Wo leben die meisten Milliardärinnen?


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Ein Ergebnis der City-Index-Studie vorab: Deutschland beherbergt die weltweit dritthöchste Anzahl an Milliardärinnen.

Das und vielen mehr geht aus einer Studie von City Index zum Internationalen Frauentag hervor, die den Live-Milliardärs-Tracker von Forbes ausgewertet hat, um das Land mit den meisten weiblichen Milliardären zu finden.

Laut City Index haben die Vereinigten Staaten mit insgesamt 92 die meisten weiblichen Milliardäre der Welt, doppelt so viele wie China, das mit 46 an zweiter Stelle liegt. Die USA sind zwar die Heimat einiger der bekanntesten männlichen Milliardäre, aber vier der fünf reichsten Frauen der Welt, darunter die Walmart-Erbin Alice Walton, stammen ebenfalls aus den USA.

Deutschland liegt mit 32 Milliardärinnen an dritter Stelle, das ist etwas mehr als ein Drittel mehr als in den USA. Dazu gehören die deutsche Automobilerbin Susanne Klatten (27,58 Mrd. $) und die Familie von Francine von Finck (8,27 Mrd. $), Tochter des verstorbenen Milliardärs und Geschäftsmanns August von Finck jr.

An vierter Stelle steht das zweite europäische Land in der Rangliste, Italien, das 16 weibliche Milliardäre beherbergt, halb so viele wie das benachbarte Deutschland. Die Campari-Erbin Alessandra Garavoglia (3,44 Mrd. USD) und die ikonische Designerin Miuccia Prada (5,24 Mrd. USD) führen die Liste der italienischen Milliardärinnen an - ein Beweis für die Liebe des Landes zum Essen und zur Mode.

Australien, Indien und Hongkong liegen mit jeweils neun Milliardärinnen gleichauf auf dem fünften Platz. Obwohl jedes Land weniger als ein Zehntel der Zahl der weiblichen Milliardäre in den USA stellt, glänzen die Selfmade-Milliardäre dort. Die reichste Selfmade-Frau der Welt, die Hongkonger Tech-Mogulin Zhou Qunfei, hat ein Nettovermögen von 6,6 Milliarden Dollar, während die Canva-Mitbegründerin Melanie Perkins (Nettovermögen 3,62 Milliarden Dollar) aus Perth in Australien stammt. Die indische Geschäftsfrau und Politikerin Savitri Jindal und ihre Familie verfügen über ein Vermögen von 16,96 Milliarden Dollar und sind damit die reichste Frau Indiens.

Die Daten wurden im Februar 2023 erhoben.

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HTGF Opportunity Fonds startet mit 660 Mio. Euro für die Wachstumsphase

Mit dem zehnten Baustein des Zukunftsfonds setzt die Bundesregierung eine weitere Maßnahme ihrer Start-up-Strategie um und stärkt so den Start-up-Standort Deutschland.

Der Zukunftsfonds des Bundes hat zum Ziel, die Wachstumskapitalfinanzierung bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus deutlich auszubauen – durch öffentliche Mittel, die stets gemeinsam mit privatem Kapital investiert werden. Durch die verschiedenen Bausteine des Zukunftsfonds profitieren insbesondere Start-ups in der Wachstumsphase mit hohem Kapitalbedarf. Durch zusätzliche Mittel aus dem ERP-Sondervermögen, vom EIF, von der KfW/KfW Capital und insbesondere von privaten Investoren wird substanziell zusätzliches Kapital gehebelt. KfW Capital koordiniert im Auftrag des Bundes den Zukunftsfonds in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und dem Bundesministerium der Finanzen. Bislang sind bereits zehn Bausteine des Zukunftsfonds (inkl. des HTGF Opportunity-Fonds) mit einem Gesamtvolumen von mehr als 10 Mrd. Euro umgesetzt; weitere Bausteine in Höhe von 1,75 Mrd. EUR sind in Vorbereitung.

HTGF Opportunity Fonds als zehnter Baustein des Zukunftsfonds

Die deutsche Bundesregierung verstärkt mit dem zehnten Baustein des Zukunftsfonds ihr Engagement im Bereich der Wachstumsfinanzierung und setzt eine weitere Maßnahme der Start-up-Strategie um. Sie stellt dafür Mittel aus dem Zukunftsfonds sowie dem ERP-Sondervermögen zur Verfügung. Die privaten Fonds-Investoren der vier Frühphasenfonds des HTGF werden die Möglichkeit erhalten, sich über einen separaten Fonds an dieser Initiative zu beteiligen. Der HTGF Opportunity Fonds startet mit einem Fondsvolumen von 660 Millionen Euro

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz: „Seit der Initiierung durch das BMWK im Jahr 2005 hat der High-Tech Gründerfonds über 750 Gründungsteams finanziert und so einen erheblichen Beitrag zur Belebung der deutschen Start-up-Szene geleistet. Nun wird ihm mit Hilfe des Zukunftsfonds ermöglicht, die Besten auch in späteren Finanzierungsrunden über den HTGF Opportunity mit zusätzlichen Millionen Euro zielgerichtet zu unterstützen. Dies ist ein zentraler Baustein unserer Start-up-Strategie und ein weiterer wichtiger Impuls für den gesamten Start-up Standort Deutschland.“

Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen: „Deutschlands Gründerinnen und Gründer sind der Motor für künftiges Wachstum. Sie prägen unsere Innovationskraft und schaffen neue Arbeitsplätze. Umso mehr freue ich mich, dass es uns mit dem HTGF Opportunity Fonds gelingt, ausgewählte Unternehmen nun auch in späteren Wachstumsphasen mit großen Finanzierungssummen zu unterstützen. Nur wenn wir es schaffen, vermehrt privates Kapital zu mobilisieren, verbessern sich die Finanzierungsbedingungen für Start-ups in Deutschland nachhaltig. Es liegt an uns, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen, um die Wirtschaftswende zu schaffen und sicherzustellen, dass wachsende und aufstrebende Unternehmen sich langfristig in Deutschland ansiedeln.“

Dr. Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des HTGF: „Mit dem HTGF Opportunity Fonds wird es uns gelingen, den allerbesten HTGF-Portfoliounternehmen die Mittel zur Verfügung zu stellen, um deutlich größer zu werden und marktführende Positionen zu erreichen. Idealerweise erreichen sie dann eine Größe, die es ihnen ermöglicht, über Börsengänge als neue unabhängige Unternehmen weiter zu wachsen. Aus dem sehr erfolgreichen HTGF-Portfolio und deutschen Start-up-Ökosystem müssen und werden mehr internationale Champions entstehen. Wir danken unseren Fondsinvestoren für das Vertrauen.“

Later-Stage-Finanzierungsrunden bedarfsgerecht vergrößern

Ziel des HTGF Opportunity Fonds ist es, das Volumen von Later-Stage-Finanzierungsrunden bedarfsgerecht zu vergrößern; denn gerade bei Wachstumsfinanzierungen besteht in Deutschland im Vergleich zu anderen Nationen wie etwa den USA ein erheblicher Rückstand.  Der HTGF kann mit dem neuen Fonds in der Regel bis zu 30 Millionen Euro, in Ausnahmefällen auch bis zu 50 Millionen Euro in ausgewählte Portfolio-Unternehmen investieren. Dabei finanziert er stets gemeinsam mit einem oder mehreren privaten Investoren. Der HTGF Opportunity Fonds ist dabei voll in die bestehende Struktur des HTGF integriert. Das Management übernehmen als Chief Investment Officers Dr. Ulrich Schmitt, Partner beim HTGF, und Dr. Anke Caßing, Principal beim HTGF.

Cognigy: 100 Mio. US-Dollar für Düsseldorfer KI-Plattform

Das 2016 von Philipp Heltewig, Sascha Poggemann und Benjamin Mayr in Düsseldorf gegründete Cognigy ist ein weltweiter Anbieter von KI-Agenten und hat eine Series-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Mio. US-Dollar erfolgreich abgeschlossen.

Angeführt wurde die Runde von Lead-Investor Eurazeo, zudem haben sich unter anderem die Bestandsinvestoren Insight Partners, DTCP und DN Capital erneut engagiert. Die neuen Mittel sollen das Wachstum und den Ausbau der Technologieführerschaft von einem der deutschen Top-KI-Unternehmen weiter beschleunigen.

Cognigy bietet eine marktführende KI-Plattform, mit der Unternehmen KI-Agenten für ihren Kund*innenservice entwickeln, betreiben und deren Performance analysieren können. Große Marken wie die Lufthansa Group, Toyota, Mercedes Benz, Bosch, Henkel, ERGO, E.ON oder Mister Spex nutzen Cognigy, um ihren Kund*innen jederzeit personalisierten, sprachen- und kanalübergreifenden Support anbieten zu können.

Die KI-Agenten von Cognigy vereinen Generative AI und Conversational AI: Sie können mit natürlicher Sprache tausende Serviceanfragen zeitgleich entgegennehmen und Kund*innenanliegen autonom bearbeiten. Die Automatisierung von Standardanfragen ermöglicht es menschlichen Mitarbeitenden im Kund*innendienst und in Call-Centern, sich auf die komplexeren Anfragen zu konzentrieren und für sie individuelle Lösungen zu finden. Während dieser anspruchsvolleren Konversationen übernehmen die Cognigy-KI-Agenten die Rolle des Copiloten, indem sie den menschlichen Support-Mitarbeitenden während des Telefonats oder des Chats in Echtzeit hilfreiche Beratungsinformationen und Kontext für das Gespräch zur Verfügung stellen. Am Ende bearbeiten die KI-Agenten die Interaktion vollständig automatisiert nach. Damit bietet Cognigy Unternehmen schon heute eine konkrete, wertschöpfende Anwendung von künstlicher Intelligenz zur Steigerung von Effizienz und Kund*innenzufriedenheit.

Starkes Momentum in globalem Wachstumsmarkt

Wie groß die Nachfrage nach KI-basierten Lösungen im Kund*innenservice ist, zeigt das über Jahre dreistellige Wachstum von Cognigy. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden laut Angaben des Unternehmens auf der Cognigy-Plattform Hunderte Millionen von Interaktionen abgewickelt. Laut Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wird sich der Markt für Conversational AI bis zum Jahr 2032 von 8,2 Milliarden US-Dollar (2023) auf 36 Milliarden US-Dollar fast vervierfachen.

Um seine führende Rolle in diesem Zukunftssektor weiter auszubauen, plant Cognigy die neuen finanziellen Mittel in die Beschleunigung seiner globalen Expansion sowie in die Weiterentwicklung seiner Technologien im Bereich Conversational AI und Generative AI zu investieren, um künftig noch leistungsfähigere Kund*innenservice-Lösungen mit konkretem Mehrwert anzubieten.

„Vor wenigen Jahren war KI noch ein Buzzword. Heute sind Lösungen wie unsere Teil einer völlig neuen Bewegung. KI-Agenten sind bei unseren Kunden schon heute Teil der Workforce. Die einstige Science-Fiction von künstlicher Intelligenz ist damit längst in der Business-Welt angekommen“, sagt Philipp Heltewig, Co-Gründer und CEO von Cognigy. „Gerade im Kundenservice ist das Automatisierungspotenzial immens. Branchenübergreifend erkennen Mega-Brands weltweit zunehmend ihren Bedarf an skalierbaren Lösungen für effiziente und personalisierte Kundeninteraktionen. Cognigy bietet ihnen genau das: Unsere KI-Agenten können zahlreiche Standardanfragen automatisiert zeitgleich lösen und gleichzeitig durch Leistungsfähigkeit und Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit die Kundenzufriedenheit und -bindung deutlich verbessern. Die Finanzierungsrunde versetzt uns in die Lage, dieses Marktmomentum voll zu nutzen, unsere globale Präsenz auszubauen und gleichzeitig unsere Plattform weiter zu optimieren.“

„Wahlverlierer ist die EU selbst“

Das durch die EU-Wahl ausgelöste Gewitter tobt sich in vollen Zügen aus. Wichtig erscheint es, die (EU-weiten) Ergebnisse jenseits nationaler politischer Scheuklappen zu analysieren und klare Folgerungen zu ziehen. Dazu haben wir einige Statements angesehener Player aus der Wirtschaft eingefangen.

Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verband e.V.

„Die Europawahl ist entscheidend, um die Richtung der Europäischen Union für die kommenden fünf Jahre zu bestimmen. Deshalb freue ich mich sehr über die für eine Europawahl hohe Wahlbeteiligung. Der hohe Stimmenanteil für populistische Parteien ist absolut erschreckend und zeigt, was für destruktive Kräfte auf unsere Demokratien wirken. Vermeintlich leichte Lösungen gibt es in unserer Welt nicht. Ein zersplitterter Kontinent würde in der Bedeutungslosigkeit versinken – deshalb ist für mich klar: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa.“

Mehr Europa dürfe aber nicht mehr Auflagen und Bürokratie bedeuten. Es müsse darum gehen, den Rahmen für Innovation und Wachstum klug zu setzen. „Im Fokus muss die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit stehen. Für Start-ups und Scale-ups ist es wichtig, dass die Kapitalmarktunion in den nächsten Monaten vorangetrieben wird. Nur mit attraktiven Exit-Kanälen und einem dynamischen Kapitalmarkt wird es gelingen, dauerhaft ein starker Startup-Standort zu sein“, so Pausder weiter.

„Mit einem offenen, liquiden Kapitalmarkt steigern wir die Attraktivität der EU als Finanzplatz, verbessern unser Wachstumspotenzial und schaffen mehr rentable Investitionsmöglichkeiten. Ohne stärkere Investitionen in Innovationen verliert Europa technologisch den Anschluss an die USA und China und verbaut sich seine Wachstumsperspektiven.“

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)

„Die Europawahlen bedeuten eine Schwächung und weitere Polarisierung Europas. Rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien haben deutlich gewonnen, in Frankreich löst dies gar Neuwahlen aus. Pro-europäische Parteien und Positionen wurden empfindlich geschwächt. Die entscheidende Frage für die Zukunft Europas wird es sein, ob die Konservativen als stärkste Fraktion weiterhin ausschließlich mit Sozialdemokraten und Liberalen kooperieren werden, oder ob sie in Zukunft auch punktuell mit Parteien am rechten Rand gemeinsame Sache machen. Die Ergebnisse der Europawahlen werden den Wirtschaftsstandort Europa schwächen und dürften für Europa ein weiterer Nachteil im Wettbewerb gegenüber China und den USA bedeuten. Die Chancen einer Vollendung des Binnenmarktes, einer gemeinsamen Industriepolitik und Verteidigungspolitik sowie eine Fortsetzung des Green New Deals haben sich durch diese Wahlen deutlich verschlechtert. Ich erwarte zunehmend nationale Alleingänge – so wie dies die Bundesregierung bereits in den letzten beiden Jahren allzu häufig schon getan hat. Dies wird es China und den USA noch leichter machen, europäische Länder gegeneinander auszuspielen. Deutschland wird zu den größten Verlierern eines gespaltenen Europas gehören, denn die deutsche Wirtschaft hat im globalen Wettbewerb gegenüber China und den USA besonders viel zu verlieren.“

Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident

„Verlierer der Wahlen zum Europäischen Parlament sind weniger die Grünen, es ist vielmehr die EU selbst. Parteien, die der EU besonders kritisch bis klar ablehnend gegenüberstehen, verzeichnen europaweit die größten Zuwächse und bringen in Sachsen sogar die absolute Mehrheit der Wählerinnen und Wähler hinter sich. Eine Rückkehr zum Tagesgeschäft sollte sich nicht nur in Frankreich und Belgien ausschließen, sie verbietet sich auch in Deutschland. In 15 Monaten finden Bundestagswahlen statt. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, dass sie handlungswillig und handlungsfähig ist. Problemlösungskompetenz und Bürgernähe sind gefragt. Die Stärkung der Wirtschaft, die Modernisierung des Staats und eine leistungsfähige Verwaltung gehören neben der Förderung gesellschaftlichen Zusammenhalts ganz oben auf die politische Agenda. Digitale Technologien sind hier zumindest Teil, oft sogar Kern der Lösung. Auch für die Bundesregierung gilt: Digitalisierung ist eine riesige Chance, sie entfaltet Wirkungen, die unmittelbar bei den Menschen ankommen. Die Bundesregierung sollte jetzt alles auf die digitale Karte setzen.“

Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer, VDMA

„Wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen uns in Europa stark und schnell aufstellen. Das bedeutet: Die europäischen Parteien sollten sich zeitnah einigen, eine Koalition der Mitte bilden und ihren Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten festlegen, damit die nächste Europäische Kommission sich zusammenfinden und mit der Arbeit beginnen kann. Auch die Mitgliedstaaten sind aufgerufen, die Handlungsfähigkeit der EU nationalen Interessen unterzuordnen. Insbesondere die Entwicklungen in Frankreich dürfen nicht zu einer Blockade führen. Klar ist, dass die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie ganz oben auf der strategischen Agenda der EU für die nächsten fünf Jahre stehen muss. Weniger und gleichzeitig bessere Regulierung und mehr Vertrauen in das Unternehmertun sollten dabei die Leitlinie sein. Der Zulauf an Stimmen für die rechtsextremen Parteien in Europa besorgt. Die Stärkung von politischen Gruppierungen, die Freiheit, Wohlstand und Frieden in Europa eher gefährden als fördern, ist ein alarmierendes Zeichen. Diese Entwicklung ist weder im Interesse der Wirtschaft und der Bürgerinnen und Bürger noch der Politik. Mehr Überzeugungsarbeit ist gefragt – auch von uns –, um europäische Werte in der Öffentlichkeit zu verankern.“

Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)

„Europa braucht jetzt zügig einen Wachstumsplan. Europa muss handlungsfähig bleiben. Es ist gut, dass die proeuropäischen Parteien im Europäischen Parlament weiterhin klar in der Mehrheit sind. Die Mitglieder des EU-Parlaments müssen jetzt Verantwortung übernehmen und sich zügig auf eine starke Führungsmannschaft mit einem Wachstumsplan für Europa einigen. Der Zuwachs an rechtspopulistischen Abgeordneten ist ein besorgniserregendes Signal. Damit schwindet der Anteil derjenigen, die wie wir Europa gestalten und stärken wollen. Europafeindliche Parteien gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unseren Wohlstand.“

Heike Vesper, WWF-Vorständin für Politik & Transformation

„Die demokratischen Parteien sollten das Ergebnis der Europawahl als Aufforderung verstehen: Der Wahlkampf ist vorbei, jetzt müssen sie gemeinsam an den Lösungen der Zukunftsfragen arbeiten. Die vielfältigen Sicherheits-, Klima-, Energie- und Naturkrisen haben sich nicht über Nacht gelöst. Die Union muss nach den Europawahlen jetzt Verantwortung übernehmen. Es ist tragisch, dass populistische und rechtsextreme Parteien überall in Europa Zulauf haben, obwohl sie keine Antworten auf die drängendsten Zukunftsfragen haben. Als Wahlsieger in Deutschland und auf europäischer Ebene steht die Union in der Verantwortung, nun verlässlich die demokratische Zusammenarbeit an Lösungen zu organisieren. Dafür muss sich aber klar von den populistischen und rechtsextremen Kräften abgrenzen und diese nicht bei Zukunftsfragen als Mehrheitsbeschaffer in den Blick nehmen. Die größte Aufgabe bleibt: Wenn wir unsere Wirtschaft nicht klimaneutral und ressourcenschonend umbauen, werden wir im internationalen Wettbewerb zurückfallen. Wir setzen unseren Wohlstand aufs Spiel. Klima- und Naturschutz sichern unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Europa. Der Green Deal bleibt eine zentrale Aufgabe für die nächste EU-Legislatur. Unabhängig von der gestrigen Wahl zeigen aktuelle Umfragen, dass für die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer Umweltfragen eine zentrale Bedeutung für ihr tägliches Leben haben. Und mehr als vier von fünf stimmen zu, dass EU-Rechtsvorschriften notwendig sind, um Klima und Natur in ihrem Land zu schützen. Angesichts der vielfältigen Krisen sind die Menschen stark verunsichert. Rechtspopulisten machen sich diese Verunsicherung der Menschen zunutze. Deshalb ist es wichtig, dass die weitere EU-Politik die Menschen mitnimmt und sozial absichert. Das steht dick unterstrichen im Hausaufgabenheft der demokratischen Parteien für die nächste Legislaturperiode. Auch weil frühere Regierungen die Lösung dieser drängenden Probleme über lange Zeiten verschleppt haben. Jeder, der verspricht, dass wir es nur so wie ‚früher' machen müssen, trägt nicht zur Lösung bei.“

Gründer*in der Woche: Viride - Algen als Commodity-Produkt

2021 haben Stefan Schmid und David Plischke ihr Start-up Viride gegründet. Seither treiben die beiden in der Sahara die Produktion von Mikroalgen im Salzwasser voran, bringen damit zugleich den Klimaschutz weiter und helfen, CO2 einzusparen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Stefan.

Auf eurer Website ist zu lesen: „Algen steht eine große Zukunft bevor.“ Was ist damit konkret gemeint?

Ja, das stimmt. Wir bei Viride sind tatsächlich davon überzeugt, dass die Zeit reif ist für Algen. Mikroalgen gibt es schon seit Ewigkeiten, sie gehören zu den ersten Lebewesen, die diese Welt bevölkert haben. Auch Makroalgen kennen wir schon lange, heute werden sie vor allem in der asiatischen Küche eingesetzt. Aufgrund steigender Temperaturen und vermehrter Dürren verursacht durch den Klimawandel gibt es nun immer größeren Bedarf, Mikroalgen im Salzwasser zu produzieren und somit eine klimaresiliente Möglichkeit zur Erzeugung pflanzlicher Proteine und Öle zu schaffen. Wenn man diese Option zu Ende denkt, dann gelangt man zu Algenplantagen, die wie Landwirtschaft funktionieren. Wir sind überzeugt, dass sich das Produktionsvolumen von Mikroalgen so von wenigen 10-Tausend Tonnen pro Jahr auf viele Millionen Tonnen steigern wird.

Worin liegt somit der größte Wert von Algen? In ihren Anwendungsmöglichkeiten und/oder ihren Eigenschaften?

Genau darum geht es, Algen haben aufgrund ihrer Inhaltsstoffe vielseitige Anwendungsmöglichkeiten. Heute sind die Produkte aus Algen häufig hochpreisig, als Endkund*in kennt man Algen zum Beispiel aus veganen Omega-3 Kapseln, die man als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt. Im B2B-Bereich werden Algen häufig auch als natürlicher Farbstoff für die Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Tatsächlich ist ihr Anwendungsbereich aber noch viel größer. Mikroalgen können vom Farbpigment über Pharmaprodukte bis hin zu Futtermitteln für Fische oder sogar CO2-neutralen Kraftstoffen in sehr viele Produkte verwandelt werden. Der Grund ist einfach: Mikroalgen enthalten vor allem wertvolle Pigmente, pflanzliche Proteine sowie – je nach Alge – einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Wenn man die Zellen öffnet und die jeweiligen Produkte isoliert, kann eine Algenzelle verschiedene Kundengruppen und Einsatzzwecke bedienen.

Nun zu eurem Start-up: Wann und wie bist du zusammen mit deinem Mitgründer David auf die Idee zu Viride bzw. zum Algenzüchten gekommen?

David und ich sind begeisterte Skifahrer. Leider steckten wir mitten in Corona-Pandemie in einem Stau auf der Autobahn fest. Aus Interesse und mit den Reflexen von Unternehmensberatern, die wir damals waren, fingen wir an, Autos zu zählen, Kraftstoffmengen und CO2-Ausstöße zu berechnen und wir kamen zu der Erkenntnis, dass alle Flächen der Welt nicht ausreichen würden, um durch die Aufforstung mit Bäumen den CO2-Ausstoß unserer Welt zu neutralisieren. Da war für uns die Lösung klar: Wir brauchen eine bessere Technologie als Bäume, um Kohlenstoff zu binden. Wie wäre es mit Algen? Diese wachsen schließlich exponentiell, brauchen kein Frischwasser und können auch dort wachsen, wo heute nichts steht: In den Wüsten dieser Welt, soweit sie sich in Meeresnähe befinden oder anderweitig Zugang zu Salzwasser haben. Und so ging es los: Direkt nach dem Skiwochenende fingen wir an, in Marokko Testbecken für eine Algenproduktion zu errichten.

Was waren dann die wichtigsten Steps bzw. größten Herausforderungen von der Viride-Gründung bis zum Start der Algenfarm in Marokko?

Das Wichtigste war, vor Ort anzufangen. Natürlich hatten wir Business Cases gerechnet, aber niemand konnte uns sagen, welche Algen wir lokal finden würden und wie sich diese in offenen Becken im Jahresverlauf verhalten würden. Hier war erst einmal Grundlagenforschung angesagt. Im Laufe der Zeit stellte sich dann heraus, was funktionierte und was nicht. Dann folgte der Aufbau unserer Pilotanlage mit einer Größe von 10.000 qm, was ein wirklich großer Meilenstein für uns war. Aus heutiger Sicht war das aber nur der Beginn einer weiteren Reise, denn eine Algenproduktion aufbauen und sie zu betreiben, sind zwei Paar Schuhe! Seither haben wir riesige Sprünge gemacht im Management unserer Pilotfarm, der Algenernte und der Instandhaltung. Denn man darf nicht vergessen: Wir sind mitten in der Sahara, ohne Frischwasser- oder Stromanschluss, einzig auf unsere Solaranlagen angewiesen. Und Algenzucht in der Wüste bedeutet natürlich auch, viel Salzwasser zu bewegen. Das musste alles gelernt und optimiert werden.

Was ist das Besondere an Viride und wie unterscheidet ihr euch von anderen Algenzüchter*innen, bspw. jenen, die in Deutschland produzieren?

Wir sehen die Algenproduktion als Landwirtschaft auf höchstem Qualitätsniveau. Um wirklich große Volumen zu erreichen, dürfen Algen nicht nur teures Luxusprodukt sein, sondern müssen auch massentauglich werden. Dafür sind große Produktionsmengen nötig, aber auch wettbewerbsfähige Preise im Vergleich zu weniger nachhaltigen Alternativprodukten wie Soja oder Palmöl. Daran arbeitet Viride intensiv. Hierbei setzen wir auf Photosynthese statt auf Fermentierung, wir setzen auf Fläche statt auf maximale Produktivität auf kleinem Raum. Im Kern nutzen wir die lokalen Vorteile, die uns eine warme Wüste in Meeresnähe gibt, während Algenzüchter*innen in nördlicheren Breiten ihre Produktion auf wenig Platz, kalte Winter, wenig natürlichem Licht, dafür aber auf den stärkeren Einsatz von Technik optimieren. Letztendlich streben wir in unserem Geschäftsmodell niedrigere Cap-Ex, niedrigere Op-Ex und niedrigere Emissionen bei gleichzeitiger Skalierbarkeit an.

Wer sind eure Kund*innen?

Stand heute sind wir Pre-Revenue, was sich aber in Kürze ändern wird. Unsere Kund*innen stammen vor allem aus der Nahrungsergänzungsindustrie, aber wir sprechen auch intensiv mit Zulieferern von natürlichen Farbstoffen in der Lebensmittelindustrie. Anfragen erreichen uns dabei nicht nur aus Deutschland oder Europa. Auch Kund*innen aus Indien und den USA haben regelmäßig Anfragen, denn in Summe gibt es immer noch viel zu wenige Anbieter für viele Algenprodukte – vor allem in den dunkleren, kühleren Wintermonaten.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Tja, wir haben den Gürtel enger geschnallt. Uns selbst haben wir bisher über Ersparnisse finanziert, den Aufbau der Firma und die Bezahlung unserer Mitarbeiter*innen konnten wir bisher maßgeblich durch Nachrangdarlehen stemmen. Dieser kombinierte Boot-Strapping und Crowdfunding-Ansatz kommt allerdings an Grenzen, weshalb wir nun froh sind, erfolgreich eine Seed Equity Runde durchgeführt zu haben.

Aktuell bietet ihr zwei spannende Investment-Optionen für alle, die euch unterstützen wollen, an. Bitte erkläre doch kurz, was genau ihr Investor*innen bietet?

Korrekt, wir sind immer froh, wenn wir Personen kennenlernen, die sich wie wir für Nachhaltigkeit durch Algen begeistern und auch gerne in unser Geschäftsmodell investieren möchten. Da natürlich nicht jede(r) über dasselbe Portmonee verfügt, haben wir zwei Optionen. Bereits ab 100 Euro haben wir Projekte, die wir mit Crowdfunding finanzieren. Hier geht es oft um einzelne Maschinen oder den Aufbau von Becken. Die Investor*innen profitieren hier von einem attraktiven Zinssatz. Für Business Angels ab 50.000 Euro bieten wir die Möglichkeit, sich über Wandeldarlehen direkt an der Viride GmbH zu beteiligen. Die nächste Wandlung ist zur Series A.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Steps nach den Investment-Kampagnen?

Umsatz und Volumen. Unser kurzfristiges Ziel ist es, Algen aus Marokko in die EU zu exportieren und die versprochene Qualität kontinuierlich zu liefern. Extrem relevant ist zudem, dass wir uns auf Nachhaltigkeit zertifizieren lassen. Den CO2-Footprint über den gesamten Lebenszyklus unserer Algen zu messen und immer weiter zu optimieren ist nicht nur strategisch für uns sehr wichtig, es ist zunehmend auch der Maßstab, mit dem der Einkauf unserer Kunden die Produkte bewertet. Jenseits der Regulatorik und der Betriebswirtschaft steht zudem der weitere Ausbau unsere Produktportfolios im Vordergrund.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Für mich persönlich ist das Netzwerken ein echter Game Changer. Man kann keine Schlacht alleine gewinnen. David und ich sind ein super Team. Aber ein Unternehmen ist viel mehr als die Gründer. Man sollte offen sein für Partnerschaften und Kooperationen. Ideen von außen und Feedback sind immer gut. Lasst euch von Investor*innen kritisch hinterfragen – aber nicht vom Weg abbringen. Mit vielen Menschen zu sprechen und die besten davon auf die Reise mitzunehmen, hat uns bisher viel geholfen!

Hier geht's zu Viride

Das Interview führte Hans Luthardt

Aspiring Entrepreneurship 2024 Report

Der internationale Report zeigt u.a., dass Unternehmer*innen in Deutschland trotz erheblicher finanzieller und regulatorischer Herausforderungen bemerkenswert resilient sind und dass die junge Generation starkes Interesse am Gründen zeigt. Hier gibt's die wichtigsten Ergebnisse für Deutschland.

Hohe Risikobereitschaft trotz Misserfolge

Unternehmer*innen in Deutschland zeigen eine beeindruckende Risikobereitschaft: Mit 46 Prozent hat fast die Hälfte bereits ein gescheitertes Unternehmen hinter sich. So geben 42 Prozent der Befragten an, dass zwei bis drei Gründungen erfolglos blieben. Dennoch schreckt dies nicht ab, sondern ermutigt zur Neugründung. Diese Entschlossenheit und der Mut, erneut zu starten, sind zentrale Aspekte, die den Unternehmergeist in Deutschland kennzeichnen.

Junge Generation zeigt starkes Interesse an Unternehmertum

Besonders junge Menschen in Deutschland im Alter von 16 bis 24 Jahren sind stark an der Gründung eigener Unternehmen interessiert. Mit einer Quote von 73 Prozent können sie die nächste Welle von Start-ups und Innovationen in Deutschland prägen. Ihr Enthusiasmus und ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen, machen sie zu einer wichtigen Zielgruppe für Initiativen zur Förderung des Unternehmertums.

Finanzielle Hürden und Investitionsunterschiede zwischen Geschlechtern

Obwohl viele der Befragten gern selbständig wären, gibt es finanzielle Hürden. Besonders auffällig ist der Unterschied in der Investitionsbereitschaft zwischen Männern und Frauen. Während 79 Prozent der Männer bereit wären, eigenes Geld in ihr Unternehmen zu investieren, sind es bei den Frauen nur 67 Prozent. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede verdeutlichen die Notwendigkeit gezielter Förderprogramme für Gründerinnen.

Unternehmertum oft als Nebenprojekt gestartet

Ein erheblicher Teil (40 Prozent) der Unternehmer*innen in Deutschland startet ihr Unternehmen als Nebenerwerb. Von diesen 40 Prozent haben 20 Prozent ihren sogenannten „Side Hustle“ in eine Vollzeitbeschäftigung umgewandelt. Dabei denken Menschen in Deutschland im Durchschnitt vier Jahre darüber nach, den Schritt ins Unternehmertum zu wagen. 42 Prozent der Befragten ziehen es ernsthaft in Betracht, innerhalb der nächsten zwölf bis 24 Monate ihr erstes Unternehmen zu gründen.

Unterstützungsnetzwerke als Erfolgsfaktor

Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Unterstützung durch Familie, Freunde und Mentoren. Über die Hälfte (53 Prozent) der potenziellen Unternehmer*innen würde von der Ermutigung durch ihr soziales Umfeld profitieren. Besonders in der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen sind es sogar 73 Prozent, die angeben, dass Unterstützung durch ihr soziales Umfeld sie zur Gründung motivieren könnte. Darüber hinaus könnte auch Mentorship eine entscheidende Rolle spielen. 54 Prozent der Befragten in Deutschland sagen, dass ein(e) Mentor*in sie dazu bringen könnte, ein Unternehmen zu gründen – obwohl sie den Schritt noch nicht gehen wollten.

Wunsch, positiven Einfluss zu nehmen

Ein signifikanter Anteil der Unternehmer*innen und potenziellen Gründer*innen möchte durch ihr Unternehmen positive gesellschaftliche Veränderungen bewirken. Die Studie zeigt, dass 15 Prozent der aktuellen Unternehmer*innen ihr Geschäft mit dem Ziel gestartet haben, einen positiven Einfluss auf die Welt auszuüben. Zudem haben 14 Prozent der Befragten angegeben, dass sie ihr Unternehmen gegründet haben, um ihre Gemeinschaft zu unterstützen. Dieser Wunsch nach positiven Veränderungen ist unter den potenziellen Gründer*innen mit ganzen 22 Prozent sogar noch ausgeprägter.

Notwendigkeit politischer Unterstützung und regulatorischer Erleichterungen

Viele Unternehmer*innen sehen die Regierung als entscheidenden Faktor für ihren Erfolg. Vereinfachte Bürokratie und bessere finanzielle Unterstützung könnten den Weg für noch mehr Gründungen ebnen. Über ein Viertel (26 Prozent) der Unternehmer*innen in Deutschland äußert Bedenken wegen persönlicher finanzieller Risiken beim Start eines Unternehmens, während 16 Prozent angeben, dass ihnen das notwendige Startkapital fehlte. 28 Prozent der Befragten sehen die staatliche Bürokratie als Haupthindernis für die Unternehmensgründung. Für diejenigen, die ernsthaft über eine Unternehmensgründung nachdenken, sind die Herausforderungen ähnlich: 29 Prozent der potenziellen Gründer*innen nannten unzureichendes Startkapital als eine der größten Barrieren, gefolgt von Inflation (23 Prozent) und persönlichen Finanzsorgen (21 Prozent). Diese Zahlen verdeutlichen die finanzielle Belastung und Unsicherheit, die viele angehende Unternehmer*innen empfinden.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass der Unternehmergeist in Deutschland trotz Herausforderungen stark ausgeprägt ist", kommentiert Linda Hoffmann, Head of Partnerships DACH bei Shopify. „Besonders die junge Generation ist bereit, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Es ist jetzt an der Zeit, Gründer*innen zu unterstützen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Indem wir den Zugang zu Finanzierung erleichtern, finanzielle Risiken verringern und unterstützende staatliche Maßnahmen umsetzen, können wir die Einstiegshürden für angehende Unternehmer*innen abbauen und somit wirtschaftliches Wachstum, Innovation und Arbeitsplätze für alle fördern. "

Zur Methodik der Befragung

Der „Aspiring Entrepreneurship 2024 Report" wurde von Censuswide im Auftrag von Shopify durchgeführt. Die Umfrage fand zwischen dem 08.05.2024 und dem 13.05.2024 statt und umfasste 14.047 allgemeine Verbraucher*innen sowie 1.428 Geschäftsinhaber*innen (KMUs) in Großbritannien, Kanada, Australien, Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien. Censuswide hält sich an die Prinzipien der Market Research Society, die auf den ESOMAR-Grundsätzen basieren und ist Mitglied des British Polling Council.

SmartLoC: 1,8 Mio. Euro für B2B-Paymentlösung

Das 2021 gegründete SmartLoC gibt den erfolgreichen Abschluss seiner Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 1,8 Mio. Euro bekannt. Das Start-up hat eine digitale B2B-Zahlungslösung entwickelt, die auf dem Monitoring der Fracht basiert und speziell auf den internationalen Handel zugeschnitten ist.

SmartLoC aus Bad Oldesloe hat sich auf die Entwicklung einer modernen und vollständig digitalen B2B-Zahlungslösung für den internationalen Handel spezialisiert. Durch den Einsatz innovativer Technologien wie IoT, Blockchain und KI will das Start-up den Prozess grenzüberschreitender Transaktionen optimieren und digitalisieren, um Unternehmen eine nahtlose, sichere und effiziente Zahlungsplattform zu bieten.

Angeführt wird die aktuelle Seed-Finanzierungsrunde vom High-Tech Gründerfonds (HTGF). Außerdem beteiligen sich der griechische Frühphasen-VC Loggerhead Ventures, die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH sowie mehrere Business Angels.

Britta Balden, CEO von SmartLoC, sagt: „Wir freuen uns sehr über diese bedeutende Investition, die es uns ermöglicht, die Entwicklung unserer bahnbrechenden Plattform zu beschleunigen und unser Geschäft zu skalieren. Mit SmartLoC wollen wir Unternehmen eine moderne, effiziente und sichere Zahlungslösung anbieten, die den komplexen Anforderungen des internationalen Handels gerecht wird. Mit der Unterstützung des HTGF und unserer weiteren Seed-Investoren sind wir zuversichtlich, die Branche nachhaltig zu verändern und unseren Kunden einen großartigen Mehrwert zu bieten.“

Martin Möllmann, Senior Investment Manager beim HTGF, kommentiert: „Wir freuen uns, SmartLoC auf ihrem Weg zu begleiten, den B2B-Zahlungsverkehr im internationalen Handel neu zu definieren. Die umfassende Expertise des Teams in den Bereichen Finanzen, Technologie und internationaler Handel in Kombination mit dem innovativen Ansatz positioniert SmartLoC als führendes Unternehmen in diesem sich rapide entwickelnden Markt. Wir sind überzeugt, dass SmartLoC das Potenzial hat, den Status quo zu verändern und Unternehmen weltweit einen erheblichen Mehrwert zu bieten. Wir freuen uns darauf, SmartLoC bei der weiteren Innovation und Expansion zu unterstützen.“

Evangelos Kosmidis, CEO und Managing Director von Loggerhead Ventures, kommentiert das Umweltpotenzial der SmartLoC-Plattform: „Wir sind überzeugt, dass SmartLoC eine intelligente Lieferkette im internationalen Handel schaffen und eine signifikante CO2-Reduktion ermöglichen wird. Das Team von SmartLoC verfügt über die unternehmerische Erfahrung und das technische Know-how, um schnell zu wachsen und den internationalen Handel zu revolutionieren. Wir werden das Unternehmen bei seinen nächsten Expansionsschritten unterstützen und uns dabei auf die Entwicklungs- und Vertriebsaktivitäten in Griechenland konzentrieren.“

Nach Abschluss der Seed-Runde sieht sich das Start-up bestens aufgestellt, um die Entwicklung seiner Plattform voranzutreiben, sein Team zu erweitern und die Markteinführung zu beschleunigen.

plancraft: 12 Mio. Euro zur Digitalisierung des europäischen Handwerks

Das 2020 von Julian Wiedenhaus, Alexander Noll und Richard Keil gegründete plancraft hilft Handwerksbetrieben bei der Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse. Mit dem frischen Kapital will das Start-up die führende europäische Handwerkersoftware werden.

Die Handwerksbranche steht vor großen Veränderungen, darunter der demografische Wandel, der Fachkräftemangel und steigende bürokratische Anforderungen. Plancraft hilft, diese Herausforderungen durch optimierte und digitale Prozesse zu bewältigen. Die Software macht wichtige Geschäftsdaten zugänglicher und spart durch automatisierte Abläufe Zeit, die Handwerksbetriebe für ihre Kernkompetenzen nutzen können.

Expansion und Innovation – große Pläne für die Zukunft des Handwerks

Plancraft hat mit der Digitalisierung der Handwerksbranche einen Nerv getroffen. Das zeigt das Vertrauen der bestehenden Investoren wie Bitstone Capital und dem High-Tech Gründerfonds sowie des neuen Partners Creandum. Mit dem frischen Kapital möchte plancraft Europas Handwerkersoftware Nummer eins werden und über die DACH-Grenzen hinaus expandieren. Zusätzlich soll mit dem neuen Kapital das Produkt ausgebaut werden, um Handwerksbetrieben weitere Digitalisierungsmöglichkeiten zu schaffen.

Julian Wiedenhaus, CEO und Miztgründer von plancraft, betont: “Das Handwerk steckt in der Krise: Auftragsrückgänge, Fachkräftemangel und zu hohe bürokratische Auflagen machen vielen Betrieben zu schaffen. Hinzu kommen Herausforderungen wie der demografische Wandel und unsichere Materialpreise. Das wird auch in Zukunft nicht leichter werden. Mit plancraft können Handwerksbetriebe unkompliziert Bürokratie reduzieren und effizienter wirtschaften. Die hohe Nachfrage nach unserem Produkt zeigt, wie wichtig es aktuell ist, das Handwerk zu digitalisieren. Wir sind Creandum als neuen Investment-Partner sehr dankbar, dass wir mit Ihnen unserer Vision, die führende europäische Handwerkersoftware zu werden, einen Schritt näher kommen.”

Staffan Helgesson, Gründer und General Partner von Creandum, sieht in der aktuellen Krise des Handwerks eine Chance für Start-ups, die wirklich etwas verändern wollen: “Letztlich betrifft das Handwerk uns alle, weshalb es auch so wichtig ist, mit innovativen Ideen das Leben der Betriebe einfacher zu machen. Das hat plancraft erkannt. Mit einem gut durchdachten Produkt und einem dynamischen Team hat das Start-up alles, um die Digitalisierung des Handwerks nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in ganz Europa voranzutreiben. Wir freuen uns, dieses wichtige Thema zu unterstützen.”

Seit der Gründung im Februar 2020 beschäftigt das Unternehmen mehr als 40 Mitarbeiter*innen und betreut nach eigenen Angaben über 10.000 Kund*innen. Knapp eine Milliarde Euro Bauvolumen wurde bereits über die Software abgewickelt.

AUTOVIO: Fahrschul-Digitalisierer sichert sich 3,8 Mio. Euro

Das 2021 von Philipp Goebel, Tom Kedor, Amir Hadi und Carsten Eckmiller gegründete Berliner Start-up AUTOVIO digitalisiert und optimiert als Full-Service-Anbieter die Prozesse von Fahrschulen.

AUTOVIO hat sich zum Ziel gesetzt, Fahrschulen eine komplett digitale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Zu dem Full-Service-Angebot der Berliner gehören neben der Bereitstellung von Apps, über die die gesamte Organisation läuft, auch das Marketing, Vertrieb, automatisierte Rechnungsabwicklung und die Kund*innenbetreuung der Fahrschüler*innen für die teilnehmenden Fahrschulen.

„Wir sind so etwas wie ein Betriebssystem für Fahrschulen. So können Fahrschüler*innen und Fahrlehrer*innen Zahlungen oder etwa Terminvereinbarungen einfach über das Smartphone erledigen, ohne sich durch Bürokratie oder Telefonate vom Wesentlichen ablenken zu lassen: Der bestmöglichen Fahrausbildung“, erklärt Tom Kedor, Gründer und CEO von AUTOVIO.

„Betriebssystem für Fahrschulen“

Um das Konzept von AUTOVIO zu realisieren und konstant zu optimieren, setzten die Gründer auf eine ungewöhnliche, aber smarte Methode: 2021 gründeten sie eine eigene Fahrschule mit inzwischen vier Fahrlehrer*innen. „Unser Komplett-Angebot direkt in der eigenen Fahrschule zu nutzen war und ist die härteste Schule. Es hat uns geholfen zu verstehen, wie der Fahrschulbetrieb funktioniert und unser Betriebssystem für Fahrschulen zu entwickeln. Auch heute ist es jeden Tag ein Reality Check, ob wir unser Versprechen, den Fahrschulen eine digitale Komplettlösung für den Betrieb anzubieten, wirklich erfüllen", sagt Tom Kedor.

Seit dem offiziellen Produktstart der Plattform im Jahr 2023 konnte AUTOVIO nach eigenen Angaben bereits 50 Partner*innen gewinnen und 3000 Schüler*innen auf dem Weg zum Führerschein begleiten. Mit dem frischen Kapital in Höhe von 3,8 Mio. Euro möchte das Start-up die Fahrschulbranche weiter digitalisieren. Zu den knapp zehn Investor*innen gehören u.a. coparion und Sparkmind aus Finnland.

JUPUS: 1,3 Mio. Euro für 1. juristisches KI-Sekretariat

JUPUS bietet ein KI-Sekretariat für Jurist*innen, das erstmals eine juristisch trainierte und vollautomatisierte Kommunikation und Bearbeitung in juristischen Anliegen ermöglicht.

In den Lead geht der High-Tech Gründerfonds (HTGF), daneben Combination VC bestehend aus Business Angels wie Refurbed-Gründer Kilian Kaminski und Wandelbots-CTO Georg Püschel. Auch bestehende Investor*innen sind erneut mit an Bord, neben namhaften Family Offices zählen hierzu Foodpanda-Gründer Felix Plog sowie die Rechtsanwälte und Legal Tech-Experten Philipp Hammerich (rightmart) und Stefan Schicker (SKW Schwarz). Mit den 1,3 Mio. Euro kann das mittlerweile 15-köpfige JUPUS-Team seine KI-Software weiter ausbauen. Aktuell ist das Tool bereits bei hunderten Rechtsanwält*innen deutschlandweit im Einsatz.

Erstes juristisches KI-Sekretariat im europäischen Raum

Als erstes juristisches KI-Sekretariat im europäischen Raum führt das Kölner Start-up JUPUS die Mandatsannahme vom Erstkontakt bis zur vollständigen Akte vollautomatisiert durch. Rechtsanwält*innen werden dabei unterstützt von einem KI-Chatbot, einem Online-Terminbuchungstool und einer KI-Plattform, die Anfragen, Informationen und Dokumente automatisiert einsammelt und aufbereitet sowie eine automatisierte Kommunikation mit Mandant*innen ermöglicht.

"Die Rechtsbranche steht vor dem größten Wandel der letzten 120 Jahre“, erklärt JUPUS-Gründer René Fergen. „Wir sind hier einer der Haupttreiber für den praktischen Einsatz von KI und lassen sowohl die Akteure der Rechtsbranche als auch Rechtsuchende von dieser Technologie profitieren." Schon seit der Pre-Seed im Januar 2023 ist das Team von zwei auf 15 Mitarbeitende gewachsen. Seit Mai 2023 bearbeiten hunderte Kanzleien in ganz Deutschland ihre Anfragen über JUPUS, das KI-Tool übernimmt bereits mehr als 200 Anfragen pro Tag.

1,3 Millionen Euro für den weiteren Ausbau

Bei der Finanzierung kommen insgesamt 1,3 Millionen Euro für den weiteren Ausbau von JUPUS zusammen. Die zweite FInanzierungsrunde war dabei schnell überzeichnet. „VCs haben großes Interesse an der Entwicklung im Bereich LegalTech und an unserem Ansatz gezeigt“, erzählt Fergen. Neben renommierten Business Angels aus der Rechtsbranche und erfolgreichen Playern aus der deutschen Gründer*innenszene hat JUPUS nun auch die Aufmerksamkeit des High Tech Gründerfonds auf sich lenken können – Deutschlands aktivster und größter Frühphaseninvestor. „Wir freuen uns sehr, mit dem HTGF einen tollen neuen Partner gewonnen zu haben,“ so Fergen.

Anwaltskanzleien stehen heute vor erheblichen Problemen im operativen Geschäft, da Fachkräfte fehlen, während die Komplexität der Mandantenaufnahme und Fallbearbeitung zunimmt. „Das Team von JUPUS begegnet der Herausforderung mit ihrer vielseitigen KI-Lösung insbesondere im Mandatsmanagement eindrucksvoll“, erklärt Max Bergmann, Investment Manager beim HTGF, die Entscheidung. „JUPUS hat es in kurzer Zeit geschafft, eine signifikante Kundenbasis aufzubauen. Wir als Investor glauben daran, gemeinsam ein führendes Unternehmen in einem unterdigitalisierten Markt zu schaffen.“

Die rund 50.000 Anwaltskanzleien in Deutschland kämpfen mit einem enormen Fachkräftemangel und gestiegenen Mandant*innenerwartungen. „Dabei gehen Zeit, personelle Kapazitäten und auch lukrative Mandate verloren“, erklärt Fergen. Mit JUPUS sparen Kanzleien laut Angaben des Start-ups monatlich 40 Arbeitsstunden ein und verwandeln zwei Mal mehr mehr Website-Besucher*innen in Anfragen.

Der Druck auf die Anwaltsbranche hin zur Digitalisierung wird immer größer. Eine aktuelle Erhebung der Bundesrechtsanwaltskammer zeigt: Während sich die Anzahl der Rechtsanwält*innen seit 1990 fast verdreifacht hat, sank die Anzahl neuer Auszubildender Rechtsanwaltsfachangestellten im gleichen Zeitraum um 70%. „Alle, die jetzt noch kein Personalproblem im Anwaltssekretariat haben, werden es in den nächsten Jahren noch bekommen“, prognostiziert Fergen. „Aber mit JUPUS können wir diesen Trend abfedern und geben Anwält*innen ein leistungsstarkes digitales Tool an die Hand.“

OMNIPEAK: Mio.-Pre-Seedfinanzierung für KI-gesteuertes B2B-Start-up

Das 2023 von Dr. Manuel Meder und Dr. Michael Tal gegründete Start-up hat eine KI-gestützte Software entwickelt, die Marketingaktivitäten in großem Maßstab automatisiert und damit Umsatzwachstum optimiert.

Die bmh Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH hat sich mit dem Fonds Hessen Kapital I als Co-Investor an einer Pre-Seedfinanzierungsrunde der OMNIPEAK GmbH beteiligt. Das Frankfurter Start-up hat eine KI-gestützte Software entwickelt, die Marketingaktivitäten in großem Maßstab automatisiert und so das Umsatzwachstum seiner Kund*innen optimiert. Die Mittel der Pre-Seedfinanzierung sollen vor allem in die weitere Produktentwicklung fließen.

Die OMNIPEAK GmbH wurde im September 2023 von den Seriengründern Dr. Manuel Meder und Dr. Michael Tal in Frankfurt gegründet und brachte im März 2024 als eines der ersten Unternehmen in Deutschland eine KI-gesteuerte Softwarelösung im Bereich Revenue Operations als Beta-Version auf den Markt. Dabei handelt es sich um ein vollständig integriertes, autonomes Betriebssystem, das den Vertriebs-, Marketing- und Customer Success-Mitarbeitenden von Unternehmen dabei hilft, mehr Umsatz in kürzerer Zeit zu generieren.

Die Software identifiziert und erfasst mithilfe von KI-Algorithmen potenzielle Kund*innen und sorgt so für einen kontinuierlichen Strom an Business Opportunities. Gleichzeitig steigert sie die Konversionsraten, indem sie hochpersonalisierte Nachrichten in großem Umfang erstellt und dabei auch auf das richtige Timing, die richtige Tonalität sowie den richtigen Kommunikationskanal achtet – und das individuell auf jede(n) Kund*in angepasst. Die KI arbeitet dabei unsichtbar im Hintergrund und kommuniziert wie ein virtueller Teamkollege, beispielsweise über E-Mail, MS-Teams oder Slack. Mithilfe dieser Softwarelösung können Unternehmen nicht nur ihre Revenue Operations-Prozesse optimieren, sondern letztlich auch ihre Sales-Zyklen verkürzen und ihr Umsatzwachstum steigern.

OMNIPEAK vertreibt seine Software als „Software as a Service-Lösung“ (SaaS), wobei der/die Kund*in eine monatliche Nutzungsgebühr zahlt. Zudem bietet das Start-up Managed Services, um Unternehmen mögliche Berührungsängste in dem noch neuen Feld der KI-basierten Optimierung von Marketing- und Salesprozessen zu nehmen. Das Angebot von richtet sich grundsätzlich an alle B2B-Unternehmen. Zu den ersten Kund*innen zählen beispielsweise Unternehmen aus der Werbefilm-, Marketing- sowie M&A-Beratungsbranche.

Michael Tal, Mitgründer und Co-CEO von OMNIPEAK, sagt: „Im Namen des gesamten Teams von OMNIPEAK möchte ich mich bei der bmh und den weiteren Kapitalgebern für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.“ Sein Mitgründer und Co-CEO, Manuel Meder, ergänzt: „Mit der Umsetzung dieser Finanzierungsrunde sind wir für die kommenden Herausforderungen und insbesondere für die Weiterentwicklung unserer Softwarelösung hervorragend aufgestellt.“

Jürgen ten Elsen, Investment Manager der bmh, ergänzt: „KI-Lösungen zur Professionalisierung des Produktvertriebs sind klar auf dem Vormarsch. Wir freuen uns darauf, OMNIPEAK bei der angestrebten schnellen Marktdurchdringung zu unterstützen. Gleichzeitig schätzen wir das erfahrene Management-Team, mit dem wir bereits im Rahmen einer früheren Beteiligung sehr erfolgreich zusammengearbeitet haben.“

trawa: Berliner CleanTech-Start-up sichert sich 10 Mio. Euro

Trawa wurde 2022 von David Budde, Max Lüddemann und Robert Quick gegründet und optimiert durch den Einsatz von KI die Stromversorgung und das Energiemanagement von Unternehmen. Neben dem Impact Investor AENU beteiligten sich frühere Investoren wie Speedinvest, Magnetic und TinyVC an der Runde.

Die anhaltende Energiekrise in Europa treibt die Stromkosten in die Höhe und bedroht dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Industrie. Die großen Preisschwankungen erschweren langfristige Planungen und zwingen den Sektor seine Produktion zu drosseln. So soll Deutschlands industrielle Produktion 2024 Schätzungen zufolge um 1,5 Prozent sinken. Eine Antwort auf diese Herausforderungen ist der beschleunigte Umstieg auf erneuerbare Energien. Dieser wird jedoch von der damit verbundenen Komplexität und Zweifeln bezüglich der Versorgungssicherheit erschwert. Trawas Ziel ist es, mittelständischen Unternehmen durch Technologie zu ermöglichen, einfach und wirtschaftlich attraktiv auf erneuerbare Energien umzusteigen – damit sie keinen Grund haben, nicht zu wechseln.

David Budde, Mitgründer und CEO von trawa, kommentiert: „Unternehmen stehen vor der gewaltigen Herausforderung, sich in einem volatilen Energiemarkt zurechtzufinden. Trawa nutzt seine Technologie, um dem Mittelstand den Zugang zu günstiger, erneuerbarer Energie zu sichern. Diese Finanzierung ermöglicht es uns, unsere ganzheitliche Energieplattform weiter auszubauen, um Unternehmen mit Lösungen zu versorgen, die ihre Energiekosten, den Verbrauch und die Emissionen automatisch verwalten und optimieren.“

Effizienz bei Energieeinkauf und -management durch KI-gestützte Datenanalyse

Mit trawas Werkzeugen steht die professionelle Energiebeschaffung allen mittelständischen Unternehmen unabhängig von ihrem Wissen über die Ernergiemärkte offen. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden individuelle Energieportfolios erstellt. Die einzelnen Energiemarktprodukte kombiniert die Lösung so, dass sie optimal auf die spezifischen Verbrauchsmuster jedes Unternehmens abgestimmt sind. Durch diese individuelle Strombeschaffung, die zu gestaffelten Zeitpunkten stattfindet, kann trawa erhebliche Kosteneinsparungen für seine Kund*innen realisieren. Die Managementsoftware von trawa ermöglicht Unternehmen außerdem ihren Verbrauch danach zu optimieren, wann und wie sie den Strom nutzen.

Aufbau eines umfassendes Software-Ökosystems

Mit der neuen Finanzierung wird trawa seine KI-Kapazitäten erweitern, ein umfassendes Software-Ökosystem aufbauen und sich vom Energieversorger zum umfassenden Energiepartner weiterentwickeln. Die jüngste Kapitalerhöhung erhöht das Finanzierungsvolumen von trawa auf mehr als 12 Millionen Euro.

James Wise, Partner bei Balderton, sagt: “Erneuerbare Energien sind ein wichtiger Baustein, um langfristig günstige Stromkosten zu gewährleisten. trawa bietet mittelständischen Unternehmen individuelle Lösungen, um sich vor Preisexplosionen zu schützen, Investitionen in smarte Batterien und Solarenergie rentabler zu machen und detaillierte Daten für ESG-Berichte zu liefern. Es ist inspirierend, wie David, Max und Robert dieses schnell wachsende Unternehmen aufgebaut haben, das die mitunter drängendste Herausforderung des Mittelstands angeht.“

„Einspar- und Nachhaltigkeitsziele haben maßgeblichen Einfluss auf die Energiebeschaffung europäischer Unternehmen. trawa ist bestens positioniert, um beide Ziele zu bedienen und sich als zentrale Anlaufstelle für die grünen Energiebedürfnisse des Mittelstands zu etablieren – von der sicheren Versorgung mit erneuerbarer Energie bis hin zur Verbrauchsoptimierung und der Verwaltung verteilter Energiequellen,“ ergänzt Philip Specht, Partner bei AENU.

reev: eMobility-Softwareunternehmen sammelt 10 Mio. Euro ein

Reev, ein führender Softwareanbieter für intelligente Ladelösungen im halböffentlichen Raum, gibt den Abschluss seiner Series A Finanzierungsrunde in Höhe von zehn Millionen Euro bekannt.

Angeführt wurde die Series A Finanzierungsrunde von Future Energy Ventures, dem Venture Capital Fonds mit Beteiligung führender Energieversorgungsunternehmen wie E.ON, und Blue Earth Capital, einem spezialisierten globalen Impact-Investor. Sie schließen sich bestehenden Investoren an, zu denen auch der deutsche Energieversorger N-ERGIE gehört.

Das 2018 in München gegründete reev stellt mit seiner Cloud-Software eine einfache, transparente und vollautomatisierte Plattform für die Verwaltung, Steuerung und Abrechnung von Ladeinfrastruktur bereit. Damit leisten die Münchner einen bedeutenden Beitrag beim Übergang zur nachhaltigen E-Mobilität, indem die Software des Unternehmens die Installation von Ladeinfrastruktur für Unternehmen, Elektriker und Gebäudemanager vereinfacht. Das Unternehmen zeichnet sich auch durch die Nutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit seiner Lösungen aus, die Kund*innen eine reibungslose Ladeerfahrung ermöglicht und somit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leistet.

Die intelligente reev-Software ist nach Angaben des Unternehmens bereits bei fast 6000 Kund*innen im Einsatz – unter anderem bei dem Europäischen Patentamt, Holcim und Trumpf. Die digitalen Produktlösungen des Unternehmens bieten Hardwarehersteller*innen, Händler*innen und Elektriker*innen eine zentrale Plattform, die den gesamten Anwendungsbereich – von der Installation bis zum täglichen Betrieb – umfasst und mit über 250 Wallboxen kompatibel ist. Starke Partnerschaften mit führenden Akteuren im e-Mobility Ökosystem unterstützten zusätzlich das rasche Wachstum des Unternehmens, wie die kürzlich veröffentlichten Partnerschaften mit Schneider Electric und Zaptec, deren Ziel es ist, eine gemeinsame Produktlösung mit vorkonfigurierter reev Software anzubieten. Ein ähnliches Modell wurde bereits im Jahr 2020 mit dem Hardwarehersteller ABL entwickelt und etabliert sich seitdem erfolgreich am Markt.

„Das Angebot von Ladeinfrastruktur an Orten, an denen Fahrzeuge lange parken, spielt für den Markthochlauf der Elektromobilität eine zentrale Rolle. Dennoch stellen wir fest, dass sowohl bei Firmengebäuden als auch bei Mehrfamilienhäusern Lademöglichkeiten fehlen beziehungsweise der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinterherhinkt. Die besondere Zuverlässigkeit unserer Software sowie die intuitive Bedienbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette adressieren speziell die komplexen und spezifischen Anforderungen dieser Segmente und versetzen reev in eine einzigartige Position, diese Lücke zu schließen. Das zeigt auch unser bisheriger Erfolg“, sagt Eduard Schlutius, Gründer und CEO von reev.

reev - auf dem Weg zu Europas führendem Softwareanbieter für intelligente Ladelösungen

„Das zusätzliche Kapital aus der Series A Finanzierungsrunde wird vor allem genutzt, um die Stellung als Marktführer im DACH-Raum auszubauen und neue Märkte, darunter Frankreich und die Beneluxstaaten (Belgien, Luxemburg und die Niederlande), zu erschließen. Um dem steigenden Bedarf nach intelligenter Energieverteilung und netzdienlichem Laden nachzukommen und um den Kund*innen den einfachen Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur zu ermöglichen, soll das Portfolio auch um neue innovative Produkte erweitert werden. „Wir freuen uns, mit zwei herausragenden Investoren aus dem Nachhaltigkeitsbereich zusammenzuarbeiten, welche zudem über äußerst relevante Netzwerke und bewährte Skalierungsfähigkeiten verfügen, um unsere Ambitionen in Europa zu verwirklichen“, ergänzt Eduard Schlutius.

„Um die Energiewende zu unterstützen, sind eine zuverlässige Infrastruktur und insbesondere effektive Ladelösungen für Elektrofahrzeuge entscheidend. Wir glauben, dass Firmengebäude und Mehrfamilienhäuser ein unterversorgter Teil des Lade-Ökosystems in Europa sind“, sagt Kayode Akinola, Head of Private Equity bei Blue Earth Capital. „Die Softwarelösung von reev bietet Gebäudeeigentümern und -managern sowie den Endkunden ein nahtloses Betriebserlebnis und ermöglicht maximale Betriebszeiten. Dadurch ist das Unternehmen gut positioniert, um den Ausbau und die Zuverlässigkeit der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in diesen Segmenten zu beschleunigen - ein wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung des Straßenverkehrs.“

Veronique Hördemann, Managing Partner bei Future Energy Ventures, sagt: „In unserem ersten Fonds haben wir viele erfolgreiche Investitionen im Bereich der Elektrofahrzeug-Ladetechnik getätigt, wo wir die erste Welle der Elektrofahrzeug-Adoption erlebt haben. Wir haben das ungenutzte Potenzial von Mehrbenutzer-Gebäudeeinrichtungen als entscheidend für die breite Einführung von Elektrofahrzeugen erkannt. reev hat sich als herausragender Akteur in diesem Bereich erwiesen und verfügt über ein außergewöhnlich talentiertes Team. Das Engagement und die Leidenschaft, die das gesamte reev-Team zeigt, sind wirklich bemerkenswert – ein Gefühl, das von ihren zufriedenen Kunden und Partnern gleichermaßen geteilt wird. Wir freuen uns, Teil dieser Reise zu sein!“

Gründer*in der Woche: Mediform – MediVoice, der autonome Praxisassistent

Von der Vision zur Realität: Wie Jochen Krause und Daniel Kämmerer mithilfe ihres KI-basierten Sprachassistenten „MediVoice“ das Praxismanagement optimieren und damit auch die Patient*innenzufriedenheit steigern.

Insbesondere im Gesundheitswesen steigt die Nachfrage nach medizinischer Versorgung stetig, wodurch die Notwendigkeit für innovative und vor allem effiziente Lösungen immer dringlicher wird. Hier setzt das Karlsruher E-Health-Start-up Mediform mit seinem KI-basierten Sprachassistenten „MediVoice“ an.

Die beiden Gründer, Jochen Krause und Daniel Kämmerer, teilen eine Vision: Sie wollen die Kommunikation in Arztpraxen optimieren und den Arbeitsaufwand für das medizinische Personal minimieren. Doch was hat sie dazu motiviert, sich auf die Automatisierung von Praxisabläufen zu spezialisieren?

Jochen Krause gründete das Unternehmen im Jahr 2022 aus der Innoopract GmbH heraus – mit über 20 Jahren Berufserfahrung im Bereich Softwareentwicklung. Er erklärt: „Durch unterschiedliche Projekte im Healthcare-Bereich mit digitaler Anamnese haben wir zunehmend festgestellt, wie groß der Nachholbedarf an Innovation und Digitalisierung dort ist. Durch diese Nähe zum Markt und Einblicke in die Prozesse der ambulanten Gesundheitsversorgung wurde schnell klar, dass das Telefon eine riesengroße Herausforderung ist.“

Und tatsächlich: Trotz Online-Angeboten bei der Terminvergabe bleibt das Telefon laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung für mindestens 70 Prozent aller Patient*innen der bevorzugte Kommunikationskanal. In der Kombination von Fachkräftemangel, steigenden Personalkosten und starker zeitlicher Ballung von Anfragen, führt dies jedoch zu begrenzter telefonischer Erreichbarkeit und somit unzufriedenen Patient*innen. „Unsere Motivation, Mediform zu gründen, war daher, diese unbefriedigende Situation zu verbessern und Praxisabläufe zu automatisieren. Wir sehen darin eine spannende Herausforderung mit großem Nutzen für Arztpraxen und Patient*innen“, so Krause.

Die Zukunft ist jetzt: KI smart nutzen

MediVoice ist das Herzstück hinter der Vision des Unternehmens. Der KI-basierte Sprachassistent führt Gespräche mit Patient*innen in vertrauter Sprache und bearbeitet Anliegen autonom, ohne die Notwendigkeit manueller Nachbearbeitung durch das Praxisteam. „Die Entwicklung fand und findet dabei in enger Zusammenarbeit mit Ärzt*innen und MFAs statt, somit stehen die spezifischen Bedürfnisse dieser Zielgruppe an oberster Stelle. Schließlich sollen hauptsächlich ambulante Gesundheitsdienstleister langfristig von MediVoice profitieren, darunter Praxen, Praxisnetze sowie Medizinische Versorgungszentren (MVZs). Das übergeordnete Ziel ist es, Praxisteams von 80 Prozent der Aufgaben für die Terminvergabe und weiteren wiederkehrenden Anliegen der Patient*innen zu entlasten", erklärt Daniel Kämmerer.

Komplexe Anfragen von Anfang bis Ende autonom

Was macht MediVoice gegenüber anderen Telefonassistenten nun aber einzigartig? „MediVoice erledigt Arbeit end-to-end und türmt sie nicht nur an anderer Stelle wieder auf“, fasst Kämmerer kurz zusammen. Im Gegensatz zu anderen Lösungen auf dem Markt bietet MediVoice – durch seine neuste KI-basierte Technologie – fachgebietsspezifische Logik und bearbeitet auch komplexe Anfragen von Anfang bis Ende autonom. Dies führt zu einer spürbaren Entlastung des Praxisteams und einer messbaren Zeitersparnis.  Die Integration von KI in den sensiblen Bereich der medizinischen Praxisabläufe war jedoch keine leichte Aufgabe. „Themen wie Sicherheit und Datenschutz sind aus rechtlicher Sicht und für die Akzeptanz natürlich unabdingbar", betont Kämmerer.

Deshalb setzt Mediform auf eine vollständige Anonymisierung personenbezogener Daten und verstärkt auch auf eigens trainierte und bereitgestellte KI-Modelle. Zudem ist die KI-basierte Kommunikation auch nicht mit statisch vorgegeben Workflows zu vergleichen, da sie viel mehr Flexibilität bieten und somit auch sehr komplexe Anliegen abfangen können. „Natürlich kommt es auch in seltenen Fällen zu Missverständnissen oder Halluzinationen. Wir arbeiten jedoch daran, diese bereits während des Gesprächs zu erkennen und entweder das Gespräch wieder in die richtige Bahn zu lenken oder den Anrufenden zu bitten, noch einmal anzurufen“, unterstreicht Kämmerer. Insgesamt erlebt Mediform eine hohe Akzeptanz für sein System, da es schnell Entlastung schafft und dem Handlungsdruck durch den Fachkräftemangel entgegenwirkt.

Mit Healthcare Professionals entwickelt – für die Praxis

Durch die enge Zusammenarbeit mit Ärzt*innen und medizinischem Fachpersonal hat Mediform schon jetzt eine einzigartige Position im Markt erreicht. So schätzen Praxisteams nicht nur die Zeitersparnis, sondern vor allem die Entlastung vom ständigen Klingeln des Telefons als eine große qualitative Verbesserung des Arbeitsalltags. Mediform arbeitet für jede medizinische Fachrichtung eng mit Pilotpraxen zusammen, um die fachspezifischen Anforderungen in MediVoice abzubilden. „Unsere Kund*innen geben uns dann gesprächsbezogenes Feedback direkt in der MediVoice Anwendung", erklärt CEO Jochen Krause. Dieses Feedback ist entscheidend für die kontinuierliche Verbesserung des Sprachassistenten und spiegelt sich im Erfolg des Systems wider. So hat auch kürzlich das Medizinische Versorgungszentrum OCU PRO Augenärzte in Bad Kreuznach nach einer erfolgreichen Pilotphase dem Mediform-Duo zurückgemeldet: „Bis vor Kurzem klingelte in unserer Praxis pausenlos das Telefon. Inzwischen hebt dieses hier niemand mehr ab, das übernimmt die KI-basierte Sprachassistenz. Für die Praxis ist das ein Gamechanger, da die KI genau das tut, wofür sie gedacht ist: Uns Arbeit abnehmen, für die ich nur schwer qualifiziertes Personal finde“, betont Dr. med. Thomas Tyrtania – Augenarzt und Geschäftsführer des MVZ.

Die Erfolgsmessung von MediVoice ist also nicht nur an technische Standards gebunden, sondern vor allem an die Zufriedenheit der Kund*innen. „Unser zentraler KPI ist der Autonomiegrad der Software“, erklärt Krause abschließend. Für Mediform ist dies jedoch erst der Anfang: Mit Plänen zur Erweiterung des Geschäftsmodells und der Einführung weiterer Innovationen bleibt das Unternehmen auf dem Weg, das Praxismanagement nachhaltig zu revolutionieren.

Tipps für andere Gründer*innen

Abschließend raten die beiden Gründer anderen motivierten Gründer*innen noch: „Setzt auf ein Problem, dessen Lösung einen wirklichen Mehrwert bringt und versucht das in einem großen Maßstab zu validieren. Überprüft zu Beginn die Willingness-To-Pay für Eure Lösung. Und: bringt vor allem einen langen Atem mit und sucht so früh wie möglich nach Kooperationen und Partner*innen.“