Testbericht: ERP-Systeme

Autor: Ines Bahr
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Wir haben 10 top ERP-Tools unter die Lupe genommen: Was sie dir in Sachen Planung, Steuerung und Automatisierung von Geschäftsprozessen bieten.

Start-ups haben meist große Ideen und Ziele, aber zunächst noch sehr schlanke Strukturen. Sie verfügen meist noch über wenig Mitarbeiter und Kunden, und die Prozesse im Unternehmen sind recht überschaubar. Oft haben Gründer den Eindruck, dass sie alles noch selbst und manuell erledigen können. Und tatsächlich macht das tägliche Finden von neuen Lösungen für neue Probleme einen Teil des Reizes aus. Es gibt noch keine etablierten, festgefahrenen Prozesse, für deren Änderung langwierige Meetings und Abstimmungen organisiert werden müssten. Es gilt: Hier ist ein Problem, da ist eine Lösung. Wenn es nicht klappt, machen wir es eben das nächste Mal anders. Improvisation kann Spaß machen und man berauscht sich schnell an seiner eigenen Produktivität. 

Hier verbergen sich jedoch Fallen für neue Unternehmer. So besteht beispielsweise die Gefahr, zu viel Energie und Produktivität auf Aufgaben zu verschwenden, für die es eigentlich tolle Tools gibt. Kunden verwalten, Rechnungen schreiben, Artikelbestände nachverfolgen, Gehaltsbuchhaltung und so weiter – all das sind sich wiederholende Aufgaben, die sich weitestgehend automatisierten lassen. So sparen ERP-(Enterprise-Resource-Planning)-Tools Zeit, verringern menschliche Fehler und sparen Energie, die sonst auf lästige Verwaltungsaufgaben aufgewendet werden müsste. Diese kann dann stattdessen verwendet werden, um die Kernidee des neuen Unternehmens weiterzuentwickeln oder den Kundenkreis zu erweitern. 

Eine weitere große Gefahr ist die fehlende Vorbereitung auf den Erfolg. Das Schlagwort hier ist „Skalierbarkeit“. Selbstentwickelte Lösungen sparen oft Geld und funktionieren in der Gründungsphase erstaunlich gut. Dann kommt der ersehnte Erfolg und plötzlich geht gar nichts mehr. Die Übersicht geht verloren. Aufträge können nicht angenommen werden. Deadlines werden nicht eingehalten. Es kommt zu peinlichen Fehlern gegenüber Kunden. Alle sind plötzlich noch mehr im Stress und es hagelt Überstunden. Das Perfide: In einer solchen Situation ist es erst recht schwierig, neue Tools einzuführen und Prozesse von Grund auf neu zu denken. Wenn es sehr unglücklich läuft, können Start-ups so tatsächlich an ihrem eigenen Erfolg scheitern.

Aus diesen Gründen setzen auch Start-ups immer häufiger auf ERP-Systeme, um von Beginn an den reibungslosen Ablauf ihrer Geschäftspraktiken und -aktivitäten zu unterstützen. Solche Systeme müssen verschiedene Kriterien erfüllen:

  • Sie sollten einfach einzuführen und zu nutzen sein und schon von Beginn an einen handfesten Nutzen bringen (Zeit sparen und Produktivität freisetzen).
  • Sie sollten so flexibel sein, dass das neue Unternehmen experimentieren und sich frei entfalten kann. 
  • Sie müssen skalierbar sein, um sowohl künftiges Wachstum als auch künftige Aufgaben (beispielsweise Expansion in andere Länder) abbilden zu können. 

Glücklicherweise erkennen auch immer mehr Entwickler solcher Systeme diesen Bedarf, sodass es mittlerweile eine große Zahl an ERP-Systemen gibt, die hervorragend für Start-ups geeignet sind. 

Vorab-Information ist alles

Im Folgenden stellen wir dir zehn solcher ERP-Systeme vor, damit du die Lösung findest, die am besten zu dir und deinem Start-up passt. Dabei schauen wir uns zunächst fünf deutsche ERP-Tools an und betrachten dann fünf internationale Lösungen. Alle vorgestellten ERP-Tools sind DSGVO-konform, alle sind inhaltlich gut in dem, was sie leisten. Welches am Ende am besten zu dir passt, hängt von deinem Unternehmen ab. 

Hierzu einige Überlegungen bzw. Tipps vorab: Du startest gerade als freiberuflicher Journalist, Werbetexter oder Künstler durch? Du hast gerade eine kleine Agentur gegründet? Caflou ist ein kostengünstiges effektives Tool, das dich dabei unterstützt, deine wichtigsten Geschäftsprozesse zu standardisieren und automatisieren. Die Strukturen deines Start-ups werden voraussichtlich schon bald komplexer und du brauchst ein Warenwirtschaftssystem, Lagerverwaltung und am besten noch integrierte Funktionen für einen Onlineshop? Weclapp könnte die perfekte Lösung für dich sein. Vielleicht hast du ganz besondere Anforderungen und brauchst ein Tool, das extrem flexibel ist. Dann wirf mal einen genaueren Blick auf Acumatica, Xentral ERP oder Sage 100cloud. Du hast große Ambitionen und hohe Ansprüche an die Skalierbarkeit deiner ERP-Lösung? SAP und Oracle könnten die Lösung sein. Zögere auch nicht, von den kostenfreien Probemodellen Gebrauch zu machen und die Anbieter um Produktpräsentationen zu bitten. Jede Stunde, die du in die Wahl des passenden ERP-Tools steckst, lohnt sich!

Die top 5 der deutschen ERP-Tools

Myfactory ERP bietet umfangreiche Funktionen und Pakete für Dienstleister, Handels- und Fertigungsunternehmen. Zusätzlich setzt das Unternehmen auf die Sicherheit seiner Cloud und deutsche Hostingpartner, sodass alle Daten innerhalb Deutschlands gespeichert werden. Der Anbieter bietet sogar die Option, das Produkt in einer privaten Cloud zu hosten. Wer die ERP-Funktionen nutzen möchte, hat die Wahl aus drei Paketen: Business.ON!, das Paket für Dienstleister und Handel für 79 Euro im Monat, Global.ON!, das Paket für Online-Händler für 99 Euro im Monat, sowie Factory.ON!, das Paket für Fertigungsunternehmen für 149 Euro im Monat. Zudem gibt es ein ERP-Paket für Servicemanagement ausschließlich für Tablet-Nutzer, Service.ON! für 59 Euro im Monat. Myfactory bietet zudem die Möglichkeit, einen kostenlosen Testzugang zu beantragen. Zudem kannst du den Anbieter auch um eine Demo bitten.

Im Bereich Enterprise ERP gehört SAP zu den weltweit erfolgreichsten Unternehmen überhaupt. Mit Business One richtet sich das Unternehmen auch an kleine und mittlere Unternehmen. Die besonderen Stärken dieser Lösung liegen in den Bereichen Flexibilität und Skalierbarkeit. Die Lösung lässt sich mit über 500 Modulen anpassen und mit fast beliebigen Funktionen erweitern. Und das dir SAP auch dann noch zur Seite stehen kann, wenn du dich zum Weltkonzern aufgeschwungen haben solltest, kann als erwiesen betrachtet werden. Aufgrund seiner extrem modularen Struktur lässt sich hier nicht viel über die Preisgestaltung von SAP Business One sagen. Es gilt: Bespreche mit deinem SAP Partner, was du brauchst, und er wird dir ein Angebot unterbreiten. Der Vorteil ist, dass SAP in Bezug auf verwendete Module und Benutzerzahlen flexibel mit der Entwicklung deines Unternehmens mitgeht.

Scopevisio bietet umfangreiche Funktionen in Bereichen wie Marketing und Vertrieb, Kunden- und Projektmanagement, Buchhaltung und Lohnabrechnung sowie Reporting und Business Intelligence. Die Lösung richtet sich explizit an mittelständische Unternehmen – das Motto ist: vom Mittelstand für den Mittelstand. Zudem setzt das Unternehmen auf ein in Deutschland angesiedeltes, zertifiziertes Datenzentrum, das besondere Sicherheit verspricht. Scopevisio versteht sich als zentraler Ort, um alle die Geschäftsprozesse betreffenden Daten einzusehen. Dafür lässt sich das System via Open Semantic API-Schnittstelle auch mit anderen Lösungen (z. B. Warenwirtschaftssystem) verbinden. Preislich entscheiden sich Kunden zwischen der Business Suite ab 59,95 Euro pro Nutzer und Monat und der Enterprise Suite ab 79,95 Euro pro Nutzer und Monat. Auch Scopevisio bietet die sinnige Möglichkeit, die Lösung erst einmal 30 Tage kostenlos zu testen.

Weclapp richtet sich primär an kleine und mittlere Unternehmen und bietet umfangreiche Funktionen wie Warenwirtschaftssystem, Lagerverwaltung, Projektmanagement und Buchhaltung. Da nicht jedes Unternehmen alles braucht, kommt das ERP in zwei Standardpaketen: Das günstigere Paket ERP Dienstleistung richtet sich an Dienstleister und ist ab 24 Euro pro Monat und Nutzer zu haben. Das umfangreichere Paket ERP Handel ist erhältlich ab 49 Euro pro Monat und Nutzer und erweitert den Funktionsumfang um wichtige Features für Händler und produzierende Unternehmen, beispielsweise Warenwirtschaftssystem, Lagerverwaltung sowie Shopanbindung und Unterstützung für Amazon. Beide Pakete bieten zudem alle Leistungen des weclapp CRM Systems zur Kundenverwaltung. ERP Handel beinhaltet seit kurzem auch noch kostenlos das Kassensystem weclappPOS. Zudem bietet weclapp neben den Standardpaketen auch gesonderte Angebote für mehr als 10 Nutzer sowie die Möglichkeit, Pakete zu mischen. Und wer sich das betreffende Produkt erst einmal ansehen will, kann die 30-tägige Testphase nutzen. Kleiner Wermutstropfen für Einzelkämpfer: Die Mindestbestellmenge für die Standardpakete beträgt zwei Lizenzen.

Xentral ERP begann als internes Warenwirtschaftssystem, entwickelte sich dann aber zu einer starken ERP Komplettlösung, die sich gezielt auch an Start-ups wendet. Natürlich kannst du mit der Standardausführung auch einfach loslegen, aber als Open-Source-Software hat Xentral ERP seine Stärken in den Bereichen Flexibilität und Anpassbarkeit. Nicht jede ERP Lösung erlaubt es, eigene Lösungen zu programmieren. Mit Xentral ERP geht das. Zudem sind ungewöhnlich viele Schnittstellen zum Austausch mit anderen Systemen verfügbar. Preislich geht es los mit dem Paket Free, das zwar noch einen recht eingeschränkten Funktionsumfang bietet, dafür aber kostenlos ist. Die Pakete Starter, Business und Enterprise gibt es dann ab 30 Euro, 65 Euro und 145 Euro. Dazu lassen sich dann noch drei Supportstufen hinzubuchen. Statt des Lizenzmodells lässt sich die Lösung übrigens auch ganz klassisch kaufen (Free 0 Euro, Starter 450 Euro, Business 1250 Euro, Enterprise 2490 Euro). 

Die top 5 der Internationalen ERP-Tools

Acumatica richtet sich gezielt an wachsende Unternehmen mittlerer Größe. Dafür legt die ERP-Lösung viel Wert auf Flexibilität und Skalierbarkeit. Erreicht wird dies über eine große Zahl branchenspezifischer Module sowie die Möglichkeit, das Dashboard und die Benutzeroberfläche an Nutzer und Rollen anzupassen. Über Microsoft Visual Studio lässt sich das Tool noch weiter an besondere Bedarfe anpassen. Auch beim Preismodell weicht Acumatica vom Standardvorgehen seiner Mitbewerber ab. Statt verschiedener Pakete, die per Nutzer und Monat abgerechnet werden, bietet Acumatica eine Jahreslizenz ohne die Nutzerzahl zu limitieren – zusätzliche Kosten basieren dann auf dem abgewickelten Volumen und dem in Anspruch genommenen Speicherplatz. So passt sich die Preisgestaltung dem Unternehmenserfolg an.

Caflou ist eine schlanke ERP-Lösung mit aufgeräumtem Interface, mit der kleinere Unternehmen ihre wichtigsten Businessprozesse organisieren und automatisieren können. Kunden- und Auftragsverwaltung, Projektmanagement, eingehende und ausgehende Rechnungen tracken sowie Reports zu wichtigen Kennzahlen – die Lösung bietet all das in einem Tool. Caflou ist vermutlich nicht die Lösung, um mit einem neuen Konzern die Welt zu erobern, aber kleinere Unternehmen finden hier eine elegante Lösung, mit der sie ihre alltäglichen Prozesse übersichtlich organisieren können. Caflou bietet drei Pakete: Warming up für 0 Euro, aber beschränkt auf 50 Objekte (Objekte sind z.B. Kunden, Rechnungen und Projekte), Up and Coming ab 8 Euro im Monat und Going Strong ab 16 Euro im Monat. Für beide bezahlten Varianten bietet der ERP-Anbieter zudem eine 90-tägige Geld-zurück- Garantie.

Business Central ist eine ERP-Lösung von Microsoft, mit der sich Abläufe in den Bereichen Finanzen, Service und Vertrieb vernetzen lassen. Nutzer, die auf Microsoft Anwendungen setzen, profitieren von der Integration in die Microsoft Produktwelt – so lassen sich beispielsweise Vertriebsabläufe direkt aus Outlook steuern. Zudem gehört Business Central zu Dynamics 365, einem Label, unter dem Microsoft eine große Anzahl Geschäftsanwendungen vertreibt (z.B. Field Service, eine Lösung zur Unterstützung von Außenteams). Sollte Dynamics 365 insgesamt gut zu deinem Unternehmen passen, macht das Business Central natürlich noch einmal interessanter. Die Bereitstellung der Lösung kann via Cloud-, On-Premises- oder Hybrid-Bereitstellung erfolgen, wobei alle Lösungen das gleiche Benutzererlebnis bieten. Business Central kommt in zwei Standardpaketen, Essential ab 59,03 Euro im Monat und Premium ab 84,33 Euro im Monat. Zudem können Teammitglieder für monatlich 6,76 Euro hinzugebucht werden. Und auch hier gibt es die Möglichkeit, das Produkt erst einmal kostenlos ausgiebig auf Herz und Nieren zu prüfen.

Oracle bietet Lösungen an, die sich an den Bedarfen unterschiedlicher Unternehmensarten orientieren – beispielsweise familiengeführter Unternehmen oder besonders schnell wachsender Unternehmen. Zu diesen Lösungen gehört auch die Netsuite für Start-ups. Geboten wird hier ein schlankes ERP-System, das mit dem Unternehmen wächst und mit Features aus Bereichen wie Finanzverwaltung, Kunden- und Auftragsmanagement, Produktion, Supply Chain Management, Lagerverwaltung, Einkauf und eCommerce ausgestattet werden kann. Dabei ist Skalierbarkeit ein Aspekt, den der Anbieter besonders betont. Die Netsuite für Start-ups kann als ein schneller, einfacher Eintrittspunkt gesehen werden, mit dem Kunden in die größere und umfangreichere Oracle Produktwelt hineinwachsen. Das macht die Netsuite zu einer guten Lösung insbesondere für Start-ups mit großen Plänen. Um mehr über die Preisgestaltung zu erfahren, ist es sinnig, sich am besten direkt mit Oracle in Verbindung zu setzen, um die konkreten Bedürfnisse zu besprechen.

Unter dem Motto „Einfach konfigurieren, statt aufwendig programmieren“ präsentiert sich Sage 100cloud als besonders flexible ERP-Lösung für kleine und mittlere Unternehmen, die sich einfach an individuelle Bedarfe anpassen lässt. Dafür werden Module für verschiedene Unternehmensbereiche geboten – Marketing & Vertrieb, Einkauf & Lager, Verkauf & Online-Handel, Buchhaltung & Controlling, Produktion, Projektmanagement, CRM, Service & Support, Personal & Lohn sowie DMS & Archiv. Sage 100cloud kommt in vier Paketen – Warenwirtschaft ab 22 Euro, Rechnungswesen ab 26 Euro, Kombilösung ab 48 Euro und Komplettlösung ab 59 Euro, wobei sich all diese Preise auf die monatlichen Kosten pro Nutzer bei einer einjährigen Vertragslaufzeit beziehen. Zudem fällt eine einmalige Einstiegsgebühr an. Die Implementierung kann lokal vor Ort oder wahlweise via Public oder Private Cloud erfolgen

Die Autorin Ines Bahr ist International Content Analyst bei Capterra, der unabhängigen Online-Ressource für Business-Software-Käufer. Das Unternehmen bietet verifizierte Nutzerbewertungen und unabhängige Testberichte  in Hunderten von Softwarekategorien, www.capterra.com.de

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Gründer*in der Woche: Clanq - Sparen mit Family & Friends

Clanq ist ein junges Zürcher Fintech-Start-up, das junge Familien mit mittlerem Einkommen bei der finanziellen Vorsorge für ihr(e) Kind(er) unterstützen will. Wie, das verrät uns CEO und Co-Founder Benedict von Hoffman im Interview.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Mitgründern Christina Hammer und Jakob Kaya auf die Idee zu Clanq gekommen?

In der Ursprungsform ist uns die Idee zu Clanq während der Ausarbeitung eines Kundenprojektes bei unserem ehemaligen Arbeitgeber gekommen. Damals ging es darum, die Kund*innen-Demografie für eine renommierte Bank zu verjüngen. Beim Research für das Projekt sind Jakob und ich auf für uns sehr erschreckende Statistiken über die finanzielle Vorsorge und Bildung von Kindern gestoßen. Dieses Entsetzen war quasi der Grundstein für Clanq. In den darauffolgenden Monaten haben wir akribisch unser Geschäftsmodell validiert und dabei Christina kennengelernt, die unser Team mit ihrer Finanzexpertise komplettierte und uns zur Gründung der Clanq AG bewegte.

Zu euren beruflichen Vorleben: Stammt ihr allesamt aus der Finanzbranche?

Christina, unsere CMO, bringt mit 30 Berufsjahren in der Finanzbranche die größte Erfahrung mit. Das ist essenziell, denn sie ist verantwortlich für die Kommunikation mit unseren Kund*innen und soll deren Sorgen und Bedürfnisse beim Thema Sparen erkennen.

Jakob ist eine echte Koryphäe auf dem Gebiet der Software- und Produktentwicklung. Da wir uns nicht primär als Bank sehen, sondern vielmehr als Begleiter*in für Familien, ist diese Kernkompetenz essenziell für uns. Wir wollen die Kundenbedürfnisse ins Zentrum stellen und nicht das Produkt. Deshalb konzentrieren wir selbst uns auf die relevanten Kundenthemen und kaufen das regulatorische Know-how ein.

Ich selbst habe mein fundiertes Wissen rund ums Sparen und Anlegen durch meine privaten Invest-Erfahrungen gesammelt. Seit ich 20 Jahre alt bin, ist „Money-Management“ fester Bestandteil meines Lebens. In unserem Unternehmen sorge ich dafür, Talente, Kompetenzen und Persönlichkeiten zusammenzubringen – und so die optimalen Bedingungen zu schaffen, um unser Ziel einer einfachen, effektiven und nachhaltigen Finanzplanung für Familien zu erreichen.

Nun zu Clanq: Ihr versteht euch als „digitaler Mentor“ und Plattform für Fragen rund um Familienfinanzen. Welches Problem wollt ihr konkret lösen?

Wusstest du, dass mehr als die Hälfte der Familien in Deutschland Mühe haben, für ihre Kinder vorzusorgen? Dieses Problem ist noch viel fundamentaler, wenn wir berücksichtigen, dass sich zudem 60 Prozent der Jugendlichen in Deutschland finanziell ungenügend für die Zukunft vorbereitet fühlen und dass sieben von zehn Frauen die Vermögensplanung ihrem Partner überlassen. Das sind eindrückliche Zahlen. Es verbirgt sich dahinter aber auch ein enormes Potenzial für die finanzielle Stabilität und Bildung von Familien und speziell für Mütter und Kinder.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum bald bevorstehenden Launch eurer Finanz-Plattform und -App?

Da wir ein ganz junges Unternehmen sind, gab es in den letzten Monaten keinen Schritt, der nicht von großer Bedeutung für unser Vorankommen war. Dennoch waren unsere größten Meilensteine sicherlich die Finanzierung unseres Unternehmens, die regulatorischen sowie die IT-Sicherheitsgenehmigungen zu erhalten und den Vertrag mit unserem Partner Solarisbank zu unterzeichnen.

Was ist das Besondere an Clanq? Was bietet ihr und wie unterscheidet ihr euch von anderen modernen Banking-Plattformen?

Wir sind der einzige Anbieter, der sich ganz auf Mütter, Väter und ihre Kinder fokussiert. Dabei bieten wir eine einzigartige Kombination von Bankkonto, Sparplan, Cashback-Gutschriften und nachhaltigen Anlagen an, bei denen der ganze Familienclan unterstützen kann. Wir führen spezialisierte Angebote für Familien auf einen Blick in einer App zusammen.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Rund die Hälfte des bislang gebrauchten Kapitals wurde vom Gründungsteam selbst getragen. Die restlichen Gelder wurden von privaten Investoren aus der Schweiz und Deutschland gestellt.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Steps nach dem offiziellen Launch?

Der Fokus wird auf unseren drei Hauptpfeilern Wachstum der Kundenbasis, Auf- und Ausbau der Marke und kontinuierliche Weiterentwicklung unserer App liegen. Nebst den nachhaltigen Sparplänen und kleineren Feature-Updates haben wir bereits ein paar äußerst spannende Major-Releases in der Pipeline. Diese werden unser Angebot weiter abrunden, sodass wir für alle finanziellen Angelegenheiten die Anlaufstelle für junge Familien sind – also eine Art „Held*innen“-App für Familien.

Und last, but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Du kannst und wirst niemals alles wissen oder können. Musst du aber auch nicht. Lies viel und höre deinen Kund*innen, Partner*innen und Mitarbeiter*innen zu. Das ist der direkteste Weg für das kontinuierliche Wachstum deiner selbst. Dein Unternehmen wird es dir danken.

Hier geht's zu Clanq

Das Interview führte Hans Luthardt

Bitpanda: Mit Kryptowährung zum Start-up-Unicorn

Das Wiener Start-up wurde zum ersten Start-up-Unicorn Österreichs. Im Fokus des Unternehmens steht die Kryptowährung Bitcoin.

In der Start-up-Szene ist der Begriff „Unicorn“ eingeführt worden, um Unternehmen zu beschreiben, deren Bewertung auf über eine Milliarde US-Dollar eingestuft wurde. Das ist besonders für Start-ups, die oftmals im Kleinen und ohne große finanzielle Mittel starten, ziemlich schwer, weshalb die wenigen, die es schaffen, so selten sind wie Einhörner – so die Herleitung hinter dem Begriff. Ein österreichisches Unternehmen hat dies jedoch im letzten Jahr geschafft und wurde damit zum ersten Start-up-Unicorn des Landes. Im Fokus des Unternehmens steht die Kryptowährung Bitcoin.

Bitpanda ist erstes Unicorn in Österreich

In der deutschen Start-up-Welt kann bereits das eine oder andere Unicorn entdeckt werden. Dazu werden immer wieder Unternehmen gegründet, die großes Potenzial besitzen, sollten sie an die Börse gehen. In Österreich ist die Start-up-Landschaft noch deutlich kleiner. Trotzdem hat es ein Wiener Unternehmen zum „Unicorn“-Status gebracht. Die Rede ist von Bitpanda, einer Krypto-Plattform, die von den Jungunternehmern Paul Klanschek, Eric Demuth und Christian Trummer gegründet wurde. Insgesamt 170 Millionen US-Dollar konnte das Start-up von Investoren sammeln, an der Börse wurde das Unternehmen anschließend für 1,2 Milliarden US-Dollar eingestuft. Der Handel mit Kryptowährungen ist seit einigen Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftssektor geworden. Gehandelt werden Bitcoin und Co. allerdings nicht an den Aktienbörsen, stattdessen warten eigene Marktplätze auf Investoren. Der Kauf kann einfach online abgeschlossen werden und ist damit bequemer denn je geworden. Mittlerweile gibt es so viele unterschiedliche Börsen, dass es für Käufer häufig nicht einfach ist, die passende zu finden. Hilfreich ist daher ein Krypto Börsen Vergleich, bei dem die unterschiedlichen Marktplätze auf ihre Vor- und Nachteile geprüft werden. Viele Anbieter verfügen zum Beispiel über ein Einzahlungsminimum und verrechnen unterschiedliche hohe Gebühren für Transaktionen.

Aller Anfang ist schwer

Mit einem Start-up durchzustarten, ist keine leichte Angelegenheit. Neben einer guten Idee braucht es nämlich auch die nötige Finanzierung und eine große Portion Glück. Das richtige Timing spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Nur wer den Markt zum perfekten Zeitpunkt mit etwas versorgt, das gerade gebraucht wird, kann die ersten, harten Jahre meistern. Der Börsengang ist für die meisten Start-ups zu Beginn noch in weiter Ferne. Wer es jedoch an diesen Punkt geschafft hat, darf aufatmen. Vor dem IPO (Initial Public Offering) muss ein Unternehmen bewertet werden. Diese Bewertung entspricht jedoch nicht dem Kapital, über das ein Start-up bereits verfügt, sondern steht stattdessen für den Nutzen, den Kapitalgeber aus der Firma ziehen können. Es handelt sich dabei also viel mehr um eine Einschätzung als um eine Kalkulation des Preises eines Unternehmens. Dass bei einer solchen Bewertung ein Betrag von mehr als einer Milliarde US-Dollar herauskommt, ist bei jungen Start-ups eine echte Seltenheit.

Bitpanda hat als erstes Wiener Start-up den Status „Unicorn“ erlangt und wurde bei seinem Börsengang auf über eine Milliarde US-Dollar geschätzt. Das Unternehmen widmet sich aktuell dem Thema Kryptowährungen, möchte in Zukunft jedoch auch in den Rohstoffhandel expandieren. Gleichzeitig wächst die Start-up-Welt in Österreich, ist jedoch noch lange nicht zu vergleichen mit der deutschen Szene. Im deutschen Raum sind bereits einige Start-ups aufgeblüht und zu Einhörnern ernannt worden.

7 typische Vertriebsfehler in B2B-Start-ups …

… und wie sie verhindert werden können.

Einhorn oder Rohrkrepierer?

Start-ups haben klassischen Unternehmen einiges voraus. Sie sind oftmals agiler, dynamischer, schneller – und mit starken Investoren im Rücken häufig auch handlungsfähiger. Nur in einem Punkt schneiden Start-ups in der Regel nicht sehr gut ab: Im Vertrieb. Woran liegt das? Viele Gründer*innen haben einen Programmier-, Design-, oder Hardware-Hintergrund. Sie sind besonders gut darin, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Doch diese Produktorientierung schmälert die Kundenorientierung. Und darauf kommt es beim Going-to-Market eigentlich an. Das Produkt kann noch so gut sein: Erreicht es die Zielgruppe nicht, wird aus potenziellen Einhörnern schnell ein teurer Rohrkrepierer.

Diese Vertriebsfehler gilt es in B2B-Start-ups tunlichst zu vermeidsen

Ich habe schon mehrfach mit Start-ups zusammengearbeitet und gesehen, wie dort Vertrieb gemacht wird. Dabei zogen sich bestimmte Fehler im Vertrieb wie ein Muster durch die jungen Unternehmen – und zwar unabhängig von der Branche. Die sieben häufigsten Fehler dabei waren:

B2B-Vertriebsfehler 1: Mit einem zu großen Marktsegment starten

Wer von Anfang an auf zu viele verschiedene Kund*innen abzielt, wird nur schwer einen guten Produkt- oder Markt Fit sowie Kund*innen zu finden. Um eine klare Marke aufzubauen, sollten B2B-Start-ups ihr Angebot so spitz wir möglich formulieren und auch ganz bewusst potenzielle Kund*innengruppen ausschließen – zumindest vorläufig. So etabliert sich das Produkt und die Marke mit einem klaren Profil im Markt. Ein spezifischer Auftritt bleibt eher in den Köpfen der Kund*innen hängen als das generische Full-Service-Angebot für alle.

B2B-Vertriebsfehler 2: Produkte ohne Kundenfeedback entwickeln

Der US-Unternehmer Steve Blank sagte treffend: „No business plan survives the first contact with customers – go out of the building and talk to your customers!” Wer sich bei der Produktentwicklung in sein stilles Kämmerlein zurückzieht, anstatt in Co-Kreation die Kund*innen von Phase Eins an mit einzubinden, vergeudet nur kostbare Zeit. Kund*innenfeedback im Entwicklungsprozess ist essenziell, denn: so fühlen sich die Kund*innen ernst genommen und erhalten ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Produkt.

B2B-Vertriebsfehler 3: Sich unter Wert verkaufen

Der Preisgestaltungsmechanismus ist komplex und wird oftmals unterschätzt, wenn es darum geht, den Wert eine Transaktion zu erhöhen. Doch Start-ups, die sich allein über den Preis vom Wettbewerb abgrenzen, gelten schnell als Ramschware. Wo ist der direkte Kund*innenmehrwert? Was gibt es für einen Kauf, was beim Wettbewerb nicht gibt? Nur wenige B2B-Kund*innen lassen sich von einer hohen Preisgestaltung abschrecken, sie sind ja an einer für sie passenden Lösung interessiert.

B2B-Vertriebsfehler 4: Pilotprojekte mit Kund*innenaufträgen verwechseln

Im B2B-Bereich sind Pilotprojekte gang und gäbe – immerhin möchte der/die potenzielle Käufer*in das Produkt erst einmal testen, bevor er/sie eine große Investition tätigt. Oftmals unterliegen Start-ups aber dem Trugschluss, dass mit der Pilotierung schon die „Katze im Sack“ ist. Weit gefehlt! Die bekannte Folge ist dann der „Tod durch 1.000 Piotprojekte“. Auch darum ist regelmäßiges Feedback wichtig: Warum entscheidet sich der/die Kund*in nach dem Pilotprojekt nicht für das Produkt? Was war der ausschlaggebende Punkt? Und wie können wir das verhindern?

B2B-Vertriebsfehler 4: Starre Vertriebsprozesse

Durch das zu frühe Standardisieren des Vertriebsprozesses werden wertvolle Lektionen verpasst. Der Vertrieb kann zu Beginn offen und experimentierfreudig sein, neue Herangehensweisen ausprobieren und aus Fehlern lernen. Wichtig dabei ist wieder, das direkte Gespräch mit den Kund*innen zu suchen. Denn von diesen lernen wir am meisten über unser Produkt.

B2B-Vertriebsfehler 5: Den Wachstumsfaktor Mensch unterschätzen

Das Aufbauen einer erfolgreichen Vertriebsorganisation ist komplex. Abteilungen werden größer, neue Managementebenen werden etabliert, Strukturen, Prozesse und Abläufe verändern sich. Oftmals verfangen sich Gründer*innen im Mikromanagement, statt das Steuer weiterzureichen und Verantwortung abzugeben. Ratsam ist es, sich an diesem kritischen Punkt Unterstützung ins Boot zu holen. Ab einem gewissen Grad an Komplexität zählt vor allem Erfahrung aus erster Hand.

B2B-Vertriebsfehler 6: Zu stark auf Neukund*innenakquise fokussieren

Mehr Kund*innen bedeuten mehr Umsatz, also wollen Start-ups oftmals schnell ihren Kund*innenstamm vergrößern. Viele Gründer*innen vernachlässigen das Marktsegment, dessen Türen für ihre Angebote bereits weit offenstehen: zufriedene Bestandskund*innen. Laut einer Metastudie der US-Beratungsfirma Invesp liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Bestandskund*innen kaufen bei 60 bis 70 Prozent. Neukund*innen hingegen kaufen nur bei einer Wahrscheinlichkeit von 5 bis 20 Prozent.

B2B-Vertriebsfehler 7: Kurzfristiger Support hilfreich

In Gesprächen mit Gründer*innen stelle ich immer wieder fest, dass der Bedarf nach kurzfristigem Sales-Know-how sehr hoch ist. Viele benötigen für einen Zeitraum von 6 bis 12 Monate eine(n) Expert*in, der bzw. die eine solide Vertriebsorganisation im Start-up etabliert. Dabei wissen Gründer*innen oftmals gar nicht, dass sie dafür Interim Management einsetzen können, also zeitlich begrenzter Hilfe von außen. Interim Manager*innen haben Fach- und Erfahrungswissen, können sich schnell in Unternehmen hineindenken und identifizieren in kurzer Zeit Optimierungspotenzial. Sie unterstützen bei der Umsetzung – und sind nach Projektabschluss wieder runter von der Payroll.

Es gilt: Wer sich der sieben typischen Vertriebsfehler bewusst ist, kann sein Start-up schneller auf die nächste Wachstumsstufe heben.

Der Autor Ralf Komor ist Executive Interim Manager, zertifizierter Beirat, Most Trusted Adviser für die Beratung von Familienunternehmen, Key Note Speaker und Springer Autor.

Ärztemangel nimmt weiter zu

In Deutschland praktizieren derzeit so viele Ärzte wie nie zuvor. Dennoch warnt die Bundesärztekammer vor einem drohenden Versorgungsengpass. Dass dies keinesfalls im Widerspruch steht, zeigt der nachfolgende Beitrag.

Zahl berufstätiger Ärzte sinkt immer weiter

Laut dem Präsidenten der Bundesärztekammer ist die Anzahl der jährlich zugelassenen Ärzte zu gering, um den Versorgungsbedarf in Zukunft zu bewältigen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung forderte er daher bereits im Jahr 2018 eine Aufstockung der Studienplätze.

Wie groß der Versorgungsbedarf bereits heute ist, wird mit einem Blick auf die Zahl der offenen Arzt Stellenangebote mehr als deutlich.   

Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die Anzahl der in Deutschland tätigen Ärzte nicht die maximal mögliche Arbeitskapazität leistet und somit der Bedarf an ärztlichen Tätigkeiten deutlich höher ist.

Angestellte Ärzte arbeiten weniger

Die Mehrzahl der deutschen Ärzte befindet sich in einer festen Anstellung. Sie können den zusätzlichen Bedarf nicht decken. Da außerdem viele Ärzte mittlerweile überdurchschnittlich häufig in Teilzeit tätig sind, wird der Bedarf an Ärzten in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach noch weiter ansteigen.

Terminservice- und Versorgungsgesetz in der Kritik

Die Anzahl an jährlich nachrückenden Nachwuchsärzten variiert von Region zu Region. Dabei ist das Wachstum in Deutschland mit einem Zuwachs zwischen 0,2 und 1,2 Prozent in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Bremen am geringsten. Das führte in der Folge zu Kritik an dem geltenden Terminservice- und Versorgungsgesetz, da die Patienten nicht schnell genug einen Termin erhalten.

Diese Problematik wird auf Ebene der Praxisärzte dadurch verstärkt, dass niedergelassene Ärzte im Schnitt etwa 50 Stunden in der Woche arbeiten, während Wochenarbeitszeiten zwischen 50 und 80 Stunden in einer Klinik die Regel sind. Eine Situation, die einen höheren Zulauf an Bewerbern in Kliniken hemmt.

Ausländische Ärzte haben es schwer in Deutschland

Obwohl der Ärztemangel hierzulande immer eklatantere Ausmaße annimmt, werden motivierte Ärzte aus Nicht-EU Staaten in der Regel über Monate oder Jahre an der Ausübung ihres Berufes gehindert.

Um hierzulande eine Approbation zu erhalten, müssen diese trotz einer absolvierten Ausbildung eine ganze Reihe von weiteren Voraussetzungen erfüllen. Selbst wenn diese Hürden genommen sind, kann sich der Prozess äußerst langwierig gestalten, da die Ausbildung von Ärzten aus Drittstaaten von den deutschen Behörden nicht gleichwertig behandelt wird.

Diese Voraussetzungen müssen ausländische Ärzte erfüllen

Für Ärzte aus anderen EU-Staat ist es verhältnismäßig einfach. Ihre Ausbildung wird hierzulande automatisch anerkannt wird. In diesem Fall reicht das Absolvieren einer Fremdsprachenprüfung aus, um in Deutschland als Arzt arbeiten zu können.

Ärzte aus einem Staat außerhalb der EU müssen sich neben einer Fremdsprachenprüfung zudem auch einer Kenntnisprüfung unterziehen. Häufig vergehen dadurch zwei Jahre oder mehr, ehe ein solcher Arzt in Deutschland seine Zulassung erhält.

Besonders für Menschen, die zuvor noch nie mit der deutschen Sprache zu tun hatten, stellt das bereits eine große Herausforderung dar. Denn schließlich müssen sie zunächst die deutsche Sprache lernen und sicher beherrschen, bevor sie ihre Kenntnisse während der Sprachprüfung in einem Arztgespräch und einem Patientengespräch erfolgreich unter Beweis stellen können.

Die lange Wartezeit macht den Ärzten in der Regel am meisten zu schaffen. In dieser Zeit können sie nichts tun als abzuwarten und an ihren Deutschkenntnissen zu arbeiten. Erschwert wird ihr Vorankommen dadurch, dass sich währenddessen auch viele Behandlungsmethoden und Erkenntnisse im medizinischen Bereich weiterentwickeln. Wenn sie endlich praktizieren können, sind ihre Fähigkeit möglicherweise nicht mehr auf dem neuesten Stand.

Deutschland braucht mehr ausländische Ärzte

Bereits heute tragen viele Ärzte aus Drittstaaten dazu bei, den Ärztemangel in Deutschland abzufedern. Da diese zumeist in Kliniken deutscher Großstädte beschäftigt sind, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die ihnen auch Arbeitsplätze und Lebensräume in weniger attraktiven Regionen schmackhaft machen, um den Bedarf dort zu decken, wo er am höchsten ist. Das könnte auch Regionen wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Bremen dabei helfen, den Ärztemangel in den Griff zu bekommen. Vor allem auf dem Land wird es nämlich immer schwerer, einen Arzttermin zu bekommen, weshalb viele den Termin beim Arzt einfach online buchen.

Gründer*in der Woche: e-WATER - für besseres Trinkwasser

Johannes Ebert hat sich dem Thema Trinkwasseraufbereitung verschrieben. Warum es seiner Ansicht nach sinnvoll ist, das Leitungswasser zu Hause zusätzlich aufzubereiten und welche Lösung er dazu entwickelt hat, verrät uns der e-WATER-Gründer im Interview.

Ich dachte immer, dass unser Leitungswasser Top-Qualität hätte? Stimmt das etwa nicht? Es gibt doch vorgeschriebene Richtwerte für Rückstände im Trinkwasser ...

Es gibt Richtwerte für unsere Wasserqualität, jedoch werden nur ein Bruchteil der im Wasser gelösten Stoffe untersucht. Z.B. Mikroplastik oder Medikamentenrückstände werden nicht kontrolliert.

Wäre es somit sinnvoll, sein Leitungswasser (regelmäßig) testen zu lassen?

Wenn man viel kocht oder viel Leitungswasser trinkt, ist es ratsam, sein Leitungswasser kontrollieren zu lassen.

Nun zu deinem Unternehmen: Wie bist du auf die Idee zu e-WATER gekommen?

Durch meinen Freund, Inhaber eines Heizung-Sanitär-Betriebs, bin ich auf die Idee gekommen, mich mit dem Thema Wasseraufbereitung zu beschäftigen. Dies war die Geburtsstunde von e-WATER.

Was ist dein fachlicher Hintergrund?

Ich bin gelernter Elektroniker für Betriebstechnik, habe im Vertrieb in unterschiedlichen Branchen gearbeitet. Über Messebesuche im In- und Ausland sowie Fachvorträge habe ich mich in die Materie Wasseraufbereitung eingearbeitet. Sprich: Ich bin ein Quereinsteiger im Bereich Wasseraufbereitung.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Marktstart?

Die wichtigsten Steps waren einmal die richtigen Vorlieferanten zu finden, die meinem Qualitätsanspruch mitgehen können und die richtigen Partner zu finden, die meine Produkte mitverkaufen bzw. einbauen.

Zu deinen Produkten: Was ist das Besondere an e-WATER?

Unsere Lösung verspricht reines belebtes Trinkwasser direkt aus dem Wasserhahn. Es gibt mehrere Dinge zu beachten, die im Bereich der Trinkwasseraufbereitung wichtig sind. Mit der Filterung allein ist es nicht getan. Man muss das Wasser danach auch wieder in die richtige Struktur bringen, damit es Quellwasserniveau erlangt und doch rein von allen Schadstoffen ist.

Wie funktioniert dies?

Man filtert das Wasser über den Sediment- & Aktivkohle-Filter vor. Im nächsten Step wird das Wasser sodann über die Umkehrosmose-Membran ultrafiltriert, damit nur noch das Wassermolekül übrig bleibt und alle anderen schädlichen Stoffe aus dem Wasser sind. Damit man dann kein destilliertes Wasser zu sich nimmt, wird bei uns das gefilterte Wasser nachbereitet und wieder in seine hexagonale Struktur gebracht. Somit zapft man letztlich reinstes belebtes Trinkwasser (Quellwasserniveau).

Zur Info: Die Struktur von herkömmlichem Leitungswasser ist tot, da das Wasser mit hohem Druck in Rohren von A nach B befördert wird. Dadurch kann sich das Wasser nicht wie in einem Flusslauf ausbreiten und die Richtung verändern.

Belebtes Leitungswasser schmeckt nicht nur anders als herkömmliches, sondern es fließt auch ganz anders aus dem Wasserhahn. Das Wasser mit einer hexagonalen Struktur bekommt einen Spin, den man mit dem Auge sehr gut wahrnehmen kann.

Der USP für unsere Kunden ist somit, dass sie Quellwasser direkt aus ihrem Wasserhahn erhalten und sich keine Sorgen bezüglich schädlicher Stoffe im Wasser machen müssen.

Und was kostet es mich, mein Trinkwasser zu Hause aufzubereiten?

Je nachdem, welchen Filtergrad man erreichen will. Ein Aktivkohlefilter-System bekommt man bei uns inkl. Einbau für 1000 bis 1400 Euro. Eine Osmoseanlage kostet bei uns inkl. Einbau zwischen 2500 und 2900 Euro. Zusätzlich kommen jährlich noch die Filterwechselkosten hinzu: Diese liegen bei 120 bis 250 Euro je nach System.

Wie hast du die Produktentwicklung und damit auch dich bzw. deine Unternehmen bislang finanziert?

Das Unternehmen ist substanziell gewachsen, alles was erwirtschaftet wurde floss in die Erweiterung des Portfolios und in die Unternehmens-Infrastruktur. Somit kann ich sagen, dass mein Unternehmen von Anfang an ohne Kredite oder Investoren auskam.

Wer sind deine Kund*innen?

80 Prozent private Haushalte, 20 Prozent gewerbliche Kunden.

Was sind deine weiteren unternehmerischen Vorhaben rund um die Wasseraufbereitung?

Ich möchte gern expandieren und die Märkte Österreich und Schweiz aufbauen. Zudem möchte ich 2022 auch in Deutschland weiterwachsen und Händler nicht nur in Süddeutschland aufbauen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Geduldig bleiben und auf Qualität setzen, dies ist der Schlüssel zum Erfolg. Zudem muss man am Anfang definitiv den ein oder anderen Meter mehr gehen als die Mitbewerber.

Hier geht's zu e-WATER

Das Interview führte Hans Luthardt

Das Metaversum – ein Buch mit sieben digitalen Siegeln?

David Touve, leitender Direktor des Batten-Instituts der Darden School of Business, University of Virginia, und Experte für neue Technologien und digitale Erfahrungen, beantwortet Fragen zum aufkommenden Metaversum.

Als das früher als Facebook bekannte Unternehmen im Oktober Pläne ankündigte, seinen Namen in Meta zu ändern, erklärte es, dass dieser Schritt seine Absicht besser widerspiegeln würde, "das Metaversum zum Leben zu erwecken und Menschen dabei zu helfen, sich zu vernetzen, Gemeinschaften zu finden und Unternehmen aufzubauen". Diese drastische Umstellung eines der wertvollsten Unternehmen der Welt löste alle möglichen Kommentare und Spekulationen aus und warf ebenso viele Fragen wie Antworten auf. Zu den wichtigsten Fragen gehören: Was genau ist das Metaversum und warum hat Facebook seine Zukunft jetzt auf diesen Bereich ausgerichtet?

WAS IST DAS METAVERSUM, SO WIE SIE DAS AKTUELLE PROJEKT VON FACEBOOK VERSTEHEN?

Um das Konzept eines "Metaversums" zu verstehen, kann es hilfreich sein, zunächst an einen gemeinsam genutzten virtuellen Raum zu denken: von einem Chatroom bis hin zu Spielen wie Minecraft und Fortnite. Diese Räume unterscheiden sich zwar in Bezug auf den Reichtum der virtuellen Erfahrung - Text, Audio, Video, visuelle Details, Raumgefühl, Aktionen, die man durchführen kann, usw., bieten aber alle die Möglichkeit für mehrere, wenn nicht sogar Millionen von Menschen gleichzeitig in einer Online-Umgebung in Verbindung zu treten.

Wenn Facebook, heute Meta, sich auf das Metaversum bezieht, geht es einfach ein paar Schritte weiter. Metas Vorstellung von diesem Metaversum scheint von der immersiven Erfahrung inspiriert zu sein, die man sich vorstellte, als das Wort vor fast 30 Jahren in dem Buch Snow Crash von Neal Stephenson geprägt wurde. Die Struktur der Plattform - und vor allem, von wem sie betrieben wird - ist jedoch unterschiedlich.

Die Erfahrung des Metaversums soll sehr immersiv sein und durch die Verschmelzung von erweiterter und virtueller Realität das Gefühl vermitteln, an einem anderen Ort zu sein. Im Gegensatz zu virtuellen Welten wie Minecraft und Fortnite sowie dem Metaverse in Snow Crash, die sich im Besitz eines einzigen Unternehmens befinden, beschreiben Zuckerberg und andere Tech-Führungskräfte eine Plattform, die mit dem Internet vergleichbar ist - eine zugrunde liegende und ermöglichende Infrastruktur, die sich nicht im Besitz eines einzelnen Unternehmens befindet und von diesem betrieben wird.

Stattdessen würde das Metaversum durch eine Reihe von zugrundeliegenden Regeln und eine breite Palette von Technologien ermöglicht, die es einer Vielzahl von Geräten und Software erlauben, sich zu verbinden und diese gemeinsamen Erfahrungen zu schaffen, genau wie eine Reihe von für den Benutzer meist unsichtbaren Protokollen das Internet ermöglichen, über das wir heute eine Reihe von Diensten in Anspruch nehmen.

Mit anderen Worten: Diese Plattform wäre nicht das Metaverse von Meta. Stattdessen würden Unternehmen wie Meta gemeinsame Erlebnisse auf einem Planeten unter Tausenden, wenn nicht Millionen anderer virtueller Reiseziele im größeren Metaverse betreiben.

DIE VIRTUELLE REALITÄT WIRD SEIT JAHRZEHNTEN IMMER WIEDER ALS „THE NEXT BIG THING“ GEPRIESEN. GIBT ES IRGENDEINEN GRUND ZU DER ANNAHME, DASS WIR UNS AUF EINE GRÖSSERE AKZEPTANZ ZUBEWEGEN KÖNNTEN?

Ähnlich wie die künstliche Intelligenz, die sich langsam entwickelt, ist auch die virtuelle Realität als reale Erfahrung schon sehr lange auf dem Vormarsch. Stereoskope führten Mitte des 18. Jahrhunderts 3D-Erlebnisse ein, zunächst mit Zeichnungen und später mit Fotografien. Hollywood experimentierte in den 1960er Jahren mit immersiven Filmerlebnissen, wie dem Sensorama. Die Air Force finanzierte in den 1970er Jahren die Entwicklung von 3D-Flugsimulatoren. Ironischerweise wurde eine der ersten VR-Brillen, die in den späten 1980er Jahren entwickelt und verkauft wurden, als "EyePhone" bezeichnet.

In jüngster Zeit gibt es meiner Meinung nach Anzeichen dafür, dass wir uns seit dem Jahr 2000 auf ein größeres Interesse an diesen immersiven Erlebnissen und die technischen Möglichkeiten dafür zubewegen. Allein Fortnite verzeichnete im Zeitraum von einem Jahr zwischen Frühjahr 2019 und Frühjahr 2020 100 Millionen neue Nutzer, womit sich die Gesamtzahl der registrierten Nutzer auf 350 Millionen erhöhte. Zum Vergleich: Second Life, eine virtuelle Welt, die 2002 ins Leben gerufen wurde, brauchte vier Jahre, um auf nur eine Million registrierte Nutzer zu kommen. Die Nutzerbasis von Second Life betrug 2006 etwa 0,08 Prozent der gesamten Internetbevölkerung, während die Nutzerbasis von Fortnite im Jahr 2020 bei über 8 Prozent der vernetzten Welt lag.

Wäre Fortnite ein Reiseziel, wäre es eines der beliebtesten Ziele auf dem Planeten. Zum Vergleich: In China wurden 2019 145 Millionen Besucher gezählt, in den USA fast 80 Millionen. Allerdings müssen Fortnite-Nutzer ihr Zuhause nicht verlassen, um zu reisen.

WELCHE HINDERNISSE GIBT ES FÜR DIE EINFÜHRUNG DES METAVERSUMS? BRAUCHEN WIR NICHT ALLE MINDESTENS NEUE HARDWARE?

Die Technologie ist vielleicht nicht mehr das größte Hindernis für Erlebnisse in immersiven, virtuellen Umgebungen. Diese ersten Erfahrungen werden bereits durch ein Gerät ermöglicht, das die meisten von uns bereits besitzen: ein Smartphone. Die Telefonhersteller bauen bereits Augmented-Reality-Funktionen in neue Geräte ein. Außerdem kann man die meisten in den letzten Jahren auf den Markt gebrachten Smartphones in ein Headset stecken - das 50 Dollar oder weniger kostet - und ein ziemlich anständiges VR-Erlebnis genießen.

Meiner Meinung nach sind die größten Hindernisse für ein Metaversum in der von Unternehmen wie Meta beschriebenen Größenordnung eher sozialer, wenn nicht gar gesellschaftspolitischer Natur als technischer Natur. Technische Hürden können im Laufe der Zeit wahrscheinlich überwunden werden, während sich soziale Fragen im Laufe der Zeit immer mehr verschärfen. Diese soziale Hürde – eine Gemeinschaft von Interessengruppen, die sich über die Funktionsweise der Dinge einigen konnten – war die gleiche Herausforderung, mit der das frühe Internet konfrontiert war.

So gab es beispielsweise in den 1980er Jahren mehrere Informationsnetze - ARPANET, CSNET, BITNET und dann NSFNET -, die zusammen einen Vorläufer des modernen Internets bildeten und Teil davon wurden. Diese Netze bestanden nicht nur aus verschiedenen zugrunde liegenden Architekturen und Standards, sondern auch aus verschiedenen Gemeinschaften von Menschen. Hätten diese Gemeinschaften keinen Weg gefunden, miteinander zu kommunizieren - sowohl technisch als auch persönlich - hätten wir vielleicht nicht das Internet, das wir heute haben.

Fast 40 Jahre später ist die Gemeinschaft der Interessengruppen, die von einem möglichen Metaversum betroffen sind, nicht nur eine viel größere Bevölkerungszahl und vom ersten Tag an globaler, sondern umfasst auch ein nicht triviales Flickwerk von Nationalstaaten und massiven Privatunternehmen.

So hat die südkoreanische Regierung im Mai dieses Jahres eine eigene "Metaverse Alliance" gegründet, die mittlerweile über 200 Institutionen im Land umfasst. Im August startete Nvidia seine "Omniverse" Initiative, mit der der Grafikprozessor- und System-on-a-Chip-Hersteller seine eigenen Vorstellungen von den Technologien verbindet, die für eine offene und erweiterbare VR-Plattform erforderlich sind.

GLAUBEN SIE, DASS EINE KRITISCHE MASSE VON MENSCHEN MEHR ZEIT MIT TECHNOLOGIE IM ARBEITSUMFELD VERBRINGEN MÖCHTE?

Ich will nicht wie ein Futurist klingen, aber ich glaube, dass die Pandemie einfach einen Wandel in unserer organisatorischen Realität beschleunigt hat, der vielleicht schon im Gange war - eine Verlagerung von Unternehmensstandorten mit nur einem Standort zu geografisch verteilten Teams und Organisationen.

Zwar wird nicht jeder fern arbeiten, aber da die Technologie immer mehr verteilte Arbeits- und Sozialerfahrungen ermöglicht, wird eine kritische Masse von Menschen wahrscheinlich von dort aus arbeiten, wo sie es am besten tun. Dieser Teil der Erwerbsbevölkerung wird sich dafür entscheiden, mehr Zeit mit jeder Technologie zu verbringen, die ihnen die bevorzugte Arbeitserfahrung ermöglicht. Und wenn diese kritische Masse über die Fähigkeiten und das Wissen verfügt, die die Welt braucht, werden sich auch die Menschen, die noch im Büro arbeiten, anpassen müssen.

WIE STEHT ES MIT DEN WEITHIN DOKUMENTIERTEN PHÄNOMENEN DER ZOOM-MÜDIGKEIT UND ANDEREN EINSCHRÄNKUNGEN DER TECHNOLOGIE, DIE DIE INTERAKTION „WENIGER REAL" ERSCHEINEN LASSEN?

Wie in anderen Arbeitsumgebungen auch, werden einige virtuelle Umgebungen besser gestaltet - und daher besser erlebt - als andere. Auf einer Plattform wie Zoom macht man die unangenehme Erfahrung, dass man alle gleichzeitig anstarrt und dass alle einen anstarren. Diese Wand aus Augäpfeln erinnert eher an eine Bühne - was den meisten Menschen nicht gefällt - als an eine Gruppensitzung.

Wenn diese virtuellen Umgebungen immersiver werden, kann es durchaus sein, dass wir uns wohler fühlen und unsere Arbeit auf andere Weise erledigen oder sogar verschiedene Arten von Arbeit verrichten können. Wichtig ist, dass die wahrscheinlich effektivste virtuelle Umgebung keine Eins-zu-eins-Kopie unseres üblichen Arbeitsplatzes sein wird. Vielmehr werden diese Online-Umgebungen eine neue Art von Arbeitsraum mit eigenen Erfahrungen darstellen.

WARUM WIRD DAS METAVERSE ALS DIE ZUKUNFT EINES UNTERNEHMENS BETRACHTET, DAS WIR ALLE FRÜHER ALS FACEBOOK KANNTEN?

Viele sehen in der Umbenennung in Meta zumindest teilweise eine Möglichkeit, die Aufmerksamkeit von einer Reihe von Problemen abzulenken, mit denen Facebook konfrontiert ist - sei es im Zusammenhang mit den jüngsten Enthüllungen über Whistleblower oder den noch immer schwelenden Bedenken im Zusammenhang mit dem 6. Januar und den Wahlen 2020. Während diese Ablenkung eine kurzfristige Motivation sein könnte, kann sie das langfristige Interesse an den Auswirkungen und Möglichkeiten eines Metaversums nicht vollständig erklären.

Die Aussicht auf ein Metaversum dürfte Meta längerfristig aus einer Reihe von Gründen motivieren, die mit den Einnahmequellen und der Plattformstrategie zusammenhängen. Erstens wird jedes Ziel im Metaverse ein soziales Ziel sein. Soziale Ziele haben inhärente Netzwerkeffekte, denn je mehr Ihrer Verbindungen sich auf der Plattform befinden, desto wertvoller ist die Plattform für Sie. Eine frühzeitige Förderung der Nutzerakzeptanz kann daher später zu einer größeren Dynamik führen. Und Meta hat 3 Milliarden Nutzer auf der Einladungsliste für jedes neue Produkt.

Zweitens bietet das Metaversum Facebook, das fast alle seine Einnahmen aus der Werbung bezieht, die Möglichkeit, nicht nur neue Kategorien von Werbeeinheiten zu schaffen, sondern auch Möglichkeiten für den Handel einzuführen, um die Einnahmequellen des Unternehmens zu diversifizieren. Und mit Handel meinen wir in diesem Fall nicht nur den traditionellen Online-Handel, sondern auch den Markt für virtuelle Güter innerhalb des Metaverse und Upgrades dazu.

Drittens sind virtuelle Güter lukrativ. Die Erstellung von Kopien virtueller Güter ist im Wesentlichen kostenlos, so dass die Gewinnspannen außergewöhnlich hoch sind. Und je mehr Zeit und Geld ein Nutzer in virtuelle Umgebungen innerhalb einer Plattform investiert, desto mehr werden diese Investitionen zu versunkenen Kosten, die dazu führen, dass der Nutzer weitaus weniger geneigt ist, die Plattform zu wechseln. Genauso wie ein Apple-iOS-Nutzer, der ein breites Portfolio an Apps für sein iPhone erworben hat, mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf Android umsteigt und seine frühere Investition verliert.

Ganz zu schweigen davon, dass die Nutzer ihre Waren auch an andere Nutzer verkaufen können, wenn sie die Plattform wechseln wollen, und dass dieser Peer-to-Peer-Handel ebenfalls zu Einnahmen führen kann. Der derzeitige Hype um NFTs (Non-Fungible Tokens) mag übertrieben sein, aber selbst wenn man den Hype etwas dämpft, ist klar, dass wir Menschen bereit sind, digitale Güter sowohl mit echtem als auch mit digitalem Geld zu kaufen.

Schließlich wissen wir, dass Meta eine Art Kryptowährung anstrebt, unabhängig davon, ob diese endgültige Währung Diem heißt oder nicht. Und eine digitale Wirtschaft innerhalb einer virtuellen Plattform bietet die Möglichkeit, eine solche Währung in Umlauf zu bringen - zunächst für virtuelle Güter und dann vielleicht für Transaktionen in dem, was alte Hasen als "metaspace" im Gegensatz zum Cyberspace bezeichnen.

EdTech-Start-up buya sichert sich 1,8 Mio. Euro Seed-Finanzierung

Insgesamt 1,8 Millionen Euro haben die buya-Gründer Björn Schmuck und Moritz Otterbach für ihre innovative Lern- und Bildungsplattform eingesammelt. Das Kapital stammt von Business Angels, darunter die Finanzcheck.de-Macher Moritz Thiele und Andreas Kupke.

Die Bildungswirtschaft wächst in Deutschland seit Jahren stetig und hat mit 133 Mrd. Eruo Bruttowertschöpfung aktuell eine größere ökonomische Bedeutung als die Tourismus- und Sportbranche zusammen. Knapp jeder zwanzigste Euro an Wertschöpfung wird durch die Bildungswirtschaft generiert, wobei etwa ein Fünftel der gesamten Bildungsausgaben aus dem privaten Bereich kommen.

In diesen spannenden Markt hinein wurde buya 2020 gegründet und ging im August 2021 live. Die Mission: Interessen und Talente von Kindern und Jugendlichen gezielt mit einem diversen Bildungsangebot fördern - abseits ausgetretener Bildungspfade oder herkömmlicher Nachhilfe. Bei buya geht es weniger um Paukerei, sondern mehr um spielerische Vermittlung von Wissen und Know-how. Hierbei setzt das Start-up auf Lehrer*innen und außerschulische Expert*innen. Sie bieten über die Plattform Bildungs- und Förderangebote, die weit über den üblichen Lehrplan hinausgehen.

„Mit unserer Edtech-Plattform bieten wir Eltern mit ihren Kindern unkomplizierten Zugang zu passenden Bildungsangeboten von Tutoren aus ganz Deutschland“, erklärt Björn Schmuck. Moritz Otterbach ergänzt: „Besonderen Wert legen wir auf Usability. Dank Suchfilter finden Eltern ohne Aufwand maßgeschneiderte Kursangebote für ihre Kinder. Durch intelligente Algorithmen können wir zudem aktiv Kurse empfehlen, die zu Alter, Interessen und Zeit passen.“

Die beiden Gründer sind ursprünglich Banker und haben schon früher zusammengearbeitet. Sie sind selbst Väter und kennen die Defizite des klassischen Bildungssystems: „Unser Bildungssystem wird heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, wie PISA-Studien und jüngst auch die Pandemie gezeigt haben. Mit unserer Plattform schaffen wir einen niedrigschwelligen Zugang zu holistischer Bildung und ergänzen das schulische Angebot“, sagen Björn Schmuck und Moritz Otterbach.

Mit der Finanzierungssumme wird buya seine User-Experience weiter verbessern, das Lernangebot nochmals vertiefen und das Team ausbauen.

SEO-Trends 2022

Fünf Punkte, die definitiv Teil deines SEO-Konzepts im Jahr 2022 sein sollten, um die Top-3 der Rankings zu erobern.

Jedes Jahr kommen Updates von Google - und stellen SEO-Experten weltweit vor neue Herausforderungen. Denn niemand weiß genau, welche Änderungen im Algorithmus vorgenommen werden und wie sich diese auf das Ranking auswirken. So kann es mitunter passieren, dass man morgens nach dem ersten Kaffee ein Blick in die Rankings seiner Webseite wirft und einen buchstäblichen Herzanfall erleidet. Denn plötzlich ist das Hauptkeyword von Position 1 auf Position 6 gerutscht - was einen massiven Traffic-Einbruch zur Folge hat.

Aus diesem Grund sollten sowohl SEO-Profis als auch Webseitenbetreibende regelmäßig die Rankings-Trends verfolgen, aufmerksam bei größeren Google Updates sein und sich stetig informieren, welche Strategien der Suchmaschinenoptimierung sich besonders in letzter Zeit bewährt haben. In diesem Artikel findest du fünf Punkte, die definitiv Teil deines SEO-Konzepts im Jahr 2022 sein sollten, um die Top-3 der Rankings zu erobern.

SEO-Trend 1: Voice Search

Die Sprachsuche rückt immer weiter in den Fokus und zunehmend mehr Leute sprechen ihre Suchanfrage lieber in das Smartphone statt sie manuell einzutippen. Waren es im Jahre 2020 noch 20 % der User*innen, die diese Funktion genutzt haben, sollen es 2022 schon bis zu 40 % sein. 

Dieser Fakt ist aus SEO-Sicht natürlich sehr interessant, weil sich dadurch die Suchanfragen verändern. Nutzer*innen tippen nur die wichtigsten Wörter ihrer Anfrage in die Suchmaschine, sprechen aber in vollständigen Sätzen. So wird aus der manuellen Suchanfrage “Rasenmäher Vertikutierer Unterschied” die Sprachsuche “Was ist der Unterschied zwischen Rasenmähern und Vertikutierern?”

Zudem wird die Sprachsuche auch stets intelligenter. Google versucht bspw. aus vorherigen Anfragen, deinem Standort und sogar aus im Hintergrund geöffneten Apps deine Suchintention zu verstehen, sodass deine Anfrage so natürlich wie möglich ausgesprochen werden kann. Fragst du Google also bspw. nach “dem schnellsten Weg vom Hotel zum Flughafen”, musst du normalerweise nicht erst spezifizieren, wo genau dein Hotel liegt, denn Google kennt deinen Standort, den Eintrag in deinem Kalender und deine letzten Suchanfragen.

Wie kannst du als Webseitenbetreiber*in diese neue Art der Suchanfragen für dich nutzen?

Ein guter und einfacher Einstieg, deine Seite auf Voice Search zu optimieren, ist die Verwendung von FAQs. Hier kannst du nämlich die Fragen deiner Zielgruppe exakt einbauen und die richtige Antwort gleich dazu liefern. Recherchiere also die Fragen deiner Kund*innen mit dem höchsten Suchvolumen und verfasse inhaltlich korrekte Antworten dazu.
 

Beispiel für ein FAQ mit suchoptimierten Fragen (die erste Frage hat ein durchschnittliches Suchvolumen von 30 User*innen pro Monat)


SEO-Trend 2: E-A-T & Suchintentionen

Die Suchintention ist eine Möglichkeit für dich, das Warum hinter einer bestimmten Suchanfrage zu verstehen. Sie liefert wertvolle Informationen über den Grund (oder die Gründe), warum jemand etwas “googlet”.

Es gibt drei Arten von Suchintentionen: Know, Do und Go. Jede Kategorie hilft dir, zu verstehen, wonach ein(e) Nutzer*in sucht. Wenn du weißt, welche Suchintention hinter einer bestimmten Anfrage steckt, kannst du zielgerichteter Inhalte erstellen und so besser auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen eingehen.

Know: der/die User*in ist auf der Suche nach Informationen zu einem bestimmten Thema. Blogbeiträge sind hier das wichtigste Werkzeug für deine Webseite, um ihm/ihr genau diese Informationen zu liefern. Beispiele: “Lachs filetieren” und “Floh bei Hunden”

Do: der/die User*in hat eine gewisse Absicht, etwas zu tun. Hierbei handelt es sich meist um den Kauf bestimmter Produkte. Versuche, mit deinen Produkt- und Kategorieseiten für diese Suchanfragen zu ranken. Beispiele: “Sneaker kaufen” und “Video schneiden Programm”

Go: der/die User*in navigiert auf eine bestimmte Seite, kennt also sein Ziel schon vor der Suche. Hier ist es besonders schwierig, den Traffic auf die eigene Seite umzuleiten und diese Keywords sollten in der Regel eher vernachlässigt werden. Beispiel: konkreter Name einer Firma/einer Webseite.

Wer im Jahre 2022 also die Top-3 bei Google entern will, benötigt ein genaues Verständnis für die Suchintention der User*innen. Du solltest unter keinen Umständen deine Produktseite mit Filetiermessern auf das Keyword “Lachs filetieren” optimieren, sonst wunderst du dich bald über fehlende Rankings.


SEO-Trend 3: Core Web Vitals

Wer schließt nicht völlig entnervt nach spätestens zehn Sekunden die Seite, wenn sie nicht lädt? Richtig, niemand. Deswegen hat Google sogenannte “Page Experience Signals” im Mai 2020 zu einem organischen Ranking-Faktor gemacht. Verlassen also bspw. viele User*innen in den ersten Sekunden die Seite wieder, spricht das für eine sehr hohe Ladezeit der Inhalte. Seiten mit schlechten Nutzer*innensignalen verlieren daher ihre Position in den SERPs, da die Top-Rankings neben den besten Inhalten auch die beste User Experience bieten sollen. Denn eine Sache steht bei Google schon immer im Fokus: die Nutzer*innen.

Die Google Core Web Vitals sind messbare Metriken, die dir ein Gefühl dafür geben, wie die Nutzer*innen deine Website erleben. Sie liefern dir spezifische Daten, mit denen du das Nutzer*inerlebnis auf deiner Website insgesamt verbessern kannst. Die Core Web Vitals können anhand von drei Metriken dargestellt werden:

Largest Contentful Paint (LCP): gibt an, wie lange eine Seite zum vollständigen Laden benötigt. Es ist im Grunde ein detaillierter Page Speed Bericht, der dir anzeigt, wie viele deiner Seiten gut, mittel oder schlecht performen.

Im Schnitt sollten deine Seiten eine Ladezeit von höchstens 2,5 Sekunden für das optimale Nutzer*inerlebnis haben. Best practise für schnellere Ladezeiten sind etwa:

  • das Deaktivieren von unnötiger Tracking-Software,
  • die Komprimierung von Bildern und Videos,
  • die Implementierung von “Lazy Loading” auf deiner Seite.

First Input Delay (FID): gibt an, ob und wann Nutzer*innen mit deiner Seite interagieren können. Genauer gesagt misst der FID die Zeit, die jemand braucht, um mit deiner Seite zu interagieren. Beispiele für Interaktionen sind: Auswählen einer Option aus einem Menü, klicken auf einen Link in der Navigation der Website, Eintragung in den Newsletter, etc.

Best practise

  • Minimieren oder Entfernen von JavaScript-Content (da dieser die Interaktionszeit am meisten beeinflusst)
  • Nutzung eines Browser Caches, um in der Vergangenheit bereits geladene Inhalte ohne Verzögerung erneut abzurufen.

Cumulative Layout Shift (CLS): gibt an, wie stabil eine Seite beim Laden ist (auch bekannt als "visuelle Stabilität"). Mit anderen Worten: Wenn sich Elemente auf deiner Seite beim Laden der Seite verschieben, haben diese einen hohen CLS-Wert (was schlecht ist).

Um diese Werte so gering wie möglich zu halten, solltest du für alle Medien wie Videos, Bilder, GIFs etc. eine vordefinierte Größe festlegen, sodass der Browser beim Laden genau weiß, wie viel Platz das Element auf der Seite einnehmen wird.

Wenn die Nutzer*innen ein angenehmes Erlebnis auf deiner Seite haben, kommen sie mit größerer Wahrscheinlichkeit wieder. Letztendlich verbessert die Auswertung und Optimierung der CWV also nicht nur dein organisches Ranking, sondern führt zu engagierteren Kunden, höheren Conversion Rates und weiteren positiven Effekten.


SEO-Trend 4: Multitask United Model (MUM)

Was seit 2019 als BERT bekannt war, wurde im Sommer 2021 durch eine deutlich verbesserte KI ersetzt, die in der Lage sein soll, neben Text auf der Seite auch Bilder, Videos und Audios zu verstehen. Dadurch können noch bessere Ergebnisse bereitgestellt werden.

Google hat zwar nicht genau erwähnt, welche Probleme MUM zu lösen versucht, aber es scheint, dass es für die Bearbeitung von komplexeren Suchanfragen entwickelt wurde. Damit sind im Wesentlichen umfangreiche Fragen gemeint, die mehrere kleinere Fragen erfordern, um eine vollständige Antwort oder Lösung für das Problem zu finden.

Dadurch verändert sich langfristig natürlich das Suchverhalten der User*innen, da sie nicht mehr in vielen kleinen Suchanfragen zum Ergebnis kommen, sondern mit nur einer Suche wahrscheinlich die Antwort finden. Also solltest du die richtigen Informationen auf deiner Seite multimedial darstellen, um auf Fragestellungen der Nutzer*innen reagieren, die komplexer sind und verschiedene Faktoren gleichzeitig beleuchten. Hier muss in den nächsten Jahren analysiert werden, wie gut das MUM funktioniert und wie du als Webseitenbetreiber*in auf diese Änderung im Algorithmus und somit im Suchverhalten reagieren kannst.

SEO-Trend 5: Rich Snippets & Zero Click Searches

Wie bereits erwähnt, versucht Google für jede Frage die perfekte Antwort zu liefern. Darum finden sich in den SERPs unter anderem Youtube-Videos mit einem Timestamp oder es werden nur suchrelevante Teile eines Textes in der Vorschau gezeigt. Somit kommt es immer häufiger zu sogenannten “Zero Click Searches”: Google liefert in der Vorschau bereits die Antwort und man ist nicht mehr gezwungen, auf die Webseite zu klicken.

 

Beispiel für eine “Zero Click Search”: die Antwort wird den Nutzer*innen ohne Interaktion mit den Suchergebnissen präsentiert


Auch dieses “neue” Feature verändert das Suchverhalten der User*innen stark. SEO-Expert*innen und Webseitenbetreibende sollten im Jahr 2022 darauf achten, ihre Contentstruktur unmissverständlich darzustellen und Google somit die Chance geben, benötigte Informationen für den Nutzer/die Nutzerin bereitzustellen, auch wenn der übrige Seiteninhalt eventuell kaum oder nicht relevant für ihn/sie ist. In der Realität ist es also enorm wichtig, alle Teilüberschriften mit einem Heading-Tag zu kennzeichnen und themenrelevante Keywords darin einzubauen.

Es bietet sich bspw. an, in einem Blogbeitrag über ketogene Ernährung das Keyword “Keto Diät Rezepte” mit einem durchschnittlichen Suchvolumen von 1.800 Anfragen pro Monat in eine Teilüberschrift zu setzen. So weiß Google, dass dein Text auch Rezeptvorschläge enthält und eventuell wird der Textausschnitt in den SERPs bei der Suche nach “Keto Diät Rezepte” angezeigt.

Bei Youtube-Videos können Creator seit einiger Zeit die Timestamp-Funktion nutzen und ihr Video somit in kleinere Themenabschnitte unterteilen. Google liest diese Unterteilung aus und kann dem Nutzer/der Nutzerin sofort die passende Stelle im Video empfehlen.

Google ist seit Jahrzehnten erfolgreich, weil die Suchmaschine einen Grundsatz hat: Der User/die Userin steht im Mittelpunkt und soll stets die perfekte Antwort auf sein/ihre Frage finden. Darum wird der Algorithmus stetig verbessert und bezieht seit wenigen Jahren unter anderem Nutzer*innensignale in seine Bewertung mit ein. Auch die Authentizität bzw. Vertrauenswürdigkeit des Contents spielt eine immer größere Rolle. Neue Funktionen wie Voice und Zero Click Searches als auch selbstlernende KIs wie das Multitask United Model werden das Nutzer*innenverhalten 2022 und in den nachfolgenden Jahren erheblich verändern. Behalte diese Trends auf jeden Fall im Auge und du wirst auch weiterhin die Top-Positionen bei Google erobern!

 

Der Autor Niels Stuck ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der E-Commerce SEO-Agentur WOLF OF SEO FZ LLC. Er ist spezialisiert auf E-Commerce-SEO und Onlineshops. Niels berät Start-ups, etablierte Marken und Konzerne in der Suchmaschinenoptimierung Ihrer Onlineshops und baut für diese durch SEO einen nachhaltigen organischen Umsatzkanal auf. 

Der ideale Garten vom Architekt: Darauf kommt es an!

Rund 36 Mio. Menschen in Deutschland besitzen einen eigenen Garten – ein kreativ-vielfältiges und lukratives Betätigungsfeld für (Garten-)Architekten.

Es gibt ihn nicht, den einen Traumgarten, der jeden Menschen gleichmäßig begeistert. Hierfür sind Vorstellungen, Wünsche und Träume viel zu individuell. Allerdings schlagen Architektenherzen vor allem dann höher, wenn der Garten die perfekte Symbiose zwischen stilvoller Natur und eleganter Architektur bietet. Wie groß die Unterschiede eigentlich sind, lässt sich beim Anblick eines klassischen Schrebergartens und einem architektonisch gestalteten Garten erkennen. Letzterer ist mehr als nur ein Stück Grünfläche, irgendwo am Haus, es ist der Inbegriff der perfekten Gartengestaltung und ein Zeichen hoher Qualität.

Die Symbiose zwischen Innenbereich und der Außenanlage

Es gibt zwei Lebensbereiche des Menschen. Auf der einen Seite ist der Innenbereich eines Hauses oder Anwesens, in dem Bewohner einen großen Teil ihres Lebens verbringen. Auf der anderen Seite ist der Garten, der als angrenzendes Grundstück oder Anlage zur eigentlichen Immobilie eine große Rolle spielt. Die Grünfläche ist ein Zugewinn an Lebensraum und lässt sich durch den passenden Gartenarchitekten ideal an den prägenden Stil einer Immobilie anpassen.

Verschmelzen Garten und Innenraum miteinander, wird ein harmonisches Gesamtbild geschaffen und der Unterschied zwischen Garten und Traumgarten wird überdeutlich. Ohne Zweifel: Bei der Gestaltung eines echten Traumgartens spielt auch Geld eine Rolle. Zu bedenken ist allerdings, dass der architektonisch perfekte Garten nicht nur optisch einen immensen Mehrwert bietet, sondern auch die Wertigkeit der Immobilie anhebt. Das Image, unter welchem ein Haus oder Anwesen steht, ist mit entscheidend für dessen Wert. Eine architektonisch geprägte Gartenlandschaft erhöht den Wert und trägt entscheidend zu einem positiven Image bei.

Jede Art von Garten bietet für Architekten Potenzial

Rund 36 Millionen Menschen in Deutschland besaßen im Jahr 2020 einen eigenen Garten. Darunter befinden sich kleine Schrebergärten, Gärten in Hanglage, große Grundstücke, nahezu ungenutzte Gärten und viele weitere Gartenarten. So vielfältig wie die Gärten selbst, so vielfältig sind auch die Ansprüche der Menschen. Zeitweise wird der Garten lediglich zur kurzfristigen Erholung genutzt, wird zweckmäßig ausgestattet und mit einigen Pflanzen dekoriert.

Ein klassischer Schrebergarten eben, meist nicht einmal direkt am Haus gelegen.
Wenn wir von Gartengestaltung auf Architektenniveau sprechen, sind damit aber vollendete Gartenanlagen in einem gewissen Stil, mit einem besonderen Charakter und mit einer Message gemeint. Ein Garten, der von einem Architekten gestaltet wird, ist nicht nur ein Rückzugsort im Sommer. Er ist das Statement des gesamten Hauses und ein Objekt, was über Generationen hinweg bleiben wird.

Der Garten als ein Hauch von Luxus

Eine optimierte und stilgeprägte Gartenanlage ist nicht nur eine Ergänzung des Lebensraums, sondern ein Hauch von Luxus, der das eigene Leben maßgeblich beeinflussen kann. Die Möglichkeit des Rückzugs, die Chance, die eigenen Bedürfnisse im Gartenstil auszudrücken, macht diesen Luxus so einzigartig.

Für einen Architekten gibt es nicht „den einen optimalen Garten“ zur Gestaltung. Die Kunst der Gartenarchitektur besteht darin, auch schwierige Anlagen in einen einzigartigen Traum zu verwandeln. Besonders schwierig gestalten sich mitunter Hanglagen, doch auch daraus lässt sich ein Traumgarten kreieren. Ein Traumgarten vom Gartenarchitekt. Entscheidend ist die Gartenplanung, die mit Hilfe von Einrichtung, Ausstattung und Pflanzen zum Abschluss gebracht wird.

Die optimale Gartenanlage für die architektonische Gestaltung ist groß, frei von Hindernissen und lässt sich nach eigenem Wunsch, völlig frei, gestalten. Solche Grundstücke sind aber von hohem Seltenheitswert und umso wichtiger ist es, dass bei der Gartenarchitektur Hindernisse nicht als solche gesehen werden. Abhängige, außergewöhnliche Formen, ungenutzte Nischen – all das lädt den Architekten erst dazu ein, seine Kreativität spielen zu lassen und aus einem scheinbar nutzlosen Fleckchen Grün eine Gartenanlage zu konzipieren.

Das Grundstück ist die Basis des Gartens

Die Gartengestaltung beginnt nicht erst mit der Aussaat von Rasen und dem Pflanzen von Bäumen, sondern viel früher, bei der Begutachtung von Grund und Boden. Jedes Grundstück hat andere Bedürfnisse. Lichteinfall, Schattenregionen, Witterungsbedingungen – all das spielt eine immense Rolle bei der schlussendlichen Gestaltung des architektonischen Traumgartens. Der Ausbau und das Design können erst beginnen, wenn die Bodenbeschaffenheiten vollständig bekannt und im Zweifel überarbeitet wurden. Anhand der Bodenwerte ist es möglich, den Garten in Bereiche zu strukturieren.

Ein Geheimnis, das häufig übersehen wird, ist die Kraft der Natur. Nicht der Mensch entscheidet, wann und wo er seinen Garten haben möchte, sondern die Natur. Mit all ihren Besonderheiten gibt sie den Takt vor und spielt eine entscheidende Rolle, ob der Traumgarten eine langfristige Zukunft hat. Daher geht es nie darum, einen Garten auf einem Stück Natur zu bauen, sondern die Natur zu nutzen und sie in die Gartengestaltung einfließen zu lassen.

Pflanzen als Element eines Traumgartens

Die Artenvielfalt des Globus ist beeindruckend und die Schöpfungen der Natur gehören zu einem stilgeprägten Garten dazu. Es mag ein schönes Hobby sein, für einen Sommer auf dem Balkon gewisse Sommerpflanzen zu züchten und sie im nächsten Jahr wieder zu entsorgen. Doch wenn es um die Wahl langlebiger Pflanzen und Bäume geht, gibt es andere Kriterien als nur die optischen Aspekte.

So werden in hochwertigen und architektonisch strukturierten Gärten immer wieder Bonsai Bäume eingesetzt, um dem Garten einen langfristigen und prägenden Stil zu geben. Viele Menschen verbinden den Bonsai automatisch mit Japan und wissen nicht, dass er längst den Weg in die europäische Kultur gefunden hat. Seine Pflegeleichtigkeit, aber auch sein untrüglicher Charme machen diesen Baum zu einem der idealen Begleiter eines lebenslang erhaltenen Anwesens.

Mit der Natur, nicht gegen sie

Steht ein Architekt vor einem Garten, durchfluten viele Gedanken seinen Kopf. Er spielt mit Bildern, er gestaltet in seiner Fantasie, er scannt Nischen, Ecken und Vorsprünge, um seine Ideen einzubringen. Und er erkennt Widrigkeiten, die das geplante Projekt erschweren könnten. Der Traumgarten für den Architekten muss am Ende gar nicht immer simpel, groß und leicht zu gestalten sein. Immerhin liebt es der Gartenarchitekt, wenn er durch sein Wissen, seine Fähigkeiten und sein Talent in der Lage ist, auch besonders schwierige Lagen zu meistern und aus einem nicht sehr vielversprechenden Grundstück am Ende ein wahres Idyll für ganze Generationen zu zaubern.

Der Gartenarchitekt hat eine der entscheidendsten Rollen bei der Außengestaltung eines Anwesens. Er ist das Bindeglied zwischen dem Heim, das oftmals vom Innenarchitekten in einem ganz bestimmten Stil geprägt wurde und der Natur, die für das äußere Erscheinungsbild gesorgt hat. Seine Aufgabe ist es, beides miteinander zu verbinden und da Architekten genau diese Aufgabe lieben, ist jeder Garten für sie ein Traum.

Remote Gründen – so geht’s

Tipps und To Do’s zum Trendthema Remote Work von Ben Sattinger, einem erfolgreichen und erfahrenen Remote-Founder.

Durch die Corona-Pandemie ist das Thema Remote Work noch stärker in den Vordergrund gerückt. Der Wunsch nach örtlicher und zeitlicher Flexibilität kann so manche(n) Gründungswillige(n) jedoch auch davon abhalten, ein Unternehmen zu gründen. Wie sich beides erfolgreich kombinieren lässt, weiß Ben Sattinger, ein Pionier im Bereich des ortsungebundenen Arbeitens. 2014 gründete er sein Unternehmen Online Trainer Lizenz (OTL) und baute es von Anfang an komplett remote auf – er selbst lebt und arbeitet an den unterschiedlichsten Orten. Auch deshalb konnte OTL in Corona-Zeiten wie gewohnt weiterarbeiten, beschäftigt heute rund 50 feste sowie ebenso viele freie Mitarbeiter*innen und machte 2020 einen Umsatz von 6,6 Mio. Euro. Hier Bens Tipps:

Volle räumliche Flexibilität von Anfang an

Home-Office oder das Arbeiten von flexiblen Orten zu flexi­blen Zeiten war von Beginn an Teil unserer Unternehmens-DNA. Mein Mitgründer Sven Faltin und ich entschieden uns im Jahr 2014, dass wir auf ein Büro verzichten wollen und unsere Mitarbeiter*innen remote für uns arbeiten sollen. Ich war vor der Unternehmensgründung einer der ersten Fitness-Influencer in Deutschland und konnte zeit- und ortsunabhängig arbeiten. Dadurch habe ich die Vorteile des „Arbeitens von überall aus“ kennengelernt. So konnte ich meiner Leidenschaft, dem Reisen, nachgehen und gleichzeitig Geld verdienen. Das wollte ich auch für mein Unternehmen ermöglichen. Ein Grundgedanke dabei war natürlich auch: Zum Zeitpunkt unserer Gründung mussten angehende Personal Trainer*innen und Sportbegeisterte noch durch ganz Deutschland fahren, um ihre Ausbildung absolvieren zu können. Wir fragten uns: Wieso die Ausbildungen nicht digital anbieten, wenn auch sonst alles andere digital erledigt werden kann? So war die Idee zum remote Gründen geboren.

Feste Strukturen und Prozesse sind das A und O

Eine reine Remote-Aufstellung stellt trotz des Erfolgs eine gewisse Herausforderung dar, das mussten wir auch nach der Gründung lernen. Schnell war klar, dass mit dem Wachstum des Unternehmens auch Strukturen und Prozesse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geschaffen werden müssen. Wir führten feste Kernarbeitszeiten von 9 bis 15 Uhr deutscher Zeit ein, die verpflichtend für das gesamte Team sind. Abseits dieser Kernarbeitszeit können unsere Mitarbeiter*innen selbst entscheiden, wie sie sich den Arbeitsalltag gestalten. Außerdem haben wir feste Strukturen eingeführt – sowohl bei den Timings, Meetings als auch bei den Verantwortlichkeiten. Früh haben wir auf gemeinsame digitale Projektmanagement-Tools gesetzt, damit alle einen Überblick über das gemeinsame Arbeiten haben.

Wir mussten uns seit der Gründung als Arbeitgeber abheben

Natürlich wussten wir bei der Gründung, dass wir potenziellen Mitarbeiter*innen auch besondere Leistungen anbieten müssen, die es in Unternehmen mit einem festen Büro nicht gibt. Vor allem über die begrenzten direkt-persönlichen Kontakte unserer Mitarbeiter*innen haben wir uns mit der Gründung Gedanken gemacht und setzen von Anfang an auf Teamreisen, die ein Mix aus gemeinsamem Arbeiten und Aktivitäten sind. Das gesamte Team macht sich dann auf den Weg in Richtung Traumreiseziel. Zypern, Marokko, Südafrika, Thailand oder auch Indonesien sind nur einige Ziele des Teams gewesen. In der ersten Woche wird Vollzeit gearbeitet, während sich die Arbeitsstunden in der zweiten Woche halbieren und so der Nachmittag für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden kann. Während der Reisen fokussieren wir vor allem die Arbeit an einem Ort und verbessern so die persönliche und verbale Kommunikation zwischen den Mitarbeiter*innen. Zusätzlich fördern Team-Wochenenden in Berlin den Teamgedanken. Ähnlich wie bei den Teamreisen, setzt sich das Wochenende aus Workshops und gemeinsamen Aktivitäten zusammen.

Top-Ausrüstung für das Home-Office

Als Unternehmen in der Fitnessbranche lag uns die körperliche Gesundheit unserer Mitarbeiter*innen immer schon am Herzen. Wir stellen ihnen verstellbare Schreibtische, ergonomische Bürostühle und entsprechendes technisches Equipment zur Verfügung. Im Zuge der Corona-bedingten weitreichenden Ausgangsbeschränkungen, haben wir unseren Mitarbeiter*innen bspw. Walking Pads gekauft, um den Bewegungsmangel ein wenig auszugleichen.

Soft Skills bei der Personalauswahl

Mit der Gründung haben wir auch bei der Personalauswahl stark auf Soft Skills gesetzt. In einem Remote-Unternehmen ist es besonders wichtig, dass wir Mitarbeiter*innen auswählen, die sich mit unserem Produkt identifizieren und eigenständig arbeiten. Unsere Mitarbeiter*innen müssen belastbar sein, flexibel denken und einen starken Charakter vorweisen. Von Anfang an hatten wir viele Mitarbeiter*innen, die eine Nähe zu OTL und unseren Themen haben. Viele unserer Mitarbeiter*innen haben eine Ausbildung bei uns gemacht, sind uns auf unseren Social-Media-Kanälen gefolgt oder kannten mich als Person des öffentlichen Lebens. So entsteht ein Team mit hoher Identifikationskraft zum Produkt, das gern digital zusammenarbeitet. Bei der Auswahl der Mitarbeiter*innen spielt in diesem Kontext die fachliche Qualifikation natürlich eine Rolle, aber eher eine nebengeordnete. Wir sind der Auffassung, dass (fast) jede(r) an seinen/ihren Aufgaben wachsen kann. Viel wichtiger war und ist uns, dass wir zueinanderpassen. Im Ergebnis haben wir unter unseren knapp 50 festen Mitarbeiter*innen viele echte Freundschaften, trotz klarer Hierarchien, ohne die es remote auch nicht funktioniert.

Schenkt bei der Gründung Vertrauen!

Die Gründung eines Remote-Unternehmens ist eng an das Vertrauen gekoppelt, das Führungskräfte ihrem Team entgegenbringen. Meine Erfahrung ist, dass gerade bei der Umstellung zum Arbeiten im Home-Office diejenigen Mitarbeiter*innen die besten Leistungen erbringen, die spüren, dass ihnen vertraut wird und sie wertgeschätzt werden. Mein Rat an alle, die jetzt remote gründen oder jetzt umstellen wollen: Sorgt für feste Strukturen und Prozesse bei Meetings, klare, einvernehmliche Ziele, realistische Aufgabenstellungen und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten. Und stellt den Menschen in den Mittelpunkt! Nur in diesem Rahmen entfaltet sich das Potenzial der eigenen Mitarbeiter*innen – das hilft allen, auch dem Unternehmen.

Cyber-Security: die Challenge für Start-ups

Warum Cybersicherheit in Start-ups im Jahr 2022 ein Top-Ranking haben sollte.

In einer Umfrage sollten Start-ups vor wenigen Wochen die fünf größten Herausforderungen nennen, vor denen sie stehen: IT- und Daten-Sicherheit wurde dabei nicht erwähnt (Statista 11/2021). Angesichts von immer häufigeren Hacker*innenangriffen ist das erstaunlich, denn viele Maßnahmen, um die IT-Security zu stärken, werden staatlich bezuschusst. Am fehlenden Wissen der Start-Upper liegt es meistens nicht, dass oft Lücken in der IT-Sicherheit bestehen. Unserer Erfahrung nach haben Gründer*innen oft keine Zeit und Ressourcen, sich mit Cyber-Security auseinanderzusetzen. Sich dann intensiver mit Sicherheitsfragen auseinanderzusetzen, wenn entweder ein Kunde bzw. eine Kundin höhere Sicherheits-Standards verlangt oder aber – der schlimmere Fall – bereits ein Hacker*innenangriff stattgefunden hat ist aber zu spät.

Cyber-Sicherheit steht bei der Politik weit oben auf der Tagesordnung

Nicht nur Start-ups können bei den Bemühungen im maximale IT-Sicherheit auf höchste politische Unterstützung zählen: Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte in ihrer Rede zur Lage der EU vor dem Europäischen Parlament: „Wir sollten nicht allein damit zufrieden sein, dass wir gegen Cyberbedrohungen vorgehen – wir sollten danach streben, bei Cybersicherheit führend zu werden“. Auch der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung will Cyberbedrohungen „durch eine ehrgeizige Cybersicherheitspolitik entgegentreten“. Die Rückversicherung Munich Re zählt Cyberattacken längst zu den größten Risiken für den Unternehmenserfolg.

Höchster Alarm wegen einer harmlosen Java-Anwendung

Dass die Zahl an Cyberattacken wöchentlich zunimmt, ist keine Schwarzmalerei. Aktuell hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die höchste Alarmstufe ausgelöst:  Die IT-Schwachstelle „Log4Shell“ in der Software-Plattform Java kann zu Millionenschäden führen. Inzwischen ist Log4DShell zwar durch eine hacker-sichere Version ersetzt worden, aber man muss davon ausgehen, dass die Anwendung in der gefährlichen Originalfassung noch auf Hunderttausenden von Rechnern installiert ist – das perfekte Einfallstor für Cyber-Kriminelle.

“Noch immer sind Unternehmen auf der Suche, in welchen Produkten die betroffene Java-Bibliothek überhaupt zum Einsatz kommt, um Updates einzuspielen“, sagt Achim Berg, der Präsident des IT-Verbandes Bitkom in der Wirtschaftswoche. Genau diese zeitaufwendigen Suchen sind für Start-ups ohne externe Unterstützung kaum leistbar, denn sie gehen auf Kosten der Produktentwicklung und der Kund*innenbetreuung – auf der 2do-Liste ist Datensicherheit kein wichtiges Thema, siehe oben. Bis zur vergangenen Woche wurden mehr als 800.000 Hacker*innenangriffe über Log4DShell weltweit registriert.

Angriffe auf die eigene IT-Infrastruktur in Auftrag geben

Schwachstellen-Scans und Penetrationstests sind zwei der wichtigen Sicherheits-Checks, damit auch das Management von Start-ups ruhig schlafen kann. Wenn professionelle “Hacker*innen” einen Angriff simulieren und nach Einfallstoren suchen, ist der Erkenntnisgewinn meistens groß. Das IT-Verantwortliche eines kleineren Unternehmens unmöglich alle Angriffsmöglichkeiten überschauen können ist eine Binsenweisheit: Ihnen stehen Heerscharen krimineller Digitalexpert*innen aus aller Welt gegenüber, viele mit Verbindungen zu Geheimdiensten, mit großen finanziellen und technischen Möglichkeiten.

Interne Sicherheitslücken von externen Dienstleister*innen aufdecken zu lassen setzt eine zeitgemäße Unternehmenskultur voraus, in der nicht nach “Schuldigen” gesucht wird, sondern sich Management, Mitarbeitende und IT-Verantwortliche gemeinsam für den Erfolg einsetzen – in diesem Fall ist der Erfolg der maximale Schutz der eigenen Daten und IT-Prozesse. Dieser Erfolg lässt sich in Zahlen fassen: Laut TÜV Rheinland kostet die Beseitigung der angerichteten Schäden nach einer erfolgreichen Cyberattacke ein Unternehmen durchschnittlich 72.000 Euro. Das ein Hacker bzw. eine Hackerin längst in das System eingedrungen ist wird durchschnittlich erst nach 200 Tagen festgestellt, so die IT-Experten des TÜV.

2022 wird in Sachen Hacker*innenangriffe nichts besser – im Gegenteil

Für das nächste Jahr könnte Cyberkriminalität eine neue Dimension erreichen. Es zeichnet sich ab, dass aus kleineren Hacker*innengruppen regelrechte Kartelle werden, die immer professioneller vorgehen: Bis zur finalen Attacke können Monate vergehen, in dieser Zeit wird die IT-Struktur des Opferunternehmens ausgeforscht und dokumentiert. Eine weitere gefährliche Entwicklung: Sind die Sicherheitsbarrieren des eigentlichen Ziels zu hoch, werden Hacker*innen den Umweg über Zuliefernde oder Dienstleistende des Zielunternehmens gehen. Deswegen muss immer mehr darauf geachtet werden, ganze Lieferketten abzusichern.

Der Autor Jan Kahmen hat als CEO von
turingpoint mehrere Jahre Erfahrung in der Gründung von Unternehmen und als Product Owner in einer Vielzahl von Projekten. Jan arbeitet aktuell an der Application Security as a Service Platform turingsecure und an turingpoints 50%-Tochter Pulso Media GmbH.

Gründer*in des Jahres 2021 gesucht

Jede Woche präsentieren wir an dieser Stelle unsere(n) Gründer*in der Woche. Erstmals wollen wir nun aus allen, in diesem Jahr porträtierten Gründer*innen den oder die Gründer*in des Jahres 2021 wählen – mit deiner Unterstützung.

Wir haben dazu aus jedem Monat das meistgelesene Gründer*in-der-Woche-Interview herausgefiltert und so 12 Kandidat*innen für unsere(n) Gründer*in des Jahres 2021 nominiert.

Jetzt ist es an dir, eine(n) Gründer*in mit deiner Stimme zu unterstützen. Einfach das nachfolgende Abstimmungs-Tool nutzen und voten.

Du hast nur Zeit bis Ende des Jahres, um deine(n) Favorit*in an die Spitze zu bringen - daher: Jetzt teilnehmen!

Herzlichen Dank fürs Mitmachen und Voten!

DAS VOTING

So geht's: Einfach deinen Favoriten bzw. deine Favoritin markieren und auf "Abstimmen" klicken, fertig!

5 Neuigkeiten aus der Krypto-Welt

Obwohl er am Sonntag für kurze Zeit über 50.000 US-Dollar stieg, fiel der Bitcoin-Preis dann Anfang der Woche wieder. Die größte Kryptowährung nach Marktwert wird laut Coin Metrics am Montagnachmittag mit rund 47.358 US-Dollar gehandelt. Andere Top-Kryptowährungen sind momentan rückläufig, darunter auch Ether, die zweitgrößte Kryptowährung. Gehandelt wird Ether mit derzeit rund 3.813 US-Dollar. In der Welt der Kryptowährungen ist also wieder einiges passiert. Wir fassen die wichtigsten Neuigkeiten in diesem Artikel zusammen.

Krypto-News 1: Kickstarter will auf Blockchain umsteigen

Seit mehr als einem Jahrzehnt überzeugt Kickstarter Menschen davon, für die Umsetzung ihrer Ideen zu bezahlen. Egal, ob es um ein Kunstwerk, einen Film oder ein besonderes Gerät geht – Kickstarter ist oft das Mittel der Wahl. Digitale Währungen basieren auf dezentraler Organisation, Kryptowährungen und NFT-Kunst – und Kickstarter möchte beide Welten jetzt miteinander verbinden. Gegründet werden soll ein eigenständiges Unternehmen, welches auf Crowdfunding-Basis läuft und damit dem von Kickstarter ähnelt. Zum Einsatz kommen soll aber die Blockchain-Technologie.

Wie das neue Unternehmen, das digitale Währungen unterstützt, heißen soll, ist aktuell noch nicht bekannt. Im nächsten Jahr möchte man aber direkt mit der Umsetzung beginnen, sodass wir voraussichtlich schon im Jahr 2022 gute Einblicke in die neue Crowdfunding-Plattform bekommen können. Umgestellt wird aber hinter den Kulissen und auf der aktuellen Seite wird man von den Änderungen nichts spüren. Zu rechnen ist mit einem großen Unterfangen, aber das Unternehmen hat die Chance, andersartige und kreative Projekte auf diese Weise zum Leben zu erwecken. Wir sind gespannt auf weitere Details, denn sicher muss noch eine Menge geplant werden, bis die neue Plattform an den Start gehen kann.

Krypto-News 2: 90 % der Bitcoin-Vorratsmenge wurden in Umlauf gebracht

Am 12. Dezember feierten Kryptofans die Tatsache, dass 90 % der 21 Millionen Bitcoins, die jemals existiert haben, in Umlauf gebracht wurden. Die momentane jährliche Inflationsrate des Bitcoins liegt bei rund 1,88 % und damit unter den Zielvorgaben der zentralen Banken, die einen Prozentsatz von 2 % festlegen. Kryptowährungen gleichen noch immer einem Glücksspiel. In einem Casino eine Sofortauszahlung vornehmen, nachdem ein großer Gewinn gelandet wurde, erscheint manchmal ähnlich aufregend wie der Handel mit Bitcoin und Co.

Aktuell erwarten Experten, dass die Inflationsrate von Bitcoin in 875 Tagen auf gerade einmal 1,1 % sinken wird. Dann werden 19,98 Millionen Bitcoins geschürft worden sein. Bis dahin können Miner also weiterhin verdienen, genauer gesagt bleiben noch 119 Jahre. Bitcoin basiert auf dem Proof-of-Work-Modell. Miner müssen dabei um die Lösung komplexer mathematischer Probleme konkurrieren, um die Transaktionen zu validieren. Dabei handelt es sich um keinen einfachen Prozess, was auch daran ersichtlich wird, dass man für die jetzt bekannt gewordenen 90 % stolze 12 Jahre gebraucht hat.

Krypto-News 3: Arrow Glacier Upgrade ist auf Ethereum live gegangen

Bei Arrow Glacier handelt es sich um ein Upgrade für das Ethereum-Netzwerk, welches kürzlich aktiviert wurde. Mit dem Upgrade verschieben sich Schwierigkeiten, die das Mining von Ethereum einfrieren oder zumindest verlangsamen könnten, auf Juni 2022. Man hofft, dass man dann vom Proof-of-Work-Modell zum Proof-of-Stake-Modell umstellen kann. Nach der Umstellung soll es die Probleme nicht mehr geben. Aktuell arbeitet das Unternehmen mit dem Proof-of-Work-Modell, bei dem Miner versuchen, komplexe Probleme zu lösen, welche Transaktionen validieren können. Dieses Modell wird aber stark kritisiert, da es Umweltprobleme befeuert, denn es erfordert extreme Mengen an Computerleistung. Im kommenden Jahr möchte Ethereum hier nun Änderungen vornehmen. Das neue Proof-of-Stake-Modell soll auf den von Nutzern gehaltenen Münzen basieren, mit denen Transaktionen validiert werden. Das kann die derzeit verwendeten energieintensiven Mining-Rigs ersetzen. Dieser wichtige Schritt ist Teil von Eth2. Das System wird große Auswirkungen haben, denn es wird die Struktur von Ethereum verändern und Mining schlussendlich überflüssig machen.

Sobald das neue System Eth2 implementiert wurde, versprechen die Betreiber eine nachhaltigere, sicherere und skalierbarere Währung. Tatsächlich würde die Umweltbelastung um 99 % sinken, gleichzeitig wird Ethereum-Mining keine Einnahmen mehr generieren können. Bis wir konkrete Ergebnisse sehen, werden noch einige Monate vergehen. Sicher ist, dass bei Ethereum große Veränderungen anstehen.

Krypto-News 4: Neuer Krypto-Beratungsdienst bei Visa

Visa führt neue Beratungs- und Betreuungsdienste ein, um seine Kunden in Sachen Krypto zu beraten. Der Zahlungsriese teilte letzte Woche in einer Pressemitteilung mit, dass die Beratungen für Einzelhändler, Finanzinstitute wie auch andere Firmen Ratschläge beinhalten werden, die dabei helfen sollen, die Krypto-Welt besser zu verstehen. Zwar betrifft diese Ankündigung nicht den direkten Verbraucher, doch es zeigt sich ganz deutlich, dass Kryptowährungen auf dem amerikanischen Markt zunehmend an Bedeutung und Akzeptanz gewinnen. Das wiederum wird sich positiv auf den Wert der Krypto-Bestände auswirken, die Investoren aktuell innehaben.

Der verkündete Schritt ist der jüngste Versuch von Visa, tiefer in den Kryptomarkt einzutauchen. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit bereits verschiedene Patente im Bereich der Blockchain angemeldet. Ein zuständiges Forschungsteam arbeitet zudem an einem Universal Payment Channel-Projekt, bei dem verschiedene Blockchain-Netzwerke miteinander verbunden werden sollen. Visa ist zudem nur einer von vielen Zahlungsabwicklern, die sich vermehrt mit Kryptowährungen befassen. So sehen wir zum Beispiel auch bei PayPal oder MasterCard, dass man Kryptowährungen zunehmend mehr Aufmerksamkeit schenkt: Bei MasterCard möchte man Kunden und Händlern sowie auch Banken künftig ermöglichen, per Kryptowährung zu zahlen. Bitcoins werden dann künftig über das neue System gesendet und empfangen werden können. Bei PayPal gibt es zudem bereits seit März dieses Jahres die Möglichkeit, den Checkout über Kryptowährungen durchzuführen. Für deutsche Kunden ist diese Funktion noch nicht verfügbar, Briten können dagegen schon problemlos per Kryptowährung bezahlen.

Krypto-News 5: Höhen und Tiefen bei Bitcoin und Ethereum

Bitcoin sprang zuletzt wieder über 49.000 US-Dollar, Ethereum auf über 4.000 US-Dollar. Beide Währungen haben in den letzten Wochen aber extreme Höhen und Tiefen durchlebt, was jeweils in einem Allzeithoch endete.

Die Volatilität folgt dabei unter anderem einer wirtschaftlichen Unsicherheit, die durch die neue COVID-Variante Omicron entsteht. Auch anhaltende Kommentare von US-Gesetzgebern und Beamten zu Krypto-Regulierungen sorgen für Unruhe, ebenso wie das von Präsident Biden unterzeichnete 1,2-Billionen-Dollar-Infrastrukturgesetz. Letzteres enthält Krypto-Steuerbestimmungen, die in der Form eine Neuheit darstellen. Das neue Gesetz beinhaltet, dass Krypto-Broker Transaktionen an die Steuerbehörde melden müssen, wenn deren Wert 10.000 US-Dollar übersteigt. Diskutiert wird dabei, wie die vollumfängliche Meldepflicht überhaupt in die Tat umgesetzt werden soll, zumal die neuen Gesetze auch eine plötzlich auftretende enorme steuerliche Belastung bedeuten. Der Markt reagierte darauf direkt mit bedeutenden Schwankungen.

Start-ups in Deutschland und den USA – wer hat die Nase vorn?

USA oder Deutschland? Wo sind Gründer*innen wirklich besser aufgehoben und welche Fallstricke gilt es beim Start zu beachten?

Die Welt hat sich in vielen Bereichen drastisch verändert. Ob wirtschaftlich, beruflich oder privat, der Interessenfokus hat sich gewandelt. Im NetBet Echtgeld Casino spielen, anstatt auf dem Fußballplatz zu stehen, in Kryptowährungen investieren, anstatt Aktien zu kaufen, ein Start-up gründen, anstatt angestellt zu bleiben – Modernität bedeutet auch Flexibilität! Zu den größten Industriestaaten mit besten Chancen für die berufliche Weiterentwicklung gehören die USA und Deutschland. Doch wo sind Gründer*innen eigentlich wirklich besser aufgehoben und welche Fallstricke gilt es beim Start zu beachten?

Die USA als perfekter Standort für Gründer

Ein Unternehmen zu gründen ist eine Sache. Es zu behalten und zum Erfolg zu führen eine ganz andere. In den USA haben Start-ups einen großen Vorteil, denn die Bereitschaft der Investor*innen ist höher. Wer jenseits des großen Teichs eine förderungsfähige Geschäftsidee auf den Tisch bringt, findet schnell Investor*innen, die nicht nur liquide sind, sondern auch eine hohe Risikobereitschaft mitbringen. Genau hier steht Deutschland im Schatten Amerikas, denn die Investitionsbereitschaft der Deutschen ist im großen Stil weit hinter den USA zurückgeblieben.

Eine Umfrage hat ergeben, dass jede(r) Dritte Start-up Gründer*in bei einer Neugründung lieber die USA als Standort wählen würde. Aber warum eigentlich? Was ist in Silicon Valley so anders als in Berlin? Und gibt es wirklich ausschließlich Vorteile, wenn Amerika als Gründungsstandort fürs eigene Start-up genutzt wird?

Finanzierung für Gründer*innen – Deutschland kann die USA nicht überbieten

Zwei Steine sind es, die sich Deutschland immer wieder selbst in den Weg legt. Zum einen ist es der Mangel an Finanzierungsbereitschaft, zum anderen die Bürokratie. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat allerdings Bereitschaft gezeigt und möchte Start-up-Gründer*innen künftig stärker unter die Arme greifen. Ein wichtiger Schritt, denn die Finanzierung von Gründer*innen ist in Deutschland ein großes Problem. Während in den USA eine breite Risikobereitschaft herrscht und Investoren bereit sind, auch ohne Garantien in ein vielversprechendes Produkt zu investieren, tritt Deutschland hier auf der Stelle.

Wohlhabende Einzelinvestor*innen sind hierzulande eine Seltenheit, Bankkredite werden aufgrund mangelnder Sicherheiten beinahe nicht vergeben. Die Bereitschaft, ein Wagniskapital zu vergeben, ist in Deutschland fast nicht vorhanden, in den USA aber Tradition zur Förderung von Jungunternehmer*innen. Diese Lücke soll in Deutschland allerdings mit einem Gründerfond geschlossen werden, der ein Volumen von immerhin 273 Millionen Euro enthält. Vor allem technologische Start-ups sollen mit rund 500.000 Euro (maximal) gefördert werden. Eine andere Initiative vergibt Gründer*innenstipendien.

Staatliche Interventionen sind allerdings nicht in der Lage, gegen die Venture-Capital Industrie der USA anzutreten. Nach dem Ende der staatlichen Förderung gelangen viele Start-up-Unternehmen in ein selbst erkanntes „Tal des Todes“, da die Förderung zu gering ist, um ein nennenswertes Kapital zu schaffen und damit das eigene Unternehmen zu expandieren. Für Deutschland ist es daher ein wichtiger Schritt, Anreize für Risikokapitalinvestor*innen zu schaffen, damit das Land seinen drittletzten Platz auf der Liste für innovative Förderung verbessern kann.

Bürokratie als deutsches Grundproblem

Böse Zungen behaupten nur zu gern, dass Deutschland das Land der Bürokraten sei und tatsächlich sind es bürokratische Hürden, die Start-ups hierzulande oft behindern. Das beginnt schon bei der Gründung einer GmbH, für die der deutsche Gründer*innen eine Einlagensumme von mindestens 25.000 Euro mitbringen muss. Um die GmbH dann zu gründen, vergehen im Schnitt fast 50 Tage. Verglichen hierzu sind es in den USA, aber auch in anderen Regionen (Kanada, Australien) gerade einmal zwei Tage. Zeit, die ein Start-up auf dem Weg zum Ruhm nicht hat!

Das Arbeitsrecht kann hierzulande ebenfalls zu Schwierigkeiten führen. Gerade Start-ups müssen flexibel auf Änderungen in den Geschäftstätigkeiten reagieren und sich auf neue Umstände in kürzester Zeit einstellen können. Durch das strenge Arbeitsrecht können Jungunternehmen nach der Gründungszeit kaum Personal einstellen, wenn sie keine Finanzierungssicherheit haben. Die Trennung von Arbeitnehmenden wird hier durch ein erheblich erschwertes Kündigungsrecht verkompliziert.

Und schließlich sind es auch die mangelnden Möglichkeiten der Expansion, die es Start-ups in Deutschland erschweren. Wer in den USA von der Ostküste nach Silicon Valley expandieren möchte, hat hier vergleichsweise geringe Schwierigkeiten. In Europa hingegen müssen Kulturen, verschiedene Sprachen, aber auch unterschiedliche Gesetzgebungen berücksichtigt werden, die vor allem auf den bürokratischen Diskrepanzen unter den einzelnen EU-Ländern basieren.

Das Innovationsklima als Spiegel der Gesellschaft

Ob ein Unternehmen Erfolg hat, hängt maßgeblich auch von der psychologischen Einstellung und der Motivation ab. Das Innovationsklima in den USA trägt maßgeblich zum großen Erfolg der Start-up-Szene bei, denn hier setzt die Gesellschaft auf Neuerung, ist unterstützungsbereit und freut sich über Erfolge anderer. Deutschland liegt bezüglich des gesellschaftlichen Innovationsklimas global im Mittelfeld. Zwar würden rund 41 Prozent aller Angestellt*innen in Deutschland lieber selbstständig arbeiten, gleichzeitig sind aber ganze 42 Prozent der deutschen Angestellt*innen der Meinung, dass die Unternehmensgründung keine gute Idee ist, wenn die Gefahr eines Scheiterns besteht.

Die Risikoversicherung, die ein Start-up am Scheitern hindert, gibt es aber nicht. Deutschland gehört weltweit zu den letzten Plätzen in Sachen Risikobereitschaft der Bevölkerung. Auch hier bewahrheitet sich erneut ein altes, deutsches Klischee. Wenn der deutsche Durchschnittsmensch keine absolute Sicherheit bekommt, vermeidet er Innovation und Fortschritt. Anders die Bevölkerung in den USA, denn dort werden Risiken bewusst in Kauf genommen, wenn die Überzeugung von der eigenen Idee vorhanden ist.

Bereitschaft zu Fehlversuchen erhöht Innovationspotenzial

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die meisten Innovationen aus Fehlern entstanden sind. Thomas Edison, Erfinder der Glühbirne, wie sie bis heute bekannt ist, musste mehr als 10.000 Fehlversuche einstecken, bis es ihm gelang, die Welt des Lichts zu verändern. Die Bereitschaft Fehler zu machen, ist in Deutschland deutlich geringer als in den USA. Nicht umsonst wird die USA als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten beschrieben. Das hängt zum einen an der Bereitschaft von Investoren, in möglicherweise scheiternde Projekte zu investieren. Es hängt aber auch an der Bereitschaft von Gründer*innen, die ein Scheitern in Kauf nehmen, um sich selbst die Chance für den Erfolg zu geben.

Nahezu jedes Start-up läuft Gefahr, dass die scheinbar innovative Idee letztlich ein Rohrkrepierer ist. Aber wer es nicht versucht und nicht bereit ist, das Gegenteil zu erfahren, scheitert bereits, bevor er begonnen hat. Hier sollte Deutschland umdenken und ein Stück der Leichtigkeit aus den USA für die Zukunft mitnehmen.