Anbieter-Check: Live-Chat-Software

Autor: Maximilian Reichlin
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Wir haben 9 wichtige Live-Chat-Software getestet. Was die Tools können und wo es noch Luft nach oben gibt.

Live-Chats auf Websites sind mittlerweile beinahe allgegenwärtig. Es scheint fast so, als binde heutzutage so gut wie jedes Unternehmen ein Chat-Widget auf der eigenen Seite ein. Dafür gibt es gute Gründe: Schneller und bequemer als eine Mail, persönlicher als ein gesichtsloser FAQ-Bereich und unverfänglicher als ein Telefongespräch scheinen Live-Chats das ideale Mittel zu sein, um Kunden einen direkten Draht zum Unternehmen zu ermöglichen. Der Charme hinter der Idee des Echtzeit-Chats liegt vor allem darin, dass die meisten Webseitenbesucher diesen Kanal wie aus dem Effeff beherrschen – kommen sie doch in ihrem Alltag ständig mit Messaging-/Chat-Apps wie bspw. WhatsApp, Slack, Signal oder dem Facebook Messenger in Kontakt.

Mittlerweile sind professionelle Live Chats allerdings viel mehr als nur komfortable Kontakt-Kanäle. Automatisierungsfeatures und künstliche Intelligenzen – sogenannte Chatbots – ermöglichen nicht nur einen direkten Kontakt zu Ihren Kunden, sondern eröffnen ganz neue Möglichkeiten des Vertriebs und des Kundensupports. Mithilfe von automatischen Antworten lassen sich beispielsweise häufig wiederkehrende Fragen zu Produkten und Angeboten schnell klären, ohne dass dafür Ressourcen aufgewendet werden müssen. Und Chat Bots antworten selbst auf eingehende Nachrichten, wenn ihre menschlichen Kollegen schon längst den Heimweg angetreten haben. Auch für die Leadgenerierung und das Kontaktmanagement lassen sich moderne Live-Chat-Tools ideal einsetzen. Und mithilfe von Cross-Channel-Ansätzen lassen sich gar verschiedene Kanäle – wie Mail oder Social Media – mit dem Live Chat verknüpfen, um so eine zentrale Kommunikationsplattform zu schaffen.

Es ist in diesem Sinne nur logisch, dass Live-Chat-Tools aus der Cloud in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt haben. Mittlerweile ist um das Buzzword „Live Chat“ ein riesiger Markt entstanden und Anbieter neuer und innovativer Chat-Lösungen scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen.

Damit du in dieser Fülle an unterschiedlichen Angeboten nicht den Überblick verlierst, haben wir in Kooperation mit dem unabhängigen Vergleichsportal trusted.de neun wichtige, start-up-taugliche Live-Chat-Tools genauer unter die Lupe genommen. Hier liest du alles über die Anbieter bzw. die Ergebnisse in alphabetischer Reihenfolge. Am Ende des Beitrags findest du einen tabellarischen Überblick samt unserer Wertung:

Die top 9 Live-Chat-Tools im Überblick

HelpOnClick ist eine vergleichsweise schlanke, dafür aber sehr flexible Software-Lösung. Das Tool lässt sich ohne viel Federlesen in jede Website integrieren; auf Wunsch sogar auf mehrere Websites gleichzeitig. Gleichzeitig ist eine Integration in CMS- oder eCommerce-Systeme durch vorgefertigte PlugIns spielend leicht möglich, ganz ohne API-Gefrimmel und sonstigen Mehraufwand. Genauso flexibel zeigt sich HelpOnClick im täglichen Gebrauch, da sich eingehende Chats ganz einfach mit nur wenigen Clicks an den passenden Operator weiterleiten lassen. Wenn dein Kunde beispielsweise aktuell keinen Mitarbeiter aus dem Vertrieb sprechen will, sondern technischen Support benötigt, landet der Chat innerhalb von wenigen Sekunden bei deinem Kollegen aus der IT. Nettes Feature: Im HelpOnClick-Chat liest du die Nachrichten deines Gesprächspartner bereits, während dieser sie noch eintippt, und kannst so blitzschnell auf eingehende Anfragen reagieren. Darüber hinaus ist HelpOnClick nicht mit vielen ausgefallenen Features ausgestattet, bringt aber auf jeden Fall alle nötigen Funktionen mit, die kleine bis mittelständische Unternehmen benötigen. Der geforderte Preis ist der Zielgruppe angemessen: Schon ab 7 US-Dollar pro Monat und Operator ist das Live-Chat-Tool zu haben, diese günstigste Version ist allerdings auf 100 Chats pro Monat begrenzt. Benötigst du mehr, bezahlst du rund 11 Dollar.

Das britische Kayako überzeugt vor allem durch einen hohen Automatisierungsgrad. Basierend auf einfachen Wenn- Dann-Bedingungen kannst du hier vorgefertigte Nachrichten hinterlegen, die automatisch und zielgruppengerecht ausgespielt werden. Landet ein Besucher beispielsweise zum wiederholten Male auf der Preisübersicht auf deiner Website, erhält er eine Nachricht aus dem Sales-Department, ob er eine nähere Beratung wünscht. Mit der Kombination aus E-Mail, Chat und Social Media bedient Kayako den Bedarf nach einer umfassenden Cross-Channel-Lösung. Das schlägt sich beispielsweise dann nieder, wenn ein Kunde den Chat frühzeitig verlässt. Nachrichten werden dann automatisch an dessen E-Mail-Adresse gesendet, von wo aus er die Konversation fortführen kann. Solche Features sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da sich durch die DSGVO datenschutzrechliche Probleme auftun könnten. Dafür kann Kayako mit einer ganzen Menge interessanter Funktionen glänzen, die die Konkurrenz oft noch nicht mit an Bord hat. Beispielsweise ein Video-Chat, Co-Browsing oder ein Rechtschreib-Checker, der Nachrichten in Echtzeit auf Schreibfehler scannt. Ansehnlich ist auch die Nutzeroberfläche, die im Browser ein wenig an das bekannte Business-Chat-Tool Slack und in der mobilen App an klassische Messenger wie WhatsApp erinnert. Ein wenig Einarbeitungszeit ist dennoch nötig, um die Software ideal zu konfigurieren. Preislich liegt Kayako in einem gesunden Mittelfeld und kostet je nach Ausstattung zwischen 15 und 60 Dollar pro Monat und Agent.

LiveChat ist vor allem für Unternehmen interessant, die Wert auf ein effektives Branding legen. Das Chat-Tool gibt es als White-Label-Lösung, die sich ganz individuell an deine Workflows und vor allem an dein Corporate Design anpassen lässt. Das beginnt bei vorgefertigten Motiven, geht weiter über die Farbgestaltung und die Auswahl eines eigenen Logos und endet bei der komplett eigenständigen Anpassung der Chatfenster per CSS. Auch funktional hat das Tool einiges zu bieten. Vorformulierte automatische Antworten, Umfragen vor und nach dem persönlichen Chat, eine Agentenbewertung, ein komplett konfigurierbares Ticketsystem sowie eine ganze Reihe verschiedenster Auswertungen und Reports sind standardmäßig integriert. Leider in der Regel nicht im günstigsten Starter-Paket für kleine Teams, das mit vielen Beschneidungen auskommen muss. Wirklich spannend wird es daher erst ab dem Team-Tarif, der allerdings direkt mit zwischen 30 und 40 Dollar pro Agent und Monat zu Buche schlägt. Zumindest etwas: Die Möglichkeit, LiveChat mit Social Media zu verbinden sowie eine offene API-Schnittstelle sind auch schon im kleinsten Preispaket integriert. Trotzdem gehören wohl vor allem Unternehmen des gehobenen Mittelstandes sowie große Unternehmen zur Zielgruppe des Tools, die auch einen Mehrwert aus dem großen Funktionsumfang des Tools ziehen. Zum aktuellen Kundenkreis gehören beispielsweise namhafte Konzerne wie IKEA, McDonalds, Huawei und andere Big Player.

LiveHelpNow wirkt auf den ersten Blick ein bisschen sehr zweckmäßig und weniger modern und frisch, als viele Konkurrenten. Das ist schade, da darunter vor allem die Zugänglichkeit ein wenig leidet. Ein großes Plus ist allerdings der modulare Aufbau des Tools. So haben Sie die Möglichkeit, zusätzlich zum Live-Chat auch gleich noch ein E-Mail-Ticket-System, eine umfangreiche FAQ- bzw. Self-Service-Datenbank oder eine Call-Management-Software für den Telefon-Support jeweils individuell hinzuzubuchen. LiveHelpNow stellt sich damit als ganzheitliche Software Suite im Bereich Kundenservice auf und zieht daraus viele Vorteile. Das Live-Chat-Modul glänzt durch einen Omnichannel-Ansatz und integriert sowohl Social Media als auch das hauseigene Ticketsystem. Auch die gute alte SMS ist noch mit dabei, die zwar nicht mehr ganz zeitgemäß, aber eine nette Ergänzung ist. Ein geniales Feature in Sachen Live-Chat ist die Echtzeit-Übersetzung, die eingehende und ausgehende Nachrichten on the fly in die Sprache des Kunden übersetzt. Ein 24/7-Kundensupport tut sein Übriges zum positiven Gesamteindruck des Tools. Leider ist der hohe Preis ein Manko. Selbst ohne Zusatzmodule wie Ticketsystem und FAQ-Datenbank werden für LiveHelpNow direkt über 20 Dollar pro Nutzer und Monat fällig. Da sind diverse Wettbewerber günstiger – und bringen Features wie ein Ticketsystem auch ohne Aufpreis mit.

Was am deutschen LiveZilla als erstes auffällt, ist das ungewöhnliche Pricing des Tools. Während die meisten Konkurrenten monatlich und je aktivem Nutzer abrechnen, gibt es bei LiveZilla kein Abomodell, sondern fixe einmalige Lizenzpreise. Diese liegen – je nach geforderter Nutzeranzahl – zwischen 200 und 1100 Euro und umfassen sowohl den Zugang zur Browser-Anwendung, als auch die verfügbaren Clienst und mobilen Apps. Der Clou: Mit LiveZilla ONE bringt der Provider außerdem eine kostenlose Softwareversion mit, die vollständig mit allen Features und Funktionen des „großen Bruders“ ausgestattet ist. Nur das Service-Level-Agreement für Support seitens des Anbieters und zusätzliche Nutzerlizenzen fehlen im Gratis-Paket, was LiveZilla ONE hauptsächlich für Kleinstteams und Einzelkämpfer interessant macht. Funktional braucht LiveZilla sich nicht zu verstecken. Die Feature-Liste ist lang und umfasst neben flexiblen Weiterleitungen, Screen-Sharing, Chat-Gruppen, konfigurierbaren Chat-Bots und automatischen Antworten auch Statistiken und Berichte und Multi-Website-Support für den Einsatz auf unterschiedlichen Domains. Ähnlich wie LiveHelpNow hat LiveZilla auch eine Echtzeit-Übersetzung mit automatischer Sprachenerkennung integriert. Da bleiben kaum Wünsche offen. Auch E-Mail- und Social-Media-Anbindungen sind mit an Bord; diese gestalten sich trotz übersichtlicher und sehr hübscher Oberfläche allerdings ein wenig tricky.

Pure Chat macht seinem Namen alle Ehre. Auf Schnickschnack und allzu exotische Features wurde hier bewusst verzichtet und dafür lieber an den wichtigsten Basics geschraubt. Die hat Pure Chat alle drauf: Mobile Apps sind mit dabei, automatische Antworten auf häufige Fragen lassen sich spielend leicht konfigurieren, und eine unlimitierte Chat-Historie hat Pure Chat auch gleich noch im Gepäck. Zudem ist die klare und übersichtliche Benutzeroberfläche ein klares Argument für das Tool. Danach stößt Pure Chat allerdings recht bald an seine funktionalen Grenzen. Die Stoßrichtung ist klar: Lieber sauber, schlank und einfach als unnötig kompliziert. Dementsprechend spricht Pure Chat vor allem kleine Unternehmen und Start-ups an; ein weiteres Indiz dafür ist, dass das Tool mit drei enthaltenen Nutzerlizenzen vollkommen kostenlos ist. Nur für Zusatzfeatures wie Echtzeit-Analysen und Besuchertracking benötigen Sie die PRO-Version für ab 80 US-Dollar pro Monat.

Ein weiteres kostenlose Angebot ist tawk.to. Frei nach dem inoffiziellen Unternehmensmotto „The best Products are free“ bekommst du bei tawk.to eine komplett ausgestattete Live-Chat-Software kostenlos. Dabei sind die wichtigsten Funktionen wie automatische Antworten und Besucher-Statistiken integriert, an besonderen Specials wurde dagegen gespart. Trotzdem kann tawk.to durchaus mit vielen teureren Angeboten mithalten. Es ist schnell installiert und konfiguriert, sieht hübsch aus und bringt auch mobile Apps und Desktop-Clients mit. Interessant: Der Anbieter finanziert sich – da es von tawk.to keine kostenpflichtige Premium-Version gibt – durch die Vermittlung professioneller Chat-Agents, die auf Wunsch deine gesamte Chat-Kommunikation übernehmen. Ein wenig unschön ist, dass auch die Entfernung des tawk.to-Brandings Mehrkosten verursacht – und für 12 Dollar pro Monat beinahe mit ebenso viel zu Buche schlägt, wie manch ausgewachsene Software in diesem Vergleich. Dafür gibt es einen guten Support: Das tawk.to-Team von tawk ist sowohl per E-Mail, als auch per Live Chat zu erreichen.

Das deutsche Tool Userlike ist ein besonders durchdachtes und nutzerfreundliches System, das vom kleinen Start-up bis hin zum großen Konzern so gut wie alle Unternehmensgrößen als Zielgruppe abdeckt. Dabei beginnt das Pricing bei der kostenlosen Basisversion für einen einzigen Operator und steigert sich in insgesamt fünf Preisstufen bis zur vollständig konfigurierbaren Software auf Enterprise-Level. Toll sind die verschiedenen Chat-Modi, aus denen du wählen kannst. Im normalen Modus beginnt der Chat erst, wenn dein Kunde eine Frage in das Widget eintippt. Der proaktive Modus dagegen geht anhand bestimmter Kriterien auf deine Nutzer zu, wenn diese beispielsweise längere Zeit auf einer Seite verweilen oder eine bestimmte Aktion triggern. Für die Leadgenerierung eignet sich der Modus Registration Chat, für den sich ein Kunde erst mit Namen und E-Mail-Adresse anmelden muss. Auch cool ist der Chat-Butler, ein konfigurierbarer Bot, der einspringt, wenn deine menschlichen Agenten gerade im Feierabend sind. Analytics, White-Label-Lösung und eine Menge an unterschiedlichen Integrationen und Schnittstellen runden das Tool ab; diese kommen aber jeweils erst in den höheren Preisstufen hinzu. Schade: Für kleine Unternehmen fehlt es in den günstigeren Tarifen an persönlichem Telefon-Support.

Zendesk Chat (früher Zopim) ist ähnlich aufgebaut, wie das deutsche Pendant Userlike, und liefert neben den kostenpflichtigen Premium-Versionen einen kostenlosen Tarif. Dieser ist allerdings auf einen einzigen Operator und einen einzigen Chat beschränkt; mehrere Konversationen simultan zu führen, ist daher nicht möglich. Auch Komfort-Features wie die Anpassung der Chat-Widgets und Automatisierungen per selbst definierter Auslöser kommen erst in den höheren Tarifen hinzu. Dafür kannst kannst du dann festlegen, zu welchen Zeiten das Chat-Widget an den jeweiligen Wochentagen verfügbar ist. Und das Hinzufügen von Stichwörten zu deinen Chats ermöglicht es dir, deinen Konversationen Kontext zu verleihen und deine Kunden besser zu verstehen. Diese Komfortfunktionen kosten nicht die Welt und schlagen zwischen 14 und 59 Euro pro Monat und Agent zu Buche. Großartig ist die Anpassbarkeit des Tools durch die im Zendesk-Marketplace erhältlichen Apps. Die größtenteils kostenlosen AddOns erweitern Zendesk Chat um nützliche Funktionen wie Umfrage-Tools, Co-Browsing, Chatbots oder Bildschirmübertragung via TeamViewer.


Hier kannst du dir die Tabelle mit den wichtigsten Fakten zu unserem Anbieter-Check downloaden

Der Autor Maximilian Reichlin ist Leiter der Online-Redaktion bei trusted.de. Das Vergleichsportal für Business-Tools ist eines der führenden Informationsmedien für B2B-Software im deutschsprachigen Raum. Die unabhängigen Experten haben bereits Tools und Softwarelösungen in über 250 Kategorien getestet und verglichen.


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Gründer*in der Woche: SedaiNow – ESG-Management aus Verantwortung

Sustainability hat sich längst als (Ausschluss-)Kriterium für Geschäftspartner*innen, Kund*innen, Personal sowie potenzielle Investor*innen etabliert. SedaiNow, ein junges Team aus Investor*innen, ESG- und Technologie-Expert*innen, unterstützt Unternehmen dabei, sich ganzheitlich nachhaltig aufzustellen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Christian Walter.

In welchem Maß werden hierzulande CSR- (Corporate Social Responsibility) sowie ESG (Environment, Social, Governance) -Ansätze immer noch „nur“ als Teil einer Marketingstrategie betrachtet?

Ich würde mal sagen zu 100 %, und das muss sich grundsätzlich auch nicht ändern. CSR- und ESG-Ansätze sollten allerdings nicht ausschließlich, Teil einer Marketingstrategie sein. Klar können Unternehmen 100 Seiten lange Berichte darüber schreiben, wie sie sich neben ihrem Kerngeschäft etwa in Afrika engagieren. Viel besser wäre es aber, darüber zu berichten, wie sie ihre Lieferkette angepasst haben, um die Mitarbeitenden ihrer Zuliefernden in Afrika überdurchschnittlich zu entlohnen. Wie sie Wasser und Energie einsparen, Abfall vermeiden und somit zum Wohlstand aller beitragen.

Somit geht es heute zuvorderst darum, ESG-orientierte Ziele in die gesamte Unternehmensstrategie zu integrieren. Welche Herausforderungen kommen dabei auf die Unternehmen zu? Es geht ja nicht „nur“ um die Reportings und ESG-Ausweise selbst, oder?

Das stimmt so nicht. Bei ESG geht es im ersten Schritt um Transparenz, das wird ganz gern vergessen. Wenn ich nicht weiß, was ich tue, kann ich strategisch und operativ nichts verbessern. Die gesamte Regulatorik zielt auch erst einmal auf Transparenz ab. Wir sehen gerade, wie Grundlagen geschaffen werden, damit Financial Accounting und Non-Financial Accounting die gleiche Wertigkeit erfahren. Es gibt auch keinen ESG-Ausweis. Es existieren lediglich Ratings von MSCI und ähnlichen Anbietern, die auf Basis von materiellen Risiken zeigen, welche Faktoren sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung (P&L) eines Unternehmens auswirken.

Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen nutzt russisches Gas in der Fertigung. Bis Mitte letzten Jahres haben die meisten Manager da mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Ja, das ist sicher und stellt kein P&L-Risiko dar.“ Neun Monate später bekräftigt derselbe Manager: „Risiken? Produktionsausfall, Arbeitsplatzabbau und vielleicht sogar Konkurs. Hier muss der Staat uns helfen.“ Das Unternehmen hat sich also einem materiellen Risiko ausgesetzt – eigentlich sogar mindestens zwei: Erstenst bezieht es Gas von einem Lieferanten aus einer politisch schwer einschätzbaren Region und zweitens wird Gas in der Produktion verwendet und damit sind CO2-Emissionen verbunden. Beides hat potenziell negative Auswirkungen auf die P&L. Schaut man sich jetzt aber im Vergleich eine Fastfood- Kette an, dann sind aber die Emissionen für dieses Unternehmen nicht relevant. Schließlich haben sie keine direkten finanziellen Implikationen, auch wenn in ihrer Supply Chain durch die Fleischproduktion massiv Emissionen entstehen. Stattdessen sind zum Beispiel Hygiene und Mitarbeitendenbehandlung relevante Themen.

Warum sollten auch Gründer*innen von Anfang an auf eine ESG-konforme Business- Strategie achten?

ESG deckt die operativen, nichtfinanziellen Themen in einem Unternehmen ab, die einen negativen Einfluss auf das Wachstum haben können. Ich unterstelle mal, dass alle Start-ups wachsen möchten, deswegen geht es bei ESG einfach um gutes, nachhaltiges Wirtschaften. Nachhaltig ist dabei im Sinne der Mitarbeitenden, der Umwelt und des Profits zu verstehen.

Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinem Mitgründer Kaspar Neftel auf die Idee zu SedaiNow gekommen?

Kaspar hat schon viele Unternehmen gegründet und ist in den letzten Jahren insbesondere durch strengere Procurement-Anforderungen von Konzernen mit dem Thema ESG konfrontiert worden. Als Mitgründer eines SDG-orientierten Impact Funds komme ich aus der Investment-Ecke. Wir bringen also beide Perspektiven mit: auf der einen Seite das operative Wirtschaften im täglichen Unternehmensbetrieb und auf der anderen Seite das ESG-analytische und stärker finanzmarktorientierte Vorgehen. In Zukunft werden viele ESG-Themen relevant für Finanzierungen, weshalb es für uns beide Sinn ergeben hat, uns dort zusammenzutun.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go-live der Plattform?

Der wichtigste Schritt war sicherlich die Akquise des ersten Kunden und das damit verbundene Projekt. Nur die Arbeit mit Kund*innen liefert uns die Einblicke, die wir brauchen, um unsere Ideen zu validieren.

Was ist das Besondere an SedaiNow, was bietet ihr und wie unterscheidet ihr euch von anderen ESG-Management-Lösungen?

Unser Ansatz ist getrieben von dem Finanzmarkt sowie der Regulatorik und dementsprechend sehr flexibel. Nicht nur jede Unternehmensrealität ist anders, auch Gesetze verändern sich ständig oder werden teilweise noch geschrieben. Diese Unsicherheit im Markt haben wir zu unserer Stärke gemacht. Uns ist egal, wo die CO2-Daten herkommen, mit welchem ERP- System der Betrieb arbeitet und wohin oder in welcher Form reported werden muss. Unser System kann Daten sehr flexibel in auditierbarer Form abbilden und verarbeiten – Lieferkettenmanagement inklusive.

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Wir arbeiten aktuell insbesondere mit Banken, Versicherungen und Investor*innen. Zu unserem Kund*innenkreis gehören aber auch mittelständische Betriebe und Unternehmen im Immobilienbereich.

Wie macht ihr auf SedaiNow aufmerksam?

Unsere PR-Agentur Borgmeier macht, denke ich, einen guten Job, sonst würden wir ja auch nicht sprechen. Darüber hinaus gehen wir aber vor allem ganz gezielt auf Unternehmen und Partner*innen zu. Wir sind in einer Phase, in der wir das Volumen an Kund*innenanfragen noch nicht in Gänze abbilden können.

Was sind eure kommenden unternehmerischen Ziele und damit verbundenen Visionen?

Unsere Vision ist eine Wirtschaft, in der Menschen, die Umwelt und das Profitstreben im Einklang stehen. Das folgt den Triple-Bottom-Line-Prinzipien. Und das erfordert, dass finanzielle und nicht finanzielle Kriterien gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Unser Ziel ist es, das zu ermöglichen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Ich tue mich immer schwer mit Ratschlägen für andere Gründer*innen. Mir ist ein Ausspruch im Kopf geblieben, von dem ich nicht genau weiß, wer sein(e) Urheber*in ist, aber sinngemäß hat mir mal jemand gesagt: „Hör dir jeden Rat an, lächle höflich, denk in Ruhe darüber nach und dann mach das, was du für richtig hältst.“

Hier geht’s zu SedaiNow

Das Interview führte Hans Luthardt

1,1 Mio. Euro für Führungskräfte- und Talententwickler gyde

Lukas Heinzmann, Omar Sanchez und Dr. Andreas Bunz von gyde haben erfolgreich die erste Finanzierungsrunde ihrer Plattform für Führungskräfteentwicklung abgeschlossen.

„Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasend schnell verändert“, sagt Lukas Heinzmann, CEO von gyde. „Die Art und Weise, wie die meisten Unternehmen Weiterbildung gestalten, ist aber unverändert geblieben. Das ist ein riesiges Problem. Wir möchten den Unternehmen und Führungskräften eine zeitgemäße Art von Weiterbildung ermöglichen. Mit gyde bieten wir eine neue, digitale und vor allem hochwirksame Form des Lernens für Unternehmen und ihre Führungskräfte.“

Relevante und wirksame Weiterbildungsangebote sind gefragt

Das 2020 von den Stuttgartern Lukas Heinzmann und Omar Sanchez gegründete (und seit diesem Jahr durch Managementsoziologe und Führungskräftecoach Dr. Andreas Bunz im Leitungsteam verstärkte) Start-up setzt bei seinem Angebot für Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen und Scale-ups auf einen neuartigen Dreiklang aus fünf- bis zehnminütigen Lerneinheiten (Micro Learnings), thematischen Übungen und dem sogenannten Peer Coaching, unternehmensübergreifenden Gruppen-Coachings per Videocall. Diese Elemente werden auf einer digitalen Plattform durch Datenaustausch und weitere Features miteinander verbunden.

„Mitarbeitende und Führungskräfte erwarten heute relevante und wirksame Weiterbildungsangebote, die sie mit ihrem stressigen Alltag vereinbaren können“, führt gyde Co-Founder Omar Sanchez weiter aus. „Mit unserer digitalen Plattform, die intelligent Micro Learning, Reflexion und Gruppenaustausch verbindet, bieten wir genau das.“

Seit der Gründung haben laut gyde bereits 30 Unternehmen die Kursangebote für ihre Mitarbeitenden gebucht und über 200 Führungskräfte an den Kursen teilgenommen.

1,1 Mio. Euro fürs weitere Wachstum

Jetzt hat die digitale Plattform für Führungskräfteentwicklung ihre erste Finanzierungsrunde mit einem Funding von 1,1 Millionen Euro abgeschlossen. Mit seinem Konzept konnte gyde Investor*innen wie Benedikt Ilg (Gründer der internen Kommunikations-App Flip), Florian Buzin (Gründer & CEO des Businesskommunikationsanbieter Starface) ebenso überzeugen wie die Storytelling-Agentur Bär Tiger Wolf mit Gründer Theo Eißler und Robin Behlau (Gründer von AroundHome und valyria). Zu den neuen Investor*innen zählen auch und die Beteiligungsgesellschaften S-Kap, ES-Kapital, d.ventures und snabb Cap.

Start in die Selbständigkeit ab 01.08.22 einfacher

Der Start in die Selbständigkeit wird ab 1. August 2022 einfacher: Gründer*innen können eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Unternehmergesellschaft (UG) unter bestimmten Umständen auch online errichten.

Die GmbH oder ihre „kleine Schwester“, die UG (haftungsbeschränkt), sind hierzulande nach wie vor die beliebtesten Rechtsformen, wenn es um die Gründung einer Kapitalgesellschaft geht. Viele Gründer*innen scheuen aber den bürokratischen Aufwand, den eine GmbH mit sich bringt. Mit der Möglichkeit der Online-Gründung verfolgt der Gesetzgeber nun das Ziel, für eine Erleichterung zu sorgen.

Die Online-Gründung ist dann möglich, wenn das erforderliche Stammkapital der Gesellschaft bar auf ein deutsches Bankkonto eingezahlt wird. Anders als bei der „klassischen“ Gründung mit einem Termin vor Ort reicht dann eine Online-Beurkundung über ein Videokonferenzsystem mit dem Notar / der Notarin aus. Gleichwohl müssen alle anderen Formalitäten (Handelsregister, Bankkonto, Steuernummer) abgewickelt werden, was mehrere Wochen dauern kann.

Express-Gründung innerhalb von wenigen Tagen möglich

Nutzen jedoch die Existenzgründer*innen stattdessen die Möglichkeit der Übernahme einer bereits bestehenden GmbH oder UG, sind sämtliche Formalia schon innerhalb weniger Tage erledigt: Ideal für alle Gründer*innen, die schnell starten wollen. „Der Kauf einer Vorratsgesellschaft, ist der schnellste und einfachste Weg in die Selbständigkeit mit einer GmbH oder UG“, so Michaela Sieker, Geschäftsführerin der SiBa Wirtschaftskanzlei in Berlin.

Vorratsgesellschaften wurden bereits in der Vergangenheit gegründet, haben garantiert keine Geschäftstätigkeit ausgeübt und das Stammkapital steht im vollen Umfang zur Verfügung. Spezialisierte Rechtsanwaltskanzleien oder Unternehmensberatungen wie die SiBa Wirtschaftskanzlei halten solche Vorratsgesellschaften, die von Gründer*innen übernommen werden können. Da die Gesellschaft bereits gegründet wurde, entfällt damit ein erheblicher Teil des bürokratischen Aufwands, beispielsweise der Vorlauf für die Eröffnung des Bankkontos, Einzahlung des Stammkapitals, Anmeldung und Eintragung im Handelsregister und die Beantragung der Steuernummer. Individuelle Anpassungen, beispielsweise beim Namen oder dem Geschäftszweck können von den neuen Gesellschafter*innenn trotzdem flexibel vorgenommen werden.

Klassische GmbH-Gründung, Online-Gründung und Übernahme einer Vorratsgesellschaft im Vergleich

Klassische GmbH-Gründung

  • Notartermin zur Gründung und Geschäftsführerbestellung
  • Banktermin Kontoeröffnung und Stammkapital einzahlen
  • Kontoauszug besorgen und zum Notar/zur Notarin senden
  • Anmeldung zum Handelsregister durch Notar*in
  • Handelsregistereintragung abwarten
  • Beantragung der Steuernummer
  • Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel mehrere Wochen bis Monate

Online-Gründung einer GmbH

  • Online-Notartermin zur Gründung und Geschäftsführerbestellung
  • Banktermin Kontoeröffnung und Stammkapital einzahlen
  • Kontoauszug besorgen und zum Notar senden
  • Anmeldung zum Handelsregister durch Notar
  • Handelsregistereintragung abwarten
  • Beantragung der Steuernummer
  • Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel mehrere Wochen bis Monate

Übernahme einer Vorratsgesellschaft*

  • Notartermin zur Übernahme und Geschäftsführerbestellung
  • Änderung im Handelsregister
  • Übernahme des Kontozugangs
  • Online-Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel wenige Tage

 * Sämtliche Angaben beziehen sich auf den Service der SiBa Wirtschaftskanzlei. Die Vorgehensweise anderer Kanzleien kann davon abweichen.

Technisches SEO: Das Zusammenspiel zwischen Webmaster und SEO-Spezialist

Technisches SEO beschreibt verschiedenste Maßnahmen, die im Bereich der Website getroffen werden können, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

Bei technischem SEO handelt es sich um einen Teilbereich der Suchmaschinenoptimierung. Dabei kommt es zu einer engen Zusammenarbeit zwischen dem SEO-Spezialisten und dem Webmaster. Denn technisches SEO sorgt dafür, dass Suchmaschinen die Website crawlen und indexieren können. Diese Maßnahme greift auch in das Fundament der Seite ein und sorgt dafür, dass weitere SEO-Optimierungen im Onpage-Bereich erfolgen können.

Die Analyse folgt durch den SEO-Profi

Der Spezialist Noah Lutz für die Suchmaschinenoptimierung analysiert deine Website und überprüft diese in Hinsicht auf Möglichkeiten zur technischen Suchmaschinenoptimierung. Der SEO-Experte sammelt die Ergebnisse und legt sie dir als Kunden im Anschluss vor. Doch die direkte Umsetzung ist hier oft nur beschränkt möglich.

Die Änderungen nimmt der Webmaster vor

Denn volle Zugriffsrechte auf das Fundament einer Website hat oft nur der Webmaster. Dieser kann jegliche Änderungen an deiner Website vornehmen und auch in Basiselemente wie die URL eingreifen. Daher kommt es hier zu einer Schnittstelle zwischen dem SEO-Profi, der eine Analyse vornimmt und Verbesserungsvorschläge formuliert und dem Webmaster, der diese Änderungen dann umsetzt.

Die enge Zusammenarbeit ist entscheidend

Damit die Arbeit des SEO-Profis hier Früchte tragen kann, ist das Zusammenspiel zwischen Webmaster und SEO-Spezialist sehr wichtig. Wenn du als Kunde technische SEO-Maßnahmen durchführen lässt, solltest du den Webmaster mit einbeziehen und diesen mit dem Profi vertraut machen. So kann sichergestellt werden, dass so wenige Personen wie möglich involviert sind. Wenn du hier eine weitere Schnittstelle einschaltest und beispielsweise als Marketing-Leiter oder Unternehmenschef an den Webmaster berichtest, können Unklarheiten entstehen oder wichtige Analysedetails gar verloren gehen. In einem persönlichen Gespräch zwischen Webmaster und SEO-Profi können die Kenntnisse aus der technischen SEO-Optimierung besprochen und umgesetzt werden. Die Kommunikation und die Zusammenarbeit sorgen hier für den sichtbaren Erfolg der Maßnahmen.

Was wird bei technischem SEO gemacht?

Technisches SEO beschreibt verschiedenste Maßnahmen, die im Bereich der Website getroffen werden können, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Wir haben dir die wichtigsten Maßnahmen zur Optimierung im Bereich des technischen SEO zusammengefasst.

URL optimieren

Bereits die URL einer Website hat Bedeutung für das Ranking bei Google und Co. Die URL muss möglichst kurz gehalten werden, darf aber auch nicht zu vage sein. Der Nutzer muss wissen, was ihn erwartet. Um eine URL zu optimieren, werden vom Profi unter anderem folgende Punkte betrachtet.

  • Ist die URL zu kurz oder zu lang?
  • Die Nutzung des Focus-Keywords
  • Vermeidung von Keyword-Spamming
  • Ist die URL beschreibend oder vage?

Struktur der Webseite überprüfen

Die Struktur einer Website ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie übersichtlich und benutzerfreundlich eine Website gestaltet ist. Generell gilt, dass Nutzer länger auf deiner Seite bleiben, wenn sie sich gut zurechtfinden. Das beeinflusst wiederum das Google-Ranking. Daher ist es wichtig, dass die Struktur von einem SEO-Profi analysiert wird. Auch hier werden wieder spezielle Fragen vom Experten gestellt, um eine Analyse möglich zu machen.

  • Ist die Seite intuitiv aufgebaut?
  • Lässt sich die Navigation einfach durchführen?
  • Sind zu viele Unterseiten vorhanden?

Planung von Breadcrumb-Menüs

Im Zuge der technischen Suchmaschinenoptimierung werden auch Breadcrumb-Menüs angelegt oder überarbeitet. Durch diese Menüs können Nutzer schnell zu einer anderen Seite zurückkehren, ohne dabei viele Klicks machen zu müssen. Breadcrumb-Menüs helfen auch Suchmaschinen, um sich auf der Website zurechtzufinden.

Mit einer technischen SEO-Analyse lernst du wichtige Optimierungsmöglichkeiten für deine Website kennen, um das Ranking bei Google und Co. zu erhöhen. Wichtig ist, dass Webmaster und der SEO-Profi eng zusammenarbeiten, um die Maßnahmen dann auch umsetzen zu können.

Ghostwriter gefällig?

Wie künstliche Intelligenz SEO und Content-Marketing zusehends verändert.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, und sie hat auch einen großen Einfluss auf unsere Marketingaktivitäten wie beispielsweise Content-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO). In diesem Beitrag liest du, wie KI diese beiden Branchen verändert und du deine Strategien anpassen kannst, um der Zeit voraus zu sein bzw. zu bleiben.

Was ist KI eigentlich?

Kurz gesagt: Künstliche Intelligenz ist der Prozess, bei dem Computer eingesetzt werden, um die menschliche Intelligenz zu simulieren. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Die gängigsten Methoden sind maschinelles Lernen und die Verarbeitung der natürlichen Sprache. Maschinelles Lernen ist eine Methode, bei der Computern beigebracht wird, aus Daten zu lernen, ohne dass diese explizit programmiert werden. Dazu wird der Computer mit großen Datenmengen gefüttert und kann dann selbständig Muster finden.

Die Verarbeitung natürlicher Sprache ist eine Vorgehensweise, bei der Computern beigebracht wird, die menschliche Sprache zu verstehen. Dazu werden diese mit großen Textmengen bespielt und wird ihnen beigebracht, wie sie die verschiedenen Teile der Sprache, Grammatik usw. erkennen können.

Deep Learning ist ein Teilbereich des maschinellen Lernens, bei dem es darum geht, Computern das Lernen auf eine Art und Weise beizubringen, die dem menschlichen Lernen ähnlich ist. Deep-Learning-Algorithmen sind in der Lage, automatisch Merkmale aus Daten zu extrahieren, was sie für Auf­gaben wie Bilderkennung und Klassifizierung sehr leistungsfähig macht.

Der Nutzen von KI im Content-Marketing

KI kann auf vielfältige Weise zur Verbesserung des Content-­Marketings eingesetzt werden. Hier sind nur einige der Vorteile:

  • Automatisierte Erstellung von Inhalten: Mithilfe von KI lassen sich Videos, Blogbeiträge und andere Arten von Inhalten erstellen. Dies ist besonders nützlich für die Erstellung von nachhaltigem Contet, der im Laufe der Zeit wiederverwendet werden kann. Zudem lassen sich mithilfe von KI gezielte und personalisierte Inhalte erstellen. Denn KI kann dir helfen, die Bedürfnisse und Interessen deiner Zielgruppe besser zu verstehen.
  • Intelligentere Keyword-Recherche: KI kann dich unterstützen, die richtigen Keywords für deine Inhalte zu finden. Da KI große Datenmengen analysieren kann, um Muster zu erkennen, können dadurch Keywords gefunden werden, an die du selbst vielleicht nicht gedacht hättest.
  • Verbesserte Verteilung von Inhalten: KI dient dazu, deine Inhalte zur richtigen Zeit an die richtigen Personen zu verteilen, denn eine KI kann Daten analysieren und verstehen, wann und wo deine Zielgruppe online am aktivsten ist.

Der Einsatz von KI im Content-Marketing kann somit eine Menge Vorteile mit sich bringen. Wenn du KI noch nicht in deiner Marketingstrategie einsetzt, ist es jetzt an der Zeit, damit zu beginnen.

Automatisierte Inhalte

Der größte Nutzen für SEO und Content-Marketing liegt beim Einsatz von KI definitiv in der Erstellung automatisierter Inhalte. Die automatisierte Textproduktion steckt noch in den Kinderschuhen, wird aber bereits von vielen Unternehmen und Marketern genutzt. Produktbeschreibungen und einfache Blogartikel gehören zu jenen Inhaltsformaten, die von Text-Robotern auf KI-Basis bereits produziert werden. Dieses Potenzial nutzen mittlerweile unzählige Onlineshops und Magazine.

Tausende Wörter können in kürzester Zeit fertiggestellt werden. Menschliche Autor*innen würden dafür mehrere Tage benötigen. Die KI muss lediglich mit den relevanten Informationen gefüttert werden, z.B. mit der Produktpalette und wichtigen Fachbegriffen, und sie muss in Grammatik sowie Wortschatz der Zielsprache unterrichtet werden. Eine KI muss also im ersten Schritt trainiert werden.

Welche Vorteile hat KI für SEO und ContentMarketing?

Die Vorteile des Einsatzes von KI für SEO sind enorm. Von der Automatisierung der Inhaltserstellung bis hin zur intelligenteren Keyword-Recherche – die Vorteile von KI sind zahlreich:

  • Zeitersparnis: Das ist wohl der größte Vorteil bei der Nutzung von KI bei der Content-Erstellung. Qualitativ hochwertige Inhalte können deutlich schneller erstellt und dein Content-Output deutlich skaliert werden. Natürlich spucken KI-Tools (noch) keine perfekten Texte aus. Der Zeitaufwand ist aber deutlich geringer, als wenn du einen Text von Beginn an schreiben musst.
  • Kreativität: Falls du einmal feststeckst und mit deinem Text nicht mehr weiter weißt, kann dich KI unterstützen. Content-Tools auf KI-Basis sind in der Lage, kreativen Input in verschiedenen Stimmungslagen zu entwerfen. So kannst du beispielsweise in Sekunden einen lustigen Absatz schreiben lassen, der deine Kreativität wieder in Fahrt bringt.
  • Datenanalyse: KI kann in kürzester Zeit eine riesige Datenmenge analysieren und auswerten. So musst du dich beispielsweise mit einem KI-basierten Keyword-Tool nicht mehr händisch durch tausende Keywords durchklicken, sondern lässt die KI die für dich relevanten Suchbegriffe filtern.

KI-Tools für Content-Marketing und SEO

Es gibt mittlerweile viele KI-Tools für Content-Marketing und SEO – und laufend kommen neue hinzu. Hier eine kleine Auswahl an Tools, die explizit deutsche Texte erzeugen können: ClosersCopy, Copy, Copysmith, Frase, Jasper, LongShot, Neuro­flash, Rytr und Writesonic. Doch nicht alle sind gleich gut. Im Folgenden stelle ich euch mein persönliches Top-Tool im Bereich KI-basierte Text-Erstellung vor:

Jasper.ai ist ein Tool, mit dem du schneller bessere Inhalte erstellen kannst. Dies geschieht durch die Automatisierung des Recherche- und Schreibprozesses. Das Tool basiert auf dem GPT-3-Algorithmus, kann Texte selbständig schreiben und ist demnach schon sehr fortgeschritten. Der Langform-Assistent ist das Highlight des Tools. Er ermöglicht es dir beispielsweise, das Schreiben von Blogeinträgen, E-Mails, Geschichten, Drehbüchern, Produktbeschreibungen und sogar Büchern an die KI zu delegieren. Du benötigst dazu nicht einmal zwingend eine Vorlage, sondern kannst dem Tool einfach Befehle zum Schreiben geben.

Versuch doch einfach mal folgende Befehle: Schreibe eine Gliederung für einen Blogbeitrag über …; Schreib eine persönliche Bio für …; Schreib einen Einführungsabsatz über …; Schreib einen Produktbeschreibung für …; Schreib eine Google-­Ads-Headline für …; Schreib einen Schlussabsatz über …; Schreib eine E-Mail über …; Schreib den nächsten Satz für …

Jasper.ai schreibt deine Befehle wie von Zauberhand vor deinen Augen. Das Ergebnis ist, dass du deine Blogbeiträge, Produktbeschreibungen, Ads-Überschriften, Social-Media-­Inhalte, Landingpages, Marketing-E-Mails etc. in der fünf- bis zehnfachen Geschwindigkeit eines konventionellen Copy­writers erstellen kannst.

Ja, es wird trotzdem einiges an (Nach-)Bearbeitung nötig sein. Aber mit dem Tool kommt man dem Ziel schon sehr nahe. Wenn ein Content-Marketer diese KI-erstellten Texte sorgfältig überarbeitet, sind die Ergebnisse super. Das steigert die Produktivität von Marketing-Mitarbeitenden enorm und deren Workflow wird um einiges effizienter.

Fazit

KI verändert zunehmend SEO und Content-Marketing. Mithilfe von KI können Unternehmen, Freelancer*innen und sonstige Marketer Zeit und Geld sparen und gleichzeitig hochwertige Inhalte für ihr Publikum bereitstellen. Mit der weiteren Entwicklung der KI-Technologie können wir erwarten, dass diese Veränderungen noch deutlicher ausfallen werden. Durch einen cleveren Workflow stellt KI ein großes Hilfsmittel für SEO dar. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dieser Trend in absehbarer Zeit aufhören wird. Und wer weiß, vielleicht wurde dieser Artikel ja mithilfe einer KI geschrieben?

Der Autor Marc Sommerkamp ist Gründer der SEO Agentur Stuttgart medialuzions

20 Mio. US-Dollar für Conversational-Commerce-Plattform Charles

Charles gibt den Abschluss einer Series-A Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Mio. US-Dollar bekannt, um Europas führende Conversational-Commerce-as-a-Service-Plattform zu werden.

Das in Berlin ansässige Start-up wurde 2020 vom ehemaligen McKinsey E-Commerce Lead Andreas Tussing und Artjem Weissbeck, dem ehemaligen Gründer und CEO von Kapten & Son, gegründet. Charles ist ein All-in-One-Betriebssystem, das alle aus dem eCommerce bekannten Funktionen in WhatsApp und andere Chat-Apps integriert.Es ermöglicht Unternehmen einen hoch personalisierten Verkauf von Produkten, das Versenden von Newslettern und das Bearbeiten von Kund*innenanfragen via Chat mit tiefer Systemintegration.

Das Pionieren von cCommerce

Charles wurde ursprünglich als Lösung für ein Problem ins Leben gerufen, das die beiden Gründer persönlich erlebten. Im Jahr 2019 starteten Artjem und Andreas zunächst eine WhatsApp-basierte Kleidermarke. Während die Kund*innen das nahtlose und persönliche Einkaufserlebnis schätzten, konnten die beiden keine Software finden, die Service-, Verkaufs- und Newsletter-Funktionen für Chat-Apps kombinierte. Daher beschlossen sie, ihr Geschäftsmodell zu ändern und die Software zu bauen, die sie sich selbst gewünscht hatten und damit allen Marken das Pionieren von cCommerce zu ermöglichen.

Den Handel wieder persönlicher gestalten

Co-Founder Artjem Weissbeck: “Von Anfang an war es unsere Mission den Handel wieder persönlicher zu gestalten, indem wir ihn in die menschlichste unserer Gewohnheit einbinden: die Konversation. Große Messaging-Apps wie WhatsApp haben in Lateinamerika und Asien bewiesen, dass sich der Verkauf von Produkten, Marketing und Kundenservice an einem einzigen Ort vereinen lassen - etwas, das klassischer eCommerce aufgrund der Zwangsehe zwischen Webshop und E-Mail nie geschafft hat. Nun erobert Commerce Europa und es gab nie eine bessere Möglichkeit für Unternehmen ihre Kunden mit Chat Apps zu begeistern.”

cCommerce als Geheimwaffe für viele Marken

Co-Founder Andreas Tussing fügt hinzu: “In den letzten zwei Jahren haben wir mit einigen unglaublich innovativen Marken Geschichte im europäischen cCommerce geschrieben. Auf diesem Weg ist Charles zu einem ernstzunehmenden Umsatztreiber gereift, der nun auch für Enterprise-Kunden geeignet ist. Wir sehen, dass cCommerce gerade in Zeiten der Rezession zu einer Geheimwaffe für viele Marken wird, die andernfalls einen hohen, kostspieligen Aufwand betreiben müssten, um neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden an Bord zu halten. Mit Salesforce Ventures haben wir den perfekten Partner gefunden, um in den kommenden Jahren unser riesiges Potenzial auszuschöpfen und wir freuen uns sehr, sie neben unseren bestehenden Investoren Accel und HV Capital begrüßen zu dürfen.”

Mit der neuen Finanzierungsrunde wird Charles sein Ziel, die führende Conversational-Commerce-Plattform für Marken und Unternehmen in ganz Europa zu werden, weiter forcieren. Angeführt wurde die Runde von Salesforce Ventures. Accel und HV Capital, die bereits die Seed-Runde des Unternehmens im Jahr 2021 anführten, beteiligen sich ebenfalls an der Finanzierungsrunde.

Start-up-Power gegen Gasabhängigkeit von Russland

Wie GreenTech-Gründer*innen mit ihren Innovationen die Unabhängigkeit von Russlands Gas fördern.

Deutschlands Position in Bezug auf eine unabhängige Energieversorgung ist ausbaufähig. Die aktuelle Lage spitzt sich auch im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg weiter zu. Die Chance liegt in einer größeren Unabhängigkeit im Bereich Energie – und es sind junge GreenTech-Start-ups wie Reverion, everyone energy oder Pionierkraft, die den Weg mit innovativen Lösungen im Energiesektor ebnen.

Ende Juni rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Alarmstufe des Notfallplans Gas aus. Es ist die zweite von drei Eskalationsstufen des Notfallplans, der nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vorgestellt wurde und bedeutet, dass eine Störung der Gasversorgung vorliegt. Kein Wunder, stammen doch circa 35 Prozent der Gaslieferungen für Deutschland laut Wirtschaftsministerium aus Russland. Aktuelle Pläne zielen darauf ab, Kohlekraftwerke verstärkt wieder an das Stromnetz anzubinden, um den Gasverbrauch im Stromsektor zu reduzieren. In Zeiten, in denen Gesellschaft und Politik eigentlich nach mehr Nachhaltigkeit und einer Green Economy streben, ist das eine ungünstige Entwicklung. Sie verdeutlicht, wie wichtig eine größere Unabhängigkeit von Gasimporten sowie innovative Lösungen zur Energiewende für Deutschlands Zukunft sind.

Junge Start-ups bringen hier die notwendige Innovationskraft, vor allem aber auch ein grundlegendes Bewusstsein für die Relevanz wirklich nachhaltiger Lösungen mit. Sie knüpfen mit innovativen Technologien an bereits bestehende Lösungen an und steigern diese in ihrer Effizienz oder bringen ganz neue Technologien auf den Markt. Der Fokus liegt dabei immer auf klimaschonenden Lösungen, erneuerbarer Energie und einer erfolgreichen Energiewende.

Reverion

Zu den Start-ups, die neue Lösungen für den Energiesektor entwickeln, gehört das Team von Reverion mit Sitz in Eresing bei Geltendorf, Bayern. Das Gründerteam hat die Vision, den Weg zu 100 Prozent erneuerbarer Energie durch die optimale Nutzung von Biogas zu ebnen. Der Ansatz: Ein Kraftwerk, das Verbrennungsmotoren ersetzen kann und reversibel einsetzbar ist. Dieses kann Strom aus Biogas sowie erneuerbare Gase aus Strom erzeugen. Darüber hinaus ist das System in der Lage, reines CO2 abzuscheiden und der Atmosphäre zu entziehen. Würde die Technologie von Reverion in ganz Europa erfolgreich eingeführt, könnten alle europäischen Emissionen um 10 Prozent reduziert und die Stromproduktion aus Biogas verdoppelt werden.

Das ist nicht nur klimafreundlich, sondern gibt auch eine Menge ungenutztes Potenzial frei, denn Biogas ist eine regelbare Quelle von erneuerbarer Energie. Aktuell wird sie von den üblicherweise eingesetzten motorbasierten Blockheizkraftwerken nicht optimal genutzt. Das System von Reverion arbeitet hingegen auf Basis von Festoxidbrennstoffzellen. Es zeichnet sich nicht nur durch mehr Effizienz aus – bis zu 80 Prozent elektrischer Wirkungsgrad sind möglich – sondern ermöglicht auch einen reversiblen Betrieb der Anlage. Darüber hinaus kann synthetisches, erneuerbares Erdgas aus Reverion-Anlagen über das bestehende Erdgasnetz für Strom, Wärme oder Mobilität genutzt werden. Dabei wird durch die Nutzung der vorhandenen Gasinfrastruktur ein Langzeitspeichereffekt erreicht. Die bestehende Infrastruktur besitzt in Deutschland eine Speicherkapazität von rund 400 TWh, dem 100.000-fachen der insgesamt installierten Batteriespeicher.

Für Maximilian Hauck, CTO und CO-Founder von Reverion, ist die Mission klar: “Unser Antrieb besteht darin, eine der größten Herausforderungen unserer Generation – den Klimawandel – anzugehen.” Nach dem Ingenieurstudium hat er sich ganz bewusst gegen eine Anstellung im Großkonzern entschieden: “In einem jungen Unternehmen kann man sich ganz anders einbringen. Die Aufgaben sind vielseitiger und man ist in der Regel deutlich involvierter in den Gesamtprozess. Meiner persönlichen Meinung nach ist das deutlich motivierender, als etwa im Großkonzern mit der Entwicklung eines Kleinteils im linken PKW-Außenspiegel betraut zu sein.”

Dass nicht nur das Gründerteam an das Potenzial ihrer Idee glaubt, zeigen auch die neuesten Entwicklungen: Erst Anfang Juli schloss Reverion eine Seed-Finanzierung in Höhe von über 7 Millionen Euro ab.

Everyone energy

Fressnapf Innovation Award 2022

Start-ups aufgepasst: Die Fressnapf Gruppe sucht die besten Produkte & Services fürs Haustier und vergibt dazu den „Innovation Award“. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Juli 2022.

Die Fressnapf Gruppe – europäischer Marktführer für Heimtierbedarf – sucht die besten Innovationen im Haustiermarkt. Der ausgelobte „Fressnapf Innovation Award“ richtet sich dabei sowohl an junge Start-up-Unternehmen als auch an etablierte Unternehmen bzw. Hersteller*innen mit innovativen Produkten oder Services für Mensch und Haustier.

Bis zum 31. Juli 2022 können Unternehmen sich über eine eigens geschaltete Website bewerben.

Den Gewinner*innen winken neben der Auszeichnung Beratungs- & Medialeistungen im Wert von mehr als EUR 50.000 sowie eine Integration in das Fressnapf Ökosystem rund ums Haustier.

Die Fressnapf-Gruppe steht inmitten des bedeutendsten, größten und kostenintensivsten Transformationsprozesses der Unternehmensgeschichte – mit der Schaffung des Fressnapf Ökosystems entwickelt sich das Unternehmen vom klassischen Händler und Versorger hin zum Umsorger. Das Ökosystem soll die Fressnapf Gruppe zum bevorzugten und besten Partner für alle Heimtierhalter*innen machen und neben dem klassischem Warengeschäft insbesondere auch mit Services und Dienstleistungen auf allen Kanälen punkten.

Eine Jury, bestehend aus dem Fressnapf Top-Management und Expert*innen, wird die Bewerbungen anhand verschiedener Kriterien wie dem Innovationsgrad, Marktpotenzial und Kund*innenmehrwert bewerten und am Ende in jeder Kategorie einen Award vergeben. Die Preisverleihung ist für Oktober 2022 geplant.

Interessierte können sich bis zum 31. Juli hier online bewerben.

FemTech-Report 2022

Vom Nischendasein zum Hot Topic: Zahlen, Fakten und FemTech-Start-ups.

Im Rahmen einer Start-up- und Marktanalyse hat die Digital-Health-Beratung Brainwave den deutschen FemTech-Markt genauer unter die Lupe genommen. Die Erkenntnis: Lange Zeit wurde das Thema digitalgestützte Lösungen für die Frauengesundheit vernachlässigt, obwohl es immerhin die Hälfte der Bevölkerung betrifft. Mittlerweile scheint das Potenzial bei Gründer*innen und Investor*innen angekommen zu sein, denn in den Bereichen Technologie, neue Geschäftsmodelle und Start-up-Finanzierungen ist im letzten Jahr viel passiert.

Was ist FemTech?

Der Begriff umschreibt technologische Angebote und Services, die sich auf die Gesundheit der Frau konzentrieren. Die Lösungen reichen von Fruchtbarkeits- und Zyklus-Tracking, über Schwangerschaftsbegleitung und Tele-Hebammen bis hin zu Lösungen zum Thema Sexual Awareness und Menopause. Aber auch E-Commerce-Produkte, wie Periodenunterwäsche oder Supplements komplementieren den Trend. Der Begriff FemTech wurde insbesondere durch Ida Tin geprägt – die Gründerin der Zyklus- und Periodentracking App Clue.

Die wichtigsten FemTech-Trends

Viele FemTech-Angebote, besonders jene aus dem Bereich Schwangerschaft und Geburt, sind bereits in der medizinischen Versorgung angekommen. So wird beispielsweise die 2017 zur Schwangerschaftsbegleitung und Geburtsvorbereitung entwickelte App keleya heute von 19 Krankenkassen erstattet; das Start-up profitierte in der Pandemie von erhöhten Nutzungszahlen (monatlich 20.000 aktive Nutzerinnen im Jahr 2021).

In den letzten Monaten konnte ein rasantes Ansteigen an digitalen Geschäftsmodellen rund um das Thema Reproduktionsmedizin beobachtet werden. Start-ups wie Avery Fertility, Levy oder fertilly sind neu in den Markt eingestiegen und befassen sich mit Fruchtbarkeitsdiagnostik, künstlicher Befruchtung und Social Freezing (Einfrieren von Eizellen).

Das Jahr stand außerdem ganz im Zeichen der Onkologie: Start-ups wie Happie Haus, PINK! oder Brea treiben erfolgreich digitale Innovationen für Frauen mit Brustkrebs voran. Darüber hinaus entstehen auch neue Start-ups im Bereich Sexual Awareness, wie bspw. being female. Kurz gesagt: Der Start-up-Markt ist in Bewegung.

VC-Investments im FemTech-Bereich

Das globale Finanzierungsvolumen für FemTech-Start-ups lag im Jahr 2019 bei über 590 Mio. US-Dollar und war damit zehnmal so hoch wie noch vor zehn Jahren. Wenngleich dies 2019 gerade einmal zehn Prozent der weltweiten VC-Investments ausmachte, verstärkt sich der Trend doch zunehmend: In den Jahren 2020 und 2021 zeichnete sich ein konstant wachsendes Finanzierungsvolumen für FemTech-Start-ups ab. 2021 überstiegen die weltweiten VC-Investitionen in diesem Bereich zum ersten Mal die Marke von 1 Mrd. Dollar.

In Europa erhielten UK-Start-ups im vergangenen Jahr beachtliche Summen an Risikokapital: Das Londoner Start-up Elvie (auch auf dem deutschen Markt aktiv) erhielt 68 Mio. Euro in einer Series C-Finanzierungsrunde. Der Anbieter der Zyklustracking-App Flo Health erhielt 50 Mio. Dollar in einer Series B-Runde.

Die deutschen Start-ups fertilly und pregfit erhielten ein Seed-Funding. Auch wenn Investor*innen offensichtlich ein immer größeres Vertrauen in FemTech-Start-ups haben, steht das Finanzierungspotenzial noch klar am Anfang. Die Investitionen sind weiterhin nur ein winziger Betrag im Vergleich zum weltweiten VC-Funding oder den medizinischen Gesundheitsausgaben für Frauen (500 Mrd. Dollar). Hinzu kommt, dass FemTech-Start-ups meist von Frauen gegründet werden und diese es, im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, oft schwerer haben, Risikokapital einzusammeln. Der banal klingende Grund hierfür: Die Investor*innen-Community besteht zum Großteil aus Männern (94 Prozent bei den Top-100-Unternehmen), welche die Gesundheitsprobleme von Frauen in vielen Fällen nicht wirklich verstehen.

Die deutsche FemTech-Start-up-Landschaft

Brainwave hat den deutschen FemTech-Start-up-Markt analysiert und in einer übersichtlichen Marktdarstellung zusammengefasst (s. Abbildung). Dabei wurden verschiedene Kategorien entwickelt, welche die unterschiedlichen Bereiche des Markttrends abdecken. Die Kategorien zeigen deutlich, dass der größte Teil des Marktes von Start-ups bzw. Lösungen aus der Rubrik „Zyklus- und Fruchtbarkeitstracking“ ausgemacht wird. In diesem Bereich sind vor allem digitale Angebote in Form von Tracking-Apps, Vergleichsportalen für Verhütungsmittel sowie Wearables und weitere Tools vertreten. Neben den etablierten Playern im Bereich „Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung“ werden in der Kategorie „Telemedizin & Testkits“ jene Start-ups zusammengefasst, die sich mittels Selbsttest-Kits chronischen Frauenkrankheiten widmen und häufig online einen integrativen Ansatz anbieten. Im Vergleich zum Jahr 2020 kam die neue Kategorie „Reproduktionsmedizin“ hinzu, welche die Themen „Fruchtbarkeitsdia­gnostik und Social Freezing“ abdeckt. Zusätzlich dazu heben sich Start-ups aus den indikationsgetriebenen Trends „Brustkrebs“, „Endometriose“ und „Menopause“ immer stärker hervor. Die Start-ups innerhalb dieser Kategorie versuchen, Frauen entlang des Patientinnenpfades mit Tracking, Digitalen Therapien, Supplements oder Communities zu unterstützen. Last, but not least finden sich in der Übersicht auch die Rubriken „Perioden-Konsumgüter“ und „Sexual Awareness“.

FemTech – quo vadis?

Der deutsche FemTech-Markt ist ein wachsender Markt mit viel Innovationspotenzial. Er bietet die Möglichkeit, nicht nur vielen Frauen auf der Welt zu helfen, sondern auch spannende unternehmerische Chancen auszuschöpfen. Der FemTech-Markt hat in den vergangenen Jahren starke Wachstumsraten erfahren und bleibt weiterhin eines der vielversprechendsten Segmente im Digital-Health-Markt mit einem riesigen Potenzial, verschiedenste sog. Pain Points im Bereich der Frauengesundheit zu lösen. Innovative Geschäftsmodelle in bereits etablierten Segmenten wie Schwangerschaft, Geburt und Zyklus werden mit Wachstumskapital und einer steigenden Akzeptanz weiter gestärkt und in den Massenmarkt getragen. Zukünftig kann erwartet werden, dass auf dem deutschen Markt weitere FemTech-Start-ups nach internationalen Vorbildern entstehen. Dies könnte insbesondere für Indikationen aus den Segmenten Menopause und Endometriose geschehen. Ebenfalls zu erwarten ist der Aufbau von Gesundheitsplattformen, die das Ziel verfolgen, Frauen umfassend mit verschiedensten Rundum-Services zu begleiten.

Im Folgenden stellen wir stellvertretend für die vielen, inhaltlich unterschiedlich aufgestellten FemTech-Start-ups vier Unternehmen im Kurzprofil vor:

Global EnergyTech Awards 2022

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr gibt Publicis Sapient den Start der zweiten Global EnergyTech Awards bekannt. Die Frist zur Einreichung läuft bis zum 30. September 2022. 

Mit den Awards werden einzigartige transformative Technologielösungen in der Energiebranche ausgezeichnet. Start-ups und Innovator*innen aus der ganzen Welt, die ihre Leidenschaft für die digitale Transformation der Energieindustrie teilen und einen positiven Beitrag zur Zukunft unserer Gesellschaft, Wirtschaft und unseres Planeten leisten, sind aufgerufen, sich zu bewerben. Die Finalist*innen werden von einer hochkarätigen internationalen Jury bewertet. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung unter anderem an Solytic, ein Start-up aus Deutschland, und die Virtual Global Trading AG aus der Schweiz.

 Alle Details zu den Global EnergyTech Awards 2022 finden sich unter: www.globalenergytechawards.com

 „Wir freuen uns, die Global EnergyTech Awards zum zweiten Mal zu vergeben. Es besteht ein zunehmender Bedarf für Energieunternehmen, mit Innovatoren zusammenzuarbeiten, um die Fähigkeiten und Technologien auszubauen, die sie zur Erreichung der globalen Netto-Null-Ziele benötigen“, so Joe Tabita, Energy Lead für die EMEA- und APAC-Region bei Publicis Sapient. „Beim Übergang zu einer kohlenstofffreien Zukunft kann die Digitalisierung ein zentraler Treiber der Transformation der Energieerzeugung, Speicherung, des Handels und der Versorgung sein.“

Award-Kategorien und Kriterien

Die Global EnergyTech Awards wurden in diesem Jahr um drei neue Kategorien erweitert, um aktuelle Trends und Herausforderungen der Branche widerzuspiegeln. Es werden Preisträger in folgenden sieben Kategorien ausgezeichnet:

  • [NEU] Best Smart City Solution: Bürgernahe Lösungen, die eine bessere Vernetzung, eine bessere Ressourcennutzung und weniger Emissionen ermöglichen
  • [NEU] Best Digital Marketing Solution: Funktionen, Inhalte oder Erlebnisse, die Energiekunden begeistern und einbinden
  • [NEU] Best Network, Transport or Distribution Solution: Lösungen zur Schaffung nachhaltiger Vorteile für Energiekunden, Besitzer von Elektrofahrzeugen, Netze und damit verbundene Systeme
  • Best CleanTech: Einsatz digitaler Technologien zur Verringerung des Energieverbrauchs, zur verstärkten Nutzung sauberer Energie oder zur Verbesserung der Energieeffizienz
  • Best Solution Energy Trading: Technologien für Versorgung, Handel, Betrieb und Risikomanagement, um den Energiefluss weltweit in Schwung zu halten
  • Best Use of Data & Insights: Innovative Ansätze bei der Nutzung von strukturierten, unstrukturierten und Streaming-Daten, einschließlich Blockchain- und KI-Lösungen
  • Stand-out Performer: Unter allen Einreichungen wird eine Innovation ausgewählt, die besonders überzeugt und eine Spezialauszeichnung verdient

 Die Gewinner*innen der diesjährigen Global EnergyTech Awards werden im November 2022 bekannt gegeben. Ihnen winken ein Platz in der Startup Corner auf der VivaTech 2023, Europas größtem Start-up- und Tech-Event, sowie redaktionelle Berichterstattung. Zudem erwartet sie jeweils eine persönliche Mentoring-Session mit einem der Jurymitglieder sowie ein Workshop zum Thema der Skalierung und Beschleunigung von Produkten oder Lösungen.

Wie Wien als internationaler Startup Hub von der ViennaUP langfristig profitiert

Die ViennaUP'22 ging dieses Jahr mit 10.000 Besucher*innen aus 67 Nationen über die Bühne. Im Doppelinterview sprechen Gabriele Tatzberger und Dudu Gencel von der Wirtschaftsagentur Wien, die das Startup-Festival kuratierte, über die starke internationale Ausrichtung der ViennaUP'22 und wie Wien als Startup-Hub langfristig davon profitiert.

Die ViennaUP punktete dieses Jahr nicht nur durch die starke internationale Ausrichtung, sondern auch durch die zahlreichen on-site Vernetzungsmöglichkeiten. Erstmalig konnten sich bei der mittlerweile zweiten Ausgabe des Startup-Festivals dank der gelockerten Corona-Maßnahmen die Besucher*innen auch physisch treffen. Ein Angebot, das auch von den zahlreichen internationalen Gästen genutzt wurde. Internationale Startups reisten unter anderem aus den USA, Kanada, Asien und einigen afrikanischen Ländern nach Wien. Ein besonders hoher Anteil kam aus dem CEE-Raum.

Im Doppelinterview sprechen wir mit Gabriele Tatzberger und Dudu Gencel von der Wirtschaftsagentur Wien über die langfristigen Effekte, die das Startup-Festival für den Wirtschaftsstandort Wien hat. Zudem gehen sie auf Maßnahmen ein, die neben der ViennaUP noch getroffen werden, um Wien als internationalen Startup-Hub zu positionieren.

Die ViennaUP’22 positionierte sich als internationales Startup-Festival und zählte Besucher*innen aus insgesamt 67 Nationen. Welches Feedback habt ihr vom internationalen Publikum erhalten?

Gabriele Tatzberger: Es war eine große Freude, die ViennaUP’22 „in real life“ zu veranstalten und so viele Unternehmer*innen, Gründer:innen, Investor*innen und Akteur*innen des Ökosystems in Wien begrüßen zu dürfen. Es gibt tatsächlich keinen Ersatz für das persönliche Networking. Dazu macht es immer Spaß die Vielfalt von Wien zu zeigen, vom Karlsplatz bis zu den Kaffeehäusern, vom Museumsquartier bis zur Anker Brotfabrik.

Dudu Gencel: Stimmt. Und die Resonanz ist überwältigend positiv. Laut unserer Befragung der Teilnehmenden würden knapp über 90 Prozent wieder teilnehmen und es weiterempfehlen. Für ein Festival im zweiten Jahr finden wir das ziemlich phänomenal.

Welche langfristigen Effekte erhofft sich die Wirtschaftsagentur Wien durch die starke internationale Ausrichtung der ViennaUP für den Wirtschaftsstandort Wien?

Dudu Gencel: Wien ist ein geschäftliches und kulturelles Bindeglied zwischen Ost- und Westeuropa, ein großartiger Ort zum Leben, Studieren und Arbeiten und obendrein einfach ein wunderschöner Meltingpot. Wenn unsere Teilnehmenden mit einem positiven Gefühl für die Stadt nach Hause gehen, sich über eine Gründung oder Ansiedlung in Wien Gedanken machen oder einfach die Vernetzungsmöglichkeiten schätzen gelernt haben, war dies ein großartiger Erfolg.

Gabriele Tatzberger: Wien ist in der ganzen Welt für ihre Musik, Kunst und Kultur sowie für ihre lange Geschichte und Tradition bekannt. Aber das heutige Wien ist auch ein attraktiver und hochinnovativer Wirtschaftsstandort, wie der Bereich der Life Sciences, additiven Fertigung oder Kreativwirtschaft zeigt. Außerdem wird Wien zunehmend als ein dynamisches, unterstützendes Ökosystem für Unternehmer*innen, insbesondere für Startups, anerkannt.

Welche weiteren Maßnahmen plant die Wirtschaftsagentur Wien neben der ViennaUP, um Wien als internationalen Startup-Hub zu positionieren?

Gabriele Tatzberger: Seit Jahren arbeiten wir in der Wirtschaftsagentur Wien genau dafür, dass Expats und internationale Unternehmen die Vorteile von Wien als Wirtschaftsstandort erfahren können – ob über Programme wie das Vienna Startup Package, durch internationale Förderwettbewerbe oder durch ein persönliches Kennenlernen. Da sind wir weltweit ganz schön umtriebig, auch in internationalen Startup City Netzwerken. Aber unser Ansatz geht weit darüber hinaus, denn wir helfen Firmen, ob groß oder klein, während und nach der Ansiedlung, damit Wien möglichst schnell nicht nur zum neuen Arbeitsstandort, sondern auch zum neuen Zuhause wird.

Erstmalig war bei der ViennaUP’22 auch ein physischer Austausch möglich. Unter anderem gab es die Home Base am Karlsplatz und Vernetzungszonen in vier Wiener Kaffeehäusern. Wie wurden diese Vernetzungsangebote von den Teilnehmer*innen genutzt?

Dudu Gencel: Man sagt, der größte Teil des Geschäfts ist Networking, und als Startup-Festival wollten wir natürlich sicherstellen, dass unsere Besucher*innen viel Zeit haben, um relevante Leute zu treffen. Ein großer Teil dieser Aktivitäten fand z.B. durch Matchmaking-Sessions und spezielle Networking-Events wie den Connect Day statt. Aber es ist auch wichtig, Raum für einen spontanen Austausch zu schaffen. Das war für unsere ViennaUP-Gäste an der Homebase am Karlsplatz möglich, wie auch in vier Wiener Kaffeehäusern. Denn die Wiener Kaffeehäuser als für uns älteste Co-Working-Spaces der Welt wollten wir in dieser Rolle unbedingt auch unseren ViennaUP-Gästen erlebbar machen.

Ein Schwerpunkt der ViennaUP’22 lag auf “Female Entrepreneurship”. Zudem hat Wien laut dem Startup Heatmap Report von DEEP Ecosystems im Vergleich zu anderen großen Startup-Städten in Europa einen hohen Gründerinnen-Anteil. Was sind die Gründe dafür und wie kann dies künftig noch weiter gestärkt werden?

Gabriele Tatzberger: Ein Grund ist, dass wir in der Wirtschaftsagentur Wien immer wieder die extra Meile gehen, um die Teilnahme von Frauen und von Frauen geführten Unternehmen zu forcieren. Vor fünfzehn Jahren war das noch keine Selbstverständlichkeit in Österreich, aber wir haben es hier geschafft, gemeinsam mit anderen wichtigen Akteurinnen und Akteuren.

Dudu Gencel: Wir unterstützen Gründerinnen und weibliche Führungskräfte ausdrücklich durch Coachings, Trainings und unseren „Frauen Bonus“ bei vielen Förderprogrammen. Hier gibt es einen zusätzlichen Zuschuss für Projekte und Unternehmen, die von Frauen geleitet werden.

Eine der größten Krisen unserer Zeit ist die Klimakrise. Wie hat die ViennaUP’22 dieses Thema adressiert?

Gabriele Tatzberger: Die Klimakrise ist nicht mehr gesondert zu betrachten, sondern muss als zentrales Thema, das alle strategischen und wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflusst, gesehen werden. Unternehmen mit professionellem Risikomanagement haben längst eine Klimastrategie für sich definiert, um ihre Emissionen zu senken, neue Ansprüche der Konsument*innen zu erfüllen und ihre Geschäftsmodelle klimafit zu machen.

Dudu Gencel: Das Thema Klima und Umweltschutz war tatsächlich in fast jeder Veranstaltung zu spüren – und nicht nur, weil die Nachhaltigkeit ein Startup-Bereich ist, der gerade bei Investor*innen in die Höhe schießt. Auch traditionelle Banken, Produktionsbetriebe, Gastronomie, Crypto und Blockchain Unternehmen, die Kreativwirtschaft und natürlich smarte City Planer, einfach alle integrieren den Klimaansatz in ihrer Arbeit. Das sah man u.a. bei den Impact Days und beim Smart City Summit.

Welche Rolle spielen ClimateTech-Startups mittlerweile für den Wirtschaftsstandort Wien und gibt es von Seiten der Wirtschaftsagentur spezifische Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen, die Lösungen gegen die Klimakrise entwickeln?

Gabriele Tatzberger: Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal einen internationalen Förderwettbewerb, „Zero Emission Cities“, ausgerufen, der gezielt auf Unternehmen im Climate-Bereich ausgerichtet ist. Hier wurde einen Topf von drei Million Euro zur Verfügung gestellt, um innovative urbane Lösungen für die Klimakrise anzustoßen. Da kann tatsächlich jedes Unternehmen auf der ganzen Welt mitmachen mit einer Bedingung: Diese Lösungen müssen dann in Wien auch ausgerollt werden.

Laufen bereits die Vorbereitungen für eine ViennaUP’23?

Dudu Gencel: Ohne zu viel zu verraten zu wollen, können wir wohl sagen, dass unsere Programmpartner*innen sowie all unsere Gäste sich schon auf ein ViennaUP’23 freuen können. Wir haben viel von unserer ersten physischen ViennaUP gelernt und freuen uns diese Learnings für die nächste Ausgabe umsetzen zu können, damit ViennaUP‘23 noch lässiger, diverser und bunter wird. Wir freuen uns jedenfalls schon darauf!

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf brutkasten.com

Headless Shopsysteme im E-Commerce

E-Commerce findet schon lange nicht mehr ausschließlich am Desktop-PC statt. Viele Shopsysteme sind weiterhin ausschließlich für den Desktop-PC ausgerichtet. Die neuen Headless Shopsysteme sollen hier Abhilfe schaffen und bringen einige Innovationen mit.

Ein kopfloses Shopsystem, so die deutsche Übersetzung, klingt im ersten Moment etwas beunruhigend. Wer sich genauer mit dem Thema befasst, merkt jedoch schnell, dass es sich um ein spannendes Thema handelt. Der Begriff "Headless" ist in der Welt der IT allgegenwärtig und beschreibt eine Anwendung, bei der Front- und Backend voneinander losgelöst sind. Headless Shopsysteme und CMS, wie TYPO3 und NEOS, beruhen auf dieser Technologie.

Die Funktionsweise eines Headless Shopsystems

Herkömmliche Shopsysteme kommen mit einem Front- und einem Backend daher. Wenn der Betreiber eine der beiden Komponenten anpasst, wird die andere ebenfalls verändert. Genau diesen Umstand gibt es bei einem Headless Shopsystem nicht.

Hier gibt es kein großes Komplettpaket, sondern viele kleine Softwarepakete für unterschiedliche Zwecke. Es gibt festgelegte Schnittstellen, die eine Kommunikation der einzelnen Komponenten miteinander ermöglichen.

Sollte sich beispielsweise im Backend ein Prozess ändern, bleibt das Frontend unangetastet. Die Flexibilität der Headless Shopsysteme ist somit wesentlich größer als die der bisher bekannten Lösungen.

Der Unterschied zwischen Headless Shopsystemen und Traditionellen

Ein traditionelles Shopsystem ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Front- und Backend sowie die entsprechende Verbindung der beiden. Das komplette System stammt in der Regel aus der Feder eines Unternehmens. Dies stellt bei der Implementierung neuer Programmteile oft Probleme und hohe Aufwände dar, weil die neuen Features im Front- und im Backend reibungslos funktionieren müssen.

Eine Lösung für das Problem bieten die Headless Shopsysteme. Es können Komponenten wie beispielsweise die Suche, das Bezahlen und die Datenbank für die Produkte von verschiedenen Herstellern eingebunden werden, weil sie sich über Schnittstellen verbinden lassen. Ein Shopbetreiber kann somit schnell und unkompliziert neue Features einbauen und für eine größere Kundenzufriedenheit sorgen. Am Backend müssen dabei keine Anpassungen vorgenommen werden.

Vorteile eines Headless Shopsystems

Die Funktion und die Technik der Headless Shopsysteme sind jetzt klar. Doch welche Vorteile bieten die Systeme?

  • Flexibilität: Front- und Backend sind nicht mehr voneinander abhängig. Die Betreiber können aus beiden Systemen das Beste herausholen, ohne dass das jeweils Andere darunter leiden muss.
  • Erreichbarkeit: Die Menschen nutzen nicht nur den Desktop-PC, um ins Internet zu gehen, sondern auch Smartphones und Sprachassistenten. Durch das Internet der DInge und soziale Netzwerke eröffnen sich neue Wege. Mit einem Headless Shopsystem können Kunden auf vielen verschiedenen Plattformen erreicht werden, aber es ist nur ein System notwendig.
  • Geschwindigkeit: Durch das Internet und die vielen Anbieter wird die Welt immer schneller. Durch ein Headless Shopsystem können Online-Shops hier mitgehen und auf die schnellen Veränderungen reagieren.
  • Neuerungen: In traditionellen Shopsystemen ist es schwierig, neue Vertriebskanäle einzubinden und entsprechend zu gestalten. In einem Headless Shopsystem muss nur ein kleiner Teil des Gesamtsystems angepasst werden und schon ist das neue Feature integriert.

Der Hype um die Headless Shopsysteme

Das erste Headless Shopsystem wurde vor etwa zwei Jahren vorgestellt. Seitdem ist die gesamte Branche auf das Thema aufmerksam geworden. Der Online-Handel ist immer im Wandel, es ergeben sich ständig neue Vertriebskanäle und die Kunden möchten immer bessere Lösungen. Letztendlich bietet die Headless-Architektur genau die entsprechenden Möglichkeiten, um diesem Trend gerecht zu werden und Betreibern einen Vorteil zu gewähren.

Fazit: Die Zukunft der Shops liegt in den Headless Shopsystemen

Bei Software wird im Normalfall immer eine All-in-one-Lösung bevorzugt. Es muss lediglich ein Programm installiert werden und es gibt keine Schnittstellen, welche ein Fehlerpotential bieten. Bei Shopsystemen verändern sich die Umwelt und die Bedürfnisse jedoch in einem rasanten Tempo und die Betreiber der Shopsysteme müssen ebenso schnell reagieren, damit sie weiterhin gute Geschäfte machen. Das kann nur ein Headless Shopsystem leisten.

Ein herkömmliches System bietet keine Möglichkeiten, um flexibel auf die Veränderungen reagieren zu können. Die Flexibilität können Betreiber erreichen, indem sie auf ein Headless Shopsystem setzen. Es können beliebig viele unterschiedliche Komponenten ausgewählt werden und schnell über die Schnittstellen verbunden werden. Testmaßnahmen und Integration der neuen Komponenten gehen schnell von der Hand.

Traditionelle Shopsysteme haben längst nicht ausgedient. Ein traditionelles Shopsystem kann die Lösung sein, wenn die Oberfläche nicht besonders aufwendig gestaltet werden muss und nicht mit vielen Veränderungen zu rechnen ist. Große Unternehmen mit einem großen Onlineshop müssen flexibel reagieren können und werden daher vermehrt auf Headless Shopsysteme setzen.

2,4 Mio Euro Pre-Seed Finanzierungsrunde für Empion

Das von Dr. Annika von Mutius und Dr. Larissa Leitner Ende 2021 gegründete Berliner HR-Tech-Start-up Empion automatisiert das Headhunting mittels KI.

Der Recruiting-Markt beläuft sich auf 770 Milliarden Dollar, der passive Bewerbermarkt hat das 10-fache Volumen dessen und wächst jährlich um knapp 10 Prozent. Jeder zweite Arbeitnehmende denkt über einen Jobwechsel nach. Dabei betreffen die fünf wichtigsten beruflichen Zufriedenheitsfaktoren die Unternehmenskultur und die Werte.

Hiring-Prozesse und hohe Mitarbeitenden-Fluktuation

Trotzdem bleibt Unternehmenskultur auf gängigen Jobportalen weitgehend unberücksichtigt. Die Folge für viele Unternehmen und Bewerber sind ineffiziente Hiring-Prozesse und hohe Mitarbeitenden-Fluktuation. „Insbesondere für SMEs und junge Start-ups sind aktuelle Recruiting-Lösungen wenig hilfreich, da sie keine Chance bieten, das wesentliche Differenzierungskriterium in den Vordergrund zu stellen: die Unternehmenskultur“, sagt Dr. Larissa Leitner. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Unternehmenskultur mithilfe künstlicher Intelligenz zu quantifizieren und als Basis für effiziente Recruiting-Prozesse zu etablieren“, so Dr. Annika von Mutius.

Das Team von Empion bringt eine starke Mischung aus unternehmerischen Fähigkeiten, Fachwissen und Ehrgeiz mit. Die beiden Gründerinnen lernten sich während ihres Studiums an der WHU kennen. Dr. Annika von Mutius promovierte anschließend in Mathematik und arbeitete für ein Robotics Start-up im Silicon Valley. Dr. Larissa Leitner promovierte in Betriebswirtschaft mit einem Fokus auf Unternehmenskultur und arbeitete als Head of Marketing für ein HR-SaaS Start-up in Berlin.

Zu den prominenten Angel-Investoren gehören Robin Behlau (Aroundhome/Valyria), Michael Stephan & Dr. Frank Freund (Raisin), Fabian Kienbaum (Kienbaum), Constanze Buchheim (i-potentials), Anna Kaiser (Tandemploy/Phenom), Oliver Manojlovic (Personio), Emma Tracey (Honeypot), Peak Angel Programm, Dr. Christoph Hardt & Dr. Jan Schächtele (COMATCH) und Julian Stiefel (Tourlane).

 „Wir freuen uns sehr, diese Reise gemeinsam mit unserem großartigen Team anzutreten und wollen ein innovatives HR-Tech-Unternehmen aufbauen, bei dem Weiterentwicklung, Eigenverantwortung und Kundenorientierung den Kern unserer Werte bilden.", so von Mutius.