iGaming: Diese Start-ups sollten Online-Gaming Fans kennen


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5 Start-ups, die auf dem besten Weg sind, den iGaming-Markt zu erobern.

Ob online wetten auf eine sportliche Begegnung oder der Besuch eines Online-Casinos – der Begriff iGaming deckt all diese Aktivitäten ab. Eines der führenden Länder beim Thema iGaming ist Malta, das mittlerweile rund 12 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes dank der Gaming-Industrie erwirtschaftet.

Unternehmen wie NetEnt, ein Software-Entwickler, haben in Malta ihren Sitz und auch Gaming-Events wie der SiGMA (Summit of iGaming Malta, also iGaming-Gipfel in Malta), finden in dem kleinen, südeuropäischen Land mit bewegter Vergangenheit statt. Doch auch in den großen US-amerikanischen Städten wie San Francisco, Kalifornien und Austin, Texas, findet jede Menge Spieleentwicklung statt und die Branche boomt.

Online-Glücksspiel wird immer beliebter

Insbesondere das Online-Glücksspiel nimmt an Beliebtheit konstant zu:

  • Anbieter von Sportwetten im europäischen Raum verzeichnen einen Zuwachs an Wettenden.
  • Virtuelle Spielautomaten, die von überall aus der Welt erreichbar sind, begrüßen immer mehr Spieler.
  • Schweizer Live Casinos, seit Juli 2021 auch deutsche Casino-Angebote sowie internationale Poker-Turniere oder Roulette-Tische sind mit einem Klick für jeden über 18 Jahre zugänglich.

Während im Jahr 2017 die Online Gaming-Industrie noch auf einen Wert von rund 46 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, ist für das Jahr 2024 nun nahezu eine Verdopplung vorausgesagt. Bei rund 95 Milliarden US-Dollar soll der Wert der Branche in nur drei Jahren liegen.

Der iGaming-Sektor vereint verschiedene Bereiche und Themen

Wenn man bedenkt, wie viel sich in diesem Bereich tut, ist das nicht verwunderlich. Schließlich werden nicht nur die Spieler immer mehr, sondern auch das Angebot wächst und es sprießen immer neue Ideen aus dem Boden. Es gibt viele verschiedene Bereiche von Online-Glücksspiel und Online-Gaming und die Vernetzung mit anderen Disziplinen ist unumstößlich.

So spielt insbesondere das Thema Finanzen eine entscheidende Rolle, wenn es um iGaming Start-ups geht und Fintech-Unternehmen, die innovative Lösungen rund um das Thema Bezahlen und Geld präsentieren, befinden sich im Aufschwung.

Auf den großen Durchbruch hoffen

Die Start-ups im iGaming-Sektor decken verschiedene Bereiche ab, die nötig sind, um als Anbieter nicht nur iGaming umsetzen zu können, sondern auch die wachsende Nachfrage zu stillen. Viele Gründer warten mit ihrem Angebot noch auf den großen Durchbruch. Andere haben bereits in den ersten Jahren seit ihrer Gründung schon diverse Erfolge erzielt.

5 Beispiele für Start-ups, die den Markt erobern wollen

  1. Luckbox: Luckbox wurde 2016 auf der Isle of Men gegründet und gilt als iGaming-Firma der nächsten Generation. Es kombiniert eSports und Kryptowährungen mit dem Thema Glücksspiel.
  2. FanLeague: FanLeague ist eher im Bereich Sportwetten angesiedelt als bei den Online-Casinos und ist auf englischen Fußball spezialisiert. Die App ist eine soziale Wett-App und ermöglicht verschiedene Modi, mit denen Preistöpfe gewonnen werden können. Die Firma wurde 2016 auf Malta gegründet.
  3. TrueLayer: Das Start-up True Layer wurde 2016 in Großbritannien gegründet und hat eine Software entwickelt, mit der moderne Bezahldaten in jede App geladen werden können. Das Unternehmen ist ein Fintech, also ein Unternehmen, das auf Finanztechnologie spezialisiert ist. Dieser Sektor ist eng mit der Gaming-Branche verknüpft.
  4. Yalla: Auch die App Yalla ist auf Sportwetten in einem sozialen Kontext konzentriert. Zusammen mit den eigenen Freunden kann über Yalla auf diverse Sport-Games gewettet werden. Der Einsatz kann dabei flexibel gestaltet werden, von Geld über Kaffee, Bier oder einen Kebab ist alles dabei.
  5. Infiltrend: Infiltrend kombiniert zwei Trends der heutigen Zeit: Influencer-Marketing und Gaming. Die Plattform bringt Marken aus dem iGaming-Segment mit Influencern zusammen und vermittelt Kampagnen und Kooperationen für Blogs und Social Media-Plattformen, die mit den Mitteln von Infiltrend auch getrackt werden können.

Die Zukunft hält für iGaming Start-ups noch viel bereit

Apps sind ein beliebter Weg für Start-ups, ihr Angebot auf den Markt zu bringen. Dank des Umstands, dass sich Gaming immer stärker vom Computer und der Konsole auf das Handy verlagert, sind Apps ein wichtiger Aspekt der Zukunft. Selbst große Entwicklerstudios setzen für ihre Blockbuster-Spiele mittlerweile auf die mobilen Anwendungen.

Die Welt des iGaming wird weiterwachsen. Networking-Events wie SiGMA oder auch die Etablierung eines iGaming Awards (IDOL), tragen dazu bei, dass die Branche sich immer weiter professionalisiert und etabliert. In den nächsten Jahren werden sicher auch noch viele weitere Start-ups mit innovativen, neuen Ideen gegründet. Welche sich davon letztendlich langfristig durchsetzen können, wird sich erst in einigen Jahren zeigen.

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Drei deutsche Kaffeemarken überraschen die Welt

Coffee Friend und Co.: Diese drei vielversprechenden Kaffeemarken aus Deutschland bereichern jeden (Büro-)Alltag und haben das Zeug zum großen Wurf.

Was hat Sie in letzter Zeit überrascht? Wir sind uns wohl alle einig, dass Überraschungen für das Leben fundamental wichtig sein können. Letztlich sehnen sich die meisten von uns doch nach Kontrolle, aber das Leben ist nun mal unkontrollierbar und das macht den Reiz des Lebens aus.

Ähnlich ist es doch bei Kaffee: Wenn wir immer wüssten, was auf uns zukommt, bräuchten wir keine unterschiedlichen Arten von Kaffee trinken. Natürlich haben wir uns alle an den Geschmack von Kaffee gewöhnt; wir wissen, welchen Kaffee wir am liebsten trinken und auf welche Arten wir gern zurückgreifen. Dennoch sind Kaffeegenuss und Geschmack individuell, je nachdem, in welcher Phase, zu welcher Zeit, mit welchen Gedanken Sie Ihren Kaffee genießen.

Dieser Artikel handelt von deutschen Kaffeemarken, die in der Lage sind, die Welt zu überraschen. Daraus geht hervor, dass die besagten Marken weltweit vielleicht noch nicht angekommen oder wahrgenommen sind. In Deutschland haben sich die besagten Marken aber schon etabliert, weshalb auch Sie sich vom Genuss überzeugen sollten.

#1 Coffee Friend

Eine dieser Marken ist Ihr „Kaffeefreund“ und das ist deshalb besonders einprägsam, weil genau das der Titel und Name der Marke ist. Coffee Friend versorgt den Kaffeegenießer und die Kaffeegenießerin mit all dem, was das Kaffeeherz begehrt. Wir wissen: Guter Kaffee zu Hause ist ein Genussmoment. Manchmal ist das alles, was Sie brauchen. Frisch und aromatisch. Coffeefriend steht stellvertretend für den Genussmoment, welchen man durch guten Kaffee erreicht. Hier wird vor allem das Aroma großgeschrieben, welches für guten Kaffee natürlich unabdingbar ist. Aus diesem Grund gibt es auch immer neue Kaffeesorten, die auf und von Coffee Friend getestet werden. Coffee Friend verbreitet natürlich auch Maschinen und Automaten, die Ihnen unterschiedlichste Zubereitungsarten nach Hause bringen. Dabei garantiert Coffee Friend eine nette und warme Atmosphäre, wenn Sie mit dem Unternehmen in Kontakt treten. Man wird Ihnen einfach und präzise beschreiben, was Sie wissen müssen, sodass Sie Ihren Kaffeegenuss in gewünschter Manier zu Hause genießen können. Probieren Sie den internationalen Einzelhändler für Kaffee und Kaffeemaschinen ruhig aus. Dabei sei Ihnen gesagt, dass Coffee Friend auf jeglichen Märkten zugegen ist, sofern es um Kaffee geht. Hierbei stehen Vertriebserfahrung und eine qualitativ hochwertige Produktion im Fokus. Coffee Friend steht dabei natürlich vor allem auch für hochwertig vertriebene Produkte wie Caprissimo, Burtukana und Parallel.

Remote Gründen – so geht’s

Tipps und To Do’s zum Trendthema Remote Work von Ben Sattinger, einem erfolgreichen und erfahrenen Remote-Founder.

Durch die Corona-Pandemie ist das Thema Remote Work noch stärker in den Vordergrund gerückt. Der Wunsch nach örtlicher und zeitlicher Flexibilität kann so manche(n) Gründungswillige(n) jedoch auch davon abhalten, ein Unternehmen zu gründen. Wie sich beides erfolgreich kombinieren lässt, weiß Ben Sattinger, ein Pionier im Bereich des ortsungebundenen Arbeitens. 2014 gründete er sein Unternehmen Online Trainer Lizenz (OTL) und baute es von Anfang an komplett remote auf – er selbst lebt und arbeitet an den unterschiedlichsten Orten. Auch deshalb konnte OTL in Corona-Zeiten wie gewohnt weiterarbeiten, beschäftigt heute rund 50 feste sowie ebenso viele freie Mitarbeiter*innen und machte 2020 einen Umsatz von 6,6 Mio. Euro. Hier Bens Tipps:

Volle räumliche Flexibilität von Anfang an

Home-Office oder das Arbeiten von flexiblen Orten zu flexi­blen Zeiten war von Beginn an Teil unserer Unternehmens-DNA. Mein Mitgründer Sven Faltin und ich entschieden uns im Jahr 2014, dass wir auf ein Büro verzichten wollen und unsere Mitarbeiter*innen remote für uns arbeiten sollen. Ich war vor der Unternehmensgründung einer der ersten Fitness-Influencer in Deutschland und konnte zeit- und ortsunabhängig arbeiten. Dadurch habe ich die Vorteile des „Arbeitens von überall aus“ kennengelernt. So konnte ich meiner Leidenschaft, dem Reisen, nachgehen und gleichzeitig Geld verdienen. Das wollte ich auch für mein Unternehmen ermöglichen. Ein Grundgedanke dabei war natürlich auch: Zum Zeitpunkt unserer Gründung mussten angehende Personal Trainer*innen und Sportbegeisterte noch durch ganz Deutschland fahren, um ihre Ausbildung absolvieren zu können. Wir fragten uns: Wieso die Ausbildungen nicht digital anbieten, wenn auch sonst alles andere digital erledigt werden kann? So war die Idee zum remote Gründen geboren.

Feste Strukturen und Prozesse sind das A und O

Eine reine Remote-Aufstellung stellt trotz des Erfolgs eine gewisse Herausforderung dar, das mussten wir auch nach der Gründung lernen. Schnell war klar, dass mit dem Wachstum des Unternehmens auch Strukturen und Prozesse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geschaffen werden müssen. Wir führten feste Kernarbeitszeiten von 9 bis 15 Uhr deutscher Zeit ein, die verpflichtend für das gesamte Team sind. Abseits dieser Kernarbeitszeit können unsere Mitarbeiter*innen selbst entscheiden, wie sie sich den Arbeitsalltag gestalten. Außerdem haben wir feste Strukturen eingeführt – sowohl bei den Timings, Meetings als auch bei den Verantwortlichkeiten. Früh haben wir auf gemeinsame digitale Projektmanagement-Tools gesetzt, damit alle einen Überblick über das gemeinsame Arbeiten haben.

Wir mussten uns seit der Gründung als Arbeitgeber abheben

Natürlich wussten wir bei der Gründung, dass wir potenziellen Mitarbeiter*innen auch besondere Leistungen anbieten müssen, die es in Unternehmen mit einem festen Büro nicht gibt. Vor allem über die begrenzten direkt-persönlichen Kontakte unserer Mitarbeiter*innen haben wir uns mit der Gründung Gedanken gemacht und setzen von Anfang an auf Teamreisen, die ein Mix aus gemeinsamem Arbeiten und Aktivitäten sind. Das gesamte Team macht sich dann auf den Weg in Richtung Traumreiseziel. Zypern, Marokko, Südafrika, Thailand oder auch Indonesien sind nur einige Ziele des Teams gewesen. In der ersten Woche wird Vollzeit gearbeitet, während sich die Arbeitsstunden in der zweiten Woche halbieren und so der Nachmittag für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden kann. Während der Reisen fokussieren wir vor allem die Arbeit an einem Ort und verbessern so die persönliche und verbale Kommunikation zwischen den Mitarbeiter*innen. Zusätzlich fördern Team-Wochenenden in Berlin den Teamgedanken. Ähnlich wie bei den Teamreisen, setzt sich das Wochenende aus Workshops und gemeinsamen Aktivitäten zusammen.

Top-Ausrüstung für das Home-Office

Als Unternehmen in der Fitnessbranche lag uns die körperliche Gesundheit unserer Mitarbeiter*innen immer schon am Herzen. Wir stellen ihnen verstellbare Schreibtische, ergonomische Bürostühle und entsprechendes technisches Equipment zur Verfügung. Im Zuge der Corona-bedingten weitreichenden Ausgangsbeschränkungen, haben wir unseren Mitarbeiter*innen bspw. Walking Pads gekauft, um den Bewegungsmangel ein wenig auszugleichen.

Soft Skills bei der Personalauswahl

Mit der Gründung haben wir auch bei der Personalauswahl stark auf Soft Skills gesetzt. In einem Remote-Unternehmen ist es besonders wichtig, dass wir Mitarbeiter*innen auswählen, die sich mit unserem Produkt identifizieren und eigenständig arbeiten. Unsere Mitarbeiter*innen müssen belastbar sein, flexibel denken und einen starken Charakter vorweisen. Von Anfang an hatten wir viele Mitarbeiter*innen, die eine Nähe zu OTL und unseren Themen haben. Viele unserer Mitarbeiter*innen haben eine Ausbildung bei uns gemacht, sind uns auf unseren Social-Media-Kanälen gefolgt oder kannten mich als Person des öffentlichen Lebens. So entsteht ein Team mit hoher Identifikationskraft zum Produkt, das gern digital zusammenarbeitet. Bei der Auswahl der Mitarbeiter*innen spielt in diesem Kontext die fachliche Qualifikation natürlich eine Rolle, aber eher eine nebengeordnete. Wir sind der Auffassung, dass (fast) jede(r) an seinen/ihren Aufgaben wachsen kann. Viel wichtiger war und ist uns, dass wir zueinanderpassen. Im Ergebnis haben wir unter unseren knapp 50 festen Mitarbeiter*innen viele echte Freundschaften, trotz klarer Hierarchien, ohne die es remote auch nicht funktioniert.

Schenkt bei der Gründung Vertrauen!

Die Gründung eines Remote-Unternehmens ist eng an das Vertrauen gekoppelt, das Führungskräfte ihrem Team entgegenbringen. Meine Erfahrung ist, dass gerade bei der Umstellung zum Arbeiten im Home-Office diejenigen Mitarbeiter*innen die besten Leistungen erbringen, die spüren, dass ihnen vertraut wird und sie wertgeschätzt werden. Mein Rat an alle, die jetzt remote gründen oder jetzt umstellen wollen: Sorgt für feste Strukturen und Prozesse bei Meetings, klare, einvernehmliche Ziele, realistische Aufgabenstellungen und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten. Und stellt den Menschen in den Mittelpunkt! Nur in diesem Rahmen entfaltet sich das Potenzial der eigenen Mitarbeiter*innen – das hilft allen, auch dem Unternehmen.

Online-Marketing-Trends 2022

So gelingt ein ganzheitlich-nachhaltiges Online-Marketing im Jahr 2022.

Ökologisch, ökonomisch und sozial. Auf diesen drei Eckpfeilern beruht Nachhaltigkeit, ein Thema, das heute in aller Munde ist. Dabei mag es vielleicht überraschen, dass Online-Marketing, so wie es meist betrieben wird, diesen Kriterien gar nicht entspricht. Was viele z.B. nicht wissen: Das Internet hat einen enormen Stromverbrauch und verursacht genauso viel CO2-Emissionen wie die Luftfahrtindustrie. Es reicht also nicht aus, ein papierloses Office zu betreiben und die Werbekampagne von Print auf Online umzustellen. Zu einem ganzheitlich ausgerichteten nachhaltigen Online-Marketing, das Unternehmen nicht nur erhöhte Medienaufmerksamkeit schenkt, sondern allen Aspekten der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – glaubhaft gerecht wird, gehört ein wenig mehr.

Die Experten der Online-Marketing-Agentur SEO-Küche erläutern, an welchen drei einfachen Stellschrauben jede(r) Unternehmer*in drehen sollte, um erste wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit im Online-Marketing zu gehen, von denen Unternehmen, Umwelt und auch Kund*innen profitieren.

Ökologischer Aspekt: Optimiere deine Website für einen geringeren Stromverbrauch

Der Energiebedarf des Webs ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und beträgt heute in etwa zwei Prozent des weltweiten Verbrauchs. Immer größer werdende Websites, mit schicken Bildern und emotionalen Videos, tragen hierzu einen erheblichen Teil bei, denn je größer und schwerer eine Website ist, desto mehr Strom benötigt sie. Für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sollten Unternehmen daher auf ein schlankes Webdesign mit reduzierten Daten achten. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann zudem auf eine klimaneutrale Website setzen. Dabei wird der Energiebedarf des Internetauftritts berechnet und durch ein gewähltes Klimaschutzprojekt gleich wieder ausgeglichen.

Natürlich gibt es neben einer klimaneutralen Website auch andere Mittel und Wege um Unternehmen ökologischer zu gestalten. Anstatt unternehmenseigene Server zu betreiben, können Unternehmen beispielsweise auf Cloud-Hosting setzen und bei der Beschaffung von Hardware sollte der benötigte Strombedarf ein Kaufkriterium sein. Auch das Ermöglichen von Home Office schont, durch geringeren Pendler*innenverkehr, die Umwelt.

Sozialer Aspekt: Respektiere die Privatsphäre deiner User*innen

Tracking-Tools wie Google Analytics kommen auf fast jeder Website zum Einsatz und sollen Unternehmen wertvolle Daten über das Verhalten deiner Besucher*innen, für personalisierte Werbemaßnahmen, liefern. Eine unglaubliche Masse an Informationen, die da zusammenkommt und den Energieverbrauch des Internets und Datenumfang einer Website erhöht. Dabei werden am Ende nicht mal mehr alle Daten genutzt oder falsche Schlüsse aus ihnen gezogen. Nachhaltig und sozialverträglich sieht anders aus.

Verringere daher deine invasiven Tracking-Methoden, mit denen du in die Privatsphäre deiner Nutzer*innen eindringst, und überlege stattdessen im Vorfeld genau, welche Daten du wirklich benötigst. Achte auch darauf, dass deine Cookie-Hinweise datenschutzrechtskonform sind. So bist du rechtlich auf der sicheren Seite, erhöhst die Nutzer*innenfreundlichkeit und wirst gleichzeitig dem sozialen Nachhaltigkeitsaspekt gerecht.

Ökonomischer Aspekt: In nachhaltige Kund*innenbeziehungen investieren

Es kommt nicht nur häufig vor, dass über Tracking-Tools gesammelte User*innen-Daten falsch interpretiert werden, sie sorgen zudem nicht selten dafür, dass die Effektivität von Werbeanzeigen systematisch überschätzt wird. Unternehmer*innen sollten daher immer wieder neu überdenken, wie viel Budget sie zu welchem Zeitpunkt für Anzeigen ausgeben, denn es gibt langfristigere und vor allem nachhaltigere Methoden, um auf sich aufmerksam zu machen:

  • Kundenbeziehungen stärken: Kommentiere Blogbeiträge, seie in relevanten Facebook-LinkedIn-Gruppen aktiv, beantworte Fragen im Social Web und besuche Branchenveranstaltungen.
  • Content mit Mehrwert produzieren: Investiere in die Erstellung von einzigartigem Content, der deinen Kund*innen einen Mehrwert liefert.
  • SEO nutzen: Optimiere deine Website und setze auf Suchmaschinenoptimierung für ein besseres Ranking.

Nicht auf den schnellen Effekt setzen

Natürlich wirst du bei einem nachhaltigen Vorgehen nicht den schnellen Erfolg sehen, den du vielleicht aus Google Ads-Kampagnen gewohnt bist. Dafür wirst du langfristig mit effektiveren und authentischen Werbemaßnahmen belohnt, die durch enge Kund*innenbindungen auch wirken. Nicht nur dein Werbebudget wird es dir danken, das gute Gefühl, das du erhältst, wenn du dein Online-Marketing nachhaltig gestaltest, bekommst du ganz automatisch und vor allem kostenlos dazu. Natürlich kannst du klassische Werbung weiterhin und ergänzend einsetzen. Die richtige Mischung zur richtigen Zeit macht’s.

FinTech-Trends 2022

Diese Technologien haben das Potenzial, die FinTech-Branche im kommenden Jahr grundlegend zu verändern.

Das dramatische Auf und Ab der Gamestop-Aktie Anfang dieses Jahres hat es gezeigt: Neue Finanztechnologien – in diesem Fall Trading-Apps – können das reale Marktgeschehen massiv beeinflussen. Auch 2022 werden hierfür wieder entscheidende Weichen gestellt. Folgende Technologien haben das Potenzial, die FinTech-Branche im kommenden Jahr grundlegend zu verändern.

FinTech-Trend 1: Decentralized Finance (DeFin)

Währungen auf Blockchain-Basis sind spätestens seit dem ersten Boom des Bitcoin weitestgehend bekannt. Auch die Vorteile der Krypto-Währungen sind klar: Sie sind unabhängig von Zentralbanken und Regierungen, lassen sich problemlos weltweit transferieren und sind – das wichtigste Merkmal – aufgrund der dezentralen Struktur gut gegen Hacker-Attacken geschützt. Allerdings endet die Entwicklungsgeschichte der Blockchain-Technologie nicht beim Bitcoin, sondern geht jetzt erst richtig los.

Kern dieser Entwicklung ist das sogenannte Decentralized Finance (DeFin), eine komplett neue Welt des Krypto-Bankings. Bisher wurden Krypto-Currencies ebenso wie klassische Währungen an zentralen Börsen gehandelt. Dabei geht jedoch ihr zentrales Merkmal verloren: die dezentrale Netzwerkstruktur. 2021 war es noch ein Thema für Finanz-Nerds. 2022 kommt der Trend in der breiteren Masse an, gleichzeitig trennen sich Spreu und Weizen, also die seriösen von den unseriösen Anbieter*innen.

Ermöglicht werden dezentrale Finanzsysteme durch sogenannte Smart Contracts. Dabei handelt es sich um Computerprogramme, in denen die beteiligten Akteur*innen ihre gewünschten Transaktionen festschreiben. Eine zentrale Kontroll-Instanz ist nicht mehr nötig. Die gespeicherten Daten liegen in einem dezentralen Blockchain-Netzwerk, so dass spätere Änderungen nicht mehr möglich sind.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, DeFin zu nutzen: Staking, Lending und Liquid Mining. Alle Abläufe beruhen darauf, dass die Besitzer*innen einer Krypto-Währung einen gewissen Anteil an ihrer Rechenpowerl dem System zur Verfügung stellen. Dafür erhalten sie Belohnungen. Wichtig ist dabei allerdings ein vertrauenswürdiger Anbieter. Da es sich um eine relativ neue Technologie handelt, sind leider auch unseriöse Unternehmen unterwegs. Ohne gesetzliche Regulation geht es also auch im Bereich DeFi nicht. Vertrauenswürdige Plattformen haben das erkannt und unterziehen sich dem Prozess trotz ihrer grundsätzlichen Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen. So erfüllt beispielsweise Cake DeFi, eine Plattform für dezentrale Finanzdienstleistungen, alle regulatorischen Anforderungen der Monetary Authority of Singapore (MAS). Durch die Kombination von dezentraler Netzwerkstruktur und gesetzlicher Regulation können sich Menschen auf der ganzen Welt über Krypto-Lösungen informieren und DeFi sicher nutzen.

FinTech-Trend 2: Open Banking erobert den Zahlungsverkehr

2018 hat die Europäische Union mit der PSD2-Richtlinie Fintechs einen massiven Schub gegeben. Aber erst 2022, vier Jahre später, werden die tiefgreifenden Veränderungen sichtbar. PSD2 verpflichtet Banken, offene Daten-Schnittstellen für Drittanbieter einzurichten. In der ersten Phase griffen Fintechs auf Kontoinformationen der Kund*innen zurück und schufen beispielsweise Apps, in die sich Konten unterschiedlichster Banken integrieren ließen. Jetzt folgt die Zahlungsabwicklung, ein für Fintechs ausgesprochen lukratives, für Kunden sehr angenehmes – und für traditionelle Banken sehr bedrohliches Modell.

Denn Open Banking ermöglicht die sofortige und sichere Vernetzung verschiedener Akteure. Im Gegensatz zu traditionellen Finanztransaktionen sind keine Intermediäre mehr notwendig. Ein Unternehmen, zum Beispiel ein Online-Shop, kann eine direkte Verbindung zum Bankkonto des Kunden/der Kundin herstellen - ohne den Service eines Karten- oder sonstigen Payment-Anbieters. Das macht den Vorgang nicht nur für den Kunden/die Kundin einfacher, da er keine lange Kontonummer eintippen muss. Es ist auch für den Händler/die Händlerin von Vorteil, weil der Prozess schneller abläuft, niedrigere Transaktionsgebühren, weniger Betrug und geringere Fehlerquoten bedeutet - und damit mehr Einnahmen oder niedrigere Betriebskosten. Die Konsequenz zeigt sich im Erfolg von TrueLayer, Europas führender Open-Banking-Plattform. Im Jahr 2021 verdoppelte das Unternehmen die Zahl seiner Kund*innen und im gleichen Zeitraum wuchs das Zahlungsvolumen um 400 Prozent und der Wert der monatlichen Zahlungen um 800 Prozent. Für etablierte Banken ist die Gefahr groß, als reine Geldverwahrer zu enden, abgeschnitten von vielen lukrativen Dienstleistungen.

FinTech-Trend 3: All-in-once-Finance

Keiner macht es wirklich gern: Verwaltung der persönlichen Finanzen. Was für viele schon nach “Steuererklärung” und “Exceltabellen” klingt, erfordert immer wieder Arbeitszeit am Abend oder an den Wochenenden. Und auch für viele Unternehmen ist die Buchhaltung ein Pain Point: Gerade Start-ups und Freelancer*innen müssen kostbare Ressourcen aufwenden, um ihre Unterlagen immer auf dem neuesten Stand zu halten. Dabei geht es nicht nur um die gesetzlichen Anforderungen: Nur durch ein aktuelles und präzises finanzielles Lagebild sind fundierte unternehmerische Entscheidungen möglich. Doch lange waren die Angebote fragmentiert. Es gab beispielsweise Steuersoftware für die Abrechnung oder eine Reihe verschiedener Tools für die Buchhaltung.

Was fehlte, waren Lösungen, mit denen eine Finanzorganisation aus einer Hand möglich ist. Mittlerweile haben Start-ups genau dieses Angebot entwickelt. Dabei stehen die verschiedenen Finanz-Tools nicht mehr separat nebeneinander, sondern sind in eine Lösung integriert. Während 2021 Pionierarbeit geleistet wurde, kommt die Technologie 2022 mit Schwung im Markt an. So bietet das französische Start-up Qonto kleinen und mittleren Unternehmen sowie Freelancern neben günstigen Geschäftskonten auch Anbindungen an Steuersoftware, Buchhaltung-Tools und Zahlungsanbieter ohne Zwischenschritt. Ziel ist nicht die Aufsummierung möglichst vieler Programme, sondern die Schaffung einer automatisierten Finanzverwaltung, die den Workload spürbar reduziert.

FinTech-Trend 4: Crowdinvesting in Immobilien

Angesichts wachsender Inflationssorgen, anhaltender Niedrigzinsen und volatiler Märkte wird der Trend zu alternativen Investmentformen weiter anhalten. Stark in den Fokus werden 2022 insbesondere jene Immobilieninvestments geraten, die lange institutionellen Anleger*innen vorbehalten waren. Besonders beliebt ist das Crowdfunding von Immobilien, bei dem auch Kleinanleger die Möglichkeit haben, an Immobilienfinanzierungen teilzuhaben. Neu geprüft wird dabei auch, das Thema Environmental Social Governance, kurz ESG, auf die Investitionen anzuwenden. Schon mit Beträgen ab 500 Euro können sich Investoren beim Crowdinvesting an Bauprojekten beteiligen und ein Immobilienvermögen aufbauen. Digitale Technologien machen es Anleger*innen leichter, diese Beiträge zu verwalten, zu verfolgen oder sich darüber zu informieren. Viele moderne Investor*innen sind digitalaffine Selbstentscheider*innen, die sich eigenständig nach Informationen umschauen. Dabei wird keine Immobilie erworben, sondern die Entwicklung und der Bau eines Immobilienprojekts mitfinanziert. Konkret geschieht dies in Form von sogenannten Nachrangdarlehen oder Anleihen. Die Renditen liegen zwischen 4 bis 8 Prozent und befinden sich damit weit über dem Niveau von klassischen Einlagen. Attraktiv sind auch die oft kurzen Laufzeiten zwischen 12 und 36 Monaten.

Das Risiko bei der Finanzierung von Immobilienprojekten besteht darin, dass beispielsweise ein Bauprojekt nicht fertig und zu einem viel geringeren Preis als kalkuliert veräußert wird. In solchen Fällen wird zuerst die Bank bedient und erst dann die Crowd, sodass Crowd-Anleger*innen am Ende leer ausgehen können. Daher ist es wichtig, auch bei der Wahl der Crowdinvestment-Plattform in auf Qualitätskriterien zu achten. Als Qualitätsführer in der Branche zeichnet sich der Berliner Anbieter zinsbaustein.de aus, der zudem eine sehr hohe Kund*innenzufriedenheit aufweist. Die Rückzahlungsquote des Unternehmens liegt bei 100 Prozent, sämtliche abgeschlossenen Projekte wurden bis heute erfolgreich inklusive Zinsen an die Anleger*innen zurückgeführt.

Der Autor Karl Schmidt-Rhaesa hat Politik und Wirtschaft an der WWU Münster studiert. Als Communication Assistant ist er bei PIABO PR für Start-ups und Entrepreneurs aus den Bereichen FinTech, VC und HealthTech tätig.

Top-Trends im Grafikdesign 2022

Die Top-Trends im Grafikdesign 2022: Auf uns wartet eine bunte Mischung und ganz viel Nostalgie.

Bei Grafikdesign-Trends handelt es sich um mehr als um flüchtige Modeerscheinungen: Sie spiegeln die Restriktionen und Klischees eines Jahres wider, die zugunsten von etwas Neuem umgestoßen werden. Mit Blick auf das neue Jahr bedeutet das die Anbahnung einer “zweiten Welle”. Stile verschiedener Jahrzehnte bekommen ein zweites Leben eingehaucht. Die Designexperten von 99designs von Vista gehen davon aus, dass 2022 unvorhersehbar sein wird und diese Entwicklung sich auch an den Grafikdesign-Trends ablesen lässt.

90er-Nostalgie

Während erst kürzlich die 80er ihr Comeback feierten, springen wir nun in die 90er Jahre. Dieser Trend basiert auf dem sehnsüchtigen, idealisierten, nostalgischen Blick in die Vergangenheit. Daher erleben wir ein weiteres Mal Muster im Memphis-Design, simple Emojis und primitive Internet-Frames. Bunte Farbblöcke und greller Glibber erwecken geliebte Kindheitserinnerungen zum Leben.

Start-ups und IT-Freelancer: so klappt’s

Warum immer mehr Start-ups auf IT-Freelancer setzen und was es bei der Zusammenarbeit zu beachten gilt.

Auf der Suche nach Talenten entdecken Start-ups vermehrt Freelancer als Zugang zu hochspezialisiertem Wissen auf Zeit. Denn über sie können sie kalkulierbar genau die Kompetenz oder Kapazität beziehen, die sie gerade für die Realisierung ihrer digitalen Projekte benötigen, ohne sich auf laufende Kosten oder die Verpflichtung von Vollzeitbeschäftigten einlassen zu müssen

Aber: Wie und wo finde ich zeitnah den oder die richtigen Experten für meine Aufgaben? Wie lässt sich deren Expertise sicherstellen und der Aufwand für das Start-up gering halten? Und auf welche Fallstricke gilt es bei der Auftragsvergabe zu achten? Der nachfolgende Beitrag gibt wertvolle Tipps zu diesen und weiteren Fragestellungen rund um das Thema.

Speziell junge Unternehmen müssen oft schnell wachsen, um ihr Produkt weiterzuentwickeln, Neukunden zu akquirieren und Marktanteile zu gewinnen. Sofort verfügbares, skalierbares und passgenaues Fachwissen hat für sie daher einen besonders hohen Mehrwert. Denn nur so können sie schnell und flexibel agieren und beispielsweise große Aufträge stemmen, ohne dafür einen oder mehrere Mitarbeiter gleich fest anstellen zu müssen und Gefahr zu laufen, dass sie diese nach Abschluss des aktuellen Projekts nicht weiterbeschäftigen können. Ebenso wird die Suche nach passenden festen Mitarbeitern oft auch dadurch erschwert, dass viele Start-ups für die gewünschten Arbeitnehmer ggf. noch nicht bekannt und gefragt genug sind wie große, etablierte Player, die sie ihnen sozusagen leicht wegschnappen können.

Für wen lohnt es sich, Freelancer zu beauftragen?

Die beiden häufigsten Situationen, in denen Freelancer angefragt werden, sind:

Fehlende Inhouse-Kapazität: Aufgrund hoher Auslastung, z.B. bei starkem Wachstum oder einer erhöhten Auftragslage können Unternehmen mit versierten Freelancern schnell und kurzfristig die nötigen Kapazitäten schaffen und profitieren dabei im Idealfall von einer hohen Laufzeitflexibilität, so das Projekt z.B. schneller abgeschlossen ist, als geplant oder im umgekehrten Fall länger dauern sollte.

Fehlende Inhouse-Expertise: Auch wenn es darum geht, neue Themenbereiche und Produkt-Features umzusetzen, sind Freelancer ideal: Richtig ausgewählt bringen sie fundiertes Expertenwissen aus vergangenen Projekten mit ins Unternehmen, helfen dort, die richtigen Strukturen aufzusetzen und die internen Fachkräfte entsprechend weiterzubilden.

Oft ist die Freelancer-Nachfrage auch dann besonders groß, wenn Unternehmen aufgrund von Kündigungen oder zeitversetzten Einstellungen Personallücken schließen müssen. Startet beispielsweise ein Produktmanager zwei Monate vor seinen Team-Mitgliedern, dann lässt sich mit externen Fachkräften der Projektstart ganz einfach vorziehen. Nicht zuletzt bieten sich Freelancer auch für Einmalprojekte an, für die keine neue Stelle geschaffen werden kann oder soll.

Über welche Kanäle finde ich die für mein Projekt passenden Freelancer?

Generell gibt es verschiedene Möglichkeiten, die passenden Freelancer zu finden: von klassischen Personaldienstleistern, über IT-Dienstleistern bis hin zu Online-Vermittlungsplattformen. Wer preissensitiv ist, für den sind Online-Plattformen die beste Alternative. Hier lässt sich zwar Geld, nicht jedoch Zeit sparen, denn das Ausschreiben der Stelle, das Anschreiben der Kandidat*innen, das Führen der Vorstellungsgespräche und die Vertragsgestaltung nimmt viel Zeit in Anspruch.

Agenturen für IT-Dienstleistungen sind ebenfalls eine Option, jedoch arbeiten diese mit festangestellten Fachkräften und bieten daher weniger Flexibilität. Klassische Personaldienstleister wiederum stellen einen direkten Ansprechpartner und eine große Datenbank, zur Verfügung, aus der sie zeitnah passende Kandidaten vorschlagen können. Ein großer Vorteil, jedoch liegen sie preislich über den Online-Plattformen.

Know-how: So lässt sich die Expertise des Freelancers sicherstellen

Die meisten Vermittlungen haben jedoch gemein, dass die Freelancer hier – im Gegensatz zu Anbietern wie Casana, die HR- und IT-Dienstleistungen vereinen, keine technische Eignungsprüfung durchlaufen. Werden die Arbeitskräfte vorab auf Soft- und Hardskills überprüft, hat das den Vorteil einer höheren Trefferquote für das jeweilige Projekt und spart den Unternehmen Zeit, da sie die Eignung nicht in langen Interviews selbst eruieren oder unpassende Freelancer austauschen müssen.

Sofern der Freelancer also direkt beauftragt wird oder der Personaldienstleister keine Eignungstests durchführt, sollte vor Vertragsabschluss ein technisches Interview stattfinden. Auch bei IT-Dienstleistern empfiehlt sich der genaue Blick auf die Qualifikationen, denn hin und wieder werden diejenigen Mitarbeiter vermittelt, die gerade „frei“ sind und nicht diejenigen, deren Skill-Set optimal zum Projekt passt.

Tipps: Darauf achten Freelancer bei der Projektauswahl

Die meisten Freelancer sind aus Überzeugung selbstständig und bringen daher eine sehr hohe Eigenmotivation mit – ein großer Vorteil. Die Selbstständigkeit bietet ihnen eine höhere Flexibilität im Vergleich zur Festanstellung, spannende Projekte und hohe Verdienstmöglichkeiten. Die erste Frage eines Freelancers dreht sich daher meist um den Inhalt des Projekts, gefolgt vom Projekt-Team und dann dem Unternehmen, das es ausschreibt. Technisch geprüfte Freelancer sind hochqualifiziert und haben als solche stets mehrere Angebote gleichzeitig zur Auswahl. Daher punkten Auftraggeber hier mit klar definierten Projekten, Aufgaben oder einer spannenden Vision. Bei der Auswahl eines Dienstleisters zahlt es sich daher aus, zu überprüfen, wie gut dieser das zu besetzende Projekt gegenüber den in Frage kommenden Freelancern vorstellen kann.

Budget: Was kosten IT-Dienstleistungen?

Wie viel Budget es für einen Freiberufler einzuplanen gibt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren und Anforderungen wie etwa dem gewünschten Anforderungsprofil, Standort und Sprachkenntnissen, Verfügbarkeit, Seniorität und auch von der Ausrichtung des beauftragten Dienstleisters. Beispielsweise kosten deutschsprachige Entwickler derzeit bis zu 30 Euro mehr pro Stunde als andere europäische Entwickler. Auch bei großen Personaldienstleistern gibt es eine Spanne von bis zu 30 Prozent höheren Kosten pro Stunde. Hier gilt es, auf transparente Anbieter zu setzen, die flexible Kündigungsfristen und eine transparente Preisstruktur anbieten. Eine wöchentliche Kündigungsfrist ist beispielsweise bei dynamischen Projekten besonders hilfreich.

Fallstricke: Worauf muss ich bei der Auftragsvergabe achten?

Vor der Vermittlung ist es wichtig, dass der jeweilige Fachbereich genau weiß, wobei und ab wann genau die Hilfe gebraucht wird. Je exakter die Eckpunkte, desto schneller und zielgerichteter die Vermittlung. Neben der passenden, technischen Expertise sind Projektdauer, Budget, Team-Setup (mit wem wird der Freelancer arbeiten) und der Arbeitsmodus (remote oder onsite) wichtige Faktoren.

Während der Vermittlung empfiehlt sich, die bereits erwähnte inhaltliche und kommunikative Überprüfung der Freelancer. Darüber hinaus ist ein technischer Ansprechpartner, der das Projekt kennt bzw. weiß, was erreicht werden soll, sehr hilfreich – sowohl zu Beginn als auch während des Projekts. Denn je genauer auch die Freelancer wissen, worum es im Projekt geht, desto schneller und produktiver gelingen Onboarding und die Umsetzung des Gesamtprojekts. Passen schließlich alle Parameter und kommt es zum Vertragsabschluss, empfiehlt sich ggf. auch – je nach Auftrag – das Aufsetzen eines NDA mit dem Freelancer. Im Idealfall ermöglicht der Vermittler oder der Freelancer selbst dem Unternehmen für das Projekt darüber hinaus eine hohe Laufzeitflexibilität ohne Zusatzkosten.

Der Autor Enrico Karnstädt ist Mitgründer und CEO von Casana

carbmee - die CO2-Jäger*innen

“Go Green” ist mehr als nur ein Mantra unserer Zeit, nachhaltige Lösungen werden immer häufiger gefordert. Dr. Christian Heinrich, der erst seit letztem Jahr seinen Exit beim erfolgreichen KI-Start-up Scoutbee verkündet hat, und seine Geschäftspartner Robin Spickers und Hendrik Beneke mischen mit ihrem GreenTech-Unternehmen carbmee die Branche auf. Wir sprachen mit Christian Heinrich über das Berliner Start-up und seine ambitionierten Ziele.

Wann wurde carbmee gegründet und was leistet ihr mit eurem Software-Unternehmen?

Robin Spickers und ich haben carbmee 2020 gegründet. Zu Beginn 2021 konnten wir mit Hendrik Beneke unseren technischen Co-Founder auf der Mission Net-Zero ins Boot holen und sind mittlerweile über 20 internationale CO2-Jäger*innen. Mit unserem Software-Unternehmen tragen wir dazu bei, die Treibhausgasemissionen von Unternehmen zu reduzieren. Das gelingt mit unserer Environmental Intelligence Software (EIS). Carbmee unterstützt Unternehmen, ihren Weg zur “Net-Zero” digital zu beschleunigen. Viele Unternehmen sind wichtige Stützen auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045 und müssen bereits jetzt entsprechend agieren, um eine “Netto-Null basierte” Zukunft garantieren zu können.

Dafür ist es wichtig Scope 1, 2 und 3 zu identifizieren und reduzieren. Scope 1 und 2 stellen dabei Emissionen dar, welche unternehmensintern verursacht werden. Scope 3 hingegen umfasst die indirekte Freisetzung klimaschädlicher Gase in der Wertschöpfungskette von Unternehmen. Bis dato sind die Berechnungen der Emissionen in der Lieferkette aufgrund von fragmentierten und unvollständigen Daten sehr ungenau und zeitaufwendig und stellen sich weitaus komplexer dar als es bei Scope 1 und Scope 2 der Fall ist. Das Problem liegt jedoch darin, dass gerade die Scope 3 Emissionen, die maßgeblich durch eingekaufte Materialien und den damit verbundenen Transport entstehen, den größten Teil der gesamten Unternehmens-Emissionen (oftmals über 80%) ausmachen. Bei dieser Reduktion wird ein ausgereiftes Prozess- und Technologieverständnis benötigt. Um dieser Problematik präzise entgegenwirken zu können benötigt man eine Softwareunterstützung.

Mithilfe des Environmental Intelligence Systems (EIS), gelingt es uns bei carbmee die Teams auf bestimmte Hotspots zu konzentrieren. Diese können sich dann strategisch und flexibel anhand der bestehenden Datenlage ausrichten und die CO2-Emissionen entlang der Lieferkette mithilfe der Software transparent und steuern. Unterstützt werden wir bei carbmee von erfahrenen Akteuren wie z.B. Gisbert Rühl, die mit uns das gemeinsame Ziel, nämlich die Dekarbonisierung von Unternehmen voranzutreiben, verfolgen. Aktuell nutzen unsere Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Logistikbranche, der Automobilindustrie, der Prozessindustrie und der Konsumgüterindustrie die Automatisierungs-Vorteile unserer Software.

Wie könnt bzw. wollt ihr mit carbmee die Industriewelt verändern?

Ein Hindernis stellt dabei jedoch die aktuelle CO2-Steuer dar. Schon der vom Umweltbundesamt berechnete CO2-Preis von 195 Euro pro Tonne zeigt die Tragweite umweltpolitischer Überlegungen und den Willen, eine Lenkungswirkung zu erzielen. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Produktionsstätten in andere Länder verlegt werden. Diese Prozedur ist auch als Carbon Leakage bekannt. Viele Konzerne suchen jetzt den Austausch mit GreenTechs wie uns auf, um Synergien aus dem Technologiebereich zu schöpfen. Genau hier können wir bei carbmee etwas verändern, denn insbesondere im Bereich der Lieferketten besteht großes Potenzial die CO2 Emissionen erheblich zu verringern und die Bilanz zu verbessern. Mit unserer Software kann es somit schlussendlich gelingen, mögliche Kosten einer CO2-Steuer zu vermeiden.

Welche Erfahrungen habt ihr bisher bei den Kundenerwartungen. Wie wird das Thema C02 Reduktion gesehen?

Wir beobachten großes Interesse seitens diverser Branchen, die Treibhausgasemissionen schnellstmöglich zu verringern. Viele Unternehmen gelingt es bereits Scope 1 und Scope 2 Emissionen zu verringern, doch die meisten scheitern daran die Scope 3 Emissionen niedrig zu halten. Genau diese Reduktion ist jedoch von überragender Relevanz, denn bei einigen Unternehmen macht dieser Bereich bis zu 80% ihrer Gesamtemissionen aus. Scope 3 Emissionen sind deshalb so schwierig zu reduzieren, da viele Produkte der Lieferanten in anderen Ländern bezogen werden.

Um hier die Herausforderung der Reduktion der CO2-Werte schon heute meistern zu können, ist es wichtig, mit einer unterstützenden Software Prozesse zu automatisieren und somit das Potenzial der Dekarbonisierung in Scope 3 zu erkennen. An diesem Punkt können wir mit unserem Environmental Intelligence System ansetzen und einen wesentlichen Teil dazu beitragen, Unternehmen dabei zu unterstützen teils mehr als drei Viertel ihrer Gesamtemissionen einzusparen.
Darüber hinaus wollen Firmen das standardkonforme Reporting nicht manuell durchführen. Durch das GHG Accounting konforme Reporting bietet unsere automatisierte Software eine moderne Lösung zum Managen der Emissionen. 

Ihr Founder seid auch Sportler und aktive Handballer. Inwiefern hat euch das geholfen, die unternehmerischen Herausforderungen zu bewältigen?

Sport und Unternehmertum haben mehr Ähnlichkeiten als man zunächst vermutet. Wir verbinden beide mit Handball und carbmee eine große Leidenschaft. Am wichtigsten ist uns dabei die Faszination und die Begeisterung für die Sache, die man gerade macht. Für Hendrik Beneke unseren Co-Founder, Robin Spickers und für mich, steht Teamplay deshalb an erster Stelle und ist zentraler Teil der Kultur von carbmee. Ein Team kann schließlich nur funktionieren, wenn Vertrauen besteht und sich die Mitglieder gut ergänzen. Gute Kollaboration ist auch der Mittelpunkt unserer Software; sie ist auf der einen Seite eine digitale Lösung, aber dahinter stehen viele Lieferanten mit denen wir im Austausch stehen. Wir alle profitieren davon, wenn so viele Lieferanten wie möglich zu Mitspielern werden, die auf Nachhaltigkeit setzen und in die digitale Welt einsteigen.

Every. - nachhaltig serviert

Das junge Berliner Food-Start-up Every. setzt auf ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette und verzehnfacht seine Umsätze innerhalb nur eines Jahres.

Every. macht Verbraucher*innen den Switch zu mehr pflanzenbasierter Ernährung einfach – die Folge: 2021 verkaufte man gleich mehrere hundert Tonnen Gemüse. Für die Gründer Benjamin Ahlers und Casimir Rob sind vegane Zutaten jedoch nur ein Schritt von vielen, um als Unternehmen mehr Verantwortung zu übernehmen - das beginnt mit Transparenz.

Seit März 2020 versorgt Every. mit seinem schockgefrosteten Feel-Good-Food all jene, die sich unkompliziert und gesund ernähren wollen. Alle Gerichte setzen komplett auf pflanzliche Zutaten. Mit hochwertigen Proteinen, komplexen Kohlenhydraten und guten Fetten liefern die Every.-Kreationen nicht nur alles, was man für einen energetischen Lebensstil benötigt, sondern leisten überdies einen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit. „Mit jeder einzelnen Mahlzeit treffen wir eine Entscheidung – und haben damit eine Auswirkung auf die Umwelt“, sagen Benjamin und Casimir. „Hauptsächlich vegane Mahlzeiten zu essen ist nicht nur vorteilhaft für die Gesundheit, sondern auch für den CO2-Haushalt.“

CO2-Footprint der Gerichte

Mittels aufwendiger Recherchen ermitteln die Gründer den CO2-Footprint für ihre Gerichte: Dabei werden von A bis Z alle CO2-Auswirkungen einbezogen – von Anbau und Anlieferung der Rohwaren über die Produktionsprozesse, die Verpackung und den Versand bis hin zum Stromverbrauch des Endkonsumenten für Erhitzen, Lagerung und Abspülen. Die ersten Gerichte wurden bereits berechnet und kommen durchschnittlich auf 1,1 kg CO2-Äquivalent pro Mahlzeit, wobei etwa ein Viertel (0,27 kg) auf die Zutaten entfällt. Zum Vergleich: Ein Gericht mit 200g Rindfleisch wäre gleichbedeutend mit 4 kg CO2-Äquivalent. „Mit der ganzheitlichen Betrachtung der Wertschöpfungskette gehen wir einen Schritt weiter, um unseren Kunden zu zeigen, dass jeder einzelne durch bewussten Konsum etwas verändern kann“, so Benjamin.

Nachhaltigkeit verpflichtet

Den CO2-Fußabdruck der eigenen Gerichte zu kennen ist gut – doch Every. hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen kontinuierlich zu reduzieren. Ein Beispiel ist das Logistik-Segment: Aktuell entfällt circa ein Viertel des Fußabdrucks auf Trockeneis, das zum Tiefkühlversand benötigt wird. Die Gründer arbeiten daran, in Zukunft ganz ohne Trockeneis auszukommen. In Berlin werden schon heute Bowls in der Papiertüte ganz ohne Trockeneis oder Isoliermaterial verschickt. Zum hohen Anspruch gehört natürlich auch die stetige Verbesserung der Verpackung. „Für die Isolierung unserer schockgefrosteten Produkte nutzen wir bereits kompostierbare Hanffliese und Papier, derzeit experimentieren wir mit recycelten Textilien“, sagt Casimir.

Die junge Marke, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Dänemark und den Benelux- Ländern erhältlich ist, hat große Pläne. 2021 konnten die Umsätze des Vorjahres bereits verzehnfacht werden. In den vergangenen Monaten hat sich das Team verdreifacht – zehn weitere Stellen sollen geschaffen werden. Das Sortiment umfasst mittlerweile nicht nur Bowls, die laut Angaben des Unternehmens, 2021 jeweils mehr als 40.000-mal ausgeliefert wurden, sondern auch Smoothies, Rawcakes, Brot und Ingwershots. Schon bald wird es neue Highlights geben. „Damit kommen wir unserem eigenen Ziel, den ganzen Tag mit köstlichen, gesunden und nachhaltigen Mahlzeiten abzudecken, ein ganzes Stück näher“, erklärt Casimir.

Mokebo: David gegen Goliath

Oder: Warum die Zukunft des Möbelhandels online ist. Ein Gründer berichtet.

Gemeinsam mit meinem guten Freund und Mitgründer Moritz Messinger habe ich 2018 mokebo gegründet. Unsere Mission ist, den Möbelhandel ins digitale Zeitalter zu bringen und den jungen, trendorientierten Kund*innen ein modernes, nach bewussten Gesichtspunkten selektiertes, nachhaltiges Möbel-Sortiment zur Verfügung zu stellen. Eigentlich ein klares Ziel, doch bei genauerem Hinsehen gleicht dieses Vorhaben dem Kampf von David gegen Goliath* Die Annahme, man müsse Möbel unbedingt anfassen und testen, bevor man sie kauft, ist noch in vielen Köpfen verankert. Wir glauben aber, dass es auch anders geht und dass wir mit Nachhaltigkeit und exzellentem Service den Online-Möbelhandel revolutionieren können.

Nachhaltigkeit auf mehreren Ebenen

2021 fängt keine Revolution mehr mit dem Stichwort Nachhaltigkeit an. Nicht, weil das Thema nicht mehr relevant wäre – ganz im Gegenteil –, sondern weil sie unumgänglich ist. Selbstverständlich handeln auch wir bei mokebo nachhaltig wo immer möglich. Einerseits meinen wir damit natürlich, dass wir unter anderem Kollektionen aus Natur- und umweltverträglichen Materialien vertreiben: beispielsweise einen Sitzsack, dessen Stoff aus recycelten Plastikflaschen besteht. Alle Holzmöbel werden in Nordrhein-Westfalen mit Photovoltaik-Strom hergestellt. Auch werden der Großteil der Produkte erst dann und in Europa produziert, wenn sie bestellt werden, um lange und eigentlich unnötige Lagerzeiten zu vermeiden. Und verschickt wird in der letzten Meile klimaneutral. Andererseits beziehen wir Nachhaltigkeit auch auf die Beziehung zu unseren Kund*innen und Lieferant*innen. Die Kund*innen sind unser zentralster Fokus, dazu aber später mehr.

Wir legen großen Wert auf ein gutes und langfristiges Verhältnis zu unseren Hersteller*innen. Wir definieren uns nicht nur als Abnehmer ihrer Produkte, sondern auch als langfristige Partner. Wenn es uns gelingt, stabile Beziehungen aufzubauen, profitieren wir alle. So unterstützen wir unsere Hersteller*innen dabei, zum Teil selbst kleinere Unternehmen, ihre Prozesse zu digitalisieren. Die Einführung von Tools, beispielsweise für die nahtlose Verbindung beider Warenwirtschaftssysteme, die die Zusammenarbeit mit uns wiederum einfacher macht, hilft ihnen, ihr Unternehmen weiterzuentwickeln und wir unterstützen sie dabei.

Bei mokebo bedeutet Nachhaltigkeit also nicht nur, rücksichtsvoll mit der Umwelt und der Natur umzugehen, sondern auch langfristig zu denken und ein belastbares, auf Vertrauen und gemeinsamen Werten basierendes Geschäftsumfeld aufzubauen.

Wachstum aus eigener Kraft

Wer Start-up sagt, meint meistens auch die Beteiligung von Wagniskapitalgebern am Unternehmen. Mein Mitgründer Moritz und ich haben uns aber bewusst gegen dieses Modell entschieden und bauen mokebo aus eigenen finanziellen Mitteln auf, bootstrapped also. Das wichtigste Asset war dabei unsere Erfahrung: Moritz hatte erste Kontakte in die Möbelindustrie und im Zuge seines Dualen Studiums Einblicke in die Otto Group gewonnen. Ich war fast sechs Jahre lang für Amazon unter anderem als Product Manager tätig und konnte Erfahrungen im Bereich der Plattform-Ökonomie sammeln. Als Gründer-Team waren wir also gut aufgestellt und haben mokebo zunächst in einem sogenannten Lean-Launch gestartet. Mit nur einem Hersteller, der bis heute ein wichtiger strategischer Partner ist, und dem Fokus auf den zu dem Zeitpunkt einzigen Vertriebskanal Amazon ging es los. Dieses Setup war für uns die bestmögliche Kombination aus hoher Qualität und geringer Komplexität und ermöglichte uns, schon im ersten Jahr profitabel zu sein.

Mit zunehmendem Wachstum haben wir die Zahl der Fremd-Plattformen selektiv erhöht. Um aber unser Ziel, nämlich exzellenten Service im Online-Möbelhandel, nicht aus den Augen zu verlieren, fokussieren wir uns inzwischen ausschließlich auf Otto und Amazon – diese Plattformen decken etwa 75 Prozent der Nachfrage für Home & Living-Produkte im deutschen E-Commerce ab. Auch unser eigener Webshop gewinnt immer mehr an Relevanz, er ist der am schnellsten wachsende Vertriebskanal* Die Daten zeigen, dass insbesondere Zweitkäufe hauptsächlich über unsere Website stattfinden, weil die Kund*innen offensichtlich eine direktere Beziehung zu mokebo wünschen, sobald sie uns einmal kennengelernt haben. Auch die durchschnittlichen Warenkörbe sind hier am höchsten.

Kundenservice als Herzstück

Unsere Mission ist es, die Möbelindustrie nachhaltig zu digitalisieren und im Zentrum steht dabei hervorragender Service im Onlinehandel. Im ersten Schritt bedeutet das, eine lückenlose Customer Experience zu schaffen, durch die die Kund*innen digital an die Hand genommen und im Kaufprozess begleitet werden. Der Möbelkauf war bislang eine Domäne des stationären Handels, neue Möglichkeiten müssen da erst ihren Platz finden. Das Gefühl, immer eine*n Ansprechpartner*in zu haben, alle Fragen beantwortet zu bekommen und auch bei kleinen und großen Problemen nicht alleine gelassen zu werden, ist entscheidend für die Zufriedenheit der Kund*innen. Letztlich führt das dazu, dass mokebo einen bleibenden positiven Eindruck hinterlässt. Nur wenn das der Fall ist, setzt sich der E-Commerce im Home & Living-Bereich immer mehr durch und Menschen erwägen Möbel immer und immer wieder online zu kaufen – bestenfalls natürlich bei mokebo.

Auch aus ökonomischer Sicht wird Kundenservice immer wichtiger* Zuletzt sind die Akquisitionskosten für Neukund*innen dramatisch gestiegen. Ein Klick auf einen Suchbegriff wie beispielsweise „Stehleuchte” kostet heute schon deutlich über 1,50 Euro. Um dennoch profitabel zu sein, haben wir den Fokus vermehrt auf Paid-Social-Marketing gelegt, denn* Auf Facebook und Instagram werden unsere Warengruppen, beispielsweise also die Stehleuchte von oben, deutlich weniger beworben. So erzielen wir dort noch gute Customer Acquisition Costs (sog. CACs). Auch versuchen wir die Kundenströme dann gezielt auf unseren eigenen Webshop zu lenken, der aus strategischer Sicht ein immer wichtigeres Werkzeug wird. Die großen Plattformen verlangen 15 Prozent Provision und bis zu fünf Prozent Marketing-Fees, dementsprechend schrumpft unsere Marge bei diesem Absatzweg. Auch geben die Plattformen wenig Auskunft über die Verteilung von Neu- vs. Bestandskund*innen, einem wichtigen strategischen Anhaltspunkt für uns.

Aber dennoch* Amazon und Otto sind wichtige Kanäle für uns, die bewusste Balance aus eigenen und Fremdplattformen ist hier das Geheimnis. Unsere Daten zeigen hier ein interessantes Bild* Häufig werden unsere Kund*innen über die Plattformen auf uns aufmerksam und wickeln den Erstkauf auch dort ab. Die Beratung findet aber schon in unserer Spielfeldhälfte statt, beispielsweise via WhatsApp. Dieser Service ist so überzeugend, dass der Zweitkauf dann zumeist direkt über unseren Webshop stattfindet. In die Weiterentwicklung unseres Shops investieren wir derzeit sehr viel, flankiert wird er von ergänzenden Maßnahmen. Beispielsweise haben wir vor wenigen Wochen ein umfangreiches Newsletter-Konzept gestartet und können auf eine inzwischen starke Instagram-Community setzen.

Genau das sind die ersten Schritte hin zu unserem großen Ziel* zu zeigen, dass Möbel-E-Commerce nicht nur funktioniert, sondern einen besseren Service leisten kann, als die herkömmlichen stationären Angebote.

Dorfladen gründen: Tipps und To do‘s

Die vier Säulen eines dauerhaft profitablen Dorf- bzw. Bürgerladens.

Nicht erst seit dem Ausbruch der Corona-Krise suchen viele Menschen im Supermarkt einen Treffpunkt, der gute Laune macht. Der Dorfladen weist manchmal ein Café auf, in dem sich Jung und Alt gerne treffen. Ein Dorfladen muss eine stimmungsvolle Atmosphäre aufzeigen und zum Small-Talk einladen. Doch ist der Konkurrenzkampf zwischen Discountern und Supermärkten nicht mehr als groß? Wir stellen die wichtigsten 4 Säulen vor, die bei der Gründung vom Dorfladen einen großen Stellenwert einnehmen.

Miss dich nicht mit Discountern oder Supermärkten

Keine Frage: Ein Dorfladen ist kein Geschäft, in das die Kund*innen wegen der preiswerten Angebote kommen. Hier möchte man ein Schwätzchen halten und eine schöne Atmosphäre genießen. Aus diesem Grunde solltest du überlegen, was genau du alles an Leistungen in deinem Dorfladen mit aufnehmen möchtest. Mancher Dorfladen bietet einen Lotto- und Reinigungsservice an oder arbeitet mit einer Poststelle zur Paketaufgabe und -annahme. Dadurch werden zusätzliche Einnahmen generiert, die du nicht unterschätzen darfst. Auch eine Änderungsschneiderei wird in der heutigen Zeit ab und an gesucht. Je nach Talent und Möglichkeiten solltest du vor der Gründung genau überlegen, welche Geschäftsfelder du abdecken kannst.

Tipp: Überlege, wie du ein Alleinstellungsmerkmal als Dorfladen-Betreiber*in vorweist, das überzeugt.

Analysiere die Lage sehr gut, bevor du dein Unternehmen gründest

Natürlich solltest du vor der Gründung genau überlegen, welche Chancen du mit deinem Dorfladen haben wirst. „Die Lage, die Lage und nochmals die Lage“ - dies ist eine Philosophie, die du niemals außer Acht lassen darfst! Wenn du Discounter oder gut besuchte Supermärkte in deiner Nähe findest, dann ist es schwierig, mit einem Dorfladen den Lebensunterhalt zu verdienen. Der „Tante-Emma-Laden“ mit langen Öffnungszeiten und deinem vollen Arbeitseinsatz muss sich in einer Lage befinden, in der die Menschen das Geschäft gern aufsuchen. Hier wird eingekauft, um vielleicht auch einen Kaffee zu trinken und einen Plausch unter Nachbarn zu führen.

Tipp: Überlege dir genau, in welcher Lage du deinen Laden eröffnen möchtest und plane alle Mietkosten mit ein. Je besser du ins Dorfleben integriert bist, desto eher wird dein Geschäftsmodell vermutlich unterstützt.

Arbeite mit regionalen Herstellern zusammen, die man gern fördern möchte

Natürlich weist ein Dorfladen meist ein Sortiment an Waren auf, in dem jeder fündig werden kann, Voraussetzung dafür ist, dass das Motto „Qualität hat ihren Preis“ beachtet wird. Biete Bio-Waren von regionalen Betreibern an, die man gern unterstützt. Das Thema Nachhaltigkeit ist mehr, viel mehr, als ein Trend der Zeit, der bald wieder verfliegen wird. Zum Beispiel kannst du ein Geschäft ganz ohne Verpackungen in deinen Dorfladen integrieren. Somit schützt du Umwelt und Natur oder sparst Müll. Meist weist ein Dorfladen frische Lebensmittel auf, die verderben könnten. Hier solltest du oberste Wachsamkeit walten lassen. Ggf. lohnt es sich, mit selbstgemachten Naturkosmetik-Produkten (aus wertvollen Lebensmitteln, die vor dem Verderb geschützt werden) ein weiteres Geschäftsfeld abzudecken.

Tipp: Ein gutes Netzwerk zu regionalen Herstellern, mit denen du gern zusammenarbeitest, ist eine Eintrittskarte für den Erfolg.

Bei aller Leidenschaft dürfen Zahlen und Fakten im Businessplan nicht euphorisch geplant werden

Mit Herzblut und vollem Einsatz möchten sich heutzutage einige Menschen mit einem Ladengeschäft, das nicht jeder hat, selbstständig machen. Doch Vorsicht: Bitte kalkuliere vorsichtig und plane clever. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und besser als Euphorie, weil du alles, was erzählt wird, glaubst. Zahlen, Daten und Fakten musst du mit einem Banker oder Berater in Sachen Unternehmensgründung genau analysieren. Auch beim Abschluss von Internet oder bei den Stromanbietern kannst du intelligent sparen, indem du den Neukundenbonus nutzen und verschiedene Dienstleister miteinander vergleichst. Daneben solltest du bei jeder Unternehmensgründung wissen: „Gut Ding will Weile haben.“ Rechne also mit Anlaufschwierigkeiten und kalkuliere in den ersten Monaten besonders defensiv.

Tipp: Denke bei jeder Kalkulation auch an den Ausfall deiner Arbeitskraft. Plane ggf. Versicherungen mit ein, die im Beitrag je nach Situation die Kosten deutlich erhöhen können. Wer von Anfang an alle Eventualitäten mit einplant, wird auf Dauer die Nase vorn haben.

Fazit

Dorfläden können sich dann durchsetzen, wenn der Betreiber/die Betreiberin besonders fleißig und freundlich ist. Zeige Menschlichkeit und beweise täglich den Kund*innen, dass sie von dir wie ein König behandelt werden.

Der Autor Wolfgang Gröll gilt als der "Dorfladen-Papst" schlechthin in ganz Deutschland. Seit mehr als 30 Jahren bringt er Erfahrung im Business des „Tante-Emma-Ladens“ mit. Fast 1000 kleinen Dorfläden konnte er bei der erfolgreichen Unternehmensgründung unter die Arme greifen. Nach seiner Philosophie möchte er kleinen Dorfläden dabei helfen, nicht illusorisch zu kalkulieren und zu zeigen, wie sie besser als die Konkurrenz sein können.

Dossier: Die App-Economy

Die Zeiten, in denen sich mit einer App schnelles Geld verdienen lässt, scheinen vorbei. Doch die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm und bieten Gründern viele Möglichkeiten. Wir zeigen die wichtigsten Trends der App-Economy.

Mehr als 45 Millionen Deutsche besitzen aktuell ein Smartphone. Der Branchenverband Bitkom rechnete hoch, dass die Deutschen 2014 rund 3,4 Mrd. Apps installierten. Im Google Play Store warten aktuell 1,5 Mio., bei iTunes 1,4 Mio. und im Windows Phone Store 340.000 Apps auf den Download. Die meisten Apps gibt es im Bereich B2C, weniger vertreten sind sie (noch) im B2B-Bereich. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die App-Economy gegenüber 2013 rund ein Drittel mehr Umsatz: 717 Mio. Euro – Tendenz steigend. Offen bleibt die Zahl der Start-ups in der App-Economy.
 

Problemfeld Monetarisierung

85 Prozent aller heruntergeladenen Apps sind kostenfrei, die  Zahlungsbereitschaft der User ist gering. Der  Vertriebsweg von Apps über die App-Stores ist einer von vielen, auch die Geschäftsmodelle unterscheiden sich deutlich von klassischen Geschäftsmodellen, sie werden immer vielschichtiger. „Ein Gründer, der seinen Unique Selling Point klar definiert und seiner Zielgruppe einen Mehrwert bietet, der verdient in der App-Economy Geld. Start-ups sollten sich unbedingt Gedanken machen, wie sie ihre App monetarisieren. Da hapert es oft“, mahnt Dr. Carsten Rudolph vom Gründungs-, Finanzierungs- und Wachstumsnetzwerk BayStartUp in München. Ob die Leistung einer App in Geld umsetzbar ist, ist schwer voraussagbar: „WhatsApp zum Beispiel ist eine Sucht. Bevor man seine Kontakte verliert, gibt man einen Euro mehr aus. Doch auch für eine Windvorhersage?“, gibt Dr. Rudolph Gründern zu bedenken.

Man solle überlegen, dass es viel Geld kostet, eine App zu entwickeln, das beginne bei einigen 1000 Euro für die Basisversion. Vorteilhaft ist natürlich, wenn Start-ups das Wissen haben, selbst eine App zu entwickeln. Oder sie finden spezialisierte Anbieter, die die Programmierung von Apps so einfach machen, dass man mit deren Technologie die geplante App ohne weitere Kosten selbst entwickelt.
Wichtig zu wissen: Geldgeber findet ein App-Start-up oft erst, wenn es eine Basisversion hat und glaubwürdig macht, dass man damit Geld verdient. Ist die App einmal auf dem Markt, ist es extrem wichtig, dass man bekannt wird, ohne ein Vermögen in billboards zu stecken.

Dr. Rudolph: „Viele Start-ups der App-Economy unterschätzen die Menge an Nutzern, die sie brauchen, um im App-Store nach vorne zu kommen.“ Ein App-Start-up, das 10.000 bis 20.000 Nutzer hat, von denen aber nur die Hälfte 50 Cent ausgibt, um die App zu bekommen, kann davon schlichtweg nicht leben.
 

Perfektion ist unerlässlich

„Angesichts der riesigen Konkurrenz auf dem App-Markt ist es wichtig, auf Qualität zu achten – hierfür ist Testing hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität unabdingbar“, so Philipp Benkler, Geschäftsführer des Münchner Start-ups Testbirds. Das Unternehmen bietet Software-Testing u.a. für mobile Apps an, und zwar mit Hilfe von Testern aus der Crowd (sog. Crowdtesting): „Wir predigen unseren Kunden, dass die Nutzer von Anfang an absolute Perfektion erwarten – das ist die Basis unseres Geschäftsmodells.“ Hapert es an der Qualität einer App, so hat dies weitreichende Folgen: Statistisch gesehen wird jede vierte App in ihrem Leben nur ein einziges Mal geöffnet.

Steckte ein Gründer zuvor tausende Euro in die Entwicklung einer Anwendung, ist das ein absolutes Worst Case Szenario. Sind die Bewertungen im App-Store einmal im Keller, ist es schwer, wieder herauszukommen. Deshalb setzten sich Markus Steinhauser, Georg Hansbauer und Philipp Benkler 2011 zusammen, entwarfen die Testbirds am Reißbrett: Ziel sollte es sein, Europas führender und innovativster Crowdtesting-Anbieter zu werden.

Ihren ersten Kunden trafen die Gründer zufällig, noch bevor das Start-up offiziell gegründet war. Ein Unternehmen brauchte einen Software-Test, aber Theorie und Praxis klafften bei den Testbirds damals noch weit auseinander. Mit vielen schlaflosen Nächten schafften die drei Gründer ein respektables Ergebnis und verdienten so das erste Geld. Sie stellten dann einen Antrag für das Exist-Gründerstipendium, suchten und fanden Investoren, entwickelten ihr Business learning by doing weiter. Heute hat Testbirds rund 60 Mitarbeiter, Büros in vier großen europäischen Städten und gut 100.000 Tester in 132 Ländern.

Raffaela Rein: Die anderen kochen auch nur mit Wasser!

Raffaela Rein ist die Gründerin und ehemalige CEO des EdTech-Start-ups CareerFoundry. StartingUp erzählt sie, warum Unternehmertum ein Frauenberuf ist und sie es jetzt als Gründerin von WildWildVentures noch einmal wissen will.

Raffaela Rein sprudelt voller Ideen und Tatendrang. Das Unternehmertum wurde ihr quasi in die Wiege gelegt: Schon ihre Eltern zog es in die Selbständigkeit. „Das wurde von ihnen schon immer als etwas sehr Positives dargestellt“, so Raffaela. Beschleunigt wurde der Gedankengang spätestens bei ihrem Berufseinstieg. Als Investment-Strategin bei einem großen amerikanischen Investor bemerkte sie schnell, dass es Jahre dauern kann, bis man sich als blutjunge Einsteigerin in einem Unternehmen echte Führungsverantwortung erarbeitet. Beim Berliner Company Builder Rocket Internet, für den sie Start-ups in China, Australien und Taiwan aufbaute, kam Raffaela dann zu dem Schluss, etwas Eigenes aufbauen zu müssen: „Bei Rocket habe ich richtig unternehmerisches Blut geleckt. Ich wusste, ich will etwas aus dem Nichts aufbauen, kreativ sein, auf eine unternehmerische Art und Weise.“

Während viele ehemalige Rocket-Mitarbeiter*innen den Company Builder durchaus kritisch beäugen, blickt Raffaela positiv auf ihre Rocket-Zeit zurück, denn ohne diesen Zwischenstopp hätte sie es sich vielleicht nicht zugetraut, in den Zwanzigern zu gründen. „Ich habe dort einfach gesehen: Die kochen auch nur mit Wasser, die sind auch chaotisch, obwohl sie so viele erfolgreiche Firmen bauen. Da kam das Selbstbewusstsein: Wenn die das können, kann ich das auch.“

Der Aha-Moment

Die passende Idee zum eigenen Unternehmen kam Raffaela bei ihrer nächsten Station als Entrepreneur in Residence bei Axel Springer, wo ihr Team 150 Entwickler*innen und Designer*innen einstellen wollte, um Ideen fürs Medienportfolio zu entwickeln – und damit scheiterte. „Es war unmöglich, diese Leute zu finden. Das war ein Aha-Moment“, so Raffaela. Dabei war zu Beginn noch nicht klar, dass sie eine Art Schule gründen würde. „Zuerst hatte ich die Idee, eine Art LinkedIn für Entwickler zu bauen. Aber ich bin als Betriebswirtin sehr praktisch veranlagt. Was ich mache, das muss auch Geld machen können und Hand und Fuß haben“, so Raffaela. Dies ist zugleich etwas, was sie anderen Gründungsmutigen auf den Weg mitgeben kann. Das „einfach mal loslegen“, das man oft als Tipp hört, sollte vor allem durchdacht passieren: Gibt es genug Nachfrage? Kann das klappen? Welche sozioökonomischen Trends gibt es? Wohin bewegt sich die Welt?

Außerdem brauche man, so Raffaela, vor allem eines: Durchhaltevermögen – insbesondere am Anfang und in der Wachstumsphase. Dass sich die unruhige Zeit auch auf die Psyche schlagen kann, weiß sie selbst nur zu gut. „Die tiefen Zeiten, wenn man gründet, sind wirklich sehr tief, da muss man eine Kämpfernatur sein, um das auszuhalten. Der Kampf, vor allem mit sich selbst als Gründer*in, ist super intensiv, weil man diese große Erwartungshaltung an sich selbst hat.“ Wenn es nicht mehr weitergeht, rät Raffaela dazu, ein Coaching zu nehmen. Das habe ihr selbst in einer der schwierigsten Unternehmens­phasen, als CareerFoundry ins Wanken kam, sehr geholfen.

Co-Founder-Speeddating

Oft scheitern Gründungen nicht an der Idee, sondern an der Suche nach geeigneten Mitstreiter*innen. „Die Suche nach dem technischen Mitgründer gestaltete sich wirklich schwierig. Dazu kam noch, dass ich wegen meiner Rocket-Stationen in Asien kein Netzwerk in Deutschland hatte“, so die Gründerin rückblickend. Raffaela startete daher online einen Co-Founder-Aufruf. Von den 20 Personen, die sich auf ihre Anzeige meldeten, blieb schlussendlich nur eine Handvoll über. „Der Rest passte nicht, hatte utopische Gehaltsvorstellungen oder wollte nicht genauso viel Herzblut in den Aufbau stecken wie ich, dafür aber ungleich höhere Anteile.“

Wer übrig blieb, war Martin Ramsin, zunächst CTO, heute CEO von CareerFoundry. Dass es mit Martin klappen würde, wusste Raffaela, nachdem sie auf einer Veranstaltungsplattform ein MVP von CareerFoundry testen wollte. Dazu organisierte sie ein Coding-Bootcamp, erhielt zahlreiche Anmeldungen, hatte aber keinen Lehrer. „Martin war sofort spontan dabei – da wusste ich, dass er der Co-Founder ist, den ich brauche.“ Nachdem die beiden diverse Konzepte durchspielten, war schnell klar, dass das von CareerFoundry am meisten Sinn ergeben würde. Der Fachkräftemangel war bereits damals (2013) ein großes und wachsendes Problem. „Und obwohl es damals schon so offensichtlich war, hat sich seitdem in der Politik nicht viel getan“, fügt Raffaela kritisch hinzu.

Billig ist oft teuer

Die Anfangsphase, für viele Gründer*innen die schwierigste Phase, war bei CareerFoundry weniger hart. Hier habe die Rocket-Internet-Erfahrung geholfen. „Allerdings hatte ich das Thema Fundraising total unterschätzt. Die erste Finanzierung zu bekommen, das war schon happig, echt hart“, so Raffaela. „Damals schwirrten in Berlin auch noch nicht die Milliardenbewertungen herum.“ Hinzu kam, dass EdTech-Investments in Europa noch sehr selten waren. „Bis heute gibt es nicht viele erfolgreiche Vorzeige-Start-ups in Education“, meint sie. „Und der Appetit der Investoren war nicht allzu groß. Das hat sich erst durch die Corona-Krise und dem damit einhergehenden größeren Verständnis für bzw. Bedarf an Online-Learning-Themen entwickelt.“ Dazu kam, dass Raffaela von Beginn an eine ambitionierte Bewertungsvorstellung hatte. „Natürlich hätte ich meine Bewertung niedriger ansetzen und schneller jemanden finden können“, so die Unternehmerin. Dass sie es in dieser Phase als Frau bzw. Gründerin schwieriger gehabt hätte als Gründer, kann Raffaela nicht sagen – das Gegenteil sei der Fall gewesen: „Ich persönlich hatte das Gefühl, dass mir die Türen offenstanden, gerade weil ich eine Frau bin. Der Druck, ein diversifiziertes Portfolio als Investor zu haben, war damals schon groß – natürlich muss dann der Rest auch noch passen.“

Für die Seed- und A-Runde hatte Raffaela jeweils rund 200 Investorenmeetings. „Das unterschätzen viele, weil niemand darüber redet. Die wenigsten sagen ehrlich, wie viele Gespräche sie hatten, bis es passte und geklappt hat“, so Raffaelas Erfahrung. Grundsätzlich würde sie sich wünschen, dass mehr Frauen gründen würden. Auch, weil man sich als Unternehmerin seinen Arbeitsalltag selbst bestimmen könne. Klar, anfangs sei es hart und man habe wenig Zeit, aber später könne man sich dann durchaus auch Freiheiten herausnehmen. „Gründen ist ein super Frauenberuf, gerade auch in Bezug auf Familienplanung. Daher ist es schade, dass nicht mehr Frauen gründen“, so Raffaela, und sie ergänzt: „Du bist eben dein eigener Chef – und das hat auch Vorteile.“ Überhaupt sei Gründen wie Kinder kriegen, scherzt sie, die vor Kurzem eine Tochter bekommen hat. „Es gibt keine Gründung, die nur rund läuft. Aber man vergisst das immer wieder, so wie man als frisch gebackene Eltern auch die schlaflosen Nächte wieder vergisst.“

Heute ist CareerFoundry Europas größte Plattform für Kurse in den Bereichen Programmieren, Design und im Produktmanagement. Jede(r) Schüler*in wird durch Mentor*innen unterstützt, und eine Jobgarantie soll motivieren, bis zum Ende durchzuhalten. Die Kurse sind praxisorientiert und wollen den direkten Berufseinstieg möglich machen. Zum Teil finden Absolvent*innen auch Jobs direkt bei CareerFoundry.

Digitalkompetenz fehlt

Obwohl das Unternehmen ein breites Netzwerk vor allem in der Design-Community in Deutschland aufgebaut hat, fällt es schwer, passende Programmierer*innen für die Weiterentwicklung der Plattform zu finden. „Da geht es uns wie allen anderen“, meint Raffaela. „Gerade im Programmierbereich ist es am allerschwierigsten.“ Die Situation wird sich in den kommenden Jahren noch verschlimmern. „Es muss schon in der Schule viel mehr gemacht werden – in Deutschland wird fast keine Digitalkompetenz vermittelt. Generell muss langfristig Begeisterung für technische Berufe hervorgerufen werden, Beispiele gezeigt werden. Kurzfristig kann man da leider wenig bewegen“, so Raffaela.

Gründerstorys: Handel mit hochpreisigen Produkten

Vier Start-ups, die sich mit dem Fokus auf hochpreisige Waren und Dienstleistungen einen Namen gemacht haben.

Der Handel mit hochpreisigen Produkten ist nicht allein lukrativ, er verschafft auch Aufsehen. Etliche Gründer*innen können sich über die Gewinnmarge beim Vertrieb hochpreisiger Waren den Geschäftseinstieg erleichtern. Einigen gelingen gar echte Erfolgsstorys. In diesem Artikel werden einige der ruhmreichen Beispiele aufgezeigt.

1. Chronext: Luxusuhren als Verkaufsschlager

Das Start-up störte sich am in sich geschlossenen Markt der Luxusuhren. So erstellte das Unternehmen einen Onlinemarktplatz rein für gebrauchte Luxusuhren. Chronext hat eine eigene Meisterwerkstatt, in der angekaufte Uhren hochwertig aufgearbeitet werden. Mittlerweile bietet Chronext über 26.000 Uhrenmodelle und wurde durch die Swatch-Group zertifiziert. Chronext, ursprünglich aus Köln, beschäftigt heute 130 Mitarbeiter und unterhält mehrere Standorte.

Interessent*innen haben dank Chronext die ideale Möglichkeit, gut gewartete und aufbereitete Luxusuhren auf einem eigenen Marktplatz zu erwerben. Diese Option bestand durch die Geschlossenheit der Branche früher nicht, da Uhren entweder von Hand zu Hand gingen oder nur über spezielle Händler*innen im Luxussegment verkauft wurden. Ein Blick auf die Angebote für die TAG Heuer Aquaracer zeigt, dass Nutzer*innen hier tolle „Schnäppchen“ machen können.

2. JetSmarter: Reisen einmal ganz anders

Dieses Start-up lässt Exklusivität fliegen. Es handelt sich um eine Plattform, die User*innen Sitze in Privatjets vermittelt. Der Hintergrund der Idee ist, dass exklusive Privatjets zwar häufig für Flüge nach Dubai, Miami oder Sydney gebucht werden, doch der Rückflug findet direkt statt – mit leeren Sitzen. Dass dies weder nachhaltig noch ökonomisch sinnvoll ist, hat das Start-up gut erkannt.

Über die Plattform können sich nun Mitglieder von JetSmarter für einen Sitz in einem Privatjet anmelden. Die Mitgliedschaft bei JetSmarter ist allerdings nicht unbedingt günstig. Mindestens 5.000 Dollar kostet der Jahresbeitrag, einige Flüge sind für Mitglieder durch die Jahresgebühr abgedeckt. Bei anderen Flügen reduziert sich der eigentliche Flugpreis durch die Mitgliedschaft auf einen Betrag, der auf dem First-Class-Niveau liegt. Das Alleinfliegen ist allerdings nicht immer gegeben. Einige Flüge werden mit bis zu zwölf Personen verteilt, doch sind diese Flüge auch günstiger.

3. Nicki’s: Luxuskleidung für die ganz Kleinen

Eigentlich existiert das Unternehmen schon seit 1985 und war bekannt als Luxus-Kindermodengeschäft. Mit der frischen Unternehmensgeneration wird zwar weiterhin auf die traditionellen Werte gesetzt, doch kommt der Digitalsektor hinzu. Das neu gegründete Start-up beschäftigt vierzig Mitarbeitende in München, sucht beständig neue Angestellte und bietet nun auch die Luxuskinderkleidung im Onlineshop an.

4. Entrupy: Produktfläschern auf der Spur

Produktfälscher sind stets ärgerlich, im Luxussegment jedoch ein echtes Fiasko. In der USA bildete sich das Start-up Entrupy, welches Luxushändlern beim Auffinden von Fälschungen digital hilft. Doch wie funktioniert das?

Entrupy entwickelte einen Code, der als Schutzwall wirkt. Ein Algorithmus kontrolliert Fotos von Luxusartikeln automatisch auf die Echtheit der Artikel. Ist ein Händler interessiert, so kann er den Service im Abo erwerben und alle Produkte mit dem digital hinterlegten Zertifikat vertreiben. Hersteller von Markenwaren müssen nun vor ihrem Verkauf die Ware einmal scannen, sodass die „DANN“ des Stücks in die Datenbank kommt. Von jetzt an lässt sich das Stück auf Fotos immer wiedererkennen.

Sollte die Software, die laut Angaben von Entrupy eine Trefferquote von rund 98,5 Prozent hat, einmal versagen, erstattet der Betrieb die Kosten. Das Angebot richtet sich an Hersteller, Second-Hand-Händler im Luxusbereich sowie an Online-Marketplace-Betreiber.

Das sind natürlich nicht alle Start-ups, die rund um das Luxussegment eine Erfolgsstory schrieben oder gerade im Begriff sind, sie zu schreiben. Für Gründer*innen ist der Luxusbereich äußerst interessant, denn für gute Ideen sind die Marken oft bereit, gutes Geld zu bezahlen.

Fazit – Erfolg durch den Erfolg

Gründer*innen, die sich im Luxussegment mit eigenen Ideen durchsetzen, schaffen dies auf zweierlei Weise. Entweder sie lösen sie Probleme, die Luxushersteller haben. Oder sie bieten einen Weg, am Luxus teilzuhaben, ohne zu dem berühmten „Einen Prozent“ zu gehören. Gemein ist ihnen, dass sie überraschende und zielführende Ideen hatten. Ob dies nun der Marktplatz für Luxusuhren ist, die Plattform, auf der Plätze in exklusiven Jets gebucht werden kann oder ob Plagiate gefunden werden.

VAIRTUAL startet als virtuelle Fluggesellschaft per Social Crowdflying

Das Social Crowdflying Konzept von VAIRTUAL zielt darauf ab, künftig Flüge über ein digitales Portal gemeinsam mit den Passagieren zu finanzieren.

Als virtuelle Fluggesellschaft ohne eigenes AOC („Air Operator Certificate“) besitzt VAIRTUAL keine eigene Flugzeugflotte; eine externe Flotte von Partnerairlines wird die angebotenen Flüge durchführen. Das Spannende an diesem innovativen Konzept ist die Art und Weise, wie VAIRTUAL seine Flüge auf dem Portal anbietet: Die Community erzeugt über eine spezielle Funktion nach dem Crowdfunding-Prinzip eine natürliche Nachfrage auf bestimmten Strecken zu bestimmten Terminen. Basierend auf diesen Anfragen organisiert das VAIRTUAL-Team innerhalb weniger Tage das Flugzeug inkl. Crew (“Wet Lease”) und gibt das Angebot mit einem finalen Preisvorschlag an den interessierten Passagier zurück, der diesen sofort bestätigen und den Flug buchen kann. Freie Restplätze auf bereits bestätigten Flügen werden über eine separate Funktion verkauft. „Das Konzept einer virtuellen Airline statt einer klassischen Airline wird uns ein Höchstmaß an Flexibilität geben, ohne dabei das Potenzial einer digitalen und globalen Marke zu verschenken“, so Gründer Lukas Hofmeister.

Lovebrand über den Wolken

Dieses einfache, aber ebenso neuartige Konzept zielt darauf ab, eine neuartige Beziehung und treue Crowd-Community mit den Kund*innen aufzubauen: ein sog. Lovebrand mit starkem, internationalem Wachstumspotenzial. Mit dieser Strategie möchte VAIRTUAL den Passagieren das Gefühl geben, Teil der Marke und des Unternehmens zu sein. Das Angebot richtet sich vor allem an B2C-Leisure Zielgruppen mit dem Fokus auf trendige, nachhaltige Nischendestinationen. „Die Plattform wird nur sehr wenige Funktionen haben, auf die man sich konzentrieren kann. Klarheit und Transparenz werden die Schlüsselfaktoren sein“, erläutert der CEO die Umsetzung des Konzepts. So zahlt beispielsweise jede(r) Passagier*in auf einem Flug den gleichen Flugpreis und alle Tickets sind zu 100 Prozent über einen Partner International CO2 kompensiert.

Abheben ab 2022

Aktuell startet das junge Start-up gerade die Portalentwicklung. Ab dem ersten Quartal 2022 will man bereit sein, die ersten Flüge zu starten. Ein erstes Streckennetz wird demnächst bekanntgegeben, das Unternehmen strebt jedoch als ersten Quellmarkt klar die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) an.