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EPA-Studie zum Thema Patente im Bereich der europäischen Start-up-Finanzierung
Eine neue Studie des Europäischen Patentamts (EPA) zeigt die Lücke in der europäischen Start-up-Finanzierung, die auch Mario Draghi in seinem Bericht zur Zukunft der Wettbewerbsfähigkeit der EU ausweist.
Ein vom Europäischen Patentamt (EPA) am 16. Januar 25 veröffentlichter Bericht beleuchtet die Investitionslandschaft, die für die erfolgreiche Kommerzialisierung bahnbrechender Erfindungen von entscheidender Bedeutung ist.
Die Prämisse: Tech-Start-ups bergen ein erhebliches Potenzial, um Innovationen und Fortschritt voranzutreiben. Gleichzeitig stehen sie vor spezifischen Herausforderungen, denen nur Investoren mit ausgewiesener IP-Expertise, also Fachwissen im Bereich des geistigen Eigentums (Intellectual Property), effektiv begegnen können.
Der Bericht zeigt, dass in Europa meist große öffentliche Programme und spezialisierte private Geldgeber Technologie-Investitionen tätigen. Im Vergleich zu den USA tritt dabei eine deutliche Finanzierungslücke zu Tage.
„Start-ups spielen für die Vermarktung disruptiver Konzepte, die den Fortschritt entscheidend voranbringen können, eine zentrale Rolle. Wie der Bericht von Mario Draghi zeigt, stehen dem Wachstum innovativer Unternehmen in Europa jedoch häufig Hürden bei der Finanzierung entgegen“, sagt der Präsident des Europäischen Patentamts (EPA), António Campinos. „Diese Finanzierungslücke verhindert, dass aus Innovationen skalierbare Start-ups werden, und treibt Unternehmen ins Ausland. Um europaweit wieder nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen, müssen wir diese Lücke schließen.“
Das Vereinigte Königreich, Frankreich und Deutschland führen sowohl beim Gesamtfinanzierungsvolumen als auch bei der Anzahl der Transaktionen mit einer starken Investorenpräsenz im Technologiesektor. Zusammen verzeichneten diese drei Länder insgesamt etwa 75.800 Transaktionen, mit einem Gesamtvolumen von rund 392 Milliarden Euro im Zeitraum von 2000 bis 2023, unterstützt von rund 6.100 Investoren mit einem Portfolio von mindestens zehn Unternehmen, die in den drei Ländern tätig sind.
Auch die Niederlande, die Schweiz, Norwegen, Schweden und Belgien weisen hohe Investitionsaktivitäten in Start-ups mit patentgestützten Technologien auf, mit über 24.400 Transaktionen und fast 88,5 Milliarden Euro im selben Zeitraum. Andere europäische Länder verzeichnen zusammen mehr als 22.000 Transaktionen mit einer Gesamtfinanzierung von über 70 Milliarden Euro.
Deutschland zeichnet sich weiterhin als eines der Zentren für technologische Innovation in Europa aus. Mit 2.150 aktiven Investoren und knapp 85 Milliarden Euro an Kapital, das von 2000 bis 2023 mobilisiert werden konnte, unterstreicht Deutschland sein bedeutendes Engagement zur Unterstützung von Startups und Zukunftsinnovativen.
Länder mit den aktivsten Tech-Investoren (nach Anzahl der Transaktionen)
Der Bericht führt eine neuartige Kennzahl ein, den Technology Investor Score (TIS). Dieser misst den Prozentsatz derjenigen Unternehmen im Portfolio eines Investors, die Patentanmeldungen eingereicht haben. Das EPA hat diese Kennzahl entwickelt, um auf Technologieunternehmen spezialisierte Kapitalanleger zu identifizieren. Die Studie zeigt, dass
88 % der europäischen Investoren Firmen in ihren Portfolios halten, die Patente besitzen. Darüber hinaus verfügen 8 % der Investoren über Portfolios, in denen mehr als die Hälfte der Unternehmen Patente besitzen – Start-ups mit patentierten Erfindungen stehen hier also besonders im Fokus, was ein außergewöhnlich starkes Engagement für patentaktive Jungunternehmen verdeutlicht. Der Technology Investor Score (TIS) unterstreicht die Bedeutung patentaktiver Start-ups im Portfolio der Investoren.
Unter den Investoren in deutsche Start-ups weist der Europäische Innovationsrat EIC den höchsten TIS-Wert auf, gefolgt von Bayern Kapital auf Platz zwei, während das Eurostars SME-Programm und EIT Health gemeinsam den dritten Platz belegen.
Hinsichtlich der Zahl der Transaktionen in deutsche Start-ups steht der High-Tech Gründerfonds mit über 600 Transaktionen auf Platz eins in Deutschland, gefolgt von EIC auf Platz zwei und HV Capital auf dem dritten Platz.
Top Tech-Investoren nach Ländern (nach Anzahl der Transaktionen)
Die fünf wichtigsten Investoren im europäischen Netzwerk der Co-Investoren sind bedeutende öffentliche Einrichtungen, die sich auf die Technologiefinanzierung spezialisiert haben. Dazu gehören der EIC, Innovate UK, das Eurostars KMU-Programm, Bpifrance und das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT). In den Top 100 sind außerdem paneuropäische öffentliche Institutionen wie die Europäische Investitionsbank (EIB) und weitere nationale Innovationsagenturen vertreten.
Unter den privaten Investoren in den Top 100 setzen 62 % ihren Schwerpunkt auf die Finanzierung von Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen – von Seed bis Early Stage –, nur 22 % spezialisieren sich auf spätere Finanzierungsphasen.
Für europäische Tech-Start-ups bedeutet das einen begrenzten Kapitalzugang, wenn es um die Skalierung neuer Technologien und der Verwertung von Erfindungen in Europa geht.
Im Gegensatz dazu stellen im US-amerikanischen Netzwerk der Co-Investoren private Unternehmen 98 der 100 wichtigsten Kapitalgeber. Dabei haben sich über die Hälfte auf die Spätphasenfinanzierung spezialisiert. Das verdeutlicht eine stärkere private Unterstützung der Skalierung junger Hightech-Firmen in den USA.
Bewältigung der Finanzierungsherausforderungen für Start-ups in Europa
Die umfassende Kartierung der Technologieinvestoren in der Studie ist Teil der vielfältigen Bemühungen des Europäischen Patentamts (EPA), KMU und Start-ups in Europa zu stärken. Ergänzend zur Studie hat das EPA seinen Deep Tech Finder mit einer neuen Filterfunktion für die Investorensuche aktualisiert. So können Start-ups anhand von Kriterien wie Art der Finanzierungsrunde, Land oder Technologiefeld genau die Investoren finden, die am besten zu ihrem Unternehmensprofil passen. Dieses Update erweitert die Funktionen des Deep Tech Finder, eines kostenlosen Tools, mit dem Nutzer*innen bereits jetzt über 10.000 europäische Start-ups, Spin-offs und Universitäten mit Patentanmeldungen beim EPA einfach online finden können.
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Gründer*in der Woche: Gamba Zamba – Garnelen Made in Germany
Das FoodTech-Start-up aquapurna der Gründer David Gebhard und Florian Gösling zeigt, dass Garnelen verantwortungsvoll und regional angeboten werden können – aus deutscher Aufzucht.
Die Geschichte von Gamba Zamba beginnt auf einer Reise: Als Florian Gösling in Asien Einblicke in die industrielle Garnelenproduktion erhält, ist er schockiert. Zurück in Deutschland tauschte er sich mit David Gebhard, seinem langjährigen Freund aus dem Bergsport und heutigen Co-Gründer von Gamba Zamba aus, und stellte die Frage: „Warum sollten Garnelen nicht auch hier bei uns wachsen können – frisch, nachhaltig und ohne Tierleid?“
Bei ihren Recherchen stellten die beiden fest: Europäische Alternativen gibt es, aber sie sind mehrfach teurer als Importware. Eine weitere Erkenntnis: Zwar ist die Technologie für landbasierte Kreislaufaquakultur grundsätzlich vorhanden, befindet sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium und verursacht zu hohe Kosten.
Florian und David waren sich sicher, dass das besser geht, schritten zur Tat und gründeten mitten in der Corona-Pandemie auf dem Gelände einer ehemaligen Kali-Mine bei Hannover ihr eigenes Garnelenforschungszentrum.
Hightech trifft Naturverständnis
Dort, in der eigens entwickelten Kreislaufanlage, wachsen seitdem Garnelen unter stabilen, artgerechten Bedingungen auf. Das System spart über 99 Prozent Wasser, arbeitet vollständig ohne Antibiotika und Chemie und ermöglicht eine Aufzucht, die Natur und Technologie intelligent verbindet.
Das sogenannte SmartReef-System schafft künstliche Riffstrukturen, auf denen sich die Tiere häuten und zurückziehen können. Sensoren überwachen permanent die Wasserqualität. „Unsere Tiere sollen sich wohlfühlen. Nur dann können sie gesund wachsen“, so Florian.
Während den Garnelen-Weibchen in Asien und Südamerika ein Auge entfernt wird, damit sie ihre Eier ablegen – was meist zu ihrem Tod führt –, setzt Gamba Zamba auf natürliche Vermehrung und eine Diät aus Tintenfisch und Miesmuscheln. „Für uns ist das ein absolutes No-Go. Wir sehen Garnelen als Lebewesen, nicht als reine Commodity“, betont David.
Auch sonst unterscheidet sich die Aufzucht grundlegend von herkömmlichen Methoden: Das Start-up verzichtet konsequent auf Antibiotika, Sulfite (E223), die allergische Reaktionen auslösen können, Phosphate, die Wasser binden und Konsument*innen täuschen, übermäßige Glasur – also das typische „Pfannenwasser“, und chemische Entkeimungsmittel wie Chlor oder Peroxide. Das Ergebnis: reine, unverfälschte Garnelen mit natürlichem Geschmack und fester Textur.
„Viele Menschen möchten bewusster essen, ohne auf Genuss zu verzichten. Genau das bieten wir: frische Garnelen aus deutscher Aufzucht – mit vollem Geschmack und gutem Gewissen“, erklärt Florian.
Bisher hatten Garnelen-Fans hierzulande kaum eine Wahl: Entweder billige Importware mit zweifelhaftem Ursprung und hohem CO₂-Fußabdruck oder europäische Nischenprodukte für teils über 120 Euro pro Kilo. „Wir schaffen endlich eine leistbare, nachhaltige Alternative“, sagt Florian.
Maritime Logistik trifft Space-Tech: SEAL Robotics schließt Pre-Seed-Runde über 2,1 Mio. Dollar ab
Das 2025 von Marie-Elisabeth Makohl und Dr. Daniel Leidner in Garching bei München gegründete DeepTech-Start-up SEAL Robotics entwickelt robotische Systeme zur Automatisierung sicherheitskritischer und bislang manuell ausgeführter Prozesse im Containerumschlag von Schiffen und Zügen.
Obwohl der Containerverkehr das Rückgrat des Welthandels bildet, basieren entscheidende Prozesse an den Terminals weiterhin auf gefährlicher Handarbeit. Terminals weltweit stehen unter Druck, ihre Abläufe planbarer und effizienter zu gestalten, während gleichzeitig ein akuter Fachkräftemangel in operativen Schlüsselrollen herrscht.
Konkret adressiert SEAL Robotics zwei spezifische, sicherheitskritische Vorgänge. Da ist zum einen das sogenannte Twistlock-Handling, bei dem Container an Bord von Schiffen direkt an der Kaikante manuell gesichert und entsichert werden. Diese Tätigkeit erfolgt oft unter hohem Zeitdruck sowie schwierigen Wetterbedingungen und ist körperlich enorm belastend. Ebenso im Fokus steht das „Pin-Handling“ zur Sicherung von Containern auf Eisenbahnwaggons. Hierbei sind die Beschäftigten gezwungen, sich entlang der teils mehrere hundert Meter langen Züge zu bewegen, während über ihren Köpfen die Krananlagen laufen.
Die Lösung: Robotik für definierte Prozesse
Der Ansatz von SEAL Robotics besteht darin, diese klar umrissenen Arbeitsschritte durch robotische Systeme zu automatisieren. Ziel ist es nicht nur, die Arbeitssicherheit zu erhöhen und Personal zu entlasten, sondern die Terminalabläufe gegenüber dem steigenden Leistungsdruck zu stabilisieren. Die entwickelten Systeme sind sowohl für Seehäfen als auch für Inlandterminals im Bahn- und Binnenverkehr konzipiert.
Die Gründer: Von der Hohen See und der Raumfahrt
Hinter SEAL Robotics steht ein Gründerduo, das technologische Exzellenz mit operativer Erfahrung verknüpft. CEO Marie-Elisabeth Makohl, eine Robotikerin der Technischen Universität München, entwickelte die Vision für das Unternehmen aus eigener Anschauung. Während Fahrten auf Containerschiffen im Nordatlantik und dem Europäischen Nordmeer erlebte sie die körperliche Härte und den Zeitdruck der manuellen Containersicherung hautnah mit. Diese Praxiserfahrung überzeugte sie davon, dass Robotik genau an diesen kritischen Schnittstellen den größten Nutzen für die Belegschaft und den Betriebsablauf stiftet.
Ihr zur Seite steht CTO Dr. Daniel Leidner, der eine tiefe technische Expertise aus 15 Jahren Weltraumrobotik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einbringt. Leidner ist spezialisiert auf die Entwicklung von Systemen, die auch unter schwierigen Umweltbedingungen fehlerfrei funktionieren und sicher fernbedient werden können – Prinzipien, die er nun direkt auf die Anforderungen von Logistikterminals überträgt. Gemeinsam nutzen sie den heutigen Reifegrad von KI und Robotik, um Prozesse wie das Twistlock- und Pin-Handling, die sich über Jahrzehnte kaum verändert haben, zu modernisieren.
Investoren und Ausblick
Jetzt haben die Münchner den Abschluss einer Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 2,1 Millionen US-Dollar (ca. 1,8 Mio. Euro) bekannt gegeben. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom Creator Fund, einem auf universitäre Ausgründungen spezialisierten Investor. Das Konsortium umfasst zudem:
- Auxxo Female Catalyst Fund: Ein Co-Investmentfonds mit Fokus auf Gründerinnen.
- anuary Ventures: Ein US-Fonds, der frühphasig in die Digitalisierung traditioneller Industrien investiert.
- Marvelous: Ein DeepTech-Fonds für industrielle Transformation.
- Stefan Tietze: Serial Entrepreneur und Business Angel.
Mit dem frischen Kapital plant das Start-up, laufende Pilotprojekte in Nordeuropa und Südostasien auszubauen. In den kommenden zwölf Monaten liegt der Fokus auf der Skalierung der Systeme in realen Terminalumgebungen sowie der Erweiterung der Engineering- und Operations-Teams am Standort München.
b2venture legt 150 Millionen Euro Fonds auf
b2venture, ein europäischer Early-Stage-Investor, hat Fonds V erfolgreich am Hard Cap von 150 Mio. Euro geschlossen, um gezielt in Frühphasen-Start-ups zu investieren.
b2venture wurde im Jahr 2000 gegründet und verfolgt seitdem einen klaren Ansatz: konsequent gründerorientierte und mit langfristiger Perspektive investieren. Fonds V setzt diese Linie fort und knüpft an das intergenerationale Modell an, bei dem erfolgreiche Gründer*innen selbst zu Investor*innen werden und ihre Erfahrung, Netzwerke und ihr Kapital an junge Gründungsteams weitergeben. Dieses Prinzip trägt inzwischen fünf b2venture-Fondsgenerationen und unterstreicht damit die Stärke und Skalierbarkeit des community-basierten Modells.
Starke Limited Partners und mehr als 350 AngelInvestor*innen
Jetzt legt b2venture den größten Fonds seiner 25-jährigen Geschichte auf und investiert mit Fonds V in skalierbare, resiliente Technologien sowie digitale Geschäftsmodelle in der Frühphase. b2ventures Fonds V baut auf eine starke, breit aufgestellte Investorenbasis: langjährige und neue Limited Partners wie Family Offices, institutionelle Investor*innen und high-net-worth Individuals. Viele von ihnen begleiten b2venture bereits über mehrere Fondsgenerationen hinweg. Zu den neuen Limited Partners zählen unter anderem Flexstone, der Schweizer Pensionsfonds Stiftung Abendrot, Portfolio-Unternehmer wie Thomas Hagemann (SevenSenders) sowie langjährige b2venture Super Angels wie Joachim Schoss.
Ein Alleinstellungsmerkmal der Investor*innenbasis ist eine starke Community aus über 350 erfahrenen Angel-Investoren, die den Fonds aktiv unterstützt. Die Angel-Investor*innen investieren gemeinsam mit b2venture und bringen ihre Erfahrung aus dem Aufbau und der Skalierung erfolgreicher Unternehmen ein.
25 Jahre Early-Stage-Erfahrung mit Community-Fokus
Seit mehr als 20 Jahren begleitet b2venture den Aufbau europäischer Tech-Unternehmen, darunter DeepL, 1KOMMA5°, Raisin, SumUp, Nelly und Urban Sports Club. Die Bilanz: mindestens ein Unicorn pro Fonds, 11 IPOs und die langfristige Begleitung hunderter Founder-Teams. Im Jahr 2025 verzeichnete b2venture einen IPO (Navan) und sieben weitere Exits, darunter Araris Biotech, Beekeeper sowie zuletzt Neptune (Übernahme durch OpenAI).
Erste Investments Fonds V
Mit Fonds V plant b2venture Investitionen in rund 35 Early-Stage-Startups in ganz Europa, mit Fokus auf skalierbare und langfristig tragfähige Technologien. Zu den ersten Investments von Fonds V gehören Unternehmen wie:
- Nautica Technologies, das autonome Schwarmroboter im Abonnementmodell zur Reinigung von Schiffsrümpfen anbietet,
- Hive Robotics, eine KI-gestützte Plattform für autonome Systeme, die eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Luft-, Land- und See-Einheiten ermöglicht,
- Augmented Industries, eine KI-gestützte Plattform, die Industriefachkräften hilft, komplexes Wissen dokumentieren und Probleme effizienter lösen sowie
- Assemblean, eine Production-as-a-Service-Plattform für die effiziente Fertigung komplexer Produkte.
Diese Investments unterstreichen den Fokus auf DeepTech sowie Industrie-, Automatisierungs- und Infrastrukturunternehmen – mit Fokus auf KI und Robotik.
„Venture Capital ist vor allem ein People Business“, sagt Jan-Hendrik Bürk, Partner bei b2venture. „Unsere Angel-Community spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie unterstützt uns bei der Auswahl und Unterstützung von Teams, die langfristig erfolgreiche Tech-Companies aufbauen. Mit Fonds V stärken wir dieses Modell weiter, mit echter fachlicher Expertise und nicht nur mit Kapital.“
Kölner Energy-Start-up SpotmyEnergy gewinnt Junction als neuen Finanzgeber
Das 2023 von Jochen Schwill gegründete SpotmyEnergy mit Sitz in Köln entwickelt und vertreibt Smart-Energy-Lösungen für die Integration von Kleinanlagen in den Energiemarkt.
Im Dezember 2024 hatte sich SpotmyEnergy in einer Seed-Finanzierungsrunde 10,5 Mio. Euro gesichert. Im März 2025 meldete das Start-up, dass ihm von Horizon Energy Deutschland 50 Mio. Euro für die Beschleunigung des Smart-Meter-Rollouts in Deutschland bereitgestellt wurden. Jetzt soll das Kölner Start-up mit einem neuem Finanzgeber zusätzlichen Schub für den Smart-Meter-Rollout erhalten.
Der belgische Investmentfonds Junction Growth Investors („Junction“) fokussiert sich auf Unternehmen in der Energiebranche, um gemeinsam mit Unternehmer*innen und Gründer*innen die Herausforderungen und Komplexität der Energiewende zu bewältigen. Im Rahmen dieser Ausrichtung stellt Junction dem Energie-Start-up Kapital zur Verfügung, das gezielt in das operative Wachstum fließen soll.
Mit dem frischen Kapital – die Unternehmen haben sich darauf verständigt, keine Details zur Finanzierung zu kommunizieren – will SpotmyEnergy den Ausbau intelligenter Messsysteme vorantreiben. Ziel ist es, durch intelligente Vernetzung Privathaushalte in den Strommarkt zu integrieren und so mehr Flexibilität im Energiesystem zu schaffen.
Jochen Schwill, Gründer und Geschäftsführer von SpotmyEnergy: „Mit Horizon Energy Deutschland und Junction kommen wir auf einen gemeinsamen Kapitalimpuls von 60 Millionen Euro in zwölf Monaten. Wir sind damit exzellent aufgestellt, den Smart-Meter-Rollout aktiv voranzutreiben. Unsere über 300 Partnerbetriebe sind die zentrale Anlaufstelle für alle, die proaktiv auf einen Smart Meter umsteigen möchten.“
„Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Serienunternehmer Jochen Schwill die nächste Welle an Flexibilität bei privaten Haushalten zu erschließen – so wie wir in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich Flexibilität bei Industriekunden und großen Batteriespeichern realisiert haben“, sagt Pieter-Jan Mermans, Managing Partner bei Junction.
Emil Bruusgaard, Managing Director, Horizon Energy Deutschland, ergänzt: „Die Kombination aus einem innovativen Unternehmen mit hohem Gestaltungsanspruch, einem erfahrenen Venture-Capital-Partner wie Junction und einem langfristig orientierten Infrastrukturinvestor schafft die Voraussetzungen, um das Potenzial der deutschen Energiewende gemeinsam mit etablierten Akteuren des regulierten Energiesystems verlässlich, systemkonform und nachhaltig zu realisieren.“
Exit im KI-Sektor: Datenbank-Riese ClickHouse übernimmt LLM-Start-up Langfuse
Der Markt für generative KI-Tools konsolidiert sich weiter: Das US-amerikanische Datenbank-Unicorn ClickHouse, Inc. hat die Übernahme der Langfuse GmbH bekannt gegeben.
Das 2023 gegründete Berliner Start-up Langfuse, das sich auf das Monitoring und Engineering von Large Language Models (LLMs) spezialisiert hat, gilt als einer der am schnellsten wachsenden Akteure im Open-Source-Bereich.
Die Geschichte von Langfuse liest sich wie eine Blaupause für modernen Start-up-Erfolg. Gegründet von Clemens Rawert, Marc Klingen und Maximilian Deichmann, positionierte sich das Unternehmen als starkes Werkzeug für Entwickler, die KI-Anwendungen bauen, testen und überwachen wollen.
Innerhalb kürzester Zeit konnte das Team beeindruckende Kennzahlen vorweisen: Über 2.000 zahlende Kund*innen und mehr als 20.000 Sterne auf der Entwicklerplattform GitHub zeugen von der hohen Akzeptanz in der Community. Die technische Verbreitung unterstreichen monatlich über 26 Millionen SDK-Installationen und mehr als 6 Millionen Docker-Pulls. Besonders bemerkenswert ist die Durchdringung im Enterprise-Segment: Laut Unternehmensangaben setzen bereits 19 der „Fortune 50“- und 63 der „Fortune 500“-Unternehmen auf die Technologie der Gründer.
Vor der Übernahme hatte Langfuse Kapital von renommierten Investoren wie Y Combinator, Lightspeed Venture Partners und General Catalyst eingesammelt.
Strategische Allianz für den KI-Stack der Zukunft
Die Übernahme folgt einer klaren technologischen Logik. Während Langfuse den entwicklerzentrierten Ansatz für das Qualitätsmanagement von KI liefert – etwa das Debugging von Agenten-Workflows oder die kontinuierliche Bewertung von KI-Outputs –, steuert ClickHouse die notwendige Infrastruktur für massive Datenmengen bei.
ClickHouse ist bekannt für sein spaltenorientiertes Datenbankmanagementsystem, das auf extreme Geschwindigkeit bei Echtzeitanalysen ausgelegt ist. Da moderne KI-Agenten zunehmend komplexe und volumenstarke Abfragen generieren, benötigt die Industrie Engines mit hohem Durchsatz und geringer Latenz.
Durch die Integration entsteht ein umfassender Open-Source-Stack. Das Ziel: Unternehmen sollen KI-Anwendungen nicht nur entwickeln, sondern auch im großen Maßstab („at scale“) überwachen und optimieren können. Die Kombination aus Langfuses Monitoring-Tools und der analytischen Power von ClickHouse soll genau diesen Flaschenhals in der Produktion lösen.
Der Käufer: Ein 15-Milliarden-Dollar-Schwergewicht
Hinter dem Käufer ClickHouse, Inc. (gegründet 2021) steht erhebliches finanzielles Gewicht. Das Unternehmen wird von Top-Tier-Investoren wie Index Ventures, Benchmark und Coatue unterstützt. Zuletzt schloss ClickHouse eine Series-D-Finanzierungsrunde unter der Leitung der Dragoneer Investment Group ab, die das Unternehmen mit 15 Milliarden US-Dollar bewertete.
Mit dem Zukauf von Langfuse sichert sich der Datenbank-Spezialist nun eine kritische Komponente im rasant wachsenden Markt für KI-Infrastruktur.
Cancilico sichert sich 2,5 Mio. Euro zur Skalierung KI-gestützter Knochenmarkdiagnostik
Das Dresdner HealthTech-Start-up Cancilico entwickelt KI-gesteuerte Diagnoselösungen für die Hämatologie mit dem Ziel, die Analyse von Blut und Knochenmark zu automatisieren und deren Genauigkeit zu verbessern.
Cancilico wurde 2023 von Markus Badstübner, Dr. Moritz Middeke, Tim Schmittmann, Sebastian Riechert, Dr. Jan Eckardt, Dr. Karsten Wendt und Gründungsinvestor Prof. Gerhard Ehninger gegründet.
Heute gab das Start-up den erfolgreichen Abschluss seiner Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,5 Millionen Euro bekannt. Die Investition wurde von einem starken Konsortium angeführt, darunter der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der TGFS - Technologiegründerfonds Sachsen, die GEDAD GmbH (Investitionsvehikel der Familie Ehninger) und die ROI Verwaltungsgesellschaft (Roland Oetker).
Das frische Kapital soll Cancilicos Mission beschleunigen, die KI-basierte Diagnosesoftware MyeloAID als Routinewerkzeug zu etablieren, um die Versorgungsqualität für Blutkrebspatient*innen weltweit zu verbessern und die Entwicklung digitaler Biomarker bei hämatologischen Malignomen voranzutreiben.
MyeloAID zielt darauf ab, die Diagnose hämatologischer Erkrankungen grundlegend zu verändern, indem fortschrittliche künstliche Intelligenz genutzt wird, um Knochenmarkproben mit beispielloser Geschwindigkeit und Genauigkeit zu analysieren. Das zugrundeliegende Datenmodell der KI-Diagnostik von Cancilico basiert auf einem großen, validierten Datensatz verschiedener hämatologischer Erkrankungen sowie Daten von gesunden Individuen. Partnerschaften mit hämatopathologischen Zentren erweitern das Datenmodell kontinuierlich, und Kooperationen mit Pharmapartnern zeigen erste Ergebnisse für eine beschleunigte Entwicklung von Biomarkern und therapeutischen Optionen bei hämatologischen Erkrankungen.
Insbesondere angesichts des Mangels an ausgebildeten Hämatologen sind solche unterstützenden Technologien dringend erforderlich, um die klinische Verfügbarkeit zu gewährleisten und Präzisionsmedizin möglich zu machen. Ein Alleinstellungsmerkmal von MyeloAID ist das Design als plattformunabhängige Lösung. Die Technologie kann auf jedem gängigen bildgebenden Mikroskop oder Scanner implementiert werden. Dies ermöglicht es Laboren, ihre diagnostischen Fähigkeiten zu erweitern, ohne die bestehende Hardware-Infrastruktur ersetzen zu müssen. Zudem ist die KI-Diagnostik bereits als „Research Use Only“ (RUO)-Variante über die PathoZoom® Scan & LiveView Suite von Smart In Media verfügbar und im Einsatz.
„Wir stehen vor einem weltweiten Mangel an hämatologischen Fachkräften, während die Komplexität und Zahl der diagnostischen Fälle steigt“, sagte Markus Badstübner, CEO und Mitgründer von Cancilico. „Unser Ziel ist es, den Zugang zu Diagnostik auf Expertenniveau breit zugänglich zu machen. Diese Investition ermöglicht es uns, die regulatorischen Hürden von FDA und CE-IVDR zu nehmen und ein Tool auf den Markt zu bringen, das sich nahtlos in bestehende Labor-Hardware integriert – um die Patientenergebnisse ohne hohe Investitionskosten zu verbessern.“
„Die Knochenmarkanalyse ist eine der komplexesten und zeitintensivsten Disziplinen in der Hämatologie“, fügte Dr. Moritz Middeke, CMO und Mitgründer, hinzu. „Indem wir unsere KI mit einem breiten Spektrum an gesunden und pathologischen Datensätzen trainiert haben, haben wir ein Werkzeug entwickelt, das als hochqualifizierter ‚digitaler Kollege‘ agiert. Diese Finanzierung ist ein entscheidender Schritt, um diese Technologie in die Labore zu bringen, wo sie helfen wird, schnellere und präzisere Diagnosen für Blutkrebspatienten zu stellen.“
Cancilico ist tief im sächsischen Life-Science-Ökosystem verankert, arbeitet eng mit dem regionalen Biotech-Netzwerk Biosaxony zusammen und leistet einen starken Beitrag zu den Clusters4Future-Initiativen SaxoCell und SEMECO. Innerhalb dieser Cluster können Start-ups wie Cancilico ihre Gründungsdynamik weiterentwickeln und mit schnellen Translationswegen verknüpfen.
Mannheimer IT-Scale-up osapiens wird Unicorn
Das 2018 von Alberto Zamora, Stefan Wawrzinek und Matthias Jungblut gegründete osapiens entwickelt Software, die Unternehmen dazu befähigt, nachhaltiges Wachstum über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erzielen.
Osapiens, ein führender Anbieter von Unternehmenssoftware für nachhaltiges Wachstum, unterzeichnete eine Vereinbarung mit Decarbonization Partners, um vorbehaltlich aufsichtsrechtlicher Genehmigungen eine Serie-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zu leiten.
Decarbonization Partners wird sich den bestehenden Investoren Goldman Sachs Alternatives anschließen, die 2024 die Serie-B-Finanzierung in Höhe von 120 Millionen US-Dollar anführten, und Armira Growth, die 2023 die Serie-A-Finanzierung in Höhe von 27 Millionen US-Dollar leiteten.
Osapiens entwickelt Unternehmenssoftware, die Unternehmen hilft, regulatorische Compliance, Nachhaltigkeit und betriebliche Effizienz über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg auf einer einzigen Plattform zu verwalten. Der osapiens HUB, der zurzeit mehr als 25 Unternehmenslösungen umfasst, die alle auf einer mandantenfähigen Infrastruktur laufen, ermöglicht eine KI-gesteuerte Automatisierung und eine nahtlose, unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Die Plattform kombiniert Transparenz- und Effizienzlösungen, mit denen Unternehmen Risiken minimieren, ihre Effizienz maximieren und mit hoher Agilität und Anpassungsfähigkeit auf neue gesetzliche und geschäftliche Anforderungen reagieren können. Sie setzt damit neue Branchenstandards.
Das frische Kapital soll verwendet weren, um die Produktinnovation zu beschleunigen, das Wachstum in bestehenden und neuen internationalen Märkten voranzutreiben und die Position von osapiens als globale Plattform für nachhaltiges Wachstum weiter zu stärken.
"Diese Investition ist eine klare Bestätigung unserer Strategie und unserer langfristigen Vision", so Alberto Zamora, Co-CEO und Mitbegründer von osapiens. "Sie zeigt, dass nachhaltiges Wachstum und KI-gesteuerte Effizienz weiterhin höchste Priorität für globale Investoren haben. Decarbonization Partners ist für uns ein außergewöhnlicher Partner. Mit ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit und der gemeinsamen globalen Präsenz und Investmentexpertise von BlackRock und Temasek bringen sie genau die Perspektive und Größe mit, die wir für unsere nächste Wachstumsphase brauchen, um der unbestrittene globale Marktführer für nachhaltiges Wachstum von Unternehmen jeder Größe zu werden."
Matthias Jungblut, Co-CEO und Mitbegründer von osapiens, erklärt: "Decarbonization Partners versteht sowohl die regulatorische Dynamik, mit der Unternehmen heute konfrontiert sind, als auch die geschäftlichen Möglichkeiten, die KI-gesteuerte Effizienz mit sich bringt. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Skalierung von kategorieprägenden Technologieunternehmen sind sie eine perfekte strategische Ergänzung zu Goldman Sachs Alternatives und Armira Growth.“
OroraTech und Kepler etablieren weltweit ersten Livestream für Wärmebilder der Erde aus dem All
Das 2018 gegründete OroraTech, weltweit führender Anbieter von Wärmebilddaten aus dem All, hat erfolgreich vier seiner `SAFIRE Gen4´-Sensoren an Bord der Satelliten des kanadischen Telekommunikationsunternehmens Kepler Communications gestartet. Der Start erfolgte am 11. Januar 2026 an Bord einer Falcon 9 Rakete im Rahmen der Twilight-Mission von SpaceX.
SAFIRE Gen4 ist die neuste Version der miniaturisierten hochauflösenden Infrarotkamera von OroraTech, die zuverlässige Erkennung und Überwachung von Waldbränden oder anderen thermischen Anomalien auf der Erde ermöglicht. Die gewonnenen Daten werden direkt im All an Bord des Satelliten KI-gestützt analysiert und über das schnelle optische Kommunikationsnetzwerk von Kepler an die Erde gesendet. Kund*innen erhalten so ein kontinuierliches thermisches Lagebild in Echtzeit. Dieser Schritt ebnet somit den Weg für den weltweit ersten Livestream von Wärmebildern der Erde aus dem All.
Pionier-Rolle für Münchner NewSpaceTech
„OroraTech nimmt eine Pionier-Rolle ein, um den weltweit ersten Livestream von Thermaldaten von der Erde zu etablieren. Das stets verbundene Satellitennetzwerk von Kepler ermöglicht es uns dabei, die Wärmesignatur der Erde in Echtzeit und im globalen Maßstab zu erfassen“, sagte Martin Langer, Chief Executive Officer und Chief Technology Officer von OroraTech. „Gemeinsam mit Industriepartnern setzen wir so einen neuen weltweiten Standard für Echtzeit-Intelligenz.“
Durch die Integration von SAFIRE Gen4 in das Satellitennetzwerk der nächsten Generation von Kepler ermöglicht das Münchner Intelligence-as-a-Service-Unternehmen mit Niederlassungen in den USA, Griechenland, Australien, Brasilien und Kanada die nahezu Echtzeitübertragung von Waldbrandinformationen aus dem Weltraum zur Erde. Die im Orbit erfassten thermischen Daten werden über die Satellitenkonstellation weitergeleitet und innerhalb weniger Minuten heruntergeladen, eine neue Dimension von Geschwindigkeit, um die globale Reichweite der Waldbranderkennung deutlich zu verbessern. Jeder Satellit der 300-Kilogramm-Klasse ist mit einem fortschrittlichen Netzwerksystem ausgestattet, das die Übertragungszeit von Daten durch intelligente Weiterleitung von Informationen zwischen Satelliten und Bodenstationen minimiert. Die bewährte Waldbrandüberwachung von OroraTech wird dadurch weiter verbessert: Bestehende Informationslücken werden geschlossen und die Reaktionszeiten auf Waldbrände können deutlich verkürzt werden.
„Der globale Standard für Live-Umweltintelligenz“
„OroraTech ist der globale Standard für Live-Umweltintelligenz“, sagte Mina Mitry, CEO und Mitgründer von Kepler. „Unsere Kapazitäten für Nutzlast-Hosting sowie unsere Infrastruktur für Edge-Computing und optische Kommunikation in Hochgeschwindigkeit ermöglichen es Kepler, neue wegweisende Partnerschaften einzugehen und so neue Potenziale unserer Branche zu erschließen. So lösen wir das Versprechen von Echtzeitdaten ein!“
1,6 Milliarden Euro für Innovation: BMWE und EIF erweitern Start‑up‑Finanzierung mit EIF German Equity
Mit zusätzlichen 1,6 Milliarden Euro bündeln das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) ihre Kräfte, um technologiegetriebene Start‑ups zu unterstützen. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis junger Technologieunternehmen zu stärken und den Zugang zu professionellen Venture‑Capital‑ und Wachstumsfonds spürbar zu verbessern.
„EIF German Equity“
Unter der neuen Programmlinie „EIF German Equity“ wird die seit 2004 bestehende Partnerschaft ausgebaut. Das Mandat ist branchenoffen und umfasst damit Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, datengetriebenen Anwendungen, FinTech, Digitalisierung und industrielle Innovation bis hin zu Energie‑, Produktions- und Life‑Science‑Technologien. Deutschland soll damit stärker in die Lage versetzt werden, aus exzellenten Innovationen skalierbare Geschäftsmodelle und internationale Technologieführer hervorzubringen.
Ergänzt durch bestehende gemeinsamen Wachstums- und Scale‑up‑Programme der Bundesregierung mit dem EIF entsteht ein Programmportfolio mit einem Gesamtvolumen von über zehn Milliarden Euro (inkl. des deutschen Beitrags zu European Tech Champions Initiative), das alle Unternehmensphasen abdeckt. Gründerinnen und Gründer erhalten verlässlicheren Zugang zu privatem Kapital, während institutionelle Investoren einen starken öffentlichen Anker finden, der Governance‑ und ESG‑Standards setzt und privates Wachstumskapital mobilisiert.
Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Wir investieren dort, wo Zukunft entsteht: bei jungen Technologieunternehmen. Gemeinsam mit dem Europäischen Investitionsfonds stellen wir dafür 1,6 Milliarden Euro bereit. Das Geld wirkt. Denn wir investieren Seite an Seite mit privaten Kapitalgebern und mobilisieren so zusätzliches privates Kapital. Wir stärken die Eigenkapitalbasis. Wir eröffnen besseren Zugang zu professionellen Venture-Capital- und Wachstumsfonds. Und wir geben auch neuen Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern eine Chance. So entstehen tragfähige Geschäftsmodelle. So wachsen Innovationen zu Unternehmen. Und so schaffen wir die Technologieführer von morgen – hier in Europa. Zusammen mit unseren bestehenden Wachstums- und Scale-up-Initiativen entsteht ein durchgängiges Finanzierungskonzept. Es schließt Lücken. Es gibt Gründerinnen und Gründern Planungssicherheit. Und es sorgt dafür, dass gute Ideen nicht ins Ausland abwandern, sondern bei uns groß werden“
Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB): „EIF German Equity zeigt, wie europäische Partnerschaft wirkt: Gemeinsam mit Deutschland bauen wir eines der erfolgreichsten Eigenkapitalprogramme Europas weiter aus. Zusammen mit Instrumenten wie der European Tech Champions Initiative entsteht eine abgestimmte Förderarchitektur vom ersten VC‑Ticket bis zur Wachstumsfinanzierung. Der Zugang zu Eigenkapital ist entscheidend für die strategische Souveränität Europas – genau hier setzt dieses Mandat an.“
Merete Clausen, Mitglied der Geschäftsleitung des Europäischen Investitionsfonds (EIF): „Seit 2004 hat die Zusammenarbeit mit dem BMWE gezeigt, wie wirksam risikobereites Kapital ist. Sie hat neue Management‑Teams hervorgebracht, hochwertige VC‑Fonds nach Deutschland gezogen und tausende technologieorientierte Unternehmen erreicht. Der Ausbau des Programms knüpft daran an und stärkt insbesondere Deep Tech, Life Sciences sowie Energie‑ und Industrietechnologien – Bereiche, die besonders auf leistungsfähige Fondsstrukturen und europäische Skalierungsmöglichkeiten angewiesen sind.“
Erfolgsmodell wird fortgesetzt
EIF German Equity erneuert und erweitert die bewährte Zusammenarbeit auf Basis des ERP‑Sondervermögens und von EIF‑Eigenmitteln. Die Maßnahme ist ein zentraler Baustein der deutschen Innovationspolitik, die technologieoffen, marktwirtschaftlich und wachstums-orientiert auf Ausgründungen, Hightech‑Start‑ups und zukünftige Mittelständler setzt.
Seit 2004 wurden rund 290 Fondsinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von ca. 49 Milliarden getätigt, wodurch bislang mehr als 6.000 Unternehmensfinanzierungen ermöglicht und über 49 Milliarden Euro mobilisiert wurden. Erfolgreich unterstützte Unternehmen umfassen unter anderem DeepL, GetYourGuide, N26, Personio, Trade Republic, Flix sowie Home24 – Beispiele für die Wirkungskraft deutscher und europäischer Fondsprogramme.
Schwerpunkt auf Innovation
Als Dachfonds investiert EIF German Equity in Venture‑Capital- und Wachstumsfonds mit Fokus auf Deutschland, ergänzt um europäische Fonds, die einen klaren Mehrwert für den Standort bieten. Im Mittelpunkt der bisherigen und zukünftiger Investments stehen im Einklang mit der Marktentwicklung IKT, Life Sciences, energiebezogene Innovationen, Deep Tech sowie weitere konvergierende Zukunftstechnologien.
Ein zentrales Ziel ist die Mobilisierung privaten Kapitals: EIF‑Beteiligungen wirken als Qualitätssignal und aktivieren regelmäßig ein Vielfaches der öffentlichen Mittel – häufig rund das Fünffache.
Wirkung für Start-ups, Scale-ups und das Venture Capital Ökosystem
Innovative Unternehmen profitieren von einem verbesserten Zugang zu Kapital, einer größeren Zahl aktiver Fondsmanager und besseren Skalierungsperspektiven. Als langfristiger Ankerinvestor setzt der EIF hohe Standards für Governance, Transparenz und ESG und stärkt damit die Qualität und Stabilität des Marktes. Das gesamte Start‑up‑ und Venture‑Capital‑Ökosystem gewinnt durch einen verlässlichen öffentlichen Partner, der privates Kapital mobilisiert, internationale Investoren anzieht und die Entwicklung eines leistungsfähigen, diversifizierten Fondsmanagerspektrums unterstützt. EIF German Equity trägt so entscheidend dazu bei, Deutschland als führenden und wettbewerbsfähigen Venture‑Capital‑Standort in Europa zu positionieren.
TechEU: Nationale Stärke mit europäischer Hebelwirkung
EIF German Equity zahlt ein auf TechEU, der paneuropäischen Innovationsstrategie von EIF und EIB. Durch die Förderung frühphasiger Innovationen in Deutschland und die Verzahnung mit europäischen Plattformen wie der European Tech Champions Initiative (ETCI) entsteht ein klarer europäischer Mehrwert:Nationale Programme schaffen die Innovationspipeline, EU‑Initiativen liefern das Wachstumskapital für Europas künftige Tech‑Champions. Dieser zweistufige Ansatz schließt Finanzierungslücken, stärkt die technologische Souveränität Europas und verbindet nationale Innovationsziele mit dem europäischen Anspruch, Deep‑Tech‑ und Zukunftstechnologien großflächig voranzubringen.
Julia Köhn: Serial-Founderin wird Entrepreneurship-Professorin
Gründungsgeist trifft akademische Exzellenz: die Berliner Startup-Hochschule CODE beruft Julia Köhn zur Professorin für Entrepreneurship.
Die CODE University of Applied Sciences begrüßt Prof. Dr. Julia Köhn als Professorin für „Business Management & Entrepreneurship“. Im Deutschen Startup Monitor 2025 wird die CODE unter den Top 10 der Gründungshochschulen* in Deutschland gelistet. Diesen Erfolg möchte die beliebte Startup-Hochschule weiterführen und setzt auf hochkarätige Verstärkung: Mit Köhn gewinnt sie eine Expertin, die als Investorin, Serienunternehmerin, Ökonomin und Philosophin seit einem Jahrzehnt unternehmerische Praxis und Erfahrung als Geschäftsführerin mit analytischer Tiefe und philosophischer Methodik vereint.
Von der Theorie in die Praxis: Erfolgreiche Serienunternehmerin
Nach ihrem Master in Economics and Philosophy an der Erasmus-Universität Rotterdam promovierte Julia Köhn an der Universität Witten/Herdecke und der University of Cambridge. Ihre Forschung beschäftigt sich mit wirtschaftlicher Unsicherheit und sieht unternehmerisches Handeln als Chance, Neues auszuprobieren, zu entdecken und wirtschaftliche Möglichkeiten für die Zukunft zu schaffen. Ihre wegweisende Dissertation zum Thema ‚Uncertainty in Economics‘ wurde mit summa cum laude ausgezeichnet.
2018 gründete sie ihr erstes FoodTech-Start-up und wurde 2021 als „Top 10 Woman in World FoodTech“ ausgezeichnet. Zuletzt rief sie mit DeepSoil ein BioTech-Unternehmen zur Regeneration von Agrarböden ins Leben. Zudem engagiert sie sich als Vorsitzende der German AgriFood Society für die Interessen deutscher Start-ups in den Bereichen AgriTech, FoodTech und BioTech, mit Schwerpunkt auf international wettbewerbsfähige Finanzierung innovativer DeepTech-Unternehmen.
Fokus an der CODE: Innovationen skalierbar machen
An der CODE wird sie ihre weitreichende Erfahrung nutzen, um Studierende im Bachelor-Studiengang auf die komplexen Herausforderungen der modernen Wirtschaft vorzubereiten. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, wie technologische Innovationen erfolgreich skaliert werden können und unter welchen Bedingungen sie langfristiges Wachstum und gesellschaftlichen Nutzen schaffen.
„Wir freuen uns sehr, dass Julia ihre Vision und Expertise an unserer Hochschule einbringt – sie verbindet Philosophie, Unternehmertum und Innovation, um die nächste Generation von Gründerinnen und Gründern zu inspirieren“, sagt Prof. Peter Ruppel, Präsident an der CODE.
Julia Köhn erklärt: „Ich möchte die Studierenden bestärken, ihre digitalen Ideen in erfolgreiche, funktionierende Unternehmen zu verwandeln. Dabei geht es um weit mehr als Zahlen – es geht um die Leidenschaft, Dinge anzupacken, und die Resilienz, an der eigenen Vision festzuhalten. Genau dieser Spirit des ‚Machens‘ ist es, der die CODE so einzigartig macht und den ich gemeinsam mit den Studierenden weiter vorantreiben will.“
Freiburger WaterTech-Start-up Pluvion sichert sich Mio.-Investment
Die von Philipp Grimm und Stefan Grefen gegründete Pluvion GmbH entwickelt digitale Lösungen für eine moderne, widerstandsfähige Wasser- und Abwasserinfrastruktur.
Gemeinsam mit den Bestandsinvestoren Kopa Ventures und MBG stellt Enpulse als Lead-Investor im Rahmen einer Seed-Runde eine Finanzierung im siebenstelligen Bereich bereit. Mit dem frischen Kapital will Pluvion insbesondere die Weiterentwicklung und Skalierung seiner KI-gestützten Softwareplattform für die Wasserwirtschaft vorantreiben.
Live-Monitoring für klare Prioritäten: Fremdwasser erkennen, bevor es teuer wird
Pluvion – vormals Grimm Water Solutions GmbH – entwickelt mit WATER+ eine SaaS-Plattform, die erstmals ein durchgängiges Live-Monitoring von Kanalnetzen ermöglicht und Fremdwassereinträge automatisiert erkennt, lokalisiert und prognostiziert. Diese Echtzeittransparenz ist für den laufenden Betrieb entscheidend: Sie zeigt sofort, wo Netze überlastet sind, wie Starkregenereignisse das System beeinflussen und wo Fremdwasser unbemerkt in die Infrastruktur eindringt.
Für Infrastrukturbetreibende bedeutet das: Sie können schneller reagieren, Risiken früher erkennen und Investitionen gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen bringen. Intuitive Visualisierungen übersetzen komplexe Messreihen in klare Handlungsempfehlungen, sodass Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen effizient geplant und umgesetzt werden können.
„Die Modernisierung unserer Wasserinfrastruktur ist eine der unterschätzten Stellschrauben der Klimaanpassung – und sie wird ohne digitale, datengetriebene Lösungen nicht funktionieren“, sagt Florian Fichter, Geschäftsführer von Enpulse. „Pluvion zeigt, wie sich bestehende Messdaten mit KI so kombinieren lassen, dass Kommunen und Versorger Fremdwasser, Leckagen und Überlastungen frühzeitig erkennen und gegensteuern können. Das ist gut für die Netze, gut für die Kommunen und am Ende gut fürs Klima.“
Wachsende Herausforderungen in der Wasserwirtschaft
Der Markt für die Digitalisierung der Wasserwirtschaft gewinnt weltweit an Dynamik. Viele Abwasser-und Kanalsysteme sind veraltet, gleichzeitig nehmen Starkregenereignisse und Überflutungsrisiken infolge des Klimawandels zu. Kommunale Versorger und Betreiber stehen unter wachsendem Druck, ihre Netze resilienter und effizienter zu gestalten – bei begrenzten Budgets und personellen Ressourcen. Genau hier setzt Pluvion an: Durch den intelligenten Einsatz vorhandener Daten lassen sich Ineffizienzen reduzieren, Betriebskosten senken und Investitionen gezielt dorthin lenken, wo sie den größten Effekt haben.
Phillip Grimm, Gründer und CEO von Pluvion: „Gemeinsam mit unseren bestehenden Investor*innen können wir WATER+ nun schneller in die Fläche bringen, weitere Funktionen entwickeln und zusätzliche Märkte erschließen. Unser Ziel ist es, Kommunen und Versorgern Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Wasser- und Abwassersysteme effizienter, sicherer und klimafest betreiben können.“
„App Store der Wasserindustrie“ als langfristige Vision
Die Software von Pluvion läuft auf Servern in Deutschland mit hohen Sicherheitsstandards und lässt sich nahtlos in bestehende IT- und Prozesslandschaften integrieren. Durch gezielte Partnerschaften mit Daten- und Infrastrukturanbietern stellt das Startup eine breite Kompatibilität zu gängigen Systemen sicher und schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.
Langfristig verfolgt Pluvion die Vision, sich mit einer Software-Suite skalierbarer Anwendungen als eine Art „App Store der Wasserindustrie“ zu etablieren. Neben Fremdwasser-Analysen sollen weitere Module helfen, Herausforderungen wie Starkregen, Überflutungen und Emissionen ganzheitlich zu adressieren – mit dem Anspruch, die Emissionen der Wasserinfrastruktur perspektivisch auf null zu senken.
Münchner Start-up-Gründer trägt olympische Fackel
Christian Hoffart, Gründer der Ersatzteilplattform SPAREPARTSNOW, wurde nominiert, das olympische Feuer als deutscher Fackelläufer auf dem Weg nach Milano Cortina zu tragen, wo Anfang Februar die olympischen Winterspiele 2026 starten.
Gestern trug Christian Hoffart die olympische Fackel vorbei an zahlreichen Zuschauer*innen durch den italienischen Urlaubsort Rimini entlang der berühmten Strandpromenade.
Der Fackellauf gilt als symbolischer Auftakt des olympischen Wettbewerbs. Für die Teilnahme benennt das IOC solche Personen, die die vier zentralen olympischen Werte Passion, Energy, Talent & Respect in ihrem beruflichen und persönlichen Umfeld verkörpern.
Für Christian Hoffart sei die Teilnahme am traditionsreichen olympischen Fackellauf ein besonderer Moment und eine große persönliche Ehre gewesen. Seit dem go-live der Online-Plattform im Oktober 2022 hat sich das von ihm geführte Münchner Scale-up zu einer zentralen Anlaufstelle für die Beschaffung industrieller Komponenten entwickelt. Die Plattform bündelt Maschinenersatzteile, Betriebsmittel sowie weitere Industrie-Produkte und adressiert damit ein strukturelles Problem, das die Branche seit Jahrzehnten prägt: die komplexe, zeitaufwendige und häufig wenig transparente Beschaffung industrieller Ersatzteile.
Kurz nach der Gründung erhielt SPAREPARTSNOW eine Bewertung von über 100 Millionen Euro – ein für ein junges Start-up außergewöhnlich hoher Betrag, der in dieser Größenordnung in Europa selten bereits in den frühen Finanzierungsrunden erreicht wird. Ganz im Sinne des olympischen Mottos „schneller, höher, stärker & gemeinsam“ ist die Plattform seither stark gewachsen und hat die eigenen Wachstumsziele mehrfach übertroffen. Heute sind – rund drei Jahre nach dem Start – etwa 5 Millionen Ersatzteile auf der Plattform verfügbar, die laut Hoffart „so einfach wie bei Amazon“ beschafft werden können.
Mobility-Start-up FERNRIDE von Quantum Systems übernommen
Quantum Systems, europäischer Marktführer in der Entwicklung intelligenter unbemannter Systeme, meldet die Übernahme des 2019 gegründeten Münchner Mobility-Start-ups FERNRIDE.
FERNRIDE bietet eine umfassende Boden-Autonomie-Plattform, um skalierbare Automatisierung für verschiedenste kritische Branchen zu ermöglichen und so Fahrermangel und Sicherheitsrisiken in besonders repetitiven und gefährlichen Umgebungen zu bewältigen. Das Unternehmen wurde 2019 nach zehn Jahren Forschung an der TU München gegründet und durch 75 Millionen Euro Venture Capital führender Investoren unterstützt. 2025 hat FERNRIDE als erstes Unternehmen eine TÜV-Zulassung von autonomen LKWs in Europa erreicht, diese bereits in ersten Tests mit der Bundeswehr eingesetzt und sein Portfolio um den Bereich Defence Logistics erweitert.
Im Hebst 2025 hatte FERNRIDE angekündigt, das Geschäft mit ferngesteuerten Lastwagen und Zugmaschinen für Hafenanlagen einzustellen. In Folge dessen wurde der Hälfte der Mitarbeitenden gekündigt. Haute konzentriert sich das Unternehmen auf Defence Logistics. Als erstes Unternehmen hat FERNRIDE eine TÜV-Zulassung von autonomen LKWs in Europa erreicht und diese bereits in ersten Tests mit der Bundeswehr eingesetzt.
Mit der Übernahme von FERNRIDE erweitert Quantum Systems seine Führungsposition von Luft- und Software-Intelligenz auf autonome Mobilität am Boden und schafft ein vernetztes, domänenübergreifendes Angebot für intelligente unbemannte Systeme. „FERNRIDE hat eine der fortschrittlichsten und skalierbarsten autonomen Bodenplattformen entwickelt“, so Martin Karkour, Chief Revenue Officer bei Quantum Systems. „Durch die Integration ihrer Technologie in MOSAIC UXS setzen wir unsere Vision konsequent um, ein vernetztes Ökosystem zu schaffen, in dem unbemannte Systeme über verschiedene Dimensionen hinweg als Einheit denken, sich bewegen und handeln.“
„Europa braucht dringend souveräne Autonomielösungen. Durch den Zusammenschluss mit Quantum Systems können wir unsere Technologie auf ein neues Niveau heben“, so Hendrik Kramer, CEO und Mitbegründer von FERNRIDE. „Gemeinsam mit Quantum Systems beschleunigen wir den Einsatz unserer Plattform im europäischen Verteidigungsbereich, welcher aktuell das global dringlichste Umfeld für die Skalierung von autonomen Bodensystemen darstellt. In der Zukunft werden diese Erfahrungen auch wieder auf zivile Logistikanwendungen übertragen werden und so unsere Gesellschaft sicherer und resilienter aufstellen.“
Die operative Erfahrung von Quantum Systems in der Ukraine hat die Relevanz des Zusammenspiels von Luft- und Bodenrobotik gezeigt. Durch die Integration der FERNRIDE Lösungen in die Missionssoftware MOSAIC UXS, der autonomen Missionssoftware von Quantum Systems, sollen Multi-Domain-Operationen ermöglicht werden, die das Situationsbewusstsein und die Entscheidungsfindung verbessern.
Zu den finanziellen Details der Übernahme wurden keine Angaben getätigt.
Robotics Venture Capital Report 2025
Der aktuelle Robotics Venture Capital Report zeigt u.a.: Europas Robotik-Start-up-Ökosystem erreicht neues Rekordniveau. Deutschland bleibt eine tragende Säule.
Der europäische Markt für Robotik-Start-ups erlebt 2025 eine markante Wachstumsphase: Mit einem Finanzierungsvolumen von € 2,4 Mrd. (Stand Q3) wird bereits vor Jahresende das bisherige Rekordjahr 2021 (€ 1,9 Mrd.) übertroffen. Treiber dieses Trends sind insbesondere der dynamisch wachsende Drohnensektor. Diese und weitere Erkenntnisse enthält der neue „FCF Robotics Venture Capital Report – 2025“.
Robotik-Sektor auf Rekordkurs
Der europäische Robotik-Sektor zeigt sich 2025 so stark wie nie: Mit einem Investitionsvolumen von € 2,4 Mrd. bis Q3 2025 wurde bereits vor Jahresende das bisherige Rekordjahr 2021 (€ 1,9 Mrd.) deutlich übertroffen. Der starke Aufwärtstrend wird zusätzlich durch vier weitere Megadeals im vierten Quartal untermauert, die im Report noch nicht vollständig enthalten sind. Dazu zählen unter anderem:
- Quantum Systems (€ 160 Mio., Mai 2025 – mit Aufstockung auf € 340 Mio. bis Jahresende angekündigt)
- ANYbotics (€ 138 Mio., September 2025)
- Distalmotion (€ 130 Mio., November 2025)
- Nest AI (€ 100 Mio., November 2025)
Drohnen als Wachstumstreiber im Subsegment
Die Analyse der Subsektoren zeigt ein besonders dynamisches Wachstum im Bereich Drohnen-Technologie. Zwischen 2023 und 2024 stieg die Anzahl der Deals um 174 % – von 77 auf 211 Transaktionen. Im bisherigen Jahresverlauf 2025 (YTD Q3) wurden bereits 135 Deals verzeichnet, was einem Anteil von 29 % aller Robotik-Deals entspricht. Dies bestätigt die starke und anhaltende Attraktivität dieses Segments für Investoren.
Frühphasenfinanzierungen dominieren – Start-up-Neugründungen steigen deutlich
Ein zentrales Ergebnis des Reports: 73 % aller Robotik-Finanzierungsrunden im Jahr 2025 (YTD) entfallen auf Frühphasen-Deals, darunter 39 % auf Accelerator-Runden. Diese Entwicklung deutet auf eine signifikante Zunahme an Neugründungen seit 2024 hin – ein klares Signal für ein aktives, wachsendes Gründungsökosystem im Bereich Robotik in Europa.
Megadeals treiben das Marktvolumen
Trotz der starken Zunahme an Early-Stage-Finanzierungen wird das Gesamtvolumen weiterhin maßgeblich von Megadeals über € 100 Mio. getragen. Seit 2021 wurden 19 solcher Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund € 3,5 Mrd. verzeichnet – ein Anteil von 36 % des gesamten Finanzierungsvolumens. Die Zahlen verdeutlichen: Das Kapital konzentriert sich weiterhin stark auf etablierte Scale-ups.
Deutschland unter den führenden Robotik-Nationen Europas
Deutschland bleibt eine tragende Säule im europäischen Robotik-Start-up-Ökosystem – trotz des höchsten Anteils an Deals mit nicht-offengelegtem Finanzierungsvolumen. Im Gesamtranking liegt Deutschland auf Platz zwei hinter dem Vereinigten Königreich. Bemerkenswert: Drei der zehn kapitalstärksten Robotik-Start-ups Europas stammen aus Deutschland:
- Agile Robots (€ 318 Mio. seit 2021)
- NEURA Robotics (€ 301 Mio., mit geplanter € 1 Mrd.-Runde, seit 2021)
- Quantum Systems (€ 211 Mio. seit 2021, exkl. der Finanzierung Q4 2025)
Champions entstehen auch in kleineren Ländern
Der Report zeigt auch: Nicht nur große Länder haben Champions. So demonstriert TEKEVER aus Portugal mit einer Gesamtfinanzierung von € 540 Mio. seit 2021, dass auch aus kleineren europäischen Ländern international wettbewerbsfähige Robotik-Champions hervorgehen können.
Weiterführende Infos zum Robotics Venture Capital Report 2025 gibt’s hier

