Additive Drives sichert sich Mio.-Seed-Invest


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Nur drei Monate nach der Gründung schließt das 3D-Druck-Start-up Additive Drives ein siebenstelliges Seed Investment ab.

ur drei Monate nach der Gründung schließt die Additive Drives GmbH, Entwickler und Hersteller additiv gefertigter Elektromotorkomponenten, ein siebenstelliges Seed Investment mit dem Münchner Investor AM Ventures Holding GmbH ab. Mit Hilfe des 3D-Drucks bringt das junge Start-up Additive Drives Elektromaschinen in bisher nicht erreichete Leistungs- und Wirkungsgradbereiche.

„Die Additive Fertigung wird reifer und erschließt zunehmend Anwendungen, die durch neue Gestaltungsfreiheiten ganze Branchen revolutionieren. Additive Drives ist hierfür das perfekte Beispiel. Durch dramatisch beschleunigte Entwicklungszeiten und massive Verbesserungen bei Gewicht, Volumen und spezifischer Leistung wird dieses Produkt dazu beitragen, dass nicht nur Motorsport, Luftfahrt und die Mikromobilität elektrifiziert werden“, sagt Arno Held, Chief Venture Officer beim Münchner Investor AM Ventures Holding GmbH.

Dr. Jakob Jung, CEO und Additive-Drives-Mitgründer ergänzt: „Seit unserer Gründung im Juli 2020 haben wir den Markteintritt im Automotive Segment erfolgreich realisiert. Unsere Vision ist es, die Entwicklungszeit für Elektromotoren zu halbieren und unsere Technologieführerschaft additiv gefertigter Elektromotoren auszubauen.“

Mit der millionenschweren Finanzierungsrunde soll die Markteinführung weiter vorangetrieben werden. Neben der Skalierung des Geschäfts im Bereich Prototyping sollen so auch High-Performance Serienanwendungen ermöglicht werden.

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CamperBoys sichern sich Millionenbetrag zur Expansion

Der Helvetia Venture Fund erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an der Campervermietung CamperBoys und legt damit den Grundstein für weitere Entwicklungen.

CamperBoys entsprang 2016 nicht nur dem Freiheitsdrang der beiden Gründer Andreas Mall und Paul Pizzinini, sondern auch ihrem Wunsch, die unvergesslich individuellen Reisemomente des Vanlifes für mehr Menschen zugänglich zu machen. Aus einem Traum und einem alten Wohnmobil wuchs schnell ein vielfältiges Team voller Tatendrang und eine Flotte aus 700 Fahrzeugen, die an sechs Standorten in Deutschland mietbar sind. Mithilfe von intern entwickelten Software-Tools setzt das junge Team Maßstäbe in der digitalen Customer Journey und erleichtert seinen Kund*innen zudem mit einem persönlichen Routenservice die Reiseplanung.

“Mit der Beteiligung an CamperBoys investiert der Helvetia Venture Fund in einen bei der Kundschaft sehr beliebten Anbieter für Camper-Miete im deutschen Markt und erhält so die Chance, aus erster Hand mehr über die sich verändernden Bedürfnisse von Urlaubern und ihre Freizeitaktivitäten, die sich während der Pandemie noch stärker und schneller gewandelt haben, zu lernen”, erklärt Stefano Saeger, Principal bei Helvetia Venture Fund.

Aus Sicht des Gründer-Duos war das Investment des Helvetia Venture Fund auch auf persönlicher Ebene ein Volltreer: “Eine freundschaftliche, wertschätzende und dennoch sehr ambitionierte Unternehmenskultur ist der wesentliche Treiber für den Erfolg von CamperBoys. Mit dem Helvetia Venture Fund konnten wir einen starken Partner gewinnen, der diese Werte teilt und uns mit seinem langfristigen Horizont begleiten kann.”

Mit den neuen Mitteln will CamperBoys die Expansion in neue Städte und den Ausbau des Produktportfolios vorantreiben. Sowohl in Frankfurt als auch in Weilheim an der Teck werden bald weitere Standorte eröffnet. Zudem werden die ersten Elektrocamper in die Flotte aufgenommen: Der VW ID Buzz mit eingebauter Campingaustattung soll neue Möglichkeiten für nachhaltigeres Reisen eröffnen.

Bavarian Airlines: 18-jähriger Gründer Adem Karagöz im Interview

Adem Karagöz ist mit gerade einmal 18 Jahren Co-Gründer der Fluggesellschaft Bavarian Airlines mit Sitz in München. Wir haben genauer nachgefragt.

Eine Story sorgte dieser Tage nicht nur in der StartingUp-Community aus mehreren Gründen für Diskussionsstoff: Der 18-jährige Adem Karagöz gründet in München die auf Business-Kurzstreckenflüge fokussierte Bavarian Airlines. Noch dieses Jahr will er durchstarten. Wir haben im Interview unter anderem nachgefragt, ob sein Alter ein Thema ist, wie er an das Kapital gekommen ist und was er auf Kritik zum „Klimakiller Kurzstreckenflug“ entgegnet.

Andere 18-jährige Gründer bauen eine App. Woher nimmt man mit 18 das Know-how, eine Fluggesellschaft zu gründen?

Ich habe viele Freunde, die im Aviation-Bereich arbeiten. Ich habe mich immer für Flugzeuge interessiert und war früher selbst Segelflieger. Ich habe dann gesehen, dass der Service von europäischen Airlines in der Business und Economy Class relativ schwach ist und dachte, ich kann das vielleicht verbessern und eine Airline mit gutem Service und gutem Sitzkomfort gründen.

Ich hake nochmal beim Thema Alter nach. 18 ist sehr jung, um eine Airline zu gründen. Sie müssen ja auch Verhandlungen führen, wenn es etwa um Lizenzen geht. Kann Ihr Alter da zum Problem werden?

Bislang gab es bei den Gesprächen, die wir führen, kein Problem mit meinem Alter. Der Businessplan stimmt, die Dokumente stimmen, die Analysen stimmen. Das ist alles geprüft und so lange das alles passt, sind unsere Partner unabhängig von meinem Alter sehr zuversichtlich.

Sie sind erst vor einigen Tagen mit Bavarian Airlines an die Öffentlichkeit gegangen. Was bekommen Sie seitdem für Feedback?

Wir sehen sehr viel positives Feedback in den sozialen Medien. Es gibt aber auch etwas Kritik an uns, vor allem an unseren Plänen, unserer Rechtsform und unserer Organisation. Die Kritik ist aber sehr unübersichtlich, weil sie sich vielfach auf Dinge bezieht, die noch nicht veröffentlicht wurden, etwa die Routenplanung. Wir haben erste Routen angekündigt, die dann kritisiert wurden. Dabei ist der tatsächliche Routenplan noch nicht veröffentlicht.

Sie sprechen von „wir“. Im Impressum auf der Bavarian Airlines-Seite stehen neben Ihrem noch drei weitere Namen. Wer sind die anderen und wie ist das Team zustande gekommen?

Mein Mitgründer ist Natanel Pretzel. Ich hab ihn vor einiger Zeit kennengelernt und er kennt sich auch im Aviation-Bereich aus. Wir haben Bavarian Airlines gemeinsam gestartet und dann den restlichen Vorstand gebildet. Es sind alles Leute, die in ihren Fachbereichen, etwa Finanzen oder Marketing, sehr erfahren sind.

Und wie haben Sie diese kennengelernt?

Durch Kontakte.

In anderen Interviews haben Sie gesagt, dass Sie bereits einen zweistelligen Millionenbetrag an Funding aufgestellt haben. Wie haben Sie das so schnell geschafft? Anderen Jungunternehmen fällt das sehr schwer.

Das Geld setzt sich zusammen aus Eigenkapital von mir und den restlichen Gründungsgesellschaftern sowie Investments.

Darf man Namen von Investor*innen erfahren?

Die darf ich aktuell nicht nennen. Wir haben diesbezüglich ein NDA unterzeichnet.

Warum die Namenswahl Bavarian Airlines? Man könnte kritisieren, dass das etwas provinziell klingt …

Wir wollten jedenfalls München als Hub nehmen. Weil es früher einmal die Bavaria Air gab, mit der die Kund*innen relativ zufrieden waren, wo auch der Komfort gut war, wollten wir da anknüpfen. Wir wollten das mit dem gleichen Komfort neu aufsetzen. Wir stehen aber in keinerlei Zusammenhang mit den ehemaligen Gründern und Geschäftsführern der Bavaria.

Ein großer Kritikpunkt nach der ersten Berichterstattung zu Bavarian Airlines war, dass Kurzstreckenflüge gemeinhin als Klimakiller gelten. Sie betonen, dass sie nachhaltig arbeiten werden. Wie soll das geschafft werden?

Durch Sustainable Aviation Fuel. Das ist eine neue Art von Treibstoff, die es ermöglicht, um bis zu 80 Prozent klimafreundlicher zu fliegen. Über Kompensationszahlungen wollen wir dann gänzlich klimaneutral werden. Ob wir es schaffen werden, klimaneutral zu werden, kann ich aber noch nicht sagen.

Kritiker*innen meinen, einige der kolportierten Routen würden sich mit dem Auto oder Zug nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch angenehmer zurücklegen lassen, alleine weil es am Flughafen so lange Wartezeiten gibt. Was sind die Vorteile des Fliegens auf diesen Strecken?

Man kann sich im Flug, ähnlich wie im Zug, voll konzentrieren. Ein großer Vorteil ist die Geschwindigkeit. Zu Tages-Randslots sind insgesamt weniger Reisende unterwegs, dafür mehr Personen, die geschäftlich reisen. Da braucht man höchstens eine halbe Stunde für den Security Check, und den Check-in kann man zuvor online machen. Das bedeutet, dass man nur ein bis eineinhalb Stunden vor Abflug da sein muss.

Einige Routen sind auch nur für Transit-Passagiere gedacht. Die Route München-Frankfurt ist relativ unvorteilhaft mit dem Zug. Mit uns ist man dann schon direkt am Flughafen und muss nicht erst vom Bahnhof dorthin.

Sie haben sicher noch große Pläne. Wo soll die Bavarian Airlines in zehn Jahren stehen?

Bis dahin wollen wir expandieren, größere Flugzeuge anmieten und weitere Ziele anfliegen. Ich möchte noch nichts Konkretes dazu sagen, aber wir haben bereits genaue Pläne erstellt, wo die Reise hinführt.

Das heißt, Sie können auch noch nicht sagen, ob später auch Langstreckenflüge geplant sind?

Nein, das kann ich noch nicht sagen. Das wird sich in Zukunft zeigen.

Das Interview führte Dominik Perlaki

DEM - Deutsche E Metalle AG sichert sich 8 Mio. Euro zur Rohstoff-Gewinnung

Die derzeit einzige deutsche "Junior Mining Company für kritische Rohstoffe" DEM - Deutsche E Metalle AG aus Dresden sammelt in einer ersten öffentlichen Finanzierungsrunde 8 Mio. Euro ein.

Bei der 2021 in Dresden gegründete DEM - Deutsche E Metalle AG laufen bereits zwei DEM-Projekte: Ein Joint-Venture in den argentinischen Anden zur Gewinnung von Lithium sowie der Aufbau eines Projekts für Seltene Erden in der Provinz Buenos Aires. Die hierfür notwendigen Investitionen lassen sich jedoch nicht mit dem vorhandenen Kapital der DEM und seiner drei Gründeraktionäre stemmen. Daher strebte das Start-up eine Kapitalerhöhung an.

Investorensuche für die Rohstoff-Gewinnung

Im November 2022 startete der Vorstand gemeinsam mit Rainer Witt von der intelligentis die Investorensuche. Es galt, immerhin acht Millionen Euro zu akquirieren. Die ebenfalls aus Dresden stammende intelligentis verfügt über ein großes Netzwerk potenzieller Investoren – denn seit Jahren sucht das Team um Rainer Witt als „externe M&A-Abteilung“ für Investoren und Unternehmer das passende Wunschinvestment sowie für Start-ups und andere spannende Unternehmen die passenden Investoren. Einerseits sprachen die Spezialisten strategische Investoren für die DEM an, die für ihre Unternehmen Rohstoffe sichern wollen. Aber auch Fonds-Gesellschaften und andere Investoren wurden kontaktiert, die von den guten Wertsteigerungsaussichten profitieren wollen.

Zwei Akquise-Phasen - viele Interessenten

In einer ersten Akquise-Phase ging das Team mit der Unternehmensstory und einem ‚Fact Book‘ auf Investorensuche. „intelligentis hatte die richtigen Zugänge zu Investoren und Portalen, um eine erfolgreiche Akquise durchzuführen“, sagt Dr. Zauner. Sobald ein gefestigtes Interesse vorlag, erhielten die potenziellen Anteilseigner in der zweiten Phase Zugang zu einem eigens erstellten Datenraum mit allen nötigen Zahlen und Unterlagen. „Schnell stießen wir auf ein großes Interesse bei den Investoren und Unternehmen“, erzählt Rainer Witt. Bis Ende Februar 2023 können sie ihre Investition tätigen. Zugesagt haben bereits ein ‚Family Office‘, das das private Vermögen einer Eigentümerfamilie verwaltet, sowie mehrere strategische Investoren aus der Automotive-Branche und private Investoren, die die Story der DEM einfach spannend finden.

Eigene Unternehmensbewertung bestätigt

Unter Federführung der intelligentis war die DEM von der Gründung an klar, transparent und systematisch aufgestellt. „Rainer Witt als Start-up-Experte brachte hier sehr viel Know-how ein“, erinnert sich Dr. Micha Zauner. „Wir hatten dann direkt vor der Investorensuche zusammen mit der intelligentis eine eigene Bewertung unserer DEM vorgenommen, die sich auch an angelsächsischen börsennotierten Unternehmen orientiert. Diese wurde später in den von den Interessenten durchgeführten, sehr intensiven Prüfungen im Rahmen der Due Diligence weitestgehend bestätigt.“

Entwicklung hin zum Börsengang geplant

Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung legt die DEM gleichzeitig die Basis für ihre weitere Wachstumsgeschichte: Denn die Aktiengesellschaft will sich im Zuge der Welle der Elektromobilität zu einem der ‚Global Player‘ bei E-Materials für E-Mobility entwickeln. Dafür ist in wenigen Jahren ein Börsengang geplant. Nach Überzeugung von Vorstand Dr. Micha Zauner sind die benötigten strategischen und kritischen Rohstoffe – wie Lithium, Kobalt, Seltene Erden, Mangan, Kupfer und Graphit – aktuell nicht ansatzweise ausreichend vorhanden. Die enorme Verknappung führt bereits heute zu Verteilungskämpfen zwischen den Industrienationen und natürlich zu signifikant steigenden Preisen und Bewertungen von Projekten.

Das Fehlen dieser kritischen Rohstoffe hat jedoch erhebliche Folgen für die Wirtschaft und die nationale Sicherheit eines Landes. Deshalb entwickelt und finanziert die DEM aussichtsreiche Projekte weltweit, um die Rohstoffe für die deutsche Wirtschaft nutzbar zu machen. „Wir dürfen in Deutschland nicht weiter zuschauen, wie sich andere Nationen – allen voran China und die USA – die Rohstoffe sichern. Deutsche Investoren und Unternehmen müssen Venture Capital in die Hand nehmen, um einen guten Teil der Rohstoffe für die deutsche Industrie zu sichern. Denn unser Wohlstand fußt nicht zuletzt auf Rohstoffen, da sie am Beginn der Wertschöpfungskette stehen“, so der Vorstand.

Digital Identity Index Deutschland 2023

Die repräsentative Studie von IDnow gibt spannende Einblicke in die Akzeptanz von digitalen (Identifizierungs-)Verfahren in Deutschland.

Basis des Index ist eine repräsentative Studie unter 2.040 Erwachsenen ab 18 Jahren in Deutschland, die von YouGov zwischen dem 6. und 8. Dezember 2022 durchgeführt wurde.

Hier die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Laut Umfrage stören sich die allermeisten Deutschen bei analogen Vorgängen und Anträgen an den damit verbundenen langen Wartezeiten bei der Bearbeitung (59 %). Auch unflexible Termine und beschränkte Öffnungszeiten (58 %) sowie die Anfahrt zur jeweiligen Behörde, Bank oder Institution (40 %) wird als störend empfunden. Zudem stören sich 26 Prozent am Drucken von Dokumenten und 20 Prozent am Papierverbrauch. Die Adaption digitaler Methoden hinkt trotzdem noch etwas hinterher und das, obwohl der Wunsch nach mehr digitalen Diensten in der Bevölkerung vorhanden ist.

Digitale Dienste: Wunsch vs. Realität

Zwei Drittel (66 %) der Deutschen würden beispielsweise gerne mehr digitale Behördengänge nutzen. Nur neun Prozent tun das bisher allerdings. Die Hälfte der Bevölkerung (50 %) würde gern auch die Gesundheitsakte digital einsehen bzw. die Krankschreibung digital einreichen. Beides ist möglich, aktuell machen aber nur 16 Prozent der Bevölkerung davon Gebrauch.

Auffällig ist auch die Diskrepanz zwischen Vertragsabschlüssen für Banken oder Versicherungen gegenüber dem Abschluss von Miet- oder Arbeitsverträgen. Während jeweils über 60 Prozent der Befragten Vertragsabschlüsse bei Banken oder Versicherungen bereits digital nutzen bzw. es gerne tun würden, sind es bei Miet- und Arbeitsverträgen nur sechs Prozent, die diese Verträge digital abschließen; 40 Prozent möchten diese Verträge nicht digital abschließen. Dementsprechend wenig verbreitet ist die qualifizierte elektronische Unterschrift (QES), die hierfür zum Einsatz käme. Sie wurde lediglich von sechs Prozent der Deutschen bisher verwendet.

Popularität der Fernidentifizierungsverfahren

Während die QES bisher noch ein Nischendasein fristet, haben viele Deutsche bereits mehrmals ein digitales bzw. Fernidentifizierungsverfahren durchlaufen. Am weitesten verbreitet sind die Vor-Ort-Identifizierung in einer Postfiliale (40 %), das VideoIdent-Verfahren in einem Videochat mit einer Person (38 %) sowie vollautomatisierte Ident-Verfahren mit Foto/Selfie (14 %). Die eID-Funktion des deutschen Personalausweises hingegen wird auch über zehn Jahre nach deren Einführung kaum genutzt: Nur acht Prozent haben sie schon mal eingesetzt. Die privaten Lösungen werden gegenüber der staatlichen eID von den Nutzenden also klar bevorzugt. Identity Wallets, wie sie aktuell unter anderem auf EU-Ebene diskutiert werden, kommen bisher erst bei einem Prozent der Bevölkerung zum Einsatz.

Fehlendes Verständnis von eIDAS 2.0, eID und digitalen Identitäten

Über die Hälfte der Bevölkerung (52 %) hat laut Umfrage keine nähere Vorstellung was sich hinter „digitaler Identität“, „qualifizierter elektronischer Signatur“, oder „eID“, verbirgt. Schlusslicht in Sachen Verständnis der Begrifflichkeiten bilden die „EuID“ (4 %) und „eIDAS 2.0“ (2 %).

„Wenn wir bedenken, dass die eIDAS 2.0-Verordnung weitreichende Auswirkungen auf die fortschreitende Digitalisierung in unserem Alltag haben wird, ist es überraschend, dass die Diskussionen der EU bisher nicht von den Endnutzern wahrgenommen werden. Sowohl Staat als auch Privatwirtschaft müssen hier noch viel Aufklärungsarbeit leisten, damit es der EuID langfristig nicht wie der deutschen eID ergeht und sie im Bewusstsein der Nutzer verschwindet,“ kommentiert Dr. Heinrich Grave, Senior Vice President Digital Identity bei IDnow.

Identity Wallets: Vertrauen gegenüber Unternehmen aus Deutschland

Gegen die geplanten Identity Wallets – ein Kernstück der eIDAS 2.0-Verordnung – spricht aus Sicht der deutschen Bevölkerung vor allem die fehlende Sicherheit der Daten vor Identitätsmissbrauch oder Fälschungen (44 %), gezielte Hackerangriffe (43 %) und der Verlust bzw. Defekt des Smartphones (41 %). Rund jeder Dritte ist auch durch die Überwachung von Unternehmen (31 %) oder vom Staat (27 %) beunruhigt. Diese Bedenken schlagen sich in den Auswahlkriterien für eine Identity Wallet nieder: Den Deutschen ist Sicherheit (55 %) und Datenschutz (46 %) am wichtigsten. Für 36 Prozent ist die Nutzerfreundlichkeit ein zentrales Auswahlkriterium.

Für beide Kriterien, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit der Identity Wallet, spielt der Sitz des Unternehmens eine große Rolle. Die Bevölkerung ist skeptisch gegenüber Unternehmen außerhalb der EU. Nur vier Prozent trauen ihnen eine gleichzeitig sichere Verarbeitung ihrer Daten sowie eine nutzerfreundliche Erfahrung zu. 28 Prozent trauen Unternehmen mit Sitz in Deutschland die Balance aus Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit zu. Weitere 26 Prozent glauben, dass rein staatliche Institutionen oder Stellen aus Deutschland diese Kriterien in einer Identity Wallet erfüllen könnten.

„Unser Digital Identity Index 2023 zeigt, dass es für die Nutzung von digitalen Diensten in Deutschland immer noch Luft nach oben gibt, insbesondere im Vergleich zum Rest der EU. Nutzer entscheiden sich aufgrund von Bedenken, oder aufgrund von Unwissenheit, noch häufig für analoge Prozesse, wo digitale Verfahren schon längst zur Verfügung ständen. In Hinblick auf die anstehenden Veränderungen, die Identity Wallets in der gesamten EU bringen werden, ist es deshalb so ungemein wichtig, Sicherheit mit Nutzerfreundlichkeit zu vereinbaren. Nur so können Politik und Wirtschaft ein zukunftsfähiges System für digitale Identitäten schaffen und deutsche Bürgerinnen und Bürger von ihren Vorteilen überzeugen“, ergänzt Heinrich Grave.

Der vollständige Digital Identity Index 2023 Deutschland steht hier als PDF-Report zum Download bereit.

Was leisten Kundenbindungsprogramme?

Eine aktuelle Studie zu Kundenbindungsprogrammen zeigt unter anderem: Deutsche Konsument*innen lieben Rabatte.

Ob Stempelkarten beim Lieblingsrestaurant, Treuepunkte bei Supermärkten & Co. oder Clubmitgliedschaften bei Lifestyle- und Modegeschäften: Ziel all dieser Angebote ist es, Kund*innen mittels eines für sie relevanten Mehrwerts zu incentivieren und sie so an das eigene Angebot zu „binden“.

Wie dies die Kund*innen selbst erleben, war der Anknüpfungspunkt der Studie von Software Advice, für die im Oktober 2022 eine Online-Umfrage unter 5032 Teilnehmer*innen aus Australien, Deutschland, Frankreich, Spanien und dem Vereinigten Königreich durch, darunter 1012 Konsument*innen aus Deutschland. Die Befragten sind über 18 Jahre alt.

Kundenbindungsprogramme haben auch aus Kund*innensicht eine hohe Relevanz

Während sich viele Unternehmen Gedanken darüber machen, wie sie ihre Kund*innen (noch) besser an sich binden können, ist es natürlich auch wichtig zu verstehen, wie die Kund*innen aus eigener Sicht am ehesten überzeugt werden können, einer bestimmten Marke oder einem Unternehmen treu zu bleiben. So wurden die Studienteilnehmer*innen gefragt, wie für sie am besten die Beziehung zu einer Marke vertieft wird. An erster Stelle („wichtig“ und „sehr wichtig“ zusammengefügt) steht mit 96 % das Preis-Leistungs-Verhältnis, gefolgt von einer langfristigen Produkt- bzw. Servicequalität (95 %). Danach stehen Transparenz (90 %), Innovation (86 %), Nachhaltigkeit (85 %) und der Markenwert (83 %). Doch auch Treueprogramme spielen bei 82 % der Befragten eine wichtige bzw. sehr wichtige Rolle.

Deutscher Handel und Dienstleistungen: Beliebtheit der Kundenbindungsprogramme

Als strategischer Ansatz bieten Kundenbindungsprogramme meist vor allem einen klaren Vorteil für Unternehmen: bestehende Kund*innen zu binden ist in der Regel günstiger und weniger zeitintensiv, als neue Kund*innen zu gewinnen. Und auch die Kund*innen selbst sehen die positiven Aspekte darin. So nutzen 71 % der Befragten aktuell mindestens ein Loyalitätsprogramm, 80 % dieser Gruppe verwenden sogar mehrere. 36 % der Befragten, die Kundenbindungsprogramme nutzen, tun dies zwischen zwei- und sechs mal pro Woche, weitere 36 % nutzen diese zumindest einmal in der Woche. Den beliebtesten Bereich, in dem solche Programme eingesetzt werden, bilden mit Abstand Supermärkte und der Lebensmittelhandel mit 82 %, gefolgt von Kleidung / Schuhen (32 %) und Tankstellen (31 %).

B2B-Zahlungsspezialist Mondu sichert sich 13 Mio. US-Dollar

Das 2021 von Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger in Berlin gegründete Mondu sichert sich eine Serie-A-Erweiterung in Höhe von 13 Mio. US-Dollar für die fortgesetzte internationale Expansion.

Die Mondu GmbH wurde 2021 von den Unternehmern Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger in Berlin gegründet, um den B2B-Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Das Unternehmen ermöglicht es Händler*innen und Marktplätzen, ihren Geschäftskund*innen B2B-Zahlungsmethoden mit flexiblen Zahlungsbedingungen in einem Online-Checkout anzubieten. Die „Buy Now, Pay Later“-Lösungen umfassen den Kauf auf Rechnung, SEPA-Lastschrift und Ratenzahlung. Händler*innen, die mit Mondu arbeiten, sind vor dem Ausfallrisiko geschützt und sparen sich den Ärger mit Inkasso und Mahnwesen.

Damit bringt Mondu B2B-Zahlungen auf eine Stufe mit B2C-Zahlungen, indem es die Kund*innen in den Mittelpunkt des Zahlungsflusses stellt und gewährleistet, dass sie eine nahtlose, moderne und hochmoderne Erfahrung haben. Das Ergebnis: Geschäftskund*innen haben die Möglichkeit, zu kaufen und zu bezahlen, wann sie wollen, was sich in einer höheren Konversionsrate und einem größeren Warenkorb für den/die Anbieter*in niederschlägt.

Mit der Erweiterung der Serie A erhöht sich die gesamte Investitionsrunde auf 56 Millionen US-Dollar und ermöglicht weiteres Marktwachstum und Produktentwicklung. Mondu will zudem neue Anwendungsfälle für seine B2B-Zahlungsprodukte erkunden, wie etwa eine Omnichannel-Lösung.

Philipp Povel, Mitbegründer und Co-CEO von Mondu: „Buy Now, Pay Later hat sich im B2B-Bereich als wertvolles Instrument etabliert, um die Erwartungen der Geschäftskunden zu erfüllen, indem es ein ‚Consumer‘-Checkout-Erlebnis und eine flexible Bezahlung ermöglicht. Wir sind zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Buy Now, Pay Later für B2B im Jahr 2023 erheblich ansteigen wird. Es gibt viele positive Auswirkungen dieses Finanzinstruments, nicht nur für Käufer, sondern auch für Händler und Marktplätze, da sie weiterhin steigende Warenkorbgrößen und eine stärkere Loyalität der Käufer beobachten.“

Seit der Ankündigung der ersten Series A im vergangenen Mai führte Mondu den Ratenkauf ein und expandierte nach Österreich und in die Niederlande, wo das Unternehmen ein zweites Büro in Amsterdam eröffnete. Das Mondu-Team ist von 20 Mitarbeitenden zu Beginn des Jahres 2022 auf 140 Mitarbeitenden angewachsen.

Seit der Gründung im Oktober 2021 hat Mondu 90 Millionen US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital von Valar Ventures, FinTech Collective, Cherry Ventures, hochkarätigen Business Angels und der deutschen Bank VVRB erhalten.

Gründer*in der Woche: Business Pendel Bus - Pendeln neu gedacht

Tobias Schemmel hat einen Mobilitätsservice gegründet, der sich an Firmen mit zahlreichen motorisierten Berufspendler*innen wendet. Sein Ziel: eine Alternative zum Individualverkehr bieten, Verkehr und Emissionen reduzieren und die Pendler*innen von der „verpendelten Lebenszeit“ befreien. Mehr dazu im Interview mit Tobias.

Wann und wie bist du auf die Idee zum Business Pendel Bus gekommen?

Die Idee kam mir noch vor Corona, als es noch üblich war, dass man täglich gependelt ist – das war bei mir nicht anders. Es war damals ein heißer Sommertag und wir wollten am Abend mit Freunden im Garten grillen. Ich wollte also nach Hause, um alles vorzubereiten – aber ich stand mal wieder am Mittleren Ring im Stau. Es ging nur meterweise im Schritttempo voran. Und weil ich ja nichts Besseres zu tun hatte, habe ich mir mal die anderen „Stauteilnehmer“ so angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass nahezu in jedem Auto nur eine Person sitzt. Und das bei laufender Klimaanlage und natürlich laufendem Motor. Aus Langweile schaltete ich das Radio an und in den Nachrichten kam die Meldung: „Die Luftqualität in deutschen Städten wird immer schlechter“.

Und da kam mir dann die Erkenntnis: „Ich bin Teil des Problems. Ich mach’s ja auch nicht anders.“

Auf der ganzen Heimfahrt hat mich dann der Gedanke nicht mehr losgelassen und ich habe überlegt, woran es liegt, dass auch ich täglich mit dem Auto unterwegs bin.

Was danach kam, waren viele Gedanken über mögliche, aber irgendwie nicht wirklich in Frage kommende, Alternativen und schlussendlich die Idee einen Service zu entwickeln, wie ich ihn selbst gerne nutzen würde.

Die Summe dieser Ideen ist heute das Angebot des Business Pendel Bus.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum fertigen Service?

Ich würde sagen, das Finden der richtigen Partner. Meine Vorstellungen, wie das Ganze aussehen könnte, hatte ich ja bereits im Kopf. Aber wie soll ich so eine Firma auf die Beine stellen? Wo fängt man da an? Also habe ich Gespräche geführt und meine Idee einem Bekannten erzählt, der bei einer Bus Firma in der Geschäftsführung arbeitet. Nach dem Gespräch habe ich 2 Wochen nichts mehr gehört und mir gedacht, dass es vielleicht doch keine so außergewöhnliche Idee war. Danach hat er mich angerufen und gemeint, ich soll mein Konzept mal den Firmeninhabern vorstellen.

So habe ich dann auf der einen Seite ein Busunternehmen für mein Konzept gewinnen können, die den gesamten operativen Busbetrieb abdecken können: Von der Wartung und Pflege der Fahrzeuge, über die Bereitstellung und Einplanung von professionellen Busfahrern, bis hin zum wichtigen Teil der Genehmigungen, die für die Personenbeförderung benötigt werden.

Auf der anderen Seite arbeite ich inzwischen mit einem Münchner Startup zusammen, das eine Fahrgemeinschafts-Plattform speziell für Berufspendler anbietet. In diesen Dienst kann sich der Business Pendel Bus perfekt integrieren – und wir schaffen damit eine zusätzliche Mobilitätsalternative innerhalb der Plattform.

Diese beiden Partner erlauben es mir, den Service von Anfang an hochprofessionell anbieten zu können, so dass ich mich auf die inhaltlichen Gespräche und den Verkauf meines Konzeptes fokussieren kann.

Was ist das Besondere am Business Pendel Bus, wie unterscheidet er sich von anderen Mobilitätslösungen?

Der Business Pendel Bus ist darauf ausgelegt, dass die Pendler im Bus arbeiten können. Und das nicht nur auf einem „Brettl über den Knien“ – sondern auf einem Arbeitstisch, der den Namen auch verdient hat. Über WLAN kann man sich während der Fahrt ins Firmennetz einwählen, wie man es auch aus dem HomeOffice machen würde.

Das war eines der Schlüsselmerkmale, welches mir bei meiner Gründungsidee klar geworden ist: Pendeln ist ungeheure Zeitverschwendung. Das ist ja auch der Vorteil, den viele im HomeOffice sehen – die Fahrtzeiten fallen weg. Wenn man diese „verpendelte Zeit“ in Arbeitszeit umwandeln kann, ist man früher mit der Arbeit fertig und kann seine Lebenszeit der Familie, den Freunden und / oder den Hobbies widmen.

Der Business Pendel Bus verbindet für den Pendler diesen Zeitvorteil des HomeOffice mit den Vorteilen eines Bürotags, wo man seine Kollegen persönlich trifft und damit die Zusammenarbeit und Innovationskraft im Unternehmen erhalten bleibt.

Für wen ist dein Angebot gedacht bzw. wer sind deine Kund*innen?

Der Business Pendel Bus bietet endlich eine echte Alternative zum Auto. Er richtet sich an Pendler mit „digitalen Jobs“ – also Berufen, die auch viel Arbeit am Laptop / PC beinhalten. Viele dieser Pendler haben heute keine andere Möglichkeit, als mit dem Auto zu fahren. Sei es, weil der ÖPNV keine passende Verbindung bietet (bspw. auf dem Land), oder weil der Arbeitsplatz für Fahrrad oder eBike zu weit ist. Daher konkurrieren wir auch nicht mit dem ÖPNV – diesen hochsubventionierten Preis könnten wir auch niemals erreichen.

Unsere Kunden sind allerdings die Firmen, für die diese Pendler arbeiten. Wir bieten also ein B2B2C Angebot – in unserem Fall ein: Business to Business to Commuter. Der Business Pendel Bus kann ein hervorragendes Incentive sein, wenn es um Mitarbeiterloyalität oder
Mitarbeitergewinnung geht. Auch wenn es darum geht, die Mitarbeiter wieder zu mehr Präsenz im Büro zu motivieren. Wenn durch uns mehrere Firmenwägen eingespart werden können, ist ein Business Case auch schnell erreicht.

Wie hast du den Start und damit dich selbst finanziert?

Die Finanzierung ist eigentlich kein so großes Thema gewesen, weil ich parallel einen „normalen Job“ habe, der die täglichen Brötchen bringt.

Klar habe ich hier und da auch ein wenig Geld in die Hand genommen, aber das beläuft sich auf Investitionen in wirklich kleinerem Maßstab. Bspw. habe ich mir das Logo erstellen lassen, von dem ich heute auch noch richtig überzeugt und begeistert bin. (Hätten Sie erkannt, dass das „B“ einen Sitz darstellt und der Rahmen um das „B“ dem Seitenfenster eines Mercedes-Sprinter nachempfunden ist?)

Vor der Gründung habe ich auch ein „Vorgründer-Coaching“ der IHK in Anspruch genommen. Das hat mir auch sehr geholfen, um die Themen zu strukturieren und das Ganze aus einer rein geschäftlichen Perspektive zu betrachten.

Die Hauptinvestition sind allerdings die vielen, vielen Stunden, die in das Projekt geflossen sind. Meine Frau und Bekannte haben meine Ideen und Gedanken immer wieder mit Fassung ertragen.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To-do's und Pläne?

Derzeit bin ich in guten Gesprächen mit mehreren potenziellen Kunden. Die Herausforderung ist, dass der Verkaufsprozess einigermaßen komplex und vielschichtig ist.

Die Vorteile unseres Angebots überzeugen schnell – schwieriger ist dann die Bestimmung des jeweiligen Potenzials an Pendlern: Woher, wie viele, wann und wie oft? Nachdem das Thema Pendeln bisher in den meisten Fällen das „Problem“ des Mitarbeiters war, gibt es in den Firmen weder eine Stelle, an die man sich zentral wenden kann, noch gibt es ausreichend Daten, um Annahmen zu unterfüttern. Allerdings gibt es bereits Startups, die genau in diese Lücke gehen und Mobilitätsanalysen anbieten. Hier weitere Partnerschaften zu finden, die bei der Vorbereitung von Abschlüssen behilflich sein können, ist eines meiner Ziele.

Ein weiteres Ziel ist, dass ich auch über den Großraum München hinaus Kunden überzeugen möchte. Das Konzept ist deutschlandweit ausrollbar – prinzipiell überall da, wo es Firmen gibt, mit vielen Autopendlern.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Betrachte andere Gründer nicht als deine Konkurrenz. Wenn es in der Richtung deiner Idee auch andere Gründer gibt, dann frage dich, wie und warum diese dein eigenes Produkt noch besser machen können.

Am Ende ist die Lösung des Problems wichtiger als ein in den Sternen stehender Profit.

Hier geht's zum Business Pendel Bus

Das Interview führte Hans Luthardt

Start-up-Finanzierung in der Krise – drei Founder berichten

Wir haben drei Start-ups, die jüngst Finanzierungsrunden in Millionenhöhe vermelden konnten, gefragt, wie sie die aktuellen Anforderungen durch VCs wahrnehmen und was es bei der Equity-Story zu beachten gilt.

Ein wirtschaftlich schwieriges Jahr neigt sich dem Ende zu. Das betrifft natürlich auch die Start-up-Szene. Inflation, Rezessionsängste und geopolitische Konflikte stellen viele Jungunternehmer*innen vor ernsthafte Finanzierungsschwierigkeiten. Vor allem die gestiegenen Kapitalkosten haben zur Folge, dass Start-ups nicht mehr so hohe Bewertungen erreichen und schwieriger an Kapital kommen.

Aber auch der Blick auf den US-Venture-Capital-Markt, wo die Zinsen bereits Anfang des Jahres erhöht wurden, veranlasste europäische Wachstumsunternehmen zu massiven Einsparungen, mitunter durch Massenentlassungen. Trotz dieser Entwicklung bleiben erfolgreiche Investment-Meldungen in diesen Tagen nicht aus.

Wir haben drei Start-ups, die jüngst Finanzierungsrunden in Millionenhöhe verkünden konnten, gefragt, wie sie die derzeitigen Anforderungen durch VCs wahrnehmen und was es bei der Equity-Story heutzutage zu beachten gilt.

Orderlion

Das 2018 gegründete Start-up operiert in der Lebensmittelindustrie – der größten Branche der Welt. Orderlion hat sich zum Ziel gesetzt, ein optimiertes, digitales B2B-Shopsystem für Zulieferer in der Gastronomie zu entwickeln. Heute hat das Start-up eine Reihe an Erfolgen vorzuweisen, wie etwa die jüngste Finanzierungsrunde in Höhe von vier Millionen US-Dollar oder die Übernahme eines französischen Konkurrenten.

Mit ihrer “B2B Food Supply-Chain” wollen die Gründer Stefan Strohmer und Patrick Schubert einer angeschlagenen, aber riesigen Branche zur Seite stehen und die Gastronomie digitalisieren. „Wenn es an guten Mitarbeitern mangelt und man trotzdem noch Kosten einsparen muss, dann ist Automatisierung genau das Richtige. Am schnellsten und effizientesten automatisierst du deinen Betrieb durch Digitalisierung der Unternehmensprozesse – zum Beispiel im Bestellwesen”, erklärt CEO Strohmer den Ansatz von Orderlion.

Start-ups von VCs konservativer bewertet

Was die Finanzierung betrifft, so weiß das Orderlion-Team, dass sich die Anforderungen der VCs an Start-ups verändert haben. “Valuation“ bei Funding-Runden sei derzeit konservativer; es werde mehr Fokus auf KPIs wie „Monthly Recurring Revenue“ und deren „Month over Month Growth Rate“ gesetzt. Zudem wurde die Aggressivität der „Burn Rate“ zurückgeschraubt – für 18 statt bisher zwölf Monate „Runway“. Allgemein werden, Orderlion nach, Start-ups konservativer bewertet als bisher.

Ein weiterer bemerkenswerter Punkt, den Strohmer und Schubert ausgemacht haben, ist, dass heutzutage Profitabilität nicht mehr zwingend notwendig sei. Es stelle sich eher die Frage, wo man Kosten sparen könne, um den Runway zu verlängern.

„Spart man zu sehr in Sales und Marketing, dann ist das zu kurzfristig gedacht“, sagt Co-Founder Stefan Strohmer dazu. „Man reduziert zwar sofort einen ‚Burn‘, aber damit auch eine Wachstumsrate. Die Folge ist: Man braucht länger, um Revenue aufzubauen. Besser ist es, wenn man an anderen Stellen einsparen kann, etwa ‚Product‘ und ‚Support‘ nicht so stark ‚over hired‘ und weiterhin in Sales und Marketing investiert. Nur nicht zu extrem, wie vielleicht zu 2021er-Zeiten.“

Stabile KPIs

Für die eigenen Investor*innen hatten Vorhersagen von Orderlion mehr Glaubwürdigkeit, da ihre Sales-KPIs sehr stabil sind. Je nach Phase des Unternehmens seien jedoch auch andere KPIs wichtig. In der aktuellen, wo Kapital knapper und teurer ist, erweise sich gute Finanzplanung als noch essentieller.

Der Lebensmittelmarkt sei, trotz aller Krisen (Covid, Supply Chain Issues, Staff Shortages, Inflation, Product Shortages …), weiterhin standfest und attraktiv, da derzeit viele Unternehmen entlang der „Food Supply Chain“ erkannt haben, dass sie ihre Kostenstruktur optimieren müssen, um zu überleben.

„Wenn es an guten Mitarbeitern mangelt und man trotzdem noch Kosten einsparen muss, dann ist Automatisierung genau das richtige. Am schnellsten und effizientesten automatisiert man den eigenen Betrieb durch Digitalisierung der Unternehmensprozesse, etwa im Bestellwesen. Genau diese Expertise holen sich diese Unternehmen jetzt von Orderlion“, so Strohmer weiter.

Tipps von Orderlion

Um durch stürmische Zeiten zu navigieren und mit knappen Ressourcen hauszuhalten, rät der Founder dazu, ganz bewusst fokussiert zu arbeiten. Ein wichtiges Hauptziel zu definieren und alles andere diesem unterordnen. So würden aus zehn Projekten eines; dadurch könne man mit weniger Ressourcen mehr erreichen.

Ebenfalls sollte man seinen „Go To Market“-Prozess sowie sein Produkt durchleuchten, ob man hier verschlanken kann, sodass weniger manuelle Arbeiten anfällt (Self-Service etwa).

„Bei uns können Lieferanten ihren Bestellannahmeprozess automatisieren über eigene Bestell-Apps und darüber auch noch Zusatzverkäufe fördern, also Kosten einsparen und Umsätze steigern“, sagt er.

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Orderlion

  • Start-ups werden konservativer bewertet (andere Kennzahlen)
  • Es muss an den richtigen Ecken und Enden gespart werden (Marketing > Product)
  • Gute Finanzplanung ist ein A und O
  • Gute Branche
  • Start-ups unterstützen mit ihrem Produkt selbst Unternehmen bzw. eine Branche, um die Krise zu meistern (Automatisierung)
  • Start-ups helfen bei Kosteneinsparung und Umsatzsteigerung

Medudoc

Das Health-Start-up Medudoc wurde 2020 von Michael Horacek gegründet. Konkret handelt es sich um einen Anbieter für digitale Patientenaufklärung mit Teams in Wien, Berlin und Luzern. Vor kurzem gab man bekannt, dass im Sommer eine Finanzierungsrunde von über zwei Millionen erfolgreich abgeschlossen wurde.

Medudoc – kurz für „medical education and documentation“ – arbeitet als SaaS-Plattform an der Reduzierung von Unsicherheiten und Komplexitäten für Patient*innen und deren Angehörige. Denn, aktuell würden Patient*innen an unverständlichen medizinischen Informationen in Vorbereitung auf ihre OP verzweifeln. Dennoch seien sie rechtlich dazu verpflichtet, einzuwilligen, verständlich und umfangreich über ihren Eingriff und den damit verbundenen Risiken sowie Alternativen aufgeklärt worden zu sein.

Bewertung stark unter Druck

Medudoc nach haben sich die Anforderungen der VCs an Start-ups hierzulande nicht sehr stark verändert.

„Aus der Sicht der breiteren (öffentlichen) Wahrnehmung wissen wir, dass in den USA bzw. UK die, zuletzt sehr hohen, Bewertungen stark unter Druck gekommen sind“, sagt Co-Founder Michael Horacek. „In Europa waren die Amplituden, mit Ausnahmen, nicht vergleichbar mit US-Werten. Alle Teilnehmer im Markt werden jedoch nun mehr auf nachvollziehbare Zahlen achten und vielleicht kurzfristig auch mehr auf ‚Stability‘ und echte Innovation, als auf reine ‚Opportunity setzen‘.“

Für den Healthtech-Gründer gibt es je nach Industrie verschiedene Wege, eine glaubwürdige Perspektive auf Profitabilität aufzuzeigen. „Ein Strategieschwenk in Richtung schnellerer Profitabilität ist einer davon. Marktanteil, messbare Effizienzsteigerung und u.a. langfristig gesicherte ‚Revenues‘ werden auch wichtiger als reine Marktgröße“, so Horacek weiter.

In Sachen Investor*innen vertrauen sei ein Erfolgsgeheimnis, dass es sich bei Medudoc um branchennahe Kapitalgeber handle und jene den Realitätsgrad ihrer „Sales-Roadmap“ gut einschätzen könnten. Zudem bleiben Transparenz und Fakten wichtige Faktoren bei der Kapitalsuche.

Health-Bereich unter Druck

Der Markt selbst, den Medudoc bedient, wird sich in den nächsten Jahren weiterhin – trotz oder gerade wegen mancher Krisen – attraktiv zeichnen. Einer der USPs des Startups ist, die Zeitersparnis für Ärzt*innen sicherzustellen bzw. zu erhöhen.

Im aktuellen Umfeld stehen zudem die Gesundheitssysteme im DACH- und UK-Raum (vor allem in den nächsten Jahren) durch dramatische Fehlzahlen bei Mediziner*innen stark unter Druck. Ein effizienterer Umgang mit deren Kapazitäten (Zeit) sei daher existenziell notwendig.

Tipps von Medudoc

Um in schwierigen Zeiten auch mit knappen Ressourcen haushalten zu können, rät Horacek dazu, eine Crew zu haben, die von der Vision und dem eigenen Kurs überzeugt ist. „Nie den Nordstern aus den Augen verlieren“, präzisiert er. „Egal ob Sturm, Nebel oder Sonne, die Kosten muss man immer im Griff haben. Aktuell ist die Fähigkeit, auch größere Stürme durchsegeln zu können (runway) sicher hilfreich.“

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Medudoc

  • Kein Vergleich zur US-Krise
  • Stärker auf nachvollziehbare Zahlen achten und kurzfristig mehr auf Stabilität und echte Innovation als auf reine Opportunity setzen
  • Marktanteil, messbare Effizienzsteigerung, langfristig gesicherte ‚Revenues‘ werden wichtiger als reine Marktgröße
  • Großteil der Investor*innen kommt aus der eigenen Branche
  • Eigene Lösung leistet Beitrag zu einer gravierenden Krise
  • Kosten stets im Griff haben

Shopstory

Shopstory entwickelt eine SaaS-Lösung (Software as a Service), welche schlicht als „intelligenter Performance-Marketing-Assistent“ für Onlinehändler*innen beschrieben werden kann. Die auf künstlicher Intelligenz basierte Software möchte Onlineshops dabei helfen, ihren Umsatz, die Profitabilität sowie deren generelle Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Für Sebastian Schwelle, Co-Founder von Shopstory, hat sich in den letzten Monaten klar gezeigt, dass die Investmentaktivität zurückgegangen ist und auch Bewertungen nicht mehr einfach so akzeptiert werden.

„Während weiterhin Wachstum gewünscht wird, ist es auch immer wichtiger zu zeigen, dass man effizient neue Kunden gewinnen kann“, sagt er. „Der sogenannte Burn Multiple ist mehr in den Vordergrund gerückt, sprich, wie viel Kapital benötige ich zusätzlich, um neuen Umsatz zu erzeugen.“

Für den Co-Founder geht es in Sachen glaubwürdiger Perspektive auf Profitabilität ganz stark darum aufzuzeigen, wie groß das Team sein muss, um in seinem Umfeld weiterhin bestehen zu können. Oder anders gesagt, um weiterzuwachsen.

Agilität und Teamstärke

„Kann man diese Größe mit den aktuellen Mitteln erreichen, kann man auch aufzeigen, dass man hier rechtzeitig den Schwenk zur Profitabilität hinbekommt“, präzisiert er. „Es zeigt sich in diesem Umfeld, dass man seine Vorteile als Startup stark ausspielen muss. Das bedeutet agil und flexibel genug zu bleiben, um auf eine laufend ändernde Marktsituation rechtzeitig zu reagieren. Es geht auch immer darum zu beweisen, dass man im Team stark genug aufgestellt ist, um schnell zu reagieren.“

Tipps von Shopstory

Sebastian Schwelle weiß, dass der E-Commerce-Markt ein bewegtes Jahr hinter sich hat und auch nächstes Jahr noch auf eine herausfordernde Zeit blicken wird.

„Mit unserem Ansatz, mit möglichst wenig Mitteln viele Performance-Aktivitäten im eigenen Haus abzubilden, sehen wir uns aber auch in Zukunft sehr gut aufgestellt“, sagt er. „Dies zeigt die weiterhin hohe Nachfrage nach unserer Software. Allgemein gesprochen, braucht es ein starkes Team und gleichzeitig das Bewusstsein, dass jeder mit anpacken muss, um in stürmischen Zeiten bestehen zu können.“

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Shopstory

  • Burn Multiple im Vordergrund
  • Teamstärke
  • Auf Marktsituation reagieren
  • Mit wenig Mitteln viel Performance

EdTech-Start-up Easy-Tutor sammelt 4,8 Mio. Euro ein

Easy-Tutor, 2017 von Massimo Cancellara und Jessica Contento gegründet, bietet Online-Nachhilfe für Schüler*innen aller Klassenstufen.

Der Online-Nachhilfeanbieter Easy-Tutor erhält im Zuge einer Series-A-Finanzierungsrunde 4,8 Millionen Euro. Das frische Kapital kommt vom Bestandsinvestor Bayern Kapital, der sich über seinen Innovationsfonds BKI EFRE erneut beteiligt. Neu investiert ist zudem das 2022 gegründete Münchner Family Office K+K1 rund um den Timify-Gründer Andreas Knürr.

Massimo Cancellara, CEO und Co-Gründer von Easy Tutor: „Vor dem Hintergrund der schleppenden Digitalisierung von Schulen, dem Lehrer*innenmangel und dem Fehlen von Fachkräften zeigt sich, dass das Sicherstellen einer flächendeckend guten und zeitgemäßen Bildung eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit ist. Wer heute Veränderung im Bildungsbereich herbeiführen möchte, muss Bildung neu denken.“

Dazu gehört für Easy-Tutor zum einen, den Fokus auf das Individuum zu legen und menschlich auf die jeweiligen Lernbedürfnisse einzugehen. Und zum anderen solle Bildung für alle zugänglich sein. Easy-Tutor stehe genau dafür ein und ergänze diese Faktoren mit dem notwendigen technischen Know-how. „Wir wissen zu schätzen, dass unsere Investoren genau diesem Konzept vertrauen und es mit ihrem Investment honorieren.“ ergänzt Co-Gründerin Jessica Contento.

Das frische Geld nutzt das EdTech, um die eigene digitale Plattform weiterzuentwickeln und das Wachstum voranzutreiben – im deutschsprachigen Raum wie auch im unmittelbaren Ausland ab Mitte 2023. „Dabei ist uns sehr wichtig, nicht um jeden Preis zu skalieren, sondern gesund und nachhaltig zu wachsen. So möchten wir in den kommenden Jahren europaweit zur Anlaufstelle Nummer Eins für Schüler*innen, Eltern und Schulen werden, wenn es um qualitativ hochwertige, digitale schulbegleitende Nachhilfe geht“, erklärt Massimo Cancellara.

Entsprechend investiert Easy-Tutor auch in weitere relevante Partnerschaften, etwa in Kooperationen mit Schulen und Vereinen. Im Moment nutzen etwa 200 Partnerschulen und 40 Prozent aller Bundesligavereine Easy-Tutor in ihrem Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche. Zudem sollen Unternehmen für eine Zusammenarbeit gewonnen werden, die durch ihre Zielgruppenrelevanz Easy-Tutor mehr Sichtbarkeit und den Kund*innen durch das Nachhilfeangebot einen starken Mehrwert bieten. Seit der Gründung 2017 wächst das Unternehmen nach eigenen Angaben stetig: Mittlerweile kümmern sich über 40 Mitarbeiter*innen um die etwa 12.000 Schüler*innen der Plattform.

Family-Fintech Bling sichert sich Millionen-Invest

Bling, Europas erstes Family-Fintech, hat mit seiner Seed-Finanzierungsrunde sechs Monate nach dem Launch Millionen eingesammelt. Lead-Investor ist Peak aus Amsterdam, den Co-Lead übernimmt La Famiglia aus Berlin.

Bling wurde 2021 von Leon Stephan und Nils Feigenwinter in Berlin gegründet. Das erste Family-Fintech Europas startete als Taschengeld-App, um die Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Für viele von ihnen ist es die erste selbständige Bezahlerfahrung.

Seit Sommer 2022 bietet Bling eine Family-Banking-Lösung an: mit der Bling-Card und -App bezahlen Kinder und Jugendliche selbständig. Mit der App lernt zudem die ganze Familie den optimierten Umgang mit Geld.

Eine Idee, die nicht nur bei Investor*inneen gut ankommt: Wenige Monate nach dem Start nutzen – so das Start-up – bereits tausende Familien das Angebot; bereits über 10.000 Kinder und Jugendliche haben mit Bling ihre erste Bezahlerfahrung gemacht.

Neben Business Angels wie Lea-Sophie Cramer, Felix Haas (IDnow), Jakob Schreyer (Orderbird) und dem ehemaligen ING-Diba CEO Ben Tellings investieren jetzt auch die Familien-Influencerin Carmen Kroll und Prediction Capital im Zuge der Seed-Runde.

„Die abgeschlossene Finanzierungsrunde ermöglicht es, unser Angebot schneller auszubauen und zu wachsen. Unsere Produkte orientieren sich an der Entwicklung von Familien. Mit neuen Sparangeboten – schon zur Geburt – werden wir diese Strategie weiter forcieren“, sagt der 22-jährige Co-Gründer und CEO Nils Feigenwinter und ergänzt: „Über Jahrzehnte wurden Familien als Zielgruppe vernachlässigt. Das ändern wir.“

Mitgründer und CTO Leon Stephan ergänzt: „Wir sehen, dass sich das Engagement der Erstnutzer und die Anzahl der User innerhalb einer Familie von Monat zu Monat steigern. So wird unsere App auch innerhalb der Familie als Tool von Erwachsenen genutzt, das prägt unsere Tech-Strategie für die Zukunft.“

Aus Gexsi wird GOOD - die soziale Alternative zu Google

Aus Gexsi wird GOOD: Die "Suchmaschine für eine bessere Welt" wartet ab sofort mit neuem Namen, neuem Design und neuen Features auf.

GOOD will bewusst anders als andere Suchmaschinen sein: 100% non-profit, datenschutzfreundlich und CO2-neutral. Und mit ihren Einnahmen unterstützt die Suchmaschine jeden Monat ein Projekt, das mit einer innovativen Lösung einen Beitrag zu den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) leistet.

Die Vision von GOOD: Eine Welt, in der möglichst viele Menschen positiven Wandel anstoßen – ganz unkompliziert, ohne Kosten und barrierefrei.

Die Suchmaschine ging im Jahr 2019 mit einem ersten Prototypen von Berlin aus auf den Markt, zunächst unter dem Namen Gexsi. Die Gründer David Diallo, Kevin Fuchs und Andreas Renner erkannten damals, dass Menschen überall auf der Welt aus Eigeninitiative neue Lösungen entwickeln und gerade in der Startphase Unterstützung benötigen. “Uns war klar, dass wir diese Lösungen nicht alleine zum Erfolg bringen können. Die Projektideen müssen verbreitet werden, um möglichst viele Menschen einzubinden und zum Handeln anzuregen. Unsere Formel lautet daher: Informieren, Inspirieren, Aktivieren“, so Andreas Renner.

Für die Gründer war es von Beginn an wichtig, ein Tool als Grundlage zu nehmen, welches eine große Zielgruppe anspricht und alltäglich genutzt wird. Es sollte für jeden unkompliziert, ohne Kosten und barrierefrei zu bedienen sein und ganz nebenbei noch Geld einbringen.

Seit dem Start wurde die Beta-Version kontinuierlich weiterentwickelt. Nun stehen für die Suchmaschine und das Team die nächsten großen Schritte an. Dafür geht die Suchmaschine unter anderem mit dem neuen Namen GOOD an den Start. Mit der Umbenennung gibt es außerdem einen komplett neuen Look für die Website, Browser-Erweiterung und Mobile Apps sowie zusätzliche Features, wie u.a. erweiterte Wikipedia-Widgets oder zusätzliche Filterfunktionen.

Die neuen Funktionen sollen ein noch attraktiveres Nutzererlebnis schaffen und bessere Suchergebnisse erzielen. Bewährtes wie das gemeinnützige Dach, die Unterstützung von Projekten mit innovativen Lösungen und die Überzeugung, gemeinsam für eine bessere Welt zu kämpfen, bleiben unverändert.

Grüne Brise: erster Marktplatz Deutschlands für Cannabis-Apotheken gestartet

Breezy Brands, ein Tochterunternehmen der Bloomwell Group, verkündet den Start von Grüne Brise, dem ersten deutschen Online-Marktplatz für Cannabis-Apotheken.

Die Breezy Brands GmbH, ein Portfolio-Unternehmen der Frankfurter Bloomwell Group GmbH, startet nach erfolgreichem Testlauf mit Grüne Brise Deutschlands ersten Online-Apotheken-Marktplatz für medizinisches Cannabis. Cannabis-Patient*innen können fortan online auf einfachem Wege ihre Rezepte einlösen und erhalten ihre verschriebenen Produkte binnen 72 Stunden an die Haustür geliefert.

„Grüne Brise fungiert als Online-Marktplatz für ausgewählte Partner-Apotheken und Cannabis-Patient*innen mit dem Ziel, das Einlösen eines Rezepts für medizinisches Cannabis so nutzerfreundlich und einfach wie möglich zu gestalten. Es gibt in Deutschland aktuell nur wenige spezialisierte Cannabis-Apotheken. Entsprechend langwierig und aufwendig kann es sich für chronisch erkrankte Menschen gestalten, die ihnen verordnete Sorte zu erhalten. Unser Ziel ist, Patient*innen den Service zu bieten, den sie verdienen, ohne lange Wartezeiten, Verfügbarkeitsprobleme oder mangelnde Erreichbarkeit“, erklärt Janett Dalka, CEO der Breezy Brands GmbH.

So können Patient*innen über Grüne Brise durch die angebundenen Apotheken nahezu alle in Deutschland zugelassenen Sorten medizinisches Cannabis erhalten und online in wenigen Schritten ihr Rezept einlösen. Das Rezept muss vor Abschluss des Kaufs hochgeladen werden und wird durch das pharmazeutische Fachpersonal der ausgewählten Apotheke kontrolliert. Der Patient kann über seinen Log-In-Bereich den Bestellstatus jederzeit nachverfolgen. Alle Produkte versenden die Partner-Apotheken von Grüne Brise ausschließlich und umgehend per Ident Check – mit Kontrolle der Personalien bei Paketübergabe. Grüne Brise garantiert eine Lieferung binnen 72 Stunden für vorrätige Produkte.

Janett Dalka: „Als Plattform schaffen wir ein Zuhause für Patient*innen und einen digitalen Ort, an dem keine Wünsche der Patient*innen und der angeschlossenen Apotheken offen bleiben. Auch Ärztinnen und Ärzte haben für detaillierte Produktinformationen und Weiterbildungen einen gesonderten Login-Bereich. Wir möchten Patient*innen sowie Ärztinnen und Ärzten nicht nur Hilfsmittel an die Hand geben, sondern auch ihren Alltag erleichtern.“

BREEZY: Lifestyle und Community

Bereits im April dieses Jahres war mit BREEZY die europaweit erste Cannabis-Marke für Lifestyle und Community an den Start gegangen. Parallel zu Grüne Brise führt BREEZY unter dem Dach der Breezy Brands GmbH weiterhin hochwertige Accessoires, Utensilien und Streatwear-Produkte für Cannabis-Liebhaber*innen. Medizinisches Zubehör wie diverse Verdampfer, Präzisionswaagen oder Grinder dienen der korrekten Dosierung und ermöglichen die Einnahme von medizinischem Cannabis. Schon jetzt bietet BREEZY für die Cannabis-Kultur einen Ort für Dialog, Austausch, Information und Diskussion.

Die Bloomwell Group setzt auch mit Breezy Brands auf einen radikalen Direct-2-Consumer-Ansatz oder, im Falle medizinischer Produkte, Direct-2-Patient-Ansatz. „Wir sind sehr stolz, mit Grüne Brise nun ein zentrales Puzzlestück in unserem Produktportfolio zu ergänzen. Damit decken wir mit Ausnahme des Anbaus nun die gesamte Wertschöpfungskette ab“, erklärt Bloomwell Co-Founder und CEO Niklas Kouparanis. „Wir sind sehr glücklich, mit Janett Dalka bei Breezy Brands eine absolute Expertin für Leadership und Brand Building an Bord zu haben, die in den letzten Jahren unter Beweis gestellt hat, Produkte und digitale Lösungen auf ein neues Level heben zu können und in den letzten Monaten ein starkes Team aufgebaut hat.“

„Cannabis war und ist eine von der Community getriebene Kultur. Wir wollen dieser Community ein zuhause geben“, erklärt Janett Dalka. „Es ist überfällig, dass Cannabis endlich die jahrzehntelange Stigmatisierung hinter sich lässt. BREEZY und Grüne Brise sind die Orte, die Cannabis-affine Menschen und Patient*innen abholen. Wir werden dem neuen Cannabis-Image gerecht, indem wir Menschen verbinden und zusammenbringen – und so gegenseitige Aufklärung und Austausch erst möglich machen.“

Vadim Fedotov: Ex-Basketballnationalspieler und bioniq-Gründer übernimmt Fitness-Start-up VAHA

2019 gründete Ex-Basketballnationalspieler und Gesundheitsvisionär Vadim Fedotov bioniq und machte es innerhalb von nur drei Jahren zu einem führenden Hersteller von personalisierten Nahrungsergänzungsmitteln. Jetzt sein nächster Scoop: die Übernahme von VAHA, dem europaweit aktiven, interaktiven Fitnessspiegel für zu Hause.

VAHA wurde ebenfalls 2019 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Berlin und fungiert als virtueller Personal Trainer, der mithilfe von KI-Technologie wie ein Hologramm direkt ins Haus gestreamt wird und über 2.000 Workouts für jedes Trainingsziel und jede Trainingsvorliebe bereithält. Das Gerät ermöglicht es ganzen Haushalten, so zu trainieren, wie und wann sie wollen – ganz bequem vom Wohnzimmer aus. Alle Workouts sind digital zugänglich und wurden von qualifizierten Personal Trainern entwickelt. Die Produkte wurden von der Gründerin Valerie Bures – Schöpferin der Fitnesskette für Frauen Mrs. Sporty – und einer Gruppe von Wissenschaftlern, Medizinern und IT-Experten entwickelt.

„Gemeinsam ist es unser Ziel, Menschen auf der ganzen Welt mit der Kombination aus personalisiertem Heimtraining und maßgeschneiderter Nahrungsergänzung zu unterstützen, zu motivieren und aufzuklären, um ein möglichst erfülltes und gesundes Leben zu führen. Gesundheit hat viele entscheidende Faktoren, einer der wichtigsten ist die tägliche Aktivität, und so sind wir unglaublich stolz darauf, VAHA auf der globalen Plattform von bioniq willkommen zu heißen“, so Fedotov.

Mit der Übernahme von VAHA setzt bioniq seinen Expansionskurs fort, stärkt seine Position als innovative Gesundheitsplattform in Europa und im Nahen Osten. Derzeit ist bioniq in acht Ländern in der EMEA-Region vertreten und plant, bis Ende 2023 in vier weitere Länder zu expandieren, darunter auch in die USA. Führende globale VC-Fonds wie HV Capital, Rocket Internet, Porsche Ventures, Unbound Ventures und TQ Ventures unterstützen die Mission von bioniq.

Die Übernahme markiert einen wichtigen Meilenstein in der Mission des Unternehmens, die globale Gesundheit bis 2025 zu verbessern, wie bioniq-CEO Vadim Fedotov sagt: „Dies ist ein Blick in die Zukunft der personalisierten Gesundheit in Form von maßgeschneiderten Wellness-Lösungen und Fitness für zu Hause, die durch Daten und Innovation angetrieben werden."

Die VAHA-Gründerin Valerie Bures bleibt als Board-Member und Share-Holder weiter in der neuen Company. Mitgründer Calin Popescu fungiert weiterhin als CTO, auch in der neuen Company.