Körpersprache richtig einsetzen

Autor: Benedikt Ahlfeld, Anna Lassonczyk
44 likes

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Worte nur 7 Prozent der übermittelten Information ausmachen. Die anderen 93 Prozent werden über Körpersprache und den Klang der Stimme gesendet. Mimik, Gestik, Körpersprache – die nonverbale Kommunikation lässt tief blicken. Um gekonnt zu „netzwerken“, sollten Sie folgende klassische Fehler vermeiden und diese fünf Grundregeln beherzigen.

I: Tipps für erfolgreiches „networken“

Tipp 1: Augenkontakt halten

Beständiger Blickkontakt zeugt von Interesse und Wertschätzung. Lassen Sie sich nicht ablenken, sonst wirken Sie bald desinteressiert. Oder noch schlimmer: Ihr Gesprächspartner stuft Sie als unsicher ein. Sie müssen allerdings auch nicht den Kontakt so lange halten, bis Ihre Augen tränen! Richten Sie einfach den vollen Fokus auf Ihr Gegenüber. Werden Sie jedoch abgelenkt oder haben es eilig, bleiben Sie besser ehrlich und beenden das Gespräch höflich, um es zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.

Tipp 2: Selbstsicherer Stand

Strahlen Sie Kompetenz und Standhaftigkeit aus, indem Sie Ihre Körpermitte erspüren. Üblicherweise strecken wir eines oder beide Beine durch, um sie wechselseitig zu belasten. Besser wirkt es, wenn Sie leicht in die Knie gehen und sich minimal vorlehnen. Um Ihre optimale Position zu finden, stellen Sie sich vor, Sie würden auf einem Surfbrett stehen. Nun testen Sie, wie sich auch kleinste Bewegungen auf Ihre Balance auswirken. Finden Sie das Gleichgewicht auf Ihrem imaginären Surfbrett, so haben Sie auch einen guten Stand!

Tipp 3: Distanz wahren

Das Hineinlehnen zum Gesprächspartner zeugt grundsätzlich auch von Interesse. Sie sollten aber nicht zu weit in die persönliche Zone Ihres Gesprächspartners vordringen. Das würde eher ein unangenehmes Gefühl verursachen. Der übliche Abstand zwischen zwei (nicht gut befreundeten) Erwachsenen liegt bei etwas weniger als einer Armlänge. Je nach Umgebungslautstärke können Sie die Distanz wiederum anpassen und bei lauter Musik etwa verkürzen.

Tipp 4: Die Macht der Spiegelneuronen nutzen

Wenn Sie lächeln, fühlt sich auch Ihr Gegenüber besser – das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Übertreiben Sie es aber nicht, sonst könnte Ihre Power-Motivation bei einem nicht so gut gelaunten Gesprächspartner zu einem Rapportbruch führen.

Tipp 5: Verfolgen Sie ein klares Ziel


Durchforsten Sie den Raum nicht wie eine wilde Raubkatze auf der Suche nach der nächsten Beute. Damit strahlen Sie kein Selbstbewusstsein aus, sondern vielmehr „networken auf Druck“. Oder es wirkt – auch wenn der Vergleich etwas hinkt – wie auf dem Schulhof, als keiner mit Ihnen spielen wollte. Sie wirken dann wie jemand, mit dem sich sonst keiner abgeben will. Bewegen Sie sich besser so, als hätten Sie ein konkretes Ziel am anderen Ende vom Saal, wie zum Beispiel eine andere Person oder die Bar.

II: Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte

Der gezielte Einsatz von erfolgreicher Körpersprache eröffnet Ihnen unter Umständen viele neue Chancen im Leben. Doch falsche Körpersprache bewirkt schnell das Gegenteil. Somit bleibt es eine essenzielle Aufgabe, sich auch über die „No-Gos“ der Körpersprache Gedanken zu machen.

Diese klassischen „Körperspachfehler“ sollten Sie besser unterlassen:

  • Vermeiden Sie Herumlümmeln, da dies sofort den Eindruck von Faulheit und Langeweile vermittelt.
  • Wenn Sie Ihre Muskeln im Gegensatz dazu zu sehr anspannen, kostet Sie das einiges an Kraft, das fällt auch negativ auf.
  • Stecken Sie Ihre Hände nicht in die Hosentaschen. Das wird oft damit assoziiert, dass Sie sich unwohl fühlen und unsicher sind.
  • Unsicherheit und geringes Selbstbewusstsein verkörpern Sie außerdem, wenn Sie zu viel mit den eigenen Fingern spielen, an der Kleidung herumzupfen oder am Tisch trommeln.
  • Ebenfalls zeugt ein häufiges oder sogar unentwegtes Wippen mit den Beinen oder ein Einklemmen der Füße hinter den Stuhlbeinen von Tiefstatus.

Es gibt noch viele weitere Gesten, die andere Menschen als negativ wahrnehmen. Sie assoziieren, dass Sie eigentlich nicht vorhaben, mit anderen in Kontakt zu kommen.

Hier ein paar der Signale, die Sie nicht senden sollten, wenn Sie andere erfolgreich überzeugen wollen:

  • Arme vor der Brust verschränken,
  • einen schweren Gegenstand, beispielsweise ein Buch, vor der Brust tragen,
  • sehr oft auf die Uhr schauen,
  • sich immer wieder am Kinn oder im Gesicht berühren,
  • zu nah beieinander stehen und damit die persönliche Grenze der anderen missachten,
  • anstarren,
  • ein gezwungenes Lächeln,
  • ungewöhnlich oft blinzeln,
  • ein deutlich zu fester Händedruck zur Begrüßung.

Die meisten dieser Gesten passieren unbewusst, aber nichtsdestominder werden Sie Ihr Gegenüber damit dennoch abschrecken. Legen Sie deshalb großen Wert darauf, diese Fehler zu vermeiden, um eine erfolgreiche Körpersprache zu Ihrem Vorteil zu nutzen.

Tipp: Zum Weiterlesen:
Im kostenlosen E-Book Ratgeber „Erfolgreiche Körpersprache“ - Download hier - erfahren Sie in ausführlicher Form, was es mit dieser ältesten Form der Verständigung im zwischenmenschlichen Bereich auf sich hat.

Die Autoren:
Benedikt Ahlfeld coacht und trainiert seit 10 Jahren Top-Entscheider aus Wirtschaft, Sport und Medizin für bessere Entscheidungen und mehr Wirkung mit NLP.
Anna Lassonczyk ist zert. interkulturelle Trainerin, High Performance Coach und seit 2010 Inhaberin von Intercultural Success.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Braucht ein Start-up VPN?

Auch die ganz Großen haben einmal klein angefangen. Viele bekannte Unternehmen – vor allem in der Technologiebranche – begannen einmal mit nur zwei oder drei Personen, die sich zusammentaten, um eine gute Idee umzusetzen. Paradebeispiele sind Google, Apple und Facebook. Doch was wäre gewesen, wenn jemand die guten Ideen geklaut oder auf andere Art in der Startphase dazwischengefunkt hätte? Wer eine gute Idee hat, muss diese schützen – auf allen Kanälen. Daher lohnt sich ein VPN auch für ein Start-up. Wir erklären, wie das funktioniert.

Das ist ein VPN

Gehört haben viele die Abkürzung VPN schon einmal. Und dass es etwas mit Cybersicherheit zu tun hat, ist auch bekannt. Doch wie genau VPN funktioniert und welche Fehler im Bereich Unternehmenssicherheit durch VPN zu vermeiden sind, wissen die Wenigsten.

VPN steht für Virtual Private Network – ein virtuelles privates Netzwerk. Dieses ermöglicht, dass sich Nutzer*innen, anstatt sich direkt mit einer Website zu verbinden, die Verbindung zum Server eines Drittanbieters nutzen. Dieser verbindet sich dann mit dem Internet. Doch das ist nicht alles. Denn dabei wird die Verbindung der VPN-Nutzer*in verschlüsselt und anonymisiert. Die Privatsphäre bleibt vor Cyberkriminellen wie Hacker*innen, aber auch vor dem eigenen Internetdienstanbieter und allen anderen, deren neugierige Blicke gemieden werden sollen, geschützt. Wer ein VPN nutzt, bewegt sich mehr oder weniger unsichtbar und wenn gleich der gesamte Unternehmensserver auf diese Art geschützt ist, dann wird auch das Firmenintranet unauffindbar.

Diese Varianten gibt es

VPNs gibt es in unterschiedlichen Formen. So kann ein VPN als Chrome-Erweiterung für den Browser genutzt werden. Es gibt aber auch Desktop-basierte Anwendungen und es gibt Router-kompatible VPNs. Bei Letzteren wird der gesamte Datenverkehr, der sie durchläuft, verschlüsselt.

Darum sind VPNs für Start-ups sinnvoll

Ideen sichern

Unternehmen in der Anfangsphase – wenn neue Einfälle noch nicht urheberrechtlich geschützt oder patentiert sind – sind besonders leicht angreifbar. Für Start-ups ist es daher besonders wichtig, geistiges Eigentum zu sichern. Ein VPN anonymisiert die IP-Adresse und das ist für den Schutz der Unternehmens-PCs unerlässlich. Denn ohne diese Informationen können Cyberkriminelle nicht auf Netzwerk und Dateien zugreifen. In diesem Zusammenhang darf nicht unterschätzt werden, dass Hacker*innen wichtige Informationen leicht erkennen. Schon einige Unternehmen wurden Opfer von Erpressungen. Hacker*innen brachten wichtige Daten an sich und drohten damit, diese weiterzugeben.

9 von 10 Unternehmen werden Opfer von Cyberkriminalität in Form von Datendiebstahl. Und der Schaden, der der Wirtschaft in Deutschland durch Diebstähle von IT-Ausrüstung, Daten, Spionage und Sabotage entstand, betrug allein im Jahr 2021 223 Milliarden Euro. Dabei nimmt die Rolle der organisierten Kriminalität immer weiter zu.

Sicheren Fernzugriff gewährleisten

Homeoffice oder Dienstreisen – heutzutage ist es üblich, dass Mitarbeiter*innen von unterschiedlichsten Orten auf Dateien im Unternehmen zugreifen. Doch manche dieser Orte sind mit hohen Sicherheitslücken behaftet – vor allem, wenn dort ein kostenloses, öffentliches WLAN genutzt wird. Mit einem VPN kann sichergestellt werden, dass das Start-up-Team immer einen sicheren Zugriff auf die Dateien hat und diese vor unerwünschten Zugriffen geschützt werden. Damit werden nicht zuletzt flexiblere Unternehmensstrategien auf sichere Art und Weise möglich.

Sicherer Dateiaustausch

Ein weiterer Vorteil ist, dass ein*e Mitarbeiter*in, der*die das VPN des Unternehmens nutzt, auch auf das Intranet des Start-ups zugreifen kann. Das bedeutet, dass keine im Intranet gespeicherten Dokumente per E-Mail zugesendet oder auf einem leicht zu verlierenden Speicherstick gespeichert werden müssen. Die Daten des Start-ups bleiben gesichert, während sie für Mitarbeiter*innen, die unterwegs arbeiten, zugänglich bzw. zugänglich gemacht werden.

Übrigens: Weltweit hatte der VPN-Markt im Jahr 2019 einen Wert von 25 Milliarden US-Dollar. Für 2026 wird ein Wert von 70 Milliarden US-Dollar erwartet. Zwei der wichtigsten Faktoren für dieses Wachstum sind Sicherheit und Datenschutz.

Ausfallzeiten verringern

Hacker*innen müssen nicht einmal Daten stehlen, um dem Start-up einen Schaden zu verursachen. Wenn Cyberkriminelle in ein Netzwerk eindringen, können sie Webseiten, den E-Mailverkehr und andere wichtige Bereiche lahmlegen. Dies führt zu Ausfallzeiten, schadet der Produktivität und dem Ruf des Unternehmens. Und es kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld, alles wieder zu einem reibungslosen Ablauf zu bringen.

Zugriff auf mehr Inhalte

Apropos Geschäftsreisen – seit einiger Zeit gibt es im Internet bereits das sogenannte Geoblocking und wer viel in unterschiedlichen Ländern unterwegs ist, wird dies bemerken. Aufgrund der Beschränkungen erhält man auf ein und derselben Plattformen in verschiedenen Ländern verschiedene Angebote. Das hängt mit den Urheberrechten zusammen. Ist aber ein*e Kolleg*in in den USA auf ein nutzbringendes YouTube-Video gestoßen und will dies mit dem Rest des Unternehmens in Deutschlands teilen, kann dies schwierig werden, wenn das Video hier gesperrt ist. Mit einem VPN kann der Standort des Servers jedoch so gewählt werden, dass der Zugang zu den Streaminginhalten möglich wird.

Fazit

Die wenigsten Start-ups können sich ein IT-Team leisten, das ihr Netzwerk schützt. VPNs jedoch gehören zu den kostengünstigsten Diensten. Die Verwendung eines VPN ist daher die beste Möglichkeit, um mehr Sicherheit zu erhalten. Hier sollte also nicht am falschen Ende gespart werden. Denn wenn die Sicherheit versagt, könnte dies am Ende deutlich teurer werden. Datenpannen können Unternehmen Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen. Nicht zuletzt fördert eine hohe Sicherheit auch das Vertrauen von Kund*innen und Investor*innen in ein Unternehmen.

Wechselst du schon? Oder bleibst du noch?

Wie exzellente Führung die schöne neue (Verkaufs-)Welt bestimmt.

Die Welt wird immer digitaler. Unternehmen sprechen Kunden im Metaverse, statt wie bisher im Laden, per Newsletter oder via Social Media an. Non-Fungible Tokens, sogenannte NFTs, ersetzen physische Produkte. Und unser digitaler Zwilling wird uns bald überall hinbegleiten – oder schon da sein, wo wir noch nicht sind. Menschen springen schneller denn je auf solche Trends auf. Das fördert die Wechselwilligkeit, bei Kund*innen und – die Great Resignation zeigt es gerade – bei Mitarbeitenden. Unternehmen mit der zukunftsfähigsten Strategie, sowohl was die Kund*innenbegeisterung als auch die Führung anbelangt, werden den Wettbewerb in jeder Hinsicht gewinnen. Oder?

Immersiv ist das neue Stichwort, wenn es darum geht, in der virtuellen Realität Erlebnisse zu schaffen, die Menschen als real empfinden. Schöne neue (Verkaufs-)Welt? Oder eher Schrecken des Vertriebs? Wie auch immer Unternehmer*innen und Führungskräfte das Geschehen empfinden – beeinflussen wird es den Verlauf nicht. Deshalb können wir uns dagegen wehren, müssen nicht jeden Trend mitmachen, aber eines sollte jeder, der heute wirtschaftlich tätig ist, wissen: Schon in Kürze werden Technologien den Markt bestimmen, die wir heute nur ansatzweise begreifen oder überhaupt noch nicht kennen. Das Fortschreiten der KI lässt bereits jetzt erahnen, welchen Einfluss sie auf eine beschleunigte Automatisierung in der industriellen Fertigung haben wird, ebenso wie auf Produkte und Services. Wie schnell das alles voranschreiten und wie entscheidend es für unterschiedliche Branchen und Unternehmen wird, zeigt uns die Zukunft.

Ressourcenknappheit in jeder Hinsicht

Was es für Anbieter*innen – und natürlich Kund*innen – bedeutet, wenn bestimmte Waren(-gruppen) nicht mehr oder nur in sehr begrenztem Umfang lieferbar sind, haben uns die letzten Monate auf zum Teil dramatische Weise demonstriert. Drastische Verteuerungen bremsen nicht nur die Bauwirtschaft aus. Teuer zu stehen kommt Unternehmen auch, wenn sie sich in den letzten Jahren nicht um eine gute Führung bemüht haben, die Mitarbeitendenbegeisterung vernachlässigt, mit Wertschätzung gespart und kein Vertrauen aufgebaut haben. Letzteres rächt sich gerade jetzt, wenn Kund*innen und Mitarbeitende immer schneller dazu bereit sind, wo anders zu kaufen oder ihren Sinn im täglichen Tun zu finden. Der finanzielle Aspekt spielt dabei hinsichtlich des Preises und Lohnes sicher eine Rolle, aber längst keine so große, wie Unternehmer*innen und Unternehmen oft denken.

Vor allem junge Mitarbeitende, aber längst nicht mehr nur diese, entscheiden sich heute aus ganz anderen Gründen für einen Arbeitgebenden: Selbstbestimmtheit, Flexibilität und ein wertschätzendes Miteinander sind ausschlaggebende Faktoren, ob Mitarbeitende ihr Unternehmen verlassen oder sich für ein neues Unternehmen entscheiden. Ähnlich ist es im Verkauf: Kund*innen schätzen Selbstbestimmtheit im Kaufprozess, beispielsweise die individuelle Zusammenstellung vieler Produkte, vom Müsli bis zur Schrankwand. Sie wollen flexible Anbieter*innen, die auf ihre (Sonder-)Wünsche und oftmals kurzfristigen Änderungen serviceorientiert eingehen. Und über das wertschätzende Miteinander in der Beziehung Anbieter*in – Kund*in ist in den letzten Jahren ausreichend geschrieben worden.

Wie viel Ausbildung und Wissen ist wirklich nötig, um einen Job gut zu machen?

Der Fachkräftemangel ist nicht neu. Allerdings wurde er durch die Geschehnisse in der Corona-Zeit und der dadurch verstärkten „Great Resignation“ in vielen Bereichen regelrecht angeheizt. Ganze Branchen kämpfen um die wenigen verbliebenen Mitarbeitenden. Auch Auszubildende sind kaum zu finden. In der Hotellerie greift man deshalb immer öfter auf branchenfremde Kräfte zurück. Das bringt natürlich auf der einen Seite Unruhe ins Geschehen und erschwert zum Teil die Einarbeitung. Auf der anderen Seite gibt es keine Alternative, haben Hoteliers schlicht und ergreifend keine andere Wahl. Gefragt ist dann vor allem eine gute Führung, die es schafft, neue Mitarbeitende ohne Branchenhintergrund ins Haus und bestehende Teams zu integrieren, ohne dass die vorhandenen Mitarbeitenden sich bedrängt, ausgenützt oder überfordert fühlen. Entscheidend ist unter diesen Umständen mehr denn je ein strukturierter Onboarding-Prozess – vor allem aber regelmäßige Gespräche des Chefs und der Führungskräfte in den jeweiligen Unternehmensbereichen mit allen Beteiligten.


Führung nebenbei funktioniert nicht!

Betrachten wir all diese Aspekte und die Entwicklung des Marktes gesammelt, zeigt sich wieder einmal deutlich: Führung nebenbei funktioniert nicht! Nehmen sich Führungskräfte keine oder zu wenig Zeit für Führung, ist diese zum Scheitern verurteilt. Und dabei sind eben Genannte nicht einmal immer selbst schuld daran. Auch, wenn manche in die Verantwortung hineingerutscht sind oder geschoben wurden und sich fachlich tatsächlich schwertun. Von oben wird vielmehr oft entschieden, dass Führung doch kein Fulltime-Job ist! Abteilungsleiter sind wie selbstverständlich ins operative Tagesgeschäft eingebunden. Nebenbei wird dann ein neuer Mitarbeiter begrüßt, auf die Schnelle eine neue Stellenbeschreibung formuliert, ein Social-Media-Post erstellt und ein Rückkehrgespräch nach einer längeren Krankheitsphase geführt.

Alles nur mal eben zwischen Tür und Angel – und anderen vermeintlich wichtigen Aufgaben. Dabei gibt es nichts Wichtigeres als Führung! Gerade dort ist soziale Kompetenz wesentlicher als Fachkompetenz. Ein Problem, wenn ehemals fachlich gute Mitarbeitende „aus dem stillen Kämmerlein“ plötzlich eine leitende Position übernehmen, gesprächig und nach außen aktiv und initiativ sein sollen. Führungskräfte wissen sehr wohl, dass die sogenannte Software (Menschen) vermeintliche Defizite in der Hardware (Unternehmen, Vertrieb u.a.) bestens ausgleichen kann. Aber wie dieses Potenzial – nebenbei – bei allen Mitarbeitenden wecken?

Loyalität contra Wechselwilligkeit

Sowohl Kund*innen- als auch Mitarbeitendenbindung sieht heute anders aus. Und vielleicht bringt es in Zukunft gar nicht mehr viel, diese Bindung überhaupt anzustreben. Viel schöner ist es doch, wenn jemand freiwillig und gern bleibt! Diese Lust auf Nähe oder besser menschliche Begegnungen tun gerade nach Social Distancing und in einem zunehmend digitalen Umfeld uns allen gut. Und geben Sicherheit. Ob im Vertrieb oder in der Führung ist dafür die Abkehr vom bisherigen Denken und gewohnten Verhaltensmustern gefragt. Eine hohe Anpassungsfähigkeit in der Leitung führt zu einer hohen Identifikation und emotionalen Verbundenheit der Mitarbeitenden. Deren Engagement und Freude am Tun spiegelt sich beispielsweise in einer positiven Mundpropaganda wider – ideal, um aus dem Umfeld neue Mitarbeitende zu gewinnen und zugleich Partner*innen und Kund*innen des Unternehmens zu begeistern. Loyalität in jeder Beziehung: Mitarbeitende – Unternehmen (und umgekehrt), Kund*innen – Unternehmen (und umgekehrt), zahlt sich für alle aus und ist der beste Garant für einen dauerhaften und guten Zusammenhalt.

Dabei zeigt sich diese Loyalität vor allem dann, wenn es einmal eng wird: Eine persönliche Krise das Miteinander bzw. Führen und Geführtwerden schwierig macht. Oder Verzögerungen in der Lieferkette einem Kunden in seinem eigenen Fortkommen Probleme bereitet. Loyalität ist in unserer Arbeitswelt nicht mehr selbstverständlich. Unzählige befristete Arbeitsverträge, unbezahlte Praktika bis hin zu Massenentlassungen, die vermeidbar gewesen wären, aber den Unternehmensgewinn und/oder die Entlohnung der Manager*innen geschmält hätten, hat nicht unbedingt zur Verbundenheit der Mitarbeitenden beigetragen bzw. das Vertrauen der Öffentlichkeit gestärkt. Blieb man früher seiner Firma ein Leben lang – oft von der Ausbildung bis zur Rente – treu, zahlt sich heute eine gewisse Vielfalt im Lebenslauf positiv aus. Auch wenn manche Mitarbeitende ihr Unternehmen nur deshalb verlassen, weil sich keine Entwicklungsmöglichkeiten ergeben, man sich irgendwie nur als Nummer fühlt und – ein ganz entscheidender Punkt – keine Wertschätzung erfährt. Und genau dafür sind nun einmal Chefs und Führungskräfte verantwortlich. Man kann es gar nicht oft genug betonen: Menschen kommen motiviert in ein Unternehmen und verlassen frustriert ihre Führungskraft.

Zum Glück verfügen die meisten Menschen über ein hohes Maß an Resilienz. Dieses Potenzial macht es möglich, unsere innere Stabilität – trotz widriger Führung und wenig verkaufsförderlicher Anbieter*innen – immer wieder herzustellen. Kund*innen und Mitarbeitende haben bewiesen, dass sie fähig sind, sich zu verändern und sich dynamisch an neue Umstände und Gegebenheiten anzupassen. Ob Unternehmen das auch können, sich zwischen Digitalisierung, Agilität und New Work neu und servicestark – sowohl Richtung Mitarbeitende als auch gegenüber Kund*innen – zu erfinden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Die Autorin Maja Schneider, Expertin für Mitarbeiter- und Kundenbegeisterung, unterstützt ihre Kund*innen dabei, Führung und Service im Unternehmen zu durchleuchten und auf das nächste Level zu heben.

E-Commerce: reichlich Potenzial für neue Gründungen

Das Kaufhaus steckt bereits heute in der Hosentasche. Auch in den kommenden Jahren wird der E-Commerce überdurchschnittlich wachsen. Das bietet selbst in herausfordernden Zeiten weitere Chancen für innovative Gründer*innen.

Die Kundinnen und Kunden von heute – ganz gleich, ob aus der Generation X, Y oder Z – erwarten alles, jederzeit, überall, mit jedem smarten Device und einer Vielzahl an Zahlungsoptionen. Darauf müssen Händlerinnen und Händler reagieren. Im Jahr 2021 wurden bereits mehr als die Hälfte der Online-Umsätze mobil über Smartphones generiert, meldete jüngst der Handelsverband Deutschland. Vor allem modern denkende Anbieter sowie findige Start-ups liegen dabei in der Gunst der Kundinnen und Kunden vorn, wenn sie die Interessen konsequent in den Fokus ihres Handelns rücken. „Customer Centricity“ nennt sich das Neudeutsch – früher einmal als „Der Kunde ist König“ bekannt.

Geschäftserfolg steht und fällt mit der „Customer Centricity“

„Customer Centricity“ steht für ein ganzheitliches Denken. Es geht darum, dass bei jeder Entscheidung, bei jeder Aktivität immer zuerst aus dem Kundenblickwinkel gedacht und agiert werden muss. Alles, was ein Unternehmen durchführt und plant, alle Daten, die es sammelt und in Echtzeit ausspielt, muss für die Kund*innen nützlich sein.

Beispielhaft gut gelingt das etablierten Unternehmen wie Lands‘ End: Die Firma mit Heimat USA gilt als einer der Vorreiter beim E-Commerce, ging nur wenige Wochen nach Amazon mit einem eigenen Mode-Webshop in den Neunzigerjahren an den Markt und erzielt heute rund 90 Prozent seiner Umsätze im Online-Geschäft. Eines der Erfolgsrezepte von Lands‘ End, neben der konsequenten Kundenorientierung, ist die transparente Führung der Kund*innen des Onlineshops: Wie komme ich effizient zu dem Produkt, das ich wirklich sehen möchte? Wie werde ich clever auf weitere Produkte aufmerksam?

Große Player können von Start-ups eine Menge lernen

Gleichwohl kann sich auch ein etabliertes Unternehmen wie Lands‘ End, das mit klassisch gedruckten Produktkatalogen groß geworden ist, eine Menge von manchen Start-ups abschauen, die mit technischer Finesse, cleveren Einbettungen in die viralen, sozialen Medien und smarten Produkten den Handelsmarkt revolutionieren.

Eines davon ist HEAT MVMNT, gesprochen: „Heat Movement“. Gegründet wurde das Unternehmen Anfang 2018. Heute verzeichnet die Smartphone-Sneaker-App von HEAT MVMNT bereits knapp fünf Millionen Nutzer*innen weltweit. Tag für Tag kommen rund 5.000 neue Nutzerinnen und Nutzer der App dazu. Ein Team von 15 Mitarbeitenden pflegt die App, die Website und kümmert sich um die Social-Media-Kanäle inklusive Community Management.

Die zwei Gründer, Henning Staudt und Anton Gartner, haben das Unternehmen noch als Studenten gegründet. Bereits damals waren sie eingefleischte Sneakers-Fans und verdienten sich ihren Lebensunterhalt mit Nebenjobs, als Sneaker-Verkäufer. Als Erstes eröffneten sie eine Instagram-Seite mit dem Namen „heat.mvmnt“. Dort fanden Sneaker-Liebhaber tolle Anregungen für ihren nächsten Kauf und starke Fotos zu neuesten Trends, bei den beliebten Turnschuhen. Bei der Namensfindung kam es darauf an das Thema Sneakers aufzugreifen, aber auch den Community-Gedanken beizubehalten.

Eigene Produkte verkaufen – oder Informationen aggregieren

Es gibt Unternehmen, die eigene Produkte verkaufen wie Lands‘ End. Und Start-ups wie HEAT MVMNT, die es sich zur Aufgabe machen, Informationen zu einem ganz speziellen Thema zu sammeln, zu sortieren und weiterzugeben. Auf der Plattform oder über die App können Endverbraucher zwar nicht direkt ihren Traum-Sneaker kaufen, bekommen aber alle wichtigen Informationen, gut verpackt und übersichtlich.

Die zwei Gründer erklären das Konzept ihres Unternehmens gern so: „Wir vermitteln Sneaker fast so wie ein Versicherungsmakler. Diesem gehört nicht das gesamte Versicherungsunternehmen, er verkauft nur die Produkte der Versicherung, wofür er eine Provision erhält. Bei uns kann man die Sneaker nicht direkt bestellen, sondern man findet alle Informationen zu Sneakers in unserer App oder auf unserer Website. Wenn man einen Sneaker bei uns anklickt, wird man weitergeleitet zu einem Shop, bei dem man diesen dann bestellen kann.“

Bei den Sneakers fokussiert sich HEAT MVMNT fast ausschließlich auf limitierte Modelle, die es nur sehr selten gibt und die auch nur in ganz wenigen Shops erhältlich sind, noch dazu zeitlich begrenzt.

2023: große Ziele für das Geburtsland der Sneakers

HEAT MVMNT liefert alle wichtigen Informationen auf einen Blick und aus einer Hand. Das Start-up stellt zudem einen Release-Kalender zur Verfügung, in dem sämtliche Termine aufgelistet sind. Die HEAT MVMNT App ist heute in neun Ländern vertreten, das große Ziel für 2023 ist die Etablierung der App in den USA – im Geburtsland der Sneaker.

Mittlerweile arbeitet das Start-up mit Sitz im rheinland-pfälzischen Neustadt auf 170 Quadratmetern Bürofläche mit 13 Mitarbeitenden, weitere Kolleginnen und Kollegen unterstützen dauerhaft aus dem Homeoffice. Ende 2022 werden weitere 150 Quadratmeter an Bürofläche hinzukommen. Diese wird unter anderem für die Lagerung von „HEAT MVMNT Sneaker-Essentials“ benötigt. Dabei handelt es sich um unternehmenseigene Produkte, die mit wachsendem Erfolg über einen eigenen Onlineshop verkauft werden.

Das Beispiel HEAT MVMNT beweist gleich dreierlei: Auch im schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld können pfiffige Start-ups mit der richtigen Idee durchstarten. Zweitens: Besonders im E-Commerce gibt es mit der passenden Geschäftsidee zur richtigen Zeit noch eine Menge zu gewinnen. Und drittens: Customer Centricity ist das A und O für den Erfolg eines Business Case.

IT-Sicherheitsgesetz 2.0: Diese Neuerungen sollten Gründer*innen und Start-ups kennen

Das Thema IT-Sicherheit ist in aller Munde. Mit dem neuen IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG 2.0) hat der Gesetzgeber die Anforderungen an deutsche Unternehmen erhöht. Aber was bedeutet das eigentlich für Gründer*innen und Start-ups?

Welche Aufgaben hat das IT-Sicherheitsgesetz?

Das „Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme“, kurz: IT-Sicherheitsgesetz, regelt die Sicherheit „kritischer Infrastrukturen“ (KRITIS) bereits seit 2015. Es legt die Aufgaben und Pflichten des Staates und der Betreiber solcher Einrichtungen und Organisationen fest, die für das staatliche Gemeinwesen eine besondere Bedeutung haben. Funktionieren sie nicht richtig oder fallen gar aus, käme es zu Störungen der öffentlichen Sicherheit, gravierenden Versorgungsengpässen und anderen dramatischen Auswirkungen.

Zu den KRITIS gehören folgende Sektoren:

  1. Staat und Verwaltung
  2. Wasserversorgung
  3. Gesundheit
  4. Ernährung
  5. Energie
  6. Telekommunikation und Informationstechnik
  7. Versicherungs- und Finanzwesen
  8. Kultur und Medien
  9. Transport und Verkehr

Der Nachfolger des IT-Sicherheitsgesetzes (IT-SiG) ist das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 (IT-SiG 2.0). Dieses ist seit Mai 2021 gültig. Das Gesetz umfasst mehr Bereiche, räumt dem Staat zusätzliche Befugnisse ein und beinhaltet für die KRITIS-Betreiber noch mehr Pflichten.

Überarbeitung des IT-Sicherheitsgesetzes aufgrund zunehmender Cyberkriminalität

Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst auch die Bedrohung durch Cyber-Angriffe. So geht etwa aus einem Bericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik hervor, dass im Jahr 2021 mehr als 144 Millionen neue Schadprogramme hervorgebracht wurden. Und dies ist nur die Summe eines einzigen Jahres. Dabei konzentrieren sich die Angreifer weniger auf private Personen, sondern vor allem auf öffentliche Einrichtungen und Unternehmen. Ein erfolgreich durchgeführter Angriff kann hier schnell zum Stillstand führen und stellt deshalb eine deutliche und existenzbedrohende Gefahr dar.

Sind Einrichtungen betroffen, die eine große Rolle für das Funktionieren des Gemeinwesens spielen, können derartige Angriffe wie erwähnt fatale Folgen haben. Aus diesem Grund sind insbesondere die Betreiber dieser „kritischen Infrastrukturen“ (KRITIS) nach dem Sicherheitsgesetz verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um innerhalb des Unternehmens für eine maximale IT-Sicherheit zu sorgen und Cyber-Attacken zu verhindern.

Das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 (IT-SiG 2.0) verschärft diese Pflichten noch einmal deutlich. So müssen die KRITIS-Unternehmen spätestens ab dem 1. Mai 2023 ergänzend spezielle Angriffserkennungssysteme vorhalten. Die Systeme sollen kontinuierlich Merkmale und Parameter aus den Betriebsprozessen erfassen und auswerten. Sie sollten in der Lage sein, mögliche Bedrohungen zu erkennen, zu vermeiden und Beseitigungsmaßnahmen für Störungen vorzusehen.

Wen betrifft das IT-Sicherheitsgesetz 2.0?

Wer sich selbstständig machen und ein Unternehmen gründen möchte, sollte wissen, welche Branchen zu den „kritischen Infrastrukturen“ (KRITIS) zählen. Dabei handelt es sich um Anlagen und Einrichtungen bestimmter Bereiche wie zum Beispiel Ernährung, Wasser, Gesundheit oder Energie, die für die Sicherung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung eine besondere Bedeutung haben.

Wie erwähnt, sind die Betreiber solcher „kritischen Infrastrukturen“ nach dem IT-Sicherheitsgesetz 2.0 dazu verpflichtet, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um sich und ihre informationstechnischen Systeme gegen Cyber-Angriffe zu schützen. Die Unternehmen müssen dem BSI gegenüber selbsttätig nachweisen, dass sie alle Anforderungen erfüllen. Aber auch die Behörde darf prüfen, ob die KRITIS-Betreiber ihren Pflichten nachkommen. Bei Verstößen müssen diese mit sehr hohen Bußgeldern im Millionenbereich rechnen.

Die zu treffenden Maßnahmen sollen laut IT-Sicherheitsgesetz 2.0 „dem Stand der Technik“ entsprechen und „angemessen“ sein. Um die notwendigen Maßnahmen näher zu bestimmen, können sich KRITIS-Betreiber zum einen an den sogenannten branchenspezifischen Sicherheitsstandards orientieren, die jeweils nur für einen bestimmten Sektor gelten (etwa Ernährung, Wasser oder Energie). Darüber hinaus stellt das BSI einen Anforderungskatalog mit allgemeingültigen Anforderungen zur Verfügung, in dem es die jeweiligen Sicherheitsvorkehrungen erklärt.

Erweiterung um weitere Bereiche

Neben den Unternehmen der KRITIS sind inzwischen außerdem Betriebe aus anderen Bereichen vom IT-Sicherheitsgesetz 2.0 betroffen. Nunmehr zählen auch Entsorger zur kritischen Infrastruktur und müssen sich an die entsprechenden Aufgaben und Pflichten des IT-SiG 2.0 halten.

Des Weiteren sind besondere Pflichten für „Unternehmen im besonderen öffentlichen Interesse“ hinzugekommen. Diese sind im § 2 Absatz 14 BSIG definiert. Hierunter fallen

  • Unternehmen aus dem Bereich der Munitions-, Waffen- oder Rüstungsproduktion sowie Hersteller von Waren, die IT-Sicherheitsfunktionen zur Verarbeitung von Verschluss produzieren (§ 2 Absatz 14 Nr. 1 BSIG),
  • große Unternehmen, die für die Volkswirtschaft Deutschlands von erheblicher Bedeutung sind (§ 2 Absatz 14 Nr. 2 BSIG) sowie
  • nach § 2 Absatz 14 Nr. 3 BSIG außerdem Betreiber „eines Betriebsbereichs der oberen Klasse im Sinne der Störfall-Verordnung“.

Der Staat hat den Anwendungsbereich damit deutlich ausgeweitet. Die Regelung betrifft nun generell alle Firmen ab einer bestimmten Wichtigkeit für die hiesige Volkswirtschaft. Auch Unternehmen, die sich keinem der im BSI-Gesetz (unter § 2 Absatz 10 BSIG) genannten Sektoren zuordnen lassen, sollten deshalb prüfen, ob sich aufgrund des IT-Sicherheitsgesetzes 2.0 für sie entsprechende Pflichten ergeben.

Führen mit Sinn, Motivation und Durchsetzungskraft

Wie Sie als Chef die drei zentralen Führungskräfte Sinn, Motivation und Durchsetzung wirkungsvoll in Ihrem Start-up einsetzen.

Sie haben erste Mitarbeiter eingestellt. Es läuft soweit alles ganz gut. Aber Sie merken, dass Ihre Mitarbeiter teilweise nicht mehr ganz so agieren, wie Sie das eigentlich wollen. Und die Erkenntnis beginnt an Ihnen zu nagen, dass sich viele delegierte Aufgaben doch nicht mehr so wie vielleicht anfangs möglich „von alleine“ erledigen lassen. All das sind klassische Themen, mit denen sich jede Führungskraft - unabhängig von der Unternehmensgröße - früher oder später auseinandersetzen muss.

Es gilt: Womit auch immer Sie als Führungskraft unzufrieden sind: Es ist Ihre Hauptverantwortung, das Ruder umzureißen und dafür zu sorgen, dass Ihre Mitarbeiter motiviert sind und Top-Leistungen abliefern. Aber Wie gelingt das?

Nr. 1 der typischen Antworten ist es, den Mitarbeitern rational von dem eigenen Vorhaben zu überzeugen und auf diese Weise sinnstiftend zu führen. Mit anderen Worten: Stellen Sie den Sinn des Ganzen in den Vordergrund. Andererseits ist Führung aber niemals rein rational. Emotionen sind fast immer dabei. Dies spielt vor allem dann eine Rolle, wenn Sie bei Ihren Mitarbeitern alleine mit Überzeugung bzw. Sinnargumenten nicht die gewünschten Arbeitsergebnisse erreichen.

Als zweite Führungskraft ist an dieser Stelle daher die Motivation zu nennen. Hierbei geht es im Wesentlichen darum, die Wünsche, Ziele und Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter zu verstehen und darauf basierend zu führen. Natürlich besteht zwischen Ihren Mitarbeitern und Ihnen letztlich auch ein Machtverhältnis. Es wäre völlig unangebracht, darüber hinwegzusehen. Sie sind es, der den Mitarbeiter z.B. durch Druck in eine unangenehme Lage versetzen kann.

Am Ende des Artikels werden wir uns daher anschauen, wie Sie die gewünschte Arbeitsleistung im Notfall auch aufgrund Ihres Machtverhältnisses dem Mitarbeiter gegenüber durchsetzen können.

Führen durch Sinnstiftung

Wenn Sie durch Sinnstiftung führen wollen, müssen Sie dazu in der Lage sein, eine bildhafte Unternehmensvision zu entwickeln. Wichtig ist, dass Sie diese für Ihre Mitarbeiter gut nachvollziehbar begründen können. Sicherlich werden Sie relativ schnell an Ihre Grenzen gelangen, wenn Sie Ihren Mitarbeitern das Ziel von 15 Prozent Umsatzwachstum als Sinn ihrer gemeinsamen Arbeit verkaufen wollen. Wenn Sie dies dann noch damit begründen, dass Sie dies mit Ihren Investoren vereinbart haben, werden Sie regelmäßig Gefahr laufen, anstelle von motivierten Mitarbeitern gehorchende Söldner produziert zu haben. Besonders gefährlich hieran ist, dass dies meist erst zeitversetzt deutlich wird.

Aber wie macht man es besser? Ein guter Anknüpfungspunkt ist die  Entwicklung einer greifbaren Unternehmensvision, wie z.B. der kundenfreundlichste Online-Versandhandel sein zu wollen oder das innovativste Produkt Ihrer Branche herzustellen. Achten Sie dabei aber auch darauf, Ihre Unternehmensvision gut zu begründen. Versetzen Sie sich hierfür in die Perspektive Ihrer Mitarbeiter. Stellen Sie sich immer die Frage, was der Mitarbeiter davon haben könnte.

Nutzen Sie hierfür am besten leicht einprägsame Geschichten. So könnten Sie z.B. das Ziel, der kundenfreundlichste Online-Versandhandel sein zu wollen, damit begründen, dass Sie selbst einmal Opfer unzureichender Kundenfreundlichkeit geworden sind. Ich weiß gar nicht, ob die Geschichten immer hundertprozentig wahr sein müssen. Viel wichtiger ist, dass Ihre Unternehmensvision leicht einprägsam ist. Sie sagen nun vielleicht, Sie sind nicht der beste Geschichtenerzähler. Glaube ich nicht. Denn das kann man üben, genauso wie alles andere auch. Und je öfter sie Ihre Unternehmensvision erzählt haben, desto einfacher wird es Ihnen mit der Zeit fallen, Ihre Mitarbeiter für Ihre gemeinsame Sache zu begeistern.

Führen durch Motivation

Was machen Sie aber, wenn Sie den Mitarbeiter nicht alleine durch das Große und Ganze zu Höchstleistung motiviert bekommen? Was, wenn die eigene Aufgabe an sich vielleicht nicht sinnstiftend, aber dennoch sehr wohl notwendig ist. In solchen Fällen müssen Sie unabhängig vom Sinn mit Motivation führen. Auch hierfür gibt es wieder mehrere Ansatzpunkte.

Zunächst einmal sollten Sie sich näher mit Ihren Mitarbeitern beschäftigen. Was wollen Ihre Mitarbeiter erreichen? Was brauchen Ihre Mitarbeiter, um glücklich zu sein? Braucht Ihr Mitarbeiter z.B. Sicherheit und Ordnung? Dann versorgen Sie ihn mit Aufgaben, die in gewisser Form vorstrukturiert sind. Solche Mitarbeiter freuen  sich vor allem über sich wiederholende Aufgaben, die sie von Mal zu Mal in besserer Qualität abliefern können. Oder aber legt Ihr Mitarbeiter Wert auf Anerkennung und Status? Achten Sie in dem Fall darauf, die Arbeitsergebnisse ausreichend wertzuschätzen. Loben Sie ihn in Teammeetings. Oder geben Sie ihm eine wertschätzende Funktionsbezeichnung. Legt der Mitarbeiter Wert auf eine gute Stimmung im Team oder auf Teamarbeit?

Dann achten Sie auf Aufgaben, die sich für eine gemeinschaftliche Bearbeitung eignen. In solchen Fällen ist es wichtig, dass die Mitarbeiter gemeinschaftliche Erfolgserlebnisse haben. Es gibt aber auch Mitarbeiter, die gerne neue Dinge dazulernen wollen. Für solche Personen eignen sich vor allem Aufgaben mit Projektcharakter. Letztlich gibt es aber auch Mitarbeiter, die nach Freiheit und Autonomie streben. Versorgen Sie diese Mitarbeiter wenn möglich mit Aufgaben, die viel Raum für die eigene Gestaltungsfreiheit lassen.

Insbesondere in der Start-up-Phase wird es Ihnen nicht immer gelingen, Ihrem Mitarbeiter nur Aufgaben zur Verfügung zu stellen, die seinen Bedürfnissen entsprechen. An diese Stelle treten dann Prämien, Belohnungen oder aber Entschädigungen. Nun darf man als Führungskraft natürlich auch nicht den Fehler machen, jede einzelne Aufgabe auf Ihren Fit hin zu diskutieren und mit einer gesonderten monetären Entschädigung zu vergüten. Dennoch, das monatliche Gehalt und der jährliche Bonus haben eine motivierende Komponente und können Entschädigung für ungeliebte Aufgaben sein.

Ein dritter wirkungsvoller Ansatzpunkt für Motivation kann auch die erlebte Gemeinschaft sein. Wir Menschen sind soziale Wesen. Schon in der Schule lernen Kinder besser, wenn Sie es gern und mit anderen Kindern zusammen tun. Das gleiche gilt auch für das Arbeitsleben. Achten Sie daher auf  einen guten Teamspirit, eine angenehme Arbeitsatmosphäre, gute Beziehungen zu und unter den Mitarbeitern. Jeder kommt lieber zu Arbeit, wenn es dort etwas Interessantes zu erleben gibt. Veranstalten Sie daher von Zeit zu Zeit attraktive Veranstaltungen für Ihre Mitarbeiter. Setzen Sie hierfür aber nicht an Ihren eigenen Vorlieben, sondern an Ihren gemeinsamen an.

Führen durch Durchsetzung

Was machen Sie aber, wenn Sie weder mit Sinn noch mit Motivation weiterkommen? Dann sind Sie gezwungen, die Arbeitsleistungen bei Ihren Mitarbeitern durchzusetzen. Möglichkeiten zur Durchsetzung sind die Druckausübung bis hin zur Androhung der Kündigung. Bevor wir uns diese einzelnen Eskalationsstufen genauer ansehen, beachten Sie aber bitte, dass jegliche Form der Machtausübung auch immer einen negativen Einfluss auf die Beziehung zu Ihrem Mitarbeiter haben kann.  Sehen Sie die Durchsetzung daher bitte als letzte Möglichkeit an.

Was können Sie jetzt aber konkret tun? Zunächst bietet es sich an, die Spannung zu erhöhen. Steigern Sie Ihre Präsenz als Führungskraft. Gehen Sie öfters mal am Arbeitsplatz des Mitarbeiters vorbei und fragen Sie, woran Ihr Mitarbeiter gerade arbeitet und wie er vorankommt. Lassen Sie sich Arbeitsergebnisse oder Zwischenergebnisse zeigen. Reagieren Sie in jedem Fall schnell auf Fehler. Geben Sie ein direktes Feedback mit einer konkreten Aufforderung zur Verbesserung und ggf. Verbesserungsvorschlägen. Sprechen Sie Ihre Kritik in jedem Fall deutlich und explizit an.

Wenn das nicht hilft und die Schlechtleistung länger anhält, müssen Sie in die nächste Stufe der Eskalation gehen – die krisenhafte Stimmung. Lassen Sie Ihren Mitarbeiter wissen, dass Sie mit den Ergebnissen und der Art und Weise der Arbeitserledigung nicht zufrieden sind. Zeigen Sie Ihrem Mitarbeiter auf, dass Sie das langfristig sanktionieren müssen und Konsequenzen folgen könnten. Sollte dies auch nichts gebracht haben, folgen in der nächsten Phase konkrete Maßnahmen, die das Verhalten Ihres Mitarbeiters verändern sollen. Dies kann z.B. ein konkreter Schulungsplan sein, damit die Person in ihrem Arbeitsfeld besser wird. Machen Sie Ihrem Mitarbeiter aber klar, dass Sie schon seit längerem unzufrieden mit der Leistung ihrer Mitarbeiter sind und dass diese konkreten Maßnahmen die Konsequenzen dieser Entwicklung sind.

Die letzte Phase ist dann eine Veränderung der Beziehung oder gar der Abbruch bzw. die Kündigung. Oftmals kommt es zunächst zu einer Veränderung des Aufgabenbereiches bzw. zu einer Versetzung der Person in ein anderes Team. Wenn sich keine andere Aufgabe für den Mitarbeiter findet, kann als Ultima Ratio nur die Kündigung herbeigeführt werden.


Auf einen Blick

  • Um mit Sinn zu führen, erarbeiten Sie sich am besten eine einfach zu erklärende Unternehmensvision. Überlegen Sie sich hierfür eine einprägsame Geschichte, die Sie in jeder Situation nutzen können.  
  • Per Motivation zu besseren Leistungen: Beschäftigen Sie sich mit den Vorstellungen und Zielen Ihrer Mitarbeiter und geben Sie Ihnen, wenn möglich, ein passendes Aufgabenangebot. Zudem können Sie mit Belohnungen arbeiten. Und achten Sie auf eine gute Arbeitsatmosphäre und eine gute Beziehung zu und zwischen Ihren Mitarbeiten.
  • Wenn weder Sinn noch Motivation helfen, müssen Sie die notwendige Arbeitsleistung bei Ihren Mitarbeitern durchsetzen. Erhöhen Sie hierfür in Einzelfällen zunächst die Präsenz. Sollte die Arbeitsleistung über längere Zeit schlecht sein, erarbeiten Sie konkrete Maßnahmenpläne. Wenn dies auch nicht hilft, sind Sie gezwungen, konkrete Schritte bis hin zur Kündigung einzuleiten.


Der vorliegende Artikel ist auf Basis der Lektüre des Buches "Psychologie der Menschenführung: Wie Sie Führungsstärke und Autorität entwickeln" von Michael Paschen und Erich Dihsmaier entstanden, auf das für ein tieferes Verständnis an dieser Stelle verwiesen wird.

Der Autor, Dr. Nils Middelberg, ist u.a. Lehrbeauftragter am Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum an der Universität Hohenheim.

Full-Service-eCommerce Plattformen

Sinnvolle Tools für mehr Erfolg im Online-Handel.

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie erlebt der Bereich eCommerce einen Bedeutungszuwachs, der Offline-Handel mit seinem Konzept stationärer Ladengeschäfte hingegen hat den Kampf um Marktanteile inzwischen so gut wie verloren. Immer mehr eCommerce-Brands suchen nach Möglichkeiten, ihre Performance weiter zu optimieren und setzen verstärkt auf die Tools sogenannter Full-Service-eCommerce Plattformen.

Prognosen sehen rapide Umsatzzuwächse im eCommerce

Durch den Fortschritt bei der Digitalisierung, den zunehmenden Grad an Automatisierung und auch aufgrund der Corona-Krise mit all ihren Beschränkungen konnte der Online-Handel in den letzten beiden Jahren enorme Umsatzzuwächse verzeichnen. Wurden im Jahr 2021 im B2C-eCommerce in Deutschland insgesamt 86,7 Milliarden Euro umgesetzt, was einer Steigerung um 19 Prozent zu 2020 entspricht, erwarten Experten für 2022 einen Gesamtumsatz von ca. 126,2 Milliarden Euro. Für 2025 prognostizieren sie etwa 168,5 Milliarden Euro. Auch hinsichtlich der Nutzerzahlen (ca. 68,4 Millionen), der sogenannten Penetrationsrate (81,9 Prozent) sowie dem Erlös pro Nutzer (etwa 1.880 Euro) sind die Prognosen für 2025 beeindruckend.

Solche Zahlen, aber auch der immer dichtere Wettbewerb und der komplexere eCommerce-Markt veranlassen immer mehr eCommerce-Brands dazu, nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Für sie stellt sich die Frage, wie sie sich noch erfolgreicher aufstellen, das eigene Brand noch mehr von Mitbewerbern abheben und ihren Kunden noch bessere Services bieten können. Genau hier setzen Full-Service-eCommerce Plattformen mit ihren Tools zur Kontrolle und Überwachung der wichtigsten Kennzahlen an.

Tools einer Full-Service-eCommerce Plattform unterstützen bei der Skalierung

Wer bereits über eine eCommerce-Brand verfügt, der steht in einem immer komplexer und größer werdenden Markt immensen Herausforderungen gegenüber. Es gilt nicht nur, die erarbeitete Marktposition zu halten, sondern sie im Idealfall noch zu verbessern. Zudem stellen Kundinnen und Kunden immer neue Anforderungen an die Website eines Online-Shops. Alles soll möglichst sicher sein (Stichwort Kundendaten), schnell gehen und dabei unkompliziert bleiben. Um die Anforderungen zu erfüllen, bieten Full-Service-eCommerce Plattformen wie das im Jahr 2016 gegründete Osnabrücker Start-up AMZSCALE verschiedene Tools, die ein eCommerce-Brand entweder einzeln nutzen oder im Rahmen eines Gesamtpakets verwenden kann.

Die Kosten und der Umsatz sind zwei wichtige Kennzahlen für jedes Unternehmen. Durch die Nutzung spezieller Tools lässt sich beispielsweise eine Senkung der Logistikkosten um 25 Prozent realisieren. Zudem können sie dabei helfen einen zusätzlichen Umsatz von bis zu 40 Prozent zu generieren, was vor allem durch eine Internationalisierung und die EU-Expansion funktioniert. Darüber hinaus sorgen Tools für die Verhinderung von “Out-of-Stock”-Produkten, wodurch sich der realisierte Profit um 20 Prozent steigern lässt.

Dashboards sorgen für Überwachung und Darstellung wichtiger KPI’s

Wer seine eCommerce-Brand erfolgreich am Markt behaupten und weiter erfolgreich wachsen möchte, der muss seine wichtigsten KPI’s (Key Performance Indicator) im Blick behalten, sie möglichst effizient steuern und bei Bedarf an neue Situationen anpassen. Full-Service-eCommerce Plattformen, beispielsweise AMZSCALE, bieten hier mittels technisch ausgereifter Dashboards die Möglichkeit, diese Leistungskennzahlen ständig zu überwachen, z B. die Anzahl der Orders, Produkt- und Werbungskosten (Product & Advertising costs), Erstattungskosten (Reimbursement costs), Kredite (credits) für Rabatte, defekte Produkte usw. oder Steuern (sales tax).

Die wichtigsten Tools einer Full-Service-eCommerce Plattform sind neben dem eben genannten Profit-Dashboard auch Tools für PPC-Management, Order-Management, Rückerstattungen, Logistik, Compliance-Check und Qualitätsmanagement. Auch ein OEM-Zugang für die automatische Erstellung von Komplementärprodukten zum Zweck der Portfolio-Erweiterung und Produktdiversifizierung steht zur Verfügung.

Anhand dieser Tools und den durch sie gewonnenen Kennzahlen lassen sich sämtliche Geschäftsabläufe nicht nur kontrollieren. Man kann auch gegensteuern, sobald einzelne Kennzahlen vom Standard abweichen und so nahende oder schon vorhandene Problemstellungen signalisieren. Die Unterstützung durch einzelne Tools oder sogar ein Gesamtpaket einer Full-Service-eCommerce Plattform ist vor allem für Start-ups eine Lösung, denn sie sind mit ihrer Brand noch neu am Markt, was zu hausgemachten Fehlern und daraus resultierenden Problemen hinsichtlich der erfolgreichen Entwicklung und Platzierung der Marke führen kann.

Cybercrime: Was Gründer*innen wissen müssen und tun sollten

So können sich Start-ups gegen die digitale Gefahr schützen.

Wann immer sich in der Weltgeschichte ein neues Themenfeld auftat, machten sich Kriminelle bereits frühzeitig daran, es für sich zu entdecken und sich anzupassen. Unsere moderne digitale (Geschäfts-)Welt stellt hierbei keine Ausnahme dar. Schon, als das Internet lediglich eine Idee war und es nur firmen- und regierungsinterne Netzwerke gab, drangen bereits Personen illegal ein – sei es aus Vergnügen, krimineller Energie oder als Handlangertätigkeit großer Geheimdienste.

Doch nicht zuletzt aufgrund der mittlerweile extremen Bedeutung des Digitalen für sämtliche Lebens- und Wirtschaftsbereiche und äußerst vielfältiger Angriffsvektoren können viele Kriminelle heute so trickreich vorgehen, dass selbst Sicherheitsexperten Mühe haben, den ständig neuen Maschen zu folgen. Gründer*innen haben es diesbezüglich besonders schwer – dürfen aber keine Nachlässigkeit zeigen, denn es geht buchstäblich um alles.

1. Cybercrime: Ein Blick auf den Stand der Dinge

Cybercrime ist einer jener Dachbegriffe, unter denen sich viele Ausprägungen verbergen. Das BKA als in Deutschland wichtigste damit befasste Strafverfolgungsbehörde definiert diese Kriminalität folgendermaßen:

  • Cybercrime im engeren Sinne (Straftaten, die sich gegen das Internet, Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten) und
  • Cybercrime im weiteren Sinne (Straftaten, die mittels Informationstechnik begangen werden)“

Verschiedene Thinktanks schätzen den weltweiten Schaden durch Cybercrime im Jahr 2021 auf 6 Billionen (Trillion) US-Dollar. Zum Vergleich: Der gesamte weltweite Handel mit illegalen Drogen wird auf einen Marktwert von ungefähr 400 Milliarden Dollar geschätzt. Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands liegt bei 3,8 Billionen, dasjenige der USA bei 20,9.

Wann immer also digitale Informationstechnik irgendwie in eine Straftat involviert ist, spricht man bereits von Cybercrime. Daher ist das Eindringen in ein Firmennetzwerk zum Zweck des Diebstahls von Betriebsgeheimnissen ebenso Cybercrime wie etwa der Betrieb einer Darknet-Plattform, um illegale physische Güter zu verkaufen.

Dazu einige Zahlen, die verdeutlichen, wie dramatisch die Lage heutzutage aussieht.

2007 gab es in Deutschland lediglich 34.180 polizeilich erfasste Fälle von Cybercrime im engeren Sinn; 2021 war die Zahl auf 124.137 angeschwollen. Im selben Jahr betrug die Aufklärungsquote keine 30 Prozent – bei Mord waren es 94,2 Prozent. Zwischen 2019 und 2021 stieg die Zahl von Angriffen hierzulande um ganze 358 Prozent an; Grund dafür war unter anderem die im Zuge der Pandemie stark gestiegene Bedeutung des Home-Office. 86 Prozent aller Unternehmen vermeldeten Schäden mit einer Rekordsumme von 223 Milliarden Euro – wie gesagt, nur in Deutschland und nur auf Unternehmen bezogen. Was die Opferzahlen anbelangt, gehen die Werte weltweit ebenfalls in die Millionen. Indien, als Rekordhalter, vermeldete für 2021 133,5 Millionen Personen, die Opfer von Cybercrime wurden. In den USA waren es 117,9 Millionen, in Brasilien 71,1 und in Deutschland immerhin 17,7 – bei einer Bevölkerung von zirka 83 Millionen.

Mit dem Start-up smart in die Zukunft

Warum es für Start-up-Gründer*innen enorm wichtig ist, vom ersten Tag an moderne Betriebssysteme und ein digitalisiertes Arbeitsumfeld zu implementieren.

Wer sich traut, ein Start-up zu gründen und von nun an um seinen ganz persönlichen Platz auf dem umkämpften Markt zu arbeiten, der tut gut daran, sich sofort für die nahe Zukunft adäquat aufzustellen. Auf diese Art und Weise kann der Veränderungsdruck verhindert werden, der heute bei vielen großen Konzernen vorhanden ist, die noch auf veraltete Systeme und Abläufe setzen. Die sofortige Implementierung moderner Betriebssysteme und eines digitalisierten Arbeitsumfeldes macht es weiterhin möglich, schnell produktiv zu sein und nicht nur kostendeckend, sondern auch profitabel zu arbeiten.

Wer sofort auf neue Technologien setzt, hat keine Notwendigkeit großer Umstrukturierungen in den ersten Jahren

Im Rahmen des Gründungsprozesses gibt es bekanntlich zahlreiche Dinge, welche zu beachten sind. Dazu gehört es auch, bereits jetzt daran zu denken, in welchen Bereichen neue Technik notwendig ist, um am Puls der Zeit zu sein. Das enorme Tempo der Digitalisierung lässt keinen Zweifel aufkommen, dass eine moderne Ausstattung für eben jene Arbeitsabläufe unbedingt notwendig ist. Gerade in Gründungszeiten können hohe Aufwendungen in den ersten Jahren nach der Gründung vermieden werden, wenn sofort eine adäquate technische und digitale Ausrüstung gewählt wird, die dann den Arbeitsprozess Tag für Tag begleitet sowie erleichtert. In der ersten Phase des Unternehmens geht es besonders häufig darum, vorhandenes Kapital investieren zu können und die Firma so schnell wie möglich dorthin zu bringen, wo man sie gerne hätte. Je schneller dieser Prozess in Gang gesetzt werden kann, umso komfortabler ist die Situation in puncto Marktpositionierung. Vielleicht handelt es sich sogar um ein Unternehmen, welches eine Nische besetzen soll und somit eine besonders exponierte Stellung erahnen lässt. Damit in den ersten Monaten beispielsweise die wichtige Rechtssicherheit im Vordergrund stehen kann und man sich nicht mit Erneuerungen beschäftigen muss, lohnt sich die sofortige moderne Aufstellung.

Mit Vollgas und Spannung in die neue Wirtschaftswelt

Die neue Arbeits- und Wirtschaftswelt liefert Chancen, die so groß sind, dass vergangene Generationen vor Neid erblasst wären. Beispielhaft nennen kann man hier ein Lohnabrechnungsprogramm, welches dabei unterstützt, die Organisation und Verwaltung so schnell und einfach wie möglich zu halten. Ist es bereits gelungen, Mitarbeiter zu gewinnen, dann sind solche einfachen Prozesse von immenser Wichtigkeit, um nicht zu viel Arbeitskraft und Zeit innerhalb der Verwaltungstätigkeiten zu binden. Stattdessen ist es der Austausch von Ideen, der ein Start-up wirklich nach vorne bringen kann. Diese Ideen können in idealem Maße sprudeln und wachsen, wenn die technischen Grundlagen für alle Entwicklungsprozesse bereits im Vorfeld bereitgehalten werden. Wer sich für den Weg in die große Welt des Unternehmertums entscheidet, tut letzten Endes gut daran, sich auch so zu positionieren, dass wirklich Luft bleibt für die entscheidenden Faktoren der Fortentwicklung.

Hoffnung statt Angst

Mit Hoffnung statt mit Angst in die berufliche und betriebliche Zukunft zu blicken, das ist zweifellos ein Wunsch, den so gut wie jede(r) Selbständige pflegen. Es ist und bleibt immer auch ein wenig eine Frage des Blickwinkels, wie sich neue Entwicklungen bewerten lassen. Gerade die Digitalisierung kann Ängste schüren und das Gefühl vermitteln, auf der Strecke zu bleiben. Bei genauerer Betrachtung jedoch ist es genau diese Digitalisierung, die auch Chancen eröffnet, welche eine unglaubliche Effizienz ermöglichen, die zu neuen Topergebnissen führen kann. Es gilt diese Chancen unbedingt zu nutzen.

Der Arbeitsmarkt nach Corona – eine Chance für Start-ups?

Wie sich Start-ups jetzt aufstellen müssen, um Talente zu halten und die aktuelle Situation positiv für die Personalgewinnung zu nutzen.

Die COVID-19-Pandemie hat weltweit die Arbeitsmärkte gehörig durcheinander gebracht. Kurzarbeit und Stellenstreichungen erfassten weite Teile der Wirtschaft. Nach einer tiefen Talfahrt zieht die Wirtschaft erneut an und allerorts wird wieder kräftig eingestellt, der Kampf um die besten Talente geht in eine neue Phase. Umso wichtiger zu wissen, wie sich Start-ups in den nächsten Monaten aufstellen müssen, um Talente zu halten und die Situation positiv für die Personalgewinnung nutzen.

Drohende Kündigungswelle

Drastische Veränderungen, wie sie die COVID-19-Pandemie mit sich gebracht hat, machen viele Menschen nachdenklich. Eine Studie zeigt, dass sich Arbeitnehmende intensiv mit ihrer bisherigen Arbeitssituation beschäftigt haben und nun Veränderungen anstreben. Fast die Hälfte der befragten deutschen Arbeitnehmenden denken über einen Jobwechsel innerhalb der nächsten 6 bis 12 Monate oder nachdem die wirtschaftliche Lage sich erholt hat nach. Die Ergebnisse des jährlich erscheinenden Gallup Engagement Index Deutschland kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: rund 44 Millionen Beschäftigte wollen ihre(n) derzeitige(n) Arbeitgeber*in verlassen. Die Wechselbereitschaft ist so hoch wie nie zuvor.

Unternehmen planen auch die Rückkehr ihrer Mitrbeitenden ins Büro. Doch eine mögliche nächste Welle stellt diese Pläne bereits in Frage, bevor sie überhaupt voständig umgesetzt werden. Es gilt: Viele Unternehmen werden sich neu erfinden müssen. Homeoffice – das war vor der Pandemie noch eine Seltenheit in deutschen Unternehmen. Dann kam der Lockdown. Was jahrzehntelang unmöglich schien, wurde in nur wenigen Tagen zur Realität. Ein großer Teil der Mitarbeitenden wollen bei einer Normalisierung der Lage die (neu-)gewonnenen Freiheiten nicht mehr missen wollen. Dies zeigt sich beispielsweise bei Apple.

Laut einem Bericht von “The Verge” wehrten sich Mitarbeitende gegen die pauschale Rückbeorderung ins Büro. Die aktuelle „Work Trend Index“ Studie von Microsoft stellt bei einer Befragung mit über 31.000 Personen aus 21 Ländern fest, dass 70 Prozent der Arbeitnehmenden sich weiterhin flexible Arbeitsmöglichkeiten wünschen. Unternehmen ohne ein Konzept zur hybriden und flexiblen Arbeit werden es zukünftig schwer haben, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten und neue Mitarbeitende zu gewinnen. Ich gehe davon aus, dass Arbeitnehmende sich bei vergleichbaren Jobangeboten für den Arbeitgeber entscheiden, der ihnen flexible Arbeitsmodelle wie zum Beispiel Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice anbietet. Ein Großteil wird sogar ein Jobangebot ausschlagen oder den Job kündigen, wenn flexibles Arbeiten nicht möglich ist.

Die Corona-Krise – eine Chance für Start-ups

Die Corona-Krise ist auch an der Start-up-Szene nicht spurlos vorübergegangen. Für die Zukunft ist die Branche aber trotz anhaltender Krise optimistisch. Ungeachtet der Pandemie stellten Start-ups 2020 mehr Arbeitsplätze als noch im Vorjahr. Dieser Trend soll nach einer Befragung des Bundesverband Deutsche Startups e.V. auch trotz der COVID-19-Pandemie weiter anhalten. 90 Prozent der Start-ups gaben an, weitere Neueinstellungen zu planen. Meine Prognose lautet von daher, dass vor allem Start-ups vom Wunsch nach flexiblen Arbeitsmodellen profitieren werden. Was die Umstände angeht, so konnten die meisten Start-ups die Veränderungen, die COVID mit sich brachte, relativ leicht meistern. Insbesondere im Punkt Flexibilität und Agilität sind Start-ups mittelständischen Arbeitgeber*innen oft weitaus überlegen.

Remote Work – Ein Beinahe-Standard in Start-ups

Die Unternehmenskultur und Arbeitsweise von Start-ups unterscheiden sich in der Regel erheblich von denen in etablierten Unternehmen. Start-ups haben in der seit Jahren zunehmend internationaler und vernetzter werdenden Wirtschaftswelt einen klaren Heimvorteil. Mit dem Wegfallen der Ortsabhängigkeit kann dieser Trend auch als Chance wahrgenommen werden. Denn nie war es einfacher, neue Mitarbeitende aus dem Ausland in bestehende Teams zu integrieren. Recruiter*innen haben damit die Möglichkeit, ihre Zielgruppe auszuweiten und auf einen größeren Talentpool zurückzugreifen. Für Arbeitssuchende war der Standort früher ein zentrales Kriterium bei der Jobauswahl. Wenn sich diese Einschränkung abschwächt, wird der Fokus noch stärker darauf liegen, ob Kompetenzen der Arbeitssuchenden und Anforderungen des Jobs wirklich passen. Die Pandemie hat uns deutlich gemacht, dass es wichtig ist, sich nicht länger an veraltete Denkmuster zu klammern. Vielfalt in der Arbeitswelt wird sich in Zukunft durchsetzen.

Kollaboration stärken

Auch wenn die zwischenmenschliche Komponente im digitalen Raum nicht gut abgebildet werden kann, kann die Bindung durch Kollaborationstools und den “Coffee talks”, die inzwischen sicher einige einsetzen, zumindest etwas gestärkt werden. In unseren regelmäßigen Meetings steht zu Beginn ein kurzer Check-in, um auch persönliche Themen einfließen zu lassen, was die Kolleg*innen so bewegt und beschäftigt. Wir ermutigen zudem dazu, one-on-one’s zu vereinbaren, die in einem gewissen zeitlichen Rahmen den Freiraum geben, sich unbedarft auszutauschen. Natürlich vertrauen wir darauf, dass unsere Mitarbeitenden die Angebote nutzen und selbständig entscheiden, wann sie das Bedürfnis danach haben, doch Vertrauen ist nun einmal einer der wichtigsten Werte in der neuen Arbeitswelt. Als Führungskraft mit gutem Vorbild voranzugehen hat einen ausgesprochen positiven Effekt auf die Nutzung und Akzeptanz entsprechender Angebote.

(Mentale) Gesundheit 

Damit Teams auch auf Distanz gut miteinander funktionieren können, hat die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter*innen einen hohen Stellenwert. Dafür haben wir z.B. neben der Möglichkeit, sich sportlich auszutoben oder beispielsweise an Yoga-Sessions teilzunehmen, auch vor kurzem einen Aktionsmonat geschaffen, in dem wir allen angeboten haben, kostenlose Konsultationen bei Online-Psycholog*innen wahrzunehmen. Schulungen beispielsweise zum Thema Stressmanagement gehören genauso zu einer effektiven Strategie zur Förderung der Mitarbeitergesundheit wie die Enttabuisierung und der fortlaufende Austausch zum Thema Gesundheit. Diese vielen, kleinen Schritte helfen, einen noch besseren Umgang miteinander zu schaffen.

Perspektiven schaffen und Autonomie stärken

Enorm wichtig finde ich es, die Mitarbeitenden zu fragen, was sie brauchen, um sich gemeinsam weiterzuentwickeln und gut miteinander arbeiten zu können. Dazu gehört auch die Förderung der Intramobilität. Deshalb bieten wir an, sich innerhalb des Unternehmens umzusehen, mit dem Vorgesetzten über Entwicklungspotenzial zu sprechen und so zu ermöglichen, dass versteckte Talente gefördert werden. Wir hatten im letzten Jahr einige in unserer Belegschaft, die, anstatt den Arbeitgeber zu wechseln, sich nach einer neuen Herausforderung innerhalb des Unternehmens umgesehen haben. Das war für beide Seiten extrem bereichernd. Eine Arbeitskultur, wie die unsere, kann sehr viel zur Eigeninitiative der Mitarbeitenden beitragen. Getragen wird sie von offener Kommunikation, bei der alle äußern können, wo und wie sie sich am besten einbringen können. Nicht zuletzt sind Perspektiven gerade bei Menschen, die sich in einem Start-up engagieren wollen, essenziell für ihr persönliches Wachstum und das Gefühl der Wertschätzung.

Der Autor Perry Oostdam ist CEO und Mitgründer von Recruitee und Experte für die Digitalisierung des Personalwesens. Recruitee gehört aktuell laut Deloitte zu den 10 am schnellsten wachsenden Technologie-Unternehmen der Niederlande.

Für Start-ups: 7 Schritte zum perfekten Webdesign

Wie du Schritt für Schritt ein perfektes Webdesign entwickelst und dabei möglichst wenig von deinem Startkapital investieren musst.

Zu Beginn einer Start-up-Gründung ist Geld oft Mangelware, dennoch sind gerade am Anfang viele Investitionen notwendig. Allen voran zählt der eigene Internetauftritt zu den wichtigsten Marketing-Maßnahmen einer erfolgreichen Unternehmensgründung. Daher erfährst du in diesem Artikel, wie du Schritt für Schritt ein perfektes Webdesign entwickelst und dabei möglichst wenig von deinem Startkapital ausgeben musst.

Schritt 1: Ziele der neuen Webseite definieren

Bevor du dir konkrete Gedanken darüber machst, wie deine neue Webseite aussehen und welcher Inhalt dort platziert werden soll, solltest du die Ziele definieren, die du mit deinem Webdesign erreichen möchtest. Das können zum Beispiel sein:

  • Meine Kund*innen über mein Unternehmen informieren
  • Kund*innen für meine Dienstleistung direkt online gewinnen
  • Produkte in meinem Online-Shop verkaufen

Hast du deine Ziele festgelegt, kannst du darauf basierend entscheiden, welche wesentlichen Funktionen deine Webseite enthalten sollte, wie beispielsweise

  • ein Kontaktformular,
  • einen Online-Shop,
  • eine Bildergalerie oder
  • eine Schnittstelle zu einer Eventbuchungsplattform.

Diese Überlegungen sind sehr wichtig, denn sie dienen als Grundlage für unseren zweiten Schritt.

Schritt 2: Homepage-Baukasten vs. Webdesign-Agentur

Du weißt also nun, welche Ziele deine Webseite erreichen soll und welche Funktionen zwingend notwendig sind. Nun ist es an der Zeit, dass du dich für die Art der Website-Erstellung entscheidest. Denn hier gibt es zwei wesentliche Möglichkeiten, die sich bedeutend voneinander unterscheiden:

  • Webdesign durch einen Homepage-Baukasten
  • Webdesign von einer Agentur
  • Website-Baukästen genießen in Teilen immer noch einen schlechten Ruf – allerdings häufig zu Unrecht! Die Zeiten, in denen die Qualität der Webdesigns mangelhaft, die Funktionsvielfalt eingeschränkt und die Chancen auf gute Google-Rankings gering waren, sind längst vorbei.

Mit einem Website-Baukasten von beispielsweise Jimdo lässt sich ein Internetauftritt schnell, günstig und mit einem flexiblen Design erstellen. Es ist kein hohes Anfangsinvestment notwendig, stattdessen wird monatlich eine Gebühr von wenigen Euro in Rechnung gestellt.

Alternativ lässt sich mit einer Webdesign-Agentur eine Webseite erstellen. Hier liegen die Einmalkosten in der Regel irgendwo zwischen 1.000 und 5.000 Euro, dafür erhält man jedoch häufig ein individuelles Webdesign, das perfekt an die eigenen Bedürfnisse angepasst und flexibler bei der Erweiterung um neue Funktionen ist. WordPress ist hier meistens das CMS der Wahl.

Ob Website-Baukasten oder ein Internetauftritt durch eine Webdesign-Agentur – beide Optionen haben Vor- und Nachteile und sollten abhängig von der eigenen Situation und den definierten Zielen wohl durchdacht werden.

Schritt 3: Inhaltsstruktur erstellen

Bevor es nun an die Entwicklung der Webseite geht, solltest du dir über die Struktur deines neuen Webdesigns Gedanken machen. Folgende Fragen gilt es zu beantworten:

  • Welche Themen möchte ich auf meiner Webseite platzieren?
  • Was sind die Hauptthemen und welche Unternehmen gibt es jeweils?
  • Wie könnte die dazu passende Seitenstruktur aussehen?
  • Welche Inhalte sollten in der Hauptnavigation verlinkt werden?

Die Antworten auf diese Fragen können sich auf den Aufbau und das Design deiner Webseite auswirken, daher sollten sich nach Abschluss der Designentwicklung keine gravierenden Änderungen mehr am Inhalt ergeben.

Übrigens: Die Struktur deiner Inhalte ist auch ein wichtiger Punkt im Rahmen einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung. Sollte deine Marketing-Strategie schwerpunktmäßig auch SEO-Maßnahmen beinhalten, solltest du für die Definition deines Contents unter Umständen eine SEO-Agentur zu Rate ziehen, die dich bei einer Keyword-Recherche unterstützt.

Schritt 4: Screendesign oder Mockup erstellen

In Zusammenarbeit mit dem Webdesigner entwickelst du nun ein Screendesign, zum Beispiel mit einem Mockup-Tool, das eine grobe Designstruktur der geplanten Webseite vorgibt. Je mehr Input du der Webdesign-Agentur lieferst, desto schneller kann diese arbeiten – außerdem sparst du so einige Euros. Bedenke dabei die Ziele deiner Webseite, deine Content-Struktur und dein Corporate Design. In der Regel sind mehrere Feedback- und Korrekturschleifen notwendig, bis das finale Designkonzept steht.

Hast du dich für die Homepage-Erstellung mit einem Website-Baukasten entschieden, ist in der Regel kein vorheriges Screendesign notwendig, da du hier aus einer großen Anzahl an Website-Vorlagen auswählen kannst.

Schritt 5: Webdesign umsetzen

Nun ist es an der Zeit, dass die Webdesign-Agentur das erstellte Screendesign in Programmiercode umsetzt. Wird ein vollständig neues Webdesign entwickelt, ist dies mit viel Aufwand verbunden. Arbeitet der Webdesigner mit einem vorgefertigten Premium-Theme und passt dieses nur an, kannst du als Gründer*in viel Geld sparen.

Nutzt du einen Homepage-Baukasten, dann liegt der Arbeitsaufwand auf deiner Seite. Du musst

  • dich für eine Webdesign-Vorlage entscheiden (häufig nach Branchen sortiert),
  • diese nach deinen eigenen Bedürfnissen per Drag-and-Drop anpassen,
  • die Navigation hinterlegen und
  • die Seitenstruktur anlegen.

Wurde das Webdesign erfolgreich erstellt, solltest du dieses in einer Testumgebung ausführlich testen.

Schritt 6: Inhalte erstellen und einpflegen

Basierend auf deiner bereits definierten Inhaltsstruktur muss nun für die jeweiligen Unterseiten der passende Content erstellen werden. Natürlich kannst du hierfür eine Content-Marketing-Agentur beauftragen, kostensparender ist es allerdings, wenn du deine Texte selbst verfasst. Im Internet findest du viele Anleitungen, wie ein guter SEO-Text zu verfassen ist. Für die Grafik-Erstellung kannst du kostenfreie Grafiktools wie z.B. Canva verwenden.

Die fertigen Inhalte werden danach im Content-Management-System wie WordPress oder eben im Admin-Bereich des Homepage-Baukasten-Anbieters eingepflegt. Dazu sind in der Regel keine Programmierkenntnisse notwendig, sodass diese Arbeit auch durch die Gründer*innen selbst vorgenommen werden können.

Schritt 7: Webseite veröffentlichen und bewerben

Sind alle Inhalte korrekt eingepflegt, kann die Webseite live geschaltet werden. Führe daraufhin nochmals ein ausführliches Testing durch, denn häufig haben sich noch irgendwelche kleinen Fehler im Webdesign eingeschlichen.

Nun ist es an der Zeit, deine Webseite bekannt zu machen. Nutze die sozialen Medien, um auf deinen neuen Internetauftritt hinzuweisen. Trage deine Webseite in relevanten Branchenverzeichnissen ein und beschäftige dich idealerweise mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung. Schließlich möchtest du mit deiner Homepage auch bei Google gefunden werden! Möchtest du schnelle Marketing-Ergebnisse erzielen, dann solltest du über das Schalten von Anzeigen per Google Ads nachdenken.

Wie du siehst, ist der Prozess der Webdesign-Erstellung vom Zeitaufwand her nicht zu unterschätzen. Eine Webdesign-Agentur nimmt dir zwar viel Arbeit ab, die Zusammenarbeit mit dieser ist aber auch mit höheren Kosten verbunden als bei der Umsetzung mit einem Website-Baukasten. Am Ende zählt aber das Ergebnis: Ein perfektes Webdesign mit vielen Besucher*innen!

Lohnt sich das Mieten eines virtuellen Büros?

Ein virtuelles Büro ist eine unkomplizierte Lösung für alle, die kein eigenes Büro benötigen, beim Kontakt mit Kund*innen und Geschäftspartner*innen aber Professionalität und Seriosität vermitteln wollen. Was leistet ein virtual Office und für wen ist es geeignet?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass insbesondere in der Geschäftswelt der erste Eindruck über alles entscheiden kann. Wer in Business-Fragen erfolgreich sein möchte, sollte sich unbedingt Gedanken machen, was potentielle Geschäftspartner als erstes von einem mitbekommen – und wie man diesen entscheidenden ersten Eindruck optimieren könnte. Je nachdem, in welcher Position man ist und in welcher Branche man sich bewegt, fallen einem vermutlich ganz unterschiedliche Punkte ein, auf die man optimalerweise achten will: das persönliche Auftreten, die Website, der Briefkopf, die Visitenkarte … Woran allerdings nur wenige denken, ist das eigene Impressum. Ein virtuelles Büro ist eine elegante und unkomplizierte Lösung für alle, die beim Kontakt mit Kund*innen und Geschäftspartner*innen Professionalität und Seriosität vermitteln wollen.

Was ist ein virtuelles Büro?

Ein virtuelles Büro ist, wenn man es kurz und knackig ausdrücken möchte, eine Firmenadresse zu repräsentativen Zwecken. Es geht beim Virtual Office nicht darum, selbst am Geschäftsstandort anwesend zu sein. Im Gegenteil ist ein virtuelles Büro ursprünglich für diejenigen Unternehmer*innen gedacht, die für ihren Service oder ihr Produkt eigentlich gar keinen festen Bürostandort brauchen und ihr Büro deswegen nur zu repräsentativen Zwecken nutzen würden.

Die Dienstleistungen, die ein virtuelles Büro bietet, sind vielfältig und können von einer bloßen Postadresse am gewünschten Standort (inklusive der Weiterleitung der erhaltenen Post) bis hin zur bedarfsgerechten Bereitstellung von Büro- und Konferenzräumen reichen, sollten diese doch einmal benötigt werden. Auch in Sachen Telefon, Rezeption und Sekretariatsverwaltung sind Services möglich. Auf diese Weise können auch kleine Start-ups professionell auf der großen Bühne auftreten, ohne sich in zu hohe Unkosten stürzen zu müssen.

Vor- und Nachteile eines virtuellen Büros

Es gibt viele Anbieter für ein virtuelles Büro und alles, was dazugehört. Sie unterscheiden sich durch den angebotenen Leistungsumfang, die Qualität der Services, die sie anbieten, und natürlich durch die Standorte, die Ihnen als Firmenadresse zur Verfügung stehen. Beliebt sind vor allem Adressen in wirtschaftlich relevanten Großstädten und urbanen Knotenpunkten.

Zu den ausschlaggebenden Vorteilen eines virtuellen Büros und der dadurch erhaltenen Geschäftsadresse zählt, neben dem positiven ersten Eindruck bei potenziellen Geschäftspartner*innen, natürlich die finanzielle Ersparnis. Gerade in der Gründungszeit ist das Budget oft knapp. Das Anmieten und Ausstatten von Büroräumen ist teuer, ebenso wie die Beschäftigung von Mitarbeitenden im Bereich Telefon, Empfang und Sekretariat. Diese umfangreichen Kosten nicht stemmen zu müssen, kann in der Anfangszeit eines Unternehmens absolut entscheidend über Erfolg und Misserfolg sein. Schließlich gilt es nicht nur, regelmäßige Kosten wie Miete und Lohnkosten zu tragen, sondern auch einmalige Zahlungen wie Maklerprovision und Kosten für die Büroausstattung.

Ein weiterer entscheidender Vorteil eines virtuellen Büros ist die Flexibilität, die mit dem Modell einhergeht. Wenn das Unternehmen wächst, können die notwendig gewordenen Leistungen meist einfach zugebucht werden; was sich als nicht lukrativ herausgestellt hat, kann man ohne große Umstände wieder kündigen. So zahlen Gründer*innen nur für das, was sie auch wirklich brauchen.

Der Nachteil eines virtuellen Büros kann sein, dass die Gründer*innen nicht ständig selbst physisch vor Ort sind, den Kund*innen oder Geschäftspartner*innen jederzeit aufsuchen könnten, um mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten. Hierfür wird aber in den professionellen Business Centern auch ein entsprechender Empfang besetzt und Arbeitsplätze lassen sich flexibel nutzen. Auch individualisierter Support am Telefon kann geleistet werden. Selbstverständlich lässt sich ebenfalls eine Ortsrufnummer einrichten, welche an jede beliebige Rufnummer weitergeleitet werden kann.

Kartenlesegeräte für Start-ups: Kaufen oder mieten?

Egal, wie klein oder neu ein Unternehmen ist, Kartenzahlung gehört heute zu den Standard-Bezahlmethoden. Hat ein Kunde kein Bargeld dabei und kann nicht mit Karte bezahlen, wird er wahrscheinlich nicht wiederkommen. Auch kleine Beträge bezahlen Verbraucher zunehmend mit Karte. Daher sollten Start-ups mindestens ein Kartenlesegerät im Verkaufsraum haben. Wir zeigen, welche Kartenlese-Optionen es für Jungunternehmen gibt.

Kartenzahlung: Diese Fragen stellen sich Start-ups

Kleinunternehmer fragen sich oft, ob sie ihren Kunden überhaupt die bequeme Kartenzahlung anbieten können. Tatsächlich ist das auch für Gewerbe auf Kleinunternehmerbasis möglich. Sogar Privatpersonen können die Kartenzahlung anbieten, wenn sie einen Steuerbescheid über die Einnahmen beim Zahlungsanbieter einreichen. Das kann beispielsweise für die Vermietung einer Ferienwohnung hilfreich sein. Sogar ohne WLAN-Verbindung können Unternehmen Kartenzahlungen annehmen. Das funktioniert mit mobilen EC-Kartenlesern über eine SIM-Karte, also über das Mobilfunknetz. Zudem stehen Unternehmensgründer vor der Frage, ob sie ein Kartenlesegerät kaufen oder mieten. Wer zum ersten Mal Kartenzahlung anbietet, sollte genau bedenken, welche Kosten durch die Kartenzahlung im Unternehmen entstehen.

Fixe Kartenterminals zur Miete

Die klassische Kartenzahlung wird über ein EC-Kartenlesegerät zur Miete abgewickelt. Der Drucker und die Bonrolle für den Kundenbeleg sind bereits im Gerät integriert. Meist sind gemietete Kartenterminals fest verbaut. Das heißt, sie brauchen eine feste Strom- und Internetverbindung. Die Kosten für diese EC-Terminals setzen sich aus verschiedenen Punkten zusammen. Zum einen sind monatliche Fixkosten für Bereitstellung des Geräts zu entrichten. Diese setzen sich aus der Miete von fünf bis zehn Euro und einer Service-Pauschale zwischen fünf und sieben Euro monatlich zusammen. Zum anderen fallen variable Kosten an, die vom Umsatz abhängen. Je nach Anbieter werden pro Kartenzahlung 0,2 bis 0,3 Prozent des bezahlten Betrags als Gebühr verrechnet.

Zudem können Unternehmen individuelle Sonderleistungen buchen, zum Beispiel PDF-Berichte oder Kontosplitting. Auch für die erste Inbetriebnahme wird eine einmalige Gebühr verrechnet. Ohne Sonderleistungen ist insgesamt mit circa ein bis drei Prozent Gebühren vom bezahlten Betrag zu rechnen. Bevor die EC-Kartenterminals aufgestellt werden können, muss erst ein Dienstleistungsvertrag unterzeichnet werden. Startups können die Terminals mit oder ohne feste Laufzeit mieten. Üblich sind Dienstleistungsverträge zwischen einem oder zwei Jahren.

Mobile Kartenleser zum Kauf

Eine moderne Alternative zu den herkömmlichen Mietgeräten sind mobile Kartenlesegeräte zum Kauf. Diese Lesegeräte sind besonders klein, leicht und handlich. Zudem sind sie nicht fest verbaut und benötigen keinen Stromanschluss in unmittelbarer Nähe. Wer annimmt, dass der Kauf von Geräten teurer als die Miete ist, liegt falsch. Denn die Anschaffungskosten sind gering und die monatlichen Fixkosten fallen weg. Wenn in einer kleinen Boutique einige Kunden nicht mit Karte zahlen, entstehen keine Kosten. Es fallen lediglich variable Kosten für die Kundenzahlungen an. Für EC-Zahlung wird eine Gebühr von 0,9 bis ein Prozent des bezahlten Betrags erhoben, bei Kreditkartenzahlung zwischen 1,9 und 2,9 Prozent.

Während das Kartenlesegerät die EC- oder Kreditkarte liest und den PIN abfragt, wird der eigentliche Zahlungsprozess über ein App abgewickelt. Die Angestellten bedienen diese App über ein Handy oder ein Tablet. Wer Belege drucken will, benötigt zusätzlich einen kleinen mobilen Drucker, der mit dem Lesegerät gekoppelt wird. Wichtig ist auch, dass die Mitarbeiter mit dem Kartenlesegerät arbeiten können. Feedback-Tools können bei der Organisation im Unternehmen helfen.

Die Angebote im Vergleich

Kartenlesegeräte sind Standard geworden und daher auch für kleine Unternehmen ein Muss. Hinzu kommt, dass seit der Corona-Krise vermehrt kontaktlos bezahlt wird. Um die Basis-Kosten für ein Kartenlesegeräte kommen also auch die kleinsten Unternehmen nicht herum. Doch was ist die beste Lösung für Start-ups? Kauf oder Miete eines Kartenlesegeräts?

Einerseits hängt die Entscheidung davon ab, ob es direkt am Zahlungsort eine Stromquelle gibt. Andererseits ist die Umsatzhöhe ausschlaggebend. Gründer sollten sich bewusst sein, dass sie Terminals zur Miete mit ein oder zwei Kabel an einem fixen Platz befestigen müssen. Mobile Geräte sind eine gute Lösung, wenn die nächste Steckdose zu weit entfernt, die Kabel das Design im Verkaufsraum stören oder nicht an der Kasse, sondern am Tisch kassiert wird. Bei den Kosten können Start-ups bei mobilen Geräten die Grundgebühr einsparen. Erst ab einem monatlichen Kartenumsatz von 2.000 Euro können sich auch gemietete Kartenlesegeräte auszahlen.

Fazit

Unternehmensgründer sollten sich zuerst fragen, welche Umsätze sie erwarten. Anhand dessen können die Kosten für Kauf oder Miete von Kartenlesegeräten errechnet werden. Kleine Unternehmen können durch den Kauf der Geräte Fixkosten einsparen.

Start-ups und der TÜV

Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein etwas merkwürdiger Witz klingen mag: „Trifft sich ein Start-up mit dem TÜV …“, ist auf den zweiten Blick weitaus sinnvoller als vielleicht angenommen. Fünf erfolgreiche Start-up‘ler aus verschiedenen Branchen beschreiben ihre Erfahrungen mit dem TÜV und warum sie mit ihm kooperieren.

Die Deutschen lieben Ordnung, Gründlichkeit und Sicherheit – so zumindest das Klischee. Der TÜV steht sinnbildlich für dieses Bedürfnis, stets auf der sicheren Seite zu sein. Auch viele Start-ups und Tech-Unternehmen haben das inzwischen erkannt, und arbeiten eng mit dem TÜV zusammen, um ihre Produkte oder gleich das ganze Unternehmen zertifizieren zu lassen. Denn Start-ups sind zwar für ihre schnellen, innovativen Lösungen und Produkte bekannt – gleichzeitig fehlt es Ihnen aufgrund ihrer Neuartigkeit auf dem Markt häufig an Vertrauen bei den Endverbraucher*innen. Was auf den ersten Blick also wie ein etwas merkwürdiger Witz klingen mag: Trifft sich ein Start-up mit dem TÜV …, ist auf den zweiten Blick weitaus sinnvoller als angenommen. Führungskräfte von fünf Unternehmen aus den verschiedensten Branchen beschreiben ihre Erfahrungen mit dem TÜV und warum sie mit ihm kooperieren. Dazu geben sie konkrete Tipps für die Zusammenarbeit.

„Wir haben bereits im September 2019 die Initiative ergriffen und sind auf den TÜV Rheinland zugegangen, um das Angebot der Studienkreis Online-Nachhilfe zertifizieren zu lassen. Unsere Intention war es, das eigene Angebot auf den Prüfstand zu stellen und uns durch die Zusammenarbeit mit dem TÜV zu verbessern. Viele Eltern haben noch Vorbehalte vor Online-Nachhilfe, mit der TÜV-Zertifizierung geben wir ihnen und ihren Kindern die Sicherheit, dass unser Angebot professionell und genauso gut ist wie die klassische, physische Nachhilfe. Online-Nachhilfe ist spätestens durch Corona zu einer berechtigten Alternative zur klassischen Nachhilfe geworden. Da wurde es Zeit, auch die Professionalität extern prüfen und bestätigen zu lassen. Anfang November 2021 war es dann endlich soweit: Wir wurden als eines der ersten Unternehmen für Online-Nachhilfe vom TÜV zertifiziert. Neben der erfolgreichen Zertifizierung, über die wir uns natürlich riesig freuen, war bereits der gesamte Prozess mit dem TÜV gewinnbringend für uns. Deshalb kann ich jedem Start-up und Tech-Unternehmen nur wärmstens empfehlen, den Kontakt zum TÜV zu suchen. Auch wenn die Prozesse für Start-up-Verhältnisse lange erscheinen mögen und der TÜV den Ruf einer verstaubten Institution haben mag – die Wirkkraft des TÜV sollte nicht unterschätzt werden!“

Start-ups aufgepasst – 5 große Cyberbedrohungen

Die größten Cyber-Fallen und was insbesondere Existenzgründer*innen und Start-ups für mehr Cybersicherheit unternehmen sollten.

In früheren Zeiten waren es zumeist große Konzerne, die von Hackerangriffen betroffen waren. Das hat sich in der letzten Zeit deutlich geändert. Auch kleine Betriebe und Start-ups leiden vermehrt unter dieser Gefahr. Diese Zielgruppe ist sogar besonders stark gefährdet, weil die großen Konzerne mittlerweile kostspielige Vorkehrungen getroffen haben. Doch wie können sich Existenzgründer und Start-ups vor solchen Attacken schützen?

Nur Software aus legalen Quellen nutzen

Grundsätzlich agieren Hacker nur in Bereichen, die bereits im hohen Maße digitalisiert sind. Das trifft auf die meisten Start-ups zu, weil es ohne die digitalen Möglichkeiten kaum noch möglich ist, eine Bekanntheit zu erlangen. Doch bei der Beschaffung der Software sollte darauf geachtet werden, dass diese aus einer legalen Herkunft stammt. Bei jedem, der den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ist das verfügbare Budget zumeist sehr klein. Deshalb wird versucht, alles so günstig wie möglich zu bekommen. Im Bereich der Software wäre es jedoch ein gravierender Fehler. Sämtliche Anwendungen, die für den Betrieb des Unternehmens erforderlich sind, sollten ein hohes Maß an Sicherheit aufweisen.

Schutzprogramme nutzen

Genauso wichtig wie die Betriebssoftware sind auch die Sicherheitsprogramme. Besonders interessant in diesem Bereich sind die Antivirenprogramme. Moderne Lösungen bieten sogar einen mehrstufigen Schutz gegen Ransomware. Dabei handelt es sich um Schadprogramme, die den kompletten PC sperren. Um ihn wieder nutzen zu können, müssen oftmals hohe Lösegelder bezahlt werden. Eine gute Schutzsoftware bietet aber auch Sicherheit vor Trojanern, Keyloggern und anderen gefährlichen Programmen.

Zudem ist eine Firewall unbedingt zu empfehlen. Noch wichtiger ist jedoch ein VPN. Diese Bezeichnung steht für Virtual Private Network. Da die Bezeichnung private in der IT für geschützt steht, handelt es sich um ein gesichertes Netzwerk. Daten, die über eine VPN Verbindung ausgetauscht werden, können von unbefugten Personen nicht mehr abgegriffen werden. Sie werden nicht nur über verschiedene Server umgeleitet, sondern es findet eine starke Verschlüsselung statt. Ein VPN sollte auch immer dann genutzt werden, wenn unterwegs ein offenes WLAN zur Verfügung steht. Dieses ist ungeschützt, sodass es auch von Kriminellen genutzt werden kann.

Vorsicht vor Phishing-Attacken

Eine weitere Masche im Bereich der Cyberkriminalität ist das Phishing. Zumeist erfolgt es über den Versand von E-Mails. Diese können folgendermaßen aussehen:

  • Nachricht von der Bank
  • Interesse an einer Zusammenarbeit
  • Besonders attraktive Angebote

Bei den Nachrichten von der Bank geht es meistens darum, dem Empfänger einen Schrecken einzujagen. Dort steht unter anderem, dass die Zugangsdaten aktualisiert werden müssen, weil sonst eine Kontosperre droht. Im Anhang einer solchen E-Mail befindet sich gleich ein passendes Formular, das nur ausgefüllt werden muss. Auf diese Weise erhalten Betrüger ganz einfach die Zugangsdaten für das Onlinebanking. Dabei sollte jedoch jeder beachten, dass keine seriöse Bank verlangt, in einer E-Mail oder im Anhang Daten einzugeben.

Kommt eine E-Mail mit einem übertriebenen Interesse an einer Zusammenarbeit oder einem unwiderstehlichen Angebot, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Auch dann, wenn es keine Aufforderung zur Eingabe von Daten gibt, können solche Mails gefährlich sein. Im Quellcode können sich Keylogger oder etwas ähnliches befinden. Auch wenn es unhöflich erscheint, sollte niemals auf derartige Anfragen geantwortet werden.

Regelmäßige Updates und Back-ups durchführen

Sowohl vom Betriebssystem als auch von den Anwendungsprogrammen sollten regelmäßige Updates durchgeführt werden. Oftmals sind diese bereits voreingestellt. Die Funktion lässt sich jedoch auch deaktivieren. Davon wird gerne Gebrauch gemacht, weil während eines Updates nicht gearbeitet werden kann. Davon sollte jedoch abgesehen werden, weil die Aktualisierungen wichtig für die Sicherheit sind. Sie könnten aber auch auf die Nachtstunden verschoben werden. Dann stört es nicht mehr während der Arbeitszeit.

Zudem ist es empfehlenswert, immer wieder Updates zu machen. Sollte es doch wider Erwarten zu einem Totalausfall kommen, sind die wichtigen Daten nicht verloren. Back-ups sollten jedoch niemals auf der Festplatte des Computers gespeichert sein. Bessere Medien sind diese:

  • Externe Festplatten
  • USB-Sticks
  • DVDs
  • Cloud

Besonders einfach ist die Speicherung in einer Cloud. Dort sind die Daten sicher und können von jedem Gerät wieder genutzt werden.

Sicherer Umgang mit Passwörtern

Für zahlreiche Dienste sind Passwörter sehr wichtig. Bereits beim Start des Rechners wird nach einem Zugangscode gefragt. Zudem muss sich jeder Mitarbeiter in seinen persönlichen Arbeitsbereich einloggen. Des Weiteren werden Passwörter benötigt, um Onlinedienste in Anspruch zu nehmen. Daher verfügt jeder über etliche Zugangsdaten. Diese sollten im besten Fall in einem sogenannten Passwortsafe gespeichert sein und auf keinen Fall im Browser. Zudem ist es wichtig, dass die Zugangsdaten häufig aktualisiert werden. Damit wird es potenziellen Hackern sehr schwer gemacht. Darauf kommt es letztendlich ja auch an. Jeder Existenzgründer sollte sich von vornherein ausführlich mit der Cybersicherheit beschäftigen und diese konsequent in seinem Start-up etablieren.