HANS Brainfood – die Hanf-Pioniere auf Wachstumskurs


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Ende 2018 hatte ich – Hans – das große Vergnügen, die sympathischen Co-Gründer von HANS Brainfood – Matthias Coufal und Jakob Graf – erstmals auf einer Genuss-Messe in München zu treffen. Hier liest du, wie sich das damals noch junge Hanf-Business der Regensburger weiterentwickelt hat.

Hier kannst du unser Interview von 2018 nachlesen.

Zu dieser Zeit (2018) war das Thema Hanf bereits im Begriff, zu einem Trend zu werden. Nicht jedes Start-up, das seitdem auf Hanf (in Lebensmitteln) gesetzt hat, konnte sich damit am Markt etablieren – umso erfreulicher die Entwicklung der Regensburger Gründer. Ein Pluspunkt waren von Beginn an die eigenen Hanffelder in Deutschland, die nachhaltig sind und umständliche Importe obsolet machen. Ein weiterer Vorteil des Trios: es entwickelt verdammt leckere Snacks …

Vor Kurzem haben die Hans Brainfood’ler in Rekordzeit ein 6-stelliges Funding erfolgreich eingefahren, um weiter mit ihren Hanfriegeln und neuen Produkten zu wachsen. Mehr dazu im Update-Interview mit Co-Founder Jakob:

Wie hat sich das Team bzw. die Verantwortlichkeiten seit unserem letzten Gespräch verändert?

Am Anfang macht natürlich jeder irgendwie alles – egal, um was es geht. 2018 waren wir zu dritt und organisierten alles noch neben unseren Vollzeitjobs! Mittlerweile sind wir ein starkes achtköpfiges Team und sind Vollzeit in der Firma tätig – zumindest Matthias und Jakob, Isabella studiert gerade noch fertig. Unser Team haben wir besonders im Marketing und Design aufgestockt.

Wie haben sich eure Produkte verändert bzw. hat sich eure Produktpalette erweitert?

Gestartet sind wir ja mit unseren 4 Riegeln aus Hanfsamen und Honig und einer Auswahl an veganen Proteinpulvern. Die sind alle geblieben aber mittlerweile haben wir über 20 Produkte im Angebot – alle weiterhin auf der Basis von unseren regional angebauten Hanfsamen. Über Hanf-Snackballs über Samen und CBD-Öle bis hin zu einer wahnsinnig leckeren Hanf-Schoko-Creme ist für jeden was dabei.

Was waren die größten Herausforderungen, die ihr seit unserem „Gründer-der-Woche-Interview“ gemeistert habt?

Sicher nicht nur für uns, sondern für fast alle Start-ups war die Corona-Pandemie die größte Herausforderung der letzten Jahre. Wenn selbst große Firmen ins Straucheln geraten, dann ist das als Start-up um eine Zehnerpotenz wahrscheinlicher. Denn besonders da sind die Finanzpolster ja eher dünner als dicker. Aber das haben wir gut gemeistert und sind sogar gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Das, was uns an anderen Ecken gefehlt hat, konnten wir schließlich durch den Fokus auf unser Online-Geschäft ausgleichen, welches um 400% gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist! Mittlerweile arbeiten wir seit über einem halben Jahr profitabel.

Das ist eine super Entwicklung: Wo steht ihr demnach heute am Markt? Wie schaut’s mit dem Wettbewerb aus?

Wir sind eine der bekanntesten, wenn nicht sogar die bekannteste Marke für Hanfprodukte in Deutschland. Obwohl der Wettbewerb nicht schläft und wir auch schon mit dreisten Kopien konfrontiert waren, kann uns die Konkurrenz so schnell nicht ausstechen. Denn eigene Hanffelder in Deutschland hat keiner – das muss alles aus Übersee importiert werden, was natürlich alles andere als nachhaltig ist!

Ihr habt gerade ein rasantes Seedmatch-Funding hingelegt – herzlichen Glückwunsch dazu! Was soll mit dem frischen Kapital geschehen?

Das war ja der komplette Wahnsinn: Wir wollten 400.000 € einsammeln und haben mit einer Fundingzeit von mindestens 3 bis 4 Wochen gerechnet. Nach nur gut 2 Tagen war das Ziel schon voll! Wir können gerade selbst noch kaum glauben, wie gut das gelaufen ist und wie viele Menschen hinter dem stehen, was wir tun!

Da wir bereits profitabel sind, können wir das Geld zu 100% in Wachstum investieren. Das bedeutet für uns die bestehenden Marketingkanäle zu intensivieren, sowie neue Kanäle zu testen. Auch unser Vertrieb wird mit dem neuen Kapital massiv ausgebaut und Exportmärkte erschlossen. Ein Teil wird auch in die Produktentwicklung fließen.

Was sind eure weiteren Pläne?

Neben der Expansion im Marketing und Vertrieb arbeiten wir schon intensiv an neuen Produkten, da wird es in den kommenden Monaten schon etwas Spannendes geben! Darüber hinaus arbeiten wir an einer kompostierbaren Verpackung die wir aus unseren Hanffasern herstellen – das ist sehr komplex und wird leider noch etwas dauern.

Was würdest du aus heutiger Sicht ggf. in der Anfangszeit lieber anders gemacht haben?

Wenn man einen Blick auf die Statistik wirft, denke ich, dass wir vieles richtig gemacht haben, sonst gäbe es uns heute nicht mehr. Ich würde mich auf jeden Fall nicht mehr in großem Maße auf externe Partner verlassen. Das war einer unserer größten Fehler bisher – die wichtigsten Themen nicht selbst anzugehen, sondern versuchen, sie auszulagern.

Und wie immer zuletzt von mir gefragt: Was rätst du anderen Gründer*innen, die sich wie ihr in der Wachstumsphase befinden?

Erstens: Guter Rat ist teuer – echte Profis kosten Geld. Und zweitens: Das meiste davon ist trotzdem rausgeschmissenes Geld, deshalb lohnt es sich oft, intern die Kompetenzen aufzubauen.

Hier geht’s zu HANS Brainfood

Das Interview führte Hans Luthardt

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