Auf dem Prüfstand: Führung in Start-ups

Autor: Inga Kassack, Prof. Dr. Jens Nachtwei
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Die Arbeitswelt im Wandel: Das sind die zukünftigen Anforderungen an Führungskräfte in Start-ups.

Der weltweite digitale Wandel verändert die Art der Menschen zu leben, zu arbeiten und zu lernen fundamental und in rasanter Geschwindigkeit (Fleming et al., 2019). Das wirtschaftliche, politische und soziale Umfeld von Organisationen ist in der heutigen Arbeitswelt von Ungewissheit, Überraschungen und vielfach disruptiven Brüchen gekennzeichnet. Diese neue Qualität der Instabilität wird als VUCA-Welt (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) bezeichnet (Bartsch, 2015). Diese Entwicklung fordert zum einen Anpassungen der organisationalen Strukturen und Prozesse und führt zum anderen zu Veränderungen sozialer Beziehungen und intraorganisationaler Kooperationen (von Ameln & Wimmer, 2016). Demnach befinden sich nicht allein die Arbeits- und Organisationsprozesse in Unternehmen im Umbruch, sondern auch im Bereich Führung wird ein Umdenken gefordert (Worley & Mohrmann, 2014).

Führungskräfte nehmen dabei eine wichtige Rolle ein, denn der langfristige Erfolg einer Organisation hängt von den Qualitäten der Führungskraft genauso ab wie von hohen Umsätzen und hochwertigen Produkten oder Dienstleistungen. Einhergehend mit dem Wandel, werden auch die gesellschaftlichen Werte beeinflusst und verändern sich die Erwartungen der Mitarbeitenden an ihre Führungskraft (Schrörs & Kuhle, 2020). So gilt es, die zukünftigen Anforderungen an Führungskräfte zu betrachten und benötigte Kompetenzen zu fördern sowie zielgerichtet einzusetzen, um einerseits als Führungskraft, aber auch als Unternehmen in Zukunft erfolgreich zu sein.

Für Gründer*innen ist die Geschwindigkeit des Wandels zusätzlich herausfordernd. Neben der Entwicklung des Unternehmens muss parallel eine Führungsstrategie gefunden werden, die dem entsprechenden Wachstum des Start-ups, dem digitalen Wandel und den damit einhergehenden kontinuierlichen Veränderungen gerecht wird (Wolff, 2019). Start-ups charakterisieren Merkmale wie begrenztes Startkapital, knappe Ressourcen, überschaubare Vorerfahrungen und schnelles Wachstum. Sie befinden sich in der Frühphase unternehmerischer Entwicklung und sind daher einer besonders starken Konkurrenz ausgesetzt (Kollmann, Hensellek, Jung & Kleine-Stegemann, 2019). Diese Merkmale stellen Führungskräfte in Start-ups vor besondere Herausforderungen.

Führung im Kontext der Digitialisierung

Bis zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich zahlreiche Berichte finden, die sich damit beschäftigen, dass gravierende Veränderungen in der Arbeitswelt zu erwarten sind (Fleming et al., 2019). Jedoch basieren die zugrundeliegenden Studien selten auf empirischer Forschung nach wissenschaftlichen Standards. Auch wird in den Studien kaum eine psychologische Sichtweise eingenommen und Berufsprofile mit Führungsaufgaben spielen eine eher untergeordnete Rolle. Besonders fehlt es im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung an Forschung zu zukünftigen Anforderungen an Führungskräfte in Start-ups.

Die hier dargestellte Interviewstudie – sie basiert auf dem Herausgeberband mit Expert*inneninterviews von Nachtwei & Nachtwei (2021) – verfolgte demnach das Ziel, die im Kontext der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt veränderten Anforderungen an Führungskräfte in Start-ups zu ermitteln und aufzuzeigen. In dem Expert*inneninterviewband haben Gründer*innen, Investor*innen und Forscher*innen in fünf inhaltlichen Frageblöcken Fragen zu Erfolgsmerkmalen von Gründungsteams, zur Personalauswahl und -entwicklung in Start-ups, zur Führung in Start-ups und zur Zukunft der Arbeit aus Perspektive des Entrepreneurships schriftlich beantwortet.

Die vorliegende Studie basiert auf Frageblock vier des Interviewbands: Wie nimmst du die Führungskultur in Start-ups wahr? Gibt es bestimmte Führungsstile, die sich in der Start-up-Szene durchgesetzt haben? Oder soll die Führungsrolle deiner Erfahrung nach sogar mehr oder minder abgeschafft werden?

Für die Datenanalyse wurden vorab fünf Hauptkategorien (Rollen, Kompetenzen, Verhalten und Aufgaben der Führungskraft und Rahmenbedingungen) festgelegt, um anhand dieser die Daten des Interviewbands differenziert und strukturiert auswerten und die zukünftigen Anforderungen an Führungskräfte in Start-ups ermitteln zu können.

Zukünftige Anforderungen an Führungskräfte

In dem Interviewband wurden insgesamt 41 Interviews mit insgesamt 43 Start-up-Expert*innen veröffentlicht(Nachtwei & Nachtwei, 2021). Für die Datenauswertung mit Fokus auf zukünftige Anforderungen an Führungskräfte in Start-ups konnten 38 Interviews berücksichtigt werden. Zehn Teilnehmende waren Frauen (26 %), 28 Männer (74 %). Die Teilnehmenden verfügen über mindestens fünf Jahren Berufserfahrung und mehrjährige Gründungserfahrung. Der Großteil war bereits in mehreren Unternehmen tätig und hat Unternehmen gegründet. Sie bringen diesbezüglich eine große Vielfalt an Erfahrungen mit.

Führung in Start-ups: quo vadis?

Auch wenn das Thema Digitalisierung und Zukunft der Arbeit bereits zahlreich diskutiert wurde, konnte über die vorliegende Studie eine spezifische Sichtweise geschaffen und geforderte Rollen, Kompetenzen, Verhaltensweisen, Aufgaben von Führungskräften in Start-ups sowie Rahmenbedingungen konkret aufgezeigt werden.

Die zunehmende Digitalisierung hat starken Einfluss auf Organisationen und Personal. Die Führung bleibt davon nicht unberührt. Im Gegenteil, im Zuge der digitalen Arbeitswelt wird sogar davon gesprochen, dass Führungskräfte Pioniere der Digitalisierung sind und maßgebliche Herausforderungen zu bewältigen haben (Piéch, 2020). Wichtig dabei ist, dass Führungskräfte Führung als eine dynamische Haltung begreifen und sich von ständigen Veränderungen nicht verunsichern lassen. In den Interviewergebnissen wurde deutlich, dass der Bedarf an Führung weiterhin groß ist und konkrete Rollen, Kompetenzen, Verhaltensweisen, Aufgaben sowie Rahmenbedingungen gefordert werden.

Inwieweit die Entwicklung jedoch noch weiter geht und digitale Technologien die Arbeit von Führungskräften in Start-ups beeinflussen, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Formen der Führung, wie beispielsweise Mensch-Maschine-Interaktionen, können die Arbeit von Führungskräften weiterhin verändern und neue Anforderungen bedingen. Es wird essenziell sein, als Führungskraft einerseits fortlaufend an sich selbst zu arbeiten und anderseits Mitarbeitende mit entsprechendem Empowerment für die zunehmend digitale Arbeitswelt auszustatten (Hasenbein, 2020). Aktuell wird häufig unterschätzt, mit welchen Herausforderungen Führungskräfte aufgrund der neuen Arbeitsformate konfrontiert sind. Für Führungskräfte ist entscheidend, sich aktiv damit auseinanderzusetzen, was die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt für ihr Berufsfeld und für Arbeitnehmende bedeutet und wie sie den aufkommenden Trends begegnen können (Hirschi, 2017).

Allerdings gilt auch: Start-ups sind sehr unterschiedlich ausgerichtet und aufgestellt (Bogott, Rippler & Woischwill, 2017). Ein idealtypisches Start-up gibt es somit nicht, weshalb es auch keine idealtypische Führung geben kann. Die hier dargestellten zukünftigen Anforderungen liefern eine Orientierung, sollten jedoch individuell vor dem Hintergrund des jeweiligen Start-ups, Umfelds und Teams betrachtet werden.

Die Autoren

Inga Kassack studierte im Bachelor Gesundheits- und Sozialmanagent und im Master Wirtschaftspsychologie an der Hochschule für angewandtes Management in Berlin. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie zukünftige Anforderungen an Führungskräfte in Start-ups.

Prof. Dr. Jens Nachtwei ist Personalpsychologe, forscht an der HU Berlin, lehrt an der HAM und leitet das universitäre Spin-off IQP. Er beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Potenzialbeurteilungen sowie psychischen Folgen von Automation in der Arbeitswelt.

Quellen

von Ameln, F. & Wimmer, R. (2016). Neue Arbeitswelt, Führung und organisationaler Wandel. Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie, 1(47), S. 11-21. DOI: 10.1007/s11612-016-0303-0

Bartsch, J. (2015). Why systems must explore the unknown to survive in VUCA environments. Kybernetes, 44

(2), S. 253-270. doi.org/10.1108/K-09-2014-0189

Bogott, N., Rippler, S. & Woischwill, B. (2017). Im Startup die Welt gestalten: Wie Jobs in der Gründerszene funktionieren. Wiesbaden: Springer.

Breisig, T. (2020). Führung auf Distanz und gesunde Führung bei mobiler Arbeit. Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 74, 188-194. DOI: 10.1007/s41449-020-00219-6

Fleming, M., Clarke, W., Das, S., Phongthiengtham, P. & Reddy, P. (2019). The Future of Work: How New Technologies Are Transforming Tasks.

IBM. mitibmwatsonailab.mit.edu/wp-content/uploads/2019/10/The-Future-of-Work-How-New-Technologies-Are-Transforming-Tasks2.pdf

Hasenbein, M. (2020). Führung in der digitalen Arbeitswelt – Führung der Zukunft. In: J. Nachtwei & A. Sureth (Hrsg.), Sonderband Zukunft der Arbeit (HR Consulting Review, Band 12, S. 326-329).

VQP. www.sonderbandzukunftderarbeit.de

Hirschi, A. (2017). The Fourth Industrial Revolution: Issues and Implications for Career Research and Practice. The Career Development Quarterly, 66(3), S. 192-204. DOI: 10.1002/cdq.12142

Kollmann, T., Hensellek, S., Jung. P. B. & Kleine-Stegemann, L. (2019). Deutscher Startup Monitor 2019

. Bundesverband Deutsche Startups e.V. www.researchgate.net/publication/339043365_Deutscher_Startup_Monitor_2019

Nachtwei, J. & Nachtwei, K. (2021). HR Consulting Review, Band 13 (Fokus Startups). VQP.

Piéch, S. (2020). Leadership im Kontext von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. In: J. Nachtwei & A. Sureth (Hrsg.), Sonderband Zukunft der Arbeit (HR Consulting Review, Band 12, S. 350-353).

VQP. www.sonderbandzukunftderarbeit.de

Schrörs, C. & Kuhle, N. (2020). Das 5x5 Framework zur Zukunft der Arbeit. In: J. Nachtwei & A. Sureth (Hrsg.), Sonderband Zukunft der Arbeit (HR Consulting Review, Band 12, S. 499-502).

VQP. www.sonderbandzukunftderarbeit.de

Wolff, K. (2019). Start-ups brauchen eine HR-Strategie: People first! In B. Heimlich (Hrsg.), Sonderausgabe Start-up 2020: Zündende Ideen, VentureCaptial Magazin, S. 32-33.

Worley, C. & Mohrmann, S. (2014). Is change management obsolete? Organisational Dynamics, 43(3), S. 241-224. DOI: 10.1016/j.orgdyn.2014.08.008

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Der Moment, in dem alles auf dem Spiel steht

Warum du genau dann versagst, wenn es zählt – und was du sofort dagegen unternehmen kannst.

Das Investor-Meeting, für das du drei Monate gearbeitet hast. Die Präsentation vor dem Vorstand. Das Gespräch mit einem Teammitglied, das du schon zu lange aufgeschoben hast. Du weißt genau, was du sagen willst. Du bist vorbereitet. Und trotzdem: Dein Herz schlägt schneller, deine Stimme wird dünner, deine Gedanken rasen oder verschwinden einfach.

Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Muster. Und du kannst es verändern.

Was wirklich passiert, wenn der Druck steigt

In meiner Arbeit mit Gründer*innen und Führungskräften erlebe ich es immer wieder: Deine Kompetenz ist selten das Problem. Was unter Druck zusammenbricht, ist nicht dein Wissen, sondern dein Zugang dazu.

Der Grund liegt in deiner Physiologie. Sobald dein Gehirn eine Situation als bedrohlich einstuft – weil eine Bewertung droht, Fehler sichtbar werden könnten oder viel auf dem Spiel steht –, schaltet dein Körper in den Alarmmodus. Cortisol wird ausgeschüttet, die Kehlkopfmuskulatur spannt sich an, die Atmung wird flacher, Stimme wird höher. Das Sprechtempo steigt. Die Wirkung sinkt. Und genau das sendet die Stimme an unser Gegenüber: Unsicherheit.

Das Perfide daran ist, dass die häufigste Reaktion auf diesen Druck genau das verstärkt, was ihn erzeugt.

Mehr Vorbereitung ist nicht die Antwort

Du kennst das sicher: Noch einmal die Folien durchgehen, noch mehr Fakten recherchieren, noch mehr üben. Du versuchst, die Kontrolle zurückzugewinnen, indem du mehr weißt. Besonders als Gründer*in steckst du oft in diesem Muster fest. Deine inneren Antreiber rufen: „Sei perfekt!“, „Sei stark!“ oder „Beeil dich, zeig keine Schwäche!“

In der richtigen Dosis sind das Tugenden. Aber unter Druck schießen sie über das Ziel hinaus. Sie versetzen dich in einen Ausnahmezustand, der genau das verhindert, was du eigentlich erreichen willst: einen souveränen Auftritt.

Ein Beispiel: Florian, ein Geschäftsführer im Coaching, kennt das gut. Bei seinem ersten Pitch vor 200 Investoren wurde er immer schneller, bis ihm fast der Atem ausging. Erst durch die Arbeit an seinen inneren Mustern lernte er, seine Aufregung zu steuern – und trat im entscheidenden Moment so auf, wie er es sich vorgestellt hatte.

Dein Körper weiß es vor deinem Kopf

Souveränität lässt sich nicht allein im Kopf lösen. Wenn du versuchst, dir die Aufregung durch bloße Gedanken auszureden, kämpfst du mit dem falschen Werkzeug gegen eine instinktive körperliche Reaktion an.

Der direkte Weg zu deiner Wirkung führt über deinen Körper – konkret über deine Atmung und deine Stimme. Wenn du vor einem wichtigen Termin bewusst deine Ausatmung verlängerst (vier Sekunden einatmen, drei halten, acht ausatmen), aktiviert das deinen Vagusnerv.

Das parasympathische Nervensystem übernimmt, dein Herzschlag normalisiert sich und deine Stimmlage sinkt. Dein Gegenüber nimmt Ruhe wahr, noch bevor du deinen ersten Satz beendet hast. Das ist keine einfache Entspannungsübung – das ist Physiologie.

Was sofort wirkt

Drei Hebel helfen dir in akuten Situationen direkt:

  • Bauchatmung: Stabilisiert deine Stimme innerhalb von Sekunden.
  • Tiefe Stimmlage: Die Rückkehr in deine natürliche, etwas tiefere Lage sendet sofort Sicherheit. Sie signalisiert, dass kein Grund zur Eile besteht.
  • Tempo drosseln: Sprich bewusst langsamer, als du dich fühlst. Wer sich Zeit lässt, wirkt kompetenter.

Der letzte Punkt ist besonders relevant für Pitches und Investor*innengespräche. Tempo signalisiert Nervosität. Pausen signalisieren Überzeugung.

Was langfristig wirklich hilft

Sofortstrategien sind wichtig, aber sie behandeln das Symptom. Wenn du dauerhaft souveräner auftreten willst, musst du die Muster dahinter verstehen. Welcher innere Antreiber setzt dich unter Druck? Ist es der Drang, perfekt zu sein? Der Anspruch, keine Schwäche zu zeigen? Oder der Reflex, es allen recht machen zu wollen?

Diese Muster sind nicht fest in deinem Charakter verankert. Du hast sie gelernt, und du kannst sie verändern. Sobald du verstehst, was dein Nervensystem unter Druck auslöst, entsteht eine neue Wahl: Statt automatisch zu reagieren, kannst du bewusst handeln. Das Ergebnis ist keine gespielte Ruhe, sondern echte Präsenz.

Selbstbewusstsein ist kein Talent

Gerade wenn du gründest, bist du ständig in Situationen, in denen du überzeugen musst: Investor*innen, Kund*innen, dein Team. Deine Wirkung entscheidet oft schneller, als dein Inhalt verarbeitet werden kann. Tonlage, Tempo und Körperhaltung senden ein Signal, bevor der erste Satz fertig ist.

Die gute Nachricht: Das ist keine Frage von Talent oder Persönlichkeit. Es ist eine Fähigkeit, die sich trainieren lässt. Du kannst lernen, auch unter Druck klar, ruhig und überzeugend aufzutreten. Es braucht dafür kein „neues Ich“, sondern nur den Zugang zu dem, was bereits in dir steckt.

Die Autorin Laura Wällnitz ist Stimm- und Präsenzexpertin für Führungskräfte. Sie kombiniert Sprechwissenschaft, Psychologie und Business Coaching und begleitet Führungskräfte seit fast 20 Jahren dabei, auch unter Druck klar, sicher und überzeugend aufzutreten. Ihr Buch „Selbstbewusst führen in 30 Tagen: Wie du souverän bleibst, Druck standhältst und mit starker Stimme überzeugst“ erscheint am 30. April 2026 im Campus Verlag, www.seidirselbstbewusst.com

Droht uns die KI-Zombie-Apokalypse?

So verhinderst du, dass dein Start-up-Team beim Prompten das Denken verlernt und zum KI-Zombie mutiert.

Zugegeben, das Bild der „KI-Zombies“ mit leeren Blicken, die ferngesteuert am Schreibtisch sitzen, ist etwas plakativ. Doch die Warnung, die die Personalexpert*innen von Hogan Assessments aktuell aussprechen, trifft einen wunden Punkt der modernen Arbeitswelt. Für Start-ups, deren Überleben von echter Innovation und schnellem, aber kritischem Denken abhängt, ist das Thema brandaktuell.

Der Drang zur Effizienz ist immens. Laut dem Microsoft Work Trend Index nutzen bereits 75 Prozent der Wissensarbeitenden KI-Tools. Die Verlockung ist groß, alles an die künstliche Intelligenz auszulagern – von der Strategiepräsentation bis zur Slack-Nachricht an das Team. Das ist zweifellos effizient. Doch wenn Bequemlichkeit die Neugier erstickt, geht genau das verloren, was menschliche Teams unersetzlich macht: das eigenständige Urteilsvermögen.

Der wissenschaftliche Beweis: Die „Jagged Frontier“ der KI

Dass diese Sorge keine reine Panikmache ist, belegt handfeste Forschung. In einer umfassenden Feldstudie mit über 750 Beratenden der Boston Consulting Group (BCG) und Forschern des MIT („Navigating the Jagged Technological Frontier“) zeigte sich der Zombie-Effekt in klaren Zahlen:

  • Der Produktivitäts-Boost: Nutzten die Testpersonen KI für Aufgaben, die innerhalb der aktuellen Fähigkeiten der KI lagen, stieg die Qualität ihrer Arbeit um beeindruckende 40 Prozent.
  • Der Zombie-Effekt (Der Absturz): Wurde die KI jedoch für komplexe Aufgaben eingesetzt, die logisches Denken und tieferes Branchenwissen erforderten (außerhalb der sogenannten Jagged Frontier), passierte etwas Erschreckendes:
    Die Lösungsqualität sank plötzlich um 19 Prozentpunkte. Die Mitarbeitenden schalteten mental ab, vertrauten dem Output blind und kopierten schlichtweg fehlerhafte Ergebnisse.
  • Die Homogenisierungs-Falle: Die Forschenden stellten zudem fest, dass die KI-generierten Ideen zwar insgesamt ein ordentliches Niveau erreichten, sich aber extrem ähnelten. Die echte, disruptive Originalität – das Lebenselixier jedes Start-ups – ging verloren („Kollaps zur Mitte“).

Die vier Warnsignale: Wer wird zum KI-Zombie?

Dr. Ryne Sherman, Chief Science Officer bei Hogan Assessments, weist darauf hin, dass die Gefahr, sich der Verantwortung zu entziehen, eng mit bestimmten Persönlichkeitsmustern verknüpft ist. Achte bei dir und in deinem Team auf diese vier Treiber, die eine ungesunde KI-Abhängigkeit fördern:

  1. Mangelnde Wissbegierde: Wer kein inhärentes Interesse am Dazulernen hat, nutzt KI nicht als Lernhilfe, sondern als Abkürzung.
  2. Übervorsicht: Die Angst, Fehler zu machen, führt dazu, dass Teammitglieder sich lieber hinter den eloquent klingenden Antworten der KI verstecken.
  3. Geringes Selbstvertrauen: Wer dem eigenen Urteilsvermögen misstraut, nutzt KI nicht als Sparringspartner, sondern als unfehlbares Orakel.
  4. Ausgeprägte Konformität: Die Neigung, stets dem etablierten Standard zu folgen – genau hier setzt die KI als ultimative „Durchschnittsmaschine“ an.

Führung in der Apokalypse: Copilot statt Autopilot

Als Gründerin oder Gründer stehst du vor einer fundamentalen Entscheidung: Förderst du eine Kultur der durchdachten Nutzung oder lässt du zu, dass sich eine stille Abhängigkeit etabliert?
 

Deine Checkliste für eine gesunde KI-Kultur:

Der KI-Autopilot (Zombie-Modus)

Der KI-Copilot (Engagiert)

Übernimmt den ersten Entwurf der KI unhinterfragt als finales Ergebnis.

Nutzt den KI-Entwurf als rohen Startpunkt, um ihn kritisch zu prüfen.

Nutzt KI, um eigene Unsicherheit und Fehlerangst zu vertuschen.

Nutzt KI gezielt, um blinde Flecken zu finden und eigene Argumente zu testen.

Produziert Masse statt Klasse.

Produziert tiefergehende Qualität.

Fragt die KI nach der einzigen „richtigen“ Antwort auf ein Problem.

Diskutiert verschiedene Szenarien und trifft die strategische Entscheidung selbst.


Wir haben ähnliche technologische Umbrüche – vom Buchdruck bis zum Internet – stets überlebt. Die wahre Gefahr für dein Unternehmen ist nicht, dass Maschinen die Macht ergreifen. Es ist der schleichende Verlust der menschlichen Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen. In einer Welt, in der deine Konkurrenz Zugang zu denselben KI-Modellen hat, ist waches Denken dein wichtigster verbleibender Wettbewerbsvorteil.

Tipps zum Weiterarbeiten

So weckst du dein Team aus dem KI-Zombie-Modus auf

Nutze die folgenden Werkzeuge, um das Thema proaktiv in deinem Start-up anzugehen – nicht als Verbot, sondern als Qualitäts-Upgrade.

1. Leitfaden für dein nächstes Team-Meeting (Dauer: ca. 45 Min.)

Schnapp dir dein Team für eine offene Session, um gemeinsame Leitplanken zu definieren:

  • Eisbrecher (10 Min.): Zeige, dass du selbst KI nutzt, und nimm dem Thema die Schwere. Teile deinen besten „KI-Fail“ – einen Moment, in dem du dich blind auf die KI verlassen hast und das Ergebnis unbrauchbar war. Frag in die Runde nach ähnlichen Erlebnissen.
  • Der Impuls (10 Min.): Erkläre kurz das Prinzip der „Jagged Frontier“ (siehe oben). Mach klar: KI macht uns bei Routine schnell, aber bei komplexen Strategien führt blindes Vertrauen zu durchschnittlichen Ergebnissen. Als Start-up dürfen wir aber nicht durchschnittlich sein.
  • Das „Prompt-Roasting“ (15 Min.): Schaut euch ein bis zwei aktuelle KI-Outputs aus eurem Alltag an (z. B. einen Blogbeitrag oder Code). Diskutiert: Was ist gut? Wo fehlt unsere Start-up-DNA? Was wäre passiert, wenn wir das 1:1 übernommen hätten?
  • Copilot-Regeln definieren (10 Min.): Erarbeitet drei bis vier einfache Daumenregeln. Zum Beispiel: „Der erste Entwurf gehört der KI, der Feinschliff unserem Gehirn“ oder „Fakten werden immer über externe Quellen verifiziert“.

2. Die „Teufelsadvokat-Prompts“ für den Alltag

Gib deinem Team diese vier Prompts an die Hand. Sie verwandeln die KI von einem bloßen Textgenerator in einen strategischen Sparringspartner, der Schwachstellen aufdeckt.

Der Stresstest (Die Investor*innen-Brille)

 „Ich arbeite an folgendem Konzept: [Konzept]. Nimm die Rolle eines extrem kritischen Angel-Investors ein. Zerstöre meine Idee. Nenne mir die drei größten Schwachstellen oder Skalierungsprobleme, die ich übersehen habe. Sei schonungslos ehrlich.“

Das Pre-Mortem (Der Blick in den Abgrund)

„Stell dir vor, es ist ein Jahr vergangen und unser neues Projekt [Name] ist kolossal gescheitert. Schreibe eine knallharte Post-Mortem-Analyse. Was waren die drei Hauptgründe für das Scheitern?“

Die Anti-Kund*innen-Perspektive

„Versetze dich in unsere Zielgruppe: [Zielgruppe]. Erkläre mir detailliert, warum du unser Produkt auf gar keinen Fall nutzen würdest. Welche etablierten Alternativen ziehst du stattdessen vor und warum?“

Der Bias-Check (Gegen die Betriebsblindheit)

„Hier ist unser Strategie-Entwurf: [Text]. Achte auf meine blinden Flecken. Welche grundlegenden Annahmen treffe ich hier, die möglicherweise falsch sind? Welche Gegenargumente ignoriere ich?“

Gründen heißt liefern: Warum Disziplin wichtiger ist als jeder Motivationsschub

Motivation bringt dich an den Start, aber Disziplin hält dich im Rennen. Wenn die erste Euphorie verfliegt und der harte Business-Alltag mit Rückschlägen und Akquise-Druck zuschlägt, trennt sich bei Gründer*innen schnell die Spreu vom Weizen. Gastautor Timo Sven Bauer zeigt, warum eiserne Routinen wichtiger sind als jeder flüchtige Motivationsschub und mit welchen vier Hebeln du die mentale Härte aufbaust, um auch dann kompromisslos zu liefern, wenn der Applaus ausbleibt.

Jede(r) Gründer*in startet sein/ihr Vorhaben zunächst mit einer klaren Vision. Man ist voller Energie und spürbarer Begeisterung. Doch auf diese erste Euphorie folgt unweigerlich der harte Business-Alltag. Plötzlich stehen Produktentwicklung, scheinbar endlose Problemketten, mühsame Akquise, schmerzhafte Ablehnung, wachsender Cashflow-Druck und nervenaufreibende Investoren-Pitches auf der Tagesordnung. Spätestens in dieser Phase zeigt sich, wer tatsächlich bereit ist, den hohen Preis des Erfolgs zu bezahlen. Als Gründer*in muss man genau dort weitermachen, wo selbst sehr ambitionierte Angestellte längst aufhören Es gilt: Wer gründet, muss die notwendigen Dinge erledigen – und zwar völlig losgelöst davon, wie er oder sie sich in diesem Moment fühlt.

Motivation vs. Disziplin

Genau hier liegt das fundamentale Problem der Motivation. Motivation ist lediglich ein Gefühl, das starken Schwankungen unterliegt. Manchmal hält sie eine ganze Woche an, manchmal verfliegt sie nach nur fünf Minuten, und an manchen Tagen taucht sie überhaupt nicht erst auf. Da Gefühle extrem volatil sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man das Handtuch wirft, wenn man das eigene Business von der aktuellen Gemütslage abhängig macht. Motivation mag ein hilfreicher Antrieb für den Start sein, doch es ist die Disziplin, die dafür sorgt, dass man auch langfristig am Ball bleibt.

Denn im Gegensatz zum wankelmütigen Gefühl der Motivation ist Disziplin eine bewusste Entscheidung. In der Praxis bedeutet das beispielsweise, das Minimum Viable Product (MVP) komplett neu aufzusetzen, nachdem die Zielgruppe die ursprüngliche Idee nicht verstanden hat. Es bedeutet, Akquise-Anrufe zu tätigen, obwohl man absolut keine Lust darauf hat, und kontinuierlich Content zu produzieren, selbst wenn der Applaus des Publikums ausbleibt. Ebenso erfordert es eiserne Disziplin, bei Investor*innen nachzufassen, obwohl man bereits 87 Absagen kassiert hat. Wahrer Erfolg entsteht eben nicht aus einer guten Stimmung heraus, sondern durch unermüdliche Wiederholung.

Gefangen in der Dopamin-Falle

Dass uns Disziplin heute oft schwerer fällt als je zuvor, liegt an unserer modernen Welt der sofortigen Belohnungen. Ein kurzes Scrollen, ein schneller Like, eine eingehende Nachricht oder die nächste Episode der Lieblingsserie liefern uns verlässliche Dopamin-Kicks. Das fatale Problem dabei ist, dass sich unser Gehirn an diese ständige Reizüberflutung gewöhnt. Verhaltenspsychologen warnen in diesem Zusammenhang vor der sogenannten Dopamin-Falle. Diese sofortige Befriedigung wirkt auf den ersten Blick harmlos, doch sie untergräbt langfristig unsere essenzielle Fähigkeit, Widerstände und Reibung auszuhalten. Dabei ist genau diese Toleranz der Kern jeden unternehmerischen Erfolgs. Gründer*in müssen in der Lage sein, unklare Phasen zu überstehen, Umsatztäler zu durchschreiten sowie mit Kritik und Ablehnung professionell umzugehen. Wer stattdessen kontinuierlich nach schnellen Belohnungen greift, verliert unweigerlich die notwendige Ausdauer für den langfristigen Aufbau eines Unternehmens. Um als Gründer*in umgehend mehr Disziplin aufzubauen, gibt es vier konkrete Hebel.

Hebel 1: Disziplin als Ausdruck von Selbstrespekt begreifen

Zunächst muss man verinnerlichen, dass Selbstdisziplin keineswegs eine Bestrafung oder starre Maßregelung darstellt. Vielmehr ist sie ein Ausdruck von tiefem Respekt vor dem eigenen Potenzial. Romantisch betrachtet könnte man Selbstdisziplin sogar als eine Form der Selbstliebe bezeichnen. Wer sich selbst und seine Ambitionen ernst nimmt, behandelt seine Ziele nicht als bloße Option. Daher sollte die entscheidende Frage am Morgen niemals lauten, worauf man heute Lust hat. Die einzig zielführende Frage lautet stattdessen, was einen der eigenen Vision heute ein konkretes Stück näherbringt.

Hebel 2: Das Widerstandszentrum gezielt trainieren

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Training des eigenen Widerstandszentrums. In unserem Gehirn existiert ein Bereich namens "anterior midcingulate cortex", der ähnlich wie ein Muskel funktioniert und wächst, wenn wir Aufgaben bewältigen, die hart für uns sind. Disziplin fällt uns zunehmend leichter, wenn wir uns regelmäßig und ganz bewusst für den unbequemen Weg entscheiden. Für den Gründungsalltag bedeutet das nach dem "eat the frog"-Prinzip, jeden Tag die unangenehmste Aufgabe zuerst zu erledigen. Man sollte täglich Akquise und umsatzbringende Maßnahmen priorisieren, anstatt sich in angeblichem Perfektionismus und endlosem Produkt-Feinschliff zu verlieren.

Ebenso wichtig ist es, Start-up-Events zu besuchen und dort proaktiv das Gespräch mit Investoren zu suchen. Wer es sich stets leicht macht, wird niemals wachsen. Schließlich verdienen diejenigen, die nur kleine Probleme lösen, auch nur kleines Geld, während jene, die große Probleme lösen, ganze Märkte verändern können. Man muss sich nur vor Augen führen, wie immens groß die Probleme von Elon Musk sind oder welche Herausforderungen Steve Jobs bewältigen musste, um aus einer kleinen Garage heraus eine der wertvollsten Marken der Welt zu formen.

Hebel 3: Die innere Stimme kontrollieren

Ein massives Hindernis auf dem Weg zur Disziplin ist oft unsere eigene innere Stimme. Sie möchte uns eigentlich schützen, bewirkt damit aber ironischerweise genau das Gegenteil und hält uns klein. Da unser Gehirn Ablehnung fälschlicherweise mit einer echten Gefahr verwechselt, produziert es hemmende Gedanken. Es redet uns ein, potenzielle Kontakte gar nicht erst anzusprechen, da sie ohnehin kein Interesse hätten. Es empfiehlt uns, lieber noch zu warten, bis wir mehr vorweisen können, oder warnt uns davor, dass der anstehende Cold Call ohnehin nur peinlich wird.

Um diese Stimme zu steuern, helfen drei konkrete Schritte. Zunächst muss man solche Gedanken aktiv entlarven und sich bewusst machen, dass sich hier lediglich das alte Steinzeit-Gehirn meldet, aber keine reale Gefahr vorliegt. Anschließend greift man auf die Methode aus Mel Robbins' Buch "The 5 Second Rule" zurück: Man zählt von fünf rückwärts und kommt sofort ins Handeln, ohne Raum für Ausreden zu lassen. Ergänzend dazu ist es elementar, feste Routinen zu bauen, denn diese sind stets stärker als flüchtige Emotionen. Wenn beispielsweise dienstags und donnerstags von 10 bis 11.30 Uhr feste Akquise-Zeiten im Kalender stehen, gilt dies als absolut fix und nicht verhandelbar.

Hebel 4: Typische Disziplin-Killer konsequent eliminieren

Zu guter Letzt bedeutet mehr Disziplin immer auch weniger Selbstsabotage. Das gelingt am besten, indem man die klassischen Disziplin-Killer im Gründungsalltag eliminiert. Dazu zählen Multitasking, das permanente Checken des Smartphones, die ständige Jagd nach Social-Media-Dopamin, die Erwartung dauerhafter Erreichbarkeit sowie Meetings, die ohne klares Ergebnis verlaufen. Jede dieser ständigen Unterbrechungen trainiert uns lediglich darauf, zu reagieren, anstatt selbst die Richtung vorzugeben.

Um dem effektiv entgegenzuwirken, sind konkrete Maßnahmen gefragt. Push-Benachrichtigungen sollten konsequent deaktiviert und das Handy außer Reichweite gelegt werden. Social Media hat nur in klar definierten Zeitfenstern Platz, während für fokussiertes Arbeiten sogenannte Deep-Work-Blöcke fest im Kalender verankert werden müssen. Zudem sollten schlichtweg keine Meetings mehr ohne vorab definierte Agenda und ohne klares Ziel stattfinden. Letztlich entsteht Disziplin deutlich leichter, wenn man Versuchungen durch klare Strukturen von vornherein erschwert.

Warte also nicht darauf, dass du dich irgendwann motiviert fühlst. Baue stattdessen belastbare Systeme, eiserne Routinen und echte mentale Härte auf. Mit jedem Mal, wenn du dich ganz bewusst für die Disziplin und gegen die Ablenkung entscheidest, entwickelst du dich ein Stück weiter zu der Person, die Investoren restlos überzeugt, Kund*innen magisch anzieht und ein Unternehmen mit echter Substanz formt. Disziplin ist somit kein lästiger Nachteil. Sie ist dein absolut unfairer Vorteil.

Der Autor Timo Sven Bauer zählt zu den bekanntesten Verkaufstrainern in der DACH-Region, ist Mitgründer zahlreicher Start-ups sowie Buchautor, www.soldbybauer.com

Kultur entsteht nicht später – sie entsteht jetzt

Serie: Führen im Start-up, Teil 3: Warum Start-ups ihre spätere Dysfunktion oft im ersten Jahr programmieren.

Montagmorgen, 7.42 Uhr: Das Team steht im offenen Büro. Der Release ist instabil, der Kunde ungeduldig. Der Gründer übernimmt das Gespräch. Die Stimme wird lauter. Der Ton schärfer. Niemand widerspricht.

Am Nachmittag ist wieder Ruhe. Abends posten alle auf LinkedIn über Teamspirit.

So entstehen Kulturen. Nicht im Offsite, nicht im Werte-Workshop, sondern in genau solchen Momenten.

Der größte Irrtum junger Unternehmen

„Um Kultur kümmern wir uns später. Jetzt geht es um Wachstum.“ Dieser Satz fällt häufig. Er klingt pragmatisch. Fast erwachsen. Tatsächlich ist er riskant.

Organisationsforschung beschreibt seit Jahrzehnten, dass sich Normen früh bilden – und erstaunlich schnell verfestigen. Besonders in Stresssituationen. Nicht in stabilen Phasen.

Unter Druck wird nicht nur gearbeitet. Unter Druck wird programmiert.

Stress schreibt Verhalten in die DANN

In der Frühphase herrscht fast permanent Unsicherheit: Finanzierung offen, Produkt iterativ, Rollen unscharf. Genau in diesem Umfeld bilden sich implizite Regeln.

  • Wer darf widersprechen?
  • Wie wird mit Fehlern umgegangen?
  • Wer bekommt Anerkennung – und wofür?
  • Wie werden Konflikte gelöst?

Diese Regeln werden selten formuliert. Sie werden beobachtet.

Wenn ein(e) Gründer*in Kritik als Bremse interpretiert, lernt das Team: Widerspruch ist riskant. Wenn Wochenendarbeit als Loyalitätsbeweis gilt, wird Dauerverfügbarkeit zur Norm. Wenn Entscheidungen spontan und intransparent fallen, entsteht operative Unklarheit.

Später spricht man von gewachsener Kultur. Tatsächlich handelt es sich um kumulierte Reaktionen auf frühen Druck.

Warum Geschwindigkeit Differenzierung verdrängt

Start-ups priorisieren Tempo. Verständlich. Märkte warten nicht. Investor*innen auch nicht.

Doch Geschwindigkeit hat Nebenwirkungen. Reflexion rutscht nach hinten. Entscheidungswege bleiben implizit. Rollen werden funktional verteilt, aber nicht sauber geklärt.

Untersuchungen zu Gründungsverläufen zeigen immer wieder ein ähnliches Muster: Unternehmen wachsen schneller als ihre Führungsstrukturen. Entscheidungen bleiben informell an die Gründungsperson gebunden, während Team und Komplexität zunehmen.

Was in der Frühphase Effizienz bedeutet, wird mit zunehmender Größe zur strukturellen Schwäche. Solange das Unternehmen klein ist, funktioniert das. Mit Wachstum wird es fragil.

Die Romantisierung der Anfangszeit

Die Start-up-Erzählung liebt Improvisation. Pizza im Büro. 18-Stunden-Tage. „Wir gegen den Rest der Welt.“ Doch genau in dieser Phase werden kulturelle Maßstäbe gesetzt.

  • Was heute als Flexibilität gefeiert wird, kann morgen Willkür bedeuten.
  • Was heute als Nähe empfunden wird, kann morgen Intransparenz heißen.
  • Was heute als Loyalität gilt, wird morgen als Abhängigkeit erlebt.

Kultur ist kein Stimmungsbild. Sie ist ein System aus Erwartungen.

Warum spätere Kulturprogramme oft Symptome behandeln

Wenn ein Start-up wächst und Fluktuation steigt, Konflikte eskalieren oder Führung inkonsistent wirkt, beginnt häufig die Kulturarbeit. Leitbilder werden formuliert, Werte definiert, Workshops organisiert.

Doch Kultur entsteht nicht durch Deklaration. Sie entsteht durch Wiederholung, durch „ins Leben bringen“. Mitarbeitende orientieren sich nicht an Postern. Sie orientieren sich an erlebter Macht.

Wenn frühe Verhaltensmuster nie hinterfragt wurden, sind sie längst internalisiert. Ein späteres Werte-Set ersetzt keine gelebten Normen.

Der wirtschaftliche Preis

Kulturelle Dysfunktion ist kein weiches Thema.

  • Sie beeinflusst Entscheidungsgeschwindigkeit.
  • Sie erhöht Konfliktkosten.
  • Sie wirkt auf Mitarbeiter*innenbindung.
  • Sie prägt Innovationsfähigkeit.
  • Sie beeinflusst Reputation am Arbeitsmarkt.

Interne Analysen vieler Investor*innen zeigen: Nicht Marktversagen ist die häufigste Ursache für Start-up-Scheitern, sondern Team- und Führungsprobleme. Und diese entstehen selten im zehnten Jahr. Sie entstehen im ersten.

Ein unbequemer Schluss

Kultur entsteht nicht dann, wenn sie auf der Agenda steht. Sie entsteht dann, wenn niemand hinsieht. Tag für Tag. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Welche Werte wollen wir später haben? Sondern: Was lehren wir unser System gerade – durch unser Verhalten unter Druck?

Denn jedes Start-up hat Kultur. Die einzige Frage ist, ob sie bewusst gestaltet oder sich unbewusst einschleicht.

Tipp zum Weiterlesen

Im ersten Teil der Serie haben wir untersucht, warum Überforderung kein Spätphänomen von Konzernen ist, sondern in der Seed-Phase beginnt. Hier zum Nachlesen: https://t1p.de/56g8e

Im zweiten Teil der Serie haben wir thematisiert, warum sich Gründer*innen oft einsam fühlen, obwohl sie von Menschen umgeben sind. Hier zum Nachlesen: https://t1p.de/y21x5

Die Autorin Nicole Dildei ist Unternehmensberaterin, Interimsmanagerin und Coach mit Fokus auf Organisationsentwicklung und Strategieberatung, Integrations- und Interimsmanagement sowie Coach•sulting.

Die Erschöpfung kommt früher, als viele denken

Serie: Führen im Start-up, Teil 1: Warum Überforderung kein Spätphänomen von Konzernen ist, sondern in der Seed-Phase beginnt.

Gründer*innen kalkulieren Markt- und Finanzierungsrisiken mit bemerkenswerter Präzision. Wettbewerbsanalyse, Cashflow-Szenarien, Hiring-Roadmap, Skalierungsstrategie – alles wird modelliert, gerechnet, optimiert. Was kaum modelliert wird: die eigene psychische Dauerbelastung.

In Businessplänen steht fast alles. Nur selten eine realistische Betrachtung dessen, was permanente Unsicherheit mit der Urteilsfähigkeit eines Menschen macht. Genau hier liegt eine der unterschätztesten Variablen unternehmerischen Erfolgs.

Die verbreitete Annahme lautet: Erschöpfung ist ein Spätphänomen. Sie betrifft Manager*innen in gewachsenen Strukturen, nicht Gründer im Aufbau.

Die Praxis vieler Start-ups zeigt etwas anderes: Erschöpfung beginnt nicht im zehnten Jahr.
Sie beginnt im ersten.

Wenn Verantwortung keine Pause kennt

In jungen Unternehmen ist Verantwortung nicht verteilt. Sie ist verdichtet. Produktentwicklung, Finanzierungsgespräche, erste Mitarbeitende, rechtliche Fragen, Marketing, strategische Richtungsentscheidungen – vieles läuft über wenige Personen. Oft über eine einzige.

Dazu kommen finanzielle Unsicherheit, familiäre Erwartungen, sozialer Druck und das eigene Selbstbild als Unternehmer*in.

Diese Mischung erzeugt keinen punktuellen Stress. Sie erzeugt Daueranspannung. Das menschliche Stresssystem ist jedoch nicht für permanente Unsicherheit gebaut. Kurzfristig steigert Druck die Leistungsfähigkeit. Langfristig sinkt die Differenzierungsfähigkeit. Entscheidungen werden schneller. Aber nicht automatisch klarer.

Warum Gründer*innen selten über Erschöpfung sprechen

Kaum ein(e) Gründer*in würde im ersten oder zweiten Jahr offen von Überforderung sprechen. Die Szene lebt von Durchhalte-Narrativen. Belastbarkeit gilt als Kompetenzmerkmal. Genau hier entsteht ein blinder Fleck.

Erschöpfung kündigt sich selten dramatisch an. Sie verändert Nuancen:

  • Die Geduld mit dem Team wird dünner.
  • Delegation fällt schwerer.
  • Kritik fühlt sich schneller wie ein Angriff an.
  • Strategische Richtungen ändern sich, weil Druck reduziert werden muss – nicht, weil die Analyse es nahelegt.

Nach außen bleibt das Bild stabil. Intern verschiebt sich die Qualität der Führung.

Der unsichtbare Übergang zur Systemdynamik

Viele Start-ups berichten im dritten oder vierten Jahr von Spannungen im Kernteam. Konflikte häufen sich. Schlüsselpersonen gehen. Entscheidungen wirken inkonsistent.

In der Rückschau wird oft der Markt verantwortlich gemacht oder das schnelle Wachstum. Seltener wird gefragt, ob die Führung bereits in der Frühphase unter einer Belastung stand, die nie bewusst adressiert wurde.

Systeme lernen früh. Wenn Dauerüberlastung normalisiert wird, entsteht implizit eine Kultur, in der Tempo wichtiger ist als Reflexion und Verfügbarkeit wichtiger als Stabilität. Diese Muster werden nicht beschlossen. Sie entstehen im Alltag.

Der wirtschaftliche Zusammenhang

Erschöpfung ist kein individuelles Befindlichkeitsthema. Sie hat strukturelle Wirkung. Sinkt die Urteilskraft, steigt die Wahrscheinlichkeit strategischer Zickzackbewegungen. Fehlt Geduld, eskalieren Konflikte schneller. Fällt Delegation schwer, entstehen Wachstumsengpässe. Wirkt Führung instabil, sinkt Vertrauen. Das sind keine weichen Faktoren. Sie haben ökonomische Konsequenzen.

Analysen gescheiterter Start-ups zeigen seit Jahren, dass Teamkonflikte und interne Führungsprobleme zu den häufigsten Ursachen für das Scheitern zählen – häufig noch vor rein operativen Faktoren. Solche Dynamiken entstehen nicht plötzlich. Sie entwickeln sich unter Druck. Leise.

Ein Perspektivwechsel

Vielleicht beginnt professionelle Führung nicht mit dem ersten Führungskräfte-Workshop. Vielleicht beginnt sie in dem Moment, in dem sich Gründer*innen fragen, wie sie selbst unter Dauerunsicherheit funktionieren. Nicht um weicher zu werden, sondern um klarer zu bleiben.

Wer in der Frühphase nur das Wachstum managt, aber nicht die eigene Belastung reflektiert, baut ein Unternehmen auf einem instabilen Fundament. Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Frühindikator.

Und wer sie ignoriert, skaliert nicht nur das Geschäft, sondern auch die eigene Überlastung.

Die Autorin
Nicole Dildei ist Unternehmensberaterin, Interimsmanagerin und Coach mit Fokus auf Organisationsentwicklung und Strategieberatung, Integrations- und Interimsmanagement sowie Coach•sulting.

Schluss mit dem Chaos: Ein Leitfaden für effiziente Büroorganisation

Ein unaufgeräumter Schreibtisch, unauffindbare Dateien und ständige Zeitnot – für viele ist das der Arbeitsalltag. Dabei ist gute Büroorganisation kein Hexenwerk, sondern das Fundament für produktives und stressfreies Arbeiten. Eine Analyse bewährter Methoden von SoftGuide, einer Softwarevergleichsplattform für Unternehmen und Behörden, zeigt, wie man Struktur in den Arbeitsplatz bringt, von der analogen Ablage bis zum digitalen Ordner.

Büroorganisation ist weit mehr als nur „Aufräumen“

Es ist ein bekanntes Phänomen: Wer im Chaos versinkt, verliert nicht nur Dokumente, sondern vor allem Zeit und Nerven. Eine durchdachte Büroorganisation ist daher weit mehr als nur „Aufräumen“; sie ist ein strategisches Werkzeug zur Effizienzsteigerung. Basierend auf aktuellen Management-Methoden lassen sich klare Schritte definieren, um den Arbeitsplatz zu optimieren.

Das Fundament: Die 5S-Methode

Am Anfang jeder Neuorganisation steht ein systematischer Ansatz. Experten verweisen hierbei oft auf das sogenannte 5S-Modell, ein Kreislaufsystem für dauerhafte Ordnung:

1. Sortieren: Alles Unnötige wird gnadenlos aussortiert.

2. Systematisieren: Jedem verbliebenen Gegenstand wird ein fester Platz zugewiesen.

3. Säubern: Der Arbeitsplatz wird gereinigt und instand gehalten.

4. Standardisieren: Es werden Regeln festgelegt, damit die Ordnung bleibt.

5. Selbstdisziplin: Die Einhaltung der Standards muss zur Gewohnheit werden.

Der Schreibtisch: Zonen der Produktivität

Ein häufiger Fehler ist die wahllose Platzierung von Arbeitsmitteln. Eine effiziente Schreibtisch-Organisation unterteilt die Arbeitsfläche in Zonen, basierend auf der Nutzungshäufigkeit:

Zone 1: Griffbereit. In direkter Nähe sollten sich nur Dinge befinden, die täglich und ständig gebraucht werden, wie Tastatur, Maus, Telefon und das aktuell bearbeitete Dokument.

Zone 2: In Reichweite. Dinge, die regelmäßig, aber nicht permanent genutzt werden (Locher, Hefter, aktuelle Projektmappen), gehören in Schubladen oder Ablagen in Armlänge.

Zone 3: Archiv. Alles, was abgeschlossen ist oder selten benötigt wird, gehört in Schränke oder das Archiv – weg von der primären Arbeitsfläche.

Das Ziel ist der „Clean Desk“: Auf der Tischplatte liegt nur das, woran gerade gearbeitet wird.

Die digitale Herausforderung

Im modernen Büro verlagert sich das Chaos oft vom Schreibtisch auf die Festplatte. Hier gelten ähnliche Regeln wie in der physischen Welt. Eine logische **Ordnerstruktur** ist essenziell.

Ein Profi-Tipp für Dateinamen ist das vorangestellte Datum im Format `JJMMTT` (z.B. 231025_Rechnung_Müller*). Dies garantiert, dass Dateien chronologisch sortiert bleiben, egal wo sie gespeichert werden. Zudem sollte das E-Mail-Postfach nicht als To-Do-Liste missbraucht werden; Mails sollten bearbeitet, archiviert oder gelöscht werden („Inbox Zero“ Prinzip).

Zeitmanagement und Routinen

Ordnung im Raum schafft Ordnung im Kopf, doch auch die Zeit will verwaltet werden. To-Do-Listen helfen, den Überblick zu behalten, aber nur, wenn sie priorisiert werden. Nicht jede Aufgabe ist gleich wichtig.

Damit das neue System nicht nach einer Woche kollabiert, sind Routinen entscheidend. Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode: Die letzten fünf bis zehn Minuten des Arbeitstages gehören dem Aufräumen. Wer seinen Schreibtisch abends leer hinterlässt, startet am nächsten Morgen motivierter und ohne Altlasten.

Ergonomie: Die Basis für Leistung

Organisation betrifft auch den Körper. Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz verhindert Ermüdung und langfristige Gesundheitsschäden. Dazu gehören die richtige Einstellung der Bürostuhlhöhe, der passende Abstand zum Monitor (ca. eine Armlänge) und ausreichende Beleuchtung. Wer bequem und gesund sitzt, kann sich länger konzentrieren.

Fazit: Ordnung zahlt sich aus

Die Vorteile einer konsequenten Büroorganisation liegen auf der Hand. Suchzeiten werden drastisch reduziert, Arbeitsabläufe beschleunigt und der professionelle Eindruck gegenüber Kund*innen oder Kolleg*innen gestärkt. Vor allem aber schafft ein strukturierter Arbeitsplatz mentale Klarheit – und damit mehr Raum für die eigentlichen Aufgaben.

Astrogeografie: Die unterschätzte Macht der Orte

Wie die Standortfrage den Erfolg deiner Ideen mitbestimmt, erläutert Business-Astrologin Franziska Engel.

Manche Ideen scheinen wie von selbst zu wachsen, sobald sie an einem bestimmten Ort entstehen. Gespräche fließen leichter, Kooperationen ergeben sich im richtigen Moment und Entscheidungen fallen mit einer Klarheit, die sich kaum planen lässt. Und dann gibt es Orte, an denen das Gegenteil geschieht. Projekte stocken, Motivation sinkt und selbst gute Pläne fühlen sich schwer an.

Diese Unterschiede sind kein Zufall. Jeder Mensch steht in einer individuellen Beziehung zu bestimmten Orten. Diese Verbindung lässt sich astrogeografisch sichtbar machen und zeigt, wo persönliche Linien und Themen in Resonanz treten. Orte entfalten ihre Wirkung also nicht aus sich selbst heraus, sondern im Zusammenspiel mit der Person, die dort lebt oder arbeitet. Wer diese Zusammenhänge versteht, erkennt, dass Standortentscheidungen nicht nur von Zahlen abhängen, sondern auch von Resonanz.

Wenn Zahlen zu wenig sagen

In der Wirtschaft gilt die Standortwahl meist als nüchterne Rechenaufgabe. Es geht um Steuern, Infrastruktur, Fachkräfte oder Marktpotenziale. Doch diese Faktoren erklären nicht, warum manche Gründer*innen an einem Ort aufblühen, während sie an einem anderen stagnieren.

Als Business-Astrologin mit Fokus auf internationale Wirtschaft, beschäftige ich mich seit Jahren mit dieser Fragestellung. In meiner Arbeit verbinde ich wirtschaftliches Denken mit astrogeografischen Analysen, die zeigen, welche Orte mit den individuellen Anlagen und Potenzialen einer Person in Resonanz stehen. Dabei geht es nicht um allgemeine Zuschreibungen zu Ländern, Städten oder Regionen, sondern um den persönlichen Bezug zwischen Mensch und Ort.

Jeder Mensch hat ein eigenes energetisches Muster, das durch astrogeografische Linien sichtbar gemacht werden kann. Diese Linien zeigen, wo bestimmte Themen wie etwa Kreativität, Kommunikation, Wachstum oder Stabilität besonders aktiv werden.

Wer diese individuellen Zusammenhänge kennt, kann Standortentscheidungen bewusster treffen. Ein Ort kann dann gezielt gewählt werden, um eine bestimmte Entwicklungsphase zu unterstützen oder neue Impulse in ein bestehendes Projekt zu bringen.

Ein Ort, an dem Ideen nur so sprühen. Ein anderer, an dem sich plötzlich Klarheit einstellt. Oder ein dritter, an dem trotz aller Mühe nichts richtig funktioniert. Diese Erfahrungen kennt fast jede(r), der/die gründet oder neue Wege geht. Es geht hierbei nicht darum, einem Ort bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. Entscheidend ist, wie dieser Ort mit dem eigenen astrologischen Muster in Verbindung steht. Erst daraus entsteht Resonanz oder Spannung.

Diese Resonanz kann sowohl auf die Standortwahl als auch auf die Gestaltung von Arbeitsräumen angewendet werden. Schon kleine Veränderungen können spürbar machen, ob sich jemand in seiner Energie bewegt oder dagegen arbeitet. Die Position eines Schreibtischs, die Blickrichtung, Licht oder Farben, all das beeinflusst, wie sich persönliche Linien am Ort entfalten können. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Atmosphäre verändert, sobald ein Raum in seiner Balance ist.

Wenn Ort und Mensch zusammenarbeiten

Erfolg entsteht dort, wo Menschen und Orte miteinander harmonieren. Wenn der Standort das stärkt, was jemand in die Welt bringen möchte, entsteht eine natürliche Leichtigkeit. Ideen fließen, Kommunikation wird klarer und Entscheidungen fallen mühelos. Diese Sichtweise gewinnt gerade jetzt an Bedeutung.

Immer mehr Gründer*innen arbeiten ortsunabhängig und leben in Bewegung. Sie wechseln Länder, Zeitzonen und Kulturen. Für sie ist die Frage nach dem richtigen Ort oft keine Entscheidung auf Dauer, sondern eine, die sich ständig neu stellt.

Es ist aber nicht nur wichtig, passende Standorte zu finden, sondern auch die Orte, an denen man sich bereits befindet, bewusst zu verstehen. Denn jeder Ort, an dem man sich aufhält, trägt eine bestimmte Resonanz im persönlichen System. Wer erkennt, welche Energie dort gerade wirkt, kann sie gezielt nutzen, ob zur Fokussierung, zur Inspiration oder für einen Neuanfang.

Gerade für digitale Nomad*innen, Freelancer*innen oder Unternehmer*innen, die regelmäßig unterwegs sind, kann dieses Wissen zum Schlüssel werden. Es geht nicht darum, ständig auf der Suche nach dem perfekten Ort zu sein, sondern die Qualität des jeweiligen Ortes zu erkennen und bewusst mit ihr zu arbeiten. Wenn Menschen verstehen, wie der Ort, an dem sie sich gerade befinden, mit ihnen in Resonanz steht, können sie viel freier und klarer handeln. Dann wird Bewegung selbst zu einem stabilen System.

Standortwahl als Zukunftskompetenz

In klassischen Gründungsprozessen wird der Standort oft zu Beginn festgelegt und danach kaum hinterfragt. Man sollte ihn jedoch als lebendiges Element sehen, das sich mitentwickelt. So wie sich Menschen verändern, wandeln sich auch ihre Resonanzen. Ein Ort, der früher förderlich war, kann später blockierend wirken, und umgekehrt. Viele erkennen erst im Rückblick, dass der Standort Teil ihrer Entwicklung war. Er erzählt, wo etwas begonnen hat und wo sich neue Wege auftun.

Diese Erkenntnis macht die Standortwahl zu einer echten Zukunftskompetenz. Wer versteht, wie Mensch und Ort zusammenwirken, kann bewusster steuern, wann ein Wechsel sinnvoll ist und wann Stabilität gebraucht wird. So wird die Standortplanung zu einem Werkzeug für innere und äußere Klarheit.

Der Ort als stiller Mitspieler

Orte sind keine Zufälle, sondern Wegbegleiter. Sie spiegeln, wo man steht, und zeigen, was sich entfalten möchte. Manche öffnen Türen, andere laden dazu ein, innezuhalten. Wenn wir die Sprache unserer Orte verstehen, treffen wir Entscheidungen mit mehr Bewusstsein. Dann wird der Standort zu einem stillen Mitspieler, der leise, aber kraftvoll dabei hilft, Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. So entsteht Erfolg nicht nur durch Strategie, sondern auch durch die Verbindung zwischen Mensch, Ort und dem, was entstehen will.

Die Autorin Franziska Engel ist Diplom-Wirtschafts-Sinologin und geprüfte (Business-)Astrologin des Deutschen Astrologen Verbandes e.V., www.unternehmen-astrologie.de

Business in Bewegung – welche ergonomische Routinen im Gründeralltag unterschätzt werden

Wie ergonomische Routinen helfen können, gesund zu bleiben, fokussiert zu arbeiten und langfristig leistungsfähig zu bleiben.

Gründung bedeutet oft: viele Stunden am Schreibtisch, wenig Schlaf, permanentes Multitasking. Der Terminkalender ist voll, der Kopf ebenso. In dieser intensiven Phase steht der Körper selten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit – es geht um Zahlen, Ideen, Netzwerke. Doch wer langfristig gesund und leistungsfähig bleiben möchte, sollte körperliche Bedürfnisse nicht als Nebensache betrachten. Gerade ergonomische Routinen können helfen, die Belastungen im Gründeralltag besser aufzufangen. Viele dieser Maßnahmen sind weder teuer noch kompliziert.

Statische Haltung als schleichende Belastung

Der klassische Start-up-Arbeitsplatz ist flexibel, improvisiert, oft mobil. Was zunächst als Freiheit erscheint, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als ergonomische Herausforderung. Laptops auf zu niedrigen Tischen, Küchenstühle als Büroersatz oder langes Arbeiten auf der Couch – all das führt zu ungünstigen Haltungen, die sich erst nach und nach bemerkbar machen. Der Rücken wird rund, der Nacken überstreckt, die Schultern verkrampfen. Auch die Hände und Handgelenke sind bei ungünstiger Positionierung schnell überlastet. Diese Beschwerden entstehen nicht durch einmalige Fehlhaltung, sondern durch tägliche Wiederholung.

Wer regelmäßig die Position wechselt, kurz aufsteht oder die Arme ausschüttelt, kann bereits viel bewirken. Ein Gespräch im Stehen, ein paar Schritte durchs Zimmer oder das bewusste Aufrichten vor dem nächsten Zoom-Call helfen, die Muskulatur zu entlasten. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich zudem mit höhenverstellbaren Tischen oder ergonomischen Stühlen auseinandersetzen – auch in der Gründungsphase. Denn Rückenschmerzen entstehen oft schleichend, behindern aber irgendwann den gesamten Tagesablauf.

Augen in Daueranspannung

Was für den Rücken gilt, trifft auch auf die Augen zu. Bildschirme, Displays, künstliches Licht und seltene Pausen: Die visuelle Belastung ist enorm. Wer stundenlang in gleichbleibender Entfernung auf Monitor und Tastatur starrt, riskiert trockene Augen, Kopfschmerzen und zunehmende Sehschwierigkeiten. Gerade in stressigen Phasen wird kaum bemerkt, dass die Augen müde sind – sie funktionieren einfach irgendwie weiter.

Hilfreich ist, regelmäßig den Fokus zu verändern. Ein einfacher Tipp ist die sogenannte 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt in etwa sechs Metern Entfernung schauen. So kann sich der Sehapparat kurz entspannen. Auch häufiges Blinzeln hilft, den natürlichen Tränenfilm aufrechtzuerhalten. Viele Menschen merken erst bei gezielter Achtsamkeit, wie sehr sie beim Arbeiten den Blick „einfrieren“.

Technische Unterstützung kann hier ebenfalls sinnvoll sein. Spezielle Brillen mit Blaulichtfilter oder entspiegelte Gläser bieten Schutz vor digitaler Überlastung. Der Optiker eyes + more bietet unter anderem Sehhilfen, die gezielt auf Bildschirmarbeit abgestimmt sind – mit angenehmen Nasenpads, leichten Rahmen und filternden Gläsern. Solche Tools erleichtern den Alltag und können Beschwerden reduzieren, bevor sie entstehen. Wer ohnehin eine Brille trägt, sollte regelmäßig prüfen, ob die Sehstärke noch passt – gerade bei langer Bildschirmnutzung verändern sich die Bedürfnisse oft schneller als erwartet.

Pausen, die nicht als solche zählen

Viele Gründerinnen und Gründer nehmen Pausen zwar physisch wahr, aber mental bleiben sie im Arbeitsmodus. Zwischen zwei Tasks wird kurz durchgescrollt, zwischendurch Nachrichten beantwortet. Wirkliche Erholung entsteht dabei kaum. Das Gehirn bleibt im Aktivitätsmodus, der Körper kommt nicht zur Ruhe. Dabei sind bewusste Unterbrechungen essenziell, um Stress zu verarbeiten und neue Energie zu tanken.

Pausen müssen nicht lang sein – sie müssen klar markiert sein. Wer sich für fünf Minuten auf den Balkon stellt, ein paar tiefe Atemzüge nimmt oder bewusst etwas anderes betrachtet, hilft Körper und Geist, umzuschalten. Auch kleine Bewegungsroutinen – zum Beispiel zwei Minuten leichtes Dehnen – können den Kreislauf aktivieren und die Konzentration danach verbessern.

Wichtig ist, dass Pausen nicht als Schwäche verstanden werden. Sie sind Bestandteil nachhaltiger Arbeitsorganisation. Viele erfolgreiche Gründerinnen und Gründer berichten im Nachhinein, wie sehr strukturierte Erholung ihre Leistungsfähigkeit verbessert hat. Auch kleine Anker im Alltag – feste Essenszeiten, ein Spaziergang nach dem Mittag, ein kurzer Austausch außerhalb der Business-Themen – können dazu beitragen.

Ergonomisches Arbeiten braucht keine perfekten Bedingungen

Im Gründungskontext fehlt oft das Budget für ein professionelles Setup. Doch ergonomische Routinen entstehen nicht durch Ausstattung, sondern durch Haltung – im doppelten Sinne. Wer achtsam auf die eigenen Körpersignale hört, lernt frühzeitig, gegenzusteuern. Schon das Nachjustieren der Sitzhöhe, das Aufstellen des Laptops auf Augenhöhe mit ein paar Büchern oder der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen machen einen Unterschied.

Auch mentale Ergonomie spielt eine Rolle. Wer sich permanent unter Druck setzt, jede Minute „produktiv“ zu nutzen, ignoriert natürliche Rhythmen. Dabei sind Erschöpfung, Konzentrationsabfall und innere Unruhe häufig Zeichen, dass eine Pause nötig wäre.

Früh beginnen, langfristig profitieren

Gerade am Anfang einer beruflichen Selbständigkeit werden viele Weichen gestellt. Wer in dieser Phase ergonomisches Verhalten trainiert, profitiert später davon – körperlich und mental. Denn mit zunehmender Verantwortung wachsen auch die Belastungen. Routinen, die heute beiläufig erscheinen, können später die Grundlage sein, um gesund zu bleiben, fokussiert zu arbeiten und langfristig leistungsfähig zu bleiben.

Unterstützung für Start-ups im Bereich Cybersecurity

Das Security-Tech-Unternehmen Giesecke+Devrient (G+D) unterstützt künftig Start-ups und Forschungsteams aus dem Ökosystem der Technischen Universität München (TUM) und UnternehmerTUM.

Gemeinsam wollen die Partner München als einen global führenden Hub für sicherheitsrelevante Zukunftsinnovationen etablieren. Die TUM Venture Labs bieten als Innovationsinkubatoren Forschungs- und Gründungsteams im DeepTech-Bereich eine intensive Unterstützung, um wissenschaftliche Erkenntnisse und Ideen in marktfähige Produkte zu überführen. Dazu gehören eine unmittelbare Anbindung an die Spitzenforschung der TUM, spezifische technische Infrastruktur, maßgeschneiderte Ausbildungsprogramme, Expertise für den jeweiligen Markt und eine globale Vernetzung mit der Branche sowie Kapitalgeberinnen und Kapitalgebern.

Europäische Tech-Souveränität stärken

G+D CEO Ralf Wintergerst sagt: „Die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und UnternehmerTUM ist für uns ein starkes Zeichen in Richtung Zukunft, das wissenschaftliche Exzellenz, unternehmerische Kreativität und industrielle Erfahrung vereint. Die TUM steht für Technologieführerschaft und eine lebendige Gründerkultur, aus der immer wieder wegweisende Ideen und erfolgreiche Gründerteams hervorgehen. Transformation und technologischer Fortschritt sind auch tief in G+D verankert. Genau deshalb sehen wir in der Kooperation die Chance, einen Innovationsraum zu schaffen, der die Zukunft mitprägt und gleichzeitig die europäische Tech-Souveränität stärkt.“

Der UnternehmerTUM CEO und TUM-Vizepräsident Prof. Helmut Schönenberger betont die bereits langjährige Kooperation mit G+D: „In Zukunft werden sich alle digitalen Sicherheitssysteme den neuen, gigantischen Möglichkeiten der Quantencomputer stellen müssen. Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig auch einmalige Chance für europäische Unternehmen. Wir freuen uns sehr, hier mit unserem langjährigen Partner G+D enger zusammenzuarbeiten.“

G+D Chief Digital Officer Gabriel von Mitschke-Collande betont: „Unsere DNA ist auf Innovation ausgerichtet – deshalb sind Aktivitäten in der Gründerkultur für uns besonders wertvoll. Sie ermöglichen es uns, technologische Trends früh zu erkennen und aktiv mitzugestalten, insbesondere in den Bereichen Cyber Security, Künstliche Intelligenz und Post-Quantum-Kryptografie. Die Transformation von G+D ist ein technologischer Wettlauf, und jeder Impuls, der unsere Perspektiven erweitert und herausfordert, treibt uns voran. Die TUM ist dafür ein idealer Partner, und wir freuen uns sehr auf den gemeinsamen Austausch.“

TUM Venture Labs CEO Philipp Gerbert ergänzt: „Mit der exponentiellen Verbreitung von agentischer künstlicher Intelligenz gewinnt das Thema Cybersicherheit eine bisher ungeahnte Bedeutung. Wir sind dankbar und enthusiastisch mit G+D ein lokales Münchner Unternehmen, welches auf Weltniveau agiert, als Partner zu gewinnen. Dies gibt unserem Deeptech Innovationshub entscheidende Impulse und einen Kompetenzgewinn, um die künftige europäische Tech-Souveränität auf diesem Gebiet entscheidend zu stärken.“

Die Einsamkeit gründet mit

Von außen wirkt die Start-up-Welt bunt, laut und gut vernetzt. Wer gründet, lernt oft auch das Gegenteil kennen.

Wer montags beim Networking auftaucht, dienstags mit anderen Gründer*innen sportelt und mittwochs vor Investor*innen pitcht, wirkt nach außen alles andere als allein. Und doch: Das Gründen kann sich einsamer anfühlen, als es aussieht. „Am Anfang kapselst du dich automatisch ab; nicht, weil du willst, sondern weil du einfach keine Zeit hast“, so Paul Lind, Co-Founder und CEO von reebuild. „Ich glaube, viele, mich eingeschlossen, unterschätzen, wie viel Zeit eine Gründung wirklich frisst.“ Und da die Zeit fehlt, leiden Schlaf, Gesundheit und soziale Kontakte.

Verbindungen ersetzen keine Verbundenheit

Netzwerkveranstaltungen helfen kaum. „Jeder erzählt, wie geil alles läuft, aber keiner spricht über Probleme“, so Lind. Es sei ein bisschen wie eine Fassade. In seiner eigenen Branche, der Bauwirtschaft, erlebt er es anders: „Da reden die Leute offener.“ Mit reebuild haben Lind und sein Team eine Softwarelösung entwickelt, die administrative Prozesse auf Baustellen automatisiert. „In der Baubranche gibt es noch echte Handschlagqualität. Du kannst Kunden sagen: ‚Hey, wir haben da ein Problem‘ – und die Leute sind verständnisvoll und helfen auch gern“, erzählt Lind. In der Start-up-Szene sei das anders; viele seien auf der Suche nach Funding, da wolle niemand sein Image negativ konnotiert haben.

Maggie Childs, unter anderem Co-Founderin und CEO von mypaperwork.ai, hat ähnliche Erfahrungen gemacht: Besonders belastend findet sie die soziale Leere in Momenten, in denen man niemanden zum ehrlichen Austausch hat: „Diese Events sind gut, um Kontakte zu knüpfen. Aber wenn’s dir richtig schlecht geht, ist da oft niemand. Dann merkst du: Du kannst genauso einsam sein unter Tausenden von Menschen.“

Arbeitspsychologe Kurt Seipel hat etwa 7000 Gründungen von Start-ups begleitet und beobachtet dasselbe Muster: „Viele stellen sich super dar, weil sie Investoren oder die Community überzeugen wollen. Probleme bleiben da eher im Verborgenen.“ Networking sieht er trotzdem als wichtig – solange der Austausch auf Augenhöhe stattfindet. Gründer*innen rät er, sich Verbündete zu suchen, die wirtschaftlich nicht vom Unternehmen profitieren. „Man braucht jemanden, der keinen Nutzen vom Start-up hat, aber zuhört“, so Seipel.

Viele Gründer*innen kämpfen

Tatsächlich zeigt eine Studie aus England, dass sich drei Viertel der Start-up-Gründer*innen einsam fühlen – ein signifikant höherer Anteil als unter den CEOs im Allgemeinen, also jenen Personen, die an der Spitze eines Unternehmens stehen, unabhängig davon, ob sie es gegründet haben oder nicht. Hinter der Untersuchung steckt unter anderem Christina Richardson, Gründerin der Coaching-Community Foundology und Professorin am University College London. Sie und ihr Team haben 400 Founder*innen befragt. Ihr Fazit: Viele Gründer*­innen berichten von Problemen mit ihrer mentalen Gesundheit – und nur vier von zehn fühlen sich gut unterstützt.

Derart drastische Beobachtungen hat Arbeitspsychologe Seipel zwar nicht gemacht, aber dass es die Problematik gibt, steht außer Frage. Zudem können Faktoren wie das Fehlen eines geregelten Arbeitslebens, Unsicherheit oder finanzielle Probleme zur Verunsicherung beitragen, die mit sozialer Isolation verbunden sein kann.

Co-Founder*innen als Fels in der Brandung

Zwar kein Allheilmittel, aber ein guter Stützpunkt sind Co-Founder*innen. Und die haben oft nicht nur einen sozialen Mehrwert: „In Deutschland hat man herausgefunden, dass Gründungen dann am erfolgreichsten sind, wenn es Teamgründungen sind. Sie sind erfolgreicher, weil man sich gegenseitig erdet – wenn die Kommunikation stimmt“, so Seipel.

Founderin Maggie Childs hat in der Vergangenheit sowohl alleine als auch im Team gegründet – und spricht von einem enormen Unterschied. „Am Anfang war ich alleinige Gründerin im Sinne von: Ich hatte zwar ein Gründungsteam, aber das waren Angestellte. Ich habe als einzige Gesellschafterin und Geschäftsführerin angefangen. Und das ist schon hart – alles liegt bei dir, alles ist deine Schuld, alles ist dein Problem“, erzählt Childs. Bei mypaperwork.ai, wo Migrationsprozesse einfacher gemacht werden sollen, arbeitet sie mit zwei Co-Foundern zusammen. „Das Schöne an Co-Foundern ist wirklich, dass wir die Bereiche klar verteilt haben, dass wir uns gegenseitig um Rat fragen und ehrlich miteinander reden können, wenn wir überfordert sind.“ Natürlich gebe es auch Nachteile, immerhin muss man in einem Team auch Kompromisse eingehen. Childs nimmt es mit Humor: „Manchmal will ich beide natürlich erwürgen – das sind dann die Momente, in denen ich denke: Ich will es ganz anders machen. Aber ja, besser als alles alleine entscheiden zu müssen ist es auf jeden Fall.“

Auch Paul Lind hat einen Co-Founder und empfindet das als absolute Bereicherung. „Ich könnte mir überhaupt nicht vorstellen, Solo-Founder zu sein. Ich bin extrem froh, einen Co-Founder zu haben. Du hast dann irgendwie das Gefühl, ‚gemeinsam einsam‘ zu sein. Vielleicht seid ihr beide unglücklich – aber ihr könnt euch trotzdem gegenseitig pushen. Und das hilft einfach“, erzählt er. Trotzdem bleibe jeder mit manchen Dingen auch allein.

Zeit ist Geld: Was Unternehmer bei Flugverspätungen wissen sollten

Für Unternehmer, die beruflich unterwegs sind, kann eine Flugverspätung nicht nur ein Ärgernis sein, sondern echte wirtschaftliche Schäden verursachen. Wer seine Rechte kennt und gezielt Schritte unternimmt, kann zumindest einen Teil der Schäden abmildern.

In der Geschäftswelt gilt eine alte Weisheit: Zeit ist Geld. Für Unternehmer, die beruflich unterwegs sind, kann eine Flugverspätung nicht nur ein Ärgernis sein, sondern echte wirtschaftliche Schäden verursachen, etwa verpasste Meetings, zusätzliche Hotelkosten oder Produktivitätseinbußen. Wer in solchen Fällen seine Rechte kennt und gezielt Schritte unternimmt, kann zumindest einen Teil der Schäden abmildern.

Welche Ansprüche bestehen und ab wann?

Als Geschäftsreisende stehen Ihnen in der EU dieselben Fluggastrechte zu wie Privatpersonen. Laut der EU-Verordnung 261/2004 kann bei einer Flugverspätung ab drei Stunden am Zielort eine Entschädigung verlangt werden, abhängig von der Flugstrecke zwischen 250 € und 600 €. Weiterhin sind Airlines verpflichtet, Betreuung (z. B. Mahlzeiten, Hotelunterkunft bei Übernachtung, Kommunikationsmöglichkeiten) zu leisten. Grundsätzlich gibt es nämlich auch bei komplexen, unscheinbaren Situationen eine Entschädigung Flugverspätung. Daher ist es immer sinnvoll sich ordentlich zu informieren.

Beispielsweise sieht das Gesetz vor, dass bei reiner Verspätung (nicht durch außergewöhnliche Umstände) eine Entschädigung wie folgt geltend gemacht werden kann:

  • 250 € für Strecken bis 1.500 km bei mindestens 3 Stunden Verspätung
  • 400 € bei mittleren Distanzen (bis ca. 3.500 km)
  • 600 € bei Langstrecken (über 3.500 km) und Verspätung von mindestens 4 Stunden

Professionelle Plattformen kümmern sich um Ihre Entschädigung und agieren dabei nach dem Prinzip „Kein Erfolg, keine Gebühr“, eine Provision wird nur im Erfolgsfall fällig.

Besondere Aspekte für Unternehmen & Geschäftsreisen

Für Unternehmer gelten ein paar zusätzliche Überlegungen:

1. Vertragliche Risiken & Haftung intern
Auch wenn die Entschädigung Ihnen als Airline-Kunde zusteht, sind beim internen Kostenersatz gegenüber Ihrem Unternehmen oft andere Regeln relevant, etwa, wie der Ausfall von Arbeitszeit oder verpasste Termine intern bilanziert oder entschädigt werden.

2. Zeitverlust & Opportunitätskosten
Eine Verspätung kostet nicht nur Geld in Form von Ausgaben, sondern vor allem entgangene Geschäftschancen. Eine Stunde im Wartebereich statt im Meeting kann deutlich teurer sein als die Flugentschädigung selbst.

3. Proaktives Vorgehen & Dokumentation
Heben Sie alle Belege auf (Bordkarten, E-Mails, Quittungen für Verpflegung oder Transfers), notieren Sie exakte Verspätungszeiten und beanstanden Sie sofort am Flughafen, das erleichtert spätere Geltendmachung.

4. Fristen & rechtlich verbindliche Schritte
In Deutschland beträgt grundsätzlich die Verjährungsfrist für Entschädigungsansprüche drei Jahre, gezählt vom Jahresende des Flugs.

Zur praktischen Umsetzung kann es sinnvoll sein, einen spezialisierten Dienstleister einzubinden, der die Kommunikation mit der Airline übernimmt und rechtliche Schritte begleitet. Ein solcher Service etwa übernimmt die gesamte Korrespondenz, solange die Forderung erfolgreich durchgesetzt wird.

Hintergründe & Ursachen: Warum Flüge verspätet sind

Dass Flugverspätungen kein seltenes Phänomen sind, zeigen aktuelle Zahlen: Deutschland weist eine Verspätungsquote von rund 30,82 % auf, damit gehört das Land zu denjenigen mit besonders vielen gestörten Flügen. Am häufigsten liegen die Ursachen bei Airlines selbst (z. B. technische Defekte, Crew-Probleme), rund 45 bis 49 % der Fälle, während Wetter nur in etwa jedem zehnten Fall als Auslöser genannt wird.

Darüber hinaus zeigt eine Analyse für deutsche Flughäfen, dass Frankfurt mit über 23 Minuten durchschnittlicher Abflugverspätung in den letzten Jahren besonders betroffen war. Ein absoluter Spitzenwert im Ländervergleich.

Beispielrechnung: Was kann realistisch geltend gemacht werden?

Angenommen, ein Unternehmer fliegt auf eine Strecke von ca. 2.000 km und erreicht sein Ziel mit einer Verspätung von 3 Stunden. Er würde laut den Regelungen Anspruch auf 400 € Entschädigung haben. Nach Abzug einer üblichen Provision des Dienstleisters verbleibt ein Nettobetrag, der zumindest Teile des entstandenen Schadens decken kann.

Parallel dazu wäre wertvoll, intern zu berechnen, wie hoch der Wert einer Stunde zusätzlicher Arbeitszeit oder verpasster Meetings ist, diese Opportunitätskosten übersteigen oft deutlich den Entschädigungsbetrag.

Fazit & Handlungsempfehlungen für Unternehmer

1. Kenntnis der Rechte: Jeder Geschäftsreisende sollte seine Rechte nach EU-Verordnung 261/2004 kennen.

2. Dokumentation & schnelles Handeln: Belege sicherstellen, am Flughafen reklamieren, Fristen beachten.

3. Externe Unterstützung erwägen: Anbieter können Aufwand und rechtliches Risiko übernehmen.

4. Interne Bewertung: Nutzen Sie Verspätungskosten nicht nur in Geld, sondern auch in Zeit und Geschäftsausfall.

Zeit ist ein knappes und wertvolles Gut, und gerade für Unternehmer können Flugverspätungen eine erhebliche Problemdimension annehmen. Wer seine Rechte kennt und angemessen reagiert, kann zumindest die finanziellen Folgen begrenzen. Nachdem ein Flug schnell hunderte Euro verschlingt ist dies ein lohnenswertes Entgegenkommen, welches ein Großteil der Fluggäste nicht in Anspruch nehmen. Für viele wirkt es zu komplex, weswegen es absolut sinnvoll ist hier einen Dritten zu engagieren, der die Aufwände komplett übernimmt. 

Mit knappen Ressourcen gegen skrupellose Angreifer

Wie sich Gründerinnen und Gründer effektiv gegen IT-Sicherheitsbedrohungen wappnen können.

Ihre Geschäftsdaten wurden kopiert und verschlüsselt. Überweisen Sie 25.000 € in Bitcoin innerhalb von 48 Stunden, oder wir veröffentlichen die Daten Ihrer Kunden und informieren diese über den Vorfall.

Diese Nachricht begrüßte Michael Berger, Gründer eines Software-Start-ups, auf seinem Monitor, als er an einem Montagmorgen im Mai das Büro betrat. Von Ransomware-Angriffen hatte er natürlich schon gehört, war aber immer davon ausgegangen, sein 12-Personen-Unternehmen sei viel zu klein, um ins Visier von Cyberkriminellen zu geraten. Ein fataler Irrtum, der sich als kostspielig herausstellen sollte – 65.000 Euro für das Lösegeld, einen Notfallberater und die verlorene Arbeitszeit seiner Mitarbeitenden. Eine Wahl hatte er nicht, die Alternative hätte das Unternehmen aller Voraussicht nach nicht überlebt.

Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Laut aktuellen Studien sind inzwischen mehr als ein Drittel aller Cyberangriffe auf kleine Unternehmen gerichtet. Sie bieten eine perfekte Kombination aus wertvollen Daten und schwachen Sicherheitsvorkehrungen. Während Konzerne ihre Cybersicherheitsbudgets aufstocken, bleiben Start-ups und kleine Unternehmen oft verwundbar.

Die Bedrohungslandschaft hat sich innerhalb weniger Jahre dramatisch verändert. Früher musste ein Angreifer technisch versiert sein, heute kann praktisch jeder mit der entsprechenden kriminellen Energie und Skrupellosigkeit einen Cyberangriff durchführen. Diese „Demokratisierung“ der Cyberkriminalität trifft diejenigen besonders hart, die gerade erst erfolgreich gegründet haben, ihr Unternehmen aufbauen und auch ohnehin schon gut planen müssen, um mit knappen Ressourcen Erfolg zu haben.

Die Evolution von Ransomware

Von der einfachen Verschlüsselung zur mehrstufigen Erpressung

Noch vor wenigen Jahren liefen Ransomware-Angriffe nach einem einfachen Prinzip immer nahezu identisch ab: Eindringen, Daten verschlüsseln, Lösegeld für den Entschlüsselungsschlüssel verlangen. Diese Zeiten sind vorbei. Moderne Ransomware-Attacken erinnern eher an eine feindliche Übernahme. Die Angreifer infiltrieren das Zielsystem, bewegen sich lateral durchs Netzwerk und sammeln so viele Hebel wie möglich, um maximalen Druck auszuüben. Dieses veränderte Vorgehen ist als „Multi-Extortion“

bekannt und umfasst mehrere Ebenen von Erpressung:

  1. Datenexfiltration vor Verschlüsselung: Bevor sie auch nur einen einzigen Computer lahmlegen, kopieren Angreifer sensible Daten. Selbst wenn also im Unternehmen aktuelle, vollständige Backups vorliegen, bleibt die Drohung der Veröffentlichung.
  2. Selektive Verschlüsselung: Moderne Ransomware verschlüsselt gezielt die wichtigsten Systeme – oft nachdem Angreifer Wochen im Netzwerk verbracht haben, um zu verstehen, welche Server und Daten geschäftskritisch sind.
  3. Öffentlicher Druck: Die Drohung, Kunden, Partner oder die Öffentlichkeit über den Vorfall zu informieren, ist besonders für Start-ups existenzbedrohend, die gerade erst dabei sind, einen Kundenstamm aufzubauen. In dieser frühen Phase verlorengegangenes Vertrauen wieder aufzubauen, ist nahezu unmöglich.
  4. Eskalationsmechanismen: Wenn Zahlungen ausbleiben, folgen weitere Druckmittel wie DDoS-Angriffe, die Webseite oder Dienste lahmlegen, oder direkte Kontaktaufnahme mit Kunden.

Das Geschäftsmodell: Ransomware-as-a-Service

Was die Situation besonders gefährlich macht: Umfassende technische Kenntnisse sind heute keine notwendige Voraussetzung mehr, um Ransomware-Angriffe durchzuführen. Das Modell “Ransomware-as-a-Service” (RaaS) funktioniert ähnlich wie legitime SaaS-Angebote, nur für kriminelle Zwecke.

Man kann sich dieses Modell als ein düsteres Spiegelbild des Start-up-Ökosystems selbst vorstellen. Es gibt spezialisierte „Dienstleister“ für jeden Teil der „Wertschöpfungskette“.

  • Initial Access Broker: Darauf spezialisiert, in Systeme einzudringen – oft durch gefälschte Login-Seiten oder Phishing-E-Mails.
  • RaaS-Anbieter: Entwickeln und warten die eigentliche Malware und stellen Infrastruktur bereit.
  • Affiliates: Führen mit diesen Tools die Angriffe durch und zahlen einen Prozentsatz der erpressten Summen an den RaaS-Anbieter.
  • Verhandlungsspezialisten maximieren in der direkten Kommunikation mit den Opfern die Erfolgsquote bei Lösegeldforderungen.

Besonders besorgniserregend für kleine Unternehmen: Einige RaaS-Gruppen haben sich explizit auf Ziele mit 50 oder weniger Mitarbeitenden spezialisiert, da bei KMU geringere Sicherheitsmaßnahmen zu erwarten sind – bei gleichzeitig dennoch wertvollen Kundendaten und weniger medialer Aufmerksamkeit.

Gerät ein Start-up ins Visier solcher Cybercrime-Profis, ist falscher Stolz fehl am Platz. Auch größere Unternehmen und sogar Konzerne müssen in solchen Situationen in der Regel professionelle Hilfe anheuern. Abhängig von der konkreten Situation können Incident-Response-Teams, IT-Security-Experten oder Spezialisten für RAID-Datenrettung zum Einsatz kommen.

KI als zweischneidiges Schwert in der IT-Sicherheit

Komplexe Algorithmen und Large Language Models (LLMs) haben die Spielregeln der IT-Sicherheit verändert – und zwar für beide Seiten. Angreifer nutzen KI, um überzeugende Phishing-Mails ohne die früher omnipräsenten Rechtschreib- und Grammatikfehler zu erstellen, realistische Deepfake-Stimmen zu generieren oder Schwachstellen in Code automatisiert zu finden.

Aber auch auf der Gegenseite ist KI im Einsatz. Unter anderem mit der Folge, dass selbst für Startups und andere kleine Unternehmen mit stark begrenztem Budget heute Sicherheitslösungen verfügbar sind, die früher Großunternehmen vorbehalten waren. Natürlich sind auch KI-Lösungen keine Wundermittel, die man einschaltet und vergisst. Sie erfordern wie alle Sicherheitstools Fachwissen für die richtige Konfiguration, Überwachung und Interpretation der Ergebnisse.

Kosteneffiziente KI-Sicherheitsansätze für Start-ups:

  • KI-gestützte E-Mail-Filter: Diese erkennen auch subtile Phishing-Versuche, die traditionelle Filter durchlassen würden – benötigen aber regelmäßige Feinabstimmung.
  • Verhaltensbasierte Endpoint-Lösungen: Diese identifizieren ungewöhnliche Aktivitäten, müssen jedoch richtig kalibriert werden, um Fehlalarme zu minimieren.
  • Automatisierte Patch-Priorisierung: KI-Tools können helfen zu entscheiden, welche Sicherheitsupdates mit welcher Dringlichkeit und daraus resultierend in welcher Reihenfolge installiert werden müssen.

Gleichzeitig ist Vorsicht geboten bei der eigenen Nutzung von KI-Tools: Wenn Mitarbeitende sensible Geschäftsdaten in öffentliche KI-Modelle eingeben, können diese Daten ungewollt in falsche Hände geraten.

Die sechs Grundpfeiler der IT-Sicherheit für Start-up-Gründerinnen und -Gründer

Mit begrenzten Ressourcen müssen Start-ups strategisch vorgehen. Diese sechs Grundpfeiler bieten ein hervorragendes Kosten-Nutzen-Verhältnis:

1. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): „Wenn Sie aus Kostengründen im allerersten Schritt nur eine Sicherheitsmaßnahme implementieren können, sollte es Multi-Faktor-Authentifizierung sein“, hört man oft aus IT-Sicherheitskreisen. Natürlich sollte es nicht bei dieser einen Maßnahme bleiben, aber ihre Wirksamkeit ist tatsächlich verblüffend. Richtig implementiert kann MFA 99% aller kontobasierten Angriffe verhindern. Dabei geht die Einrichtung schnell, kostet wenig bis nichts, und schützt selbst bei kompromittierten Passwörtern – also wenn das Kind eigentlich bereits im Brunnen liegt.
2
. 3-2-1-Backup-Strategie: Drei Kopien Ihrer Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, mit einer Kopie außerhalb Ihrer Räumlichkeiten. Cloudbasierte Backup-Lösungen machen dies auch für kleine Teams erschwinglich.
3.
Sensibilisierung der Mitarbeiter: Regelmäßige Schulungen des gesamten Teams zu aktuellen Bedrohungen können einen echten Unterschied machen. Hier ist die noch übersichtliche Unternehmensgröße zur Abwechslung einmal ein Vorteil und ein gut aufbereitetes 30-minütiges monatliches Update, das in den Köpfen hängenbleibt, ist wirksamer als manch teure technische Lösung.

4. Automatisiertes Patch-Management: Veraltete Software ist ein Haupteinfallstor. Nutzen Sie Tools, die Updates zentral verwalten und automatisch einspielen.
5. Zero-Trust-Grundprinzipien: Gewähren Sie nur minimale Zugriffsrechte und verifizieren Sie jeden Zugriffsversuch – unabhängig davon, ob er von innerhalb oder außerhalb des Netzwerks kommt.
6. Segmentierung: Trennen Sie kritische Systeme vom Rest Ihres Netzwerks. Selbst einfache VLAN-Segmentierung kann im Ernstfall den Unterschied zwischen einem Ärgernis und einer Katastrophe ausmachen.

Notfallplanung: Wenn der Ernstfall eintritt

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen muss man ehrlich festhalten: Absolute Sicherheit vor Cyberangriffen gibt es nicht. Den Unterschied im Fall der Fälle macht, wie gut das Unternehmen darauf vorbereitet ist. Ein gut ausgearbeiteter individueller IT-Notfallplan kostet nicht viel, entscheidet im Ernstfall aber über glimpflichen Ausgang oder Konkursgefahr.

Was sollte ein guter Notfallplan auf jeden Fall beinhalten?

1. Detaillierte Informationen zu den ersten 72 Stunden nach einem Angriff:
a. Wer trifft welche Entscheidungen?
b. Welche Systeme werden zuerst isoliert/wiederhergestellt?
c. Welche externen Experten werden kontaktiert?
2. Kommunikationsstrategie: Transparente, aber kontrollierte Kommunikation sowohl intern als auch extern mit Kunden und Partnern baut Vertrauen auf, selbst in der Krise. Vorlagen für verschiedene gängige Szenarien können bereits vorbereitet in der Schublade liegen.
3. Rechtliche Verpflichtungen: Was hier konkret gilt, ist von vielen Faktoren abhängig, die von der Branche bis zur Unternehmensgröße reichen. Ein oft übersehener Aspekt sind Meldepflichten – mit empfindlichen Strafen bei Versäumnissen.
4. Wiederherstellungsreihenfolge: Auch wenn gerade in einem jungen Unternehmen vieles nicht geplant und strukturiert ablaufen kann: Zumindest die Frage, welche Systeme und Daten Priorität bei der Wiederherstellung haben, sollte vorab geklärt sein. Das vermeidet chaotische Entscheidungen unter Stress.

Ausblick: Kommende Regulierungen und Chancen

Die regulatorische Landschaft verändert sich rapide. Die NIS2-Richtlinie der EU erweitert den Kreis der regulierten Unternehmen, betrifft aber nicht pauschal alle kleinen Unternehmen. Primär werden Unternehmen erfasst, die in kritischen Sektoren tätig sind (wie Energie, Verkehr, Banken, Gesundheitswesen, digitale Infrastruktur) oder als „wichtige Einrichtungen“ gelten – unabhängig von ihrer Größe. Start-ups in diesen Bereichen sollten sich frühzeitig mit den Anforderungen vertraut machen.

Doch statt darin eine weitere Belastung zu sehen, können kluge Gründerinnen und Gründer einen Wettbewerbsvorteil daraus ziehen: Kunden und Partner achten zunehmend auf Sicherheitsstandards. Ein junges Unternehmen mit nachweislich gutem Sicherheitskonzept kann sich positiv von der Konkurrenz abheben.

Fazit: Sicherheit als Wettbewerbsvorteil

Investitionen in IT-Sicherheit sind vor dem Hintergrund der rasant wachsenden Bedrohungen nicht mehr optional. Wer sich schon bei der Gründung dafür entscheidet, das nicht als lästige Pflicht zu betrachten, sondern als Grundlage für nachhaltiges Wachstum, kann aus der Not eine Tugend machen. Von Anfang an in die DNA eines jungen Unternehmens integriert, wird IT-Sicherheit zum Wettbewerbsvorteil gegenüber etablierten, aber aufgrund ihrer Größe auch trägeren Marktteilnehmern.

Routine schafft Erfolg!

Wie du mit Geduld, Disziplin und Routine Exzellenz schaffst und dein Unternehmen langfristig erfolgreich aufstellst.

Erfolg klingt aufregend, oder? Große Deals, bahnbrechende Ideen, inspirierende Reden und dieser Nervenkitzel, wenn alles zusammenkommt. Doch hier folgt die unbequeme Wahrheit: Langfristiger Gründungserfolg hat weniger mit diesen Highlight-Momenten zu tun, sondern viel mehr mit der konsequenten Wieder­holung scheinbar unspektakulärer Aufgaben. Klingt ernüchternd? Vielleicht. Aber genau hier liegt der Unterschied zwischen jenen, die langfristig wachsen, und denen, die nach einer anfänglichen Euphorie wieder von der Bildfläche verschwinden.

Langfristig schlägt Konsistenz Kreativität

Stell dir eine(n) Profisportler*in vor. Niemand wird Weltmeister*in, weil er/sie hin und wieder ein herausragendes Spiel abliefert. Es sind die unzähligen, oft un­spektakulären Trainingseinheiten, die den Unterschied machen. Ähnlich ist es als Gründer*in. Ja, deine Idee war genial. Ja, dein Pitch war großartig. Aber weißt du, was wirklich zählt? Die tägliche Disziplin, immer wieder die gleichen „langweiligen“ Dinge zu tun: Prozesse zu optimieren, E-Mails zu beantworten, Buchhaltung zu pflegen, Anfragen von Kund*innen zu managen.

Keine(r) postet auf LinkedIn: „Heute zum zehnten Mal hintereinander mein CRM gepflegt.“ Genau solche Aktivitäten sind es jedoch, die dein Business am Laufen halten. Sie sind das Fundament, die unsichtbaren Muskelbewegungen unter der Oberfläche. Ohne sie bricht alles zusammen.

Die Macht der Wiederholung

Erfolg ist ein Marathon, kein Sprint. Viele Gründer*innen unterschätzen, wie entscheidend es ist, konsequent an den Grundlagen zu arbeiten. Die tägliche Akquise, das ständige Finetuning der internen Abläufe, die regelmäßige Analyse von Zahlen – das sind die Bausteine eines stabilen Geschäfts. Manchmal fühlt es sich an, als würde man in einem Hamsterrad laufen. Aber genau dieses Hamsterrad ist oft das Sprungbrett für nachhaltiges Wachstum.

Kennst du das Gefühl, wenn du eine Aufgabe zum hundertsten Mal machst und denkst: „Das kann doch nicht der Schlüssel zum Erfolg sein!“ Doch, genau das ist er. Routine schafft Exzellenz. Meisterschaft kommt nicht durch einmaliges Talent, sondern durch ständige Wiederholung. Dafür bedarf es einer großen Portion Disziplin, besonders dann, wenn sich die Motivation mal wieder eine Auszeit gönnt.

Die Illusion der Abkürzung

Es gibt keinen magischen Shortcut zum Erfolg. Natürlich gibt es Glückstreffer, und ja, manchmal explodieren Start-ups über Nacht. Aber für die meisten ist es ein langer, harter Weg, geprägt von Ausdauer und Wiederholung. Die erfolgreichsten Gründer*­innen sind nicht diejenigen, die auf den nächsten großen Hype aufspringen, sondern jene, die bereit sind, Tag für Tag diszipliniert an ihrem Business zu arbeiten.

Erfolg ist keine Rakete, die senkrecht nach oben schießt, sondern eher wie eine Bergwanderung: anstrengend, manchmal frus­trierend, aber mit jeder Etappe kommst du dem Ziel näher. Und das Beste daran? Du entwickelst dich unterwegs mit.

Wie du langweilige Aufgaben spannend machst

Jetzt denkst du vielleicht: „Okay, ich verstehe, dass ich durchhalten muss. Aber wie halte ich durch, wenn es sich so eintönig anfühlt?“ Gute Frage! Hier sind einige Strategien:

  • Setze klare Ziele: Auch die monotonste Aufgabe ergibt Sinn, wenn du sie als Teil eines großen Plans siehst. Mach dir bewusst, wofür du arbeitest.
  • Gamification: Belohne dich für (kleine) Meilensteine. Fortschritt fühlt sich besser an, wenn du ihn sichtbar machst.
  • Systeme statt Motivation: Verlass dich nicht darauf, dass du jeden Tag „Lust“ hast. Schaffe feste Routinen, die keine Willenskraft mehr kosten.
  • Automatisiere, wo es geht: Nutze Tools, um repetitive Aufgaben effizienter zu gestalten. Digitalisierung ist nicht nur ein Buzzword, sie ist deine beste Mitarbeiterin.
  • Wechsle die Perspektive: Stell dir vor, du wärst ein(e) Investor*in. Würdest du in jemanden investieren, der/die nur die spannenden Dinge erledigt?
  • Finde Gleichgesinnte: Austausch mit anderen Gründer*innen kann motivieren, inspirieren und dich auf Kurs halten.
  • Erkenne den langfristigen Wert: Viele Aufgaben erscheinen kurzfristig lästig, zahlen sich aber langfristig aus. Denke an einen Gärtner, der jeden Tag seine Pflanzen gießt – das Ergebnis sieht er erst später.
  • Mache Pausen gezielt: Harte Arbeit bedeutet nicht, sich auszubrennen. Plane bewusst Erholungsphasen ein, um langfristig leistungsfähig zu bleiben.

Disziplin schlägt Stimmung

Motivation ist flüchtig, Disziplin bleibt. Gerade dann, wenn es langweilig, anstrengend oder zäh wird, zeigt sich, wie ernst es dir wirklich ist. Es ist einfach, motiviert zu sein, wenn alles läuft. Die eigentliche Arbeit beginnt, wenn du keine Lust hast und es trotzdem machst.

Die Kunst der Geduld

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis gefällig? Geduld. Wir leben in einer Welt, in der alles schnell gehen muss. Wachstum, Reichweite, Erfolg – am besten gestern. Echte Unternehmer*innen wissen jedoch: Die besten Dinge brauchen Zeit. Große Unternehmen wurden nicht in einer Nacht aufgebaut. Es waren Jahre der konsequenten, manchmal eintönigen, aber essenziellen Arbeit, die letztlich den Unterschied gemacht haben. Geduld bedeutet nicht, passiv zu sein. Es bedeutet, kontinuierlich aktiv zu bleiben, auch wenn der Output auf sich warten lässt.

Die Langweiligen gewinnen

Es mag nicht sexy klingen, aber die Wahrheit ist: Große Erfolge entstehen nicht durch einzelne Geistesblitze, sondern durch tägliche, oft unscheinbare Arbeit. Das ist kein Mythos, sondern die Realität erfolgreicher Gründer*innen. Während andere sich vom nächsten Trend ablenken lassen, arbeitest du weiter. Während andere den Fokus verlieren, bleibst du dran. Das ist keine Schwäche, sondern dein (unfairer) Vorteil.

Der Preis der Konsequenz

Was dabei oft unterschätzt wird: Es kostet Kraft, Tag für Tag dieselben Aufgaben zu erledigen. Nicht, weil sie objektiv schwer wären, sondern weil unser Kopf nach Abwechslung schreit, nach Neuem, nach Reiz. Doch genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Erfolgreiche Gründer*innen bleiben fokussiert, sagen nicht bei jeder Gelegenheit: „Das könnten wir auch noch machen“, sondern sagen stattdessen öfter: „Nein. Das lassen wir jetzt bewusst weg.“ Denn Klarheit bedeutet nicht, alles zu tun, sondern zu wissen, was nicht zu tun ist.

Routine als Wettbewerbsvorteil

Warum ist das wichtig? Weil die meisten auf halber Strecke aufgeben. Sie verlieren den Glauben, wenn der große Durchbruch und die Likes ausbleiben oder keine(r) klatscht. Doch genau in diesem Moment beginnt der Unterschied. Wer durchhält, wenn es langweilig wird, gewinnt.

Denn während andere auf der Suche nach dem nächsten Kick sind, baust du dein Fundament – stabil, verlässlich, tragfähig. Routine ist kein Rückschritt. Sie ist dein Wettbewerbsvorteil. Erfolg liebt Wiederholung. Die Frage ist: Liebst du sie auch genug, um täglich anzutreten?

Fazit: Der Weg der Disziplinierten

Es sind nicht diejenigen mit der größten Idee, die gewinnen. Es sind jene, die sie am beharrlichsten umsetzen. Nicht die Genies dominieren den Markt, sondern die Ausdauernden, die Geduldigen, die Sturen. Diejenigen, die auch an Tag 1000 noch das tun, was an Tag eins funktioniert hat.

Wenn du dich also das nächste Mal bei einer scheinbar langweiligen Aufgabe erwischst, erinnere dich: Genau jetzt wächst dein Unternehmen; nicht im Rausch des Erfolgs, sondern in der Stille der Wiederholung. Denn wahre Größe entsteht nicht durch Glanz, sondern durch Tiefe.

Der Autor Markus Czerner ist Motivationsredner, Mindset-­Experte und Sparringspartner für Führungskräfte. Er unterstützt Menschen dabei, ihr volles Potenzial auf die Bühne und ins Leben zu bringen.

Arbeitskräfte aus Polen und Tschechien: Gefragt wie nie – mit Starke Jobs zur optimalen Besetzung

Qualifiziertes Personal zu finden, wird zunehmend zur Herausforderung. Genau hier kommt der Blick über die Grenze ins Spiel.

Der Arbeitsmarkt steht nicht still – genau wie die Anforderungen an Unternehmen, flexibel und schnell auf Personalbedarf zu reagieren. Ob saisonale Auftragsspitzen, langfristige Vakanzen oder kurzfristige Ausfälle: Qualifiziertes Personal zu finden, wird zunehmend zur Herausforderung. Die Bewerberlage ist angespannt, viele Stellen bleiben unbesetzt.

Umso gefragter sind smarte Lösungen, die den Aufwand im Recruiting minimieren und zugleich zuverlässige Besetzungen ermöglichen. Genau hier kommt der Blick über die Grenze ins Spiel: Arbeitskräfte aus dem Ausland – insbesondere aus Polen und Tschechien – gewinnen an Bedeutung und bieten eine echte Alternative zur lokalen Suche.

Polen und Tschechien als Lösung: Nähe, Qualität, Verlässlichkeit

Wenn es um internationale Fach- und Hilfskräfte geht, stehen Polen und Tschechien ganz oben auf der Liste. Das hat gute Gründe: Die geografische Nähe ermöglicht schnelle Einsätze und unkomplizierte Anreisen. Hinzu kommt die hohe Qualifikation vieler Arbeitskräfte – von technischen Berufen bis hin zu gewerblichen Tätigkeiten.

In vielen Fällen sprechen die Bewerber bereits Deutsch oder Englisch, was die Zusammenarbeit deutlich erleichtert. Besonders gefragt sind Mitarbeitende aus diesen Ländern in Bereichen wie Logistik, Produktion, Pflege oder Bau – also überall dort, wo Anpacken gefragt ist.

Was viele schätzen: die Verlässlichkeit, Arbeitsmoral und Flexibilität, mit der diese Fach- und Hilfskräfte aus Osteuropa überzeugen. Kurz gesagt: Wer gute Leute sucht, findet sie oft direkt nebenan – jenseits der Grenze.

Klare Vorteile für Unternehmen: Flexibel bleiben, Aufwand sparen

Die Zusammenarbeit mit Arbeitskräften aus Polen und Tschechien bringt handfeste Vorteile mit sich. Unternehmen können schnell und gezielt auf Personalengpässe reagieren, ohne sich langfristig binden zu müssen. Besonders bei saisonalen Projekten oder schwankender Auftragslage zahlt sich diese Flexibilität aus. Auch der bürokratische Aufwand sinkt erheblich – vor allem, wenn eine erfahrene Vermittlungsagentur im Hintergrund agiert.

Die Personalsuche läuft deutlich effizienter, da Vorauswahl, Interviews und Dokumentenprüfung bereits erledigt sind. Gleichzeitig profitieren Betriebe von motivierten, qualifizierten Mitarbeitenden, die sich schnell einarbeiten und zuverlässig Leistung bringen.

Das spart Zeit, Nerven – und oft auch Kosten. Wer also flexibel bleiben will, ohne Qualität einzubüßen, fährt mit externer Unterstützung genau richtig.

Starke Jobs: Wenn Vermittlung mehr ist als nur ein Profilabgleich

Hinter einer erfolgreichen Personalbesetzung steckt mehr als ein gut klingender Lebenslauf. Starke Jobs weiß genau, worauf es ankommt – und begleitet den gesamten Prozess von Anfang bis Ende. Bereits bei der Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten wird sorgfältig geprüft: Qualifikationen, Sprachkenntnisse, Motivation. Nur wer wirklich passt, kommt überhaupt in die engere Wahl.

Danach übernimmt das Team die gesamte Organisation – von der Anreise über die Anmeldung bei Behörden bis hin zur ersten Einarbeitung im Unternehmen. Auch nach der Vermittlung bleibt Starke Jobs dran und steht beiden Seiten beratend zur Seite. So entsteht nicht nur eine schnelle Lösung, sondern eine langfristige Win-win-Situation für Unternehmen und Mitarbeitende.

Mensch im Mittelpunkt: Was gute Zusammenarbeit ausmacht

Starke Jobs setzt nicht auf Masse, sondern auf Klasse – und auf echte Partnerschaft. Statt anonymer Prozesse gibt es persönliche Betreuung und offene Kommunikation. Das gilt sowohl für Unternehmen als auch für die vermittelten Arbeitskräfte. Ziel ist nicht der schnelle Abschluss, sondern eine nachhaltige Zusammenarbeit, bei der sich beide Seiten wohlfühlen.

Dazu gehören faire Arbeitsbedingungen, transparente Abläufe und ein respektvoller Umgang miteinander. Wer mit Starke Jobs zusammenarbeitet, bekommt keine Standardlösung, sondern ein individuell abgestimmtes Konzept. So entstehen echte Erfolgsbeziehungen, die auf Vertrauen basieren – und weit über eine einfache Vermittlung hinausgehen. Denn letztlich zählt nicht nur, dass eine Stelle besetzt wird, sondern dass es wirklich passt.

Praktisch denken, clever besetzen – mit Starke Jobs auf Kurs

Wer dem Fachkräftemangel gelassen begegnen will, findet in polnischen und tschechischen Arbeitskräften eine verlässliche Lösung. Mit Starke Jobs gelingt der Zugang zu qualifiziertem Personal einfach, schnell und rechtssicher – ganz ohne bürokratischen Ballast. Die Kombination aus Erfahrung, persönlicher Betreuung und klaren Werten macht den Unterschied.

So entstehen Besetzungen, die nicht nur kurzfristig helfen, sondern langfristig überzeugen. Wer heute flexibel bleiben will, baut auf Partnerschaften, die funktionieren – und auf Menschen, die mit anpacken.