Anbieter-Check: Bookingtools

Autor: Maximilian Reichlin
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Acht Online-Buchungssysteme unter die Lupe genommen: Was sie dir als Tools rund um Terminbuchungen und Reservierungen bieten und für wen bzw. welche Branchen sie am besten geeignet sind.

In vielen Branchen sind Reservierungen und Termin­buchungen ein zentrales Thema: in der Gastronomie, bei Freizeitangeboten und Events sowie bei Angeboten rund um die Bereiche Gesundheit, Fitness, Wellness, Verleih, Leasing und viele mehr. Das zu stemmen, bedeutet einen großen Verwaltungsaufwand: Reservierungen müssen entgegengenommen und verwaltet, Ressourcen wie Mitarbeiter, Räume oder Fahrzeuge im Blick behalten werden. Gerade im Umgang mit vielen Kunden kommt es da häufig zu Über­buchungen, Doppelbuchungen oder vergessenen Reservierungen.

Das Ergebnis: Frustration bei den Kunden und Besuchern sowie zusätzliche Belastung für den Anbieter und sein Team. Online-Buchungssysteme (oder Bookingtools) sind kleine Helfer, die dich bei diesen Problemen unterstützen. Anstatt alle Reservierungen persönlich annehmen und manuell pflegen zu müssen, stellen diese Systeme deinen Kunden ein ansprechendes Online-Formular zur Verfügung, mit dem sie sich selbständig einen Termin aussuchen und online buchen (und oft direkt bezahlen) können. Alle Reservierungen landen übersichtlich in deinem Buchungskalender; Erinnerungs-E-Mails an deine Kunden reduzieren die No-shows. Mithilfe auto­matischer Dankes-Nachrichten bindest du deine Kunden langfristig. Aus der ständigen Überlastung wird so eine gesunde Auslastung, die dich und dein Business voranbringt.

Zusammen mit dem Vergleichsportal trusted haben wir acht Online-Buchungssysteme für ganz unterschiedliche Branchen unter die Lupe genommen: von Erlebnisanbietern über Dienstleister und Gesundheitseinrichtungen bis hin zu Anbietern von Kursen, Seminaren und Coachings. Im Folgenden erfährst du, wie diese Tools dich und dein Business unterstützen, wo ihre Vor- und Nachteile liegen und wie das jeweilige Preis-Leistungs-Verhältnis zu bwerten ist.

Bookingkit

Bookingkit ist ein Buchungssystem für Erlebnis- und Event­anbieter wie z.B. Escape Rooms, Lasertag- oder Paintball-Hallen, Jump­houses, Führungen oder Segway-Touren. Das Buchungssystem bindest du ganz einfach als Widget auf deiner Homepage ein und bietest so deinen Besuchern die Möglichkeit, Termine direkt online zu buchen und auch direkt zu bezahlen. Dafür sind beispielsweise PayPal und SOFORT-Überweisung angebunden; außerdem ist die Zahlung per Kreditkarte oder ganz klassisch bar und vor Ort möglich. Auch Gutscheine kannst du bequem erstellen und in bookingkit hinterlegen. In den größeren Tarifen ist das Bookingtool außerdem mit einem ausgewachsenen Ressourcenmanagementmodul ausgestattet, mit dem du Räume, Fahrzeuge und Mitarbeiter im Überblick behältst. Genial ist die mobile App, die gleichzeitig ein Ticketscanner für die Einlasskontrolle ist. Was dich und dein Business aber wirklich weiterbringt, ist das riesige Partnernetzwerk, dem sich bekannte Marken wie beispielsweise mydays, TripAdvisor, GetYourGuide, Jollydays, erlebnis­geschenk.de angeschlossen haben. Mit bookingkit erhältst du nicht nur ein Buchungssystem, sondern erschließt mit den geannten Partnern auch direkt neue Absatzmärkte für deine Erlebnisprodukte. Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis: mindestens 49 Euro pro Monat plus prozentuale Gebühren für Onlinezahlungen, Buchungen und das Erstellen von Tickets. Willst du von der ganzen Power des Systems profitieren (und zum Beispiel auch das Ressourcenmanagement oder das E-Mail-Marketing nutzen), so schlägt das sogar mit rund 100 Euro pro Monat zu Buche. Die individuelle Lösung „ProKit“ mit priorisiertem Support und persönlichen Ansprechpartnern für alle möglichen Branchen kostet schließlich rund 500 Euro pro Monat.

CentralPlanner

CentralPlanner bezeichnet sich selbst als Online-Reservierungsbuch für die Gastronomie, versteht sich dabei aber nicht in erster Linie als Reservierungstool, sondern als Organisa­tionshilfe, mit der du Reservierungen und Buchungen verwaltest. Dazu legst du in CentralPlanner sog. Räume oder Bereiche an – beispielsweise den Gastraum und die Terrasse als zwei ­getrennte Bereiche – und verwaltest deine Reservierungen manuell. Selbstverständlich ist in CentralPlanner auch ein Online-Reservierungswidget integriert, das du ganz einfach auf deiner Website einbindest. Auch die Reservierung via Mobilgeräte ist möglich. Das Tool ist kostenlos verfügbar; dann ist die Zahl der monatlichen Reservierungen auf 50 beschränkt und du hast kaum Zugriff auf Spezialfeatures. Für 15 Euro pro Monat (Basistarif) schaltest du unbegrenzt viele Reservierungen frei, für rund 30 Euro im Monat (Premium-­tarif) zusätzlich die Verwaltung von Tischen und Plätzen sowie eine Newsletterintegration für dein Marketing. Den größten Funktionsumfang bietet die Professional-Version für rund 50 Euro pro Monat, in der CentralPlanner dich außerdem bei der Auslastungsplanung unterstützt (d.h., das System weiß schon bei der Reservierung, wie viele Plätze noch verfügbar sind) und automatische Erinnerungs- und Dankes-E-Mails verschickt. Lobenswert: Den CentralPlanner kannst du 
30 Tage lang kostenlos testen.

Cituro

Cituro ist ein Terminbuchungssystem für Dienstleister aller Art. Als mögliche Branchen nennt der Provider unter anderen Friseure, Beauty-, Wellness-, Sport- und Freizeitanbieter, Coaches, Ärzte oder auch Mechaniker. Mit cituro stellst du deinen Kunden einen intuitiven Onlinekalender zur Verfügung, in den sie sich eintragen und so ihre Termine buchen können. Das klappt auf deiner Website, via Facebook, Google, Insta­gram, QR-Code oder Link. Mithilfe des Buchungswidgets bietest du deinen Kunden flexibel kombinierbare Dienstleistungen und Servicepakete an. Im Backend ist der Kalender von cituro mit einem Schichtplaner verknüpft, sodass du zu jedem Termin auch deine Mitarbeiter organisieren kannst. Ein weiteres Plus ist das Kundenverwaltungstool, das sehr umfangreich ausfällt. Hier landen deine Kunden in einer Datenbank samt Terminhistorie, sodass sich Folgetermine noch besser und kundenfreundlicher planen lassen; etwa, indem du einem Kunden wieder den gleichen Mitarbeiter zuweist, der ihn auch schon beim letzten Mal betreut hat. Außerdem können Kunden Termine nicht nur buchen, sondern nachträglich selbständig verschieben oder verändern. Einziges Manko: ­Aktuell verfügt der Anbieter noch nicht über die Möglichkeit, PayPal-Zahlungen zu akzeptieren. Integriert sind bis dato ­Onlinezahlungen per Apple Pay und Google Pay sowie das Zahlen per Kreditkarte. Die PayPal-Schnittstelle soll aber im Laufe dieses Jahres hinzugefügt werden. Cituro kostet rund 20 Euro pro Monat für einen Kalender; jeder weitere kostet zusätzlich 5 Euro pro Monat. Ein Kalender reicht aber in der Regel schon aus, sodass das Buchungssystem angenehm preiswert ausfällt.

Doctolib Pro

Doctolib Pro richtet sich hauptsächlich an Ärzte, Therapeuten, Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Das System ist nicht nur ein Buchungs- oder Terminverwaltungstool, sondern vor allem eine Plattform für Patienten, auf der diese Ärzte in ihrer Nähe finden und online einen Termin buchen können. Nutzt du Doctolib Pro als Buchungssystem, geht damit automatisch ein Profil im Doctolib-Netzwerk einher, wodurch du von deinen Patienten besser und schneller gefunden wirst. Kern des Tools sind der übersichtliche ­Buchungskalender sowie die HTML-Buchungswidgets, die du einfach auf deiner Website einbindest. So bietest du nicht nur neuen Patienten, sondern auch deinen Bestandspatienten eine bequeme Buchungsoption über die Plattform. Nur auf sozialen Medien funktioniert das Widget leider nicht. Toll ist allerdings, dass du das Buchungsformular, was Pflichtangaben und benutzerdefinierte Felder angeht, ganz individuell gestalten kannst. Auf Wunsch kannst du deinen Patienten außerdem die Möglichkeit bieten, ihre Termine flexibel zu verschieben oder zu stornieren. Buchungsbestätigungen verschickt Doctolib per SMS, E-Mail oder Push-Nachricht (in der Doctolib-App). Diesen Funktionsumfang gibt es für einen relativ hohen Monatspreis von 130 Euro; dafür kümmert sich der Anbieter ohne Aufpreis um die persönliche Einrichtung der Software in deiner Praxis und die Schulung deiner Mitarbeiter. Beachtenswert ist auch, worauf du dich bei Doctolib Pro in Zukunft noch freuen darfst, denn der Anbieter zählt in Sachen Arztsoftware zu den innovativsten Unternehmen der Branche. In Frankreich experimentiert das Unternehmen zum Beispiel bereits mit Features wie Videosprechstunden und anderen zukunftsweisenden Ideen.

Edoobox

Edoobox ist eines der umfangreichsten Buchungssysteme für Kurse, Seminare sowie einmalige und wiederkehrende Events. Das System aus der Schweiz enthält nicht nur ein vollständig anpassbares Buchungswidget (das sich auch sehr gut mit WordPress-Websites versteht), sondern liefert gleichzeitig auch ein System für die Kursverwaltung und das Eventmanagement. Für dein eigenes Buchungswidget kannst aus ­25 Vorlagen wählen, die du mit vielen Designoptionen ganz klar an deine CI anpassen kannst. Neben der Onlinebuchung integriert edoobox auch die Onlinezahlung, u.a. per PayPal, Stripe, SOFORT-Überweisung, Kreditkarte oder das Zahlen auf Rechnung. Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für die Eventbranche ist die MustPay-Funktion, die sich auf Wunsch aktivieren lässt. So können sich Besucher nur dann verbindlich für ein Event anmelden, wenn sie im Voraus bezahlen. Eine Einblendung mit Countdown („Ihr Platz ist noch X Minuten lang für Sie reserviert“) kannst du ebenfalls hinzufügen. So verhinderst du schon bei der Buchung No-shows und Zahlungsausfälle. Zudem kannst du ein Wartelisten-­Feature aktivieren; den Besuchern auf der Warteliste teilt edoobox automatisch freiwerdende Plätze per E-Mail zu. Preislich kannst du zwischen zwei Modellen wählen: entweder den Business-Tarif für günstige 9 Euro im Monat, in dem aber noch zusätzliche Kosten pro Buchung auf dich zukommen, oder die Flatrate-Optionen Limited 1 bis 3 ohne Buchungspauschalen. Diese kosten zwischen rund 20 und 75 Euro pro Monat und unterscheiden sich durch Limits auf gleichzeitig mögliche Angebote und Teilnehmer. Eines der wenigen Mankos des Tools ist die Benutzeroberfläche, die sehr altbacken und ein wenig nach den Office-Programmen der 90er-Jahre anmutet. Zudem könnte das Interface intui­tiver gestaltet sein; der Provider hat aber bereits eine Generalüberholung der Benutzeroberflache angekündigt.

Planyo

Planyo richtet sich an Dienstleister bzw. Anbieter von Ferienwohnungen, Hotels oder Sportangeboten, an Therapeuten, Auto-, Shuttlebus und Parkplatzvermieter sowie an Kurs- und Seminarleiter. Das System präsentiert sich dementsprechend flexibel. Planyo lässt sich spielend leicht in jede Website einbinden und ist mit vielen CMS kompatibel, darunter WordPress, Joomla, Drupal, WooCommerce oder Homepage-Baukästen wie Jimdo und Weebly. Darüber hinaus hat planyo Schnittstellen zu über 70 Zahlungsanbietern und anderen Tools bzw. Plattformen wie Social Media, CRM-Systemen, Buchhaltungstools, Google Suite und vielen mehr. Auch das Buchungsformular ist stark anpassbar und lässt sich in über 30 Sprachen ausspielen. Planyos größte Stärke ist somit seine Vielseitigkeit. Das ist aber gleichzeitig auch eine Schwäche des Tools. Denn obwohl du es in so gut wie jedem Business, in dem Menschen Termine buchen, einsetzen kannst, bietet es kaum nützliche Features für spezifische Branchen; anders als beispielsweise Doctolib Pro für Ärzte oder edoobox für Seminare und Kurse. Der Funktionsumfang ist zwar groß, allerdings müssen viele Features erst auf den persönlichen Workflow angepasst werden, sodass die Einrichtung einer Buchungsseite durchaus Zeit und Mühe in Anspruch nimmt. Dafür ist der Anbieter preislich sehr flexibel. Hier kannst du aus einem monatlichen Fixpreis von 23 Schweizer Franken im Monat (der in Monaten außerhalb deiner Saison pausiert werden kann) oder einem Provisionsmodell, in dem du zwischen 0,5 und 1,5 Prozent jeder Buchung bezahlst, wählen.

SimplyBook.me

SimplyBook.me hat sich – wie der Name schon sagt – vor allem die Einfachheit auf die Fahne geschrieben, sowohl für dich, als auch für deine Kunden. Das Buchungssystem für Dienstleistungsunternehmen lässt sich so gut wie überall integrieren, wo deine potenziellen Kunden auf dich aufmerksam werden könnten: per Widget auf deiner Website, bei Google und Google Maps, auf Facebook und Instagram. Ähnlich wie bei Doctolib Pro geht auch bei SimplyBook.me automatisch ein Profil in einem großen Netzwerk mit eigener Plattform mit dem Buchungssystem einher, in diesem Fall Booking.com. Das Buchungswidget und der Buchungskalender im Backend bilden den Kern des Systems, hinzu kommen Onlinezahlungen (u.a. via PayPal, Stripe), E-Mail- und SMS-Benachrichtigungen, Bewertungsmodule (damit deine Kunden dich und deinen Service bewerten können), einfache Änderungen und Stornierungen, Gruppenbuchungen etc. Ergänzt wird das Ganze durch die sog. individuellen Funktionen, also Erweiterungen, die du deinem Buchungssystem flexibel hinzufügen kannst. Dazu gehören beispielsweise Gutscheine und Geschenkkarten, Anmeldeformulare, die Kursverwaltung, Produktverkäufe, Mitgliedschaften oder Abonnements. Das Ganze ist nicht nur recht einfach zu handhaben, sondern sieht auch wirklich schick aus – und ist für bis zu 50 Buchungen pro Monat und in eingeschränktem Funktionsumfang kostenlos. Brauchst du mehr Buchungen (und mehr individuelle Funktionen), so bezahlst du dafür zwischen 8 und 50 Euro pro Monat.

Virtuagym

Virtuagym ist in erster Linie kein Buchungssystem, sondern eine Trainings-, Fitness- und Ernährungs-App für Verbraucher. Für Unternehmen stellt virtuagym allerdings auch weitreichende Verwaltungstools zur Verfügung. Dazu gehören eine Online-Community, die Kommunikation mit deinen Mitgliedern, Analytics und Auswertungen, ein anpassbarer Onlineshop, ein Abrechnungsmanager sowie eben auch die Terminplanung und Onlinebuchung. Wunschkunden sind Fitnesscenter und -studios, Personal Coaches sowie Anbieter von Wellness-, Yoga-, Martial-Arts- oder Tanzkursen. Mithilfe von virtuagym bietest du Kurse und Services in deinem eigenen Onlineshop an, in dem deine Kunden Kurse und Anwendungen buchen und direkt bezahlen können. Im Backend hast du dann Zugriff auf die Termin- und Ressourcenplanung und kannst beispielsweise Räume, Trainer und mehr verwalten. Über die App stellst du deinen Kunden Trainingspläne und Informationen über ihren Fortschritt zur Verfügung und motivierst sie mit individuellen Herausforderungen oder Auszeichnungen. Als reines Buchungstool ist virtuagym damit ein wenig zu umfangreich; als All-in-One-Lösung für Fitness- und Sportanbieter ist das Tool allerdings bestens geeignet und gehört zu den umfangreichsten und performantesten ­Lösungen am Markt.

Hier findest du die wichtigsten Fakten aus unserem Anbieter-Check im Überblick

Der Autor Maximilian Reichlin ist Leiter der Online-Redaktion bei trusted.de. Das unabhängige Vergleichsportal für Business-­Tools ist eines der führenden Informationsmedien für B2B-Software im deutschsprachigen Raum.

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Die Bedeutung des Marketings bei der Gründung eines Start-ups

Die fünf wichtigsten Vorteile des Marketings für Gründer*innen und junge Unternehmen.

Ohne Marketing könnte dein Unternehmen bahnbrechende, branchenverändernde Produkte und Dienstleistungen haben, die den Bedürfnissen deiner Kunden entsprechen, aber nie die Chance haben, deine Zielgruppe zu erreichen. Infolgedessen erreichen die Umsätze deines Unternehmens möglicherweise nicht die von dir gesetzten Ziele, und du wirst es sehr wahrscheinlich schwieriger haben, dein Unternehmen zu entwickeln.

Daher haben wir die fünf wichtigsten Vorteile des Marketings für dein Unternehmen herausgesucht und zeigen dir, wie dir Marketing helfen kann, das Geschäft aufzubauen, das du dir wünschst. Falls du dich stattdessen lieber darüber informieren willst, was Cardano Staking ist, kannst du dir hier einen Eindruck verschaffen.

1. Es macht deinen Namen bekannt

Gutes Marketing hilft dir, deine Produkte und Dienstleistungen in das Bewusstsein aller Kunden zu rücken. Marketing hilft dir, deine Marke zu etablieren, und macht dich zur ersten Anlaufstelle, wenn du ein bestimmtes Produkt brauchst.

Nimm zum Beispiel Apple. Wenn jemand ein neues Smartphone braucht, ist ein Apple-Produkt wahrscheinlich eine, wenn nicht sogar die erste Option, die diese Person in Betracht zieht. Tatsächlich gab Apple im Jahr 2020 bekannt, dass die Gesamtzahl der aktiven Apple-Geräte die Marke von 1 Milliarde überschritten hat. Und weißt du was? Die (verehrten) Marketingkampagnen des Unternehmens haben entscheidend dazu beigetragen, diesen Meilenstein zu erreichen und das Unternehmen zu dem globalen Riesen zu machen, der es heute ist.

2. Es steigert den Umsatz

Sobald du einen Weg in das Bewusstsein deiner Kunden gefunden hast, sind deine Chancen, ihnen dein Produkt, deine Dienstleistung oder deine Marke zu verkaufen, deutlich gestiegen. Außerdem ist dein Unternehmen in aller Munde, und die Qualität deiner Produkte und Dienstleistungen wird sich herumsprechen, sobald du für dein Publikum sichtbar geworden bist. Ohne Marketing wären diese Verkäufe nicht möglich gewesen.

3. Es hilft dir, Kunden zu gewinnen und zu binden

Wenn deine Marke erst einmal eine solide Grundlage geschaffen und sich einen Namen gemacht hat, kannst du mit Hilfe des Marketings deine Kunden an dich binden und dir eine feste Stammkundschaft aufbauen - ein entscheidender Faktor, um gegenüber den neuen und trendigen Produkten auf dem Markt nicht den Anschluss zu verlieren.

4. Es stärkt den Ruf deines Unternehmens

Der Erfolg deines Unternehmens hängt stark von einem starken, vertrauenswürdigen Ruf ab. Dein Marketing wird deinen Markennamen bekannt machen, und wenn dein Ruf wächst, werden auch dein Geschäft und dein Umsatz steigen. Dein stetig wachsender Ruf wird daher auf einer starken und intelligenten Kommunikation und der Qualität dessen, was du deinem Publikum anbietest, beruhen - und Marketing ist dabei ein wichtiger Bestandteil.

5. Es spart dir Zeit

Indem du dein Produkt oder deine Dienstleistung mit Hilfe von Marketing bewirbst, steigert dein Unternehmen seinen Umsatz und erreicht sein Zielpublikum wesentlich schneller. Effektives Marketing hilft dir, von deinem Publikum entdeckt zu werden und mit ihm in Kontakt zu treten - und ermöglicht es dir gleichzeitig, dich um die anderen Aufgaben zu kümmern, die für den Erfolg deines Unternehmens entscheidend sind.

Fazit

Es gibt viele Marketingtaktiken, die du einsetzen kannst, um deine potenziellen Kunden zu erreichen, aber es ist am besten, eine Mischung aus Online- und Offline-Marketing zu betreiben. Wichtig ist zu verstehen, wie enscheidend Marketing für ein Unternehmen ist, denn ohne es würdest du wohl kaum die Aufmerksamkeit der Kunden gewinnen und im Worst Case wieder schneller als gedacht vom Markt verschwinden.

4 Tickets, exklusiv für StartingUp-Leser*innen

Bei der Startup-Woche Düsseldorf treffen vom 20. bis 24. Juni 2022 Visionär*innen auf Corporates, Einzelkämpfer*innen auf starke Teams, Gründer*innen auf Business Angels und Anfänger*innen auf Expert*innen. Wir verlosen exklusiv unter allen StartingUp-Leser*innen 4 Frei-Tickets für 2 spannende Events im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf.

Die Startup-Woche wird von der Startup-Unit der Wirtschaftsförderung Düsseldorf organisiert, die Inhalte stammen von engagierten Unternehmen und Unternehmer*innen vor Ort. Sie sorgen dafür, dass trotz der Verschiebung wieder zahlreiche Seminare, Workshops, Pitch- und Networking-Events ausgerichtet werden.

Wir verlosen exklusiv unter allen StartingUp-Leser*innen 4 Frei-Tickets für 2 spannende Events. Zur Verfügung gestellt werden die Ticktes von StartUp MOM, dem ersten MOM Accelerator Deutschlands, der ambitionierten Müttern mit visionären Ideen den Weg in die Selbständigkeit ebnet. Mehr dazu hier. (Link Beitrag)


2 x Tickets für den online Serendipity-Workshop am 23. Juni 22

Erfolgreiche Unternehmer*innen nutzen glückliche Zufälle und entwickeln daraus erfolgreiche Businessideen. Dafür nutzen sie die Serendipity (oder auch Serendipität genannt) Methode. In diesem Workshop von StartUp MOM entwickelst du im geschützten Raum erste konkrete Businessideen. Gleichzeitig bekommst du erstes, wertvolles Feedback dazu. Folgende Themen werden an diesem Tag behandelt:

  • Du erlernst eine neue Methode zur Generierung von Businessideen;
  • gemeinsam prüfen wir deine ersten Ideen;
  • du kannst im geschützten Raum präsentieren und
  • du bekommst wertvolles Feedback aus der Gruppe;
  • du erhältst ein Workbook, mit dem du weiterarbeiten kannst;
  • gemeinsam legen wir die nächsten Schritte fest.

Der Workshop richtet sich insbesondere an Gründerinnen bzw. wurde speziell für Frauen, die nach der einen Businessidee suchen, entwickelt und findet am 23. Juni zw. 10 und 12 Uhr online statt. Hier gibt’s alle Infos auf einen Blick

Wenn du eines der beiden Tickets haben möchtest, scheibe uns jetzt eine Mail an [email protected] Betreff: Serendipity-Workshop



2 x Tickets für den Accelerator-Summit, kurz A-Summit, am 24. Juni 22

Im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf wird bereits zum fünften Mal den Accelerator-Summit, kurz A-Summit veranstaltet. Gründer*innen und Gründungsinteressierte treffen bei dem Event auf Ansprechpart­ner*innen und Expert*innen rund um die Themen Start-up-Förderung und -Finanzierung. Der A-Summit hat sich zu einem der zentralen Treffpunkte für Gründungsinteressierte, Start-ups und Förderprogramme in NRW entwickelt. Denn hier steht das Networking und Matchmaking für Gründer*innen und Acceleratoren aus NRW im Fokus. Alle Förderprograme, die Teil der Vergleichsplattform accelerate.nrw sind, haben die Möglichkeit ihr Programm vorzustellen und in den direkten Austausch mit Start-ups und Gründungsinteressierten zu gehen.

Wenn du eines der beiden Tickets haben möchtest, scheibe uns jetzt eine Mail an [email protected] Betreff: A-Summit

Bitte beachten: Die 4 Tickets werden unter allen Einsender*innen vergeben, die Gewinner*innen werden benachrichtigt. Es gilt: First come , first served. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gründer*in der Woche: KIRIMANUFAKTUR - modulare Möbel aus Kiri-Holz

Die KIRIMANUFAKTUR, 2021 von Paul Helmeth in München gegründet, hat sich auf die Verarbeitung von nachhaltig in Europa angebautem Kiri-Holz spezialisiert. Wie er dieses besondere Holz für sich entdeckt hat und was Paul daraus fertigt, erfahrt ihr im Interview.

Wann und wie bist du als Pilot im Hauptberuf auf die Idee gekommen, zu gründen bzw. "etwas in Holz" zu machen?

Die nebenberufliche Selbstständigkeit war schon seit Jahren mein Ziel, dabei bietet es sich natürlich immer an aus seinem Hobby einen Beruf zu machen. Die Pandemie war hierfür der perfekte Zeitpunkt, da die Flugzeuge innerhalb weniger Wochen am Boden standen. Als Autodidakt im Möbelbau und mit über 25 Jahren Erfahrung im Holzbau stellte sich „nur“ die Frage: Womit am besten?

Wie bist du dann auf Kiri-Holz gekommen?

Die Wahl des Holzes war kein Zufall, vielmehr hat mich ein langjähriger Freund darauf gebracht – Peter Diessenbacher. Er ist Miteigentümer und Mitgründer des europäischen Marktführers im Kiri-Holz-Bereich, der WeGrow AG. Dabei hat mich das Kiri-Holz von vorne rein durch seine vielen positiven Eigenschaften überzeugt.

Welche Eigenschaften sind das?

Zum einen ist es extrem leicht: mit 270kg/m3 ist es fast halb so schwer wie vergleichbares Bauholz wie Fichte oder Kiefer mit 480kg/m3 – bei ähnlicher Stabilität. Für mich ebenfalls entscheidend ist die homogene Oberfläche, da es nahezu astfrei ist und somit einfach zeitlos. Hinzu kommt die hohe Formstabilität, der hohe Flammpunkt und der hohe Dämmwert, der sich durch den Lufteinschluss der wabenförmigen Struktur ergibt.

Neben den Materialeigenschaften ist Nachhaltigkeit bei der Wahl des Rohstoffes von zentraler Bedeutung. Der Kiri-Baum bindet CO2 wie kaum ein anderer Baum. Auf den Plantagen in Europa wird bis zu viermal so viel CO2 gebunden im Vergleich zu einem europäischen Mischwald. Als Alternative zu Tropenhölzern, schont der Anbau auf Plantagen heimische Wälder und reduziert deren Nutzungsdruck. Hinzu kommt, dass der Kiri-Baum als Pionierpflanze keine nährstoffreichen Böden benötigt. Durch seine großen Blätter entsteht jedoch mit der Zeit nähstoffreicher Humus, mit welchem sich dann weitere Pflanzen und Lebewesen ansiedeln - wie geschaffen für heimische Blumen und Gräser.

Als am schnellsten wachsender Laubbaum der Welt wächst der Kiribaum im ersten Jahr bis zu sechs Meter hoch. Nach fünf bis sechs Jahren werden die ersten Bäume geerntet, nach acht bis zehn Jahren haben sie einen Stammdurchmesser von bis zu 40 cm. Nach der Ernte treibt der Baum erneut aus dem Stumpf heraus aus. Viele Generationen hintereinander kann der Baum so geerntet werden und die Pflanzenwelt darunter bleibt unberührt. Das Wurzelwerk bleibt in Takt und speichert die Feuchtigkeit nach dem Regen viele Meter tief. So verbessert er ganz nebenbei das Mikroklima in Trockengebieten.

Anbieter-Check: Datenvisualisierungs-Tools

Diese fünf Tools helfen dir, Informationen bzw. große Datenmengen in einer organisierten, grafischen und gut durchsuchbaren Art und Weise darzustellen, um Trends, Ausreißer und Muster leichter erkennen und verstehen zu können.

Ob im Marketing oder in der Fertigung, in kleinen oder in großen Firmen: Jedes Unternehmen verarbeitet heutzutage eine Unmenge an Daten. Der Spruch „Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“ ist mittlerweile zum geflügelten Wort geworden. Big Data ist längst nicht mehr nur ein Modewort, und es ist keine neue Erkenntnis, dass ausgeklügelte Datenanalysen auf vielerlei Weise gewinnbringend eingesetzt werden können. Für sich genommen sind große Datenmengen zunächst einmal wenig aussagekräftig, und Analysen, die nur in Form von Zahlen oder Tabellen vorliegen, werden schnell unübersichtlich. Sobald aus Daten praxisrelevante Erkenntnisse gezogen werden sollen, kommt die Datenvisualisierung ins Spiel.

Bei der Datenvisualisierung handelt es sich um die grafische Darstellung von Informationen, etwa in Form von Diagrammen, geografischen Karten oder Heatmaps. So lassen sich leicht Trends oder Muster erkennen, ebenso Besonderheiten oder Ausreißer in einem Datensatz. Software zur Datenvisualisierung hilft Unternehmen, Informationen in einer organisierten, grafischen und leicht durchsuchbaren Art und Weise darzustellen. Sie wurde entwickelt, um in bestehende Anwendungen integriert zu werden und auf der Grundlage von Daten visuelle Präsentationen zu erstellen. Viele Lösungen bieten neben einfachen Visualisierungsop­tionen wie Balken- und Kreisdiagrammen zahlreiche weitere Optionen wie animierte Diagramme, Kombinationen aus verschiedenen 3D-Visualisierungen. Dabei reicht die Bandbreite von Lösungen, die auch ohne Vorkenntnisse das schnelle Erstellen von Visualisierungen ermöglichen, bis hin zu solchen, die Programmierkenntnisse erfordern und umfassende, oft KI-gestützte Berechnungs- und Analysefunktionen bieten.

In diesem Beitrag stellen wir fünf unterschiedliche Datenvisualisierungslösungen vor. Um für unsere Liste infrage zu kommen, mussten die Produkte folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie haben innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens 50 individuelle Produktbewertungen auf GetApp erhalten, mit einer Durchschnittsbewertung von 4,5 oder höher.
  • Wir haben die fünf Produkte mit der höchsten Bewertung für diesen Artikel ausgewählt (Stand vom 13.04.2022).
  • Sie entsprechen folgender Definition von Datenvisualisierungssoftware: Sie ermöglicht die Darstellung von Daten in Form von Diagrammen, Schaubildern, Sunbursts und anderen visuellen Formen der Kommunikation. Diese Visualisierungen sind dafür gedacht, mit Kolleg*innen und Stakeholdern geteilt zu werden, damit Teams fundiertere Geschäftsentscheidungen treffen können.
  • Sie verfügen über die drei Hauptfunktionen von Daten­visualiserungssoftware: benutzerdefinierte Dashboards, benutzerdefinierte Berichte und Funktionen zur Verwaltung von Datensätzen.

Die Tools sind in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

Google Analytics 360

Google Analytics 360 ist Bestandteil der Google Marketing Platform und anders als die übrigen Lösungen aus dieser Liste ein Tool, das speziell für den Marketingbereich gedacht ist. Es soll dir helfen, mehr über deine Kundschaft herauszufinden und deine Website sowie deine Zielgruppen zu optimieren. Die Lösung umfasst ein exploratives Analysetool, mit dem Unternehmen Zielgruppen und Messwerte vergleichen und Daten als Tabelle, Kreisdiagramm oder Liniendiagramm visualisieren können. Google Analytics 360 misst Umsätze, Konversionen und das Verhalten von Besucher*innen deiner Website und bereitet die Daten so auf, dass du nützliche Erkenntnisse aus ihnen gewinnen oder neue Segmente erstellen kannst. Dashboards und Berichte liefern Informationen über verschiedene Kanäle und zeigen mithilfe von maschinellen Lernalgorithmen sowie der Nutzer*innen- und Conversion-Modellierung auf, welche Interessent*innen besonders vielversprechend sind oder in welchem Marketingkanal du den meisten Erfolg hast. Über die Berichts­tools kannst du Analysen zu Zielgruppen, Customer Lifetime Value, Anzeigen, Akquisitionserfolg, Nutzer*innenfluss und mehr erstellen und die Daten mithilfe von Filtern beliebig aufbereiten. Benutzerdefinierte Trichter visualisieren die Schritte deiner Nutzer*innen im Kaufprozess und ein Dia­gnosetool benachrichtigt dich bei unerwarteten Ereignissen oder Messwerten. Alle wichtigen Berichte und Messdaten werden auf einen Blick in Dashboards angezeigt, die du mit anderen Personen teilen oder als PDF-Datei exportieren kannst. Der Zugriff auf die Daten ist über die Webanwendung ebenso möglich wie über mobile Apps für iOS und Android oder eine externe Reporting-API. Auch Integrationen in andere Google-Produkte sind verfügbar: Du kannst die Daten aus Google Analytics 360 beispielsweise mit Daten aus Google Ads, AdSense oder dem Data Warehouse Google BigQuery kombinieren und dann in Google Data Studio zusammenführen, um dort Berichte und Visualisierungen zu erstellen.

Während Google Analytics – die Analytics-Version für Einzelpersonen und kleinere Unternehmen – kostenlos nutzbar ist, handelt es sich bei Google Analytics 360 um eine monatlich zahlbare Lösung, die erweiterte Möglichkeiten zur Datenintegration, Analyse und Berichterstellung bietet und unbegrenzte Datenmengen sowie den Zugriff auf Rohdaten ermöglicht.

Google Charts

Google Charts gehört zu den Entwicklerwerkzeugen von Google und nutzt somit einen programmierorientierten Ansatz. Du benötigst für die Nutzung also Programmierkenntnisse, insbesondere in JavaScript, da das Tool über JavaScript-Klassen funktioniert. Zur Analyse deiner Daten steht eine breite Auswahl an Visualisierungsmöglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise Balken- und Säulendiagramme, Punktwolken, Tree Maps, geografische Visualisierungen, Organigramme, Zeitleisten und mehr. In viele der Visualisierungen kann hineingezoomt werden, und auch Echtzeitdaten lassen sich dynamisch darstellen. Veränderungen kannst du auf einer Zeitachse animieren. Die codebasierten Diagramme sind darauf ausgerichtet, schlank und flexibel anpassbar zu sein: Sie basieren auf HTML5-/SVG-Technologie und können somit ohne zusätzliche Plug-ins direkt im Webbrowser – auch mobil – angezeigt werden. Meist werden sie per JavaScript in Websites eingebunden. Über Webdienste, die das Chart- Tools-Datasource-Protokoll unterstützen (etwa Google-Tabellen oder Salesforce), kannst du Daten für deine Diagramme per SQL-Abfrage abrufen. Du kannst die Diagramme mit zahlreichen Anpassungsoptionen an das Design deiner Website angleichen und zwischen verschiedenen Diagrammtypen wechseln, um auszuprobieren, was deinen Anforderungen am besten entspricht. Außerdem kannst du in Dashboards mehrere Diagramme gleichzeitig verwalten oder unterschiedliche Dimensionen von Daten anzeigen. In der Chart Gallery findest du eine Vielzahl von mit der Visualisierungs-API von Google Charts erstellten Visualisierungen, die du für deine eigenen Zwecke verwenden kannst. Die Diagramme von Google Charts lassen sich weder offline verwenden, noch es ist möglich, den Code herunterzuladen und lokal zu hosten. Du darfst jedoch Screenshots der Visualisierungen nach Belieben verwenden, wenn du keine interak­tiven Funktionen benötigst.

Das Tool kann vollständig kostenlos genutzt werden.

MATLAB

Die Software MATLAB wird besonders häufig in der Wissenschaft und im Ingenieurwesen eingesetzt. Sie dient dazu, mathematische Probleme zu lösen und die Ergebnisse grafisch darzustellen, Daten zu analysieren sowie Modelle zu erstellen. Auch Algorithmen für Desktopanwendungen und eingebettete Anwendungen können erstellt werden. In einer Desktopumgebung können iterative Analysen und Entwicklungsprozesse durchgeführt werden. MATLAB-basierte Programme können nicht nur eigenständig bereitgestellt, sondern auch als Softwarekomponenten in Web- und Unternehmensanwendungen oder als Add-in in Microsoft Excel implementiert werden. Dies soll die Zusammenarbeit mit Personen erleichtern, die selbst nicht über MATLAB verfügen. Auch die Ausführung in der Cloud ist möglich, etwa in der MATLAB-eigenen MathWorks-Cloud, in Amazon Web Services oder Azure sowie in anderen öffentlichen, privaten oder hybriden Cloud-Umgebungen. Mit dem Tool kannst du Daten für Deep Learning und neuronale Netze aufbereiten und implementieren, Machine-Learning-Modelle trainieren und bereitstellen, Bilder und Videos per Computer Vision verarbeiten, Signale und Zeitreihendaten analysieren, Tests automatisieren und mehr. Außerdem gibt es Erweiterungspakete für die Wirtschaftswissenschaften, etwa für Ökonometrie und Finanzmarkttheorie. Auch im Bereich Data Science bietet das Tool umfassende Funktionen: Daten können aus den verschiedensten Quellen wie Datenbanken, Cloudspeichern, Datenerfassungs-Hardware oder Finanzdatenfeeds abgerufen und anschließend mit Vorverarbeitungsfunktionen verwaltet und bereinigt werden, etwa durch das Filtern verrauschter Signale. Anschließend stehen Apps für Machine Learning und Deep Learning mit automatischer Feature-Auswahl zur Verfügung, und du kannst Daten in Form von Diagrammen im Live Editor visualisieren. Dabei sind die verschiedensten 2D- und 3D-Darstellungen möglich, etwa Histogramme, Konturdiagramme, Vektorfelder, Mesh- Diagramme, Oberflächen- und Volumendarstellungen, Heatmaps, animierte Diagramme und mehr. Ansichten können per Verschieben, Zoomen und Rotieren verändert werden.

Das Tool kann 30 Tage lang uneingeschränkt kostenlos getestet werden. Die Lizenzen der Standard-Version sind als Jahresabonnement oder Dauerlizenz verfügbar, wobei sich der Preis danach richtet, ob du Einzellizenzen für bestimmte Personen erwerben und die Software selbst betreiben, installieren und nutzen möchtest oder ob du Named-User- oder Concurrent-User-Lizenzen für eine Konfiguration im Netzwerk mit Lizenzmanager wünschst. Die vergünstigte Education-Version steht für Bildungseinrichtungen zur Verfügung.

Versicherungen neu gedacht: Diese InsurTechs solltest du auf dem Radar haben.

Drei interessante Start-ups, die es ihren Kund*innen mit innovativen Konzepten erleichtern, Versicherungen in ihr bestehendes Produktportfolio einzubauen.

Versicherungen für Privatpersonen gibt es zu nahezu jedem denkbaren Schadensfall und man kann sie über eine entsprechende Versicherungsgesellschaft abschließen. Aber auch für Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen ist das Thema Versicherung interessant und so suchen sie zunehmend nach Möglichkeiten, ihren Kund*innen stark nachgefragte Versicherungsvarianten ohne viel bürokratischen oder technischen Aufwand anzubieten. Drei interessante Start-ups überzeugen hier mit innovativen Konzepten und erleichtern es ihren Kund*innen, Versicherungen in ihr bestehendes Produktportfolio einzubauen.

InsurTech hepster – API-gesteuerte Embedded Insurance

Das 2016 in Rostock gegründete und ansässige InsurTech bietet ein API-gesteuertes Ökosystem, das es Unternehmen aller Branchen ermöglicht, bedarfsorientierte und individuelle Versicherungen in ihre Angebote zu integrieren. Mithilfe des Konzepts der sogenannten Embedded Insurance schafft hepster für seine Kund*innen und Partner*innen die beste Erfahrung im Bereich der Versicherungen.

Zum Portfolio des InsurTechs gehören Mobilitäts-, Elektronik-, Ausrüstungs-, Reise-, Tier- und Unfallversicherungen. Das Angebot von hepster konnte seit 2017 schon mehr als 1.600 Partner*innen und über 150.000 Kund*innen überzeugen. Dafür verantwortlich sind die mehr als 300 maßgeschneiderten Versicherungsprodukte, die hepster anbietet. Entscheidend ist auch die Tatsache, dass sämtliche Versicherungsvarianten kurzfristig und vor allem exakt auf die Alltagssituation der Kund*innen zugeschnitten sind.

Neben den eigentlichen Versicherungen überzeugt auch der hervorragende Kundenservice. Für beides erhielt hepster bis jetzt mehr als 15 Auszeichnungen, u.a. vom TÜV Saarland sowie von namhaften Magazinen. Dass die digital-basierten Dienstleistungen, die vom Unternehmen der drei Gründer Hanna Bachmann, Alexander Hornung und Christian Range entwickelt wurden, überzeugen, wird auch am Interesse von Investoren deutlich. 2021 etwa konnten der in London ansässige Risikokapitalgeber Element Ventures sowie der aus Paris stammende Unternehmen Seventure Partners als Investoren gewonnen werden.

Kontakt: hepster.com



Finlex GmbH – Cyber-Versicherungen für Gewerbe- und Industrie

Das InsurTech Finlex, das vor kurzem bekanntgab, sich mit dem deutschen Cyber-Spezialisten Erichsen GmbH zu verbinden, ist vor allem im Bereich der Gewerbe- und Industrieversicherung mit dem Fokus auf Specialty Lines tätig. Das bedeutet, dass Finlex als Plattformbetreiber im Bereich Financial Lines und Cyber-Versicherung seinen Kund*innen mit umfassendem Expertenwissen und einem breiten internationalen Netzwerk beratend zur Seite steht. Auf dem unternehmenseigenen Online-Marktplatz stellt Finlex neben der Beratung vor allem maßgeschneiderte Spezialkonzepte sowie eine umfangreiche Wissensdatenbank zur Verfügung.

Innerhalb des von Finlex entwickelten Ökosystems werden die Kernbereiche IT und Business miteinander vereint. Versicherungsunternehmen, Maklern und Vermittlern ermöglicht die Finlex-Plattform ein automatisiertes Underwriting bzw. Robo-Underwriting, also eine Risikobewertung, für Financial Lines Produkte (also Vermögensschaden- und Kostenversicherungen). Außerdem ermöglicht die Plattform den Zugang zu den führenden Industriemaklern in Deutschland. Der Hauptsitz befindet sich in Frankfurt am Main, es gibt aber auch Niederlassungen in Barcelona, Berlin, Düsseldorf, der Pfalz sowie Wien.

Zur neuen Unternehmens-Konstellation sagt Sebastian Klapper, Gründer und Geschäftsführer von Finlex: „Mit der hervorragenden Fachexpertise des Erichsen-Teams entsteht bei Finlex eine Cyber-Practice in einzigartiger Stärke und Tiefe. Gemeinsam können wir unseren hohen Qualitätsanspruch weiter ausbauen und durch unsere neue Plattformgeneration die Kombination aus Expertentum und moderner Technologie weiter unterstreichen.“ Das erklärte Ziel von Finlex ist es, gemeinsam mit der Erichsen GmbH Europas größtes Cyber-Ökosystem für Versicherungen aufzubauen.

Kontakt: finlex.io



Cover Genius – global aktiver Experte für Embedded Insurance

Cover Genius ist ein global agierendes InsurTech für eingebettete Versicherungen. Namhafte Kund*innen, die etwa zu den weltweit größten Digitalunternehmen gehören, nutzen die von Cover Genius entwickelte Vertriebsplattform XCover. Durch die Integration mit XCover, der globalen Vertriebsplattform von Cover Genius, können die Partner*innen des Unternehmens mittels eines einzigen API-Aufrufs jede Art von Versicherungs- oder Garantieprodukt einbetten und ihren nationalen oder internationalen Kund*innen direkt anbieten.

Zu den Kund*innen, die sich durch die Dienstleistungen des InsurTech-Unternehmens schützen, gehören beispielsweise airBaltic, Booking Holdings, Descartes ShipRush, Icelandair, Intuit, Ola, Ryanair und Skyscanner. Darüber hinaus nutzen u.a. Konzerne wie Amazon, Flipkart, eBay, Wayfair oder Shopee, das größte Unternehmen in Südostasien, die Dienstleistungen von Cover Genius.

Das Portfolio an Versicherungen umfasst bei Cover Genius etwa Frachtversicherungen, Tier-, Auto-, Ticket- und Reiseversicherungen sowie Versicherungen für Unternehmen, Eigentümer*innen von Wohneigentum und Produktversicherungen. Zudem bietet das Unternehmen Spezialversicherungen an, die nach Anforderung maßgeschneidert werden.

Dass Cover Genius global aktiv ist, lässt sich auch daran ablesen, dass das von Chris Bayley und Angus McDonald gegründete InsurTech Niederlassungen in New York, San Francisco, London, Amsterdam, Tokio, Singapur, Seoul, Kuala Lumpur, Manila und Sydney unterhält.

Kontakt: https://covergenius.com

Fazit: InsurTechs bieten praktikable Lösungen

Versicherungen sind schon längst keine Stand-Alone-Products, sondern Teil größerer und komplexerer Geschäftsprozesse. Die InsurTechs haben nicht auf die Endverbraucher*innen fokussiert, sondern auf Business-Partner*innen, denen sie über ihre Plattformen und mithilfe der von ihnen entwickelten Softwarelösungen ermöglichen, Versicherungen in ihre bereits bestehende Infrastruktur bzw. Customer Journey ohne großen Aufwand einzubinden, sodass sie sie ihren Kund*innen anbieten können.

Solche digitalen Versicherungslösungen sind die Zukunft, denn sie funktionieren nicht nur schnell, sondern ermöglichen den Endnutzern letztlich, sich ganz nach ihren Wünschen kurzfristig zu versichern. Wo früher jede Menge Papierkram anfiel, da lässt sich heute eine Versicherung zu 100 Prozent online abschließen, mit nur wenigen Klicks.

Lösung im Insolvenzverfahren von HelloFreshGO

Das insolvente Berliner Food-Start-up HelloFreshGO, 2017 gegründete Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh, scheint mithilfe zweier Investoren gerettet.

„Wir freuen uns, dass wir bereits heute am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der HelloFreshGO GmbH eine Investorenlösung gefunden haben. Durch die Investoren Convini Deutschland GmbH und foodji marketplace GmbH ist das laufende Geschäft nachhaltig gesichert, ein Großteil der Arbeitsplätze bleibt erhalten und die Kunden des Unternehmens können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter mit gesunden Lebensmitteln versorgen“, erklärt Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus von der Kanzlei VOIGT SALUS.Das Berliner Start-up HelloFreshGO ist eine Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh.

Die junge Firma betrieb smarte Food-Terminals, an denen sich Mitarbeiter*innen in Büros mit verpackten Mahlzeiten sowie Getränken und Snacks versorgen konnten. HelloFreshGO übernahm dabei alle logistischen und digitalen Dienstleistungen wie Menüplanungen, Bezahlvorgänge, Produktentwicklung, Belieferung, und Wartung der Terminals. Die Lebensmittel stammten größtenteils von regionalen Partner*innen, um eine ressourcenschonende und effiziente Versorgung sicherzustellen. 2017 trat das Unternehmen mit seiner Idee an und startete damit in einen aussichtsreichen Markt, da Themen wie gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelversorgung im Büroalltag wichtige Trends sind. Es gelang HelloFreshGO innerhalb weniger Jahre, eine bundesweite Infrastruktur aufzubauen.

Corona-Pandemie führte zu Schieflage

Die Corona-Pandemie und Einschränkungen wie angeordnete Betriebsschließungen oder die spätere Home-Office-Pflicht waren empfindliche Einschnitte für das Geschäftsmodell, das auf eine Präsenz der jeweiligen Belegschaft im Unternehmen setzte. Zwar konnten die Umsätze durch verschiedene Sonderaktionen gehalten werden, das für das Wirtschaftsmodell des Start-ups erforderliche Wachstum blieb aber aus. Eine weitere Finanzierungsrunde scheiterte und eine Sanierungslösung durch Investoren oder Gesellschafter konnte außergerichtlich ad hoc nicht gefunden werden.

Deshalb sah sich Geschäftsführer Dr. Markus Schneider im März 2022 gezwungen, einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg bestellte am 16.03.2022 Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus zum vorläufigen Insolvenzverwalter, der gemeinsam mit seinem Team um Rechtsanwältin Stephanie Hotopp die erforderlichen Schritte zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebes einleitete.

Dabei bestand eine der Herausforderungen darin, das ungewöhnlich hohe Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben durch die Nutzung der insolvenzbedingten Sondereffekte aber besonders auch durch umfangreiche Einsparmaßnahmen zum Ausgleich zu bringen. So konnten der Geschäftsbetrieb über 2,5 Monate fortgeführt und die Kund*innen weiter beliefert werden. Daneben wurden verschiedene Sanierungsansätze angegangen, zu denen neben der Wiederaufnahme der vor Insolvenzantragstellung bereits geführten Verhandlungen mit einigen potenziellen Investor*innen auch die umgehende Einleitung eines M&A-Prozesses gehörte.

Investorenprozess bringt Durchbruch

Verantwortet wurde die strukturierte Investorensuche von Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG: „Es hatten sich schnell zahlreiche Interessenten für das Unternehmen und sein modernes Geschäftsmodell gefunden. Wir haben viele konstruktive Gespräche geführt; am Ende hielten Convini und foodji die besten Lösungen für das Unternehmen und seine Belegschaft bereit.“ Die schwedische Firma Convini verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell wie HelloFreshGO und übernimmt im Rahmen eines Asset Deals die Berliner Zentrale des Food-Start-ups, den Großteil der Mitarbeiter*innen sowie die fast 200 Kund*innen im Norden und der Mitte Deutschlands (Berlin, Hamburg, Köln). Mit der Akquisition setzt das Unternehmen seine Europaexpansion fort.

Daneben übernimmt das Unternehmen foodji die südlichen Kund*innen von HelloFreshGO rund um München, Stuttgart und Frankfurt. Foodji ist Marktführer in der vollautomatisierten Speisenverpflegung in Restaurantqualität. Um die standortspezifische Auswahl der frischen Speisen möglichst nachhaltig und nachfragetreu anzubieten, setzt das Unternehmen auf selbstlernende Systeme, sprich auf KI.

„Dank der beiden Investoren können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kunden und Partner von HelloFreshGO aufatmen. Unser Dank gilt allen, die die Sanierung des Unternehmens und die Vertragsverhandlungen unterstützt haben – und damit für eine Lösung innerhalb so kurzer Zeit sorgten“, sagt Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus. Die Vertragsgestaltung erfolgte maßgeblich durch das Team um Rechtsanwalt Dr. Rolf Leithaus von der Kanzlei CMS.

OKR: Die Managementmethode für Start-ups?

Die OKR-Methode (Objective-Key-Results) kann, richtig angewandt, Motivation, Fokus, vor allem aber Orientierung bringen, um das für Start-ups typische Anfangschaos zu bewältigen und das Wachstum besser zu managen.

OKR wird mit Fokus, Transparenz, vor allem aber mit Agilität in Verbindung gebracht. Dieses Schlagwort ist für Start-ups von besonderem Interesse, da sie flexibel, schnell sowie anpassungs- und reaktionsfähig sein müssen.

Die vielleicht größte Erfolgsgeschichte im Zusammenhang mit OKR und Start-ups ist jene von Google. 1999, als dort erst 40 Personen angestellt waren, führte John Doerr die OKR-Methode ein. Doerr war zu dieser Zeit Investment Manager des Silicon Valley VCs Kleiner Perkins. Er hatte OKR bei Intel direkt von dessen Erfinder, Andy Grove, kennengelernt. Bis heute ist OKR ein wesentlicher Erfolgstreiber des Internetgiganten. Laut Larry Page, Mitgründer und langjähriger CEO von Google, habe OKR dem Unternehmen wiederholt zu zehnfachem Wachstum verholfen. Einige VCs/Business Angels verlangen von ihren Portfoliounternehmen sogar den Einsatz von OKR und weiteren Methoden. Sie werden zum Erfolgsfaktor, um Finanzierungsrunden zu schließen.

Neben OKR untersuchen wir im Folgenden drei Ansätze, die ergänzend zu OKR oder auch einzeln eingesetzt werden können: Lean Startup, Effectuation und Scrum. Wir vergleichen alle vier Methoden und prüfen, wo ihre Stärken und Anwendungsbereiche liegen.

Ist OKR für alle Start-up-Phasen geeignet?

Ob OKR in Start-ups sinnvoll ist, lässt sich nicht generell beantworten. OKR lässt sich grundsätzlich in jedem Start-up anwenden – mit einem unterschiedlichen Verhältnis von Aufwand und Nutzen. OKR kann, richtig angewandt, Motivation, Fokus, vor allem aber Orientierung bringen, um das für Start-ups typische, anfängliche Chaos zu bewältigen und das Wachstum besser zu managen.

Es mag trivial klingen, aber schon bei der Ideenfindung und -perfektionierung in der Pre-Seed-Phase kann OKR eine Hilfe sein. Hier kann ein erstes Objective formuliert werden, z.B.: Wir haben über Design Thinking eine Geschäftsidee entwickelt, die Kund*innen begeistert.

Von der Denkweise und Philosophie von OKR können Start-ups früh profitieren. Die Methode zwingt einen dazu, sich zu fragen, was mit dem Unternehmen erreicht werden soll, einen Zielzustand zu erarbeiten und zu klären, was getan werden muss und was nicht, um den Zielzustand zu erreichen.

Seed- und Gründungsphase

In der Seed- und Gründungsphase behalten Gründer*innen mithilfe von OKR den Überblick über die Aktivitäten der Gründungsvorbereitung und Gründung. Das Framework hat den Vorteil, den Nutzen der Ziele mitzuvermitteln, sodass stets klar ist, welchen Sinn die Arbeit hat und welchen Nutzen und Wertbeitrag sie bringt. Das steigert die Motivation. Key Results messen den Fortschritt des Objectives. Sie konzentrieren sich, wie das Objective, auf den Mehrwert (Outcome) eines Ziels.

1st Stage

In der 1st Stage wollen sich Start-ups einen festen Platz auf dem Markt sichern. Den Fortschritt des Objectives – „Mit einer außerordentlich guten Website, SEO und Social Media machen wir unser Unternehmen im Internet bekannt“ – prüfen sie anhand von Metriken. Passende Key Results könnten wie folgt aussehen:

Wir haben durch Optimierung der Website die Anzahl der monatlichen Webseiten-Besucher*nnen von 250 auf 1.000 erhöht. Durch holistisches Content-Marketing haben wir die Conversion-Rate von Nutzer*innen, die unser eBook herunterladen, von 0,2 Prozent auf 4 Prozent erhöht. Zum Erreichen der Key Results erarbeiten die Teams in kreativen Prozessen die Maßnahmen zur Umsetzung, wie SEO­Maßnahmen.

Der Zielerreichungsgrad ist eine Besonderheit von OKR: Andere Zielsysteme, wie der Vorgänger von OKR – Management by Objectives (MbO) – streben 100 Prozent und mehr an.

Bei OKR kommt das Moonshot Thinking zum Einsatz: Ziele gelten ab 70 Prozent als erreicht. Das ist eine enorme Quelle für Motivation. Für die zwei Key Results bedeutet das: Mit 700 monatlichen Website-Besucher*innen und einer Conversion Rate von 2,8 Prozent ist das OKR-Set erreicht.

OKR unterstützt Start-ups, Ziele zu setzen und mitzuverfolgen. In wöchentlich stattfindenden Meetings wird der Fortschritt der OKR-Sets verfolgt und werden ggf. Hindernisse thematisiert. Am Ende des Zyklus werden in Review-Meetings die Ziele und in OKR-Retrospektiven die OKR-Prozesse selbst reflektiert.

Ein klassischer OKR-Zyklus dauert drei Monate. Start-ups sollten in den Frühphasen mit einer kürzeren Dauer von z.B. zwei Monaten arbeiten, um Ideen und Prozesse erproben und schnell anpassen zu können – nach dem Motto: Fail fast and learn fast. Dabei sollten wenige OKR-Sets formuliert werden, um den Fokus auf das Wesentliche zu richten.

2nd Stage und Later Stage

Die 2nd Stage, die Wachstumsphase, stellt das Management vor neue Herausforderungen. OKR hilft zu klären, was für die Ziel­erreichung erfolgskritisch ist. Durch unternehmensweite Transparenz kennt jede/r Mitarbeitende alle OKR-Sets und konzentriert seine/ihre Bemühungen darauf. OKR-Sets können für jeden Bereich eines Unternehmens eingesetzt werden.

In der Later Stage, der Reifephase, erweitern viele Start-ups ihr Sortiment oder kollaborieren mit anderen Akteuren. Mithilfe sog. experimenteller OKR-Sets können solche Projekte angegangen werden. Diese ermöglichen es, innovative Ideen zu verfolgen und geben den Teams große Gestaltungsfreiräume.

OKR is simple but not easy

Zusammenfassung: OKR kann Start-ups in allen Phasen bereichern. Der Aufwand der Einführung ist nicht zu unterschätzen: OKR is simple but not easy. Die OKR-Einführung sollte von OKR-Expert*innen begleitet werden – zumindest sollte eine praxisorientierte Schulung besucht werden. Transparenz und eine begrenzte Anzahl durchdachter Ziele bringen Fokus und klare Prioritäten. Planung und Umsetzung dürfen kreativ gestaltet werden. Das fördert innovative Lösungsansäze und Motivation. Regelmäßige Meetings ermöglichen Effizienz und Agilität. OKR gibt der Gründung und Führung von Start-ups einen Rahmen.

Die perfekten Ergänzungen zu Objectives und Key Results

Nicht nur OKR kann Start-ups helfen, die Herausforderungen der Gründung zu bewältigen. Widmen wir uns drei ergänzenden Methoden zu OKR.

Lean Startup

Bei Lean Startup handelt es sich um eine Innovationsmethode von Eric Ries zur Gründung von Unternehmen und Umsetzung von Geschäftsideen. Sie zeichnet sich durch schlank gehaltene Prozesse und kundenzentriertes Testen in kurzen Iterationen aus. Die Produkte werden frühestmöglich auf den Markt gebracht und in sog. Build-Measure-Learn-Zyklen durch Kunden*innenfeedback auf ihre Markttauglichkeit getestet.

Dazu werden Hypothesen aufgestellt und in Experimenten mit dem/der Kund*in getestet. Die Ergebnisse werden mit den Hypothesen verglichen. So können früh Anpassungen am Produkt vorgenommen werden. Dieser Prozess wird kontinuierlich wiederholt.

Lean Startup ist darauf ausgelegt, schnell auf sich ändernde Kund*innenwünsche oder Marktbedingungen zu reagieren und die wahren Bedürfnisse zu identifizieren.

OKR ist eigentlich nichts anderes als ein formalisierter Build-Measure-Learn-Zyklus für die agile, vortastende Umsetzung strategischer Maßnahmen: Das Objective formuliert die Hypothese. Gemessen werden die Key Results durch Metriken. Gelernt wird aus dem Zielerreichungsgrad (Score). Daraus entstehen im nächsten OKR-Planning neue Hypothesen, neue OKR-Sets.

Effectuation

Effectuation ist eine Methode zur Entscheidungsfindung und zur Lösung von Problemen. Sie gründet auf der Annahme, dass Marktprognosen aufgrund der unvorhersehbaren, aber gestaltbaren Zukunft nicht möglich sind. Dies sind die fünf Grundprinzipien von Effectuation:

  • Mittelorientierung: Wir arbeiten mit dem, was wir haben – das ist auch der Ansatz von OKR und Scrum.
  • Leistbarer Verlust: Nicht Renditen, sondern Verlusterwartungen bestimmen Entscheidungen. Wir setzen ein Verlustlimit.
  • Unwägbarkeiten nutzen: Negative Überraschungen können wir nutzen – das ist auch der Lean-Startup-Ansatz: Fail fast, learn fast.
  • Strategische Allianzen: Wir setzen unsere Geschäftsidee über Partnerschaften mit Stakeholdern um.
  • Gestaltbare Zukunft: Wir fokussieren die Dinge, die wir beeinflussen können – das ist auch der Ansatz von OKR: Die Metriken der Key Results sollten beeinflussbare Lead-Indikatoren sein.

Scrum

Mit Scrum können Teams ihre Produktentwicklung vorantreiben. In Planning-Meetings werden Tasks festgelegt, die in einem zwei- bis vierwöchigen Sprint umgesetzt werden sollen. In täglichen und weiteren regelmäßigen Meetings werden Fortschritt und Aktualität der Tasks überprüft. Zum Schluss wird der Sprint im Review reflektiert und der nächste Sprint geplant.

Damit folgt auch Scrum einer Art von Build-Measure­Learn-Zyklus – hier wird im Sprint eine Hypothese umgesetzt, gemessen, und gelernt wird aus dem Sprint-Review über das Stakeholder-Feedback. OKR ist die ideale Ergänzung für Scrum: Der Product Owner eines Scrum-Teams erstellt und priorisiert das Product-Backlog und nimmt dabei die Backlog-Items nach oben auf die Liste, die den höchsten Business Value bringen. Diese Priorisierung wird mit OKR-Sets vorgenommen. Scrum ist die ideale Ergänzung für OKR: Zur Umsetzung von Zielen bedarf es in der heutigen Welt mit sich rasch verändernden Anforderungen einer sehr iterativen und agilen Vorgehensweise. Hier kommt Scrum ins Spiel.

Vergleich: Anwendungsbereiche der vier Methoden

Im Folgenden werden die zuvor vorgestellten Methoden und Anwendungsbereiche einander gegenüberstellt:

OKR

  • Das ganze Start-up arbeitet auf dieselben Ziele hin.
  • Kreativität und Innovation beim Planen und Umsetzen sind erwünscht und intrinsische Motivation.
  • Struktur durch wenige, klare Prioritäten.
  • Flexibel: anwendbar im gesamten Unternehmen, in allen oder einzelnen Bereichen, anpassbar auf Bedürfnisse von Start-ups.
  • Transparenz als Grundprinzip.

Lean Startup

  • Hält Kosten in der Produktentwicklung gering.
  • Hält die Möglichkeit offen, neue Richtungen einzuschlagen.
  • Aus Erfolg und Fehlern wird früh gelernt.

Effectuation

  • Eigens festgelegte Verlustgrenze minimiert Risiken.
  • Umsetzung von Ideen durch Allianzen mit Stakeholdern.
  • Langfristig funktionierendes Geschäft statt kurzfristige Rendite.

Scrum

  • Iterative Produktentwicklung.
  • Flexibel: Sprints können an Bedürfnisse des Start-ups angepasst werden.
  • Transparenz als Grundprinzip.

Alle Ansätze weisen Ähnlichkeiten oder Gemeinsamkeiten auf.  Mit ihren verschiedenen Anwendungsbereichen ergänzen sich die Methoden gut: Der Build-Measure-Learn-Zyklus von Lean Startup und der OKR-Zyklus ähneln sich vom Prinzip her, Lean Startup fokussiert sich dabei auf die Produktentwicklung und OKR auf die Umsetzung der Strategie.

Scrum und OKR gehen ebenfalls Hand in Hand: Die regelmäßigen Meetings sind bei beiden Methoden ähnlich und können größtenteils zusammengelegt werden. Während OKR dem ganzen Unternehmen einen Rahmen gibt und sich auf strategische Ziele konzentriert, wird Scrum in der Service- und Produktentwicklung eingesetzt und sorgt für die tägliche Umsetzung der operativen Tätigkeiten. Durch OKR erhalten die Scrum-Tasks einen Nutzen und Scrum sorgt für den Fortschritt der OKR-Sets.

Die Grundprinzipien von Effectuation harmonieren mit dem Mindset von OKR: Die Mittelorientierung und eine fehlerfreundliche Arbeitsweise finden sich auch in der Philosophie von OKR. Wie Effectuation, konzentriert sich OKR mithilfe von Lead-Indikatoren auf die Dinge, die beeinflussbar sind.

Fazit

Allein oder mit anderen Methoden kombiniert – OKR bringt Struktur und Fokus. Aber ist OKR nun die richtige Methode für Start-ups? Ja. Die anderen aber auch. Mit Kombinationen der vorgestellten Methoden können Start-ups ihre Effektivität, Effizienz und ihr Wachstum maximieren. Bei Investor*innen sind agile Methoden und Transparenz auch gern gesehen. Der Aufwand durch den Einsatz der Methoden sollte dessen Nutzen nicht übersteigen: So ist die eigentliche Frage nicht, ob OKR zu Start-ups passt, sondern ob und wie OKR auf das jeweilige Start-up und seine aktuelle Phase angepasst werden kann.

Gründer*nnen sollten nicht zögern, Beratungen oder Coaches hinzuzuziehen, um den perfekten Methoden-Mix für die Bedürfnisse ihres Start-ups zu finden – zumindest sollten sie OKR durch eine praxisorientierte Schulung kennenlernen. Denn das Prinzip von OKR – sowie jenes der anderen Methoden – ist leicht zu verstehen, aber deshalb nicht automatisch auch leicht umzusetzen.

Der Autor Erno Marius Obogeanu-Hempel ist Experte in den Bereichen OKR, Digitalisierung, Digitale Transformation, Strategie und Innovation und berät Unternehmen und die Menschen dahinter, https://okrexperten.de

KfW-Gründungsmonitor 2022

Die aktuelle Erhebung zeigt: Gründungstätigkeit 2021 zurück auf Vorkrisenniveau: mehr Chancengründungen, mehr Jüngere, mehr Gründerinnen, mehr Digitales.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

Zahl der Gründungen gestiegen

Die Gründungstätigkeit in Deutschland ist nach dem Corona-Knick 2020 im Jahr 2021 wieder auf das Vorkrisenniveau gestiegen. Mit 607.000 Existenzgründungen haben sich 70.000 bzw. 13 % mehr Menschen selbständig gemacht als 2020. Es gab sowohl im Voll- als auch im Nebenerwerb einen Anstieg der Gründungstätigkeit. Ausgehend von ihrem im Jahr 2020 erreichten bisherigen Tiefpunkt legte die Zahl der Vollerwerbsgründungen auf 236.000 zu (+35.000 »+18 %), die Zahl der Nebenerwerbsgründungen auf 371.000 (+35.000 »10 %).

Mehr Geschäftsgelegenheiten werden realisiert

Wie bereits im ersten Corona-Jahr ist der Anteil von Gründungen zur Wahrnehmung einer Geschäftsgelegenheit gestiegen. Ihr Anteil erhöhte sich 2021 erneut auf nun 82 %, die Zahl dieser Chancengründungen nahm auf 498.000 zu. Gründungen aus Mangel an besseren Erwerbsalternativen bleiben mit 91.000 (15 %) im Tief.

Zahl der Gründerinnen legt zu

Nachdem sich die Zahl der Gründerinnen drei Jahre lang kaum veränderte, ist sie im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark gestiegen. So setzten 2021 257.000 Frauen eine Existenzgründung um (+52.000 »+25 %). Die Zahl der Gründer legte auf 350.000 zu (+18.000 »+5 %). Der Gründerinnenanteil hat sich somit auf 42 % erhöht (2020: 38 %). Insbesondere jüngere Frauen trugen dazu bei. Der Anteil der unter 30-Jährigen ist im Jahresvergleich von 28 auf 37 % gestiegen.

Mehr digitale und internetbasierte Gründungen

Die Corona-Pandemie hat die Schwächen traditioneller Geschäftsmodelle schonungslos offengelegt. Gründer*innen haben darauf offensichtlich reagiert: Deutlich mehr Gründungen sind digital und internetbasiert. Mit Anteilen von 31 % digitalen und 41 % internetbasierten Gründungen gipfelten die bereits seit Jahren positiven Trends 2021 in ihren bisherigen Höchstwerten.

Ausblick 2022

Trotz sinkender Planungsquote ist zu erwarten, dass sich die Gründungstätigkeit im Jahr 2022 auf einem ähnlichen Niveau bewegt wie 2021.

Hier kannst du den vollständigen KfW-Gründungsmonitor 2022 downloaden

Zahlen, Fakten, Diagramme

Firmengründung im Ausland – was gibt es zu beachten?

Wir geben Tipps für die Firmengründung im Ausland und zeigen Wege auf, wie Start-ups und andere Unternehmen am meisten profitieren.

Eine Firmengründung im Ausland kann diverse Vorteile bieten, sollte aber reiflich überlegt sein. So sind die rechtlichen und kulturellen Besonderheiten im Zielland zu berücksichtigen, aber auch das deutsche Außensteuergesetz, das Outsourcing eindämmen soll und schnell zu einer Doppelbesteuerung führen kann. Wir geben Tipps für die Firmengründung im Ausland und zeigen Wege auf, wie Start-ups und andere Unternehmer am meisten profitieren.

Warum eine Firma im Ausland gründen? Die Vorteile

Deutschland zehrt als einst hoch entwickeltes Industrieland von seiner Substanz. In vielen Bereichen war das Land in der Mitte Europas einst führend. Dies betraf die chemische Industrie, Ingenieurskunst, Autoindustrie, Stahlfertigung und den Maschinenbau. Doch es ist kein Geheimnis, dass der Lack zunehmend abblättert. In wichtigen neuen Branchen, die mit der Industrie 4.0 entstanden sind, droht Deutschland den Anschluss an die Spitze zu verlieren.

Sträfliche Versäumnisse bei der Digitalisierung, hohe Arbeitskosten, eine überbordende Bürokratie, die begabte Macher schier zur Verzweiflung bringen, und eine hohe Steuerlast werden als Gründe für die Abwanderung in andere Länder immer wieder genannt.

Wer an Steuern sparen möchte, sollte besonders auf sogenannte Steueroasen achten. Dies sind Länder wie Luxemburg, Liechtenstein, Estland, Litauen, Panama, Monaco, Andorra, Gibraltar, Zypern, Malta, die Kanaren und die Isle of Man. Andere Motive zur Gründung im Ausland sind geringere Arbeitskosten, weniger Bürokratie sowie die Erschließung neuer Absatzmärkte und Einflusssphären.

Wo kann eine Firma gegründet werden?

Wer eine Firma im Ausland gründen möchte, kann zunächst den Wirtschaftsraum der EU sondieren. Die EU selbst setzt im Zuge des EU-Freizügigkeitsrechts für Unternehmen die Standards zunehmend durch, dass eine Firmengründung nicht länger als drei Werktage und nicht mehr als 100 EUR kosten soll. Außerdem forciert sie die digitale Abwicklung des Procederes über eine einzige Behörde.

Gründer können bei ihrem Vorhaben mit einer großzügigen Unterstützung durch EU-Fonds rechnen und für die EU spricht auch die Vielzahl an Steueroasen, die noch lange nicht trockengelegt sind. Alternativen bestehen in den asiatischen Tigerstaaten, die mit geringen Arbeitskosten, wenig Bürokratie und einem hohen Digitalisierungsgrad locken.

In Amerika ist Panama für Gründer ein Geheimtipp, denn in puncto Bürokratie und Verwaltungsaufwand kann das mittelamerikanische Land durchaus als Deutschlands Antithese aufgefasst werden.

Liechtenstein, Norwegen und Island gehören zwar nicht zur EU, genießen aber aufgrund der hohen Kaufkraft seiner Einwohner und der herausragenden auch digitalen Infrastruktur als Standorte einen exzellenten Ruf.

Woran man vor der Firmengründung im Ausland achten sollte

Wichtig ist es, sich vor der Gründung mit den rechtlichen Gepflogenheiten im Ausland bekannt zu machen, um rechtliche Folgen mit negativen Auswirkungen auf Reputation und Finanzen zu vermeiden. Was die Unternehmenskultur betrifft, so gibt es zwar eine Reihe an allgemeinen Trends wie etwa das Ideal der flachen Hierarchien bis hin zu den sich selbst organisierenden, nahezu autonom agierenden Einheiten.

Dennoch hat jedes Land seine kulturellen Gepflogenheiten, die im Umgang mit den Mitarbeitern zu berücksichtigen sind. Außerdem wird Werbung je nach Land anders wahrgenommen. In Frankreich ist die Werbung emotionaler als im eher faktenorientierten Deutschland, und wer mit seiner Werbung in anderen Kulturkreisen provozieren möchte, sollte darauf achten, dass die Botschaft von den Menschen auch verstanden wird.

Die richtige Unternehmensform

Unternehmensformen gibt es reichlich, angefangen von der AG und UG, fortgesetzt bei der GbR und AHG und weitergeführt bis zur GmbH und KG. Jede Rechtsform ist mit steuerlichen Vor- und Nachteilen verbunden, die zu prüfen sind und mit der eigenen Branche verglichen werden sollten. Zu bedenken ist auch, dass im Ausland die Würfel neu gemischt werden:

Ein pointiertes Beispiel ist die GmbH, die in Polen Sp. z. o. o. heißt und in der mündlichen Sprache Spólka. Während in Deutschland als Voraussetzung für die Rechtsform 25.000 EUR als Stammkapital gefordert werden, sind es in Polen nur 5.000 Zloty, was nicht mehr als 1.100 EUR entspricht.

Gründer*in der Woche: Freshflow - Mit KI gegen Lebensmittelverschwendung

Das Berliner Start-up Freshflow hat eine Software entwickelt, um Lebensmittelverschwendung im (Einzel-)Handel deutlich zu reduzieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Avik Mukhija.

In Europa werden jedes Jahr Lebensmittel im Wert von mehr als 45 Milliarden Euro weggeworfen. Was sind die Hauptgründe für diesen Wahnsinn und sind es wirklich nur die Endverbraucher*innen, die hier umdenken müssen?

Nach unseren Recherchen ist der Wert von weggeworfenen Lebensmitteln in Europa sogar mind. viermal so hoch. Weltweit werden ca. 40 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen. Genau wie du es sagst, ist es daher nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein wirtschaftliches.

Der/die Endverbraucher*in verursacht ca. die Hälfte davon, die andere Hälfte geschieht aber entlang der ganzen Lieferkette und endet beim Lebensmitteleinzelhandel. Eine große Ursache dafür ist falsche Ressourcenallokation, d.h. Überbestände an einer Stelle und Unterbestände an anderen. Bestellungen werden meist täglich manuell per Bauchgefühl gemacht und es wird wenig mit Daten gearbeitet.

Bei Frischwaren liegt das daran, dass es unglaublich schwierig ist, jeden Tag den optimalen Bestand zu führen. Nehmen wir an, es müssen Erdbeeren für morgen bestellt werden: Wie haben sich diese in der Vergangenheit verkauft? Wie ist das Wetter morgen? Gibt es lokale Events, Engpässe? Wie lange werden sie auf dem Regal frisch bleiben?

Bestellt man zu wenig, hat man leere Regale und unzufriedene Kund*innen. Bestellt man zu viel, entsteht Lebensmittelverschwendung und man zerstört die ohnehin dünnen Margen.

Wann und wie bist du dann vor diesem Hintergrund zusammen mit Carmine Paolino auf die Idee zu Freshflow gekommen?

Meine erste Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel entstand durch meine Masterarbeit an der ETH Zürich, wo ich erstmals das große Innovationspotenzial in dieser Industrie erkannte.

In der Berliner Kohorte des Talent Investors Entrepreneur First lernte ich später meinen Mitgründer Carmine kennen und wir konnten uns stark für das Thema Food Waste Bekämpfung begeistern.

Gekoppelt mit meiner vorherigen Erfahrung aus dem Lebensmitteleinzelhandel war das der Ursprungspunkt von Freshflow.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Wir brauchten anfänglich viele Daten und tiefe Einblicke in die existierenden Frischwaren-Bestellprozesse. Ersteres, um unsere KI entwickeln zu können, zweiteres, um eine erfreuliche User Experience für das Ladenpersonal schaffen zu können, was uns wirklich wichtig war und auch immer sein wird. Wir haben uns unglaublich viel Mühe gegeben, dass für die Verwendung von Freshflow keine Umschulung des Ladenpersonals benötigt wird, und wir uns intuitiv in den existierenden Arbeitsablauf eingliedern.

Es war daher wichtig, anfänglich einen Kunden zu gewinnen, der uns diese Einblicke bieten konnte und uns damals ohne eine fertige Lösung vertraut hat. Den hatten wir gefunden und konnten so die erste Version von Freshflow kreieren. Seitdem gab es natürlich unzählige Updates, der Schritt von 0 auf 1 hätte aber ohne nicht stattfinden können.

Was ist das Besondere an Freshflow, wo kommt die Software wie zum Einsatz und wer sind eure Kund*innen?

Das Besondere an Freshflow ist, dass wir europaweit die erste Lösung sind, die von Grund auf für Frischwaren - und speziell Obst & Gemüse - gebaut wurde. Sogenannte “Automatische Dispositionssysteme” für Trockenwaren werden im Einzelhandel schon seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Diese scheitern aber, wenn es um Frischwaren geht: kurze variable Haltbarkeiten, falsche Bestände da per Gewicht und nicht per Stück verkauft wird, Saisonalität, etc. Dort ist es daher zum größten Teil weiterhin ein manueller, papierbasierter Bestellprozess. Wir haben Freshflow mit jeder dieser Herausforderungen im Kopf gebaut.

Zudem funktioniert Freshflow mit jedem herkömmlichen ERP System ohne langwierige IT-Integrationen - es ist Plug-And-Play und kann in wenigen Wochen ausgerollt werden.

In einer Seed-Runde habt ihr gerade 1,7 Millionen Euro eingesammelt. Glückwunsch zu diesem Erfolg! Was ist mit dem frischen Kapital geplant?

Das Kapital hat uns geholfen, unser Team stark vergrößern zu können, mit unglaublich motivierten Talenten aus ganz Europa und darüber hinaus. Wir werden damit große Fortschritte in der weiteren Produktentwicklung machen sowie mehr Projekte mit Lebensmitteleinzelhändlern (LEH) annehmen können.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Ziele mit Freshflow?

Wir sind - zusätzlich zu unseren existierenden Partnern - europaweit in fortgeschrittenen Gesprächen mit einigen weiteren LEH. Das Ziel ist es, erfolgreiche Partnerschaften mit mehreren von diesen einzugehen und ihre Lebensmittelverschwendungen dabei um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Wir wollen uns als Go-To-Lösung für alles rund um Frischwaren im LEH etablieren.

Die Langzeit-Vision ist es, die Freshflow Lösung über den Lebensmitteleinzelhandel hinaus auch für den Rest der Lebensmittellieferkette anzubieten, da das Food-Waste-Problem entlang der ganzen Kette herrscht.

Und last but not least: Was wollt ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Nie den engen Draht zum User verlieren, egal wie viel es sonst noch zu tun gibt.

Hier geht's zu Freshflow

Das Interview führte Hans Luthardt

Werbeartikel, die zum Anlass passen: 5 kreative Ideen

Werbeartikel haben noch immer eine große Wirkung. Allerdings nicht mehr auf genau dieselbe Art wie früher – es müssen einige Dinge beachtet werden. So werden Kunden zunehmend sensibler, wenn es um Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit geht. Gleichzeitig sind Werbeartikel in einigen Branchen allgegenwärtig, weshalb es schwierig sein kann, sich von der Masse abzuheben.

Ein Weg, um als Start-up relevante Werbeartikel zu finden, ist das Gestalten für konkrete Anlässe. Einen Artikel wählen, das Logo aufdrucken und ihn dann tausendfach für jeden Anlass von Kundengespräch bis hin zur Fachmesse zu verwenden, ist möglich, aber selten sinnvoll. Wer den Anlass und die Erwartungen allerdings kennt, der kann sehr viel spezifischer arbeiten und so mehr aus den Werbegeschenken herausholen.

Firmenfeier

Auf Firmenfeiern aller Art braucht es Werbeartikel, die sich von einfacher Streuware unterscheiden. Das 1. Jubiläum, die Eröffnungsfeier der neuen Geschäftsräume oder auch die Weihnachtsfeier können wichtige Faktoren im Zusammenhalt des Teams und in der Außendarstellung sein.

Kugelschreiber, Schreibblöcke und Co. sind meist etwas zu unauffällig. Elektronik-Werbeartikel oder auch Textilien kommen schon besser an. Sie kosten zwar mehr, halten aber auch länger und können gleich zur Identifikation mit dem Unternehmen beitragen. Außerdem zeigt man Mitarbeitern und Kunden, dass man sie schätzt. Bei Promostore kann man sich inspirieren lassen.

Messen

Ein typischer Ort für Streuartikel mit Werbeaufschrift sind Messen aller Art. Ob es nun die Fachmesse oder die öffentliche Messe für jedermann ist, am Ende des Tages gehen die Besucher mit vielen Werbeartikeln nach Hause.

Möchte man sich von der Masse absetzen, ohne dabei hohe Kosten zu haben, dann sollte man auf ausgefallene Designs setzen. Eine besondere Grafik kann zum Beispiel dafür sorgen, dass sich viele Menschen den Werbeartikel sichern wollen und somit an den Stand oder die Ausstellungsfläche kommen. Eine ungewöhnliche Farbe ist wiederum gut, um zwischen den vielen Werbeartikeln aufzufallen. Da auf Messen viele Artikel benötigt werden, sollte man sich online unbedingt nach guten Angeboten umschauen. Bleiben Werbegeschenke übrig, können sie an Mitarbeiter vergeben oder bei der nächsten Veranstaltung genutzt werden.

Verlosungen

Eine besondere Form der Werbegeschenke sind die Produkte, die speziell für Gewinnspiele genutzt werden. Je wertvoller der mögliche Preis, umso mehr Menschen wollen meist mitmachen. Der Aufwand einer Gewinnspielteilnahme rechnet sich eher nicht, wenn es um einen Magneten oder Textmarker geht.

Elektronik eignet sich immer gut für diese Verlosungen. Etliche Dienstleister sorgen dafür, dass das eigene Logo ideal auf einem Tablet oder USB-Stick platziert wird. Aufgrund der langen Nutzungsdauer sollte man von veranstaltungsspezifischen Aufdrucken oder Datumsangaben lieber absehen. Je länger die Gewinner das Produkt nutzen, umso länger sehen sie selbst und andere den Firmennamen.

Für Mitarbeiter

Werbegeschenke eignen sich auch für die eigenen Mitarbeiter. Gerade in der Start-up-Szene wird meist nicht von 8 bis 16 Uhr gearbeitet. Überstunden, Extraschichten, Deadline-Druck und mehr gehören zum Arbeitsalltag dazu. Für Gründer kann es sinnvoll sein, nach einer Weile auch mit einem Geschenk danke zu sagen.

Ähnlich wie bei den Firmenfeiern gilt, dass man darauf achten sollte, dass der Artikel wirklich zum Anlass passt. Einen Kugelschreiber als Dankeschön zu verteilen, wirkt eher knausrig. USB-Sticks, Regenschirme oder Kaffeetassen sind hingegen Dinge, die Menschen auch wirklich im Alltag benutzen und über die sie sich freuen.

Treuegeschenke

Nicht nur Mitarbeiter darf man für ihre Treue belohnen. Auch Kunden und Unterstützern kann man mit Werbegeschenken für ihre Treue danken. Das gilt für Start-ups noch einmal besonders, da Freunde oder Bekannte oftmals aushelfen. Stühle räumen, über einen Text drüberlesen oder auch einfach mal zuhören, wenn es gerade nicht so läuft – wer solche Unterstützer hat, möchte ihnen danken.

Gleiches gilt für Kunden, die schon lange dabei sind. Ihnen bei ihrem nächsten Kauf oder Besuch ein T-Shirt, einen Thermobecher oder einen Rucksack zu geben, wird nicht nur für eine kleine Überraschung sorgen, sondern auch dafür, dass sie sich geschätzt fühlen.

Wir suchen: (Junior-)Marketing/Sales/Events Manager:in (w/m/d)

Der brutkasten ist das Leitmedium des deutschsprachigen Innovations-Ökosystems mit Sitz in Wien, München und Berlin. Wir sind auf Wachstumskurs und suchen ab sofort Verstärkung für die zur brutkasten-Mediengruppe gehörenden Publikationen/Plattformen StartingUp und VentureCapital Magazin am Standort München:

(Junior-)Marketing/Sales/Events Manager:in (w/m/d) in Vollzeit

Und hier bekommst du schon Mal einen kleinen Vorgeschmack, welches Umfeld dich bei uns erwartet:

Wir kommunizieren mit unserer innovativen Zielgruppe bestehend aus Gründer:innen, Macher:innen, Start-ups, Unternehmer:innen, Investor:innen, Business Angels, Consultants, kurzum aus den Entscheider:innen von heute und morgen, tagesaktuell und multimedial über unsere Plattformen starting-up.de und vc-magazin.de, via Social Media (LinkedIn, Twitter, Facebook, Xing) und über unsere hochwertigen Print-/Online-Magazine. Entdecke und begleite mit uns die aktuellen und künftigen Top-Start-ups und werde Mitglied der innovativen Gründer:innen- und Venture-Capital-Szene!

Dein Umfeld, um erfolgreich zu sein

  • Du bekommst einzigartige Einblicke hinter die Kulissen eines jungen, schnell wachsenden Scale-Ups
  • Du hast erhebliche Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und übernimmst eine äußerst verantwortungsvolle Rolle
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  • Freue dich auf eine motivierende Arbeitsatmosphäre in einem engagierten Team
  • Home Office und zeitlich flexibles Arbeiten ist (in Absprache) möglich

Dein Aufgabengebiet

  • Aufbau und Pflege von Medienpartnerschaften und Event-Kooperationen
  • Betreuung und Gewinnung von Partner:innen und Werbekund:innen
  • Mitwirkung bei der Konzeption und Durchführung von (Online-)Events
  • Unterstützung der Online-Redaktion (Wordpress, Typo3)
  • Pflege der Social-Media-Kanäle
  • Teilnahme an Events aus der Start-up-Szene
  • Druckdaten-Verwaltung und Abstimmung mit dem Bereich Grafik/Website

Diese Skills bringst du mit

  • Abgeschlossenes Studium oder einschlägige Berufsausbildung
  • Ausgeprägtes Interesse bzw. erste Erfahrungen im Bereich Marketing/ PR/Events
  • Sicherer Umgang mit Google Workspace
  • Wortgewandtheit und Kreativität
  • Eine strukturierte Arbeitsweise und Organisationsgeschick
  • Gute Englischkenntnisse
  • Interesse an Start-up- und Investmentthemen

Art der Anstellung und Gehalt

Wir bieten eine unbefristete Festanstellung auf Vollzeitbasis, eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit hoher Eigenverantwortung und eine attraktive Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team mit flachen Hierarchien.

Für die ausgeschriebene Stelle bieten wir ein Jahresgehalt von € 33.600,- brutto auf Vollzeitbasis mit der Bereitschaft zur Überzahlung, je nach Qualifikation.

Komm mit an Board und werde Teil eines top motivierten, engagierten Teams!

Wir freuen uns auf deine Bewerbungsunterlagen an unsere HR-Beauftragte Pia Windbichler: [email protected]

Digitalstage.io: Fanbindung 2.0

Die Berliner Plattform Digitalstage.io ermöglicht es Künstler*innen, mit ihren Fans weltweit digital in Kontakt zu treten und neuartige Monetarisierungsmodelle zu nutzen.

Die vergangenen zwei Jahre haben die Musikindustrie nachhaltig erschüttert: Die Corona-Pandemie sorgte für leere Konzerthallen und volle Live-Streams; (Live-)Musik gab es fast nur noch online. Vorbereitet war die Branche darauf nicht. Mit den Konzerten brach auch die Haupteinnahmequelle vieler Künstler*innen weg. Streams konnten die Lücke nicht schließen: Verdienten Künstler*innen und Label früher mit Live-DVDs noch einiges dazu, war der YouTube-Stream für viele nur noch ein zusätzliches Marketinginstrument. Im Lockdown waren Streams probate Mittel, Fans bei der Stange zu halten – Geld verdienen ließ sich mit ihnen aber nicht.

Ich habe Live-Konzerte vermisst

Richard Harless will das ändern: „Ich habe, wie viele Menschen, Live-Konzerte vermisst. Die Versuche vieler Künstler*innen, über Social Media mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten, waren kein wirklicher Ersatz. Also habe ich begonnen, darüber nachzudenken, wie sich das Live-Erlebnis in den digitalen Raum transportieren ließe.“ Das Ergebnis heißt Digitalstage.io, eine Plattform, die nicht weniger will als die Beziehung zwischen Fans und Künstler*innen auf eine ganz neue Grundlage zu stellen.

Der seit vielen Jahren in Berlin lebende US-Amerikaner Richard ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt: Als Deutschlandchef machte er die Musik-App Shazam auch hierzulande zu einer Erfolgsgeschichte. Anschließend brachte er die Musiktext-Plattform Genius.com nach EMEA.

Live-Stream als Gamechanger

Die Gründung seines Unternehmens vollzog Richard Ende 2020, die ersten Events folgten in der ersten Hälfte des Jahres 2021. Bald begann Sony Music, die Plattform für seine Künstler*innen zu nutzen. Auch investorenseitig tat sich einiges: Nachdem Richard und einige Mitstreiter*innen die initiale Finanzierung selbst übernahmen, folgte 2021 zunächst eine Angel-Runde und Ende des Jahres eine Seed-Finanzierung.

Digitalstage.io ermöglicht es Künstler*innen, mit ihren Fans weltweit digital in Kontakt zu treten. Erstere erhalten dafür eigene Seiten, auf denen sie Events nach ihren Wünschen anbieten können: von gestreamten Live-Konzerten über Albumpremieren bis hin zu Interviews und Diskussionen. Dabei lassen sich etwa zum Stream-­Konzert Merchandise-Verkäufe oder Live-Chats, exklusive Meet and Greets nach dem Gig oder gar exklusive Sammlerstücke via NFT hinzufügen.

„Wir wollen Menschen ein Erlebnis bieten, wie sie es von realen Events kennen“, erläutert Richard. „Wir wollen das Verhältnis zu den Künstler*innen stärken, egal wo auf der Welt sie sind. Künstler*innen geben wir die Möglichkeit, diese Beziehung zu monetarisieren. Der Live-Stream soll nicht mehr nur ein Marketinginstrument sein – er rückt in den Mittelpunkt der Fan-Künstler*in-Beziehung.“

Doch das Ziel der Plattform geht darüber hinaus, eine Ergänzung zu realen Live-Erlebnissen zu bieten. Die Beziehung zwischen Künstler*innen und Fans zu stärken, heißt auch, sie aus ihrer Fragmentierung zu befreien, betont Richard: „Fans kaufen Alben, sie kaufen Konzerttickets, sie kaufen Merchandise. Doch das ist nur in den allerseltensten Fällen miteinander verbunden. Künstler*innen haben bislang keinerlei Kon­trolle über die kommerziellen Aspekte der Fanbeziehung. Sie wissen nicht, wer Tickets für ihre Shows oder ihre Alben kauft. Damit kennen sie auch nicht ihre Super-Fans, haben keine Ahnung, bei wem es sich lohnt, besondere Erlebnisse anzubieten, wer Backstage-Zugang verdient oder wer an exklusiven Sammlerstücken interessiert sein könnte.“ Digitalstage.io, so die Vision des Gründers, soll genau das ermöglichen.

Dezentrale Blockchain-Technologie

Dazu braucht es natürlich auch die passende technische Grundlage. Digitalstage.io setzt von Beginn an auf die dezen­trale Blockchain-Technologie. Mit der Celo-Blockchain hat das Unternehmen jetzt sein perfektes Fundament gefunden. Celo ist eine Mobile-First-Plattform, die auf Basis einer eigenen Blockchain-Infrastruktur Bezahlungen und Finanz-Apps für alle Smartphone-Nutzer*innen weltweit zugänglich machen will. So wie Celo mobiles Bezahlen demokratisiert, will Digitalstage.io dies für den Zugang von Künstler*innen und Fans zueinander leisten. Für eine Plattform, die zum Ziel hat, diese Beziehung zum Nutzen beider Seiten zu monetarisieren, ein optimaler Partner.

Das sehen auch die Macher hinter Celo so: Der von ihnen gestartete Early-Stage-Investmentfond Flori Ventures investierte im Rahmen der Pre-Seed-Finanzierung eine sechsstellige Summe in Digitalstage.io. Mehr noch: Gleichzeitig wurde das Berliner Unternehmen in das Accelerator-Programm Celo Camp aufgenommen, das Start-ups dabei unterstützen soll, gemeinsam Lösungen und Anwendungen für ein dezentrales und für alle offenes Finanzsystem zu entwickeln. Mit Erfolg: Digitalstage.io gehörte zu den Finalisten des letztjährigen Camps.

(Live-)Time is Money

Und auch sonst kann die Plattform nach gerade mal einem Jahr schon einiges vorweisen. Ihren Start hatte sie Anfang 2021 mit einer Livestream-Performance der deutschen Dark-Pop-Band Blackout Problems. Seitdem fanden auf der Plattform 57 Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe statt. Auch manche große Namen haben die Plattform bereits genutzt. Rock-Superstars Kings of Leon etwa, die ihr neues Album auf Digitalstage.io vorstellten. Oder Star-DJ Martin Garrix, der exklusiv Fragen von Fans beantwortete. Oder Eurovi­sion-Gewinner Måneskin: Die italienische Band streamte ein Record-Release-Konzert mit begleitendem Chat live aus Berlin in Clubs in 18 Ländern.

„Die wichtigste Metrik für uns ist, wie lange die Menschen bei einem Event dabeibleiben, wie viel Zeit sie letztlich mit dem Künstler oder der Künstlerin verbringen“, betont Richard. „Und da ist Digitalstage.io extrem erfolgreich: Im Schnitt bleibt das Publikum für 95 Prozent der Dauer des Streams dabei – durchschnittlich mehr als 30 Minuten pro Event. Je mehr Zeit der Fan investiert, desto enger wird die Beziehung – und desto besser lässt sie sich auch monetarisieren.“

NFTs als Zukunftstrend

Dabei, so ist der Gründer überzeugt, spielen zukünftig NFTs eine wichtige Rolle. Diese bieten etwa Super-Fans die Möglichkeit, exklusiv digitale Sammlerstücke zu besitzen. Den Anfang machten Richard und sein Team im September 2021: Im Rahmen des Live-Streams zu einem Single-Launch von Sängerin und TikTok-Star Loi wurde ein viral gegangener und mit exklusivem Artwork versehener Ausschnitt des Songs als NFT-Sammlerstück angeboten.

Richard Harless sieht hier einen Zukunftstrend für die gesamte Branche: „NFTs werden die Fan-Künstler*in-Beziehung nachhaltig revolutionieren, denn sie können so viel mehr: Sie sind in der Lage, die Fragmentierung der kommerziellen Fan-Künstler*in-Beziehung aufzubrechen.“ Aus diesem Grund wird Digitalstage.io im ersten Quartal 2022 einen NFT-Musikmarktplatz starten. Auf diesem können Fans NFTs mit ihren Einkäufen sammeln, und Künstler*innen können dann ihren Fans genau definierte Inhalte anbieten. Erstmals wird es Künstler*innen damit möglich sein, beispielsweise Ticket- und Merchandise-Verkäufe miteinander zu verknüpfen und somit ihre größten Fans kennenzulernen.

Live-Streaming ist gekommen, um zu bleiben

Und noch einen zweiten Trend sieht Richard für die Zukunft: hybride Events. „Live-Streaming ist gekommen, um zu bleiben. Künstler*innen werden zukünftig jede Live-Show zu einem Live-Stream machen können. So rücken Künstler*innen und Fans mit- und untereinander viel enger zusammen, was ganz neue Interaktionen ermöglicht.“ Der Gründer sieht sein Unternehmen an der Spitze eines echten Wandels: „Wir befinden uns am Anfang einer völligen Neudefinition des Verhältnisses zwischen Künstler*in und Publikum. Statt voneinander getrennte Transaktionen greift zukünftig alles ineinander: Streams und Live-Konzerte, Ticketing und Merchandise-Verkäufe, das emotionale Erlebnis und die kommerzielle Beziehung.“ Richard Harless und sein Berliner Team sind entschlossen, diesen Wandel aktiv voranzubringen.