Fahrschein zum Erfolg

Selbständig mit der Bahn

Autor: Marco Völklein
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Wie Existenzgründer bei der Deutschen Bahn zum Zug kommen.

Wenn Hansgeorg Vetter vorne am Schalter die Kunden bedient, dann knackt und klackt es hinter seinem Rücken. In dem kleinen Verkaufsraum auf dem S-Bahnhof in Herrsching am Ammersee steht noch ein Stellpult aus alten Bundesbahn-Zeiten. Wenn die Stellwerk-Zentrale in München die Signale, Weichen und Schranken bedient, knackt es auf dem Pult. Auch sonst erinnert der gesamte Raum noch sehr an die alte Bundesbahn: Schränke im 70er-Jahre-Design, Bürostühle, auf denen heute kein Arbeitsmediziner einen Angestellten mehr sitzen ließe. Und trotzdem ist in diesem Bahnhof etwas anders als an anderen Stationen der Bahn. Denn Hansgeorg Vetter ist hier sein eigener Chef.

Im September 2000 hat er sich selbständig gemacht. Von der Bahn übernahm er die Fahrkartenverkaufsstelle – mitsamt der alten Einrichtung, dem Bahn-Computersystem „Kurs 90“ und dem Stellpult im Hintergrund, an dem nur noch in Notfällen Bahner Platz nehmen und die Signale regeln. Draußen aber hat er ein neues Firmenschild angebracht: „Ihr Reiseberater im Bahnhof Herrsching“ – so nennt sich das kleine Unternehmen.
Bundesweit zieht sich die Bahn aus der Fläche zurück. „Wir müssen unsere Vertriebskosten im Griff behalten“, umschreibt eine Bahn-Sprecherin den Trend. Und so bietet Europas größter Transportkonzern Firmengründern eine Chance. Meist übernehmen ehemalige Mitarbeiter die Verkaufsstellen in kleineren Bahnhöfen – und wagen damit den Schritt in die Selbständigkeit. „Gründerinitiative“ nennt die Bahn das Ganze.

Mit Know-how und Charme

Hansgeorg Vetter war zehn Jahre lang bei der Bahn. Zuerst Kundenbetreuer, dann Vize-Chef des Reisezentrums am Münchner Ostbahnhof. „Irgendwann hat die Bahn meine Stelle eingespart“, erzählt er. Für kurze Zeit schulte Vetter die Kundenbetreuer der Bahn als so genannter Fachtrainer. „Doch das war nichts für mich“, erzählt er. „Ich wollte wieder den direkten Kontakt mit den Kunden.“
Und so suchte er sich die Verkaufsstelle in Herrsching. „Hier war der Umsatz bereits sehr hoch“, erzählt er. „So konnte ich relativ sicher sein, dass ich damit nicht auf die Nase falle.“ Wie hoch der Umsatz genau war, will er nicht sagen. „Das ist Geschäftsgeheimnis.“ Nur so viel: „Innerhalb von zwei Jahren habe ich den Umsatz um 14 Prozent gesteigert.“

Damit ist er nicht allein. Seit 1996 haben bundesweit zahlreiche Gründer Verkaufsstellen von der Bahn übernommen. „Unternehmerischer Ehrgeiz verbunden mit umfassendem Bahn-Know-how – das ist das Erfolgsrezept“, heißt es bei der Bahn. Der Umsatz der Verkaufsstellen liegt bis zu 20 Prozent höher als in den früheren „Reisezentren“ des Konzerns.
Wie schaffen das die Gründer? „Hauptsächlich durch Freundlichkeit und Kompetenz“, erzählt Vetter, der mit seiner Verkaufsstelle in Herrsching auch noch eine Frau und zwei Kinder zu ernähren hat. „Früher kam es schon mal vor, dass hier ein Mitarbeiter saß, der bei einer verzwickten Reise passen musste“, so Vetter. „Da hieß es dann: ‘Kommen Sie morgen wieder. Da ist der Kollege da, der sich damit auskennt’.“ Einen solchen Umgang mit den Kunden kann sich Vetter nicht leisten: „Das würde ich früher oder später in meiner Kasse spüren.“ Seine lange Tätigkeit bei der Bahn kommt ihm dabei zugute – „ich kenne mich aus im Preissystem“, sagt er.
Allerdings ist Vetters Weg zum Erfolg nicht ganz typisch für die vielen anderen „Gründerinitiativen“ auf kleinen Bahnhöfen. „Die meisten dehnen die Öffnungszeiten aus, um mehr Umsatz zu erwirtschaften“, heißt es bei der Bahn. Vetter dagegen verkürzte die Zeiten.

Service ist Trumpf

Einige Gründer erweitern zudem noch das Sortiment. Neben Fahrkarten bieten sie auch Getränke, Zeitschriften und Snacks an. Die Bahn springt den Gründern dabei mit ihrem Franchise-Angebot „DB ServiceStore“ zur Seite. Eine Bahn-Tochterfirma sorgt durch Standards bei Ladenbau, Design, Sortiment und Schulung der Gründer für ein einheitliches Auftreten der Läden. So wie bei Friederike Yildirim. 2003 übernahm sie den „ServiceStore“ im Bahnhof des kleinen Örtchens Eberbach bei Heidelberg. Die Bahn, die die Läden ursprünglich in Eigenregie betrieb, gab die Filialen damals an Franchise-Nehmer ab. Friederike Yildirim, damals als Filialleiterin in Eberbach tätig, griff zu. „Vor allem, um die Arbeitsplätze von mir und fünf Kollegen zu erhalten“, erzählt sie.

Mittlerweile macht ihr die Selbständigkeit großen Spaß. „Ich kann meine eigene Kreativität einbringen und muss nicht auf Vorgaben einer Zentrale achten“, erzählt sie. Vor allem im Backwaren-Bereich, der einen großen Teil des Bahnhofladens einnimmt, kann sie sich austoben und auf die Wünsche ihrer Kunden intensiv eingehen. Den Löwenanteil des Umsatzes fährt Friederike Yildirim in ihrem ServiceStore aber nach wie vor mit dem Verkauf von Bahn-Fahrkarten ein.
Die größte Konkurrenz ist allerdings der Verkauf im Internet, den die Bahn zunehmend forciert. „Das macht es uns natürlich nicht einfacher“, sagen die Unternehmensgründer. Doch unterkriegen lassen wollen sie sich nicht. „Ich habe meine Freundlichkeit und meine Kompetenz, mit denen ich meine Kunden überzeuge“, sagt Vetter.

Das zeigt auch: Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung ist, dass die jungen Chefs etwas mehr ranklotzen als angestellte Arbeitnehmer. Hansgeorg Vetter musste sich „von der 40-Stunden-Woche verabschieden“, wie er sagt. Seine Woche hat nun 55, in Spitzenzeiten auch mal 60 Stunden. Aber: „Aus meiner Sicht lohnt es sich“, erzählt er. „Ich bin mein eigener Chef.“ Und unterm Strich verdient er auch mehr als im Angestellten-Dasein bei der Bahn. „Sonst hätte ich es nicht gemacht.“
Sein Geschäft im Herrschinger Bahnhof läuft mittlerweile so gut, dass er bereits weiterdenkt. „Ich bin bereits dabei, mir verschiedene andere Standorte in der Umgebung anzuschauen“, erzählt er. Unter Umständen findet er ja einen Bahnhof, in dem nicht mehr ein altes Stellpult hinter seinem Rücken knackt und klackt.

Selbständig mit der Bahn - so geht's

Existenzgründer rennen bei der Bahn offene Türen ein. An zahlreichen Stationen, an denen der Konzern keine eigenen Verkaufsstellen mehr betreiben will, können Reiseprofis zum Zug kommen. In erster Linie richtet sich das Angebot an ehemalige Bahn-Angestellte, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen möchten. Aber auch Reiseverkehrskaufleute mit haben Chancen auf eine Lizenz für eine Verkaufsstelle.
„Wichtig ist, dass die künftigen Chefs echte Bahn-Profis sind und ein gutes Geschäftskonzept haben“, heißt es bei der Bahn. Jedes Jahr gibt sie zahlreiche Verkaufsstellen an Existenzgründer ab.
Die Investitionen halten sich in der Regel in Grenzen: Ältere Einrichtungen können gegen eine geringe Ablöse übernommen werden, dazu kommen Ladenmiete, Versicherung und eine monatliche Gebühr für die Bahn-Technik. Der Konzern unterstützt die jungen Chefs mit einem Gründerleitfaden. Nähere Infos gibt es im Internet unter www.db-agenturservice.de. Dort findet sich auch eine Suchdatenbank, bei der man feststellen kann, ob der gewünschte Standort noch zu haben ist. Neben dem Verkauf von Fahrkarten und Reisen steht es den Gründern frei, auch Tabakwaren, Zeitschriften und Reiseproviant anzubieten – sofern nicht ein Kiosk als direkter Konkurrent bereits vorhanden ist. Dazu bietet die Bahn ihr Franchise-Konzept „DB ServiceStore“ an, das einen einheitlichen Auftritt der Läden in den Bahnhöfen sichert und die Gründer in Schulungen auf ihre neue Aufgabe vorbereitet.

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Casino Start-ups erobern 2023 den Markt

Freizeit und Spaß haben für die Deutschen einen hohen Stellenwert und viele Menschen nutzen ihre Zeit für das Online-Glücksspiel. Kein Wunder, dass Start-ups in dieser Branche boomen.

Online-Casinos: Kein Ende des Trends in Sicht

Online-Glücksspiel ist heute eine Selbstverständlichkeit für viele Menschen, die ein wenig Nervenkitzel und Unterhaltung in ihrem Alltag suchen. Online-Casinos werden zunehmend zwischendurch über das Smartphone besucht, beispielsweise auf der Fahrt im Bus oder während der Mittagspause. Besonders Spielcasinos, die keine langen Anmeldeverfahren fordern, kommen den Bedürfnissen der Spielenden entgegen.

Casinos ohne Verifizierung

Der Markt für Online-Casinos, die Glücksspiel ohne Verifizierung ermöglichen, wächst täglich. Das rasante Wachstum beim Online-Glücksspiel hat zu einer unüberschaubaren Fülle von Anbietern geführt. Viele Start-ups modernisieren das Glücksspiel von Grund auf und bringen frischen Wind in die Branche. Neuartige Spielangebote und soziale Verantwortung auf den Spielplattformen sorgen dafür, dass Online-Casinos auch nach dem neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrag boomen. Nicht immer ist es leicht, aus dem enormen Angebot das beste Online-Casino ohne Verifizierungsverpflichtung auszuwählen. Hilfreich sind Vergleichsanbieter, die nach verschiedenen Kriterien Start-ups und Online-Casinos testen und bewerten. Es ist ratsam, vorab die eigenen Wünsche und Bedürfnisse an das Online-Spiel zu klären. Ein Vergleich der Casinos ohne Verifizierung schafft einen Überblick, welche Online-Casinos gut und seriös sind und verhilft zur Auswahl des Lieblingscasinos.

Was Glücksuchende am Online-Casino schätzen

Einfaches und unkompliziertes Handling

Einfacher und schnell verfügbarer Spaß ohne einen langen Anmeldeprozess steht bei den Nutzern hoch im Kurs. Die meisten Anbieter achten auf gute Nutzerfreundlichkeit und selbsterklärende Spiele.

Risikofreie Nutzung für jedes Budget

Viele Online-Casinos bieten die Möglichkeit, Spiele unverbindlich zu testen, bevor mit echten Einsätzen gespielt wird. Mindesteinsätze gibt es nur selten. Das begrenzt das Risiko und der Spaß steht im Vordergrund.

Diskretion

Anonymität ist im Internet wichtig. Viele Kunden bevorzugen Glücksspielplattformen, die keine Verifizierung durch Daten wie Name, Alter und E-Mail-Adresse verlangen. Die Übermittlung persönlicher Daten bleibt bei einem Online-Casino ohne Verifizierung aus.

Was bedeutet Online-Casino ohne Verifizierung?

Seriöse Casinos im Internet verfügen ausnahmslos über eine offizielle Glücksspiellizenz von verschiedenen Behörden. Je nach vergebender Lizenzstelle gelten unterschiedliche Regulierungen. Einige Behörden verlangen einen Verifizierungsprozess der Spieler, andere nicht. Daher gibt es grundsätzlich gute und seriöse Casinos mit und auch ohne Verifizierung. Glücksuchende können auf den jeweiligen Plattformen ihre Spiele ebenso sicher und gewinnbringend durchführen – nur eben anonym. Für die Anmeldung reicht ein Benutzername und ein Passwort. Auch muss kein Konto eröffnet werden. Einen Verzicht bringt dies nicht mit sich. Alle klassischen Casinospiele wie Roulette, Black Jack oder Poker können ganz normal gespielt werden, ohne dass Datenmissbrauch oder Werbemails drohen.

Ein- und Auszahlungen über gängige Zahlungsmethoden

Schwarze Schafe gibt es überall. Daher muss man bei der Wahl seiner Lieblingsspielplattform darauf achten, nur ein seriöses und lizensiertes Online-Casino auszuwählen. Casinos ohne Verifizierung werden von Lizenzbehörden zu hohen Auflagen verpflichtet. Auszahlungsraten, Gewinnchancen und transparente Spielbedingungen werden hier ebenso regelmäßig zertifiziert und geprüft wie die Verschlüsselung der Nutzerdaten. Die jeweilige Regulierungsbehörde sorgt ebenfalls für Sicherheit bei den Transaktionen, die über etablierte Zahlungsmethoden wie Paypal oder Kreditkarte sicher durchgeführt werden können.

watchandbuild.com: preisgekrönt auf den Hund gekommen

Wie die watchandbuild.com-Gründer Arndt Rubart und Heinrich Erkens mit ihrem innovativen Customer-Self-Enabling-Portal MagicManuals® sowohl hochkarätige Preise abräumen als auch spannende Anwendungsbereiche erobern.

Wenn ein Start-up in kürzester Zeit zwei renommierte Preise verliehen bekommt, ist das einerseits ein Grund zur Freude und andererseits wahrscheinlich kaum als Zufall zu bezeichnen. Erst Anfang September 2022 sind die MagicManuals® des Start-ups watchandbuild.com GmbH live gegangen und nach dem Red Dot Award 2022 hat die Customer-Self-Enabling-Lösung der Gründer Arndt Rubart und Heinrich Erkens im Dezember 22 auch den German Design Award gewonnen.

Die digitale Portallösung, die Endverbraucher*innen dabei unterstützt, erklärungsbedürftige Produkte locker in den Griff zu bekommen, hat die Wettbewerbsjury in der Kategorie „Excellent Communications Design/Interactive User Experience/Special Mention“ überzeugt. In der Jurybegründung heißt es: „MagicManuals® verfügt über ein einzigartiges User Interface und intuitive Workflows für seine Business-Kunden und deren Endkunden.“

„Der German Design Award ist für uns eine ganz wichtige Bestätigung, dass wir mit den MagicManuals® richtig liegen, denn bei jedem Entwicklungsschritt haben wir immer den Anwender im Blick. Jedes Fragezeichen, das wir bei den Endverbrauchern auflösen, wenn sie sich mit einem Markenprodukt beschäftigen, optimiert die Customer Journey an entscheidende Stelle“, sagt Co-Gründer Arndt Rubart.

Eine digitale Portallösung für viele Fälle

Mit den MagicManuals® haben Hersteller von erklärungsbedürftigen B2C-Produkten die Möglichkeit, in nur 15 Minuten und mit nur wenigen Klicks ein Self-Service-Portal im Look and Feel der jeweiligen Marke für die Endkunden aufzusetzen. Dort können alle Informationen als Text, Bild, Video oder 3D-Animation hochgeladen werden. So finden Anwendende alle Hilfsmaterialien, die sie dabei unterstützen, ein Produkt aufzubauen oder in Betrieb zu nehmen an einer zentralen Stelle.

Die MagicManuals® eignen sich für eine Vielzahl von Branchen, wo Aufbau, Inbetriebnahme und Produktnutzung den Unterschied machen, wie zum Beispiel bei Möbeln und Einrichtungsgegenständen, Elektro-, Spiel- und Sportgeräten oder Kfz-Teilen und -Zubehör etc. Entscheidend ist, dass sich der Aufwand und die Kosten für den Kundenservice mit den MagicManuals® deutlich reduzieren lassen, weil die Endverbraucher*innen schnell und zielsicher „Hilfe zur Selbsthilfe“ finden und kostenintensive Kanäle wie Telefon, E-Mail und Chat entlastet werden.

Aller guten Dinge sind drei

Zuletzt hatten sich die prämierten Gründer mit ihrem Customer-Self-Enabling-Portal für den fressnapf Innovation Award beworben und den Silver Award in der Kategorie „Digital Services“ gewonnen. Als Europas Nummer eins für Heimtierbedarf positioniert sich Fressnapf mit dem Award als Innovationstreiber. MagicManuals® hatte für den fressnapf Innovation Award einen Prototyp gebaut, um den Endkunden erklärungsbedürftige Produkte und Equipment zu präsentieren ­– wie beispielsweise Installationsanleitungen und -Videos für Aquarien oder Terrarien. Diese kundenfreundliche Lösung war Fressnapf einen Award wert. Dass aber am Abend der Preisverleihung gleich die nächste Idee geboren wurde, war nicht vorherzusehen.

In Jubelstimmung auf den Hund gekommen

Das Resultat: Seit neuem werden die MagicManuals® auch für den „Fressnapf Tracker“ genutzt. Dabei handelt es sich um ein App-basiertes GPS-Ortungssystem, mit dem Hundebesitzer*innen jederzeit nachsehen können, wo sich der eigene Vierbeiner gerade befindet – ganz egal, wie weit er entfernt ist. Der Tracker sendet jede Minute die Position des Haustiers, im Live-Tracking sogar alle 15 Sekunden. Über 70.000 Hundebesitzer*innen nutzen den „Fressnapf Tracker“ bereits, der auch ein umfangreiches Helpcenter mit vielen Fragen und Antworten rund um die Vierbeiner beinhaltet. Diese und andere Inhalte sind nun in das nutzerfreundliche UX-Design der MagicManuals® übertragen worden – mit Bildern, Augmented-Reality-Animationen, Texten und Video. Auch für die Vorstellung der Features des „Fressnapf Tracker“ im Online-Shop des Fachhändlers wird die Lösung der watchandbuild.com-Gründer eingesetzt.

„Die Inhalte sind alle vorhanden, aber es ist entscheidend, wie sie aufbereitet werden, damit die Anwender des Trackers den größtmöglichen Nutzen davon haben. Die MagicManuals® sind eine Lösung, die vom Endkunden her gedacht und entwickelt worden ist. Wir setzen diese SaaS-Lösung deshalb gern ein, weil wir alles tun, um den Bedienkomfort für unsere Kunden zu optimieren“, sagt Milad Samei, Product Owner für den GPS-Tracker von Fressnapf.

Robert Rubart ergänzt: „Das Beispiel zeigt, wie vielfältig unsere Anwendungsmöglichkeiten sind. Es gibt in so vielen Bereichen noch Möglichkeiten, mehr Freude für Produkte zu erwecken, weil die Kunden alle wesentlichen Informationen an einer zentralen Stelle finden können.“

Mobilität neu denken

Fünf Learnings für die Mobilitätswende im urbanen Umfeld.

Im Jahr 2017 als Teil der Digital Hub Initiative des Bundes bei Europas größtem Gründungs- und Innovationszentrum UnternehmerTUM in München angesiedelt, baut der Hub ein Mobilitäts-Ökosystem aus Wissenschaft, Verwaltung, Gründer*innenszene und Unternehmen auf. Gemeinsam mit Unternehmenspartner*innen und Start-ups entwickelt die Initiative Mobilitätslösungen mithilfe neuer Technologien. Das Ziel ist es, die Entwicklung zukunftsweisender nachhal­tiger Mobilitätslösungen kollaborativ umzusetzen.

 „In den letzten fünf Jahren haben wir mit den richtigen Projektideen wichtige Impulse gesetzt und gezeigt, wie Ideen schnell in die Mobilitätspraxis finden“, sagt Kirstin Hegner, Leiterin des Digital Hub Mobility. „Wir wollen weiterhin mit unseren Projekten relevante Ansätze für Entscheiderinnen und Entscheider entwickeln, damit innovative Mobilitätskonzepte in Deutschland noch schneller umgesetzt werden können.“

Hier fünf Learnings aus fünf Jahren Mobility-Projektarbeit:

I. Mobilität ist mehr als Transport

Verkehrs- und Stadtplanung sowie der Energiesektor bieten große Chancen für Innovationen, um den Mobilitätssektor nachhaltig umzubauen. Dabei liefern Start-ups oft neue, innovative Lösungsansätze, die in Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen und Behörden in einem branchenübergreifenden Ökosystem umgesetzt werden können. In der Projekt­umsetzung können Akteur*innen zielgerichtet und anhand ihrer Expertise und Stärken einbezogen werden.

II. Verhaltensänderung begleiten

Nachhaltig gedachte Mobilitätskonzepte erfordern oft, dass sich Nutzer*innen an neue Verhaltensweisen gewöhnen müssen. Das braucht Zeit, und nicht jede und jeder möchte sich darauf einlassen. Erfolgsfördernd zeigte sich, Menschen entlang der gesamten Konzeption neuer Mobilitätsangebote einzubinden, beispielsweise über Infostände im Projektgebiet, Austausch mit Projektteilnehmenden sowie Kommunikation von Informationen über Medien und Internet. Im Projekt Umparken Schwabing verzichtete eine Nachbarschaft von acht Haushalten einen Monat auf ihr Auto. Die Fahrzeuge parkten außerhalb der Stadt. Dafür erhielten die Teilnehmenden ein virtuelles Mobilitätsbudget, mit dem sie alle Mobilitätsangebote in ihrem Quartier, z.B. Carsharing-Autos, Lastenfahrräder, E-Roller, E-Scooter, Taxi und den ÖPNV, nutzen konnten. Die freigewordenen Parkflächen wurden zu einem urbanen Garten sowie einer Fahrrad- und E-Scooter-Abstellanlage umgestaltet. Ein Drittel der Teilnehmenden konnte sich danach tatsächlich vorstellen, das Auto dauerhaft abzugeben.

III. Ergebnisoffen loslegen

Ab einem gewissen Punkt ist es wichtig, vom Planen ins Handeln zu kommen und loszulegen. Die Design-Thinking-Methode ermöglicht es, trotz unklaren Ziels das Projekt zu starten. Die aus der Umsetzung gewonnenen Erfahrungen und das Feedback bieten neue Erkenntnisse. Oft ergeben sich auch Folgeprojekte nach einem Austausch über die Ergebnisse und die Umsetzung mit anderen Akteur*innen im Ökosystem.

IV. Daten sind die Basis für langfristige Veränderung

Daten ermöglichen es, Verhalten und Nutzung von Mobilitätsangeboten zu beobachten und Bedürfnisse zu verstehen. Mit deren Hilfe können Verkehrsinfrastrukturen inklusiver und nach diversen Bedürfnissen ausgerichtet werden. Das gelingt, indem quantitative Daten wie Anzahl, Dauer und Tageszeit der Nutzung oder qualitative Daten wie eine Befragung durchgeführt werden. Nur mit einer guten Datenbasis können Nach­ahmer*innen angeregt und Kritiker*innen überzeugt werden.

V. Veränderung braucht neue Rahmenbedingungen

Mobilitätsinitiativen setzen wichtige Impulse und zeigen auf, wie nachhaltige Konzepte in der Praxis funktionieren können. Deshalb erstellt der Hub am Ende eines jeden Projekts ein „Handbuch“, das anderen die Implementierung und Skalierung erleichtern soll. Die breitflächige Umsetzung, etwa von begrünten Straßen und Parkplätzen oder reduzierten Staus und CO2-Emissionen, liegt an anderer Stelle. Entscheidend ist ein enger Austausch mit den politischen Entscheider*innen über Projektergebnisse und Ansätze für eine rasche Umsetzung. Hier liegt der größte Hebel für eine schnelle Veränderung.

Glücksspiel in Deutschland – etwas für deine Finanzströme?

Das Betreiben eines eigenen Online-Casinos kann durchaus ein lukrativer Weg für Gründer*innen sein – wir geben Tipps und zeigen wichtige To do’s auf.

Geht es um die eigene finanzielle Absicherung, dann spielt für viele wohl die Anlage in Aktien und Fonds eine große Rolle. Das Börsenparkett kann tatsächlich eine lukrative Anlageoption sein, dennoch gehört hier ein langer Atem ebenso zu den Grundvoraussetzungen wie ein über die Jahre gewachsenes Fachwissen und Interesse an der Materie. In diesem Beitrag beleuchten wir eine Alternative, wie du deine Finanzen aufbessern kannst. Es mag auf den ersten Blick ungewohnt klingen, aber das Betreiben eines eigenen Online-Casinos kann tatsächlich ein Weg sein. Neugierig geworden? Dann lies am besten gleich weiter.

Passiv versus aktiv

Es gibt sie nicht umsonst im weltweiten Netz, jene Aggregatorseiten, die eine Übersicht der aktuell beliebten Glücksspiele liefern: beispielsweise zum Thema Roulette Online Casinos www.besteonlinecasinos.co/roulette oder andere mehr. Der Grund ist, dass du hier als Betreiber tatsächlich einen soliden Finanzstrom anbahnen kannst — so du es richtig anpackst. Ausschlaggebend ist hier Passivität als attraktives Merkmal. Nein, das bedeutet nicht, sich auf die faule Haut zu legen, sondern seine Investition klug zu tätigen. Klug ist es nämlich, das Geld dergestalt zu investieren, dass du in der Zeit danach ein Maximum an Passivität an den Tag legen kannst. Denn fortan vermehrt sich Dein Finanzpolster – weitgehend – ohne dein Zutun. Mit einem Online-Casino kann so ein Traum wahr werden.

Was du bei der Gründung in Deutschland beachten musst, wollen wir dir im Folgenden noch umreißen.

Wie gründest du dein eigenes Online-Casino?

Zunächst eine Anmerkung vorweg: Selbst, wenn du ein eigenes Online-Casino gründest, solltest Du nicht 100 Prozent deiner Rücklagen in dieses Projekt investieren. Zu viel kann dabei schiefgehen und das Geld ist dann weg. Betrachte deine Investition viel eher als einen lukrativen Seitenast deines gesamten Finanzbaums. Im Idealfall sprosst dieser Ast aus, grünt und bildet finanzielle Früchte aus. Und das Ganze auch noch weitgehend ohne zusätzliche Arbeit deinerseits. Doch ganz so einfach ist die Gründung eines Casinos im Internet nicht.

Daher kommen nun in aller Kürze wichtige Punkte, die du in Deutschland dafür unbedingt beachten musst. Zunächst musst du dich über die Regelungen hinsichtlich Glücksspiels in dem Bundesland erkundigen, in dem du lebst beziehungsweise in dem das Casino betrieben werden soll. Als Betreiber benötigst du für dein neues Casino zudem eine gültige Lizenz, damit du Glücksspiele anbieten darfst. Diese erteilt eine entsprechende Behörde. Da bei Roulette, Poker und Co. Gelder die Besitzer wechseln, darfst du auch Aspekte hinsichtlich Spielerschutz und Vertrauenswürdigkeit nicht außer Acht lassen.

Das beste Werbekonzept und eine ausgefeilte Internetpräsenz nützen dir nichts, wenn deine potenziellen Kund*innen kein Vertrauen in dich als Anbieter haben. Investiere daher auch in einen guten Plan für das Risikomanagement.

Auch potenziellen Fallstricken in puncto Geldwäsche musst du aktiv vorbeugen. Ebenso bedeutsam ist der Schutz der privaten Daten deiner Kund*innen. Die Server, auf denen empfindliche Informationen wie Bankdaten gespeichert werden, müssen auf dem neuesten technischen Stand arbeiten. Hier bietet es sich wohl an, etablierte Drittanbieter mit Expertise auf diesem Gebiet ins Boot zu holen. Schließlich musst du aufgrund der Rechtslage sicherstellen können, dass nur volljährige Nutzer Zugang zu deinem Online-Portal bekommen.

Zudem solltest du dich auch nach der Gründung immer auf dem Laufenden halten, um auf aktuelle Rechtsprechungen und Regelungen reagieren zu können. Du siehst also: Ganz so passiv ist die Gründung eines Online-Casinos nicht, aber es kann ein Weg hin zu mehr finanzieller Freiheit werden.

Heldengrün: Den Haushalt revolutionieren

Wie uns das nachhaltige Start-up Heldengrün nicht nur beim bevorstehenden Frühjahrsputz glänzen lassen will.

Zwei junge Männer, Shewit Hadish und Eugen Mesmer, bringen uns derzeit ein neues Verständnis für den Wohnungsputz bei und zeigen uns, wie der Frühjahrsputz anno 2023 aussieht. Seit 2018 sorgen Shewit und Eugen mit ihrem Start-up Heldengrün dafür, dass unsere eigenen vier Wände ein Stück weit nachhaltiger glänzen und sorgen mit einem Putzstein, Öko-Wasch – und Trocknerbällen, sowie diversen Bio-zertifizierten Ölen für ein neues Verständnis von Sauberkeit. Die Produkte, die es im eigenen Heldengrün-Shop, bei allen großen Online-Händlern, bei Kaufland, Alnatura und in vielen Unverpackt-Läden gibt, vermeiden nicht nur Plastikmüll, sondern kommen so gut wie ohne chemische Zusätze aus.

All-in-One Putzstein, Trocknerbälle und Co.

Die Idee zu Heldengrün entstand in den damaligen Single-Haushalten der Gründer Shewit und Eugen. „Wir fanden es furchtbar, dass die Wohnung nach dem Putzen so pnetrant nach Chemie gestunken hat“, beschreibt Shewit. „Dazu hatten wir jeweils ein ganzes Arsenal an Plastikflaschen herumstehen. Das wollten wir ändern.“

Die beiden entwickeln nach und nach einen nachhaltigen All-in-One Putzstein aus 96 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen mitsamt Schwamm, der sich für alle Haushaltsbereiche eignet und das Putzmittel-Arsenal überflüssig macht, Trocknerbälle für den Trockner, die die Energie im Trockner effizient verteilen um Strom zu sparen, sowie einen weitestgehend natürlichen Bodenreiniger für den Wisch – und Saugroboter mit natürlichen Düften.

Alle Produkte bestehen zum Großteil aus natürlichen Inhaltsstoffen und werden entweder plastikfrei oder mit recyceltem Plastik verpackt, um einen möglichst ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. „Nachhaltigkeit ist ein Thema, das uns alle betrifft und das wir uns auch alle leisten können sollten“, sagt Eugen. „Wir wollten daher bezahlbare Alltagsprodukte schaffen, die uns als ganze Gesellschaft bewusster und grüner machen können. Wir wollen dafür vorhandene Ressourcen nutzen und keine neuen verschwenden.“

Neues Mindset in Sachen Putzen

Im Fokus steht dabei auch ein neues Mindset, was unser Verständnis fürs Putzen betrifft. „Sehr viele Menschen assoziieren den Geruch von Chemie mit Sauberkeit. Nur wenn es so steril riecht wie im Krankenhaus, vertrauen sie darauf, dass etwas wirklich sauber ist. Dabei gibt es nicht den einen spezifischen Geruch von Sauberkeit. Eine Wohnung kann auch dann sauber sein, wenn sie hinterher natürlich duftet und keine Giftkeulen zum Einsatz kamen. Wir müssen hier unser Sauberkeitsverständnis neu definieren.“

Heldengrün will genau das erreichen. Auf ihren Produkten sind anstatt leuchtfarbiger Piktogramme, die vor giftigen Stoffen warnen, lediglich Labels zur Öko-Zertifizierung zu sehen. „Es geht uns um Wertschätzung – gegenüber unserer Umwelt und auch gegenüber den Menschen“, so Shewit weiter. „Eigentlich will doch niemand chemische oder ätzende Inhaltsstoffe in seinen eigenen vier Wänden benutzen, vor allem dann nicht, wenn im Haushalt Kinder wohnen.“

2023 soll eine Erweiterung der Produktpalette erfolgen. Bereits jetzt neu im Sortiment: Ätherische Öle, die nicht nur als Duftgrundlage für Do It Yourself-Wasch- und Putzmittel verwendet werden, sondern das Sortiment in Richtung Körperpflege weiterdenken. So sind die hochwertigen Rosmarin – und Lavendelöle beispielsweise effektive Helfer für Kopfhaut- und Haarpflege. Die dafür verwendeten Pflanzen werden unter strengen ökologischen Auflagen angebaut und von einem Familienbetrieb in Handarbeit destilliert.

velio: Premium (E-)Bikes refurbished

Das Kölner Start-up velio wurde 2021 von Chris Lenz und Sebastian Hanhues mit der Vision gegründet, das Konzept der Kreislaufwirtschaft in die Fahrradindustrie einzuführen.

Velio wurde im Herbst 2021 von den fahrradbegeisterten Unternehmern Chris Lenz und Sebastian Hanhues gegründet, die reichhaltige Erfahrung im Aufbau und der Skalierung digitaler Geschäftsmodelle mitbringen. Ihre Vision: die Idee der Kreislaufwirtschaft in die Fahrradindustrie einführen. Das Konzept: Die Kölner bereiten die gebrauchten Fahrräder auf – der Basisbestand setzt sich aus ehem. Leasing- und Leihfahrrädern, Testbikes und Ausstellungsstücken zusammen sowie Rädern, die bei Händlern zurückgegeben oder von Privatpersonen verkauft wurden – und verlängert so ihre Laufzeit. Jedes Bike wird im eigenen Meisterbetrieb geprüft, gewartet und eingestellt.

Den ökologischen Reifenabdruck verkleinern

Nach der ressourcenschonenden Instandsetzung sind die (E-)Bikes dann „wie neu“ im velio-Online-Shop erhältlich. Auf diese Weise wird der Produktlebenszyklus verlängert – und der „ökologische Reifenabdruck“ verkleinert. Der Unterschied zwischen erneuert und neu beträgt bis zu 300 Kilogramm CO2.

Und nicht nur das: Auf dem Fahrrad kann jede(r) einzelne gegen die Luftverschmutzung und den Klimawandel anrollen. Das Ziel von velio: Jene 22 Prozent der Treibhausgase zu reduzieren, die auf den Verkehrssektor und Autofahrten zurückgehen – und einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten.

Global Benefits per Radfahren

Schätzungen zufolge erzeugt Fahrradfahren „global Benefits“ in Höhe von bis zu 150 Milliarden Euro pro Jahr – zumal Effekte, die unter anderem der Umwelt, der Gesundheit der Bevölkerung und dem Verkehrssystem zugutekommen. So liegt der CO2-Ausstoß eines E-Bikes bwpw. zwischen 7 und 7,8 Gramm pro Kilometer, während bei einem Elektroauto der Wert rund 15-mal höher ist. Zudem sorgt ein E-Bike für mehr Flexibilität und mehr Unabhängigkeit im Alltag. Deswegen baut auch velio sein E-Bike-Angebot stetig aus. Oder anders ausgedrückt: Das Start-up verfolgt die Mission, nachhaltige urbane Mobilität für alle zu ermöglichen.

Die Welt der Fahrräder virtuell erschließen

Kund*innen mit refurbished Bikes deutschlandweit innerhalb weniger Werktage kostenlos zu beliefern, ist das eine. Ihnen die Welt der Fahrräder virtuell zu erschließen, das andere. Bei velio beginnt der Service bereits vor dem Kauf – mit nur wenigen Klicks und, wenn gewünscht, vollständig digital und via Smartphone. Zusätzlich wird eine professionelle Kaufberatung via E-Mail oder Telefon angeboten, um auf die individuellen Bedürfnisse eingehen zu können. Optional können alle Bikes gegen Diebstahl, Reparaturen und Verschleiß abgesichert werden.

Nach dem Kauf ermöglicht es der kostenlose Bikemanager durch Features wie dem Bikepass und dem digitalen Scheckheft zur Dokumentation von Reparatur- und Pflegeleistungen, den optimalen Überblick über das Premium-Rad zu erzeugen und den Wiederverkaufswert zu steigern. Denn: Ein velio Bike kann nach der Nutzung je nach Zustand über die Plattform wieder in den Kreislauf zurückgeführt und erneut aufbereitet werden.

Fahrrad als die progressive Alternative zum Auto

Die Zielgruppe ist nach den ersten Erfahrungen der Gründer breit gefächert. Im Zuge der Mobilitätswende zielt velio insbesondere auf den Urban Commuter ab, aber auch für Menschen aus dem Umland sind die Refurbished Bikes interessant. Auch den derzeitigen Boom der E-Bikes spürt das Team von velio deutlich und es lässt sich feststellen, dass inzwischen auch einige junge Menschen auf die elektrische Version des Fahrrads umsteigen und diese nicht mehr nur als Option für die ältere Gesellschaft gesehen wird. Was alle Kund*innen vereint, ist schlussendlich auch das, was das velio-Team zusammengebracht hat und für einen Wandel auf dem Fahrradmarkt kämpfen lässt: Sie stehen hinter dem revolutionären Konzept, freuen sich, etwas für die Umwelt getan zu haben und sehen das Fahrrad als die progressive Alternative zum Auto.

Cybersecurity-Trends 2023

Fünf Sicherheitstrends - für Unternehmen jeder Größe relevant.

Das Jahr 2022 war ein Ausnahmejahr, auch geprägt von einer steigenden Zahl von Cyberangriffen. Diese Entwicklungen machen Unternehmen schwer zu schaffen. Experten wie beispielsweise von Interpol prognostizieren auch für die kommenden Jahre, dass Cyberattacken wie Ransomware und Phishing deutlich zunehmen werden. Damit Unternehmen sich auf das kommende Jahr vorbereiten können, ist es wichtig, dass sie ihre Sicherheitslücken kennen und auch beheben. Dabei zeichnen sich einige Trends ab, die für 2023 wichtig werden.

Cybersecurity-Trend 1: Kritische Infrastrukturen bleiben im Visier von Cyberkriminellen

Kritische Infrastrukturen sind laut Medienberichten fast täglich Ziel einer Cyberattacke. Diese Lage verunsichert Unternehmen zunehmend. Gerade hochsensible Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen oder die Energieversorgung werden 2023 von Cyberkriminellen noch stärker attackiert werden. Auffallend ist, dass die Angriffe häufiger, schneller und fokussierter werden. Der Grund dafür ist nicht nur die zunehmende Professionalisierung der Hacker, sondern auch der Trend zu Cybercrime-as-a-Service (CaaS). Damit wird es auch für Hobbykriminelle einfacher, ihre eigenen Angriffe zu entwickeln und dadurch Profit zu machen.

Cybersecurity-Trend 2: Neue Regulierungen auf dem Weg

Ende dieses Jahres hat sich das Europäische Parlament mit den Mitgliedsstaaten der EU auf einen Rahmen (NIS 2) geeinigt, der das Netz und Informationssysteme besser vor Cyberattacken schützen soll. Die Staaten haben dann 21 Monate Zeit, NIS 2 in nationales Recht umzusetzen. Mit NIS 2 werden Mindestanforderungen zur Zusammenarbeit zwischen den Ländern geschaffen und diese so harmonisiert. Auch hier steht die kritische Infrastruktur im Fokus, da hohe Bußgelder verhängt werden, sollten die neuen Anforderungen nicht eingehalten werden. Andere Unternehmen müssen ebenfalls auf Grundlage des neuen Rahmens ihre Sicherheitsmaßnahmen nachbessern und Behörden innerhalb von 24 Stunden nach einem Vorfall einen Bericht zur Verfügung stellen. Erschreckend ist aber, dass 47 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen in Unternehmen im aktuellen Sicherheitsbarometer 2022 angaben, die gängigen Maßnahmen überhaupt nicht zu kennen. Zehn Prozent der Befragten gaben an, keine Vorkehrungen für erhöhte IT-Sicherheit zu treffen. Unternehmen sollten demnach jetzt Maßnahmen ergreifen, um ihre Schwachstellen zu schließen und die Sicherheitsmaßnahmen auf den neuesten Stand bringen, um nicht nur Cyberangriffe zu vermeiden, sondern auch Bußgelder vorzubeugen.

Cybersecurity-Trend 3: IT-Fachkräftemangel macht den Unternehmen nach wie vor zu schaffen

Laut dem Statistischen Bundesamt hatten mehr als drei Viertel der deutschen Unternehmen Probleme, im Jahr 2022 Stellen zu besetzen. Auch international sieht die Lage nicht besser aus. Laut der Cybersecurity Workforce Studie 2022 fehlten im Bereich IT-Sicherheit im Vergleich zu 2021 mehr als 26 Prozent der Sicherheitsexperten. In Zahlen ausgedrückt, brauchen Unternehmen 3,4 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte. Gleichzeitig nehmen Cyberattacken zu. So verschärft sich im nächsten Jahr die Lage weiter, da Sicherheitslücken zu spät oder gar nicht geschlossen werden können, da diese schlichtweg übersehen werden. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sollten Unternehmen junge Nachwuchstalente einstellen, auch wenn diese noch über geringe Berufserfahrung verfügen. Zudem eignen sich Schulungen und Weiterbildungen, wenn Firmen neue Sicherheitsstandards und Regularien rechtzeitig implementieren wollen.

Cybersecurity-Trend 4: Social-Engineering wird verstärkt Banken treffen

Social-Engineering-Attacken sind oft nur der Anfang eines größer angelegten Cyberangriffs. Das wird auch zukünftig der Fall sein und die Kriminellen werden 2023 ihre Ziele ausweiten, denn zunehmend gerät auch der Banken- und Finanzsektor in den Fokus. Eine hohe Gefahr geht von sogenannten Social-Engineering-Attacken in Echtzeit aus. Hier ruft ein vermeintlicher Bankmitarbeiter oder eine angeblich staatliche Organisation einen Kunden an und drängt diesen sein Geld auf ein „sicheres“ Konto zu überweisen. Da der/die Kund*in das Geld selbst überweist, ist es für die echte Bank nur schwer zu erkennen, dass in diesem Fall ein Betrugsdelikt vorliegt. Aber auch die Anzahl von Identitätsdiebstahl und Kontoübernahmen für kriminelle Zwecke werden im Banksektor im Jahr 2023 ansteigen, da sich auch hier die Cyberkriminellen professionalisieren.

Cybersecurity-Trend 5: Deepfakes als neue Gefahr

Laut Europol und dem FBI geht eine ernsthafte Gefahr von Deepfakes aus. Auch wenn diese noch nicht so ausgereift sind, dass sie als massentauglich eingeschätzt werden, wird die Technologie zukünftig von Cyberkriminellen missbraucht werden, um ihre Betrugsszenarien noch authentischer zu gestalten. Es gibt bereits Fälle, in dem gefälschte Videos oder auch Voice-overs durch Deepfake zum Einsatz kamen und so Know-Your-Customer-Prozesse (KYC) ausgehebelt wurden. Da die Technologie sich auch hier immer weiter entwickelt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese von Cyberkriminellen genutzt wird. Denn die technischen Grundlagen sind vorhanden und der Quellcode, um ein Deepfake zu erzeugen, ist öffentlich zugänglich.

Fazit

Unternehmen und IT-Entscheider*innen sollten sich auf die zunehmenden Herausforderungen bezüglich IT-Sicherheit vorbereiten. Sie sollten auch ihre Sicherheitsmaßnahmen auf den neuesten Stand bringen, um ihre Kunden besser zu schützen. Denn das Risiko Opfer einer Cyberattacke ist nur mehr eine Frage der Zeit.

Der Autor Stephan Schweizer ist CEO der Nevis AG, die digitale Sicherheitslösungen entwickelt.

Technologie als Motor der Bildung

Der EdTech-Markt bietet großes Wachstumspotenzial. Gastbeitrag von Tobias Lampe, Leiter der Studienkreis Online-Nachhilfe.

30 Prozent weniger Gründungen – laut einer Analyse des Venture-Capital-Unternehmens Morphais VC wurden im 3. Quartal deutlich weniger Start-ups in Deutschland gegründet als im Vorjahr. Zahlen wie diese zeigen, dass die Start-up-Welt unter der konjunkturellen Entwicklung leidet. Insbesondere die Angst vor der Rezession schreckt Gründungswillige davon ab, ihre Business-Ideen auf den Markt zu bringen. Und das, obwohl für junge Unternehmen noch Kapital vorhanden ist. Insbesondere der Bildungsmarkt verspricht Wachstum und großes Potenzial für technologische Entwicklungen, denn in Deutschland gibt es noch enormen Nachholbedarf. Verwirklicht sich jetzt der Traum vom Milliardengeschäft EdTech-Markt?

Mehr Risikokapital: Wachstumspotenzial für EdTech-Unternehmen steigt

Nach dem Boom der vergangenen Jahre scheint die Start-up-Szene in eine neue Phase zu kommen: Wagniskapitalgeber schauen genauer hin, worin sie ihr Geld investieren, mit welcher Bewertung sie einsteigen und wo noch besonders großes Wachstumspotenzial besteht. Der European EdTech Funding Report 2022 zeigt, dass insbesondere der EdTech-Markt die Wachstumsfantasien der Investor:innen beflügelt. Allein im ersten Halbjahr wurden knapp 1.4 Milliarden Euro in EdTech-Unternehmen aus Europa investiert. Das sind knapp 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Einige erfolgreiche Unicorns, die mit einer Milliarde oder mehr Dollar bewertet werden, hat die Branche bereits hervorgebracht. Dazu zählen unter anderem BetterUp, GoStudent oder Coursera. Die erfolgreichsten Tech-Unternehmen im Bildungsbereich kommen vor allem aus den USA und Asien. Auf dem deutschen und europäischen Markt hingegen findet sich nur eine Handvoll vielversprechender Vorreiter. Problematisch ist dieser Status quo, da der deutsche Bildungsbereich bereits seit Jahren mit der Digitalisierung hinterherhinkt. Dazu kommt noch der Fachkräftemangel an Schulen und ein immer wieder schwerfälliger Bildungsföderalismus. Diese Herausforderungen können nur erfolgreich bewältigt werden, wenn sich die deutsche Bildungslandschaft stärker gegenüber innovativen Technologien öffnet und auch bei uns der EdTech-Markt ordentlich aufblühen kann.

Erschwertes Gründungsumfeld für EdTechs auf dem deutschen Markt

Sascha Lobo, Experte auf dem Gebiet der digitalen Medien, brachte es kürzlich im Gespräch mit Markus Lanz gut auf den Punkt: „Die Ausstattung der Schulen gehört ins Museum.“ Während das Smartphone, Tablet und Lernvideos auf YouTube in der Freizeit der Schüler*innen eine Selbstverständlichkeit sind, scheint im Schulunterricht die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Aufholbedarf in Sachen Digitalisierung ist groß, gleichzeitig stehen deutschlandweit etliche Start-ups in den Startlöchern, um die Bildungslandschaft zu optimieren. Warum hat dann noch kein deutsches Edtech ordentlich abgesahnt? Nachfrage muss es ja im bevölkerungsstärksten Land Europas zur Genüge geben.

Die größte Herausforderung für EdTechs auf dem deutschen Markt ist die Einstellung gegenüber der Digitalisierung. Oft heißt es: „Früher hat doch auch die Kreidetafel und das dicke Mathebuch gereicht“ oder „Kinder sind in ihrer Freizeit nur am Handy, das muss ja nicht auch noch in der Schule sein“. Besonders im Bildungsmarkt fehlt es an Offenheit gegenüber Technologien, wodurch wertvolle Chancen ungenutzt bleiben. Erschwerend kommt für EdTech-Unternehmen die deutsche Bürokratie hinzu, denn der Bildungsmarkt ist stark reguliert. Das verlangsamt nicht nur die Digitalisierung an Schulen, sondern erschwert auch die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen und den EdTech-Unternehmen. Schulleitungen haben zum Beispiel kaum Gestaltungsspielraum bei ihrem Unterricht, können also nicht selbstständig digitale Tools in ihren Unterricht einführen, auch wenn sie den Bedarf sehen.

Ausblick: Schulen als Vorbild

Unsere Schulen könnten ein Vorbild sein, wie sich Bildung und Technologie optimal ergänzen. Doch was es dafür braucht, ist ein hohes Maß an Bereitschaft aller Beteiligten. Auch ein Wandel in der Wahrnehmung neuer Bildungstechnologien durch die deutsche Gesellschaft ist dafür notwendig. Sie ist lange nicht so aufgeschlossen wie in anderen Ländern. Wir sind es gewohnt, dass Bildung aus staatlicher Hand kommt und nicht zusätzlich kostet. Aber oftmals kann das öffentliche Bildungswesen nicht auf den individuellen Bedarf einzelner Schüler*innen eingehen. So kann Online-Nachhilfe zum Beispiel den Schulunterricht optimal ergänzen: Sie ist zeitlich flexibler, ortsunabhängig, individualisierbar und steigert zudem die Digitalkompetenz junger Menschen. Das Mindset muss sich ändern, denn wir brauchen Technologie und somit mehr Start-ups für unser Bildungssystem.

Der Autor Tobias Lampe ist Leiter der Studienkreis Online-Nachhilfe, Deutschlands führendem Anbieter für individualisierte Online-Lernförderung. Die Studienkreis Online-Nachhilfe wurde 2011 in Köln gegründet.

Office-Trends 2023: Wie werden wir künftig arbeiten?

Future of Work: Die Arbeitswelt von „vor der Pandemie“ ist passé. Wir zeigen die zentralen Trends in Sachen Arbeitsplatzstrategie.

Nach wie vor dominiert der Arbeitnehmer*innenmarkt und das bedeutet für die Arbeitgeber*innen, dass ein wesentliches Ziel darin besteht, den Wünschen und Erwartungen der potenziellen sowie aktuellen Belegschaft zu entsprechen und dabei gleichzeitig wirtschaftlich zu agieren.

Vor diesem Hintergrund haben Unternehmen, die weiterhin als attraktiv gelten wollen, die Aufgabe, sich mit dem Thema New-Work auseinanderzusetzen und passende Konzepte in ihr Arbeitsumfeld zu integrieren. Eine wichtige Grundlage hierfür ist eine Arbeitsplatzstrategie, mit deren Hilfe Firmen Raumlösungen entwickeln können, die nachhaltig, kostengünstig und dabei skalierbar sind.

Neue Strukturen einführen: hybrides Arbeiten als Zeitgeist

Hybrid is the new normal. Die letzten drei Jahre hat sich ein Wandel vollzogen – in der Arbeitswelt ebenso wie in den einzelnen Mitarbeiter*innen. Ein Zurück zu den alten Wurzeln ist unter dieser Voraussetzung kaum möglich und nicht erstrebenswert. Vielmehr sollten Firmen nun auf neue Strukturen setzen; das betrifft sowohl die zeitliche Flexibilität als auch die räumliche. Mitarbeiter*innen schwören mittlerweile in vielen Bereichen auf eine Mischung aus Homeoffice und Präsenzarbeit im Büro. Compliance und Kontrollzwang waren einmal, heute gilt es, seiner Belegschaft als Unternehmen Vertrauen zu schenken und ein Höchstmaß an Work-Life-Balance zu gewähren. Das macht die Belegschaft gleichzeitig zufriedener und produktiver. Davon profitieren alle Seiten. So sollte sich beispielsweise auch die Raumstruktur an das neue Arbeiten anpassen. Offene, große Räume wird es weiterhin geben müssen, um Konferenzen und größere Meetings abhalten zu können. Diese Räumlichkeiten sollten modular eingerichtet sein. Verschiebbare Wände, beschreibbare Tafeln und Möbel, die sich dem Menschen anpassen und dadurch die Kommunikation unterstützen, sind ein klarer Trend im neuen Jahr. Ebenso brauchen die Kolleg*innen aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Kleine Räume für stilles Arbeiten in angenehmer Atmosphäre sollte jedes Unternehmen der Belegschaft stellen können. Wer das in den eigenen Räumen bislang nicht kann, für den ist die Möglichkeit, einen Offsite-Space zu nutzen, eine tolle Alternative. Zugleich können diese Spaces individuell und nach Auslastung gebucht werden.

Flexibilität – der Schlüssel zu mehr Produktivität und Zufriedenheit

Durch die Möglichkeit, Homeoffice, Office und Co-Working-Space zu kombinieren, erweitern Unternehmen ihr Angebot an flexiblem Arbeiten enorm. Mit dem passenden Workspace-Konzept, das auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen eingeht und die Arbeitsweisen der Teams berücksichtigt, können Firmen nur gewinnen. Logischerweise benötigen Menschen, die viel im Team arbeiten, andere Räumlichkeiten als jene, deren Fokus sich auf Einzelarbeiten richtet. Unternehmen haben hier eine große Chance, die Zufriedenheit und gleichzeitig die Produktivität am Arbeitsplatz zu steigern. Indem Unternehmen sich für die flexible Anmietung von Offsite-Spaces zusätzlich zum eigenen Büro entscheiden, können sie neue Konzepte leicht umsetzen und gleichzeitig die festen Büroflächen minimieren und damit verbundene Miet- und Heizkosten dauerhaft senken.

Der Trend hin zur kürzeren Mietdauer bei Gewerbe- und Büroimmobilien unterstützt diese Flexibilität zusätzlich. Firmen müssen sich häufig nicht mehr über Jahre oder gar Jahrzehnte vertraglich an eine Immobilie binden und können sich bei Leerstand schneller wieder verkleinern.

Berücksichtigung der ESG-Richtlinien

Nicht nur für den Geldbeutel der Firma, auch für die Umwelt ist eine Verkleinerung angemieteter Flächen sinnvoll. Denn aufgrund des hybriden Arbeitens wird es künftig höhere Leerstandsquotengeben. Schon allein wegen der ESG-Richtlinien (Environmental, Social and Governance) ist dies auf lange Sicht nicht mehr tragbar. Hinzu kommen zusätzliche anfallende Kosten für diese Leerstände, die die Unternehmen decken müssen, die aber kaum wirtschaftlich sind. Mithilfe von flexibel einsetzbaren Büros – zum Beispiel Co-Working-Offices oder auch Desk-Sharing – können Firmen dem entgegenwirken. Sie zahlen und heizen dann nur noch für die Räume, die sie wirklich nutzen.

Offsite-Space, Homeoffice, Office: die Mischung macht's

Die Arbeitswelt von „vor der Pandemie“ ist passé. Ein Zurück in alte Strukturen wird es nicht geben, dafür ist zu viel passiert. Doch das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil: Flexible Arbeitszeiten und – Orte können die Work-Life-Balance der Mitarbeiter*innen unterstützen und positiv beeinflussen. Das steigert Wohlergehen und Gesundheit. Hybrides Arbeiten ist da, wo möglich, das Mittel der Wahl, der Mix aus den unterschiedlichen Möglichkeiten macht das Arbeitsleben erst bunt, fördert in vielen Bereichen die Kreativität und kann für ein deutlich positiveres Arbeitsklima sorgen. Die passenden Räumlichkeiten vorausgesetzt.

Das Büro von früher hat in seiner alten Form vielerorts ausgedient. Gleichwohl wird es das Office weiterhin geben müssen – für Zusammenkünfte, zum gemeinsamen, kreativen Arbeiten, als Begegnungsort fürs Teambuilding. Denn ersetzen kann der Bildschirm zu Hause die persönliche Begegnung nicht, wohl aber ergänzen. So dass der Mensch sich entscheiden kann, wann es für ihn oder sie günstiger ist, ins Büro zu kommen, wann das Arbeiten im Co-Working-Space Sinn ergibt und wann er besser direkt von zu Hause aus arbeitet.

Der Autor Julian Jost ist CEO und Co-Founder von Spacebase, einer globalen Buchungsplattform für Workshop- und Meetingräume, 2015 gegründet in Berlin.

Die 7 top E-Mail-Design-Trends 2023

Die größten E-Mail-Design-Trends 2023, gesammelt von den 99designs-Expert*innen.

Die E-Mail-Trends 2023 sind in unserem Posteingang gelandet und dieses Jahr ist ihre Botschaft unmissverständlich: 2023 dreht sich alles darum, zu zeigen, statt zu erzählen. Wir sehen, wie Grafiken in den Mittelpunkt des E-Mail-Designs rücken, mit Produktfotos, die auf der Seite schweben, Farben, die ein größeres Risiko eingehen, und Animationen, die ins Scheinwerferlicht drängen.

Auch wenn es zum Teil natürlich darum geht, Aufmerksamkeit zu erregen, könnten diese Trends auch ein Zeichen dafür sein, dass die Menschen sich mehr nach Unterhaltung sehnen als nach kalten, harten Fakten. Nach Jahren der Pandemie und Wirtschaftskrise sind diese E-Mail-Design-Trends eine Reaktion auf die aktuelle Zeit. Sie zeigen eine kollektive Sehnsucht nach Rebellion und ein Verlangen nach Freiheit.

Doch das Gute ist, dass sich E-Mails heutzutage nicht mehr so ernst nehmen müssen und so zu einem Vehikel für Eskapismus und sogar hoffnungsvollen Optimismus werden können. In jedem Fall werden die folgenden E-Mail-Design-Trends 2023 zu einem echten Hingucker in unseren Posteingängen.

E-Mail-Design-Trend 1: Schwebende Produkte

Angesichts der Tatsache, dass (an einem guten Tag) weniger als 20 % aller E-Mails überhaupt geöffnet werden – ganz zu schweigen gelesen – tragen Bilder die Verantwortung, sofortige Aufmerksamkeit zu erregen und zu erklären, worum es bei einem Produkt geht. Damit diese Bilder noch mehr Wirkung erzielen, setzen Designer und Designerinnen auf Produktfotos, die in der Luft zu schweben scheinen.

Dieser Stil ist ein todsicherer Weg, das Produktfoto zum wichtigsten Inhalt der Mail zu – das Bild ist nicht nur groß, sondern beinahe transzendent und schwebt über den irdischen Anliegen des Rests der E-Mail. Auch wenn diese Produkte unmöglich schweben können, vermitteln sie ein Gefühl von dreidimensionaler Realität. Sie zeigen, wie das Produkt tatsächlich aussehen könnte, und wirken so real, dass die Menschen das Gefühl haben, sie könnten durch den Bildschirm hindurchgreifen und es anfassen. All das trägt zum Verkaufsabschluss bei.

Online-Marketing-Trends 2023

So gelingt ein ganzheitlich-nachhaltiges Online-Marketing im Jahr 2023.

Ökologisch, ökonomisch und sozial. Auf diesen drei Eckpfeilern beruht Nachhaltigkeit, ein Thema, das heute in aller Munde ist. Dabei mag es vielleicht überraschen, dass Online-Marketing, so wie es meist betrieben wird, diesen Kriterien gar nicht entspricht. Was viele z.B. nicht wissen: Das Internet hat einen enormen Stromverbrauch und verursacht genauso viel CO2-Emissionen wie die Luftfahrtindustrie. Es reicht also nicht aus, ein papierloses Office zu betreiben und die Werbekampagne von Print auf Online umzustellen. Zu einem ganzheitlich ausgerichteten nachhaltigen Online-Marketing, das Unternehmen nicht nur erhöhte Medienaufmerksamkeit schenkt, sondern allen Aspekten der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – glaubhaft gerecht wird, gehört ein wenig mehr.

Im Folgenden erläutern wir, an welchen drei einfachen Stellschrauben jede(r) Unternehmer*in drehen sollte, um erste wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit im Online-Marketing zu gehen, von denen Unternehmen, Umwelt und auch Kund*innen profitieren.

Ökologischer Aspekt: Optimiere deine Website für einen geringeren Stromverbrauch

Der Energiebedarf des Webs ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und beträgt heute in etwa zwei Prozent des weltweiten Verbrauchs. Immer größer werdende Websites, mit schicken Bildern und emotionalen Videos, tragen hierzu einen erheblichen Teil bei, denn je größer und schwerer eine Website ist, desto mehr Strom benötigt sie. Für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sollten Unternehmen daher auf ein schlankes Webdesign mit reduzierten Daten achten. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann zudem auf eine klimaneutrale Website setzen. Dabei wird der Energiebedarf des Internetauftritts berechnet und durch ein gewähltes Klimaschutzprojekt gleich wieder ausgeglichen.

Natürlich gibt es neben einer klimaneutralen Website auch andere Mittel und Wege um Unternehmen ökologischer zu gestalten. Anstatt unternehmenseigene Server zu betreiben, können Unternehmen beispielsweise auf Cloud-Hosting setzen und bei der Beschaffung von Hardware sollte der benötigte Strombedarf ein Kaufkriterium sein. Auch das Ermöglichen von Home Office schont, durch geringeren Pendler*innenverkehr, die Umwelt.

Sozialer Aspekt: Respektiere die Privatsphäre deiner User*innen

Tracking-Tools wie Google Analytics kommen auf fast jeder Website zum Einsatz und sollen Unternehmen wertvolle Daten über das Verhalten deiner Besucher*innen, für personalisierte Werbemaßnahmen, liefern. Eine unglaubliche Masse an Informationen, die da zusammenkommt und den Energieverbrauch des Internets und Datenumfang einer Website erhöht. Dabei werden am Ende nicht mal mehr alle Daten genutzt oder falsche Schlüsse aus ihnen gezogen. Nachhaltig und sozialverträglich sieht anders aus.

Verringere daher deine invasiven Tracking-Methoden, mit denen du in die Privatsphäre deiner Nutzer*innen eindringst, und überlege stattdessen im Vorfeld genau, welche Daten du wirklich benötigst. Achte auch darauf, dass deine Cookie-Hinweise datenschutzrechtskonform sind. So bist du rechtlich auf der sicheren Seite, erhöhst die Nutzer*innenfreundlichkeit und wirst gleichzeitig dem sozialen Nachhaltigkeitsaspekt gerecht.

Ökonomischer Aspekt: In nachhaltige Kund*innenbeziehungen investieren

Es kommt nicht nur häufig vor, dass über Tracking-Tools gesammelte User*innen-Daten falsch interpretiert werden, sie sorgen zudem nicht selten dafür, dass die Effektivität von Werbeanzeigen systematisch überschätzt wird. Unternehmer*innen sollten daher immer wieder neu überdenken, wie viel Budget sie zu welchem Zeitpunkt für Anzeigen ausgeben, denn es gibt langfristigere und vor allem nachhaltigere Methoden, um auf sich aufmerksam zu machen:

  • Kundenbeziehungen stärken: Kommentiere Blogbeiträge, seie in relevanten Facebook-LinkedIn-Gruppen aktiv, beantworte Fragen im Social Web und besuche Branchenveranstaltungen.
  • Content mit Mehrwert produzieren: Investiere in die Erstellung von einzigartigem Content, der deinen Kund*innen einen Mehrwert liefert.
  • SEO nutzen: Optimiere deine Website und setze auf Suchmaschinenoptimierung für ein besseres Ranking.

Nicht auf den schnellen Effekt setzen

Natürlich wirst du bei einem nachhaltigen Vorgehen nicht den schnellen Erfolg sehen, den du vielleicht aus Google Ads-Kampagnen gewohnt bist. Dafür wirst du langfristig mit effektiveren und authentischen Werbemaßnahmen belohnt, die durch enge Kund*innenbindungen auch wirken. Nicht nur dein Werbebudget wird es dir danken, das gute Gefühl, das du erhältst, wenn du dein Online-Marketing nachhaltig gestaltest, bekommst du ganz automatisch und vor allem kostenlos dazu. Natürlich kannst du klassische Werbung weiterhin und ergänzend einsetzen. Die richtige Mischung zur richtigen Zeit macht’s.

FettFressHair als Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland ausgezeichnet

Das Recyclingprojekt des Kieler Start-ups „FettFressHair“ hat vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz den Titel „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ verliehen bekommen.

Tagelange Arbeit an Motivationsschreiben und Projektbeschreibung, Nervosität bei den Auswahlgesprächen und am Ende kräftiges Daumendrücken haben sich ausgezahlt: das Kieler Team „FettFressHair – dein Haar kann Meer“ hat eine weitere Auszeichnung abgeräumt.

Mit „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ fördert die Bundesregierung innovative Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Das „FettFressHair“-Team erhält nun ein einjähriges Mentoring sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an Workshops, die das Projekt deutschlandweit bekannter machen und stärken sollen.

„FettFressHair“ wurde 2021 ins Leben gerufen, in dem Jahr, in dem pandemiebedingt deutschlandweit Friseursalons schließen mussten. Die Initiatorin und Kieler Friseurmeisterin Janine Falke und ihre Schwester Nadine Schindler wollten diese Zeit sinnvoll nutzen und ließen sich bei ihrer Idee von einem Bericht über das Ölunglück auf Mauritius im Jahr 2020, wo Haare in Strümpfen eingesetzt wurden, um die Verunreinigungen im Wasser aufzunehmen, inspirieren.

Nach diesem Vorbild sollten auch in Deutschland Haare als Öl-Filter eingesetzt werden. Auf die ersten Prototypen mit Haaren aus dem eigenen Friseursalon folgte Anfang 2021 der Sieg beim „Yooweedoo- Ideenwettbewerb“ der CAU Kiel. Kurz darauf wurden die „FettFressHair-Schlängel“ mit Korken schwimmfähig gemacht und Kooperationspartner im Kieler Tiefbauamt gefunden.

In diesem Jahr kam dann ein weiteres professionelles Produkt dazu: das „FettFressHair-Nadelvlies“. Es wird maschinell verarbeitet, besteht aus 100 Prozent reinem Schnitthaar und ermöglicht verschiedenste, flexible Anwendungsgebiete. Dafür befindet sich „FettFressHair“ aktuell im Zertifizierungsprozess, um Städten in ganz Deutschland ein nachhaltiges Alternativprodukt zu synthetischen Ölfiltern anzubieten. Mit dem Nadelvlies können z.B. Ölfänger in Regenrückhaltebecken, Bootshäfen und Motorbootstankstellen installiert werden. Außerdem ist der Einsatz in Gullys oder auch im Dämmstoffbereich möglich.

„Die Auszeichnung als Kultur-& Kreativpilot*innen und die damit verbundene Aufmerksamkeit möchten wir dafür nutzen, unser Start-up weiter zu entwickeln und Kooperationspartner*innen zu finden“, so „FettFressHair“-Initiatorin Janine Falke. Ihre Co-Founderin und Schwester Nadine Schindler ergänzt: „Als Kultur-und Kreativpilot*innen Deutschland wollen wir zeigen, dass es sich lohnt aus jedem Beruf heraus über das Thema Nachhaltigkeit nachzudenken und zu agieren.“

Der Nachfolge-Innovator

Aktuell stehen so viele Unternehmen wie nie zuvor vor der brisanten Nachfolgefrage. Wie Serial Entrepreneur Tobias Zimmer mit TRADINEO dieses Problem adressiert, Gründer*innen als Nachfolger*innen etabliert und zu Innovator*innen macht.

Wenn ein Vierjähriger sich statt Hund oder Hamster zwei Hühner als Haustiere wünscht, um durch den Verkauf der Eier sein Taschengeld aufzubessern, dann ist schnell klar: Diesem Kind steht eine spannende, unternehmerische Karriere bevor. Und so sollte es kommen: Tobias Zimmer (36) gründete als Teenager sein erstes Unternehmen, eine Ebay-Verkaufsagentur. Während seines BWL-Studiums in Marburg, Leipzig, New-York und Seoul folgte eine Immobilienfirma. Doch den ersten entscheidenden Schritt in Richtung eines erfolgreichen Unternehmers machte der aus der Region Osnabrück stammende Betriebswirt erst nach seinem Masterabschluss: Er gründete Coffee-Bike, eine mobile Coffee-Shop-Kette, die per Franchise betrieben wird. „Ich habe gesehen, wie viele Cafébesitzer ihren Betrieb aufgrund von zu hohen Fixkosten, insbesondere für die Miete, einstellen mussten. Da kam mir die Idee zu einem mobilen Coffee-Shop. Das erste Bike mit integrierter Siebträger-Maschine habe ich noch mit Vater und Schulfreund in unserer Garage gebaut“, erinnert sich Tobias zurück.

Per Franchisesystems bietet Coffee-Bike seit mittlerweile

12 Jahren auch Menschen mit wenig Startkapital die Möglichkeit, ein eigenes Business auf die Beine zu stellen. Und das Konzept geht auf: Coffee-Bike wächst in wenigen Jahren zu einem der größten Franchisesysteme in Deutschland – und zwar ohne externes Risikokapital. „Das war eine harte Zeit. Die ersten Jahre habe ich mir genauso viel Lohn ausgezahlt wie unserem Werkstudenten – und das obwohl ich 12 Stunden pro Tag gearbeitet habe. Als Mittzwanziger war es irgendwie möglich, so über die Runden zu kommen. Wenn ich mir aber vorstelle, ich würde erst heute, mit Mitte 30 und als Vater gründen, wäre diese Art von Unternehmensführung für mich rein finanziell gar nicht mehr machbar“, sinniert Tobias.

Irgendwie wurden auch die harten ersten Jahre gemeistert: Die charmanten Fahrräder sind aus vielen deutschen Innenstädten nicht mehr wegzudenken – egal ob Düsseldorf, Hamburg oder München. Heute ist Coffee-Bike ein mittelständisches Unternehmen und in 17 Ländern aktiv, unter anderem mit einer Tochtergesellschaft in London.

Auch wenn die Erfolgsgeschichte von Coffee-Bike anhält, am Ende seiner Gründungsgeschichte ist der Niedersachse noch lange nicht: Bereits 2016 suchte der junge Unternehmer eine neue Herausforderung und gründete erneut: Mit myChoco kreierte er eine soziale Schokoladenbrand, die mit einem Teil des Umsatzes soziale Projekte fördert. „Es war mir schon immer wichtig, dass mein Unternehmertum einen positiven Impact hat – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich“, erklärt Tobias. „Der gesellschaftliche Wandel macht soziales Handeln zur Voraussetzung für wirklich gute Marken. Eine Brand ohne Impact-­Thema kann heute eigentlich nicht mehr erfolgreich werden.“

Ei, Ei, Ei, Neggst

Die Ei-Revolution: Verónica García-Arteaga und ihr Co-Founder Dr. Patrick Deufel haben eine kompromisslose Alter­native zum Hühnerei erforscht und mit Neggst Realität werden lassen.

Vegetarische und vegane Ernährung liegen im Trend. Während der Konsum tierischer Produkte in vielen Industrieländern sinkt, wächst der Markt für pflanzliche Alternativen. Eine der am schnellsten wachsenden Kategorien sind vegane Ei-Produkte. Der Markt ist noch jung, und bislang gab es kein Produkt, dass ein Hühnerei hinsichtlich Geschmack, Inhaltstoffen, Verarbeitungsmöglichkeiten und im typischen Erscheinungsbild mit Eiweiß, Eigelb und Eierschale ersetzen konnte. Doch Verónica García-Arteaga, Co-Founder und CEO des Berliner Start-ups Neggst, möchte das ändern.

Früher Forschungsdrang

Schon als Kind interessierte sich Verónica für Lebensmittel und deren Zusammensetzung: „Wenn die Frühstücksflocken auf dem Tisch standen, habe ich als erstes die Zutatenliste gelesen“, sagt sie. Früh war klar, dass sie eine Karriere im Bereich Ernährung einschlagen würde. Nach der Schule studierte sie Lebensmittelingenieurwesen in Mexiko City. Im Anschluss daran folgte eine Anstellung bei PepsiCo in der Qualitätskontrolle des Keksgeschäfts. Doch bald zog es sie wieder an die Universität. „Für mich war immer am wichtigsten, neue Dinge zu erforschen und gesunde Lebensmittel zu kreieren“, sagt Verónica. Mit einem Stipendium im Gepäck wechselte sie für den Masterstudiengang an die TU München. Im darauffolgenden PhD-Programm erforschte sie in Freising in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) neue Anwendungsmöglichkeiten für Erbsenproteine.

„Dabei arbeiteten wir an Alternativen zu tierischen Lebensmitteln, wie z.B. Fleisch oder Käse“, so Verónica, „doch was mir immer gefehlt hatte, war eine Alternative für das klassische Hühnerei“. So entstand die Idee. Im Jahr 2019 startete sie das Projekt, ein komplettes veganes Ei zu entwickeln – vom Eiweiß, über das Eigelb bis hin zur Eierschale. „Mit der Entwicklungsarbeit haben wir absolutes Neuland betreten“, so Verónica, „darum haben wir die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt“. Das Entwicklungsteam um Verónica kümmerte sich um Eigelb und Eiweiß, das Verpackungsteam des Fraunhofer-Instituts entwickelte die Eierschale.

Rührei überzeugte die Investor*innen

Zwei Jahre später wurden das vegane Eiweiß und das Eigelb erstmals im Fraunhofer Institut vor potenziellen strategischen Partner*innen und Investor*innen präsentiert. „Während unseres Pitches haben wir Spiegelei, Rührei und Pfannkuchen live zubereitet und serviert, und konnten so die Tester überzeugen“, sagt Verónica. Im Sommer 2021 wurde die Neggst Food GmbH aus der Taufe gehoben.

Als strategische Partner investierten die Unternehmen Ehrmann und Zentis. Dietmar Otte, der ehemalige Geschäftsführer von Zentis, wurde Teil des Gründerteams und hat mit seinem Wissen und wissenschaftlichen Hintergrund einen wichtigen Beitrag zum Projekt geleistet. Mit umfangreichem Know-how und Laborkapazitäten unterstützt der Aachener Lebensmittelhersteller seitdem das Team von Neggst in der Entwicklung. Darüber hinaus kann Zentis Support bei der Vermarktung der Produkte über den Handel leisten. Investor der ersten Stunde ist außerdem der Green Generation Fund, dessen Fokus auf pflanzlichen Lebensmitteln liegt. Geführt wird der Berliner Early-Stage-Fonds von Manon Littek, die zuvor fünf Jahre CEO bei Katjesgreenfood war, und Jana Ennsthaler, die u.a. Glossybox gründete.

Damit hatte Neggst genügend smartes Kapital für die nächsten Wachstumsschritte eingesammelt. Ende 2021 wurde das Team erweitert. Die meisten Mitarbeitenden bei Neggst, insbesondere in der Entwicklung, haben einen wissenschaftlichen Hintergrund. Und mit zunehmender Marktreife wächst auch das Marketing- und Salesteam.

„Der Schritt vom Labor in die Produktion ist riesig und keinesfalls zu unterschätzen“, sagt Verónica. „Wir arbeiten sehr nerdy und präzise und wollen nicht nur in der Forschung erfolgreich sein, sondern ein wirklich gutes und leicht verfügbares Endprodukt haben.“ (c) Daniel Ignatenko

Zielgruppe Flexitarier*innen

„Mit unseren Produkten sprechen wir grundsätzlich Vegetarier*innen und Veganer*innen an“, sagt Verónica, „doch unsere wichtigste Zielgruppe für das vegane Ei sind Flexitarier*innen.“ Diese ernähren sich teilweise pflanzlich und konsumieren immer wieder auch tierische Produkte, doch sie sind grundsätzlich offen für den Wechsel zu pflanzlichen Produkten. Diese Verbraucher wünschen sich typischerweise Produkte, die ihnen den Umstieg auf vegane Ernährung erleichtern. Dazu müssen die Lebensmittel einfach in der Anwendung sein und geschmacklich überzeugen.

„Diesen Menschen wollen wir eine nachhaltige und gesunde Alternative zum Hühnerei bieten“, sagt Verónica. Das vegane Ei von Neggst besteht aus mehreren Hülsenfrüchten wie Ackerbohnen, Erbsenprotein sowie pflanzlichem Öl. Zugesetzt werden außerdem Vitamin B12, Vitamin D3 und Ballaststoffe, die im Hühnerei nicht enthalten sind. Darüber hinaus enthält die vegane Alternative kein Cholesterin, weniger gesättigte Fettsäuren und weniger Kalorien. Entsprechend hat sie auch einen besseren Nutri-Score. Der biologisch abbaubare Kunststoff, aus dem die Eierschale besteht, enthält wie das tierische Vorbild Calciumcarbonat. Die vegane Schale wurde etwas stabiler angelegt als beim herkömmlichen Ei, doch sie lässt sich genauso aufschlagen. „Und da wir auf tierische Inhaltsstoffe verzichten, haben wir kein Problem mit Massentierhaltung und damit einhergehendem Tierleid, immensem Flächenverbrauch und Antibiotikarückständen“, ergänzt Verónica.

Das Ergebnis ist vom tierischen Produkt kaum zu unterscheiden. Auch geschmacklich und bei der Verarbeitung des Produktes gibt es keine Einschränkungen. „Verkostungen mit Kundinnen und Kunden zeigen, dass mit unserem Neggst-Ei hergestellte Lebensmittel wie z.B. Rühreier, Quiche oder Muffins keinen Unterschied zur nicht veganen Variante aufweisen“, so Verónica. Häufig liege die Präferenz sogar bei der veganen Version, besonders bei Quiche und Muffins.

Forschung für die richtige Rezeptur

Dem voran ging ein zweijähriger Entwicklungsprozess. „Zunächst mussten wir die richtigen Proteine finden, wollten keine Allergene verwenden und schließlich das gewünschte Ergebnis liefern“, so die Gründerin. Dazu wurden hunderte Kombinationen von unterschiedlichen Zutaten und Mengenverhältnissen sowie pH-Werte und viele weitere Faktoren im Labor getestet. Zusätzlich zu den Grundbestandteilen kommen Zutaten wie etwa Algen, Carrageen und natürliche Geliermittel ins Spiel, um die Textur des Eies nachzuempfinden. „Herauszufinden, was wirklich gut funktioniert, hat eine Zeit lang gedauert“, sagt Verónica.

Dazu gehörte auch, geeignete Lieferanten mit der passenden Produktqualität und Liefertreue zu finden. „Uns ist wichtig, dass wir möglichst lokal anbauen und einkaufen“, so Verónica. „Darum kommen unsere Zutaten, soweit möglich, aus Europa.“ Die aktuellen Lieferengpässe stellen auch das Team von Neggst vor Herausforderungen. Dass ein etablierter Lebensmittelhersteller mit an Bord ist, helfe im Einkauf, so die Gründerin. Doch bei einigen Zutaten musste das Team auf Alternativen zurückgreifen und zum Beispiel aufgrund der besseren Verfügbarkeit von Raps- auf Sonnenblumenöl umstellen.

Dies ist der Auszug aus einem Beitrag der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins: Mehr dazu liest du in der StartingUp - Heft 04/22 - ab dem 1. Dezember im Handel – jederzeit vorab online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice