Internationale Cannabis Business Konferenz


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Die ICBC – vom 26. bis 27. August 2021 in Berlin. Hier trifft die Welt auf das Cannabis-Business. Das erwartet dich.

Die International Cannabis Business Conference ist Europas größte B2B-Fachveranstaltung in Berlin und kuratiert außerdem die Global Investment Forum-Reihe, die darauf abzielt, innovative und disruptive Unternehmen, die Kapital suchen, mit erfolgreichen und erfahrenen Investor*innen zu verbinden.

Die ICBC B2B bietet erstklassiges Branchennetzwerk und Investitions-/Kapitalmöglichkeiten und wurde bis dato von Führungskräften, Unternehmer*innen und politischen Entscheidungsträger*innen aus über 80 Nationen besucht.

Hier findest du alle Informationen auf einen Blick:

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Was: ICBC B2B

Wann: 26. bis 27. August 2021

Wo: Vienna House Andel’s Berlin

Gründer*in der Woche: PEEKU - weibliche Lust enttabuisiert

PEEKU ist eine digitale Plattform für usergenerierte erotische Literatur von Frauen für Frauen. Gegründet wurde sie 2022 von Anabel Romero und Nicole Gruber mit dem Ziel, die weibliche Lust endlich zu enttabuisieren und in den Fokus der Gesellschaft zu rücken. Mehr dazu im Interview mit den beiden Gründerinnen.

Erotischen Content gibt es im Internet bereits in Unmengen und unterschiedlichsten Qualitäten. Ihr setzt auf das Medium Literatur statt auf visuelle oder auditive Reizerzeugung. Wann und wie seid ihr beiden auf die Idee zu PEEKU gekommen?
Nicole:
Die Idee zu PEEKU ist Anfang 2022 entstanden. Wir haben festgestellt, dass der bestehende erotische Content überwiegend von und für den Mann produziert wird. Das spiegelt sich sowohl im Inhalt als auch in der Art und Weise wie der Content konsumiert wird wider. Uns war schnell klar, dass wir daran etwas ändern müssen. Bei unseren Recherchen sind wir auf Studien gestoßen, die bestätigen, dass Frauen sich nachweislich lieber mit ihrer eigenen Vorstellungskraft in die richtige Stimmung bringen, vor allem, wenn es um sexuelle Erregung geht.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Idee bis zum Go live der Plattform?
Anabel:
Die wichtigsten Steps waren definitiv zu verstehen, was sich Frauen von einer Plattform wie dieser wirklich wünschen. Wir sprechen zwei Zielpersona an, die Leserin und die Autorin. Beide haben jeweils unterschiedliche Bedürfnisse. Im Juli sind wir daher bereits mit unserem Prototypen live gegangen und haben diesen von einer ausgewählten Gruppe mit den unterschiedlichsten Frauen testen lassen. Daraus konnten wir starke Erkenntnisse gewinnen und in die finale Version von PEEKU einfließen lassen.

Nun zu PEEKU. Was genau bietet ihr und wen adressiert ihr?
Nicole: PEEKU ist die Plattform für usergenerierte erotische Literatur – von Frauen, für Frauen. Bei uns kann man sinnliche Stories lesen und/oder selbst schreiben. Wir sprechen Frauen an, die sich von dem aktuellen erotischen Content im Internet nicht abgeholt fühlen und auf der Suche nach einer Alternative sind. In erster Linie wollen wir einen authentischen Blick auf die weibliche Lust ermöglichen und jeder Frau einen sicheren Raum bieten, um ihre Fantasien zu entfalten. PEEKU ist aber für all diejenigen da, die sich von spicy Stories inspirieren lassen wollen, ihre Sexualität erforschen und erotische Fantasien mit der Community teilen möchten. PEEKU heißt alle willkommen, die mit uns gemeinsam überholte Klischees und Stereotypen aufbrechen wollen.

Über eine „Trinkgeld“-Funktion bietet ihr euren Autor*innen die Möglichkeit, ihren Content zu monetarisieren. Und wie monetarisiert ihr?
Anabel:
Langfristig planen wir, ein Abo-Modell einzuführen. Die Abonnent*innen erhalten damit unbegrenzten Zugriff auf alle Stories und Features auf der Plattform. Da wir die Arbeit und Kreativität, die von den Autor*innen in jede einzelne Story gesteckt wird, sehr schätzen, werden erfolgreiche Creator in Zukunft an den Umsätzen von PEEKU beteiligt. Aktuell veröffentlicht PEEKU eigenen original Content, sodass auch wir im Moment von der „Trinkgeld“ -Funktion profitieren.

Gibt es vergleichbare Angebote – und wenn ja – inwiefern unterscheidet ihr euch davon?
Nicole: Erotische Literatur ist gefragt. Die bisherigen Seiten sind allerdings meist mit obszönen Werbeanzeigen überladen, die Stories bewegen sich teilweise im illegalen Bereich oder die User*innen verhalten sich unangebracht und geben einem als Leserin ein unangenehmes Gefühl. Kein Ort, an dem man sich als Frau wohlfühlt. PEEKU schafft einen sicheren Raum, in dem die Wünsche, Fantasien und Bedürfnisse der weiblichen Lust sichtbar gemacht werden. Das Ganze in einer modernen und ästhetischen Umgebung – ganz ohne das typische Schmuddelimage.

Wie macht ihr auf euch und PEEKU aufmerksam?
Anabel:
Für ein Unternehmen, das die weibliche Lust in den Fokus stellt, ist das Vertrauen der Nutzer essenziell. Wir möchten dabei nicht nur als Quelle der Erregung wahrgenommen werden, sondern haben das Ziel, die weibliche Lust in allen Formen und Farben wiederzugeben und zu zelebrieren. Neben den klassischen Aktivitäten auf Social Media planen wir Live-Events mit Lesungen, Workshops und Kooperationen mit Expert*innen.

Was sind eure nächsten To-do's und weiteren Pläne?
Nicole:
Nächstes Jahr möchten wir unser Online-Angebot weiter ausbauen und planen mit einigen spannenden Marken zusammenzuarbeiten, um das öffentliche Bewusstsein rund um die weibliche Lust weiter zu schärfen. Wir möchten uns außerdem von Anfang an international ausrichten, da die weibliche Sexualität ein global relevantes Thema ist. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Frauen von der ganzen Welt die Geschichte der weiblichen Lust neu zu schreiben.

Last but not least: Was wollt ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den Weg geben?
Sprecht mit so vielen Menschen wie möglich über eure Idee! Keine falsche Scheu, dafür ist es nie zu früh. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt, von denen wir unfassbar hilfreichen Input erhalten haben. Man kann nur von den Erfahrungen anderer profitieren.

Hier geht's zu PEEKU

Das Interview führte Hans Luthardt

Climate Tech-Start-up Cozero holt sich den Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Das Berliner Climate Tech-Start-up Cozero hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2022/23 gewonnen.

Cozero gewann im Rahmen des 15. Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Design für Produkte, Systeme und Dienstleistungen. Cradle-to-Cradle-Gründer Prof. Michael Braungart (Foto links) wurde in dieser Kategorie mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Cozero wurde im Jahr 2020 gegründet und beschäftigt 30 Mitarbeitende. Das Start-up hat eine innovative Softwarelösung entwickelt, die maßgeblich die ökologische Transformation in Unternehmen in Gang setzt und steuert. Somit werden bereits 13 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verwaltet, sog. Emissions under Management (EuM). Mithilfe der Plattform können Unternehmen mindestens 10 Prozent davon jährlich einsparen. Bis 2030 werden somit global ca. 1,5 Gigatonnen CO2 reduziert. Bereits mehr als 30 mittelständische und große Unternehmen nutzen die Software, sowie weitere 600 Betriebe in deren Liefer- und Wertschöpfungskette. Cozero wird in rund 50 Ländern an 3675 Bilanzstandorten eingesetzt.

Helen Tacke, Gründerin und Geschäftsführerin von Cozero: „Wir sind überglücklich, als junges und aufstrebendes Start-up den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen zu haben. Seit der Gründung von Cozero im Jahr 2020 ist es unser Anspruch, Klimaschutz und unternehmerisches Handeln zusammenzuführen. Heute, nur zwei Jahre später, verfügen wir voller Stolz bereits über eine marktreife Klima-Controlling-Software, die von mittelständischen und großen Unternehmen genutzt wird. Die ökologische Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft ehrgeizig voranzutreiben, ist tief in Cozeros DNA verankert – wir danken der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreis, dass sie uns dafür belohnt hat.“

Begründung der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreis: „Bemerkenswert ist die hohe Qualität und Transparenz der ermittelten Emissionsdaten, die sich hier zudem einfach und verständlich verwalten lassen und dadurch Entscheidungen für die Zukunft erleichtern. Klimaschutz gehört neben der Digitalisierung zu den großen Transformationsherausforderungen unserer Zeit, denen sich Unternehmen früher oder später stellen müssen.“

OroraTech: 15 Mio. Euro für Satelliten-basierten Klimaschutz

Das 2018 in München gegründete SpaceTech-Start-up OroraTech sammelt 15 Mio. Euro zum Ausbau seiner Satelliten-basierten Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels ein.

OroraTech, der Münchner Anbieter für satelliten-basierte Wärmebilderfassung, hat mit privaten Investor*innen und zusätzlicher Co-Finanzierung durch öffentliche Geldgeber*innen seine Series-A-Runde um 15 Millionen Euro erweitert. Mit der neuen Finanzierung will OroraTech als erster und einziger kommerzieller Anbieter von satelliten-basierten Wärmebildern bereits im Mai 2023 seine zweite Wärmebildkamera ins Weltall bringen. Zudem nutzt OroraTech den verstärkten Rückenwind zur Entwicklung weiterer, neuer Lösungen zur Anpassung und Bekämpfung des Klimawandels.

Die Investitionsrunde wurde von Lead-Investor Edaphon, einem in Belgien ansässigen Impact-Investor, zusammen mit den bestehenden Investoren Findus Ventures, Ananda Impact Ventures, Wachstumsfonds Bayern 2, ConActivity, APEX Ventures, SpaceTec Capital und Industrieexperten Ingo Baumann und Clemens Kaiser abgeschlossen. Zusätzliches Geld wurde durch Aufträge und Förderungen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und des Freistaates Bayern eingesammelt.  

 „Ich bin sehr stolz darauf, was wir innerhalb eines Jahres erreicht haben – wir haben unsere erste Kamera im Weltall gestartet, die selbst unsere eigenen Erwartungen übertroffen hat und weltweit einzigartig ist. Mit der zusätzlichen Finanzierung werden wir unsere zweite Kamera in den Orbit bringen und unsere Expansionsstrategie in weitere Anwendungsfelder beschleunigen. OroraTech’s schnelles Wachstum wird auch von Investoren anerkannt und ich freue mich daher sehr, unseren neuen Investor Edaphon an Bord begrüßen zu dürfen. Gemeinsam werden wir unser Ziel weiter vorantreiben, alle 30 Minuten die Temperatur der Erde zu messen, um für mehr Transparenz zu sorgen und um bessere Entscheidungen in der Bekämpfung des Klimawandels zu ermöglichen“, erklärt Thomas Grübler, CEO von OroraTech.

Waldbrände als Klimakiller

Das im Pariser Klimaabkommen 2015 beschlossene Ziel, die globale Erderwärmung auf 1.5°C zu begrenzen, beschäftigt die Klimapolitik weltweit, auch wenn jetzt im Rahmen der COP27 Konferenz in Ägypten festgehalten wurde, dass dieses Ziel nicht mehr realistisch ist. Fakt ist: Die Erde hat dauerhaftes „Fieber“, das zu Naturkatastrophen und damit einhergehenden finanziellen Verlusten führt. Waldbrände beispielsweise sind jedes Jahr für 17 bis 20 Prozent der gesamten globalen CO2-Emissionen verantwortlich und verursachen versicherte Schäden in der Höhe von über zehn Milliarden Dollar Schäden. Aus dem Temperaturanstieg resultierende Folgen wie diese haben einen schwerwiegenden Einfluss auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zum Schutz von biologischer Vielfalt, Wasser, Gesundheit, Landwirtschaft und Klima.

Satelliten-basierter Klimaschutz

Bereits heute tragen satelliten-basierte Technologien entscheidend zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bei. Informationen von Bodensensoren in Kombination mit Satelliten-Daten helfen bei der Verbesserung der Luftqualität, dem Schutz der Wälder sowie bei der Verifizierung von Kohlenstoffkrediten für Waldbesitzer*innen. 

Angetrieben von der Vision „Thermal intelligence for a sustainable Earth“ brachte OroraTech Anfang 2022 den ersten ungekühlten Thermal-Infrarotsensor ins Weltall. Der erfolgreiche Launch war ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zu einer Konstellation, die bereits 2024 jeden Punkt der Erde alle 12 Stunden und ab 2026 rund alle 30 Minuten erfassen wird. 

OroraTech’s erstes Produkt, die Wildfire Intelligence Solution, wird bereits von Kund*innen weltweit eingesetzt. Die Plattform nutzt verfügbare Erdbeobachtungsdaten zur Erkennung und Überwachung von Waldbränden. Mit der Wildfire Intelligence Solution werden bereits heute über 100.000 Brände täglich erkannt und mehr als 160 Millionen Hektar Wald auf sechs Kontinenten geschützt.

Uhren-Start-up Watchmaster stellt Insolvenzantrag nach Einbruchdiebstahl

1.000 Luxusuhren mit einem Verkaufswert von über 10 Mio. Euro entwendet: Die Watchmaster ICP GmbH, einer der größten Händler zertifizierter Luxusuhren aus zweiter Hand in Europa, hat am 29.11.2022 beim Amtsgericht Berlin einen Insolvenzantrag gestellt.

Am 19.11.2022 ist in eine Hochsicherheitstresoranlage an der Berliner Fasanenstraße eingebrochen worden. In dieser Anlage hat auch Watchmaster Tresorräume angemietet, um dort Luxusuhren sicher zu lagern. Bei dem Einbruch wurden 1.000 Uhren mit einem Verkaufswert von über 10 Millionen Euro gestohlen. Der Einbruch wurde von Watchmaster noch am gleichen Tag der Polizei gegenüber angezeigt und nach mehrtägiger Spurensicherung ermittelt nun das Landeskriminalamt Berlin.

Ein Teil der gestohlenen 1.000 Uhren ist Eigentum des Unternehmens. Ein Großteil gehört Kommittenten. Das sind Kund*innen, die ihre Uhren über Watchmaster verkaufen – mit einer Provision, die an den Händler geht. Das Unternehmen informierte umgehend nach der Kommunikationsfreigabe durch das Landeskriminalamt Berlin die betroffenen Kund*innen.

Es besteht ein Versicherungsschutz, der die Auszahlung der Kommittenten laut Kommissionsvertrag und die Eigenware von Watchmaster schützen soll. Demnach soll den Besitzer*innen der Uhren kein unmittelbarer Schaden entstehen. Watchmaster selbst erhält lediglich den Einkaufspreis seiner Uhren zurück, was aber bei Weitem nicht das abdeckt, was bereits in Aufbereitung und Zertifizierung sowie Marketing investiert wurde. Dem Unternehmen sind Zukunftsumsätze und Marge, gerade im laufenden Weihnachtsgeschäft genommen worden. „Unter diesen nicht zu erwartenden Umständen ist es dem Unternehmen nicht mehr möglich, eine positive Fortführungsprognose abgeben zu können. Der Vorfall zwingt uns in die Insolvenz.“

Seit der Gründung des Berliner Unternehmens im Jahr 2015 hat sich Watchmaster zu einer geschätzten Adresse für private Verkäufer*innen und Käufer*innen von zertifizierten Luxusuhren entwickelt. Mehr als 4.000 Uhren waren zuletzt auf der Internetseite des Unternehmens verfügbar. Das Start-up beschäftigt derzeit rund 75 Mitarbeitende an Standorten in Berlin, Paris und London. „Wir sind zutiefst bestürzt, welche harten Konsequenzen dieser Vorfall für alle Beteiligten hat. Wir möchten uns an dieser Stelle bei unseren Mitarbeitern bedanken, die stets an unsere Vision geglaubt haben und auch in den letzten Tagen wieder bewiesen haben, aus welchem Holz sie geschnitzt sind.“

Für das Jahr 2023 hatte Watchmaster viele Pläne für eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens. Unter anderem war die Erweiterung von physischen Präsenzen, also Standorten im Retailbereich, vorgesehen. Die Pläne des Start-ups sind durch den Einbruch über Nacht zunichte gemacht worden. Watchmaster wird den regulären Geschäftsbetrieb aber so reibungslos wie möglich aufrechterhalten: „Unsere Priorität liegt weiterhin auf dem Schutz unserer Kunden. Unsere Insolvenz wird uns von diesem Vorsatz nicht abhalten. Auch unseren Kunden gilt unser Dank, wir werden unser Möglichstes tun, diese zu unterstützen“, so ein Firmenvertreter.

Per Fünf-T-System zum Unicorn?

Eine Studie von McKinsey will das Erfolgsrezept gefunden haben, wie man zum 1 Milliarde US-Dollar schweren Unicorn wird.

Der Traum ist bekannt: In jungen Jahren mithilfe von Fast Food und Energy-Drinks (oder in heutigen Zeiten eher vegane Alternativen und nachhaltig hergestellte Kräuter-Getränke) aus der Garage, der WG, dem eigenen Schlafzimmer oder einem klaustrophobisch anmutenden Büroraum heraus eine Idee entwickeln, die sich dann in ein Startup und schlussendlich zum Unicorn wandelt. So werden gern jene Erfolgsgeschichten erzählt, die zur Milliardenbewertung des eigenen Unternehmens und globalem Erfolg führen.

Für den tatsächlichen Erfolg jedoch braucht es laut einer Studie von McKinsey weit mehr: von ausreichend unternehmerischer Vorerfahrung, über die richtige Ausbildung bis hin zu nachhaltigen Wachstumschancen im Zielmarkt.

Diese Voraussetzungen hat McKinsey aus Interviews mit zehn Venture Capital-Gesellschaften und Angel Investors sowie 100 von weltweit 1000 Unicorns abgeleitet. Und kam auf das „Fünf-T-System“:

1. Team: Nicht ohne meine Leute

Laut der Analyse sind gute Mitarbeiter*innen der Schlüssel zum Erfolg. 75 Prozent aller Unicorn-Start-ups wurden von zwei oder mehr Leuten gegründet. Wichtig dabei sei die Vielfalt im Gründer*innenteam.

Unicorns sind, was die Studienabschlüsse betrifft, bunt durchmischt (technologischer Hintergrund 40 Prozent, Naturwissenschaften 25 Prozent, wirtschaftlicher Hintergrund 25 Prozent).

Generell sind Hochschulausbildungen bei Unicorn-Gründer*innen weit verbreitet: Mehr als 95 Prozent haben einen akademischen Abschluss, mehr als 70 Prozent sogar einen Master, MBA oder Doktortitel.

Neben der richtigen Ausbildung sei zudem auch Berufserfahrung essenziell. Die meisten (80 Prozent) Unicorn-Gründer*innen haben bereits davor Arbeitserfahrung gesammelt, und mehr als die Hälfte hat zuvor bereits ein anderes Start-up gegründet.

Investor*innen sind, der Studie nach, auf der Suche nach Gründer*innen, die nicht nur Visionär*innen, sondern auch erfahrene Unternehmer*innen sind. Von der Garage aus zum Weltmarktführer wie bei Facebook, Google und Co. wird demnach kaum zur Realität.

 

„Die Unerfahrenheit dieses Gründer*innen-Stereotyps finden wir bei erfolgreich skalierten Gründungen jedoch selten – das Gegenteil ist der Fall: 80 Prozent der Gründer*innen haben Vorerfahrungen gesammelt: entweder in Start-ups oder Corporates“, sagt Jerome Königsfeld, Autor der Studie und Partner im McKinsey Büro in Köln.

2. Total adressable Market

Fast ein Drittel der Top-100-Unicorns ist in den Sektoren „Technologie, Medien und Telekommunikation“, „Industrie“ und „Gesundheitswesen“ zu finden. Dabei sei aber nicht nur die Größe entscheidend.

Ein Start-up auf Trends und in Märkten ohne klaren Marktführer zu gründen, locke ebenfalls Investor*innen. Ganz nach dem Motto „There is no planet B“ investieren Unternehmen und Regierungen weltweit aktuell vor allem in den Bereich Nachhaltigkeit (zehn Billionen Euro in den nächsten 30 Jahren).

Markus Berger-de León, ebenfalls Co-Autor der Studie und Senior Partner im McKinsey Berlin Büro, erklärt die vorausgesagten Investments so: „Steigende Energiepreise und ein gestiegenes Bewusstsein für den Klimawandel werden die Entwicklung und das Wachstum von Cleantech-Start-ups begünstigen.“

3. Mit dem perfekten Timing zum Unicorn

Als Vorreiter bei Trends können Startups mit schnellem Wachstum, höheren Margen und ausreichend verfügbarem Kapital rechnen. Damit sichern sich „First Movers“ eine vorteilhafte Marktposition, bevor andere Start-ups oder etablierte Unternehmen auf das neue Geschäftsfeld aufmerksam werden.

Rasch potenzielle Kund*innen für das Produkt oder die Dienstleistung zu gewinnen, sei dabei entscheidend für Investor*innen.

4. Technologie: Software übertrumpft Hardware

Während der Großteil der Unternehmensgründungen auf neuen Technologien basiert, gibt es auch weitere Möglichkeiten, das richtige Produkt oder die passende Dienstleistung für den skalierbaren Erfolg zu finden. Start-ups können mit einer neuen Kombination oder Verbesserungen bestehender Technologien, beispielsweise durch gesteigerte Effizienz, einen Markt für sich gewinnen.

Entscheidend ist immer, die Skalierbarkeit – das Produkt oder die Dienstleistung soll von beliebig vielen Kund*innen genutzt werden können, ohne dass die eigenen Kosten explodieren. Bei diesem Aspekt wären vor allem Software-Produkte im Vorteil.

5. Traction: Neue Lösungen für alte Probleme

Erfolgreiche Gründungen zeichnen sich, der Studie nach, vor allem auch dadurch aus, dass für bestehende Probleme in bestehenden Märkten neue Lösungen geboten werden.

Mit einer Idee ein Unternehmen gründen, und danach nach dem richtigen Markt dafür zu suchen, führt nur in seltenen Fällen zum Erfolg. Investor*innen würden es, McKinsey nach, bevorzugen, wenn Unternehmen einem sogenannten „3-3-2-2-2“-Muster folgen.

Die Umsätze eines Start-ups sollten sich in den ersten zwei Jahren nach der Gründung verdreifachen und die drei Jahre danach ungefähr verdoppeln.

Die McKinsey-Analyse zeigt nämlich: Erfolgreiche Start-ups haben ihre Umsätze acht Jahre lang jedes Jahr verdoppelt.

Auch die derzeitige unsichere Wirtschaftslage wirkt sich auf den Start-up-Sektor aus: Investor*innen achten aktuell vor allem auf Profitabilität und nicht auf schnelles Wachstum. Grund dafür ist die hohe Inflation, wodurch auch das Halten von Bestandskund*innen und wiederkehrende Einkünfte immer wichtiger werden.

Hier geht's zur Studie

Gründer*in der Woche: promiseQ – KI-Tech für weniger Falschalarme

Die Zahl der Videoüberwachungskameras hat im vergangenen Jahr weltweit die Marke von einer Milliarde Geräten geknackt. Ein Problem bei der Sicherheitstechnologie sind jedoch die vielen fehlerhaften Alarmrufe, die Zeit und Ressourcen binden und enorme Kosten verursachen. Das 2021 von Elias Kardel und Tolga Ermis gegründete Start-up promiseQ hat eine Softwarelösung entwickelt, die Falschalarme signifikant reduziert. Mehr dazu im Interview mit CEO Tolga.

Wann und wie bist du zusammen mit deinem Mitgründer Elias auf die Idee zu promiseQ gekommen?

Die zündende Idee für promiseQ kam uns als Elias Schwiegervater, der Direktor einer Schule in Taiwan ist, sich darüber beklagte, dass er ständig Notifications von Falschalarmen auf seinem Handy erhielt. Das ging so weit, dass er die besagten Überwachungskameras auf dem Schulgelände einfach abschaltete, um nicht ständig mit Benachrichtigungen überhäuft zu werden. So kamen wir auf die Idee, eine Technologie zu entwickeln, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert und genau diese Falschalarme automatisch herausfiltern kann. Nach einer gründlichen Marktstudie fanden wir heraus, dass es sich bei 95 Prozent aller weltweit ausgelöster Alarme um Falschalarme handelt. Wir haben so im Endeffekt ein dringendes Problem in der Sicherheitsbranche identifiziert und uns dann entschlossen, mit einer eigenen Firma etwas dagegen zu tun.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Softwarelösung?

Am Anfang haben wir neben unseren vorherigen Jobs an promiseQ gearbeitet. Ab einer gewissen Stelle war aber klar, dass man an seiner Idee nur ganz oder gar nicht arbeiten sollte. Nach ungefähr einem Jahr haben wir dann bei unseren früheren Arbeitgebern gekündigt. Es hat uns geholfen, dass wir dann direkt danach in den „Bosch Startup Harbour“ aufgenommen und dort finanziell sowie durch Mentoring unterstützt wurden. Am Ende des Accelerator-Programms haben wir uns dann für die Firmengründung wirklich bereit gefühlt. Durch das Programm wurden wir auch an unseren ersten Kunden empfohlen. Mit diesem kamen dann im nächsten Schritt erste Investoren und mehr Unterstützung aus der Sicherheitsindustrie, wodurch wir unser Produkt entscheidend weiterentwickeln konnten.

Von einer komplett fertigen Softwarelösung sollte man aber noch nicht reden, denn wir haben noch viel vor. Wir verfügen aktuell über ein erstes Kernprodukt, welches wir an eine wachsende Anzahl an Kunden vertreiben. Darüber hinaus entwickeln wir im agilen Austausch mit unseren Bestandskunden aber bereits weitere Features, um zukünftig eine ganzheitliche Plattformlösung zum Management der sogenannten „Alarmverarbeitungskette“ anbieten zu können.

Was ist das Besondere an promiseQ, wie unterscheidet ihr euch von anderen Sicherheitslösungen?

Das besondere an unserer Lösung ist, dass unsere KI vollautomatisch Crowdworker für ihre Entscheidung hinzuzieht, wenn sie sich nicht zu 100 Prozent sicher ist. Dadurch erreichen wir eine Filterleistung von bis zu 99,7 Prozent. Zusätzlich wird unsere KI mit den neuen Daten trainiert und wird dadurch immer genauer. Das Ziel ist es, dass die KI irgendwann von alleine so akkurat Entscheidungen treffen kann, dass keine Crowdworker mehr für die finale Verifizierung in Einzelfällen benötigt werden.

Wer sind eure Kund*innen bzw. wo und wie kommt promiseQ zum Einsatz?

Momentan konzentrieren wir uns auf Kunden aus der Sicherheitsbranche und insbesondere auf Notrufleitstellen. Mit Hilfe unserer Lösung können wir die operativen Kosten dort um 80 Prozent senken und einer „worker’s fatigue“ entgegenwirken, die bei monotoner Arbeit, wie der Filterung von Falschalarmen, auftreten kann. Bei immer gleicher Tätigkeit schleichen sich nämlich für gewöhnlich Fehler ein. Dieses „menschliche Versagen“ bei tatsächlichen Alarmen können wir mit unserer Technologie nahezu eliminieren.

Mittel- und langfristig wollen wir unseren Kundenstamm und Use Case ausbauen, um auch eine weitere automatische Erkennung von Gefahren anbieten zu können, wie beispielsweise Feuerdetektion oder der Erkennung von Gefahrensituationen wie Unfällen, Schlägereien oder Diebstahl.

Wie habt ihr die Software-Entwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

In der ersten Phase nachdem wir mit unserer Idee gestartet sind, waren wir Teil des „Bosch Startup Harbour“ und haben zudem das Berliner Start-up Stipendium erhalten. Danach haben sich der Berliner Frühphaseninvestor APX und ein paar namhafte Executives aus der Sicherheitsbranche als Business Angels im Rahmen unserer Pre-Seed-Finanzierungsrunde im April 2022 an promiseQ beteiligt.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Vorhaben und To-dos nach der erfolgreichen sechsstelligen Pre-Seed-Finanzierung?

Wir sind aktuell dabei, einige wichtige Leads aus unserer Sales Pipeline erfolgreich als Kunden zu gewinnen. Wir konzentrieren uns momentan darauf, so viele Deals wie möglich abzuwickeln, um eine hohe Sales Traction aufzubauen. Damit wollen wir zeigen, dass unser Produkt am Markt bereits eine Relevanz hat und wirklich gebraucht wird. Außerdem geht es jetzt verstärkt darum, IT-Talente für unser Unternehmen zu gewinnen, um die Entwicklung unserer KI-Software voranzutreiben.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Irgendwann wird immer ein Moment des Zweifelns aufkommen. Genau dann ist es wichtig, nicht aufzugeben, sondern durchzuhalten und sich davon nicht abschrecken zu lassen. Das ist im Endeffekt der wichtigste Tipp, den ich allen Gründerinnen und Gründern ans Herz legen möchte. Glaubt an euch und an das, was ihr könnt, und beißt in schwierigen Situationen die Zähne zusammen - hört niemals auf, an eure Vision zu glauben!

Hier geht's zu promiseQ

Das Interview führte Hans Luthardt

Hospitality-TechStart-up limehome sichert sich 45 Mio. Euro an frischem Kapital

Limehome, der 2018 in München gegründete, technologiebasierte Anbieter und Betreiber von voll digitalisierten Design-Apartments in Europa, erhält 45 Millionen Euro neues Wachstumskapital.

Das Münchner Hospitality-TechStart-up limehome wuchs dank seines konsequent digitalen Geschäftsmodells in der Krise im Business- wie auch im Leisure-Segment weiter dynamisch. So konnte das Unternehmen seinen Umsatz in den Pandemiejahren jährlich verdreifachen. Der Markteintritt in weiteren europäischen Ländern steht kurz bevor. Bereits heute ist limehome schon an über 100 Standorten in sieben Ländern vertreten.

Dank seiner proprietären Betriebsplattform automatisiert limehome alle herkömmlichen Prozesse eines Hotelbetriebs – vom Pricing über Buchung, Check-in, Reinigung, Customer Service bis hin zur Rechnungserstellung. Die höhere Effizienz im Betrieb und in Flächennutzung erlauben auch kleinere Standorte profitabel zu betreiben, die für herkömmliche Hotelkonzepte nicht attraktiv sind. Seit der Gründung 2018 expandierte das Münchner Start-up in mehr als 100 Standorte und hat mehr als 3.000 Apartments in sieben Ländern unter Vertrag. Die Auslastung der von limehome angebotenen Apartments liegt laut Angaben des Start-ups seit über einem Jahr konstant bei rund 90 Prozent bei einer hohen Profitabilität über alle Standorte hinweg.

Das zusätzliche Kapital wollen die Münchner vor allem in die Expansion fließen lassen. Neben weiterem organischen Wachstum soll ein Teil des Kapitals auch in Übernahmen von bestehenden Betreibern fließen, bei denen limehome auch in der Vergangenheit bereits deutliche Performance-Steigerungen erzielen konnte. Außerdem will limehome die Skalierbarkeit und das hohe Servicelevel der eigenen Technologieplattform weiter ausbauen.

„Unsere beiden neuen Investoren schätzen die Kombination aus hohem Wachstum und einem hochprofitablen Bestandsgeschäft. Wir freuen uns über ihr Vertrauen in unsere Vision und sehen uns darin bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein, um limehome zu einem hochprofitablen technologiebasierten Betreiber von Design-Apartments zu entwickeln”, sagt Cesar de Sousa Freitas, Geschäftsführer von limehome.

„Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unsere voll ausgestatteten Design-Apartments mit digitaler Customer Journey und einer konsistenten Qualität sowohl im Leisure- als auch im Business-Segment großen Anklang finden. Mit der Unterstützung unserer Investoren werden wir unser Konzept kontinuierlich weiterentwickeln und in neue Märkte bringen”, ergänzt Dr. Josef Vollmayr, Mitgründer und Geschäftsführer von limehome.

„Wir haben frühzeitig in limehomes innovatives Geschäftsmodell investiert. Darin sehen wir uns durch die außergewöhnliche Entwicklung des Unternehmens bestätigt. Wir sind davon überzeugt, dass limehome durch sein klares Konzept und die starke Umsetzung seine führende Stellung als technologiebasierter Betreiber in Europa weiter ausbauen wird“, so Fabian Gruner, Principal beim Investor HV Capital. 

Wer gewinnt die EY Startup Academy 2022?

Am 24. November ist es so weit und es entscheidet sich, welches Start-up die größten Fortschritte in den letzten Wochen gemacht hat und den EY Startup Academy Award gewinnt. So könnt ihr dabei sein!

Seit die acht Finalist*innen aus den knapp 90 eingegangenen Bewerbungen Mitte September ausgewählt wurden, haben sie an über 30 Workshops und Trainings teilgenommen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählten neben Pitch Training, Fundraising, Pricing, Business Planung und Investor Readiness auch Regulatorik und Datenschutz.

Pitch Contest …

Am 24. November treten Cognate Language Learning, CryptoMate, Data Lake, ICsec S.A., Retalos, revelaire.finance, Rhoman Aerospace und Zonifero S.A. in einem Pitch Contest gegeneinander an. Die Teilnehmer*innen des diesjährigen Programms sind sehr international und kommen nicht nur aus dem europäischen Ausland – sogar Start-ups aus den USA haben sich für eine Teilnahme an der EY Startup Academy entschieden. Dabei sind die Geschäftsmodelle der Teilnehmer*innen sehr spannend: Das Spektrum reicht von Cybersicherheitslösungen über Krypto-Anbieter oder die Analyse von medizinischen Daten bis hin zu Drohnen.

… Top-Keynotes und Panel-Diskussionen

Bei dem Closing Event am 24. November stimmt eine mit Expert*innen besetzte Jury darüber ab, welches der Gründerteams während des Programms die größten Fortschritte gemacht hat – doch auch die Zuschauer*innen dürfen für ihren Favoriten abstimmen. Daneben wird es spannende Keynotes und Panel-Diskussionen mit Teilnehmer*innen aus dem Start-up-Ökosystem geben.

Auf einen Blick

Was: EY Startup Academy Closing Event
Wo: TechQuartier, Platz der Einheit 2, 60327 Frankfurt/Main (und online - Link folgt)
Wann: 24. November 2022 | 18.00 – 19.30 Uhr

Meldet euch jetzt für unser Closing Event am 24. November, um 18.00 Uhr, an und seid live im TechQuartier in Frankfurt dabei. Für diejenigen, die nicht vor Ort sein können, wird ein Livestream angeboten.

Gründer*in der Woche: planelli - Junggesellinnenabschiede mit Plan

Junggesellinnenabschiede könnten für alle Beteiligten stressfrei sein, wenn die Organisation aus einem Guss wäre – was leider eher selten der Fall ist. Die planelli-Gründer*innen wollen hier Abhilfe schaffen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin und CEO Sandrin Lange.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Mitgründer*innen Melanie Möhlmann und Christian Schmitz auf die Idee zu planelli gekommen? Waren eigene negative Erfahrungen im Spiel?

Ja! Denn so schön der Tag selbst auch ist, die Planung eines Junggesellinnenabschieds bringt doch einige Herausforderungen mit sich. Häufig findet die Organisation größtenteils über Messenger statt, was sehr schnell für alle sehr unübersichtlich wird. Wer hat nochmal was wann geschrieben? Welche Vorschläge wurden schon gemacht? Wer ist eigentlich mit dabei oder kann an welchem Datum nicht? Und wie viel wollen wir ausgeben? Da gibt es viel zu klären und viel zu diskutieren. Wir haben das immer als recht anstrengend erlebt und im Rahmen so einer Planung dann selbst nach einem digitalen Tool gesucht, das uns hilft. Und keins gefunden. Unsere Lösung: Selbst einen Planer entwickeln. Die passenden Hintergründe haben wir zum Glück mitgebracht. Christian und ich kommen aus dem Bereich UX Design, Melanie zaubert als Fullstack Engineer den planelli Code.

Was sind deiner Erfahrung nach die größten Knackpunkte bzw. No-Gos bei der Planung von Junggesellinnenabschieden (kurz JGA)?

Zum einen die schon erwähnte Unübersichtlichkeit der gesamten Planung innerhalb einer Chatgruppe. Dann werden häufig digitale Tools genutzt, die aber alle woanders zu finden sind. Auch da muss man den Überblick behalten. Und ein ganz heikles Thema: Das liebe Geld. Die einen würden für den Tag ordentlich was investieren, die anderen möchten oder können nicht so viel ausgeben, finden es aber vielleicht unangenehm darüber zu reden. Deswegen haben wir zum Beispiel eine anonyme Abstimmung über das Budget pro Kopf integriert.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum fertigen Produkt, eurem digitalen JGA Planer planelli?

Ganz wichtig: User Research. Als allererstes haben wir unsere Idee so validiert und machen immer wieder Testrunden, um entlang der Nutzerbedürfnisse zu entwickeln. Außerdem sind wir Schritt für Schritt live gegangen. Zunächst mit unserer Website inklusive Programmseite, auf der sich über 100 Aktivitäten für einen JGA finden (und auch buchen) lassen. Schritt zwei war dann der Planer selbst. Denn im Sinne des MVP (Minimum Viable Product) wollten wir uns nicht im Detail verlieren, bevor wir live gehen. Stattdessen so schnell wie möglich launchen, in der Live-Umgebung testen und weiter iterieren.

Was ist das Besondere an planelli, wie unterscheidet ihr euch von den zahlreichen anderen Lösungen in diesem Bereich?

Wir bieten die wichtigsten Tools für die Planung an einem einzigen Ort statt auf vielen verschiedenen Seiten. Bei uns findet man Inspiration für die Programmplanung, kann Aktivitäten über Partnerseiten buchen und direkt über das Datum und das Budget für den Tag abstimmen lassen. Außerdem kann die Planung mit allen Teilnehmer*innen geteilt werden. Wir vereinfachen damit enorm die Kommunikation und Organisation des Tages.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Wir sind bis jetzt komplett selbstfinanziert. Unser Geschäftsmodell basiert aktuell auf Affiliate Marketing, der nächste Schritt ist ein Premiummodell für den Planer. Die User haben dann die Wahl zwischen einem kostenfreien Plan und einer Version mit mehr Funktionen und Möglichkeiten.

Wie macht ihr auf euch und eure Services aufmerksam?

Zum einen nutzen wir unser Netzwerk, zum anderen bauen wir unsere Social-Media-Kanäle auf und aus. Unser Fokus liegt allerdings stark auf Instagram, wo sich unsere Zielgruppe hauptsächlich tummelt. Wir schalten hier regelmäßig Werbung und setzen außerdem auf eine ausgefeilte PR-Strategie.

Was sind eure weiteren unternehmerischen To-dos und Pläne?

Wir sind noch lange nicht fertig. Planelli soll weiter wachsen und neben den wichtigsten Planungstools weitere Lösungen bieten, damit die Organisation eines JGAs noch einfacher wird und schlichtweg mehr Freude macht. Es geht aber noch weiter: Wir möchten DIE Adresse für die (digitale &) einfache Planung jeglicher Events werden. Denn es gibt ja noch mehr zu organisieren als Junggesellinnenabschiede.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Im Brainstorming sollte man sich nicht limitieren, in der Entwicklung ist dann aber MVP das Zauberwort. Nicht zu lange und bis ins letzte Detail im stillen Kämmerlein vor sich hin werkeln. Lieber auf das Wesentliche konzentrieren, live gehen und mit dem echten Feedback und datengetrieben weiterarbeiten.

Hier geht’s zu planelli

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: foodcall - Essensbestellung per KI-Sprach-Chatbot

Mit foodcall hat we-do.ai-Gründer und CEO Dr. Sebastian Hecker nach drei Jahren Entwicklungsarbeit ein Software-Pionierprojekt an den Start gebracht. Erstmals wird KI mit Spracherkennungsfunktion in der Gastro-Branche genutzt. Mehr zu dieser KI-Innovation und die Anwendungsfelder im Interview mit Sebastian.

Wann und wie bist du auf die Idee zu foodcall gekommen?

Die we-do.ai GmbH wurde 2018 mit dem Fokus der individuellen Softwareentwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz gegründet. Einige unserer Projekte beinhalteten die Programmierung von Sprach-Chatbots und da unser Ziel immer war, ein eigenes Produkt zu entwickeln, haben wir uns eine Branche gesucht, für die es möglich ist, einen Sprach-Chatbot zu launchen, der in einem flüssigen Gespräch alle Fragen der Anrufer klären kann. Nach einiger Recherche fiel die Entscheidung für die Gastronomie, weil die Themen, die ein Anrufer mit einem Restaurant klären möchte, überschaubar sind: Essensbestellungen, Tischresevierungen, sonstige Anliegen. Was zu Anfang überschaubar aussah, hat sich im weiteren Entwicklungsverlauf als komplexer und vielschichtiger herausgestellt, sodass die Entwicklung drei Jahre benötigt hat und wir "erst" im März dieses Jahres foodcall erstmalig an Restaurants verkauft haben.
Um foodcall zu 100 Prozent an die Bedürfnisse der Gastronomen anzupassen, haben wir in den drei Entwicklungsjahren mit vielen verschiedenen Restaurants die Software als Pilot getestet. Die Anzahl dieser Erstkunden lag bei Marktstart bei 121 Restaurants.


Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum fertigen KI-Sprach-Chatbot?

Die Entwicklung der Sprach KI an sich war die größte Hürde. Für die Entwicklung haben wir mehr als drei Jahre benötigt. Hierbei stellten wir uns die zentrale Frage, was der Markt eigentlich will. Folglich haben wir uns immer wieder daran orientiert, wie Kunden bei ihren Restaurants anrufen und anhand von vielen Telefonaten die KI kontinuierlich weiterentwickelt.

Letztlich dabei herausgekommen ist foodcall: Was ist das Besondere an foodcall und wie unterscheidet ihr euch von anderen Gastro-Software-Lösung?

Foodcall ist eine umfassende Software-Lösung für die Gastronomie: Angefangen bei der Bestellannahme per Telefon via Übermittlung an die Küche bis zur Integration in das Kassensystem, ist der Dienst rund um die Uhr einsatzbereit, kann parallel mehrere Telefonate führen und auch Kundenanfragen an das Restaurant weiterleiten. Er merkt sich z.B. die letzten getätigten Bestellungen inkl. Vorlieben sowie die Lieferadressen der Kunden. Aber nicht nur Bestellungen und Reservierungen werden bearbeitet, sondern auch andere Anliegen wie einen Anruf des Steuerberaters oder des Lebensmittellieferanten. Dabei zeichnet sich der Sprach-Chatbot insbesondere durch eine flüssige Gesprächsführung aus, erkennt Sprachvariationen und beantwortet Nachfragen zum Bestellstatus. Das foodcall-Team hebt damit Sprach-Chatbots auf das nächste Level. Bisher ist man daran gewöhnt, dass z.B. Alexa oder der Google Assistant eine Antwort auf eine Frage geben, aber keine normale Konversation führen können. Durch den ganzheitlichen Ansatz von foodcall werden Fehlbestellungen deutlich reduziert bzw. komplett vermieden. Mit dieser Unterstützung kann sich das Restaurant auf die Zubereitung, das Servieren und Ausliefern von Speisen fokussieren und so das Team entlastet werden. Es gibt keine aktuell keine anderen Anbieter im Markt, die etwas Vergleichbares anbieten.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen erhöhte erst im Juli 2022 sein Investment auf einen inzwischen siebenstelligen Betrag im Rahmen einer Folgefinanzierung. Bereits seit 2018 begleitet der TGFS das auf Chatbots spezialisierte Start-up als Finanzierungspartner.

Wer sind eure Kund*innen bzw. wo kommt foodcall idealerweise zum Einsatz?

Jedes Restaurant, Kette oder Franchise ist potenzieller Kunde, da jedes Restaurant Anrufe bekommt. Idealkunden sind natürlich die, die viele Essensbestellungen über das Telefon erhalten, da hier der größte Mehrwert für das Restaurant entsteht. Dies zeigt sich aktuell schon an unserer Kundenstruktur, vom Kleinunternehmen (Dönerbude) bis zum großen Franchise ist alles vertreten. Die faire Preisgestaltung, die kurze Kündigungsfrist von einem Monat und die flexible Nutzung ermöglichen auch kleinen Restaurants mit geringem Geldbeutel den Einsatz von foodcall. Das Bezahlmodell ist pay per use, d.h. das Restaurant bezahlt foodcall für jeden Anruf, der übernommen wird. Der Gastronom kann foodcall individuell aus- und anschalten, wenn er selbst das Telefon übernehmen und so ggfls. Kosten sparen will.

Was sind deine wichtigsten Erkenntnisse seit der Markteinführung Anfang 2022?

Foodcall kommt genau zur richtigen Zeit: Zum einem werden die "Endkunden" digitaler und offener für KI-Sprach-Chatbots, zum anderen hilft foodcall beim akuten Fachkräftemangel Arbeitskraft zu ersetzen bzw. bereit zu stellen, da die KI 24/7 einsatzbereit ist. Die grundsätzliche Entwicklung wird in allen Bereichen mehr und mehr Richtung "Voice" gehen.

Foodcall ist der erste Sprach-Chatbot in Deutschland, der in einem flüssigen Gespräch mit seinem Anrufer kommunizieren kann. Viele Anwendungen, die heute noch per Tastatur eingegeben werden, werden zukünftig per Sprache geschehen: z.B. Onlineshop-Bestellungen. Mit dem sich täglich vergrößernden Datenpool und den Erfahrungen in Gesprächsführung ist die KI von foodcall für diese Zukunft ideal aufgestellt.

Was sind deine weiteren unternehmerischen Vorhaben bzw. To-dos?

Unser Ziel ist der Aufbau starker Kooperationen, Leuchtturm-Kunden zu gewinnen, natürlich große Bekanntheit zu erlangen und eine schnelle Marktdurchdringung zu erreichen. Die größte Herausforderung wird dabei sein, das schnelle Wachstum zu meistern. Wir sehen foodcall flächendeckend in Deutschland in allen möglichen Restaurants und auch in weiteren deutschsprachigen Ländern wie Österreich und Schweiz. Eine Expansion in weitere Länder mit weiteren Sprachen steht ebenfalls auf unserer Agenda.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

  1. Unternehmen sollten sowohl technisch als auch vertriebsseitig gleichermaßen gut aufgestellt sein. Diese zwei Faktoren stehen für Stabilität und bilden die Basis, um sich gut zu positionieren und zum Erfolg zu kommen. 
  2. Immer am Markt ausrichten, dabei spielt der persönliche Geschmack keine Rolle. Wichtig ist, was der Markt will!
  3. Immer am Ball bleiben, stets nach neuen Lösungen suchen und nicht zu schnell die Flinte ins Korn werfen. Die wenigsten Start-ups funktionieren in den ersten ein bis drei Jahren. Man braucht also Ausdauer und dickes Fell. Auch spielt Flexibilität eine entscheidende Rolle. Das haben uns nicht zuletzt die letzten drei Jahre seit Beginn der Pandemie gelehrt.

Hier geht's zu we-do.ai bzw. foodcall

Das Interview führte Hans Luthardt

Public Value Award for Start-ups 2022

Sieben spannende Finalist*innen – vier glückliche Gewinner*innen: Hier gibt’s die Details zum renommierten Public Value Award for Start-ups.

Seit 2016 zeichnet EY in Zusammenarbeit mit der HHL Leipzig Graduate School of Management Start-ups, die einen besonderen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, mit dem Public Value Award for Start-ups aus. Träger des Public Value Awards ist der gemeinnützige Verein Forum Gemeinwohl e.V., Partner*innen sind neben EY und HHL die Stadt Leipzig, ZEISS, die Leipziger Messe sowie die LF Gruppe.

140 Bewerbungen – 7 Finalist*innen

Im Jahr 2022 haben sich 140 junge Unternehmen für diese Auszeichnung beworben, sieben wurden von einer elfköpfigen Jury rund um die Juryvorstände Markus T. Schweizer (EY) und Prof. Dr. Timo Meynhardt (HHL) ins Finale gewählt.

Unternehmerischer Erfolg sollte nicht nur in Zahlen gemessen werden, weil unternehmerisches Handeln und soziale Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind und ein Fokus auf den eigenen Gemeinwohlbeitrag einem Unternehmen dabei helfen kann, langfristig Aktionäre zu gewinnen und Stakeholder Returns zu generieren. Grund genug, die diesjährigen Finalist*innen des Public Value Awards genauer unter die Lupe zu nehmen und der Frage nachzugehen, wie ihr Beitrag zum Gemeinwohl aussieht und wodurch sie sich von ihren Mitbewerber*innen abgehoben haben.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland, ergänzt: „Ich bin jedes Jahr aufs Neue fasziniert von den Ideen und Initiativen, mit denen die Bewerber Neues wagen, dabei alte Pfade verlassen und nachhaltige gesellschaftliche Impulse setzen. Sie verzweifeln nicht im Angesicht ungelöster Fragen, sondern suchen nach innovativen Lösungen, die unser Miteinander stärken und der Gesellschaft nutzen.“

Wie man Public Value messen kann

Bewertet wurden die Bewerber*innen anhand der Public Value Scorecard. In jeder der fünf Dimensionen dieser Scorecard – namentlich: Aufgabenerfüllung, Moral, Zusammenhalt, Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit – konnten zwischen 0 und 100 Punkten vergeben werden. Auch die Start-ups selbst mussten sich in ihrer Bewerbung punktemäßig festlegen und Argumente für jede Dimension anführen. Das gab ihnen die Chance, ihren Beitrag zum Gemeinwohl in Zahlen messbar zu machen und sich näher mit diesem zu beschäftigen. Viele haben die Erkenntnisse aus dem Bewerbungsprozess zum Anlass genommen, um ihre Außendarstellung und ihren Purpose neu zu definieren.

And the Winner is …

Nach einem wochenlangen Coaching durch EY und die HHL fand am 13. Oktober 2022 schließlich das Finale des Public Value Award for Start-ups in der Kongresshalle am Zoo in Leipzig statt. Vor rund 300 Gästen pitchten die Finalist*innen live um den Sieg in der Jurywertung. Bereits im Vorfeld an die Veranstaltung hatten Menschen weltweit zudem die Möglichkeit, online für ihren Favoriten abzustimmen und diesem damit eine Chance auf den Publikumspreis zu geben.

Sowohl die Jury-, als auch die Publikumsentscheidung fielen sehr knapp aus. Darüber, dass alle sieben Start-ups einen herausragenden Beitrag zum Gemeinwohl leisten, bestand Einigkeit.

Aber auch knappe Entscheidungen sind letztlich Entscheidungen und so wurde das Leipziger Start-up nucao (the nu company GmbH) mit dem 3. Platz in der Jurywertung ausgezeichnet. Auf Platz 2 erklommen Periodically aus Magdeburg das Siegertreppchen. Platz 1 wurde an Enpal aus Berlin vergeben. Den Publikumspreis gewannen die Duisburger Gründerinnen von momjobs.

PLATZ 1: ENPAL

N26 wollte Bitpanda aufkaufen, aber kam nicht weit

Laut einem Bericht des Magazins Finance Forward wollte das Berliner Unicorn N26 2020 das damals noch nicht Unicorn Bitpanda aus Wien kaufen.

3,5 Milliarden Euro war Bitpanda nach der letzten großen Finanzierungsrunde – 223 Millionen Euro im August 2021 – wert. Auch wenn Investor*innen hier aktuell wegen des Krypto-Winters und nach der Kündigung von rund 300 Mitarbeiter*innen im Juni dieses Jahrs vielleicht Abschläge bei der Bewertung machen würden – eine Übernahme des Unicorns käme nur mehr für wirklich große Konzerne infrage. Mitte 2020, als Bitpanda gerade eine kleine Finanzierungsrunde mit dem auf FinTech spezialisierten Branchenfonds von Speedinvest abgeschlossen hatte und noch kein Unicorn war, sah das aber noch anders aus. Damals soll es laut einem Bericht von Finance Forward ein Übernahmeangebot von der Berliner Neobank N26 gegeben haben. Das Magazin bezieht sich im Bericht auf „Insider“.

N26 & Bitpanda: Übernahme-Verhandlungen scheiterten schon sehr früh

Der Hintergrund: Das von den beiden Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete N26 wollte schon damals ein (Krypto-)Trading-Angebot in der eigenen App aufbauen. Das ist bis heute nicht umgesetzt worden. 2020 seien die Verhandlungen aber bereits in einem frühen Stadium wieder gescheitert, heißt es bei Finance Forward – wohl primär, weil das Krypto-Scale-up durch eigene Finanzierungsrunden weiter wachsen wollte, wird gemutmaßt. Wenige Monate später schloss Bitpanda eine eigene 44 Millionen Euro Serie A-Finanzierungsrunde ab und katapultierte sich wohl damit bereits in eine Bewertung, die N26 nicht mehr stemmen hätte können. Im März 2021 wurde das Wiener FinTech dann mit einer 142 Millionen Euro-Runde zum Unicorn. Schon vor den großen Finanzierungsrunden fuhr es hohe Umsätze ein und schrieb schwarze Zahlen.

Kooperation über Whitelabel-Lösung soll kommen – Warten auf Genehmigung

Die Gespräche zwischen N26 und Bitpanda gingen dem Vernehmen nach, nachdem eine Übernahme vom Tisch war, in Sachen Kooperation weiter. Bitpanda hat ein Whitelabel-Angebot, das unter anderem von Lydia aus Frankreich, Fabrick aus Italien oder Plum aus dem Vereinigten Königreich genutzt wird. Anfang dieses Jahres gab es dann Berichte über eine mögliche Kooperation zwischen dem Berliner und dem Wiener Unicorn. Laut Finance Forward steht bis dato allerdings eine Genehmigung der deutschen Finanzaufsicht BaFin für den genannten Service aus.

Prominenz für Quote: Den Löwen nur im Namen?

Bei „Die Höhle der Löwen“ gehört es mittlerweile zum guten Ton, Gastjuror*innen einzuladen. Zu oft wird seitens der Verantwortlichen allerdings auf den Bekanntheitsgrad geachtet und weniger nach Kompetenz ausgewählt. So sieht es zumindest Dirk Kreuter, Verkaufstrainer und selbst Investor:

„Was macht einen guten Investor aus? Ist es das richtige Bauchgefühl, der geschulte Blick oder doch die Risikobereitschaft? Wahrscheinlich ein wenig von allem. Attribute, welche jedoch vielen Gastjuroren, die eine Einladung in die beliebte Abendsendung ‚Die Höhle der Löwen‘ erhalten, immer häufiger fehlen. Zu nachweislich erfolgreichen Unternehmern wie Ralf Dümmel, Judith Williams oder Carsten Maschmeyer gesellen sich seit Neustem auch bekannte Gesichter wie Nico Rosberg, die das Investieren eher als Hobby denn als ihr Geschäft zu verstehen scheinen.“

Gefragt: Bauchgefühl, geschulter Blick und Risikobereitschaft

„Der Grund ist so simpel wie eindeutig: Prominente machen Quote und diese steht besonders im Privatfernsehen über allem anderen. Als neuste Entdeckung präsentiert VOX daher nun Diana zur Löwen – Influencerin und laut eigenen Angaben eben auch Unternehmerin. Kein dummer Schachzug, bedenkt man, dass besonders die Zielgruppe des jungen Internetstars sich dem linearen Fernsehen schon so gut wie abgewandt hat und konkurrierende Unterhaltungsprodukte wie Streaming und Social Media in der Generation Z mehr als nur die Nase vorne haben.“

Neue Sternchen in alten Formaten

„Mit der Integration dieser ‚neuen Sternchen‘ in alte Formate erhoffen sich Produzenten zurecht, diese ‚verlorenen Kinder‘ zurück vor den guten alten Fernseher zu locken und so die Einschaltquote nach oben zu treiben. Dabei scheinen sie jedoch zu vernachlässigen, dass oberste Priorität immer noch die Qualität der Show haben sollte. Diana zur Löwen mag eine kompetente und zweifelsohne erfolgreiche Frau sein – in der Show, die ironischerweise ihren Namen trägt, wirkte sie jedoch fehl am Platz. Leider wusste sie in bislang keinem Moment mit wirklicher Investment- Perspektive zu überzeugen und zu einem Einstieg in eines der zahlreichen und vielfältigen Projekte konnte sie sich auch nicht durchringen.“

Prominenz für Quote - ja, aber richtig auswählen

„Anders als etwa Raoul Plickat oder Lea-Sophie Cramer, die beide bereits in jungen Jahren ihr Unternehmergen unter Beweis gestellt, gegründet und investiert haben, fehlen der Influencerin die angesprochenen Attribute Bauchgefühl, Auge und Risikobereitschaft. Dadurch erweist sie sich als falsche Besetzung für diese Sendung. Sollte VOX nicht auf die Strategie ‚Prominenz für Quote‘ verzichten wollen, müssen sie ihre Gastjuroren dennoch etwas sorgfältiger auswählen und nicht auf berühmte Gesichter setzen, die den Löwen nur im Namen tragen.“