Diese Erfindungen waren ihrer Zeit voraus


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Von der bahnbrechenden Erfindung bis zum einfachen Gadget für den Alltag: beinahe täglich findet ein neues Produkt seinen Weg auf den Markt. Das liegt zum einen am technologischen Fortschritt und verbesserten Produktionsmechanismen, zum anderen werden die benötigten Ressourcen für die breite Masse immer erschwinglicher. Ob diese Erfindungen aber letztendlich vom Markt angenommen werden, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Einer der wichtigsten Faktoren ist das richtige Timing. Motorisierte Elektroroller, die aktuell einen regelrechten Hype erleben, gibt es zum Beispiel seit über 100 Jahren. Der elektronische Aspekt sowie die Notwendigkeit von mehr Mobilität im Stadtleben, ließ diese Branche jedoch erst in den letzten Jahren so richtig aufblühen.

Der Erfolg eines Produktes bei seiner Einführung wird in der freien Marktwirtschaft durch den wohl bedeutendsten Punkt bestimmt: die Nachfrage. So kann ein Produkt, egal ob brandneu oder nur modernisiert, nur dann erfolgreich sein, wenn der Nutzen effektiv kommuniziert werden kann und damit Nachfrage geschaffen wird.

Am Beispiel der E-Scooter sieht man, das verstärktes Umweltbewusstsein, Flexibilität und Mobilität entscheidende Bedürfnisse der Masse waren. Der Aufschrei nach einfachen und sauberen Fortbewegungsmitteln hatte den Boom der kleinen Roller zur Folge.

Auch in der momentanen Situation musste umgedacht werden. Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, die in dieser internetfokussierten Zeit ihre Kunden mitnehmen oder neue gewinnen wollten, mussten sich etwas einfallen lassen: Fitnessstudios ermöglichen es ihren Kunden, die Sportstunde von zuhause aus wahrzunehmen. Mit Liveprogrammen und Coaches animieren sie so die Sportler in den eigenen vier Wänden aktiv zu werden. Glücksspielanbieter locken Kunden mit einigen der besten Online Casino Boni.

So können Besucher von klassischen Spielbanken mit einem Vorteil den Schritt ins Netz wagen und Anbieter akquirierten neue Nutzer. Kleine und große Gastronomiebetriebe sind heute beinahe ausnahmslos bei Lieferservice-Portalen registriert und können von hungrigen Kunden online gefunden werden. Die jeweiligen Umstände geben entsprechenden Entwicklungen Raum.

Dass nicht jedes Produkt oder jeder Service Erfolg hat, liegt also häufig am mangelnden Timing. So waren viele der visionären Erfindungen in der Vergangenheit schlichtweg nicht umsetzbar. Wie weit einige der im Folgenden aufgeführten Beispiele ihrer Zeit voraus waren, ist dennoch überraschend.

Kontaktlinsen

Die Sehhilfen sind für einige Menschen nicht mehr wegzudenken und verbessern die Lebensqualität enorm. Da die kleinen fragilen Linsen alleine durch ihr Aussehen recht futuristisch wirken, dürfte es nicht überraschen, dass ihre Anfänge deutlich weniger filigran waren.

Zuerst am Beginn des 16. Jahrhunderts schriftlich erwähnt, sind sie deutlich älter als man also vermuten möchte. Niemand geringeres als Leonardo Da Vinci dachte sie sich im Jahre 1508 erstmalig aus, ihm kam die Idee basierend auf einem mit Wasser gefüllten Glas. Ein weiterer großer Denker der Geschichte verfeinerte sie knapp 130 Jahre darauf. René Descartes („Ich denke, also bin ich!") setzte eine mit Flüssigkeit gefüllte Tube direkt auf das Auge des Anwenders und verbesserte somit die Sehkraft.

Vom Prinzip her ist es der heutigen Variante sehr ähnlich, alltagstauglich war es aber noch lange nicht. Über die Jahre ergaben sich mehr und mehr Möglichkeiten, mit verschiedenen Substanzen und Materialien, die angenehme Kontaktlinse unserer Zeit zu entwickeln.

Elektrofahrzeuge

Nicht ganz so früh entdeckt, aber dafür momentan aktueller denn je ist das Elektroauto. Bereits zwischen 1832 und 1839 entwarf der Schotte Robert Anderson das erste E-Mobil, damals noch eine Kutsche. Ende der 1880er dann folgte in Deutschland ein Gefährt, welches schon eher an ein Auto erinnerte. Die Coburger Firma Flocken entwickelte den ersten elektrisch betriebenen PKW. Ein Trend, dem zu diesem Zeitpunkt international einige Hersteller folgten.

Auch William Morrison baute eine Reihe Fahrzeuge, die mit Batterien liefen. Eine Geschwindigkeit von immerhin 12 km/h und 2,5 Pferdestärken waren das Ergebnis. Der entscheidende Vorteil an Morrisons Variante war die Verlässlichkeit und das mediale Interesse, hervorgerufen durch die Weltausstellung 1893. Über die Zeit mussten Elektrofahrzeuge dem damals effizienteren Benzinmotoren weichen, eine Entwicklung die bis vor wenigen Jahren anhielt.

Erst mit dem technologischen Fortschritt konnte unter anderem Elon Musks Firma Tesla, die E-Mobilität wieder massentauglich machen und bedeutende Erfolge im Bereich Nutzungserlebnis erzielen. So stehen die jetzigen Modelle in Sachen Beschleunigung und Geschwindigkeit, den Kraftstoffmotoren in nichts nach. Einzig die Reichweite und die Verfügbarkeit von Aufladestationen sind noch ausbaufähig.

Solarzellen

Wieder handelt es sich um eine Erfindung, die in den letzten Jahren vermehrt Zuspruch gefunden hat. Ausschlaggebend ist auch hier der bewusste Umgang mit der Umwelt und das „grüne“ Denken. Photovoltaik nutzt die Energie von Sonnenlicht und wandelt sie in elektrische Energie um. Entdeckt wurde dieses Prinzip schon 1839 von Alexandre Becquerel, bis Charles Fritts 1883 den Prototyp entwarf vergingen allerdings noch einige Jahre.

Fritts war es, der das erste Solarmodul basierend auf diesem Effekt baute. Wegen mangelnder wissenschaftlicher Erkenntnisse zu diesem Zeitpunkt und mit viel Skepsis aus dem Umfeld, gelang ihm aber kein Durchbruch. Trotzdem wurde weiterhin hauptsächlich an der Theorie hinter Photovoltaik gearbeitet. Neue Erkenntnisse und Weiterentwicklungen führten dazu, dass 1955 die erste tatsächliche Anwendung der Zellen zum Einsatz kam. Hier dienten Solarzellen zur Stromversorgung von Telefonverstärkern.

Heutzutage ist diese Technik nicht mehr wegzudenken und findet sich in den verschiedensten Bereichen wieder. Von der Solarlampe im Garten der Vorstadt, bis hin zu komplexen Anwendungen in der Raumfahrt, sie ist zu einem wichtigen Element unserer Zeit geworden.

Panzer

Die erste Idee des gepanzerten Fahrzeugs ist mit den heutigen Exemplaren kaum zu vergleichen, der Grundgedanke ist jedoch derselbe. Auch hier ist das Universalgenie Da Vinci verantwortlich. Bereits 1487 ließ er sich von dem Panzer einer Schildkröte zu dem Fahrzeug inspirieren.

Dieser Panzer aus Holz und Stahl sollte gegnerischen Projektilen standhalten oder sie umlenken. Gleichzeitig wurden leichte Waffen rundherum angebracht, um für die nötige Angriffskraft zu sorgen. Angetrieben wurde die Maschine mit Muskelkraft, wies aber auch sonst einige Schwächen auf.

Alleine auf grobem Untergrund konnte sich das Gefährt wegen seiner imposanten Größe nicht fortbewegen. Generell diente diese Idee wohl eher dazu, den Gegner einzuschüchtern, da die Umsetzung für den damaligen Fortschritt praktisch unmöglich war.

Die Skizzen Da Vincis hatten außerdem einen Fehler im Aufbau des Getriebes, was für den Erfinder allerdings nicht untypisch war. Oft baute Da Vinci absichtlich Haken in seine Pläne ein, um speziell bei gefährlicher Erfindung eine Art Sicherheitsmechanismus zu integrieren. Gerieten seine Entwürfe in die falschen Hände, konnte eine funktionierende Maschine nicht nachgebaut werden.

Dampfturbine

Die Dampfturbine ist ein wichtiger Bestandteil in der Stromerzeugung und kommt am häufigsten in Kraftwerken vor. Außerdem wurde sie in der Schifffahrt häufig eingesetzt, da besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehr Power auf großen Schiffen benötigt wurde. So erreichte eine dampfgetriebene Turbine mitunter 150000 PS. Was während des Krieges für Kampfschiffe und Flugzeugträger unerlässlich war. Nach und nach wurden sie von Dieselmotoren ersetzt, die auf Dauer die günstigere Alternative darstellten.

Die Technik dahinter ist unglaublich alt und wurde bereits im 1. Jahrhundert beschrieben. Der griechische Mathematiker Heron von Alexandria war für die Erfindung des sogenannten Heronsball verantwortlich. Damit gehört seine ausgeklügelte Idee zu den ersten Wärmekraftmaschinen der Geschichte.

Der Aufbau war simpel: Ein dichter Wasserkessel wurde über offener Flamme erhitzt. Anschließend tritt der entstehende Wasserdampf aus Düsen aus, die an einer drehbaren Kugel befestigt sind. Der Rückstoß führt dazu, dass die Kugel rotiert.

Über die Jahrhunderte wurden weitere Dampfturbinen eingesetzt, die in verschiedensten Bereichen für Entlastung sorgen sollten. Ende des 19. Jahrhunderts ergaben sich durch Fortschritte weitere Einsatzmöglichkeiten und letztendlich auch die Verwendung in der Schifffahrt.

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