Lady Affiliate

Autor: Katrin Theiner
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2013 hat Sabrina Spielberger ihr Affiliate-Meta-Netzwerk digidip gegründet. Heute vermittelt sie pro Tag drei Millionen User bei namhaften Online-Shops in über 40 Ländern.

Hinter digidip verbirgt sich eine Technologie, die Publishern und Influencern hilft, ihre Produkt-Empfehlungen automatisiert zu monetarisieren, indem ausgehende Links zu Shops und Dienstleistern erkannt und getrackt werden. Wenn User über diese Links einkaufen, werden die Publisher dafür mit einer Provision vergütet.

Mittlerweile ist das 15-köpfige Team um Sabrina Spielberger Marktführer in Deutschland und UK, umfasst heute 95 Netzwerke und 40.000 Händler weltweit und hält sich 2017 auf Platz 9 des Rankings der schnellwachsendsten Start-ups Deutschlands. Digidip vermittelt pro Tag drei Million User bei namhaften Online-Shops weltweit, ist in über 40 Ländern vertreten und hat schon über 550 Millionen Euro E-Commerce-Umsatz vermittelt. Nächstes Ziel des Berliner Start-ups: Der US-amerikanische Markt.

Content Monetarisierung
Wie ein Schweizer Uhrwerk laufen die Wellen auf den indonesischen Strand. Ist eine verebbt, rollt schon die nächste über den feinen Sand. In dieser Präzision fand Sabrina Spielberger, Gründerin und CEO von digidip, 2013 die entscheidende Inspiration. Hier, zwischen Malaysia und Papua-Neuguinea, kam sie auf digidip. Die Idee, ein Affiliate-Netzwerk zu gründen, hatte sie schon länger.

Doch fernab der Heimat erhielt ihr „Baby“ seinen Namen. „Ich wollte Namen mit „Ad“ oder „Link“ vermeiden. Es musste eher etwas Kreatives mit schönen Buchstaben sein, aus denen man ein ansehnliches und einprägsames Logo gestalten kann“, erinnert sich die 33-Jährige. Nur fünf Jahre später ist das Start-up Marktführer im Bereich Content-Monetarisierung und Performance-Analyse. Der Weg dorthin war nicht einfach, aber gut gekleidet.

Von der Fashion-Bloggerin zur AdTech-Gründerin
Als Kind wollte Sabrina erst Anwältin und später Journalistin werden. In beiden Berufen geht es im besten Fall um Wahrheit und Rechtschaffenheit. Werte, die ihr auch heute noch sehr wichtig sind. Während des Abiturs hat sie nebenbei in einer Redaktion mitgearbeitet und war mit 20 Jahren schon Mitherausgeberin eines Buchs mit dem Schwerpunkt UMTS. Den Start ins Online-Marketing machte Sabrina als Account-Managerin für ein Display-Unternehmen, bei dem sie später die globale Sales-Strategie ausbaute und Teil der Geschäftsführung war. Dennoch entschied Sabrina sich für ein Wirtschaftsstudium, doch das journalistische Mitteilungsbedürfnis und die Leidenschaft fürs Schreiben blieben, weswegen sie immer den kreativen Ausgleich in ihrer Freizeit suchte.

Sie fand ihn in ihrem Mode-Blog, mit dem sie 2009 online ging. Auf Stylebudget ging es vorrangig um Mode-Schnäppchen und darum, wie man teure Outfits mit simplen Tricks erfolgreich kopieren kann. Mit ihrer Idee traf Sabrina einen Nerv und bekam überraschend schnell viel Aufmerksamkeit. Das Frauenmagazin Jolie listete Stylebudget unter den Top Fashionblogs, was die Reichweite der Mode-Website stark erhöhte. Als viel gelesene Fashionbloggerin war die Monetarisierung des Contents auch für Sabrina immer eines der wichtigsten Themen. Sie selbst nutzte dafür ausschließlich Placements und Affiliate Links. Das heißt, sie verdiente Geld, beziehungsweise Provision, wenn ihre Leserinnen und Leser auf einen ausgehenden Link klickten und dann auf der externen Seite etwas kauften.

Doch der Aufwand, den sie dafür betreiben musste, und die Komplexität, die dahintersteckte, um aus einem geschriebenen Wort Geld zu machen, standen für Sabrina in keinem Verhältnis. Denn mitunter nahm alleine das Affiliate Marketing mehr Zeit in Anspruch, als den Blog mit Content zu befüllen. Nach zwei Jahren nebenberuflichen Schreibens bahnte sich zwar der große Durchbruch von Stylebudget an, doch zeitgleich war da die Vorstellung von einer neuen, besseren Affiliate-Technologie. Die erste noch unausgegorene Idee von digidip war geboren.

Es folgte eine lange Phase der Recherche, in der potenzielle Konkurrenten kritisch beäugt und Markt- und Trendanalysen gemacht wurden. Mit dem Ergebnis, dass es keine benutzerfreundlichen Affiliate-Netzwerke in Deutschland gab und auch die internationale Konkurrenz, die es durchaus schon lange vor digidip gab, keine effizienten Lösungen anbieten konnten. Die Idee, den Blog aufzugeben und die Affiliate-Welt mit einer neuen Technologie zu stürmen, war geboren.

Akquise, Akquise, Akquise
Zunächst hörte sie sich mit ihrer Idee bei Blogger-Kollegen und -Kolleginnen sowie bei einigen größeren Webseiten um, ob diese auch davon überzeugt wären. Als sie von allen Seiten Zuspruch bekam, überzeugte sie mit ihrer Entschlossenheit und ihrem Tatendrang auch ihr Umfeld, das sie von Anfang an sehr unterstützte. Einfach war die Entscheidung dennoch nicht. „Es war definitiv eher eine Kopf- als eine Bauchentscheidung. Ich glaube, mein Kopf war von der Idee einfach überzeugt und mein Bauch wusste, dass es nicht einfach werden würde“, beschreibt Sabrina den im wahrsten Sinne des Wortes entscheidenden Moment mit einem Schmunzeln.

Das nötige technische Know-how hat sich Sabrina in ihrer Zeit in der AdTech-Branche angeeignet. Wie Affiliate funktioniert, wusste sie aus dem Effeff. Dennoch hat sie andere Technologien im Selbststudium erlernt und für die Umsetzung von digidip auf erfahrene Programmierer zurückgegriffen, die ihre Ideen technisch umsetzten. „Programmieren kann ich heute leider immer noch nicht“, gesteht Sabrina. Dafür fehlte ihr schlichtweg die Zeit. Denn mit digidip startete sie direkt von Null auf Hundert. Einfach ist die Anfangsphase für junge Gründer nie, doch in der Tech-Branche ohne Investoren mit dem nötigen Kleingeld, ist es beinahe aussichtslos, sich zu etablieren.

Während die Konkurrenz „insgesamt fast bis zu 35 Millionen einsammelte – bis heute übrigens sogar über 50 Millionen“, hatte Sabrina zwei Business Angels. Diese stellten zwar keine Millionensummen bereit, dafür unterstützen sie digidip mit ihrer Expertise im Markt, weil sie selbst zu den größten Publishern Europas gehören, und halfen mit ihrem IT-Team aus, um das Ganze umzusetzen. „Ich war zwar oft verzweifelt und am Rande des Wahnsinns“, erinnert sich Sabrina, „aber aufgeben, das kam nie in Frage.“

„Ich bin super ungeduldig“
Und deswegen gab es auch nur einen Weg: den über die Hürden. Die größte Herausforderung war rückblickend erst einmal, einen Fuß auf den Boden und in die Tür der potenziellen Kunden zu bekommen. Sich einen Namen zu machen und angehört zu werden, war sehr zeitintensiv. Dafür bedurfte es Geduld und „ich bin super ungeduldig“, konstatiert Sabrina. Wie in anderen Branchen auch, stieß sie auf ein engmaschiges Netz und feste Größen, die es einem Newcomer mit einem neuen Konzept schwer machen können. „Ich war zwar kein neues Gesicht in der Branche, aber ich habe vor digidip ja Banner und Pop-ups verkauft. Als ich dann mit digidip um die Ecke kam, wollte mir keiner abnehmen, dass ich jetzt auch Content mache“, beschreibt Sabrina die Anfangszeit.

Dies ist ein Auszug aus einem aktuellen Artikel unseres Print-Objekts StartingUp: Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen StartingUp - Heft 02/18 - ab dem 17. Mai 2018 im Handel oder jederzeit online bestellbar - auch als ePaper - in unserem Bestellservice-Bereich


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