Anbieter-Check: Onlineshop Software

Autor: Ines Bahr
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Neun Anbieter von Onlineshop Software unter die Lupe genommen: Was ihre Lösungen bieten und für wen bzw. welche Zwecke sie am besten geeignet sind.

Die Corona-Pandemie hat den Einzelhandel geprägt wie keine andere Krise der letzten Jahrzehnte. Der Onlinehandel boomt: Seit der Schließung stationärer Geschäfte kaufen mehr und mehr Verbraucher im Internet ein. Für Händler bedeutet dies, dass sie ihre Betriebskanäle unbedingt überdenken sollten: Wer als Unternehmer die Möglichkeit hat, im E-Commerce tätig zu werden, sollte das grundsätzlich tun. Prinzipiell lässt sich ein Onlineshop mit ausreichend Zeit und entsprechendem Fachwissen von Grund auf selbst programmieren. Allerdings stellt dieses Vorgehen heutzutage eher den Ausnahmefall dar. Viel häufiger greifen Händler auf spezielle Onlineshop-Software zurück, die es ihnen ermöglicht, ihre Produkte und Dienstleistungen innerhalb kürzester Zeit online an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Hier reicht das Angebot von cloudbasierten Angeboten über kostengünstige Open-Source-Plattformen bis hin zu proprietären Onlineshop-Lösungen.

Wir haben uns neun Anbieter von Onlineshop-Software angesehen. Im Folgenden erfährst du nicht nur, wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Anbieter liegen, sondern auch, welche Lösung am besten für deine Zwecke geeignet ist. Die Tools wurden ausgewählt, weil sie die Hauptfunktionen von Onlineshop-Software (Katalog-Management, Bestell-Manage­ment, Website-Management) sowie Funktionen zur Einhaltung der DSGVO enthalten und eine Gesamtbewertung von über 4,3 Sternen auf Capterra von mehr als 30 Nutzern haben.
 
Shopify

Shopify ist eine Handelsplattform, die es Unternehmern ganz einfach ermöglicht, ihre Produkte und Dienstleistungen online zu verkaufen. Als eine der beliebtesten E-Commerce-Plattformen im Web, die unter anderem von Tesla Motors, Forbes und Amnesty International genutzt wird, hat es der Anbieter geschafft, vor allem für kleine und wachsende Unternehmen eine attraktive Lösung zu bauen, die nicht nur intuitiv bedienbar, sondern auch ausgesprochen flexibel ist. Sobald du dich angemeldet hast, erhältst du Zugriff auf das vollständige Toolset, das du benötigst, um eine E-Commerce-Website zu erstellen und zu verwalten. So kannst du unter anderem das Design anpassen, Steuern und Zahlungsmethoden festlegen und einen Produktkatalog erstellen. In Sekundenschnelle kannst du neue Vertriebskanäle hinzufügen, Bestellungen abwickeln und zukünftige Umsatztrends verfolgen. Die Kosten für Shopi­fy sind im Vergleich zu anderen kostenpflichtigen Onlineshop-Softwares eher niedrig. Neben dem Basispreis fallen je nach gewünschtem Leistungsumfang gegebenenfalls noch weitere Kosten an – allerdings zeigt sich der Anbieter hier fair und transparent. Der günstige Basistarif mit monatlicher Abrechnung beläuft sich auf 29 US-Dollar, eine Einrichtungs­gebühr gibt es nicht. Arbeiten wie Wartungen, Back-ups und Co. entfallen. Aus unserer Sicht ist Shopify daher gerade für Gründer ein solides Shopsystem, um schnell und kostengünstig das eigene Online-Business zu starten. Mit der kosten­losen, vierzehn­tägigen Testversion können sich Interessierte recht einfach einen guten Überblick verschaffen.
 
Ecwid

Händler, die bereits über eine eigene Website verfügen, sind möglicherweise mit Ecwid gut bedient: Denn das E-Commerce-Tool für Freiberufler und Kleinunternehmer lässt sich problemlos in bereits bestehende Websites integrieren. Innerhalb weniger Minuten kann auf diese Art und Weise ein voll funktionsfähiger Onlineshop eingerichtet werden. Upgrades, Serverkonfiguration und Zertifikate werden vom Anbieter verwaltet, sodass du dir um die technischen Details deiner E-Commerce-Seite keine Gedanken machen musst. Indem du Bilder, Farben, Ränder und Schriftarten an die Optik deiner Website anpasst, kannst du deinen Onlineshop bequem und einfach personalisieren. Interessant ist der Anbieter vor allem für Blogger, kleine Unternehmen und Influencer, die bereits eine Fanpage oder Website besitzen. Denn im Unterschied zu anderen E-Commerce-Lösungen ist Ecwid keine eigenständige Onlineshop-Software, sondern vielmehr ein vollumfängliches Widget, das es ermöglicht, bereits bestehende Websites als Verkaufskanal zu nutzen. Die Erstellung eines komplett neuen Internetauftritts ist also nicht möglich. Glücklicherweise ermöglicht der Provider es dir, überall online zu verkaufen – sei es nun über den eigenen Blog, den Facebook- beziehungsweise Instagram-Account oder die jeweilige Fanpage. Dabei ist Ecwid einfach und intuitiv bedienbar, sodass auch Einsteiger schnell loslegen können.

Magento Commerce

Studien zufolge steckt Magento Commerce hinter rund 20 Prozent der derzeit bestehenden E-Commerce-Seiten. Eine beeindruckende Zahl, die unterstreicht, wie weit verbreitet das System ist. Gründe hierfür sind unter anderem die enorme Flexibilität und die individuelle Erweiterbarkeit der Onlineshop-Software: Im Grunde kannst du deiner Website so gut wie jede Art von Funktion hinzufügen. Kein Wunder, dass sich so viele große und wachsende Unternehmen für das Tool entscheiden. Grundsätzlich kann die Softwarelösung für die Verwaltung sowohl deiner Front- als auch deiner Backendabläufe verwendet werden, um ein maßgeschneidertes Kundenerlebnis zu schaffen. Du kannst das Tool nicht nur zu diesem Zweck in deine vorhandenen Systeme integrieren – eine Reihe von Erweiterungen wie Support, Beratung und Schulung ermöglichen dir darüber hinaus auch einen erfolgreichen Start deines Onlineshops. Auch beim Thema Sicherheit leistet Magento Commerce mehr als die meisten anderen Anbieter, weil die Softwarelösung von speziellen Dienstleistern bei der Entwicklung betreut wird. Das Content-Management-System namens PageBuilder, das ausschließlich Kunden des Anbieters vorbehalten ist, ermöglicht es dir, in wenigen Klicks eine eigene Landingpage zu erstellen. Qualität hat bekanntermaßen ihren Preis: Bereits der Basistarif von Magento Commerce schlägt mit 1600 US-Dollar monatlich zu Buche. Hinzu kommt, dass Installation und Einrichtung recht komplex und damit auch zeitaufwändig sind.

PrestaShop

PrestaShop ist eine Onlineshop-Software aus Frankreich, die als Open-Source-Software jedem Onlineshop-Betreiber kostenlos zum Download bereitsteht. Bereits Grundkenntnisse in CSS, HTML und PHP reichen aus, um eine funktionierende E-Commerce-Seite zu erstellen. Da es sich um eine Softwarelösung aus Europa handelt, ist sie bereits von Haus aus auf die hohen gesetzlichen Anforderungen der EU zugeschnitten. Die aktive Community sorgt dafür, dass jeder Interessierte im Internet schnell Antworten auf seine Fragen oder Probleme findet. Um das Design und die Grundfunktionen des Basistarifs vom PrestaShop anzupassen, steht mit dem sogenannten Marketplace des Anbieters ein umfangreicher Pool mit mehr als 2000 Themes, Plug-ins und Erweiterungen zur Verfügung. Damit kommen wir auch schon zum wesentlichen Knackpunkt, der manche User davon abschrecken könnte, zu PrestaShop zu greifen: Die meisten Module bringen relativ hohe Kosten mit sich. Zudem sind technische Kenntnisse vonnöten. Anfänger sind mit einer anderen Onlineshop-Software daher wahrscheinlich deutlich besser bedient.

OpenCart

In Zeiten abonnementbasierter E-Commerce-Softwares ist es schön, hin und wieder auf eine kostenlose Lösung zu stoßen – eine Lösung wie OpenCart. Hierbei handelt es sich um eine Open-Source-eCommerce-Plattform für Onlineshopbetreiber, mit deren Hilfe sie ihre Produkte und Dienstleistungen unkompliziert vertreiben können. Grundsätzlich schneidet OpenCart aus unserer Sicht recht gut ab: Zahlreiche Entwickler arbeiten ständig an der Erstellung von Erweiterungen. Dadurch können Händler auf eine große Auswahl hilfreicher Add-ons, Themes und Plug-ins zurückgreifen, die sie in ihr Geschäft integrieren können – unabhängig davon, ob es nun um Produkt-Feeds, Versandmethoden oder Zahlungsgateways geht. Das Dashboard sollte für die meisten Nutzer leicht zu verstehen sein, jedoch begeistert OpenCart vor allem Entwickler, lässt sich mithilfe der E-Commerce-Lösung doch ohne Einschränkungen jede Art von Website erstellen. Zum positiven Gesamteindruck trägt auch die Tatsache bei, dass für OpenCart keine monatlichen oder jährlichen Gebühren für Upgrades oder Wartungsarbeiten anfallen – die Module und Erweiterungen sind jedoch kostenpflichtig. Da­rin liegt dann auch der entscheidende Nachteil für viele Nutzer begründet: OpenCart ist kein sofort einsatzbereites Komplettpaket, sondern macht zuallererst individuelle Anpassungen erforderlich. Nur so kann deine Website auf lange Sicht ihr volles Potenzial entfalten.
 
WooCommerce

Wie OpenCart ist auch WooCommerce eine Open-Source-­Anwendung, die unbestritten zu den bekanntesten E-Commerce-Lösungen weltweit gehört. Tatsächlich handelt es sich um ein Plug-in für WordPress, mit dessen Hilfe du deine Web­site in einen vielseitigen Onlineshop verwandeln kannst. Sowohl WordPress als auch WooCommerce sind zunächst einmal kostenlos: Allerdings wirst du zumindest für eine individuelle Domain und deinen eigenen Webspace mit Kosten rechnen müssen. Durch Add-ons, Erweiterungen und Plug-ins kann WooCommerce individuell angepasst werden. Je nachdem, was du hier benötigst, können weitere Kosten anfallen – so wirst du zum Beispiel für ein professionelles Thema zahlen müssen. Für Einsteiger liegt das größte Problem der Open-Source-Anwendung in der Tatsache begründet, dass WooCommerce unglaublich umfangreich ist. Wer kein Freund der modernen Technik ist, wird nicht darum herumkommen, für die Einrichtung, Anpassung und Instandhaltung einen externen Dienstleister zu engagieren. Denn was in klassischen Homepagebaukästen bereits nahtlos inte­griert ist, muss hier mit viel technischem Fachwissen eingerichtet werden. Hinzu kommt, dass nur User, die für Premium­inhalte bezahlen, die Option auf direkten Support vom Hersteller haben. Dadurch variiert die Supportqualität mitunter erheblich.
 
Wix

Über die letzten Jahre ist Wix zu einem der größten Homepagebaukästen weltweit herangewachsen – Tendenz weiter steigend. Die Onlineshoplösung basiert auf dem Free­mium-Modell, weshalb sie in der Basisversion erst einmal kostenlos ist. Wer aber professionelle Funktionen wie eine eigene Domain benötigt, wird nicht darum herumkommen, sich für einen Bezahl­tarif zu entscheiden. Gut geeignet ist Wix vor allem für Selbständige und Kleinunternehmer, die in wenigen Schritten einen hochwertigen Webauftritt erstellen möchten. Alles Nötige wird verständlich erklärt. Gestaltungstechnisch sind deiner Fantasie kaum Grenzen gesetzt: ob klassisches Layout oder modernes One-Page-Design. Außerdem können zahlreiche Animations­effekte hinzugefügt werden. Lediglich der Wechsel der Templates ist im Nachhinein kaum möglich. Nutzer sollten sich zudem darüber im Klaren sein, dass die Inhalte auf mobilen Endgeräten nicht immer optimiert dargestellt werden. Manchmal musst du daher einige Elemente manuell nachbearbeiten, um Darstellungsfehler zu vermeiden. Größere Websites sollten mit Wix nicht erstellt werden, weil die Ladegeschwindigkeit nicht immer die schnellste ist. Auf jeden Fall aber bietet die E-Commerce-Lösung eine wirklich gute Möglichkeit, um ohne Programmierkenntnisse eine visuell beeindruckende Website zu erstellen – ein Vorteil vor allem für Kreativschaffende.

Squarespace

Der Homepage-Baukasten für Blogs, Portfolios und Onlineshop – so positioniert sich Squarespace. Die Mission des Anbieters ist es, Onlineshop-Betreibern kreative Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe sich zukunftsfähige Webseiten der nächsten Generation erstellen lassen. Zu diesem Zweck setzt man bei Squarespace auf die Verschmelzung von Design und Technik. Es gibt mehr als 100 flexible Designvorlagen, die sich, Responsive Design sei Dank, automatisch an mobile Endgeräte anpassen. Dabei punktet Squarespace im Vergleich zu anderen Homepage­baukästen vor allem damit, dass die Vorlagen vollständig individuell anpassbar sind. Abschnitte und Seitenelemente können also ganz nach Lust und Laune hinzugefügt oder entfernt werden. Auch das Bloggingtool, das Squarespace bietet, hebt sich angenehm von anderen Anbietern wie Shopify ab. Für Onlinehändler sind vor allem die integrierbaren E-Commerce-Funktionen interessant, die es bei anderen Website-Baukästen in dieser Form nicht gibt. Auf dem Squarespace- Extensions-Marktplatz kannst du zahlreiche Apps, Add-ons und Widgets rund um Lagerver­waltung, Steuerberechnung und Auftragsabwicklung in deine ­Onlinepräsenz integrieren. Sich in den Editor einzufuchsen, kann zwar etwas dauern, da die Bedienung stellenweise alles anderes als einfach ist – dennoch könnte das Tool vor allem dann eine gute Option für dein Unternehmen sein, wenn du viel Wert auf die Ästhetik deines Onlineshops legst. Schließlich kommt es im E-Commerce durchaus auch auf Äußerlichkeiten an.

CS-Cart

Der 2005 gegründete Provider CS-Cart, der Teil des Simtech-­Konglomerats ist, ist vor allem als eine solide E-Commerce-Lösung für diejenigen geeignet, die ihre Produkte und Dienstleistungen auf einer selbst gehosteten Plattform anbieten möchten. Im Gegensatz zu Anbietern wie Shopify oder WooCommerce sind die Zahlungsmöglichkeiten bei CS-Cart sehr viel umfang­reicher: Von PayPal bis hin zu 2Checkout stehen dir alle Möglichkeiten offen. So kannst du genau die Zahlungsmethoden auswählen, die am besten für dein Unternehmen geeignet sind. Zusätzlich werden acht Versandarten, darunter DHL, FedEx und UPS, zur Verfügung gestellt. Der integrierte Drag-and-Drop-Editor bietet dir nicht nur einige vorinstallierte Themen, sondern auch umfassende Werkzeuge, mit deren Hilfe du deine Website ganz nach deinem Geschmack anpassen kannst, ohne dich mit komplizierten Codierungen herumschlagen zu müssen. Ein Minuspunkt ist der Kundenservice, der über ein Punkte­system läuft: Du erhältst kostenlos 50 Credits, mit denen du das Supportteam kontaktieren kannst. Danach musst du weitere Credits erwerben.

Hier findest du die wichtigsten Fakten aus unserem Anbietercheck im Überblick.

Die Autorin Ines Bahr ist International Senior Content Analyst bei Capterra, der unabhängigen Online-Ressource für Business-Software-Käufer. Das Unternehmen bietet verifizierte Nutzerbewertungen und unabhängige Test­berichte in Hunderten von Softwarekategorien

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