Gründer der Woche: HANS Brainfood - snack dich schlau!

Gründer der Woche 51/18


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Auf dem Messe-Rundgang während der Food&Life in München haben wir das Regensburger Start-up HANS Brainfood von Matthias Coufal und Jakob Graf entdeckt. Da auch der StartingUp-Redakteur Hans heißt, war die Neugierde doppelt geweckt – mehr erfahrt ihr hier im Interview von Hans zu „HANS“.

Das HANS Brainfood Team

Bitte stellt euch unseren Lesern kurz vor.

Matthias: Ich bin 28 Jahre und einer der Gründer von HANS Brainfood. Hier bin ich für den Einkauf und das Produktmanagement zuständig. Meine Freundin Isabella ist auch mit dabei, die aktuell das Social Media und Design übernimmt.
Jakob: Ich bin 26 Jahre alt und hauptverantwortlich für das Marketing und den Vertrieb. Wir sind alle zum studieren oder arbeiten nach Regensburg gezogen und haben uns hier dann kennengelernt.

Wann und wie seid ihr beiden auf die Idee zu eurem Brainfood gekommen?

Matthias: Als Produktmanager war ich viel unterwegs auf Dienstreisen, aber auch im Büro ist es oft so stressig gewesen, dass keine Zeit war für ein Mittagessen oder was Warmes. Hungrig ist es aber schwer sich zu konzentrieren, also habe ich oft auf Riegel zurück gegriffen um über den Tag zu kommen. Da ich sehr auf Ernährung achte, war ich aber extrem wählerisch und das Richtige konnte ich nie finden. Außerdem hat es mich genervt, dass alles nur immer auf die körperliche Fitness ausgelegt war. Ich mache auch sehr viel Sport, aber was mir gefehlt hat war ein Snack der in erster Linie die mentale Fitness fördert. Bei einem Wettbewerb vor 2 Jahren habe ich dann diese Idee präsentiert und Jakob kennen gelernt. Jakob stand vor ähnlichen Herausforderungen im Studium und legte ebenfalls extrem viel Wert auf eine gesunde Ernährung. Zusammen haben wir dann einen Riegel entwickelt der die mentale Fitness fördert: HANS Brainfood.

Und wie kommt es zu dem ungewöhnlichen Namen HANS Brainfood?

Jakob: Ich behaupte ja immer, dass Matthias und ich uns nicht einigen konnten, wer seinen Namen dem Riegel leihen darf. Dann haben wir uns in der Mitte getroffen und das war dann eben HANS.
Matthias: (lacht) Diese Frage wird uns oft gestellt, vor allem wegen HANS. Das ist einfach ein schöner griffiger Name, und es passt auch zum Thema. Wir verwenden überwiegend Hanfsamen als Zutat, und die Abkürzung dafür ist Hans. Und Brainfood, damit man gleich weiß, um was es geht.

Fitnessriegel, Superfood … Riegel sind ja in aller Munde. Und manchmal fragt man sich, wer das wirklich braucht. Was ist das Besondere bzw. Wertvolle an Brainfood und konkret an euren Produkten?

Matthias: Das Besondere ist, dass wir einen Riegel entwickelt haben der die mentale Fitness und Konzentration unterstützt. Und das ohne Zusatzstoffe, sondern komplett auf natürlicher Basis.
Jakob: Dazu muss man sagen, dass wir deshalb auf Hanfsamen zurückgreifen, weil sie sehr hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Magnesium und so einige Vitame enthalten – die wichtigsten Nährstoffe für das Gehirn.
Matthias: Also echtes Natural Brainfood. So etwas gibt es bisher noch nicht. Wir setzen auf Hanf als Nahrungsmittel und erzeugen diesen in Kooperation mit meinem Bruder möglichst selbst in Bayern – weil wir auch die Regionalität ins Spiel bringen wollen. Da habe ich natürlich Glück, dass mein Bruder einen biologischen Bauernhof bewirtschaftet. Allein da heben wir uns schon von vielen ab, indem wir hauptsächlich ein regional erzeugbares Superfood verwenden und nicht irgendwas von weither importieren müssen. Das wichtigste ist letztendlich, dass der Riegel schmeckt. Und genau hier war bisher jeder überrascht der HANS getestet hat. Der Geschmack und die Konsistenz unterscheiden sich wesentlich von klassischen Riegeln, und das gefällt den Kunden.

Welche Geschmacksrichtungen gibt es und wie aufwändig war es, die finalen Rezepte zu entwickeln und verkaufsfertig zu produzieren?

Matthias: Momentan gibt es vier Geschmacksrichtungen. HANS Original, HANS Kakao, HANS Apfel&Zimt und HANS Kaffee&Maulbeere. Anfangs dachten wir, das haben wir bestimmt gleich. Aber es hat tatsächlich 2 Jahre gedauert bis die Riegel verkaufsfertig waren. Wir haben es uns natürlich auch nicht leicht gemacht. Bio, ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe, Brainfood, Hanf, die Health Claim Verordnung und trotzdem eine Haltbarkeit von knapp einem Jahr. Da braucht vieles prüfen, analysieren, zertifizieren und auch entwickeln. Aber letztlich haben wir ein Verfahren gefunden, welches das alles möglich macht. Gut, dass uns der Aufwand vorher nicht bewusst war (lacht).
Jakob: Für uns stand die Entscheidung, nicht selbst zu fertigen relativ schnell fest – so eine Riegelfertigung kostet schon mal ab einer halben Million aufwärts. Das war für uns nicht machbar. Dann war es aber ein sehr langwieriger Prozess, überhaupt einen Hersteller zu finden, der bereit war mit einem Start-up zu kooperieren und die Fertigung ohne jegliche Zusatzstoffe umsetzen kann. Die meisten Hersteller setzen da Mindestabnahmemengen fest, die für dich als Start-up utopisch sind. Gerade wenn man ein innovatives Produkt hat, das man im Markt erst mal testen will.


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Fotos: HANS Brainfood

Wie habt ihr diese Phase finanziert? Gibt es Fördermittel für Food-Start-ups?

Matthias: Bisher haben wir alles aus eigner Tasche finanziert, und für die erste Produktion ein Crowdfunding gestartet. Das war auch sehr erfolgreich mit über 20.000 Euro Fundingsumme in Form von Rewards. Das war eine der besten Entscheidungen überhaupt. Wir bekamen sehr viel Feedback und haben natürlich erste Kunden gewonnen. Fördermittel für Food-Start-ups gibt es bestimmt. Wir haben aber keine passenden gefunden. Wenn man Vollzeit arbeitet und nebenbei ein Start-up aufbaut, bleibt nicht mehr viel Zeit für Förderanträge. Ich bin da vielleicht auch nicht so der Typ dafür und mach mich lieber an die Arbeit. Mit Sicherheit wird Food-Start-ups aber kein Geld hinterhergeschmissen. Die meisten wollen etwas Technisches fördern.

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Der Messeauftritt auf der Food&Life war ja zugleich auch Bestandteil eurer Teilnahme beim Food-Startup-Wettbewerb von StartinFood. Bitte erklärt, was es damit auf sich hat und wie ihr davon profitiert.

Jakob: StartinFood hat einen Wettbewerb veranstaltet mit insgesamt 16 Food-Start-ups. Unter allen Teilnehmern konnten wir am meisten Geld einsammeln! Ausschlaggebend war jedoch die Anzahl der Unterstützer, weshalb wir offiziell den zweiten Platz gemacht und 3000 Euro gewonnen haben.
Matthias: Da wir eines der wenigen Start-ups waren, die noch kein fertiges Produkt hatten, dass die Crowd vorher vielleicht schon mal sehen und testen konnte, sind wir umso stolzer auf unsere Leistung und das Vertrauen der Leute. Durch die hervorragende Beratung von StartinFood konnten wir das Crowdfunding als junges Start-up ohne Produkt trotzdem sehr gut meistern. Durch den Wettbewerb waren wir natürlich auch extrem angespornt, noch mehr Gas zu geben. Und am Ende hat es sich gelohnt! Auf der Messe haben wir dann zum ersten Mal unser fertiges Produkt präsentiert und verkauft.

Was sind eure nächsten unternehmerischen To Do’s?

Jakob: Gerade die Messe hat uns wirklich noch einmal einen Schub nach vorne gegeben. Da kommen jetzt im Vertrieb eine ganze Menge Anfragen rein – von Hotels über Großhändler bis hin zu kleinen Hofläden.
Matthias: Wir hatten eine überwältigende Nachfrage auf der Messe und viele haben natürlich gefragt wo man HANS bestellen kann. Deshalb haben wir jetzt direkt nach der Messe angefangen den Onlineshop aufzubauen, der noch diese Woche live geht. Gleichzeitig sind wir mit dem LEH im Gespräch der trotz großen Riegelangebots begeistert ist von unserem Produkt. Wir haben ein interessantes Produkt und können nahezu unbegrenzt liefern. Natürlich halten wir auch Ausschau nach Geldgebern, um unsere Strategie für 2019 reibungslos umzusetzen.

Und gibt es schon Pläne über die Riegel hinaus in Sachen Brainfood?

Matthias: Oh ja, das ist auch Teil unserer Strategie für 2019. Wir haben hier noch paar Ideen, die wir möglichst bald umsetzen möchten. Wir möchten es den Leuten so einfach wie möglich machen, Brainfood in die tägliche Ernährung einzubinden. Essen hat einen enormen Einfluss auf das Wohlbefinden und mentale Fitness. Das unterschätzen viele!

Und last but not least: Was ratet ihr anderen Gründern, gern auch speziell Food-Gründern, aus eigener Erfahrung?

Jakob: Ich denke, wer gründet, nur weil es derzeit in Mode ist oder um schnell und viel Geld zu verdienen wird genauso schnell scheitern. Da braucht es schon etwas mehr Motivation und einen langen Atem – gerade bei Food. Und freut euch wahnsinnig auf den Moment, wenn ihr eure allerersten fertigen Produkte in Händen haltet – das Gefühl ist wirklich unbeschreiblich.
Matthias: Lasst euch nicht entmutigen. Ich weiß nicht wie oft ich mir anhören musste, dass es im Food-Bereich nahezu unmöglich ist etwas Neues zu machen. Es gibt immer Themen die man noch besser gestalten kann. Durchhaltevermögen ist aber mit Sicherheit notwendig (lacht).

Hier geht’s zu HANS Brainfood


Das Interview führte Hans Luthardt


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