Web Analytics: 5 Fallstricke bei gratis Tools

Autor: Götz Aikele
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Gründer, die ihre Website oder App per Datenanalyse zum Erfolg führen wollen, greifen oft zu einem schnell verfügbaren, kostenlosen Online-Tool. Wir nennen fünf Punkte, die Start-ups und aufstrebende Unternehmen bei der Auswahl ihres Webanalyse Tools beachten sollten.

Besonders junge Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen setzen heute auf die datengetriebene Optimierung von Webseiten und Apps. Sie analysieren das Verhalten ihrer Nutzer, um die Usability der Plattform zu verbessern und um den richtigen Marketing-Mix zu finden. Mit einer umfassenden Analyse können sie herausfinden, in welchen Kanälen sich neue und zukünftige Kunden bewegen und wo ihre Interessen liegen. Viele Gründer und digitale Start-ups setzen dabei auf frei zugängliche Tools. Davon versprechen sie sich vor allem einen geringen Aufwand und niedrige Kosten. Oft ist aber auch einfach der Griff zu dem schnell verfügbaren Produkt am bequemsten, und die Alternativen nicht bekannt. Dabei wissen die meisten Gründer nicht, welche Nachteile dabei für sie entstehen.

Die fünf Fallstricke bei frei zugänglichen Digital Analytics Tools:

Digital Analytics Fallstrick 1: Bis zu 20 Prozent Daten-Ungenauigkeit

Herkömmliche Webanalyse Tools tracken Webseiten-Besucher mit eingebauten Zählpixeln, die Klicks registrieren. Doch das Pixeltracking kann nicht alle Aktionen lückenlos erfassen. Viele User nutzen inzwischen Tracking-Blocker, die speziell Zählpixel blockieren. Zudem  sind die Zählpixel oft eines der zuletzt geladenen Elemente einer Webseite – bei langsamen Verbindungen oder  besonders schnell weiter-klickenden Nutzern  bleiben sie außen vor. Gründer verzichten damit auf etwa 20 Prozent Datengenauigkeit. Dabei können Ausreißer und Datenlücken gerade kleine und mittlere Datensätze stark verzerren. Wer 100 Prozent genaue Analyse-Ergebnisse möchte, der muss auf ein alternatives Verfahren, wie etwa Reverse-Proxy-Tracking, setzen.

Digital Analytics Fallstrick 2: Allgemeine Kennzahlen für alle Anwendungen

Web, App, Intranet oder Softwareanwendungen müssen auf verschiedene Weise analysiert werden – allgemeine Kennzahlen für alle Anwendungen sind nicht zielführend. Kostenfreie Lösungen liefern aber genau das, sie haben nur ein Set an Reports für jede digitale Anwendung. Achten Sie darauf, dass Sie für jede Plattform eine speziell auf ihre Anforderungen entwickelte Analytics-Lösung nutzen. Diese Lösungen wiederum sollten in der Lage sein, die Ergebnisse aus den verschiedenen Plattformen in einer zentralen Datenanalyse zu vereinen. Nur so können Sie die verschiedenen Kanäle und Plattformen miteinander vergleichen und sich ein ganzheitliches Bild Ihrer Nutzer machen.

Digital Analytics Fallstrick 3: Jedes Unternehmen und Geschäftsmodell wird gleich behandelt

Ihre Web Analytics Ergebnisse haben nur dann Aussagekraft, wenn  die Antworten zu Ihren Fragen und dem Geschäftsmodell Ihres Unternehmens passen. Denn jedes Unternehmen funktioniert anders und hat individuelle, auf sein Geschäftsmodell ausgerichtete Digitalziele. Ein Beispiel: Der Satisfaction-Index misst die Zufriedenheit von Anwendern mit einer bestimmten Funktion. Etwa, wie zufrieden Shop-Kunden mit dem  Bestellvorgang sind, oder wie leicht Besucher einer Seite eine bestimmte Information finden. Dafür muss der Anbieter der Webseite allerdings zunächst genau definieren, welche Schritte für die Funktion nötig sind, welches Ergebnis Anwender wollen, und wie zufrieden sie mit bestimmten Teil-Ergebnissen sind. Wenn der Satisfaction-Index gut auf das Geschäftsmodell zugeschnitten ist, zeigt er sehr genau, an welcher Stelle es hapert und was verbessert werden muss.

Digital Analytics Fallstrick 4: Größerer Aufwand durch Do it Yourself

Anbieter von kostenlosen Cloud-Lösungen versprechen geringen Aufwand für Unternehmen: der Anbieter kümmert sich um alles Technische, Sie benötigen keine zusätzlichen Kapazitäten. Doch um aus der Technik aussagekräftige Schlüsse zu ziehen, müssen sich eigene Mitarbeiter in die Materie einarbeiten. Ein besserer Weg ist ein Partner, der seine Expertise mit Digital Analytics an Ihre Mitarbeiter weitergibt.

Digital Analytics Fallstrick 5: Schutz der Kundendaten

Kostenlose Tools wie Google Analytics halten Ihre Daten in einer Cloud mit Servern verteilt über die ganze Welt. Seit Februar 2017 sind sie per US-Gerichtsentscheid verpflichtet, diese Daten  auf Nachfrage an die US-Regierung weiterzugeben. Wie auch immer sich die Situation um den internationalen Datenschutz entwickelt – halten Sie es sich offen, zügig auf Änderungen zu reagieren. Eine langfristige Datenstrategie muss es Ihnen ermöglichen, jederzeit umzusteigen: von Cloud auf Hybrid-Cloud auf Inhouse (auch „on premises“) oder umgekehrt. Suchen Sie sich deswegen einen Partner, der Sie flexibel beim Erreichen Ihrer Ziele unterstützt und Ihnen verschiedene Betriebsmodelle bietet.

Der Autor Götz Aikele ist Marketing Manager bei der Mindlab Solutions GmbH. Mindlab unterstützt Unternehmen bei der Analyse und Optimierung aller digitalen Anwendungen, www.mindlab.de

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