One Business Place: EU-weit – für die Region


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In die noch junge Suchmaschine berlin.findet-alles.de des spanischen Unternehmers Antonio Romero de la Llana können sich Kleinbetriebe und andere Selbständige aus dem Berliner Raum kostenlos eintragen, um so schneller und einfacher von Kunden aus der Region gefunden zu werden.

Antonio Romero de la Llana hat das ambitionierte Projekt One Business Place (OBP) ins Leben gerufen

Alles hatte damit angefangen, dass Antonio Romero de la Llana 2013 ein Haus in Madrid baute. Auf der Suche nach Produkten und Unternehmen für den Hausbau im Internet wurde er immer wieder auf Webseiten von großen Baumärkten verwiesen oder an Unternehmen mehrere Autostunden von ihm entfernt, die aus einem großen Marketingbudget schöpfen konnten. Die Enttäuschung war groß, denn eigentlich war er auf der Suche nach traditionellen Kleinstunternehmen in seiner Region, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen konnten.

Das, was er fand, war frustrierend und kostete viel Zeit, Zeit die er lieber in Handwerksarbeit und nicht am Computer verbracht hätte. War das wirklich die Realität? Gab es kaum noch inhabergeführten Einzelhandel in seiner Nähe, wo er einzelne Produkte und fachmännische Beratung erwarten konnte?

Hierzu ein paar Fakten: Die EU hat ca. 20 Millionen Unternehmen und die große Mehrheit (92 %) sind Kleinstunternehmen. 40 % aller Kleinstunternehmen europaweit haben keine Webseite. Hinzukommt, dass Betreiber von Web-Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo, etc. Suchergebnisse von bezahlten Anzeigen bevorzugen. Hier findet eine Wettbewerbsverzerrung statt, die zu einem klaren Mangel an Online-Sichtbarkeit für Kleinstunternehmen führt, aufgrund der Art und Weise, wie herkömmliche Web-Suchmaschinen konzipiert sind. Also keine rundum rosige Bilanz. Doch wie kann das geändert werden?

Selbst ist der hombre!

Antonio Romero de la Llana wurde bewusst, dass er – aufgrund seines beruflichen Hintergrundes als Geschäftsführer des spanischen Familienunternehmes Datacentric – die besten Vorraussetzungen hatte, um der Gesellschaft eine Lösung für dieses Problem anzubieten. Im Austausch mit anderen Personen wurde deutlich, dass es vielen Menschen ähnlich geht: Auf der Suche nach Kleinstunternehmen, mit besten Absichten, dem Onlinhandel und großen Ketten zu trotzen, werden sie im Internet nicht fündig.

Die Idee war geboren: Wäre es möglich, seine ganze Firmendatenbank im Internet zu veröffentlichen und für alle zugänglich zu machen, um so dem Endverbraucher, der auf der Suche nach Unternehmen (B2C) ist wie auch den Unternehmen selbst (B2B) eine Chance zu geben, etwas zu finden bzw. gefunden zu werden? Eine verrückte Idee, die vor allem von dem Gedanken der “Open Data” für alle getrieben ist, also dem Anspruch auf Transparenz und der Eliminierung von intermediären Zwischenhändlern von Daten. Auf dieser Basis soll ein direkten Kommunikationskanal zu den Unternehmen und Verbrauchern aufgebaut werden.

One Business Place (OBP): Madrid, Lissabon. Berlin

Seit September 2016 ist das Projekt One Business Place (OBP) in Spanien aktiv, von Anfang an war geplant, insgesamt drei Pilotprojekte zu starten. Eines in Madrid, das zweite in Lissabon und das dritte in Berlin. In jeder Stadt wurden unterschiedliche Strategien entwickelt, um OBP bekannt zu machen und die Menschen zur Kooperation zu motivieren. Aus allen drei Projekten werden wertvolle Erfahrungen gesammelt, die zur Verbesserung der User Experience und der technischen Abläufe beitragen, um aus der Beta-Entwicklungsphase heraus weitere Schritte hin zur Umsetzung und zur Verbreitung von OBP zu verhelfen.

Das Team von OBP hat den Anspruch, mit Hilfe der Onlinepräsenz von Unternehmen europaweit gegen die Schließung von Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter), Laden- und Geschäftsraumleerstand in Städten, den Bedeutungsverlust der Kieze, die Abwanderung von Unternehmen aus den ländlichen Regionen und den Verlust von traditionellem Handwerk zu kämpfen.

Allen Unternehmen soll der Sprung in die digitale Gesellschaft ermöglicht werden, denn das ist – so ist man bei OBP überzeugt, entscheidend für ihr Überleben in den kommenden Generationen. Denn 81 % aller Kunden recherchieren zunächst online, bevor sie etwas kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Daher will OBP allen Selbständigen europaweit die Möglichkeit anbieten, kostenfrei, einfach und effizient ihr Unternehmen im Internet zu präsentieren und die Konsumenten bei der Suche nach Geschäften, Produzenten und Dienstleistern in ihrer Nähe zu unterstützen.

In Madrid ist OBP seit Oktober 2017 die offizielle Suchmaschine auf der Madrider Seite des Rathauses; in Portugal haben mehrere Lissaboner Bezirke ebenfalls die Suchmaschine auf ihrem Bezirksportal integriert. Die mehr als 5000 Registrierungen in Portugal und mehr als 13.3209 klicks auf der OBPseite zeigen, dass OBP eine Antwort auf ein europaweites Problem sein könnte.

Der Berliner OBP-Ableger berlin.findet-alles.de steckt noch in den Kinderschuhen, aber die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass der Erfolg bald sichtbar wird. Und weitere Domains für Hamburg bzw. auh ganz Deutschland sind in Planung.

Starthilfe von der EU

Und auch die Europäische Union glaubt an das Konzept der Suchmaschine. Sie hat OBP im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon2020 finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Anfang 2016 wurde die Projektbeschreibung gemeinsam mit weiteren 2000 Unternehmen bei der Europäischen Komission eingereicht. 120 von ihnen wurden ausgewählt, darunter One Business Place.


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