Mütter gründen anders


44 likes

StartUp MOM, der erste MOM Accelerator Deutschlands, will ambitionierten Müttern mit visionären Ideen den Weg in die Selbständigkeit ebnen.

Die Corona-Pandemie veranlasste viele Mütter, ihre aktuelle berufliche Situation zwischen Homeschooling und Videokonferenzen zu hinterfragen. Hinzu kommt, dass insbesondere angestellte Mütter in einer Teilzeittätigkeit nicht nur generell schlechter finanziell aufgestellt sind, sondern oft auch einen Karriereknick erleben. Dies führte zu einem positiven Nebeneffekt: Mütter fingen vermehrt an, über eine Selbständigkeit nachzudenken und entwickelten (oft in der Elternzeit) spannende Geschäftsideen, für deren Umsetzung sie Unterstützung brauchten.

Vor diesem Hintergrund wurde Ekaterina Arlt-Kalthoff, Gründerin von MAMI POPPINS, der ersten Kinderwagenvermietung Deutschlands, immer öfter von hilfesuchenden Frauen, die sich ihre Selbständigkeit aufbauen wollten, um Rat gefragt. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten befanden sich viele Mütter in einer unsicheren beruflichen Situation. Viele fürchteten um ihre Anstellung“, erinnert sich Ekaterina. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie im Jahr 2020 StartUp MOM und den ersten MOM Accelerator Deutschlands.

Mütter sind die idealen Unternehmerinnen

Der MOM Accelerator ist ein 12-wöchiges Mentoring-Programm, das ambitionierten Frauen mit großen Visionen eine klare Anleitung für den Aufbau tragfähiger Geschäftsmodelle aufzeigt. „Wir haben den MOM Accelerator so konzipiert, dass die einzelnen Themen in digitalen Live-Webinaren vermittelt werden. Wir bieten wöchentliche Gruppensessions an und somit einen engen Kontakt zu den Mentorinnen. Kann eine Mutter gerade nicht online teilnehmen, weil sie zum Beispiel ihr krankes Kind Zuhause betreut, ist das nicht tragisch, da alle Webinare aufgenommen werden und jederzeit abrufbar sind“, erläutert Ekaterina.

Vor allem bietet der Accelerator Müttern, die gründen möchten, einen flexiblen organisatorischen Rahmen, der gängigen Acceleratoren normalerweise fehlt. Als Gründerin war Ekaterina im Jahr 2017 selbst Teilnehmerin eines Accelerator-Programms beim STARTPLATZ Düsseldorf. Die wertvollen Erfahrungen, die sie dort sammeln konnte, vermittelt sie heute an ihre Teilnehmerinnen.

Neben Geschäftsführerin Ekaterina, die als Online-Marketing- und Social-Media-Marketing-Expertin die Gründerinnen auf ihre erfolgreiche Vermarktung vorbereitet, unterstützen sie weitere sechs Mentorinnen, die alle mindestens 15 Jahre Berufserfahrung mitbringen. Diese geben wertvolles Know-how an die Teilnehmerinnen weiter, u.a. aus den Bereichen Marketing, Fördergelder und Finanzierung, Entwicklung des Corporate Design, rechtliche Fragestellungen, Unternehmenskommunikation und PR sowie Entwicklung von Videos und Podcasts. Auch rund um die Themen Zeit- und Projektmanagement sowie Berufshaftpflicht gibt es Fachleute im Netzwerk, die online in Einzel- oder Gruppengesprächen coachen. „Mütter sind oft multitaskingfähig, kreativ und haben eine große soziale Kompetenz. Sie sind die idealen Unternehmerinnen. Das beweisen auch die bisherigen Teilnehmerinnen in unserem Mentoring-Programm“, sagt Ekaterina.

Drei Gründerinnen, die den Accelerator erfolgreich absolviert haben, stellen wir im Folgenden vor.

Jana Schandua: Granny Angels

Jana Schandua stand als berufstätige Mutter von zwei Kindern immer wieder vor der Herausforderung, einen zuverlässigen Babysitter zu organisieren, um berufliche Termine wahrzunehmen oder etwas Me-Time für sich zu schaffen. Zwei Leihomas standen ihr dabei zuverlässig zur Seite. Aufgrund der guten Erfahrungen mit ihren Babysitter-Grannies hat sie 2021 Granny Angels als soziales Start-up in Düsseldorf gegründet. Die Gründerin adressiert auf der einen Seite die Themen Überalterung der Gesellschaft, Vereinsamung im Alter und Altersarmut. Auf der anderen Seite stehen Familien in ihrem Fokus, die ausbrennen und sich zwischen Alltag, Job und Kinder aufreiben.

Bei Granny Angels übernehmen Seniorinnen Aufgaben rund um die zeitweilige Kinderbetreuung und unterstützen Eltern als liebevolle Alltagshelferinnen. Daraus entsteht eine klassische Win-win-Situation: zum einen für die Rentnerinnen, die das Gefühl bekommen, gebraucht zu werden und sich außerdem etwas zu ihrer Rente dazuverdienen können, zum anderen für die Familien, denen oft die Unterstützung durch die Großeltern fehlt, weil diese nicht mal eben um die Ecke wohnen. Dabei sind die Großeltern nach Eltern und Kindertageseinrichtungen die dritthäufigste Erziehungsinstanz bis zum Schuleintritt. Trotz des kontinuierlichen Ausbaus von Kita-Plätzen und ganztägiger Betreuungsangebote für Grundschulkinder wird der Gesamtbedarf nicht gedeckt. 2020/21 wurden bspw. in Düsseldorf lediglich 51 Prozent der Kinder unter drei Jahren in einer geförderten Tageseinrichtung oder Tagespflege betreut und fehlten ca. 6300 Plätze für die Nachmittagsbetreuung von Grundschülern. Darüber hinaus bedeutet ganztägige Betreuung nicht, dass Betreuungszeiten immer auch zu den elter­lichen Arbeitszeiten passen.

Diese Stresssituationen möchte Granny Angels abfangen. Über ein Online-Buchungsportal können die Grannies für den gewünschten Zeitraum und Stadtbezirk ausgewählt und gebucht werden. Bei Erstkontakt von Familie und Granny wird zuvor ein Kennenlernen vereinbart. Erst wenn sich alle Beteiligten wohlfühlen, kommen die Omi-Engel zum Einsatz und helfen, den Familienalltag leichter und unkomplizierter zu gestalten.

Katrin Turvey: FemIndex

Gegründet wurde FemIndex von Katrin Turvey: „Als Angestellte in verschiedenen internationalen Konzernen habe ich mehr als einmal erfahren, dass ich signifikant weniger verdiene als meine männlichen Kollegen in derselben beruflichen Position.“ Die studierte Betriebswirtin dachte darüber nach, sich selbständig zu machen. Doch sie musste schnell feststellen, dass der Stundensatz selbständiger Frauen deutlich niedriger ist als jener selbständiger Männer – laut Statistischem Bundesamt um fast 20 Prozent im Jahr 2020. Zudem kommen Frauen – selbständig oder angestellt – auf eine bis zu 50 Prozent geringere Altersversorgung (Quelle: weltsparen.de, 2020).

Katrin empfand diese Tatsachen als ungerecht und überlegte sich, wie sie das ändern könnte. Schnell war die Idee geboren, selbständigen Frauen eine professionelle Plattform zu bieten. Die Vertriebsleiterin wusste aus ihrer Berufserfahrung heraus, dass die Kund*innenakquise und der Vertrieb sowie das Netzwerken meist großen Hürde für selbständige Frauen darstellen. „Viele empfinden diese Aufgaben als schwierig und zeitaufwendig“, berichtet sie.

2022 gründete Katrin femindex.com, das erste deutsche Online-Vertriebsnetzwerk von Frauen für Frauen, in dem Unternehmen und Privatleute die Expertin finden sollen, die sie für ihre Aufgaben oder Ideen suchen. Wer das Angebot in Anspruch nehmen möchte, zahlt entweder eine monatliche Gebühr oder entscheidet sich für eine sogenannte Partnerschaft. Dieser Service beinhaltet zusätzlich eine regelmäßige, individuelle Beratung, den Zugang zu monatlichen Netzwerktreffen und die Einladung zu Weiterbildungsveranstaltungen.

Verena Altmann: Blätterwerk UG

Als vor zwei Jahren die Welt coronabedingt „stillstand“, musste Verena Altmann, ebenso wie viele andere Berufstätige, ihren Arbeitsplatz in ihr Zuhause verlegen. Einen separaten Raum zum Arbeiten gab es für die Selbständige nicht. So wurde die Küche kurzfristig zum Büro umfunktioniert. Zwischen Wäscheständer und Wasserkocher war ein konzentriertes Arbeiten kaum möglich. Der Austausch mit ihren Kolleg*innen und Geschäftspartner*innen ergab, dass auch sie erhebliche Probleme hatten, im Home-Office effektiv zu arbeiten. So entstand die Idee zur OfficeBox.

Gemeinsam mit Produktdesigner und Tischler Sönke Ober entwickelte Verena den ersten Prototypen der OfficeBox. Aufgebaut benötigt die aus zertifiziertem europäischem Pappelholz gefertigte Box 140 cm x 110 cm eines Raums und beherbergt dank des klugen Designs ein komplettes Büro. Mit zwei Handgriffen minimiert sich das Möbelstück auf eine Grundfläche von einem halben Quadratmeter.

„Für viele ist das Arbeiten zu Hause zur Regel geworden, daher sollte ein provisorischer Arbeitsplatz unkompliziert zum modernen Workspace umwandelbar sein. Die OfficeBox macht dies möglich“, erklärt Verena. Der unsichtbare Schreibtisch versteckt sich hinter einer Tür, die auf Bestellung auch mit Schloss geliefert wird. Diese Funktion garantiert, dass berufsbezogene Daten auch im Home-Office für Unbefugte unzugänglich sind. Durch die kluge Aufteilung finden in der OfficeBox ein Laptop, ein großer Monitor, vier Ordner, eine Akten­tasche, eine kleine Garderobe, ein Drucker, ein Papierkorb und sämtliche Büroutensilien ihren Platz.

Mit ihrem Angebot richtet sich Verena nicht nur an Arbeitnehmer*innen und Schüler*innen, sondern auch an Unternehmen. „Den Firmen ermöglichen wir es, Großraumbüros und Konferenzräume flexibel zu nutzen. Unsere OfficeBox als ,Raum-im-Raum‘ kann dann einfach weg­gerollt werden“, so Verena Altmann abschließend.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

EdTech-Start-up fobizz übernimmt EdTech-Start-up to teach

Das 2018 gegründete fobizz übernimmt das 2022 gegründete KI-EdTech to teach mit dem gemeinsamen Ziel, den Alltag von Lehrkräften durch fachdidaktisch treffsicheren Einsatz von KI zu erleichtern.

Der Zusammenschluss soll es ermöglichen, zukünftig didaktisch hochwertige Bildungsinhalte für Lehrkräfte auf Verlagsniveau anzubieten. Gemeinsam verfolgen fobizz und to teach das Ziel, den Alltag von Lehrkräften durch fachdidaktisch treffsicheren Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zu erleichtern und deren Potenziale im Bildungssystem auszuschöpfen. Die To teach-Gründer Felix Weiß und Marius Lindenmeier bleiben Geschäftsführer.

Fobizz I 101skills GmbH ist der führende Anbieter von KI-Anwendungen, digitalen Tools und Fortbildungen für Lehrkräfte und wurde 2018 von Dr. Diana Knodel (CEO) und Frederik Dietz (CTO) gegründet. To teach ist ein junges EdTech-Start-up, das im Sommer 2022 von Felix Weiß (CEO) nach seinem Lehramtsstudium und seinem Mitgründer Marius Lindenmeier (CTO) gegründet wurde. To teach unterstützt Lehrkräfte bei der Unterrichtsplanung und -vorbereitung und nutzt KI, um personalisierte Unterrichtsmaterialien und interaktive Übungsaufgaben basierend auf redaktionell erstellten Vorlagen mit nur wenigen Klicks zu erstellen. Durch die Übernahme verschmelzen zwei erfolgreiche EdTechs, die für die digitale Transformation der Bildung in Deutschland und weltweit stehen. To teach wurde Didacta Start-up des Jahres 2023 und war Finalist beim Global Start-up Edtech Award 2023 für Deutschland und Österreich. Fobizz wurde 2023 als Bundessieger des KfW Award Gründen ausgezeichnet und hat darüber hinaus den Publikumspreis beim AI Summit 2023 gewonnen.

„Durch den Zusammenschluss mit to teach möchten wir unsere Position als Marktführer im Bereich Weiterbildung von Lehrkräften und KI-Tools weiter ausbauen und die digitale Transformation von Schulen im DACH-Raum sowie auch international weiter vorantreiben“, begründet Jeyran Sanee-Khonsari, Chief Strategy Officer bei fobizz, den Zusammenschluss.

“Künstliche Intelligenz bietet die Möglichkeit, die Bildung nachhaltig positiv zu verändern. Gemeinsam mit fobizz gehen wir jetzt den nächsten Schritt, um noch mehr Lehrkräfte weltweit bei der Arbeit zu unterstützen und befähigen diese, auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse ihrer Lernenden einzugehen”, so Felix Weiß.

Personalisierte Bildung – abgestimmt auf die Bildungspläne der Länder

Zukünftig plant to teach, Lehrkräften Unterrichtsmaterialien und vorbereitete Unterrichtsstunden anhand der Bildungspläne der einzelnen Bundesländer sowie auf Basis der internationalen Curricula anderer Länder weltweit zur Verfügung zu stellen. „Die Idee dahinter ist, didaktisch-pädagogisches Wissen, redaktionelle Expertise und KI, abgestimmt auf die einzelnen Bildungspläne, zusammen zu bringen, um passgenaue Unterrichtsentwürfe, Arbeitsblätter, Übungsaufgaben und Präsentationen zu erstellen", kommentiert Dr. Diana Knodel.

Nutzer*innen von fobizz können dann neben den bereits verfügbaren digitalen Lern- und Lehrmaterialien nahtlos auch das Angebot von to teach zur Erstellung von personalisierten und binnendifferenzierbaren Materialien nutzen. Zusätzlich stehen zukünftig interaktive Übungen von to teach über die fobizz Klassenräume zur Nutzung mit Schüler*innen zur Verfügung. Über die fobizz Klassenräume können Lehrkräfte verschiedene KI-Tools im Unterricht gemeinsam mit ihren Schüler*innen DSGVO-konform nutzen und sie dabei entsprechend begleiten.

reteach: HR-Tech-Start-up sichert sich 1,5 Mio. Euro Finanzierung

Für den Ausbau des Vertriebs und der Produktentwicklung stehen dem reteach-Gründungsteam Andreas Bersch, Markus Aurich und Florine von Caprivi mit der jetzt komplettierten Seed-Finanzierung 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Investoren sind SFO sowie Scalehouse Capital.

Die Lernplattform reteach zählt nur drei Jahre nach Start bereits zu den führenden Anbietern für digitales Lernen im Mittelstand. Das Team um die Gründer Andreas Bersch, Markus Aurich und Florine von Caprivi setzt auf den hochdynamischen Markt für corporate learning, der nach Einschätzung von Analysten bis 2030 ein explosionsartiges Wachstum verzeichnen wird.

Das Berliner Start-up ging im Frühjahr 2021 in den Markt und konnte nach eigenen Angaben bis heute über 1.500 Unternehmen aus dem Mittelstand als Kund*innen gewinnen. Das zunächst von den Gründern finanzierte Unternehmen rundet nun die Seed-Finanzierung mit insg. 1,5 Mio EUR ab. Diese wird getragen von SFO sowie Scalehouse Capital. „Wir sind überzeugt, dass reteach bestens positioniert ist, die gerade erst einsetzende Digitalisierung von corporate learning im Mittelstand mitzugestalten“ sagt der bei Scalehouse Capital verantwortliche Partner Manuel Böhringer.

Das Produkt reteach hebt sich im Wettbewerb durch eine besonders intuitive Nutzerführung ab. Der Erfolg zeigt sich in den Kund*innenbewertungen. Im internationalen Vergleich von Lernplattformen für Unternehmen steht mit reteach jetzt erstmals ein Unternehmen aus Deutschland auf Position eins bei der Kund*innenzufriedenheit. Dies ist das Ergebnis der aktuellen „LMS Frontrunner“ Auswertung von Gartner Digital. Basis sind die Kund*innenbewertungen der letzten beiden Jahre, die von den Gartner Bewertungsplattformen wie Capterra auf Basis von Kund*innenzufriedenheit und Nutzer*innenfreundlichkeit erhoben werden.

„Wir sind natürlich stolz, dass wir uns im lange von US-Anbietern dominierten Markt für Learning Management System durchsetzen konnten. Denn der deutsche Mittelstand tut sich oft schwer mit HR Software aus dem Ausland“, sagt reteach-CEO Andreas Bersch zu den Ergebnissen. „Nutzerfreundlichkeit und Kundenzufriedenheit sind gerade für den Mittelstand die zentralen Anforderungen, wenn es um die Auswahl einer Software für Mitarbeiter Schulungen und Unterweisungen geht.“

RobCo: Münchner Robotik-Start-up sichert sich 39 Mio. Euro

RobCo – 2020 von einem Team rund um Roman Hölzl am Lehrstuhl für Robotik und KI an der TU München gegründet – bietet dem industriellen Mittelstand vernetzte Roboter-Lösungen, um sich wiederholende manuelle Aufgaben zu automatisieren.

RobCo erhält 39 Millionen Euro von Lightspeed und weiteren Investoren, um den Entwicklungs- und Wachstumskurs konsequent voranzutreiben. Auch der ehemalige Apple- und Nvidia-Investor Sequoia Capital, Kindred Capital und Promus Ventures sind daran beteiligt. Diese Finanzierungsrunde erhöht das Gesamtinvestitionsvolumen in RobCo auf über 55 Millionen Euro. Das neu gewonnene Kapital soll insbesondere in den weiteren Ausbau des Vertriebs sowie in die Produktentwicklung investiert werden.

RobCo wurde im Jahr 2020 von drei wissenschaftlichen Mitarbeitern am Lehrstuhl für Robotik und Künstliche Intelligenz an der Technischen Universität München gegründet. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von flexibel anpassbaren Roboter-Hardware-Kits für unterschiedliche Anwendungsfälle in der mittelständischen Fertigung spezialisiert – wie beispielsweise Maschinen be- und entladen oder Palettieren.

Schneller und einfacher Plug-and-Play-Einsatz im Mittelstand

Die Kits ermöglichen auf Basis der einzigartigen, vertikal integrierten Hardware- und Software-Plattform RobCo Studio einen modularen, intuitiven Auf- und Umbau von Robotik-Anwendungen. Dank ihr können die eingesetzten Roboter remote über einen digitalen Zwilling konfiguriert, implementiert und gemanagt werden. So ist ein schneller und einfacher Plug-and-Play-Einsatz in nur wenigen Tagen möglich. Aufwändige Programmierung oder geschultes Fachpersonal sind aufgrund des Low-Code-Ansatzes nicht erforderlich. Zudem zeichnet sich die Plattform durch ein modulares End-to-End-System aus, das mit allen zukunftsfähigen Schnittstellen ausgestattet ist. Eine innovative Sensor- und Softwareebene sorgt für die Langlebigkeit der Hardware. Die Lösungen von RobCo sind insbesondere für mittelständische Industriebetriebe konzipiert, für die sich der Maschineneinsatz nur lohnt, wenn diese schnell und flexibel für wechselnde Aufgaben umprogrammiert werden können. RobCo unterstützt Unternehmen beim Einstieg in die Welt der Automatisierung und bei der Transformation hin zur Industrie 4.0.

„Durch eine umfassende RobCo-Automatisierungslösung im Bereich Palettierung, können wir insbesondere dem anhaltenden Fachkräftemangel aktiv technologisch begegnen und gleichzeitig Kosten sparen“, erklärt Martin Matern, Werkleiter Lüneburg der DE-VAU-GE Gesundkostwerk Deutschland GmbH.

Sense, Reason, Act: autonome und intelligente Automatisierungsrobotik für alle Unternehmen

„Die ständige Weiterentwicklung unserer modularen Roboter-Plattform für den industriellen Einsatz ist entscheidend für die Bewältigung der gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Heute können unsere Roboter bereits Software- und KI-gestützt eingerichtet, programmiert und gemanagt werden. Im nächsten Schritt geht es darum, Industrieroboter noch autonomer und intelligenter in ihrer Einsatzumgebung zu gestalten“, so Roman Hölzl, CEO und Mitgründer von RobCo. „Mit unserem RobCo-Autonomy-Ansatz setzen wir auf eine noch tiefergehende KI-Implementierung in unserer Software, damit Roboter in naher Zukunft nach dem Dreiklang ,Sense-Reason-Act‘ ihre Umgebung selbstständig erfassen, analysieren sowie Aktionen planen und ausführen können.“

„Der Einsatz von Robotik im industriellen Umfeld war bislang fast ausschließlich großen Konzernen mit den entsprechenden finanziellen und personellen Kapazitäten vorbehalten“, betont Alex Schmitt, Partner bei Lightspeed. „Hohe Kosten und eine enorme Komplexität machten sie für kleine und mittlere Unternehmen zum Teil unerschwinglich und waren kaum zu managen. RobCo ist mit seinen Entwicklungen bereits ein großer Durchbruch auf diesem Gebiet gelungen. Wir erkennen hier sowohl technologisch als auch kommerziell ein riesiges Potenzial für den deutschen, aber auch internationalen Markt. Dieses Potenzial gilt es jetzt optimal zu fördern und somit den Einsatz von Roboter-Automatisierungslösungen allen Unternehmen zu ermöglichen.“

RobCo: Am Anfang einer weitreichenden Automatisierungsreise

„Wir stehen erst am Anfang einer weitreichenden Automatisierungsreise und wollen im Bereich modulare Roboterautomatisierung für den Mittelstand führend in Europa werden. RobCo ist mit seinen einfach zu implementierenden Robotern, die bereits ab dem ersten Tag einen positiven ROI bieten, einzigartig positioniert“, ergänzt Roman Hölzl. „Wir sehen uns als verlängerter Arm der Unternehmen bei der Automatisierung ihrer Produktion und Unterstützer bei der Transformation hin zur Industrie 4.0. Dass eine Venture-Capital-Größe wie Lightspeed unsere nächsten Schritte mit einer 39 Millionen Euro Finanzierungsrunde unterstützt, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind – und ist für uns alle zudem ein wahnsinniger Motivationsschub, unsere Lösungen auf das nächste Level zu bringen.“

Barrierearme App gegen Cyber-Mobbing geht online

Am 22.02.24 ist der internationale "Behaupte dich gegen Mobbing"-Tag. Aus diesem Anlass stellen wir eine besondere Initiative der Werkstätten in Berlin und klicksafe vor: die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Berlin e.V. (LAG WfbM Berlin) setzt sich für umfassende berufliche Teilhabe ein. Dazu zählen unter anderem auch Schulungen und Bildungsangebote zum Thema Gewaltprävention und Medien. Mit der „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ wurde nun in Kooperation mit der EU-Initiative klicksafe, die in Deutschland von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz koordiniert und gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW umgesetzt wird, ein Präventions- und Hilfsangebot geschaffen, das über die Werkstätten hinausgeht und sich an alle Menschen mit Beeinträchtigungen richtet.

Klicksafe hat zum Ziel, die Online-Kompetenz unterschiedlicher Zielgruppen zu fördern und hatte bereits eine App zum Thema Cybermobbing für Kinder und Jugendliche entwickelt. Für Erwachsene mit Beeinträchtigung gab es zuvor noch kein solches Angebot.

Die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“

Die App zeichnet sich durch einen besonders partizipativen Ansatz aus, der bereits bei ihrer Entwicklung begann. Eine Arbeitsgruppe, die aus Menschen mit Beeinträchtigungen bestand, erarbeitete sich das Thema Cyber-Mobbing über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg, entwickelte gemeinsam die Inhalte und realisierte die Umsetzung.

Begleitet wurden die Werkstattbeschäftigten von der Fachberatungsstelle Gewaltprävention, Mitarbeiter*innen aus den Sozialdiensten der Werkstätten, einem Gebärdensprachdolmetscher und einer Medienpädagogin. So wurde nicht nur ein hohes Maß an Partizipation der Zielgruppe erreicht, sondern auch ein überzeugendes Ergebnis erzielt.

Verständliche und barrierearme Gestaltung

Wichtig war dabei vor allem die verständliche und barrierearme Gestaltung der Inhalte. Alle Informationen und Erklärungen rund um das Thema digitale Gewalt sind in einfacher Sprache verfasst, darüber hinaus gibt es bildbasierte Anleitungen, die Schritt für Schritt zeigen, wie man Kontakte auf Social-Media-Plattformen blockieren, melden oder löschen kann. Ein wesentliches Element der „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ sind zudem Videos, in denen die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe selbst als Expert*innen auftreten. Dabei vermitteln sie in einfachen Worten oder Gebärdensprache wichtige Tipps, z.B. wie man einen Screenshot erstellt oder eine Anzeige bei einer Onlinewache macht.

Die Idee für dieses Projekt entstand aus den Erfahrungen der Fachberatungsstelle Gewaltprävention mit Werkstattbeschäftigten, die mit digitaler Gewalt konfrontiert wurden. Dabei sollte es nicht nur um einen verantwortungsbewussten Umgang, sondern um Aufklärungs- und Verhinderungsarbeit gegen Cyber-Mobbing gehen. Mithilfe von begleitenden Materialien für den Berufsbildungsbereich und anderen Angeboten kann die App deshalb auch zum Erwerb einer verbesserten Medienkompetenz der Zielgruppe genutzt werden.

Menschen mit Beeinträchtigung stärken

„Das Internet ist für alle ein wichtiger digitaler Raum. Auch Menschen mit Beeinträchtigungen nutzen ihn und begegnen dabei digitaler Gewalt. Umso wichtiger ist es, dass es entsprechende Unterstützungs- und medienpädagogische Angebote gibt. Die Erfahrungen der Werkstattbeschäftigten waren ausschlaggebend für die Themen dieser App. Mit der ‚Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App‘ stärken wir Menschen mit Beeinträchtigung. Besonders stolz sind wir auf die inklusive Arbeitsgruppe und die Protagonist*innen der Videos. Sie vermitteln dieses Thema als Expert*innen in eigener Sache und liefern ganz konkrete Tipps an die Hand, um sich gegen Angriffe im Internet zu wehren“, so Bettina Neuhaus Geschäftsführerin der LAG WfbM Berlin.

„Gerade, wenn es um Mobbing oder Hass im Netz geht, sind vulnerable Gruppen besonders betroffen. Wir freuen uns, dass wir hier einen Beitrag leisten können: mit unserer Expertise im Bereich Cyber-Mobbing sowie den Grundlagen der bereits erfolgreichen Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App für Jugendliche“, ergänzt Deborah Woldemichael, Leiterin von klicksafe.

Im ersten Schritt steht die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ ab sofort als iOS-Version für iPhone & Co. im App Store zum kostenlosen Download zur Verfügung. Eine Android-Version sowie begleitende Unterrichtsmaterialien für Bildungsveranstaltungen sollen zeitnah folgen.

Cyclize: Kunststoff-Recycling-Start-up erhält rund 5 Mio. Euro Seed-Finanzierung

Cyclize, das von Dominik Novakovic, Jan Stein, Maike Lambarth und Stephan Renninger gegründete ClimateTech Start-up aus Stuttgart, erhält eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,75 Mio. Euro. Als Spin-off der Universität Stuttgart hat Cyclize eine Technologie zur Defossilisierung der chemischen Industrie entwickelt, bei der gemischte Kunststoffabfälle und CO2 als Ausgangsmaterial verwendet werden, um Synthesegas herzustellen.

Dieses Synthesegas dient als Grundbaustein für höherwertige Chemikalien und wird zur Herstellung von Kunststoffen, Methanol, Wasserstoff und E-Fuels verwendet. Die von UVC Partners angeführte Finanzierungsrunde wird von High-Tech Gründerfonds (HTGF), Aurum Impact, UnternehmerTUM Funding for Innovators und weiteren Business Angels unterstützt.

Cyclize will die chemische Industrie revolutionieren. Durch den bisherigen Einsatz von Erdgas und Kohle werden die darin enthaltenen Kohlenstoffatome zur Herstellung von Synthesegas genutzt. Dieses Gas ist ein Basisbaustein der Chemieindustrie und Ausgangspunkt für essenzielle Produkte wie Kunststoffe, Schaumstoffe, Klebstoffe, Farben und viele mehr. Bei der Verwertung dieser Produkte werden 15 Prozent (IPCC) der globalen industriellen CO2-Emissionen verursacht.

Das Plasma-basierte Verfahren zur Herstellung von Synthesegas von Cyclize kann mühelos mit fossilem Synthesegas konkurrieren und setzt damit neue Maßstäbe, um fossile Ressourcen zu ersetzen. Für die langfristige Einhaltung der Klimaziele ist dies bedeutsam, denn andere Verfahren – etwa die Elektrolyse oder der Einsatz von Carbon Capture and Storage (CCS) – können den wachsenden Bedarf an CO2-neutralem Synthesegas allein nicht decken. Die Bewegung hin zu Netto-Null-Produktionen eröffnet neue Märkte und Cyclize ebnet der chemischen Industrie durch eine niedrigschwellige Lösung den Weg. Mit dem frischen Kapital will sich das Start-up der Skalierung der Technologie widmen. Testreihen mit Pilotkunden, die Synthesegas benötigen oder komplexe Abfallströme recyceln wollen, sind bereits in Planung.

“Mit unserem Verfahren setzen wir ein Signal für eine klimaneutrale Chemie. Durch unseren patentierten Cyclize-Prozess befähigen wir Chemieunternehmen, trotz steigender Energiepreise in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Cyclize-Plasma ist nicht nur die Zukunft der Chemieindustrie – es ist auch Innovator für die Kreislaufwirtschaft ”, sagt Maike Lambarth, Mitbegründerin und CEO von Cyclize.

Leadinvestorin Amanda Birkenholz sagt: “Die Cyclize-Technologie löst zwei große Probleme: Zum einen werden heute lediglich neun Prozent (OECD) des global produzierten Plastiks recycelt. Zudem wird dieses Plastik nicht weiter genutzt und landet auf Mülldeponien. Die darin enthaltene Energie kann Cyclize maßgeblich für den Reformierungsprozess nutzen, auch Strombedarf und Betriebskosten sinken. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Energiepreispolitik können sich Unternehmen mit Cyclize einen entscheidenden Vorsprung sichern und dabei einen Rohstoff nutzen, der bislang kaum in Anspruch genommen wird.”

Lernen von den alten Hasen: Gates statt Renner

Finanzchef24 hat 758 dt. Klein- und Kleinstunternehmer*innen befragt, mit wem sie gern mal einen Tag zusammenarbeiten würden. Wer hat das Rennen gemacht?

Ob milliardenschwere(r) Visionär*in, Tech-Genie oder renommierte(r) Sternekoch/-köchin: Mit welchem/welcher Star-Unternehmer*in würden hiesige Selbständige am liebsten einen Tag zusammenarbeiten, um von ihm oder ihr zu lernen? Finanzchef24 hat zum dritten Mal in einer Umfrage Kleinst- und Kleinunternehmer*innen um Antwort gebeten.

And the Winner is …

Platz eins geht erneut an den US-amerikanischen Multimilliardär und Philanthrop Bill Gates (22 Prozent). Der Gründer des globalen Onlineversandhändlers Amazon und drittreichster Mann der Welt, Jeff Bezos, rangiert mit 19 Prozent der abgegebenen Stimmen auf Platz zwei. Der renommierte deutsch-vietnamesische Küchenchef The Duc Ngo hat es mit 13 Prozent auf den dritten Platz geschafft.

„Viele wünschen sich als idealen Arbeitskollegen einen Team-Player mit Kompetenz. Da hiesige Kleinst- und Kleinunternehmer oftmals im selben Marktumfeld wie die Großen unterwegs sind, ähneln sich die Probleme“, kommentiert Payam Rezvanian, Mitglied der Geschäftsleitung bei Finanzchef24, mit Blick auf Zinswende, Konkurrenz aus Fernost, geopolitische Spannungen, Fachkräftemangel oder politische Unberechenbarkeit.

Lernen aus dem KI und Sextoy-Business

Die Frontfrau des Sexspielzeug-Versands Amorelie Lea-Sophie Cramer liegt mit 9,8 Prozent auf Platz vier. ChatGPT-Miterfinder und Tech-Genie Sam Altman erreicht mit 8,5 Prozent Platz fünf. Auf Platz sechs der Wunschliste mit knapp 8 Prozent folgt eine der erfolgreichsten und vor allem einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft: Tijen Onaran.

Als erster Milliardär im Weltraum schreibt der britische Unternehmer und Virgin-Gründer Richard Bransons Geschichte. Im Ranking erreicht er mit 6,8 Prozent den siebten Platz. Mit Meta-CEO Mark Zuckerberg wollen hingegen nur wenige arbeiten. Er landet mit 5,7 Prozent auf dem achten Platz, dicht gefolgt von dem französischen Luxus-Mogul Bernard Arnauld (5,2 Prozent). Das Schlusslicht bildet Hanno Renner: der Softwareentwickler des Münchner Start-Ups Personio. Mit 2,8 Prozent wird er auf den letzten Platz gewählt.

Unternehmerinnen setzen auf eine Frau als Wunschkandidatin

Genau wie im Vorjahr kommen bei der diesjährigen Umfrage geschlechterspezifisch deutliche Unterschiede zum Vorschein. Männer setzen auf die Expertise zweier alter Hasen und eines Newcomers. Bill Gates (24 Prozent), Jeff Bezos (20,6 Prozent) und Spitzenkoch The Duc Ngo (11,7 Prozent) bilden das Wunschtrio für Unternehmer-Männer. Im Vergleich dazu setzen Unternehmerinnen auf Selbstständigkeit, Innovation, Unabhängigkeit – und als erste Wahl auf eine Frau. Sie wählen die deutsche Unternehmerin und „Women´s Empowerment“ Aktivistin Tijen Onaran mit 17,8 Prozent auf die Spitzenposition. Erst knapp dahinter folgen der Philanthrop Bill Gates (17,4 Prozent) und Amazon-Mogul Bezos (15,4 Prozent).

Handel möchte mit Jeff Bezos arbeiten

Nicht nur bei den Geschlechtern gibt es Unterschiede, sondern auch zwischen den Branchen zeigen sich Tendenzen. Die Spitzenplatzierung von Bill Gates eint Dienstleistungs- (28 Prozent), Handwerks- bzw. Baubranche (23,3 Prozent) und Beratung (28 Prozent). Der Handel indes stimmt mit 27,3 Prozent ganz klar für Jeff Bezos als Wunschmitarbeiter. In der Beauty- und Lifestyle Branche muss sich der Amazon-Gründer seinen ersten Platz mit Tijen Onaran (17,2 Prozent) teilen. Die Gastronomen votieren klar für ihren Berufsgenossen: Hier steht Küchenchef the Duc Ngo mit 58,3 Prozent einsam an der Spitze der Wunschkandidaten. Doch auch in der Küche wähnen einige Optimierungspotential. Mit Abstand belegt Jeff Bezos hier den zweiten Platz (16,7 Prozent).

Übersicht: Platzierung gesamt

1. (21,7 Prozent): Bill Gates (Microsoft)

2. (18,7 Prozent): Jeff Bezos (Amazon)

3. (12,9 Prozent): The Duc Ngo (Spitzenkoch und Gastronom)

4. (9,8 Prozent): Lea-Sophie Cramer (Gründerin Amorelie)

5. (8,5 Prozent): Sam Altman (CEO von OpenAl)

6. (8 Prozent): Tijen Onaran („Digitale Pionierin“, Gründerin von Global Digital Women)

7. (6,8 Prozent): Richard Branson (Britischer Unternehmer)

8. (5,7 Prozent): Mark Zuckerberg (Meta Platforms früher Facebook)

9. (5,2 Prozent): Bernard Arnault (CEO von LVMH Moët Hennessy / Louis Vuitton)

10. (2,8 Prozent): Hanno Renner (Mitgründer und CEO von Personio)

HolyPoly: Mit rund 1 Mio. Euro auf dem Weg zum Scale-up

Mit fast einer Million Euro aus dem jüngsten Crowdinvesting will das 2021 von Johanna Bialek und Fridolin Pflüger gegründete Kunststoff-Recycling-Start-up HolyPoly gezielt auf die Suche nach neuen Talenten gehen und zum „Closed-Loop-Weltmeister“ werden.

HolyPoly ist ein gefragter Full-Service-Partner für Kunststoff-Recycling in der Industrie. Auch in Finanzdingen geht das Unternehmen neue Wege und finanziert die nächste Wachstumsetappe mit einem Crowdinvesting, das fast eine Million Euro einbrachte – für neue „Recycling-Talente“ und zur Internationalisierung.

Der Erfolg der Crowdinvesting-Premiere hat selbst die Optimisten bei HolyPoly überrascht: Nach nur zwei Wochen war das angepeilte Investitionsziel von 750.000 Euro in Sicht und das Funding-Limit konnte auf 1 Million Euro erhöht werden. Als die Kampagne im Januar 2024 endete, war selbst diese Marke fast erreicht. Weniger als 10.000 Euro fehlten schließlich an der magischen Summe. Das offizielle Endergebnis: 990.850 Euro.

„Mit diesem überwältigenden Erfolg starten wir sehr zuversichtlich ins Jahr 2024“, sagt HolyPoly CEO Fridolin Pflüger – „denn wir haben uns viel vorgenommen, besonders im Recruiting.“ Mit der Investitionssumme will man bei HolyPoly vor allem neue Talente akquirieren. „Wir haben schon jetzt mehr Projektanfragen auf der Liste als wir bewältigen können“, erklärt Pflüger den wachsenden Personalbedarf. „Unter den potenziellen Kunden finden sich etliche weltweit agierende Marken, die von unserer Expertise profitieren wollen. Darauf können wir nicht verzichten, wenn wir unsere Mission, Kunststoffrecycling selbstverständlich zu machen, wirklich ernst nehmen.“

Um diesem Ziel gerecht zu werden, stellt HolyPoly 2024 wichtige Weichen für eine Transformation. Der geplante Personalzuwachs von zehn bis 15 Prozent folgt dem Ziel, „vom Start-up zum ‘Scale-up’ zu werden“, wie es CEO Pflüger formuliert. Die Wachstumsstrategie zielt deshalb nicht nur auf die Personalgewinnung, sondern forciert auch die bereits angestoßene Internationalisierung im Kundenportfolio und die Umsetzung von Projekten mit wesentlich größeren Produktionsvolumen.

„Wir haben gezeigt, dass unsere Kreislaufprozesse für die Großserienproduktion bereit sind“, sagt Fridolin Pflüger selbstbewusst und geht davon aus, dass „HolyPoly Ende 2025 der Closed-Loop Weltmeister“ ist. Auch mittelfristig legt er die Messlatte für den Unternehmenserfolg hoch: Eine Million Tonnen hochwertiges Rezyklat will HolyPoly bis 2030 durch seine Kund*innenprojekte in hochwertige Kunststoffanwendungen überführen.

Wie wichtig industrielle Recyclinglösungen sind, haben viele Unternehmen verstanden. Sie sehen, dass eine weltweite Kunststoffrecyclingquote von nur 10 Prozent viel zu wenig ist. Namhafte Firmen wie Bosch, Mattel, NUK oder Lamy setzten deshalb heute schon auf die Expertise des HolyPoly-Teams. Mehr als 30 Mitarbeitende aus Bereichen wie Kunststofftechnik, Recycling, Chemie, IT, Design, Kommunikation, Recht, Logistik, Beratung und Nachhaltigkeit arbeiten daran, für diese Kund*innen smarte und zeitgemäße Recyclingprozesse für hochwertige Kunststoffprodukte zu entwickeln.

Die Unternehmenszahlen zeigen deutlich, dass HolyPoly sich erfolgreich in einem extrem dynamischen Wachstumsmarkt mit enormem Entwicklungspotenzial positioniert hat. Der Umsatz hat nach drei Jahren die Grenze von 1,5 Millionen Euro überschritten und die Prognose ist auch hier eindeutig: Wachstum! 54 Projekte hat das Unternehmen inzwischen abgeschlossen. Zu den Kund*innen in Deutschland und Europa kommen derzeit verstärkt auch große internationale Konzerne, die künftig einen erheblichen Beitrag zum Umsatzwachstum leisten werden.

FRAMEN: MediaTech-Scale-up sichert sich zweistelliges Mio. Investment

Das 2018 von Magdalena Pusch, Dimitri Gärtner, Alexander Gärtner und Sveatoslav Podobinschi gegründete FRAMEN ermöglicht die Ausspielung von Content auf allen handelsüblichen Screens im kommerziell genutzten Raum. So sollen Werbetreibende und Standortbetreiber leichter zueinander finden und passende Inhalte mit ihren Zielgruppen teilen.

FRAMEN gibt bekannt, dass die neueste Investitionsrunde erfolgreich abgeschlossen wurde. Axel Springer investiert weiter in die strategische Expansion von FRAMEN. Die frischen Mittel werden dazu verwendet, die Produktentwicklung zu intensivieren, die europäische Expansion zu beschleunigen und FRAMENs Ziel zu festigen, weiterhin an vorderster Front in der DOOH & CTV Branche mitzuspielen.

Hier gibt’s unsere StartingUp-Gründerstory über FRAMEN zum Nachlesen

Die internationale Relevanz von FRAMEN wurde erst kürzlich durch den internationalen Werbeverband IAB ausgezeichnet, der FRAMEN als einziges deutsches Unternehmen zu den Leading Playern in der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) zählt. Die Expansionen in Großbritannien und Frankreich sind mit eigenen Tochtergesellschaften bereits erfolgreich etabliert. FRAMEN setzt mit dem eigenen Inventar in über 24 Ländern und einer Reichweite von 200 Millionen Menschen auf eine taktische Expansion. Der Fokus liegt auf Ländern, in denen bereits Umsätze ohne lokal ansässige Teams erzielt wurden und in denen Partnerschaft-Inventare von Hotelketten und Coworking-Screen-Anbietern vorhanden sind.

Die Partnerschaft mit Axel Springer und der Zugang zu AI-Plattformen wie OpenAI sollen die Vision von FRAMEN stärken, Vorreiter und innovativer Player in der Branche zu sein. Das Unternehmen positioniert sich, um ein umfassendes Image- und Video-Studio für Content Management und Ads sowie ein geplantes Creator-Programm zu etablieren, um sowohl DOOH-, CTV- als auch Social Budgets zu bedienen.

„Wir schätzen die anhaltende Partnerschaft mit Axel Springer sehr und freuen uns über das Vertrauen, das sie nach wie vor in die Zukunft von FRAMEN setzen. Frankreich und Großbritannien haben sich erfolgreich etabliert auch deshalb, weil wir auf vielen Ebenen die Unterstützung aus dem Konzern haben“, sagt Dimitri Gärtner, CEO und Mitgründer von FRAMEN.

Gamechanger: Vorbildcharakter von Unternehmen

Eine aktuelle Studie der Uni Mannheim zeigt eindrucksvoll: Je sozialer das Unternehmen, desto ethischer das private Verhalten der Mitarbeitenden.

Wenn Unternehmen sich verstärkt in gesellschaftlichen und Umweltbelangen engagieren, wirkt sich das positiv auch auf das moralische Verhalten ihrer Mitarbeitenden außerhalb der Arbeit aus. Das haben Wirtschaftswissenschaftler*innen der Universität Mannheim in einer neuen Studie herausgefunden.

Unternehmen setzen im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility (CSR) – also der unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft – immer häufiger den Umweltschutz in den Fokus ihrer Bemühungen. Sie stellen beispielsweise ihre Dienstflotten auf E-Autos um, passen die Vorgaben für Dienstreisen an und animieren ihre Mitarbeitenden dazu, Energie und Papier zu sparen. Eine neue Studie am Lehrstuhl für Personalmanagement und Führung von Prof. Dr. Torsten Biemann belegt nun, dass die CSR-Aktivitäten einer Organisation im Umweltbereich direkte Auswirkungen auf das private Verhalten der Beschäftigten gegenüber der Gesellschaft haben: Agiert ein Unternehmen im Sinne der CSR, sind auch die Angestellten bereit, Spenden zu leisten und Freiwilligenarbeit zu übernehmen. Und umgekehrt: Betriebe, die kein nennenswertes CSR-Engagement vorzuweisen haben, bremsen die gesellschaftliche Initiative ihrer Angestellten aus. 

Wie sich CSR-Aktivitäten auf das Verhalten von Arbeitnehmenden auswirken, steht schon länger im Fokus von wissenschaftlichen Untersuchungen. Die Forschung beschränkte sich aber bislang meist auf das Verhalten der Menschen innerhalb ihres Arbeitsbereichs. „Dieser unternehmenszentrierte Fokus vernachlässigt das Potenzial von Organisationen, das private Sozial- und Umweltverhalten ihrer Mitarbeitenden zu verändern und damit zur Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen beizutragen“, sagt Dr. Irmela Koch-Bayram, die die Studie leitete. 

Auf Grundlage sozialpsychologischer Literatur über moralische Konsistenz und moralisches Gleichgewicht führten Koch-Bayram und Biemann drei Experimente durch. Ihr Ziel war es zu untersuchen, ob Mitarbeitende ihr privates prosoziales Verhalten auszugleichen versuchen. Das würde bedeuten, dass sie auf verstärkte CSR-Aktivitäten ihres Unternehmens mit geringerer Bereitschaft zum prosozialen Verhalten außerhalb der Arbeit reagieren, weil sie sich von dieser Aufgabe befreit fühlen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sprachen jedoch klar dagegen. Die Forschenden erklären die positiven Auswirkungen von umweltbezogener CSR teilweise durch die Stärkung der ökologischen Selbstidentität der Beschäftigten. „Unsere Erkenntnisse verdeutlichen, wie groß die ethische Verantwortung und wie wichtig der Vorbildcharakter von Organisationen ist. Andererseits wird deutlich, dass soziale Unverantwortung sogar einen gesellschaftlichen Schaden anrichten kann“, fasst Koch-Bayram zusammen.

Tipp zum Weiterlesen: Koch-Bayram, I., Biemann, T. (2024). How Corporate Social (Ir)Responsibility Influences Employees’ Private Prosocial Behaviour: An Experimental Study. Journal of Business Ethics.

BOX ID: 3,5 Mio. Euro für Münchner Software-Start-up

Das 2018 gegründete, auf intelligente und transparente Logistik und Lieferketten spezialisierte Software-Start-up BOX ID hat eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 3,5 Mio. Euro abgeschlossen.

Das auf intelligente und transparente Logistik und Lieferketten spezialisierte Software-Start-up BOX ID hat eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Mittel kommen neben Bayern Kapital unter anderem von KPN Ventures (Lead), dem High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Wille Finance AG sowie einem Konsortium erfahrener Business Angels. Bayern Kapital hatte sich erstmals 2018 an dem wachstumsstarken Unternehmen beteiligt.

Die weltweiten Produktions- und Lieferketten sind komplexer denn je. Zudem sind Industrieunternehmen angesichts zunehmenden Kostendrucks dazu angehalten, ihre globalen Warenströme zu optimieren und dabei Verluste und Versandfehler zu vermeiden. Sie wollen außerdem die Verfügbarkeit ihrer Produkte maximieren und gleichzeitig ihre Kosten und nicht zuletzt den ökologischen Fußabdruck ihrer Logistik reduzieren.

Echtzeit-Tracking und -management von Behältern, Gestellen und Co.

Für diese Herausforderungen bietet das 2018 in München gegründete Logistiksoftware-Unternehmen BOX ID eine Lösung. BOX ID hat eine Plattform für die IoT-basierte Steuerung von Behälterkreisläufen und zur Überwachung von Logistikprozessen entwickelt. Sie macht Waren- und Behälterflüsse ortsübergreifend abbildbar und erzeugt daraus verwertbare Steuerungsdaten für Logistikverantwortliche. Um das zukünftige Unternehmenswachstum noch weiter zu beschleunigen und langfristig mit der Technologie zusätzliche Geschäftsfelder in der Logistik erschließen zu können, hat BOX ID nun 3,5 Millionen Euro bei erfahrenen Investor*innen eingesammelt.

Prozesse und Logistik-Assets, wie zum Beispiel wiederverwendbare Behälterflotten, Kisten und Einzelsendungen, lassen sich mit der Software von BOX ID IoT-basiert gestalten, managen und optimieren – alles anhand von Echtzeitinformationen zu Aufenthaltsort und Zustand der Assets. Diese sind mit all ihren Daten in der Software erfasst und können darin beliebig gruppiert und gefiltert werden. So bringt BOX ID Transparenz und Kontrolle in komplexe, weltweite Lieferketten mit aus Millionen von Mehrwegtansportbehältern, Regalen, Racks oder Wechselbrücken.

Im Schnitt 20 Prozent weniger Umlaufzeiten und 95 Prozent weniger Schwund

Die Vorteile für die Kunden von BOX ID, die aktuell vor allem aus den Branchen Automotive, Glas/Fensterbau, Maschinenbau, Großhandel sowie aus der Logistikdienstleistung stammen, umfassen eine Reduzierung der Umlaufzeiten von Transportbehältern von durchschnittlich 20 Prozent, eine höhere Verfügbarkeit, reduzierten Behälterbedarf, geringere Kosten für Engpassversorgung und Ersatzverpackungen sowie eine deutliche Verringerung – bis zu 95 Prozent – des Schwundes in der Behälter- und Ladungsträgerflotte.

„Heutige Systeme zur logistischen Bestandsverfolgung haben wenig bis keinen Echtzeit-Prozesskontext. Sie erstellen Berichte, damit man am Ende analysieren kann, was falsch gelaufen ist“, erklärt BOX-ID-Co-Gründer und Geschäftsführer Dr. Wolfgang Vogl „Unsere Software überwacht ständig die Prozessausführung, um Fehler zu identifizieren und zu vermeiden, bevor diese überhaupt erst auftreten. Auf diese Weise verhindern wir Verschwendung entlang der gesamten Lieferkette für unsere Kunden, indem wir Echtzeitdatenströme automatisch mit den angestrebten Prozessen abgleichen. Die Reduzierung von Verlusten, Fehlmengen und fehlgeleiteten Artikeln optimiert dabei nicht nur die Verfügbarkeit, sondern hilft auch bei der Kosteneinsparung und Verbesserung des gesamten ökologischen Fußabdrucks von Lieferketten. So unterstützen wir unsere Kunden zusätzlich dabei, ihr Gesamtgeschäft umweltfreundlicher zu gestalten und tragen zum Kampf gegen den Klimawandel bei: Dementsprechend sind wir unseren Investoren sehr dankbar dafür, dass sie uns dabei unterstützen, unsere Lösung noch breiter in den Markt zu bringen.“

„Weltweit haben globale Industrie-Player mit immer stärkerem Effizienzdruck zu kämpfen. Die Digitalisierung der Lieferketten ist dabei einer der wichtigsten Transformationsfaktoren“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital. „BOX ID hat mit seiner innovativen SaaS-Lösung bereits namhafte Kunden überzeugen können und ist dabei erst am Anfang der Skalierung ihres Geschäftsmodells. Deshalb unterstützen wir das Unternehmen gerne bei seinen weiteren Wachstumsschritten.“

WAY: Berliner Tech-(Ausstatter-)Start-up sammelt 1,2 Mio. Euro ein

Das Berliner Start-up WAY hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 1,2 Mio. Euro eingesammelt. Mit dem Geld will das 2023 gegründete Start-up seinen neuen Service vorantreiben, der einfache und günstige Beschaffung von Laptops, Smartphones und Co. mit einer Plattform kombiniert, die manuelle IT-Aufgaben übernimmt.

Jonas Baum und Cedric Bals haben WAY Anfang 2023 gegründet. Bereits als IT-Werkstudent hatte Cedric festgestellt, wie überfordert traditionelle kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) mit ihrer IT waren. Später erlebte er genau die gleichen Probleme bei Start-ups und Scale-ups. So entstand die Idee zu WAY als smarte Lösung für IT-Probleme. Jonas und Cedric sind beide erfahrene Unternehmer, die zuvor sowohl VC-finanzierte als auch gebootstrappte Firmen erfolgreich gründeten.

IT für neue Mitarbeitende steht in weniger als 60 Sekunden

WAY entlastet alle unfreiwilligen IT-Manager wie Gründende, HR- oder Office-Manager*innen. Man mietet oder kauft die Geräte bei WAY; die Plattform übernimmt automatisch alle manuellen IT-Prozesse wie das Aufsetzen der Geräte, das Inventar, die Offboarding-Logistik und das Freischalten von Tool-Zugängen für Mitarbeitende.

Das Ausstatten neuer Mitarbeitenden mit einem Gerät und allen erforderlichen Tools dauert – so die Aussage von WAY – dank der Integrationen mit allen wichtigen HR-Tools, Slack und Microsoft Teams weniger als 60 Sekunden.

Der Service ist nicht nur auf kleinere Unternehmen beschränkt, sondern richtet sich auch an größere Organisationen mit bestehenden Geräteflotten. WAY bietet ein KI-gestütztes Tool für die schnelle und einfache Integration des IT-Inventars – ohne lästiges Hochladen von Excel-Tabellen.

Schluss mit dem berühmt-berüchtigten IT-Schmerz

WAY ist für viele Funktionen kostenlos. Add-ons ermöglichen einen höheren Grad an Automatisierung und Sicherheit. "Selbst technikaffine KMUs professionalisieren ihre IT oft viel zu spät, weil bestehende Lösungen zu teuer und für große Unternehmen mit einer eigenen IT-Abteilung gemacht sind”, sagt Mitgründer Jonas. “Unser Ziel ist es, dass alles von Anfang an richtig gemacht wird und kein Unternehmen je mehr den berühmt-berüchtigten IT-Schmerz fühlen muss."

Mit dem frischen Kapital wollen die Gründer ihre innovative Technologielösung weiter ausbauen. Die Runde angeführt hat der belgische VC-Fonds Pitchdrive, begleitet von IBB Ventures, FvS Investments und dem HR-VC allygatr. Daneben beteiligten sich auch namhafte SaaS-Angel-Investoren, darunter David Padilla, CEO des HR-Systems Kenjo, die Comatch-Gründer Jan Schächtele und Christoph Hardt, Joblift-CTO Denis Bauer oder Circus Kitchen-CTO Helge Plehn.

COLIPI: Hamburger DeepTech-Start-up schließt 1,8 Mio. Euro Seed-Finanzierung ab

Das 2022 von Philipp Arbter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers gegründete Start-up COLIPI entwickelt ein industriell-biotechnologisches Verfahren, welches klimaschädliches CO2 und kohlenstoffhaltige Industrieabfälle in Climate Oil umwandelt.

COLIPI: die "Brauerei für Öle"

Das 2022 gegründete Start-up, eine Ausgründung der Technischen Universität Hamburg, unterstützt durch das EXIST Forschungstransfer Programm (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) und das InnoRampUp Programm (IFB Innovationsstarter GmbH), revolutioniert die Art der Ölherstellung. COLIPI ist gewissermaßen eine Brauerei für Öle. Kohlenstoff wird aus der Luft gewonnen bzw. gefiltert statt aus dem Erdreich gepumpt. CO2-haltige Industrieabgase und organische Nebenströme, z.B. aus der Agrarindustrie, werden durch Mikroorganismen via Fermentationen in wertvolle Biomaterialien wie Climate Oil umgewandelt. Das Verfahren ist, gemessen am CO2-Fußabdruck und der Auswirkung auf die Artenvielfalt, nachhaltiger als Erdöl oder Palmöl. Es wird durch einen patentierten Bioprozess, eine Kombination aus einem speziell entwickelten Gas-Fermentationsbioreaktor und den weltweit schnellsten CO2-konsumierenden Bakterien, ermöglicht.

Industriepartner, die Produkte wie zum Beispiel Kosmetika auf Basis von Climate Oil anbieten, werden den Corporate CO2-Footprint deutlich reduzieren können. Die Gründer Philipp Arbeiter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers streben an, ab 2039 jährlich viele Millionen Tonnen Climate Oil pro Jahr zu produzieren und ein Vielfaches dessen an CO2 zu vermeiden. Das wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und damit zum Schutz der Menschheit.

Team vergrößern, Markt testen, Technik skalieren

Die nun abgeschlossene Seed-Finanzierung ist ein weiterer Meilenstein für das junge Unternehmen. Das Kapital wird genutzt, um das Team zu vergrößern, den Markt zusammen mit von Partnern hergestellten Produkten zu testen und die Technik zu skalieren.

Zu den Investor*innen gehören der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Innovationsstarter Fonds Hamburg (IFH), Nidobirds Ventures GmbH und Stefan De Loecker. Mit dem Investment kommt COLIPI ihrer Vision “Fermenting Renewable Carbon For Generational Life Quality” ein großes Stück näher.

“Wir glauben fest daran, dass unser Gas-Fermentations-Prozess ein Meilenstein für Bioprozesse darstellt, mit dem riesigen Potential, Biomaterialien wie Öle massenhaft zu günstigen Preisen und ohne umweltschädliche Einflüsse zu produzieren. Climate Oil soll eine klimaneutrale Alternative zu Palm- und Erdöl werden, die der Industrie hilft, Klimaziele leichter zu erreichen durch Reduktion von GHG Scope 3 und die Umwelt zu schützen. Mit Stefan De Loecker, HTGF, Innovationsstarter Fonds Hamburg und Nidobirds stehen wir zum Teil seit 2021 in regelmäßigen Austausch und freuen uns in ihnen die perfekten Partnerinnen für unsere nächsten Schritte gefunden zu haben”, kommentiert Maximilian Webers, Co-Founder & CEO von COLIPI.

Dr. Nik Raupp, Senior Investment Manager beim HTGF: „Die COLIPI-Gründer sind mit ihrer hohen technischen Kompetenz in der Biotechnologie und ihren wirklich innovativen Ansätzen zur nachhaltigen Lösung einer großen Herausforderung ein Paradebeispiel für das Potenzial der Bioökonomie.”

Dörte Bunge, Principal beim Innovationsstarter Fonds: „Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Team der COLIPI GmbH. Diese Technologie hat das Potenzial, ein Massenprodukt zu einem akzeptablen Preis zu ersetzen und kann damit einen wirklichen Impact erreichen.”

Prof. Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel, Präsident TU Hamburg: „Technologietransfer aus Universitäten erfolgt neben direkten Industriekooperationen, Veröffentlichungen, Patenten und Absolventen auch über Start-ups. Technologische Lösungen, wie von COLIPI entwickelt, werden benötigt, um den Klimawandel abzumildern. Wir freuen uns, dass wir als Gründerhochschule mit unserem Startup Port @ TUHH eine Reihe von erfolgreichen Startups in Green Technologies zur Gründung führen konnten. COLIPI gratulieren wir ganz herzlich zu dieser weiteren Förderung und begleiten sie gerne auf ihrem weiteren Weg!”

Stefan De Loecker: „Die Innovation von COLIPI kann einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas liefern, insbesondere weil auch die Wirtschaftlichkeit der Technologie attraktiv ist. Dieses Thema liegt mir seit Jahren sehr am Herzen und die Begeisterung des COLIPI Teams ist ansteckend.”

Nicholas Keuper, Geschäftsführer Nidobirds Ventures: “COLIPI passt strategisch genau zu unserer Value Investing-Philosophie. Für uns steht die Qualität des Gründerteams immer an erster Stelle, und dieses Team hat uns überzeugt.”

Customer Engagement Report 2024

Der aktuelle Report zeigt u.a.: Fast die Hälfte der Verbraucher*innen erwarten 24/7-Service und hohe Offenheit gegenüber KI-Tools für verbesserte Customer Experience. Hier gibt's alle Fakten im Überblick.

Vonage, Anbieter von Cloud-Kommunikationslösungen für Unternehmen und Tochtergesellschaft von Ericsson, veröffentlicht seinen Global Customer Engagement Report 2024. Der 12. Jahresbericht zum Thema Customer Engagement bietet einen Überblick über die Kommunikationspräferenzen von Kund*innen im Kontakt mit Unternehmen und zeigt neue Trends auf. Diese bestätigen die Notwendigkeit, die Kund*inneninteraktion mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) zu optimieren, eine durchgehende Betreuung über verschiedene Kommunikationskanäle hinweg zu gewährleisten und damit die Kund*innenbindung zu stärken.

Anrufe via Mobiltelefon ganz vorn bei Kommunikation mit Unternehmen

Den Studiendaten zufolge bevorzugen die Verbraucher*innen weltweit für ihre Kommunikation mit Unternehmen unterschiedliche Kanäle. Hierbei stehen Anrufe via Mobiltelefon (36 %), Messaging-Apps (31 %), Telefonanrufe über Apps (29 %) und E-Mail (29 %) ganz oben auf der Präferenzliste.

Was auffällt: Die Deutschen fallen bei fast allen Kanälen stark in den Nutzungszahlen zurück, nur Japan nutzt noch weniger Kommunikationsmethoden. Handy-Anrufe sind bei uns zwar auch auf Platz eins (27 %), gefolgt von E-Mail (26 %), Messaging-Apps (25 %) und Posts in den sozialen Medien (15 %). Anrufe via Apps bevorzugen allerdings nur 14 %, Chats via mobile Apps nur 10 % (international: 24 %) und Push-Nachrichten 12 % (international: 20 %). Die klassische SMS bildet mit 8 % das Schlusslicht (auch bei den Spaniern mit nur 5 %). Global präferieren 22 % der Nutzer*innen SMS, bei unseren französischen Nachbarn sind es sogar ganze 33 %.

Weniger als die Hälfte (42 %) der gesamt Befragten gab an, dass sie mit der Kommunikation „sehr zufrieden“ sind. In Deutschland sind es nur 33 %.

Zahlreiche Ärgernisse wurden von den Verbraucher*innen weltweit genannt, wie beispielsweise lange Wartezeiten auf ein Gespräch mit einem Mitarbeiter (63 %), keine Möglichkeit, mit dem Kund*innendienst per Voice-Nachricht/Telefon Kontakt aufzunehmen (59 %), keine 24-Stunden-Verfügbarkeit des Kund*innenservices (48 %) und fehlende Self-Service-Unterstützung (46 %).

Laut Bericht sind alarmierende zwei Drittel (74 %) der Kund*innen dazu bereit, aufgrund schlechter Erfahrungen den Anbieter zu wechseln. Für fast die Hälfte (46 %) von ihnen reichen schon ein oder zwei negative Vorfälle aus, um abzuspringen. Ein Blick nach Deutschland: hier würden 70 % aufgrund schlechter Erfahrungen wechseln, für 40 % genügen ein bis zwei Patzer.

Befragte sehen KI als Chance für Verbesserung der Customer Experience

Mit Tools wie KI-basierten virtuellen Assistenten sind Unternehmen besser gerüstet, um schnelle Lösungen bereitzustellen, frustrierende Kund*innenerlebnisse zu verringern und dem/der Nutzer*in letztlich ein spezifischeres, personalisiertes Erlebnis zu verschaffen. Die Befragung verdeutlicht, dass die Verbraucher*innen sich bereitwillig auf künstliche Intelligenz einlassen, um ihre Experience zu verbessern. Sie befürworten aktiv, dass die Unternehmen mehr KI-Lösungen einsetzen, um die Customer Experience zu verbessern: 61 % der gesamt Befragten sind positiv gestimmt (hingegen 46 % der Deutschen), 26 % sogar „sehr positiv“ (bei den Deutschen 15 %).

Zudem haben 80 % der Verbraucher*innen (67 % der Deutschen) in den letzten Monaten bereits mit mindestens einem KI-Tool Erfahrung gemacht. Darunter 38 % mit einer künstlich intelligenten Suchmaschine (23 % bei den Deutschen), 32 % mit KI-Chatbots (respektive 20 %), 29 % mit smarten Assistenten (respektive 25 %) und 29 % mit ChatGPT (respektive 24 % bei den Deutschen).

Positive Customer Experience schafft loyale Markenbotschafter*innen

56 % der Verbraucher*innen weltweit gaben an, dass sie dem Anbieter bei einem guten Service ein positives Feedback geben würden. 55 % sagten, dass sie positive Erfahrungen mit Freunden und Familie teilen – womit klar sein dürfte, dass solche Kund*innen wertvolle Markenbotschafter*innen sind. Obendrein berichteten mehr als die Hälfte (52 %) der Umfrageteilnehmenden, dass sie einer Marke, mit der sie gute Erfahrungen gemacht haben, treuer sind. Mehr als ein Drittel (36 %) geht sogar so weit, zusätzliche Produkte zu kaufen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Customer Support laut der Befragten sogar um 40 % verbessert, nur für 6 % verschlechtert. Für die deutschen Befragten um 30 %, beziehungsweise 10 %.

Stärkstes Potenzial für Kommunikation mit Unternehmen: Videochat und Chatbots

Den Antworten nach wird sich die Nutzung von Chatbots und Videochats innerhalb des nächsten Jahres mehr als verdoppeln. 10 % der Kund*innen weltweit kommunizieren bereits heute per Chatbots, und 23 % werden sie voraussichtlich in den nächsten sechs bis 12 Monaten verwenden. 13 % der Befragten gaben an, dass sie aktuell per Videochat mit den Anbietern sprechen. Bei 26 % wird dies wohl in den nächsten sechs bis 12 Monaten der Fall sein. Die Unternehmen sollten also diese beiden Kanäle im Auge behalten.

Über die Studie

Für die Global Customer Engagement Studie wurden weltweit mehr als 7.000 Kund*innen in 17 Ländern (darunter 405 deutsche Kund*innen) befragt. Die im Oktober und November 2023 durchgeführte Umfrage untersuchte die verschiedenen Kanäle, die Kund*innen im Kontakt mit Freund*innen und Familie, sowie Unternehmen und Dienstleistenden nutzen, darunter Voice, Messaging-Apps, E-Mail, soziale Medien und Chat. Die Studie befasste sich außerdem mit dem Nutzen von KI und eines exzellenten Kund*innenservice.

Den vollständigen Bericht gibt's hier