Wer höhere Umsätze und bessere Erträge erwirtschaftet, sichert sowohl die Zukunft seiner Unternehmung als auch die seiner Mitarbeiter. Darum sollten sich Unternehmer immer wieder mit folgenden Fragestellungen intensiv auseinandersetzen:

1. Wie lassen sich höhere Verkaufspreise erzielen?

Wem es gelingt, seine Preise bei gleichbleibenden Kosten zu erhöhen, steigert automatisch seinen Gewinn. Viele zögern notwendige Preiserhöhungen aber hinaus, weil sie glauben, sonst Kunden zu verlieren. Doch ein Geschäft ist kein Selbstzweck: Spätestens, wenn die eigenen Kosten steigen, müssen diese weitergegeben werden. Alternativ können sowohl Rabatte als auch Skonti runtergefahren werden. So manchen Lieferanten entgeht es sogar, dass sie ihren Kunden zu hohe Rabatte geben. Denn wenn ein Kunde seinen Einkauf über die letzten zwei Jahre beispielsweise reduziert hat, weshalb soll er dann die gleichen Rabatte bekommen? Wer reflexmäßig einem Kunden 3 % Skonto anbietet, sollte mal ausprobieren, diesem zukünftig wie selbstverständlich 2 % Skonto anzubieten – zumindest den Neukunden. Natürlich reagieren gewisse Kunden immer sehr sensibel auf höhere Preise oder Kürzungen von Rabatten. In diesem Falle sollte man überlegen, ob man nicht über die nächsten Monate und Jahre einen qualitativen Kundentausch durchführt. Denn wer die Leistung des Anbieters nicht zu schätzen weiß, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit über kurz oder lang sowieso zur billigeren Konkurrenz gehen.

2. Wie lässt sich der durchschnittliche Auftragswert erhöhen?

Häufig reicht schon das Reden mit Kunden aus, um diesen passende Zusatzprodukte erfolgreich zu verkaufen. Ob dies nun der Kaffee zum Brötchen, die Bücher zum Verkaufstraining oder die Versicherung zum Auto ist. Darum ist es sinnvoll, dass alle Mitarbeiter Ideen haben, zu welchen Produkten und Dienstleistungen sie welche passenden Ergänzungen anbieten. Pauschal zu sagen, dass zu allen Produkten immer ein und dasselbe Produkt extra angeboten werden kann, funktioniert in der Praxis oft nicht, da viele Kunden dies als Verkaufsmasche wahrnehmen – und daher meist spontan abblocken. Darüber hinaus werden Mitarbeiter im Verkauf um ihre Individualität und Verantwortung beraubt, wenn sie beim Zusatzverkauf keinerlei Flexibilität haben.

3. Wie können Neukunden aktiv gewonnen werden?

Aktive Kundengewinnung bedeutet, dass Verkäufer von sich aus potentielle neue Kunden aufsuchen. Beispielsweise der Gebietsleiter, der auch mal in Geschäfte geht, wo er bisher noch nicht gewesen ist oder der Verkäufer, der bei Unternehmern anruft, zu denen er bisher noch keinen Kontakt gehabt hat. Häufig scheuen sich Verkäufer vor dieser Methode, da ihnen Ablehnung entgegenschlagen könnte. Doch wer ein hervorragendes Angebot hat, ist moralisch dazu verpflichtet, Noch-Nicht-Kunden anzusprechen. Es geht auch nicht darum, jeden als Kunden zu gewinnen. Viel wichtiger ist es, überhaupt anzufangen und mehr Menschen die Chance zu geben, zu einem Kauf oder Termin nein zu sagen.

4. Wie können Neukunden passiv gewonnen werden?

Suchen Kunden eine Lösung, so nutzen diese meist an erster Stelle Suchmaschinen. Wer hier nicht auf der ersten Ergebnisseite präsent ist, hat kaum Chancen, dass der Kunde anfragt. Jeder Unternehmer sollte sich daher fragen, ob er genug Präsenz im Markt zeigt. Denn Kunden können nur von denen kaufen, die sie kennen – bzw. zwecks Anfrage finden. Leider werden aber auch oft potentielle Neukunden vertrieben. Beispielsweise weil die Webseite des Anbieters nicht professionell genug erscheint, der Empfang am Telefon nicht professionell genug arbeitet („Herr x ist nicht da – können Sie bitte wieder anrufen?“) oder das zugesagte schriftliche Angebot ewig auf sich warten lässt. Daher: Wo ist noch Luft nach oben, um einen noch professionelleren Auftritt im Verhältnis zum Mitbewerber hinlegen zu können?

5. Mit welchen Unternehmen sollte strategisch zusammengearbeitet werden?

Manche Anfragen und Kunden passen einfach nicht zum anbietenden Unternehmen. Dieses Problem hat nahezu jeder Anbieter. Warum sollte man also, nachdem man aufgrund der Bedarfsanalyse mit dem Kunden zu dem Ergebnis gekommen ist, dass man nicht zueinander passt, diese nicht gezielt zu passenderen Anbietern bzw. Kollegen weiterreichen? Wer diese allerdings nur an bestimmte Kollegen weiterreicht, weil er von diesen die höchste Empfehlungsprovision bekommt, macht etwas falsch. Denn Empfehler haben die Verantwortung dafür, dass der Kunde mit höchster Wahrscheinlichkeit bei dem anderen Unternehmen dann auch wirklich seine Ziele erreicht. Arbeitet das empfohlene Unternehmen doch nicht so gut, fällt dies auch auf den Empfehler zurück. Dies kann nicht nur zur schlechten Mund-zu-Mund-Propaganda führen, sondern auch zu schlechten Bewertungen im Internet. Kooperationen können auch so funktionieren, dass beispielsweise ein Handwerker einen anderen Handwerker eines anderen Gewerkes beim Kunden empfiehlt, damit dieser den Auftrag bekommt. Arbeiten beide Hand in Hand, dann können sie alleine durch diese Methode sehr erfolgreich sein – selbst dann, wenn sie in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Ist nämlich der Kontakt zum Kunden gut, dann sind Empfehlungen nahezu Selbstläufer.

6. Welche Werbemaßnahmen sollten weiter ausgebaut werden?

Meist kann nicht exakt nachvollzogen werden, welche Werbung unterm Strich etwas gebracht hat – und welche nicht. Es ist deshalb gut, auch in der Werbung mal neue Kanäle auszuprobieren. Dennoch muss auch selbstkritisch reflektiert werden: Welche Messebeteiligungen haben was konkret gebracht? Über welche Anzeigenkampagnen sind die meisten Kunden gekommen? Was muss unbedingt bei der nächsten Kampagne bzw. Aktion geändert werden? Gibt es bestimmte Kunden, die schon Fans sind und begeistert Kunden empfehlen? Falls noch nicht getan, so sollten diese spätestens jetzt mal ein dickes Dankeschön bekommen. Aber auch hier helfen Fragen: Wieso empfehlen diese so aktiv? Was macht somit der Anbieter richtig? Wie könnten noch mehr Kunden dazu gebracht werden, begeistert zu empfehlen?

7. Welche Mitarbeiter müssen gecoacht werden, um noch souveräner zu verkaufen?

Auch in der heutigen Zeit werden Geschäfte zwischen Menschen gemacht. Selbst dann, wenn so manche Kaufvorgänge nur digital abgewickelt werden, kommen Kunden oft spätestens dann mit Menschen in Kontakt, wenn sie Fragen haben – oder reklamieren müssen. Auch Verkäufer müssen über gute Ideen verfügen, wenn beispielsweise das Ladengeschäft voll ist und der Stresspegel steigt. Für Verkäufer im Außendienst gilt dies, wenn der kritische Kunde für einen Auftrag gewonnen werden soll oder aber der Servicemitarbeiter, der bei der Montage andere Voraussetzungen für seine Arbeit vorfindet, wie ursprünglich geplant. Worte sind flüchtig. Sind sie erst einmal gesagt, kann man sie nicht wieder zurückholen. Darum müssen Mitarbeiter stets professionell den Kunden gegenüber auftreten können. Denn oft übertragen Kunden das Bild von einem Mitarbeiter auf das gesamte Unternehmen. Ist der Verkäufer gut, ist meist auch sein Angebot und sein Unternehmen gut. Ist dieser unprofessionell, so ist eben alles andere häufig ebenfalls den Auftrag nicht wert – zumindest im Bild des Kunden.

8. Welche bilsang unbearbeiteten Märkte versprechen neues Potenzial?

Oft hat die Landkarte noch weiße Flächen. Wo gibt es also möglicherweise Kunden, die ideal zu einem passen? Wo könnten Vertriebspartner zur Erschließung neuer Märkte beitragen? Zur Inspiration kann oft ein Blick auf Mitbewerber helfen. Wo sind diese ebenfalls aktiv? Warum? Mit welchen Maßnahmen könnte ihnen strategisch zuvorgekommen werden?

9. Welche Produkte und Dienstleistungen sollten zusätzlich in das Portfolio aufgenommen werden?

Es ist durchaus sinnvoll, das eigene Leistungsportfolio regelmäßig komplett zu durchleuchten. Welche ‚Renner‘ und ‚Penner‘ beinhaltet das eigene Angebot? Woran liegt das? Warum sollte sich auf Sicht von drei Jahren bei den bisherigen Produkten und Dienstleitungen, die nicht laufen, etwas ändern? Häufig finden es Kunden sehr angenehm, wenn sie alles aus einer Hand bekommen. Das empfinden sie als Service. Wo könnte also den Kunden noch mehr geboten werden? Umso besser das Leistungsportfolio zu den Zielkunden passt, desto leichter fällt es diesen auch, sich dafür zu entscheiden.

10. Wie lassen sich gute Bestandskunden noch besser ans Unternehmen binden?

Interessanterweise legen viele Anbieter den Fokus auf die Neukundengewinnung. Das ist auch gut. Aber: Oft fühlen sich die bisherigen guten Kunden vernachlässigt. Sie können es nicht verstehen, warum Neukunden beispielsweise Sonderkonditionen oder exklusive Geschenke bekommen – sie selbst aber für die langjährige gute Zusammenarbeit nichts. Dies hat in manchen Branchen schon dazu geführt, dass Kunden, sobald sie Kunde geworden sind, sofort wieder kündigen, um dann woanders wieder großzügig aufgenommen zu werden. Doch kann sowas richtig sein? Die besten Kunden eines Unternehmens sind die Ziel- bzw. Wunschkunden der Mitbewerber. Vernachlässigen Anbieter ihre besten Kunden zu sehr, sind diese sehr offen für Abwerbeversuche der Konkurrenz. Daher muss überlegt werden, wie diese guten Kunden freiwillig gebunden werden können. Freiwillig deshalb, weil dies auf Sympathie und Vertrauen beruht. Natürlich sind auch „Knebelverträge“ denkbar. Aber wenn Kunden zu sehr von ihren Lieferanten enttäuscht werden, nützen auch ausgefeilte Verträge nichts. Und sollte der Kunde dann doch bis zum Ende der Laufzeit, wenn auch widerwillig, dabei sein, wird er in der Zwischenzeit hochmotiviert sein, andere von der schlechten Arbeitsqualität des Anbieters zu erzählen.

Wer im Jahr 2022 höhere Umsätze erwirtschaften möchte, hat viele Möglichkeiten. Wichtig ist, sich auf ein oder zwei Dinge gezielt einzustellen – und diese Bereiche engagiert voranzutreiben. Im Zweifelsfalle mit externer Hilfe, damit diese Vorhaben nicht nur bloße Wünsche bleiben, sondern als Ziele auch tatsächlich erreicht werden.

Der Autor – Verkaufstrainer Oliver Schumacher – zeigt on- und offline unter dem Motto „Ehrlichkeit verkauft“, wie Neukundengewinnung und Preisverhandlung gelingen.

Kaltakquise: Ruf doch mal an

Warum du viele Chancen verschenkst, wenn du bei der (Kalt-)Akquise nur auf Mailings, Chats und Anzeigen setzt.

Viele Gründer*innen verschenken Chancen, weil sie nicht in der Lage sind, ihr Telefon richtig zu nutzen. Die Ursache liegt zumeist darin begründet, dass sie falsche Hemmungen haben, sowohl bestehende als auch potenzielle Kunden anzurufen. Schade, denn wer viel telefoniert, ist deutlich produk­tiver – und hat eine bessere Bindung zum Markt.

Es ist ganz normal, Hemmungen zu haben. Wer will denn schon mit seinem Anruf stören? Wer will schon gern ein Nein hören? Trotzdem sollten sich Anbieter*innen nicht als Störenfriede sehen, sondern als Anrufer*innen, die eine gute und wichtige Botschaft zu überbringen haben. Mit dieser Haltung klappt das schon ein bisschen besser. Nun kommt aber das nächste Problem: Wie wird die Botschaft so vermittelt, dass die Angerufenen auch ihren persönlichen Vorteil blitzschnell erkennen?

Gewinner*innen erkennt man am Start

Bei der Kaltakquise am Telefon ist es wichtig, möglichst schnell relevant zu sein. Wenn dein Telefon klingelt und jemand möchte dir etwas verkaufen, beispielsweise eine Idee, einen Termin oder gar gleich ein Produkt oder eine Dienstleistung, dann fragst du dich wohl auch sofort: „Was habe ich davon?“ Wenn du deinen persönlichen Mehrwert nicht schnell genug erkennst, du darüber hinaus auch noch durch die Art und Weise der Ansprache denkst, du wärest ja eh nur einer von vielen, der gerade angerufen wird, dann kommt in der Regel keine Freude auf. Was würdest du in dieser Situation machen? Entweder du bist höflich – und hörst weiter zu. Oder du bist genervt und versuchst, das Gespräch schnell zu beenden. Im Allgemeinen trifft eher Letzteres zu.

Wenn du am Telefon akquirieren willst, musst du dir dein Angebot zuerst selbst verkauft haben. Das bedeutet, du musst ganz klar wissen, warum dein Angebot – jetzt mal ein wenig hochtrabend formuliert – eine Bereicherung für die Welt ist oder zumindest für deine Zielkund*innen. Denn wenn du das nicht selbst weißt, wie willst du das dann deinem Gegenüber vermitteln?

Fünf Fragen, wie du dir dein Angebot selbst verkaufst

  • Was hat dein Kunde/deine Kundin von deinem Produkt oder deiner Dienstleistung?
  • Was unterscheidet dein Angebot von dem deiner Mitbewerber?
  • Wie kannst du entscheidende Unterschiede anschaulich, kurz und knapp mitteilen?
  • Wie kannst du typische Bedenken deiner Zielkund*innen mindern oder gar ausräumen?
  • Wie gibst du deinen Zielkund*innen das sichere Gefühl, dass es sich lohnt, zu investieren?

Darüber hinaus ist es elementar, dass du bei der Telefon­akquise mit Kund*innen sprichst, die mit höchster Wahrscheinlichkeit offen für dein Angebot sind. Filtere somit deine Auswahl, bis du beispielsweise 100 Adressen von Unternehmen hast, die nicht nur aus deiner Sicht dein Angebot gut gebrauchen könnten, sondern dies mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ähnlich wie du sehen. Oder anders formuliert: Wo rennst du mit höchster Wahrscheinlichkeit offene oder zumindest angelehnte Türen ein? Viele scheitern nämlich mit ihren Telefonaten, weil sie bei Zielkund*innen anrufen, die gar nicht zu ihnen passen.

Akquise mit echtem Interesse

Greife mit der Haltung „Ich freue mich, nun jemanden kennenzulernen, um seine Meinung zu erfahren“ zum Telefon und nicht mit: „Ich muss jetzt was verkaufen.“ Denn gerade das unterscheidet gute Verkäufer*innen von schlechten: Gute Verkäufer*innen interessieren sich für ihr Gegenüber, drängen nicht und bleiben wertschätzend am Ball. Schlechte Verkäufer*innen verwenden Verkäuferfloskeln, wollen nur Verkaufen und sehen Einwände nicht als Gesprächsbeiträge ihres Gegenübers, sondern als persönliche Angriffe, die es zu vernichten gilt.

Nimm dir den Druck, gleich alles perfekt machen zu müssen. Insbesondere dann, wenn jemand es aufrichtig meint, aber vielleicht nicht sofort die richtigen Worte findet, hören Angerufene eher wohlwollend hin, als wenn ihnen gleich messerscharf ausgefeilte Formulierungen entgegenschallen. Sichere dir Unterstützung. Übe doch mal mit Kolleg*innen oder buche dir für ein paar Stunden einen Trainer bzw. eine Trainerin.

Hüte dich vor falschen Erwartungen

Schnell tritt Frustration auf, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Manche glauben, dass Telefonakquise für sie nichts ist, wenn sie fünf Nummern gewählt und nichts verkauft haben. Dies ist ein voreiliger Trugschluss. Akquise braucht Zeit und Regelmäßigkeit. Zudem kann die Zielsetzung „Ich rufe jetzt bei zehn Unternehmen an. Wenn ich dann keinen Termin bekomme, dann bin ich gescheitert“ nur demotivieren. Denn nur weil es deine Ziele sind, müssen es noch lange nicht die Ziele deiner (Ziel-)Kund*innen sein.

Jedes Akquise-Telefonat kann dich weiterbringen, denn es gibt eine Vielzahl an Zielen, die du dabei anstreben kannst:

  • Verkaufsabschluss tätigen;
  • Termin vor Ort vereinbaren;
  • neuen Termin zur Konkretisierung (online oder telefonisch);
  • Ansprechpartner herausfinden.
  • herausfinden, ob der Zielkunde/die Zielkundin überhaupt (latenten) Bedarf hat;
  • herausfinden, wie der Kunde/die Kundin aktuell Probleme löst und die Situation einschätzt;
  • Unterlagen zukommen lassen;
  • Wiedervorlagetermin vereinbaren;
  • herausfinden, was dem Kunden/der Kundin wichtig ist;
  • Kund*innen disqualifizieren.

Wichtig ist auch die Disqualifikation von Kund*innen. Denn je schneller du wertschätzend herausfindest, dass du mit dem Gegenüber niemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen wirst, umso besser kannst du deine Zeit für anderes verwenden.

Es ist gut, wenn du dir drei Ziele vor jedem Gespräch setzt. Denn wenn du das eine nicht erreichen kannst, kannst du ja auf das andere einschwenken. Vergiss nie: Dein Gegenüber weiß ja nicht, dass du ihn nun plötzlich anrufst. Folgerichtig kann er sich nicht gedanklich voll auf deine Thematik einstellen – und könnte darum vorschnell abblocken, selbst dann, wenn er dein Angebot an sich doch gebrauchen könnte. Deswegen ist es gut, wenn du genügend Flexibilität an den Tag legst, um locker zu telefonieren – und beiläufig auch das eine oder andere Ziel erreichst.

Greife öfter zum Telefon

In den sozialen Medien ist es keine Seltenheit, dass jemand nach einem Dienstleister fragt. Beispielsweise „Ich suche einen Programmierer für meine Website“. Da ist es dann ganz normal, dass jemand Namen von möglichen Kandidaten zurückschreibt. Schlimm ist es, wenn jemand darunterschreibt „Ich könnte das machen!“ Ja, was soll denn nun der Suchende machen? Etwa antworten „Ehrlich?“ Oder ihm eine private Nachricht schicken? Nein, das ist die falsche Erwartungshaltung. Besser ist es, zumindest im gewerblichen Bereich, da ja das Anrufen von Unternehmern bei Privatpersonen untersagt ist, diese Person mit den Worten anzurufen: „Ich habe gesehen, dass Sie auf Facebook jemanden für Ihre Website suchen. Da dachte ich, ich rufe einfach mal an, denn sowas mache ich. Was haben Sie denn vor?“ Ein Unding ist es, Kund*innen mit E-Mails hinzuhalten. Sie wollen Lösungen – und keine Probleme. Warum also nicht direkt anrufen, spätestens dann, wenn deine erste Antwort-E-Mail nicht verstanden wurde?

Ebenfalls solltest du deine Kund*innen nach der Vollbringung deiner Leistung anrufen. Leider passiert es oft, dass viele denken, sie hätten eine hervorragende Leistung erbracht, wenn die Rechnung widerstandslos bezahlt wurde. Das ist aber nicht immer der Fall. Manche zahlen auch zähneknirschend die Rechnung – und suchen sich dann einen für sie besseren Lieferanten. Wenn du hier nicht von dir aus anrufst, beispielsweise mit „Hallo, dies ist ein Serviceanruf. Ich dachte, ich melde mich mal kurz bei Ihnen, um zu fragen, wie Sie nun mit X zurechtkommen“, dann entgehen dir oft wertvolle Informationen sowie Chancen auf weitere Verkäufe.

Also: Fange an, leidenschaftlich zu telefonieren. Du wirst spätestens nach ein paar Wochen merken, dass du einen ganz anderen Draht zu deinen Geschäftspartner*innen entwickelst – und deutlich weiterkommst.

Der Autor – Verkaufstrainer Oliver Schumacher – zeigt on- und offline unter dem Motto „Ehrlichkeit verkauft“, wie Neukundengewinnung und Preisverhandlung gelingen.

Schluss mit dem Angstmarketing

Auf allen Kanälen werben kostet viel Geld und bringt nur Stress und Ärger. Weniger und gezielter agieren ist hier mehr.

Da nimmt ein neues Social Network Fahrt auf. Probieren wir aus. Es gibt jetzt ein neues Branchenportal: Komm, da sind wir dabei. SEO, SEA, Bannerwerbung: Machen wir. Anzeigenausspielung mit Retargeting: Klasse, da kann man ja messen, wie viele Menschen auf unsere Werbung klicken. Toll! Podcast, YouTube, In-App-Werbung, Sales Funnel?

Sowieso. Die Grenzen zwischen PR, klassischer Werbung und Verkauf verschwimmen. Hauptsache Reichweite. Das ist die neue Währung. Alles ist innovativ, experimentell und hipp. Die Marketingstrategien vieler Unternehmen scheinen keine Grenzen zu kennen. Höher, schneller, weiter. Auf allen Kanälen. Immer im Dialog mit jedem. Wer nicht wirbt, stirbt. Aber stimmt das wirklich?

Die Angst, etwas bzw. jemanden zu verpassen

Der Wunsch, als Unternehmen möglichst viele potenzielle Kund*innen zu erreichen, ist nachvollziehbar. Nachvollziehbar ist auch, wenn es sich um Werbung für Schokoriegel, Rasierklingen oder andere Dinge des täglichen Bedarfs handelt, um Allerweltsprodukte für jedermann. Wenn aber selbsternannte Erfolgsgurus für ihre vermeintlichen Erfolgsseminare werben, Banken für Kredite, Investmentunternehmen für Finanzprodukte oder gar Bauunternehmen für Fertighäuser, dann wirkt deren Werbung fehl am Platze, ja sogar unseriös.

Das Höher, Schneller, Weiter wirkt im besseren Fall lästig, im schlechteren peinlich, anbiedernd oder verzweifelt. Es handelt sich um Angstmarketing. Die Angst besteht darin, etwas verpassen zu können, einen Kunden / eine Kundin, eine Gelegenheit, potenzielle Interessent*innen, einen Trend, ein Network. Diese Angst gilt es zu überwinden. Motto: Willst Du gelten, mach Dich selten.

Jeder Kanal, jede spezifische Werbeform kostet Ressourcen. Selbst wenn der Tausenderkontaktpreis (TKP), die Leitwährung der Reichweitengenerier, im Netz um einiges günstiger ist als in jedem althergebrachten, fast archaisch wirkenden Printformat, Interaktion ist aufwändig. Es braucht Menschen, die die jeweilige Technik verstehen und steuern, die der zunehmenden Komplexität Herr werden, die immer wieder die Ausspielungen anpassen und die vor allem die Kommentare bearbeiten, die in einem sozialen Netzwerk zwangsläufig erfolgen. Kommentare und kommunikative Interaktion sind schließlich das Herz eines Social Network. Allerdings: Es kommentieren eher zu geringen Teilen potenzielle Kund*innen. Viel öfter kommentieren Hater, Unzufriedene oder einfach nur Menschen, denen die Werbung unangemessen erscheint oder die gerade einfach Frust haben und sich irgendwo äußern möchten.

Wer alles will, muss alles können

Wer auf allen Kanälen sendet, muss auch alle Kanäle ernsthaft bespielen und schnell auf jede Interaktion reagieren. Das löst nicht selten Stress aus. Kommt eine Antwort zu spät hagelt es schlechte Kritik. Kommt sie zu flapsig, gilt das Unternehmen als unseriös. Zu formell: uncool, unmodern. Alles wird bewertet, kommentiert und geht dann schnell viral. Die Risiken eines massiven Shitstorms nehmen zu. Die Ursache dafür muss nicht einmal eine Werbung oder Marketingaktion sein. Alles wird heute kommentiert und bewertet.

Jeder kleine Fehltritt der Geschäftsführung, eine vermeintlich falsche Meinung, ein minimaler Verstoß in der Compliance oder Lieferkette, alles kann einen Shitstorm auslösen, zumal soziale Netzwerke und klassische Medien crossmedial und interaktiv verschwimmen. Ein Tweet schafft es in die Tagessschau, ein Post in die Nachrichten-App und ein kleiner Kommentar wird aufgeblasen und erscheint im Fachmedium. Je mehr Kanäle, desto größer das Risiko. Und je größer die Reputationsfallhöhe, desto tiefer ist der Fall. Zu viel Angstmarketing auf zu vielen Kanälen führt zwangsläufig zu systemischem Stress: immer mehr Menschen, immer mehr Bedarf an Expert*innen und Agenturen, immer mehr Kosten und immer mehr Anfälligkeit für unkontrollierbare Negativlawinen. Wenn etwas viral geht, ist dies in der Wirkung leider nicht immer nur positiv.

Die Angst, nicht präsent genug zu sein

Wie weit Angstmarketing verbreitet ist, konnte das Wahlvolk gerade noch im Rahmen der Bundestagswahl erleben. Kaum ein(e) Wahlkämpfer*in mag den samstäglichen Infostand in der Fußgängerzone. Es ist kalt, nass und harte körperliche Arbeit, Stand und Material zu transportieren, aufzubauen und zu verteilen. Politische Diskussionen finden zumeist nicht mit den potenziellen Wähler*innen und Fans statt, sondern mit denen, die krakeelen und sich ihren Unmut von der Seele reden möchte – der zu Wählende als Blitzableiter, nicht als ansprechbarer Kümmerer. An den Stand kommen zumeist die, die gerade nichts Besseres zu tun haben und damit allein schon beweisen, dass sie keine allzu guten Multiplikatoren sind. Und es kommen diejenigen, die einen Kugelschreiber oder Einkaufswagenchip ergattern möchten. Dass das so ist, wissen auch die Wahlkämpfer*innen.

Und doch wird dieses Wahlkampfmittel immer und immer wieder eingesetzt. Warum? Aus Angst, dass es auffallen könnte, dass man als Partei nicht präsent ist. Wenn alle anderen in der Fußgängerzone sind und wir nicht, was sollen denn dann die Leute denken? Der Gedanke: Wenn man nicht macht, was andere auch machen, könnten man in Vergessenheit geraten. Die Sorge, etwas nicht zu tun, ist also größer, als die Sorge, das Falsche im Sinne des eigentlichen Ziels zu tun – in dem Falle, möglichst viele Stimmen für die eigene Doktrin zu gewinnen. Hier besteht eine große Parallele zum Angstmarketing der Unternehmen. Wenn der Wettbewerber TikTok nutzt, dann muss man es selbst auch.

Nicht-Präsenz bringt meist mehr

Dabei brächte die Nicht-Präsenz meist mehr. Die Kommunikation mit Nicht-Kund*innen könnte weitgehend entfallen. Die meist nervtötenden und ressourcenfressenden Dialoge in Kommentarspalten sowie das steigende Risiko eines Shitstorms in den sozialen Netzwerken mit Personen, die nicht zur Kernzielgruppe gehören und wahrscheinlich auch niemals zur Zielgruppe gehören werden, machen die wenigen echten Interessenten unverhältnismäßig teuer. Bei genauem Hinschauen ist nämlich Online-Marketing gar nicht so günstig, wie immer gepriesen wird. Doch woher kommt der Eindruck, Online-Marketing sei verhältnismäßig günstig?

Daher, dass Unternehmen die Folgekosten nicht richtig einschätzen. Es findet keine Risikoanalyse der potenziellen Folgen statt. Die Personalkosten gelten als „Eh-da-Kosten“ und die teure Agentur soll schließlich etwas leisten für ihr Geld. Budgets werden zumeist nur in TKPs umgerechnet. Marketingausgaben werden insgesamt, nicht selten auch getrieben durch Kommunikationsagenturen, zu positiv bewertet, zu sehr chancen-, aber zu wenig risikoorientiert. Wer eine genaue Vollkostenanalyse macht, dürfte nicht selten zum Ergebnis kommen, dass die „alte Welt“ auch nicht so verkehrt war.

Diese „alte Welt“ sah so aus. Es gab zwei oder drei Tageszeitungen in der eigenen Region. Hinzu kamen auflagenstarke Fach- und Branchenmedien. Diese hatten zwar Webauftritte, diese waren aber nur selten interaktiv. Es waren journalistisch geprägte, redaktionelle „One-way-Medien“. Journalisten schrieben etwas, das wurde nicht kommentiert. Das war wenig demokratisch und diskursiv, aber es war etabliert und zumindest bezogen auf eine Diskussionskultur hygienisch. Pöbeleien, persönliche Beleidigungen und Shitstorms blieben weitgehend aus.

Willst du gelten, mach dich selten

Wer etwas an der Berichterstattung monieren wollte, musste einen Leserbrief schreiben. Das war sehr aufwändig, denn es setzte voraus, der deutschen Sprache mächtig zu sein, sich der Mühe des Schreibens und damit Nachdenkens zu unterziehen, eine Adresse herauszusuchen und den Mut aufzubringen, sich zu erkennen zu geben und selbst Widerworte zu erfahren. Ob der Leserbrief dann überhaupt erschien und wenn ja, ganz oder massiv gekürzt, entschied die Redaktion. Es war nicht jeder Sender. Wenn ein Unternehmen in den Medien präsent sein wollte, musste es entweder klassisch Werbung schalten oder aber mit seinen Nachrichten eine gewisse Relevanzschwelle überschreiten. In gewisser Weise war diese Art von Sichtbarkeit und Reichweite, von medialem Diskurs und Nachrichtenverbreitung elitär. Es konnte nicht jeder mitmachen. Es gab Hürden. Diese sind durch die Social Networks gefallen, was man durchaus als gesellschaftlichen Fortschritt und kollektive Teilhabe feiern kann. Aber die Folgewirkungen sind ebenso unübersehbar. Schnell entsteht ein medialer Pranger mit verheerenden Folgen.

Die „alte Welt“ wird nicht zurückkehren. Unternehmen und Werbetreibende müssen mit der jeweils „neuen Welt“, die sich auch ständig weiter erneuert, leben. Das aber heißt nicht, jeden Trend unbedingt mitmachen zu müssen, schon gar nicht als Pionier*in, der bzw. die sich besonderen Risiken aussetzt. Willst du gelten, mach dich selten, bleibt die Devise. Es hat einen Grund, dass Top- und Luxus-Brands sich werblich eher zurückhalten und primär in ihrer eigenen medialen Liga spielen. Es gibt gute Gründe, sich abzugrenzen. Welchen Wert hat die eigene Werbung zwischen Fake-News, Polit-Pöbelei und Katzenfotos wirklich? Fragen, die man sich als seriöses Unternehmen stellen sollte.

Werbliches, kommunikatives Downsizing, sich abgrenzen, reduzieren und Kanäle auslassen scheint nicht selten der effektivere Weg. Hat sich mal jemand gefragt, was die Kommunikation mit eher lästigen Nicht-Kunden kostet und wie diese das mühsam aufgebaute Image ramponieren können? Nein? Das sollte aber jedes Unternehmen tun. Besser mal als elitär und unzugänglich gelten als regelmäßig auf der Anklagebank von jedermann. Das erfordert Mut, beendet aber das schädliche Angstmarketing.

Der Autor Falk S. Al-Omary ist Krisen-PR-Manager, Markenentwickler und Kommunikationsexperte. In Unternehmen übernimmt er wahlweise die Position des Pressesprechers, des Head of Communcations, des Head of Political Relations oder die Funktion eines strategischen Medienberaters im Hintergrund, www.al-omary.com

Kommunikation bei Lieferengpässen

Ware nicht lieferbar? Fünf Tipps, wie du das deinen Kund*innen gekonnt vermittelst.

Die Corona Pandemie führt zu einer globalen Warenknappheit: zu wenig Holz, keine Pappe für Kartons und selbst Chips sind nicht ausreichend vorhanden. Die Zustände auf den Häfen und bei Containerschiffen sind chaotisch. Für viele Unternehmen stellt das ein ernsthaftes Problem dar. Wie reagiere ich richtig, wenn die Lieferung ausbleibt und ich meinen Kund*innen keine mehr Ware anbieten kann? Und wie erkläre ich das meinen Kund*innen ohne Einbußen?

Die Sache ist klar: Beschönigen sollte man nichts. Stattdessen gilt es, ehrlich zu sein. Wer es richtig macht, kann aus der Situation gestärkt hervorgehen. Mit welchen Methoden das gelingt, zeigen wir in diesem Artikel.

Erstelle eine Bestandsanalyse

Mach dir bewusst, aus welchen Teilen deine Lieferkette besteht und wo es Schwierigkeiten gibt oder geben könnte. Beschäftige dich jetzt damit und trage alle Daten zusammen, auch dann, wenn dich die Warenknappheit gegenwärtig (noch) nicht betrifft. Gehe alternative Situationen durch und überlege, woher du deine noch Produkte beziehen kannst. Und bedarf es einer Preiserhöhung? Obwohl dieser Schritt noch kein Kommunikationsaspekt darstellt, ist er immens wichtig - denn für eine gelungene Kommunikation benötigst du solche Informationen. Andernfalls ist keine zielgerichtete Kommunikation möglich.

Triff Vorsorge und gehe auf deine Kund*innen zu

Du bist von den Lieferengpässen nicht betroffen? Trotzdem solltest du dich mit deinen Kund*innen in Verbindung treten und die aktuelle Situation thematisieren. Lass deine Kund*innen wissen, dass es theoretisch auch dich treffen könnte und rede Klartext. Du musst dir dabei keine Sorgen machen, die aktuelle Lage ist bereits in den Medien und höchstwahrscheinlich fragen sich deine Kund*innen ohnehin schon, ob es zu Komplikationen kommen könnte. Schließlich haben alle anderen Lieferanten dieselben Schwierigkeiten. Wenn du dich vorbereitest und deinen Kund*innen ein gutes Gefühl vermittelst, dann kannst du nur gewinnen.

Warum Ehrlichkeit unbedingt erforderlich ist

Es hat dich erwischt und der Lieferengpass ist eingetroffen: Du steckst mitten in der Krise und weißt nicht, wie du deinen Aufträgen nachkommen sollst? Du kannst deinen Kund*innen falsche Versprechen machen und sie vertrösten. Das wäre aber zum einen nicht ehrlich und zum anderen würde es dir auf Dauer schaden. Und schiebe die Schuld auf keinen Fall auf andere ab. Mit einer offenen und ehrlichen Kommunikation kommst du am weitesten. Auch wenn du nicht weißt, wann du wieder liefern kannst: Sag das deinen Kund*innen! Bleibe fair und spiele mit offenen Karten. Außerdem ist es wichtig, dass du Verständnis zeigst und immer freundlich bleibst. Dann wird auch niemand schlecht über dein Unternehmen sprechen, ganz im Gegenteil!

Zeige Engagement und biete Alternativen an

Mit einem Angebot an Alternativen zeigst du, dass du dir Gedanken machst. Biete das an, was du hast! Der Kunde / die Kundin wartet auf den Neuwagen, der kann aber nicht geliefert werden? Die Prognose der Lieferung beläuft sich auf zwei Jahre? Dann biete einen guten und jungen Gebrauchtwagen an. Auch wenn er nicht so attraktiv ist wie das Gewünschte, so kann es helfen - dem Kunden bzw. der Kundin und dir. Denn wenn er/sie stattdessen die Alternative nimmt, dann entlastet das auch deinen vollen Schreibtisch. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Kunde/die Kundin nicht ständig anruft und selbst nach Alternativen fragt. Eine Win-Win-Situation also.

Nimm regelmäßig Kontakt auf

Ständige Anrufe und überfüllte Postfächer in deinem Unternehmen kannst du auch dann vermeiden, wenn du dich einfach in wöchentlichen Mails meldest und über den Stand der Dinge berichtest. Es gibt nichts Neues zu berichten? Dann berichte genau das! Denn mit Ehrlichkeit, Transparenz und Freundlichkeit kommst du auch hier wieder am weitesten. Die Hauptsache ist, dass sich die Kund*innen nicht vergessen vorkommen”. Danke deinen Kund*innen daher auch auf jeden Fall für ihre Geduld, wenn wieder geliefert werden kann.

Der Autor Ruben Schäfer ist Journalist und PR-Experte. Als Kommunikationsexperte berät er Konzerne und erfolgreiche Mittelständler*innen bei ihrer Medienarbeit. Zudem ist er Chefredakteur des GEWINNERmagazins und Geschäftsführer der DCF Verlag GmbH.

Wie du als (Food-)Blogger Geld verdienst

From Blog to Business: Wir zeigen die Möglichkeiten der Monetarisierung und wie du diese als Blogger nutzen kannst.

Es gibt sie wirklich – die Blogger, die im Haupterwerb von ihrem Blog leben können. Was sie geschafft haben, ist für viele eine Traumvorstellung: Mit den eigenen Interessen Geld verdienen. Denn die Realität sieht bei den meisten eher so aus, dass sie 40 Stunden in der Woche einem Beruf nachgehen, der ihr Leben finanziert, ihren eigenen, tiefsitzenden Bedürfnisse aber nicht unbedingt gerecht wird. Auch deshalb ist das Bloggen nach wie vor ein aktuelles Thema für alle, die selbstbestimmt und unabhängig Arbeiten bzw. Leben möchten.

Welche Möglichkeiten gibt es, mit einem Blog Geld zu verdienen?

Um mit einem Blog Geld zu verdienen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Welche für dich geeignet ist, hängt von deinem Inhalt, deinen Fähigkeiten und unter Umständen auch von deinem Netzwerk ab. Wir stellen die häufigsten Geschäftsmodelle für Blogger vor. Um diese mit konkreten Beispielen zu hinterlegen, stellen wir uns vor, du wärest ein Foodblogger (vieles von dem, was du lesen wirst, ist aber auch problemlos auf Fitnesstrainer, Gesundheitsberater oder Businesscoaches übertragbar).

1. Platzierte automatisch generierte Anzeigen

Das erste Geschäftsmodell zur Monetarisierung eines Blogs ist das Schalten von Anzeigen. Insbesondere das Schalten von automatisch generierten Anzeigen wie über Google AdSense stellt nur eine geringe Hürde dar. Eigentlich kann sich jeder mit einer eigenen URL bei AdSense registrieren, ein Code-Snippet auf der eigenen Website einbinden und los geht’s. Es gibt auch ein Tool, das dir vorab berechnet, wie viel Geld du voraussichtlich mit AdSense und deinem Thema einnehmen kannst. Beim Thema „Essen & Trinken“ könnten es ab 50.000 Besuchern monatlich 3.420 Euro Jahresumsatz sein. Klingt erst einmal gut: einmal Snippet einbinden und knapp 3.500 Euro verdienen. Doch wie schnell lassen sich tatsächlich 50.000 Besucher pro Monat generieren?

Wir haben uns das anhand eines Beispiels angeschaut: Laut Similarweb hat der vegane Foodblog „Zucker&Jagdwurst“ ein Besuchervolumen von rund 250.000 Besuchern pro Monat. Aktiv sind die beiden Bloggerinnen seit April 2016, haben in dieser Zeit über 480 Blogartikel geschrieben (überwiegend Rezepte) und auf Instagram nach 1.675 Posts über 54.000 Abonnenten. Das bedeutet, dass ein Volumen von 50.000 monatlichen Besuchern doch mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Und mal ganz davon abgesehen: Die meisten Blogger auf dieser Erfolgsstufe schalten keine Anzeigen über AdSense. Denn die Anzeigen können kaum von gesteuert werden und sind optisch auch keine Augenweide. Der Foodblog „Eat this!“ zum Beispiel distanziert sich komplett von Anzeigen im Bannerformat.

2. Binde Links für Provisionen ein

Eine hochwertigere Art und Weise, um mit Werbung Geld zu verdienen, ist das Einbinden von Links zu Produkten. Wenn diese Produkte dann von deinen Nutzern gekauft werden, wirst du prozentual am Verkauf beteiligt. Je nach Werbenetzwerk und Kategorie verdienst du dabei unterschiedlich. Es gibt große Affiliatenetzwerke, bei denen du dich anmelden kannst und die das ganze Tracking für dich übernehmen. Oder du meldest dich direkt bei einem bestimmen Anbieter, wie Amazon, an. Das Amazon Partnerprogramm beteiligt dich mit bis zu 12 Prozent.

Doch schauen wir mal genauer hin: Für einen Influencer bzw. Blogger gibt es maximal 10 Prozent, je nach Kategorie auch weniger. Für einen Standmixer oder Thermomix, bei dem der Kaufpreis recht hoch ist, sind es dann nur noch 5 Prozent. Bewerbe ich nun auf meinem Blog einen Profimixer, der 229 Euro kostet, kann ich pro Verkauf 11,45 Euro verdienen. Bei einer Dose Jackfruit, die 5,90 Euro kostet, würdest du 7 Prozent, also umgerechnet 0,41 Cent verdienen. Gehen wir von einer durchschnittlichen Conversion-Rate von 3 Prozent aus (d.h. von 100 Seitenbesuchern würden 3 den Link klicken und von diesen würden wiederum 0,15 diesen Artikel kaufen), so bräuchtest du fast 1.200 Besucher der Seite, damit einer einen Artikel kauft. Um 100 Euro zu verdienen, wären also 12.000 Seitenbesucher einer Landingpage nötig (dein gesamtes Besuchsvolumen des Blogs müsste demnach ein Vielfaches darüber liegen).

Als Foodblogger hast du darüber hinaus die Möglichkeit, deine Rezepte einem Lebensmittellieferdienst bereitzustellen. Für jeden Warenkorb bzw. jede Foodbox, die mit deinen Rezepten gefüllt wurde, wird dann ebenfalls eine Provision bezahlt. Da die Dienste noch ganz am Anfang stehen und es sich bei den Einkäufen um eher geringe Warenkorbhöhen handelt, sind die Verdienstchancen eher gering.

3. Präsentiere exklusive Werbung

Eine wesentlich attraktivere Art der Werbung stellen exklusive Werbepartnerschaften dar, bei denen du ein Produkt oder eine Marke gezielt bewirbst. Der Content wird vorab besprochen und in der Regel gibt es eine fixe Vergütung. Dem Werbepartner ist wichtig, dass du in sein Kommunikationskonzept passt und eine Zielgruppe erreichst, für die das Produkt relevant ist. So würde beispielsweise ein Fleischfan eher ungeeignet für das Bewerben eines veganen Aufstrichs sein (wobei man niemals nie sagen sollte). Die Vergütung hierfür ist unterschiedlich, bei Influencerplattformen beginnen die Vergütungen ab 100 Euro pro Auftrag, Influencer mit über 50.000 Followern nehmen meist aber über 500 Euro pro Auftrag.

Wenn du also über eine gewisse Reichweite und Qualität verfügst, ist das eine angenehme Möglichkeit, Geld zu verdienen. Aber Achtung: Bei Anzeigen und Partnerprogrammen hast du einmal Arbeit und dann arbeitet dein Link für sich allein, sodass du passives Einkommen erzeugen könntest – dies funktioniert bei diesen exklusiven Partnerschaften nicht. Hier musst du aktiv sein und bleiben.

4. Nimm Aufträge von Unternehmen an

Eine exklusive Zusammenarbeit mit Unternehmen ist auch in Form einer Dienstleistung möglich, z.B. solltest du zu einem neuen Produkt ein Rezept inkl. Bildmaterial kreieren. Das Gute ist, dass du dafür keine große Reichweite benötigst, sondern dass Rezepte und Fotos allein überzeugen. Pro Auftrag können mehrere hundert Euro möglich sein, wobei die meisten Summe bei 200 bis 300 Euro liegen. Und dafür musst du relativ viel Zeit aktiv investieren: Zutaten kaufen, Rezept entwerfen, Probekochen, Optimieren und nicht zu vergessen: das Fotoshooting. Und alle Foodblogger wissen, dass dieses – je nach Setting und Nachbearbeitung – mehrere Stunden dauern kann.

5. Veröffentliche eigene Bücher oder Apps

Eine wunderbare Möglichkeit, passives Einkommen zu generieren, sind Inhalte, die einmalig bzw. begrenzt wiederholend erstellt und dann beliebig vervielfacht werden können. Das können eigene Bücher und Apps sein, die du kostenpflichtig anbietest. Besonders als Foodblogger bietet sich die Möglichkeit an, ein Kochbuch oder eine Rezepte-App zu veröffentlichen. Dazu muss man heutzutage auch keinen Grafiker mehr engagieren oder Verlag kontaktieren. Sogenannte Self-Publish-Anbieter machen es möglich: Zum Beispiel bietet Blurb kostenfreie Vorlagen zum Gestalten eines Kochbuchs mit eigener Software an und veröffentlicht anschließend das Buch über verschiedene Vertriebskanäle – mit eigener ISBN. Bei ePubli, ebenfalls ein Selbstverlag, kannst du vorab sogar genau die Preise und Gewinnmargen berechnen.

Aber Achtung: Bei Kochbüchern müssen viele Farbseiten geduckt werden, das schmälert den Gewinn, da die Druckkosten im Verhältnis zu einfachen Taschenbüchern wesentlich höher ausfallen. Selbst wenn du also ein Buch für 30 Euro verkaufst, bleiben nur wenige Euro an Marge für dich. Daher kannst du auch über die Möglichkeit nachdenken, eine eigene Rezepte-App zu entwickeln zu lassen – die Marge ist ähnlich hoch und du musst kein Kochbuch layouten. Das Start-up eat app live UG bietet hierfür eine komfortable Lösung: sie erstellt dir eine eigene Rezepte-App, mit deinem eigenen Logo, Farbschema und Rezepten, inkl. Mengenumrechner und Einkaufslistenfunktion. Laut Erfahrungsberichten sind damit Einnahmen im vierstelligen Bereich pro Jahr möglich – wenn deine Community bereits recht groß ist, sogar mehr.

6. Verkaufe eigene Merchandise-Artikel

Du hast ein schönes Logo und deine Fans bekommen nicht genug von dir? Dann kannst du natürlich auch eigene Merchandise-Artikel, wie T-Shirts, Tassen und Pullover gestalten und verkaufen. Dazu musst du auch keine 100 T-Shirts mehr im Voraus bestellen, sondern kannst diese via Spreadshirt bestellbar machen. So erhältst du mit jedem Verkauf eine Provision – und hast damit wirklich wenig Aufwand. Ob sich das lohnt? Das kommt ganz auf deine Community, deine Alleinstellung und dein Thema an. Wir können uns gut vorstellen, dass ein veganer Foodblogger mit motivierenden Sprüchen tatsächlich gutes Geld verdienen kann. Bist du aber noch recht unbekannt und dein Thema eher ein Nischenthema – oder Allerweltsthema (beide Extreme sind nicht perfekt), dann stehen deine Chancen nicht ganz so gut.

7. Biete Beratung, Coachings & Seminare an

Wenn du es geschafft hast, über eine gewisse Reichweite zu verfügen und auf bestimmte Erfolge zurückzublicken, dann eröffnen sich für dich weitere Möglichkeiten: Lass andere an deinem gewonnenen Wissen teilhaben und biete eine Beratung, ein Coaching oder ein komplettes Wochen-seminar für andere Foodblogger an. Dies ginge auch wunderbar passiv, indem du ein Online-Video-Coaching aufnimmst und diese Videos zum Erwerb bereitstellst. Aber Achtung: in letzter Zeit tauchen immer mehr „Experten“ im Netz auf und versuchen dubiose Coachings an den Mann oder die Frau zu bringen, daher hat das Ansehen der Coaches etwas gelitten. Unser Rat: Starte dein Coaching erst, wenn du wirklich nachweisen kannst, dass du die Expertise in diesem Bereich hast und versuche dafür hochwertige Werbung zu betreiben.

8. Vertreibe eigene Produkte

Wie dir bestimmt aufgefallen ist, steigert sich der Aufwand, den du investieren musst, um mit deiner Tätigkeit als Blogger Geld zu verdienen, in dieser Auflistung immer weiter. Und so sind wir jetzt bei einer sehr aufwändigen, aber durchaus lohnenswerten Option: dem Anbieten eigener Produkte. So könntest du als Foodblogger dein eigenes Gewürz, Dosensuppe oder Brotbackmischung herausbringen. Doch hier musst du ganz genau schauen, welche Auflagen der Gesetzgeber für Lebensmittel vorgibt. Daher unser Tipp: Versuche deine Reichweite mit einem Partner aus der Lebensmittelbranche zu nutzen und ein Produkt in Kooperation zu entwickeln.

Diese Liste zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig die Möglichkeiten sind, um als Foodblogger Geld zu verdienen. Doch alle Punkte haben eine Ausgangslage gemein: du bist erfolgreich mit deinem Blog und hast eine bestimmte Community aufgebaut – und das benötigt nicht nur viel Zeit, sondern du musst auch verschiedene Regeln beachten. Mehr zum Thema „erfolgreich bloggen“ gibt es hier.

Die Autorin Anne Schulze ist die Gründerin und Geschäftsführerin des Start-ups eat app live UG (haftungsbeschränkt).

Technisches SEO – Futter für Suchmaschinen

Besseres Google-Ranking durch SEO-Maßnahmen hinter den Kulissen.

Mit „technischer Suchmaschinenoptimierung“ (Technical SEO) verbesserst du die Performance deiner Website – auch in den Bereichen, die den Seitenbesucher*innen zumindest optisch und beim Lesen gar nicht auffallen. Umso stärker ist der Effekt dieser SEO-Maßnahmen beim regelmäßigen Seitencheck durch die Crawler von Google & Co.

Woran kann das liegen? – Deine Website ist wunderschön übersichtlich, auf jeder Seite finden sich nützliche Informationen, alles ist aktuell und jeder, den du fragst, ist voll des Lobes. Aber bei Suchen auf Google erscheinst du, wenn überhaupt, irgendwann ab der dritten Seite, wo niemand mehr hinschaut.

Hier fehlt es meist an einem Bündel von SEO-Maßnahmen, die großteils genau dafür da sind, Suchmaschinen zu signalisieren: Das ist genau die Antwort auf die Suchanfrage und die Nutzer*innen werden sie lieben. Letzteres deshalb, weil diese Maßnahmen auch die Nutzer*innenerfahrung verbessern. Worum geht’s da?

Was ist technisches SEO und wie wirkt es?

Kurz und knapp: Technical SEO fokussiert sich auf die technischen Aspekte der Website. Dazu gehören unterschiedliche Metadaten, die Inhalte für Suchmaschinen erfassbar machen, oder die Komprimierung großer Bilddateien, Quellcode, URL-Optimierung, aber auch Server- und CMS-Einstellungen, die etwa die Ladezeiten von Seiten oder die gleichmäßig gute Darstellung auf unterschiedlichen Bildschirmen beeinträchtigen können.

Das Ziel besserer Sichtbarkeit bei der Internetsuche wird von Technical SEO einerseits sowohl direkt erreicht, durch den „Eindruck“, den eine Website bei Suchmaschinen macht; andererseits wirkt sich Technical SEO auch indirekt über einige positive Effekte auf die Benutzererfahrung (User Experience; UX) aus, indem bei längerer Verweildauer mehr messbare Interaktionen mit den Seiten stattfinden.

Technical SEO erfordert trotz immer intuitiver bedienbarer Tools erhebliches Wissen über die Interpretation der vorausgehenden Analysen und die Umsetzung der einzelnen daraus resultierenden Maßnahmen.

Wenn du dir von einem Anbieter eine Homepage erstellen lässt, ist technisches SEO selbstverständlich „eingebaut“. Technical SEO ist allerdings, wie Suchmaschinenoptimierung allgemein, ein kontinuierlicher Prozess. Du solltet also am besten gleich zu Beginn entscheiden, ob du nicht auch die laufenden SEO-Aktivitäten professionell auslagern willst.

Im Überblick: Einstieg in Technical SEO

Um einen ersten Begriff vom Bedarf deiner Website hinsichtlich der technischen SEO-Anforderungen zu bekommen, hier zunächst grob zusammengefasst die wichtigsten Bereiche.

Technische Suchmaschinenoptimierung umfasst die Verbesserung

  • der Performance der Seiten vor allem auf Mobilgeräten,
  • der Ladegeschwindigkeit von Seiten je nach Gerätetyp,
  • der Erläuterung aller Seiteninhalte für Suchmaschinen unabhängig vom Text.

Du kannst eine erste einfache Analyse z.B. mit dem kostenlosen Tool Google Search Console durchführen. Dazu ist lediglich ein Google-Konto erforderlich; in der Search Console musst du dann noch den „Propellertyp“ für deine Website bestätigen. Ein eigener Startleitfaden führt durch die ersten Schritte. Auf Ladezeiten fokussiert, ohne Anmeldung möglich und noch schneller im Feedback sind die Google Speed Insights.

Checkliste: Worauf kommt es an bei Technical SEO?

Die folgenden Punkte bieten eine Übersicht über einige der wichtigsten Ansatzpunkte beim technischen SEO. Die Checkliste ist also eine gute Vorbereitung für die Besprechung der Aufgaben mit einer SEO-Agentur, aber auch um passende SEO-Tools zu finden.

Mobile-friendly: Das Content Management System (CMS) einer Website bzw. das Webdesign muss in der Lage sein, per responsivem Design alle Inhalte ohne Zeitverlust gut lesbar auf unterschiedlichen Bildschirmen (z.B. Desktop, Tablet, Smartphone) zu präsentieren.

Ladezeiten: Mehr als 2 bis 3 Sekunden bis zum abgeschlossenen Seitenaufbau sind bereits kritisch, besonders bei Mobilgeräten. Unnötig große Dateien (z.B. Bilder), aber auch bestimmte Serverkonfigurationen können dafür verantwortlich sein.

Websitestruktur: Damit alle Seiten und Inhalte einer Website lückenlos von Suchmaschinen indexiert werden, empfiehlt sich eine Sitemap. In lesbarer Form hilft sie auch menschlichen Seitenbesucher*innen, sich auf umfangreichen Websites zurechtzufinden.

Strukturierte Daten: Diese Informationen werden in standardisierten maschinenlesbaren Formaten, für User nicht sichtbar, dem HTML-Code von Webseiten hinzugefügt. Sie machen unterschiedlichste Informationen für Suchmaschinen unmittelbar zugänglich. Wichtige Beispiele sind „Title“ und „Description“; Letzteres dient Google oft zur anschaulichen Kurzbeschreibung eines Suchergebnisses.

Dead Links: Als „tote“ Links werden solche bezeichnet, deren Linkziel nicht mehr existiert oder ohne Weiterleitung umgezogen ist. Davon können sowohl interne als auch Outbound Links betroffen sein. Interessierte Seitenbesucher*innen sind davon frustriert. Suchmaschinen interpretieren solche Fehler zu Recht als Verwahrlosungssymptom.

W3C-Fehler: Hinter dem Kürzel steckt ein Konsortium, das Empfehlungen zur technologischen Standardisierung des Internets gibt. Sich daran nicht lückenlos zu halten, hat zwar keinen direkten Einfluss auf das Ranking, dennoch gilt die Beseitigung von W3C-Fehlern als sinnvolle Maßnahme.

Duplicate Content: Ob es sich um eine legitime Übernahme von Inhalten anderer Websites handelt oder beispielsweise darum, denselben Text auf mehreren Seiten der eigenen Website zu platzieren: Technical SEO muss sich darum kümmern, mit sogenannten Canonical Tags oder Weiterleitungen für Suchmaschinen deutlich zu machen, dass hier kein minderwertiges Plagiat vorliegt.

Sicherheit: Für User*innen nur an dem kleinen „s“ in der URL (https://…) erkennbar und, wenn es fehlt, eventuell an einem Warnsymbol im Browser – Websites müssen heute über ein sicheres verschlüsseltes Übertragungsprotokoll verfügen. Dies ist bei Google ausdrücklich ein Rankingfaktor.

Fazit

Viele dieser Ansätze umfassen noch etliche Unterpunkte, auf die du oder deine SEO-Agentur bei Technical SEO achten müssen. Eine wirklich für alle Websites allgemeingültige Rangfolge der SEO-Maßnahmen in diesem Bereich lässt sich leider nicht aufstellen – ganz zu vernachlässigen ist aber keine davon. Zusammen mit hochwertigem Content, also Inhalten, die für Ihre Seitenbesucher wirklich attraktiv sind, ist regelmäßiges technisches SEO jedenfalls eine bewährte Vorgangsweise, um in den Suchergebnissen gut platziert zu sein.

Der Autor Michael Praschma ist Texter, Journalist und Autor. Einer seiner fachlichen Schwerpunkte liegt auf komplexen Themen auf Anwender- und Nutzerlevel für den Online-Marketing-Blog von Heise RegioConcept.

Digitale Kundennähe ist kein Widerspruch

Bei der Digitalisierung kleiner Unternehmen muss die Kundennähe nicht auf der Strecke bleiben. Wir zeigen, wie das geht.

Hat Covid-19 die Digitalisierung von Kleinunternehmen nachhaltig beschleunigt oder verfallen die Unternehmen nach der Pandemie wieder zurück in den Dornröschenschlaf? Wir sind der Meinung* Die Digitalisierung schreitet mit Siebenmeilenstiefeln voran. Covid-19 war da nur der Katalysator, der den ganzen Prozess noch zusätzlich beschleunigt hat. Vor dem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Micro Businesses ihre Geschäftsidee und ihren Erfolg in die Digitalisierung bringen können. Es ist essenziell, den Kund*innen die aus dem Ladengeschäft bekannte Customer Experience nach Hause bringen zu können.

Die Größe eines Unternehmens sagt heute nicht mehr viel über seine Reichweite aus. Ein Ladengeschäft in einer Einkaufsstraße erreichte vor 50 Jahren nur die Passanten, die vorbeiliefen. Natürlich gab es Außenwerbung und Zeitungsannoncen, aber ein Shop aus Berlin hat vor allem Menschen aus Berlin als Kund*innen gehabt. Die Digitalisierung hat diese Eingrenzung aufgebrochen. Und kleine Unternehmen nutzen vermehrt diese Entfesselung. Fast 40 Prozent geben hierzulande an, ihr Digitalisierungsstand habe sich in den letzten Monaten verbessert.

Das besagt unser Small Business Digital-Index 2021. Auch beim Thema E-Commerce hat sich einiges getan, denn jeder zehnte Befragte hat im letzten Jahr einen eigenen Online-Shop aufgebaut. Das Verhältnis zwischen den Ausgaben für Online- und Offline-Marketing ist in Deutschland derzeit sehr ausgeglichen. Doch nur fast jedes vierte Unternehmen (23 %) setzt auf einen ausgewogenen Mix aus Online- und Offline-Werbung.

Neue Herausforderungen im Netz

Doch die Digitalisierung bringt auch neue Herausforderungen. Vor 50 Jahren musste sich das Ladengeschäft in der Fußgängerzone keine Gedanken über Retourenscheine, Postpakete und Verpackungsmaterial machen. Zurecht fragen sich Unternehmer*innen heute* Wie erreiche ich meine Kund*innen und wie kann ich auch im Netz auf ihre Wünsche eingehen? Laut dem Small Business Digital-Index 2021 liegt kleinen Unternehmen in Deutschland der Kontakt zu ihren Kund*innen besonders am Herzen. Im europäischen Vergleich gehen deutsche Unternehmer*innen mit dem Wunsch nach Kundennähe in Führung. Hier sind es 58 % im Vergleich zu Italien 52 %, Spanien 50 % und Frankreich 42 %. Daher liegt die Frage nahe* Wie lässt sich die Nähe ins Netz übersetzen?

Neue Chancen nutzen – die Website als Grundlage

Ich bin davon überzeugt, dass kleine Unternehmen positiv in die Zukunft blicken, mutig sind und die Chancen nutzen, die ihnen geboten werden. Zugegeben, das ist leichter gesagt als getan. Doch es gibt vielerlei Tools, die sie einsetzen können, um schnell und einfach im Netz erfolgreich zu sein. Zum Beispiel eine eigene Website als das erste Aushängeschild und das Zentrum der eigenen Online-Präsenz, um sich und das eigene Unternehmen bestmöglich seiner Zielgruppe zu zeigen. Laut unserem Small Business Digital-Index nutzen bereits 60 Prozent eine eigene Website und das größtenteils für Marketing und Sales. Aber ein Fünftel der kleinen Unternehmen mit Website in Deutschland nutzen noch nicht das volle Potenzial ihrer Website aus.

Mehr Umsatz durch Digitalisierung

Ich kenne sehr viele Unternehmer*innen, die bereits ihre Chancen genutzt haben und durch die Digitalisierung ihren Umsatz steigern konnten. Hier zeigt sich, wer schnell erreichbar ist und seine Informationen verständlich bereitstellt, hat Erfolg. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass das Einkaufserlebnis aus dem Ladengeschäft bestmöglich ins Digitale transportiert wird. Damit können Unternehmer*innen eine hohe Verweildauer erreichen und das ist nach meiner Einschätzung extrem wichtig. Regelmäßige und persönliche Kommunikation auf Augenhöhe mit Kund*innen, genauso wie im Ladengeschäft, sei es per Mail oder per Telefon ist ein wichtiges Werkzeug für die Pflege der Kundenbeziehung und somit den Erfolg. Hier können Händler*innen ihre Erfahrungen aus der analogen Welt ins Digitale bringen.

Corporate Branding als Wettbewerbsvorteil für Micro Businesses?

Mich freut besonders, dass ein Drittel der deutschen Kleinunternehmen in diesem Jahr vermehrt auf E-Mail-Marketing und eine SEO-optimierte Website setzen wollen. Denn dies ermöglicht ihnen einfacher im Netz gefunden zu werden. Außerdem besteht durch den Einsatz von E-Mail-Marketing wieder ein fortwährender Informationsaustausch zwischen Unternehmer*innen und Kund*innen. Auf diese Weise schaffen kleine Unternehmen Nähe zu ihren Kund*innen. Wenn Kund*innen Produkte oder Services über einen Online-Shop bestellen, achten gerade kleine Unternehmen auf eine ansprechende und personalisierte Verpackung wie zum Beispiel durch handgeschriebene Grußkarten.

Hier liegt ein klarer Vorteil gegenüber den großen Versandhändler*innen. Wenn man es schafft, das Corporate Branding, das man im Ladenlokal über mehrere Jahre konsequent gepflegt hat, ins Digitale zu übertragen und erkennt, dass dieser Touchpoint genauso wichtig ist wie das Einkaufserlebnis im Laden, dann schafft man es, die Kund*innen auch digital eng an sich zu binden. Es ist wichtig, ihnen die digitale Customer Experience nach Hause zu bringen, wenn die In-Store-Experience fehlt. Dabei sollte das Einkaufserlebnis besonders emotional gestaltet werden, um einen nachhaltig positiven Eindruck bei der Kundschaft zu hinterlassen.

All diese Zahlen und Beispiele zeigen, dass die Kundennähe im Netz nicht auf der Strecke bleiben muss. Auch im digitalen Raum gibt es vielfältige Möglichkeiten, die Kundenbeziehung zu festigen und sogar zu intensivieren. Sie müssen sie nur richtig nutzen.

Der Autor Paul Ashcroft verantwortet seit 4 Jahren das Business von GoDaddy für Europa, den Nahen Osten und Afrika. GoDaddy bietet Unternehmen eine Komplettlösung für das Wachstum im Internet.