Digitale Gründerzentren braucht das Land!

Autor: Marco Englert, Prof. Anabel Ternès
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Was Gründerzentren konkret leisten und welche Rolle sie spielen, um das Ökosystem Entrepreneurship weiter voranzubringen.

Mutige und motivierte Gründer/-innen braucht das Land - und diese wiederum professionelle Unterstützung, die sich ganz pragmatisch an den tatsächlichen Bedürfnissen orientiert: Eine erfolgreiche Gründung bedarf eines dazu geeigneten Ökosystems, das die innovativen Impulse nicht von vornherein in bürokratischen Hemmnissen erstickt. Sich dazu der Errungenschaften der Digitalisierung zu bedienen, ist nur folgerichtig.

Innovative Gründerzentren als produktive Schmelztiegel
Eine revolutionäre Geschäftsidee zu entwickeln, ist leider noch kein Garantie dafür, dass diese auch wirtschaftlich zum Tragen kommt - insbesondere in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen Regionen dieser Welt muss die Gründerkultur hierzulande erst wieder entwickelt werden, um das enorme Potenzial wirklich ausschöpfen zu können.

Junge Talente brauchen nicht nur die theoretische Ermutigung, sondern eine ganz pragmatische Starthilfe. Angefangen bei einer Entrepreneurship-Ausbildung, die den Gründergeist wiederbeleben soll, über die notwendigen businessorientierten Kenntnisse bis hin zur tatkräftigen Unterstützung während der Gründungsphase - die Aufgaben der sich entwickelnden digitalen Gründerzentren sind ausgesprochen breit gefächert.

Wollen Gründerzentren zum fruchtbaren Biotop für digitale Geschäftsideen werden, müssen sie sich an den ganz konkreten Bedürfnissen der potenziellen Gründer orientieren: Deren Ideen sollten zunächst so weit ausgearbeitet werden, dass sich die potenziellen Marktchancen realistisch einschätzen lassen, um darauf ein Geschäftskonzept aufbauen zu können. Schon an dieser Stelle erweist sich ein fein geknüpftes Netzwerk, das aus etablierten Unternehmen, aber auch Partnern aus Wissenschaft, Forschung, Politik und dem Finanzsektor sowie anderen Gründern und Start-ups besteht, als entscheidender Vorteil.

Für diese wichtige Vorbereitungsphase sind aber auch ganz pragmatische Anforderungen zu erfüllen, wie beispielsweise die Schaffung komfortabler Working Spaces, in denen Talente arbeiten, sich austauschen und ihre Projekte voranbringen können, sowie eine ausreichende finanzielle Ausstattung.

Zielführendes Innovationsmanagement im Gründerzentrum wichtig
Es kommt also schon bei der Akquise der Talente darauf an, dass die Gründerzentren in Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern den Bedarf der Unternehmen an bestimmten Entwicklungen und digitalen Wertschöpfungspotenzialen eruieren und ihre Aktivitäten darauf ausrichten. Auch in diesem Punkt spielt die Vernetzung eine große Rolle, um beispielsweise in der Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen zur Gründerförderung und Unternehmen in der Region Starthilfe-Pakete zu schnüren - und vor allem Wege zu verkürzen.

Die Digitalisierung eröffnet hier einerseits vielfältige Möglichkeiten mit großer Reichweite, die von gezielten Aufrufen, Publikationen und Anleitungen auf Webseiten über Online-Sprechstunden bis hin zu Business Plan Challenges reichen. Andererseits können Informationstage in den Räumen der Gründerzentren die regionale Verankerung der Gründungen stärken: Ein persönlicher Kontakt zu den relevanten Entscheidungsträgern ist noch immer unersetzlich, zumal die Talente in der Regel den Umgang mit potenziellen Geschäftspartnern, Investoren und Banken trainieren müssen.

Gründerzentren sollten sich also mit ihrem Angebot sowohl digital als auch ganz analog so präsentieren, dass sich Talente mit ihren Befindlichkeiten verstanden und optimal auf ihrem Weg unterstützt fühlen. Dazu können Veranstaltungen im Gründerzentrum, aber auch Creative Sessions oder spezielle Workshops mit bekannten Unternehmern beitragen, die beispielsweise anhand ihrer persönlichen Geschichte die Chancen einer Gründung, aber auch die Mühen darstellen.

Die Fördertöpfe für Gründungen sind auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene durchaus vorhanden, allerdings in einer Vielfalt und Komplexität, die einer kompetenten Begleitung bedürfen. Hier sollte ein professionelles Coaching ansetzen, das sich einerseits mit der Entwicklung des Innovationsprojektes selbst, andererseits aber auch mit den Gründungsvorbereitungen befasst: Hier sind juristische Fragen zu beantworten, die Versorgung mit dem für jede Entwicklungsphase des Unternehmens notwendigen Kapital und der notwendige administrative Unterbau des künftigen Unternehmens zu organisieren. Im besten Fall bietet die Gründerschmiede dafür einen geeigneten Service, sodass die Gründer sich zunächst ganz auf ihre Entwicklungsaufgaben konzentrieren können.

Im Gründerzentrum: Von der Idee zum erfolgreichen Unternehmen
Ist das Geschäftskonzept so weit entwickelt, dass die Gründung erfolgen kann, sollte die Betreuung durch ein Gründerzentrum nicht enden - im Gegenteil, gerade jetzt sind Startups enormen Risiken ausgesetzt. Es müssen strategische Überlegungen angestellt und tragfähige Finanzierungskonzepte entwickelt, aber auch Organisationsstrukturen aufgebaut werden.

Die dazu notwendigen Kompetenzen müssen sich die meisten Gründer zunächst aneignen. Hier empfehlen sich Coachings ebenso wie Online-Kurse, aber auch regelmäßige Gespräche mit den jeweiligen Ansprechpartnern aus dem Netzwerk. Digitale Gründerzentren müssen also deutlich mehr als die oft assoziierten Lofts mit Billardtisch und Hochleistungsrechner, in denen kreative Köpfe ihre Ideen entwickeln, bieten: Einerseits sind die Geschäftsfelder zu recherchieren, die lukrative Ansätze zur Digitalisierung und damit eine tragfähige Geschäftsgrundlage bieten, andererseits sind die in Frage kommenden Talente zu akquirieren und mit den notwendigen Kompetenzen auszustatten. Angesichts des relativ verhaltenen Gründungswillens in Deutschland, der nicht zuletzt dem oftmals fehlenden finanziellen Background geschuldet ist, sind gut durchdachte Konzepte gefragt.

Diese wiederum müssen solide aufgestellt werden, was eine konstruktive Kommunikation und enge Zusammenarbeit von regional ansässigen Unternehmen, Banken und politischen Instanzen erfordert. Gleichzeitig sind die Gründerzentren gefordert, den Talenten den Raum zu geben, die sie zur Entfaltung benötigen - ob dies Working Spaces sind oder einzelne Büros, die administrativ unterstützt werden. Geeignete Coaching-Angebote, die auf die einzelnen Unternehmensphasen zugeschnitten sind, sollten das Angebot sinnvoll abrunden. Auf diese Weise begleitet, gefördert und gefordert können Ideen zu innovativen Entwicklungen reifen, die als belastbare Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensgründung taugen.

Die Autoren:
Marco Englert
(MBA) verantwortet als Chief Marketing Officer (CMO) und Executive Director Strategy & Digital die Modellierung und Umsetzung der Managementstrategien bei der Motodox GmbH

Prof. Anabel Ternès ist Gründerin mehrerer Tech-Unternehmen. Sie ist Vorstandsmitglied von NFTE Deutschland und Mentorin von StartupTEENS, Speaker, Expertin und Autorin für Digitalisierung und hält eine Professur für E-Business. Als Managing Director leitet sie das Internationale Institut für Nachhaltiges Management (IISM)


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Gründer*in der Woche: Anna Deimann – Erfolg hat kein Geschlecht

Mit 19 gründete Anna Deimann ihre Digitalagentur AD Consulting, um Mittelständlern zu mehr Reichweite und Sichtbarkeit zu verhelfen. Ihr Weg in einer von Männern dominierten Business-Welt.

„Darin liegt die Schönheit des Unternehmertums – im Wachsen und Lernen.“ Dieses persönliche Mantra spiegelt Anna Deimanns unternehmerische Reise perfekt wider. Geboren und aufgewachsen ist Anna in Iserlohn. Nach dem Abitur entschied sie sich, auf Entdeckungsreise zu gehen: „Ich ging für einige Zeit nach Australien, um Erfahrungen zu sammeln, die weit über die Grenzen des Klassenzimmers hinausgehen“, so Anna. Anschließend kehrte sie nach Deutschland zurück und gründete nur ein Jahr später ihr eigenes Unternehmen.

AD Consulting: Aus Traum und Leidenschaft

Getrieben von ihrer Leidenschaft für digitales Marketing und dem Wunsch, mittelständischen Unternehmen dabei zu helfen, ihre Online-Präsenz zu verbessern, gründete Anna mit 19 Jahren ihr Unternehmen – die AD Consulting GmbH in Dortmund. „Meine Inspiration entstand während meiner Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation und meines Dualen Studiums zur Marketing Managerin. Ich erkannte das Potenzial, welches sich im digitalen Marketing verbirgt, und entschloss mich, dieses mit AD Consulting auszuschöpfen“, so die Gründerin.

Als junge Unternehmerin und als Frau in der Tech-Branche stand Anna vor besonderen Herausforderungen. „In einer von Männern dominierten Welt begegnete ich Vorurteilen und Stereotypen, die meine Fähigkeiten infrage stellten. Doch ich ließ mich nicht entmutigen, auch wenn aller Anfang alles andere als einfach war“, erinnert sich die Unternehmerin.

Fest davon überzeugt, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sah sie den Schlüssel zum Erfolg im Überwinden von Zweifeln und der Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen. „Ich nutzte mein Wissen und meine Kreativität, um innovative Lösungen zu entwickeln, und bewies allen, die an mir zweifelten, dass Erfolg keine Frage des Geschlechts ist“, so Anna.

Partnerschaften mit Perspektive

Mit AD Consulting möchte Anna ihre Kund*innen dabei unterstützen, erfolgreich im digitalen Zeitalter zu sein. „Doch mir geht es um mehr als das pure Quid-pro-quo der Geschäftswelt“, so Anna, „Bei AD Consulting geht es uns nicht nur darum, Dienstleistungen anzubieten; wir schaffen Partnerschaften, die Werte schaffen und Visionen verwirklichen. Was uns von anderen unterscheidet, ist unser unermüdliches Streben, jede Kundenbeziehung mit einer maßgeschneiderten und ganzheitlichen Betreuung zu pflegen.“

Das bedeutet: Anna und ihr Team passen sich nicht nur den individuellen Bedürfnissen der Kund*innen an, sondern setzen sich auch leidenschaftlich dafür ein, messbare Ergebnisse zu liefern, die über Erwartungen hinausgehen. „Dieses Engagement für langfristige Partnerschaften spiegelt den Glauben an nachhaltigen Erfolg wider, und die Flexibilität ermöglicht es, proaktiv auf Markttrends und Kundenbedürfnisse zu reagieren“, so Anna.

Vorbild und Inspiration

Dass ihr Konzept nicht nur bei den Kund*innen ankommt, zeigt auch die Auszeichnung als Vorbildunternehmerin durch das Bundesministerium Ende 2022. „Das war eine besondere Ehre. Diese Anerkennung hat meine Leidenschaft für die Unterstützung von Frauen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen, noch verstärkt“, sagt Anna nicht ohne Stolz.

Im Rahmen der Initiative „FRAUEN unternehmen engagiert sich Anna zudem ehrenamtlich für diese Ziele und freut sich, ihre Erfahrungen weitergeben zu können.

Wo geht die Reise hin?

„In fünf Jahren sehe ich AD Consulting als eine etablierte Digitalagentur, die nicht nur erfolgreich für ihre Kunden arbeitet, sondern auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung digitaler Lösungen leistet. Wir streben danach, weiter zu wachsen, innovative Strategien zu entwickeln und unsere Präsenz auf dem Markt zu stärken“, bringt es Anna auf den Punkt.

Annas Tipps für andere Gründer*innen

Und abschließend hat die junge Unternehmerin ein paar Tipps für Gleichgesinnte:

  • „Seid mutig und vertraut eurer Vision. Der Weg zum Erfolg ist oft nicht geradlinig, aber der Glaube an die eigene Idee ist entscheidend.
  • Baut ein starkes Team auf. Gemeinsam erreicht man mehr, und die Menschen, mit denen man arbeitet, sind entscheidend für den Erfolg des Unternehmens.
  • Lernt aus Rückschlägen und seid bereit, euch anzupassen. Der Unternehmensalltag ist dynamisch. Die Fähigkeit zur Anpassung ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung des Start-ups.“

Cyclize: Kunststoff-Recycling-Start-up erhält rund 5 Mio. Euro Seed-Finanzierung

Cyclize, das von Dominik Novakovic, Jan Stein, Maike Lambarth und Stephan Renninger gegründete ClimateTech Start-up aus Stuttgart, erhält eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,75 Mio. Euro. Als Spin-off der Universität Stuttgart hat Cyclize eine Technologie zur Defossilisierung der chemischen Industrie entwickelt, bei der gemischte Kunststoffabfälle und CO2 als Ausgangsmaterial verwendet werden, um Synthesegas herzustellen.

Dieses Synthesegas dient als Grundbaustein für höherwertige Chemikalien und wird zur Herstellung von Kunststoffen, Methanol, Wasserstoff und E-Fuels verwendet. Die von UVC Partners angeführte Finanzierungsrunde wird von High-Tech Gründerfonds (HTGF), Aurum Impact, UnternehmerTUM Funding for Innovators und weiteren Business Angels unterstützt.

Cyclize will die chemische Industrie revolutionieren. Durch den bisherigen Einsatz von Erdgas und Kohle werden die darin enthaltenen Kohlenstoffatome zur Herstellung von Synthesegas genutzt. Dieses Gas ist ein Basisbaustein der Chemieindustrie und Ausgangspunkt für essenzielle Produkte wie Kunststoffe, Schaumstoffe, Klebstoffe, Farben und viele mehr. Bei der Verwertung dieser Produkte werden 15 Prozent (IPCC) der globalen industriellen CO2-Emissionen verursacht.

Das Plasma-basierte Verfahren zur Herstellung von Synthesegas von Cyclize kann mühelos mit fossilem Synthesegas konkurrieren und setzt damit neue Maßstäbe, um fossile Ressourcen zu ersetzen. Für die langfristige Einhaltung der Klimaziele ist dies bedeutsam, denn andere Verfahren – etwa die Elektrolyse oder der Einsatz von Carbon Capture and Storage (CCS) – können den wachsenden Bedarf an CO2-neutralem Synthesegas allein nicht decken. Die Bewegung hin zu Netto-Null-Produktionen eröffnet neue Märkte und Cyclize ebnet der chemischen Industrie durch eine niedrigschwellige Lösung den Weg. Mit dem frischen Kapital will sich das Start-up der Skalierung der Technologie widmen. Testreihen mit Pilotkunden, die Synthesegas benötigen oder komplexe Abfallströme recyceln wollen, sind bereits in Planung.

“Mit unserem Verfahren setzen wir ein Signal für eine klimaneutrale Chemie. Durch unseren patentierten Cyclize-Prozess befähigen wir Chemieunternehmen, trotz steigender Energiepreise in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Cyclize-Plasma ist nicht nur die Zukunft der Chemieindustrie – es ist auch Innovator für die Kreislaufwirtschaft ”, sagt Maike Lambarth, Mitbegründerin und CEO von Cyclize.

Leadinvestorin Amanda Birkenholz sagt: “Die Cyclize-Technologie löst zwei große Probleme: Zum einen werden heute lediglich neun Prozent (OECD) des global produzierten Plastiks recycelt. Zudem wird dieses Plastik nicht weiter genutzt und landet auf Mülldeponien. Die darin enthaltene Energie kann Cyclize maßgeblich für den Reformierungsprozess nutzen, auch Strombedarf und Betriebskosten sinken. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Energiepreispolitik können sich Unternehmen mit Cyclize einen entscheidenden Vorsprung sichern und dabei einen Rohstoff nutzen, der bislang kaum in Anspruch genommen wird.”

promiseQ: Video-Intelligence-Start-up erhält Mio.-Seed-Finanzierung

PromiseQ, eine intelligente Plattform zur Verwaltung von Videoüberwachung, die den gesamten Überwachungsprozess optimiert, hat kürzlich eine siebenstellige Seed-Finanzierungsrunde unter der Führung von ExtraVallis und APY Ventures abgeschlossen.

Das 2021 von Elias Kardel und Tolga Ermis in Berlin gegründete Start-up promiseQ nutzt die Leistungsfähigkeit von künstlicher Intelligenz (KI), Edge-Software und Human-Review-Analyse, um das Management von Videoüberwachungssystemen auf die nächste Stufe zu heben. Das Video-Intelligence-Hub des Unternehmens ermöglicht es Sicherheitsfirmen und anderen Unternehmen, ihr Video Surveillance Management zu zentralisieren, Kameras von jedem Standort aus zu überprüfen und so – laut Angaben des Start-ups – bis zu 95 Prozent der Falschalarme bei der Videoüberwachung zu eliminieren.

Neue Finanzierungsrunde für weiteres Wachstum

Nachdem promiseQ im Sommer 2022 bereits eine sechsstellige Pre-Seed-Investitionsrunde (angeführt von APX und Experten aus der Sicherheitsbranche) verzeichnen konnte, freut sich das Unternehmen, einen neuen Meilenstein bekannt geben zu können: promiseQ hat vor Kurzem ein siebenstelliges Seed-Investment von bestehenden Business Angels (u.a. Valentin Schmitt und Uli Schmitt) und den Venture-Capital-Firmen ExtraVallis und APY Ventures (Bilişim Vadisi VCF) erhalten. Diese neue Finanzierungsrunde unterstreicht nicht nur die Ambition von promiseQ, Innovationen in der Sicherheitsbranche voranzutreiben, sondern stellt auch ein Vertrauensvotum von branchenführenden Investoren dar. Die neue Finanzierung soll dafür genutzt werden, die Produkt- und Dienstleistungspalette des Unternehmens zu erweitern und den eingeschlagenen Wachstumskurs fortzusetzen.

Video Intelligence Plattform

Die Video Intelligence Plattform von promiseQ ist eine zentralisierte Verwaltungsplattform, mit der Benutzer*innen jeden Aspekt ihres Videoüberwachungsnetzwerks steuern und anpassen können. Das Vorzeigeprodukt, der Threat Filter, ist ein hybrides KI-System, das Falschalarme beseitigt, die Sicherheitsnetzwerke unnötig belasten und Notfallmaßnahmen erschweren. Das intelligente System ermöglicht den Nutzer*innen eine vollständige Online-Überwachung von Videoüberwachungsalarmen, ohne auf arbeitsintensive und kostspielige Überwachungszentren angewiesen zu sein. Der Falschalarmfilter hat den innovativen Vorteil, dass er externe, weltweit tätige Analytiker heranziehen kann, die bereit sind, Alarme in noch nie dagewesenen Situationen zu verifizieren. In zertifizierten Pilotprojekten vor der Markteinführung erreichte promiseQ eine Erfolgsquote von 95 Prozent bei der Unterscheidung von Falschalarmen und echten Bedrohungen. Das B2B Software-as-a-Service (SaaS)-Produkt wird inzwischen erfolgreich in der Sicherheitsbranche eingesetzt, z.B. von der International Security Group und WSD Permanent Security.

Tolga Ermis, Mitgründer und CEO von promiseQ: "promiseQ hat sich schnell zu einem dynamischen und zuverlässigen Akteur in der Sicherheitsbranche entwickelt. Unsere Video Intelligence Plattform in Kombination mit unseren KI-Funktionen für den Falschalarmfilter hat unsere Kunden in die Lage versetzt, die Genauigkeit ihrer Videoüberwachung deutlich zu verbessern, Betriebskosten zu senken und ihre Produktivität zu steigern. Dank der Seed-Finanzierungsrunde werden wir demnächst eine neue und innovative Softwaretechnologie in Form unseres promiseQube auf den Markt bringen – diese wird unseren Kunden dank Computer Vision und Generativer KI ein neues Maß an Sicherheit und Überwachungsgenauigkeit bieten.”

Elias Kardel, Mitgründer und CTO von promiseQ: "Ich bin unglaublich stolz auf den Weg, den wir bereits hinter uns haben, um zur Zukunft von Sicherheitstechnologie beizutragen. Unsere Vision war es seit dem ersten Tag, unseren Kunden die fortschrittlichsten Lösungen für ihre vielfältigen Aufgabenstellungen in der Videoüberwachung zu bieten. Heute sehen wir, wie diese Vision Wirklichkeit wird. Gemeinsam mit unserem engagierten Team und unseren strategischen Partnern freuen wir uns darauf, weiter zur Innovation in der Sicherheitsbranche beizutragen.”

Das sind die nervigsten Floskeln in Stellenanzeigen

Eine aktuelle Studie deckt auf: Von "Work hard, play hard" bis "Obstkorb": Mit diesen Floskeln vergraulst du deine Bewerber*innen schneller als gedacht.

In einer Umfrage hat die Lernplattform Preply den Sprachgebrauch in deutschen Stellenanzeigen näher unter die Lupe genommen und zeigt, worauf du bei deiner nächsten Stellenausschreibung achten solltest.

Diese Floskeln in Stellenanzeigen finden Deutsche am nervigsten:

1. „Work hard, play hard“ ist die nervigste Floskel in Stellenanzeigen

„Play hard“ oder doch „work hardest“? Laut Umfrage klingeln bei den meisten Bewerber*innen da die Alarmglocken. In allen Altersgruppen, außer bei den über 55-Jährigen, ist man sich einig, dass diese Floskel besser nicht in Stellenanzeigen vorkommen sollte. Die Umfrage zeigt, dass 32 % der Teilnehmenden den Ausdruck als überstrapaziert empfinden oder sie ihn nicht gerne in einer Stellenanzeige lesen. Besonders bei der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen kommt der Ausdruck schlecht an: Stolze 48 % finden den Begriff störend.

2. Der Begriff „Alleskönner“ ist das zweitgrößte Reizwort in Stellenanzeigen

In Stellenanzeigen beliebt, bei Bewerber*innen eher weniger: der Alleskönner. Multitalente, die in Unternehmen unterschiedlich eingesetzt werden können und über ein breites Wissen verfügen. Laut Umfrage empfinden den Begriff 26 % als störend. Bei den weiblichen Studienteilnehmenden liegt der Prozentsatz sogar bei über 30 % im Vergleich zu 18 % bei den männlichen Altersgruppen.

3. „Jenseits der 9-5-Mentalität“ steht an dritter Stelle der nervigsten Begriffe und Ausdrücke in Stellenanzeigen

Insbesondere in der Medien- und Modebranche ist der Begriff oft anzutreffen. Was sich auf den ersten Blick nach mehr Flexibilität anhört, kann sich im Arbeitsalltag allerdings schnell in regelmäßigen Überstunden und Wochenendarbeit widerspiegeln. Laut Umfrage empfindet ein Viertel der Studienteilnehmer (25 %) den Begriff als negativ, bei den 45- bis 54-Jährigen sind es sogar 35 %.

Und zu guter Letzt: der gute alte Obstkorb. Ein „Benefit“, das eigentlich keins sein sollte. Wieso sich der Obstkorb immer noch nicht aus Stellenanzeigen verschwinden lässt, ist auch uns unklar. Auch 14 % unserer Studienteilnehmer können mit Früchten in Jobinseraten wenig anfangen.

Inwiefern beeinflusst die Wortwahl in Stellenanzeigen die Wahrnehmung der Stelle sowie des Unternehmens?

Gut gewählte Worte, die den Kern des Jobangebots treffen, haben die Macht, potenzielle Bewerber*innen für eine bestimmte Stelle und das Unternehmen zu begeistern. Um den Zusammenhang zwischen der Wortwahl in Stellenanzeigen und der daraus resultierenden Wahrnehmung besser zu verstehen – sowohl in Bezug auf die Art der Stelle als auch auf das Image des Unternehmens – haben wir mit mehr als tausend deutschen Büroangestellten eine Befragung durchgeführt. Preply hat nachgefragt, ob sie der Ansicht sind, dass die Verwendung von Floskeln in Stellenanzeigen einen negativen Einfluss auf ihre Wahrnehmung eines Unternehmens oder einer Stelle haben könnte. Eine überwältigende Mehrheit (66 %) der Befragten gab an, dass sich nervige Floskeln negativ auswirken können. Interessant: Die vorliegende Analyse zeigt jedoch, dass die Auswirkungen der Wortwahl bei den 35- bis 44-Jährigen weniger signifikant zu sein scheinen. Im Gegensatz dazu scheint sich vor allem die jüngere Generation an Floskeln zu stören: 71 % der 16- bis 24-Jährigen geben an, dass diese Wortwahlen einen negativen Einfluss haben können.

„Rote Fahnen“ in Stellenanzeigen, auf die du achten solltest

  • „Wir sind eine Familie“ – die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben können fließend sein, eine klare Trennung eventuell nicht möglich.
  • „Muss multitaskingfähig sein“ – dies kann eine erhöhte Belastung im Arbeitsalltag bedeutet.
  • „Bewahrt auch unter Zeitdruck einen kühlen Kopf“ – das kann auf einen stressigen Berufsalltag hindeuten.
  • „Bereitschaft, auch außerhalb der Bürozeiten zu arbeiten“ – kann auf eine schlechte Work-/Life-Balance hindeuten.
  • „Juniorposition – 5 Jahre Berufserfahrung zwingend“ – solche Jobangebote stellen unrealistische Erwartungen an ihre Bewerber*innen, die nicht dem Standard entsprechen.

Wie schreibt man also eine barrierefreie Stellenanzeige?

Eine gute Stellenanzeige ist informativ und überzeugend. Vermeide vage Formulierungen und übermäßigen Fachjargon. Sei klar und stelle sicher, dass die Unternehmenskultur im Text subtil widergespiegelt wird. Dies gilt sowohl bei formellen Unternehmen als auch informellen, wie zum Beispiel Start-ups. Denke dabei an dein Zielpublikum: Wen willst du mit der Stellenausschreibung erreichen und für dein Unternehmen begeistern? Diese Message sollte sich bereits in den ersten paar Zeilen des Inserats herauskristallisieren. Trau dich auch, aus der Masse herauszustechen, anstatt einen Standardtext mit leeren Floskeln zu wählen.

Sei allerdings bedacht bei der Verwendung von zu vielen englischen Begriffen in Stellenanzeigen. Frühere Untersuchungen zu Anglizismen am Arbeitsplatz haben gezeigt, dass die übermäßige Verwendung englischer Begriffe nicht bei jedermann Anklang findet. Achte auch auf sogenannte rote Fahnen, wie beispielsweise unrealistische Anforderungsprofile oder leere Floskeln. Vergiss schließlich nicht, nebst den Anforderungen auch die (Aufstiegs-)Möglichkeiten und Vorteile aufzuzeigen. Dabei ist es wichtig, in puncto Gehalt und Entwicklungsmöglichkeiten mit vollständiger Transparenz zu glänzen. Dies wird von Bewerber*innen sehr geschätzt, denn schließlich sollte bei einem Vorstellungsgespräch das gegenseitige Kennenlernen im Fokus stehen.

Dabei kann es eine Herausforderung darstellen, Stellenbeschreibungen inklusiver zu gestalten. Achte daher auf die Verwendung geschlechtersensibler Sprache und stelle sicher, dass die Stellenausschreibung durch die Verwendung klarer Schriftarten, Farben und Formatierungen verständlich ist.

Verwende eine Sprache, die für eine Vielzahl von Menschen unabhängig von ihrer Muttersprache leicht verständlich ist. Berücksichtige kulturelle Unterschiede, die die Interpretation bestimmter Wörter oder Ausdrücke beeinflussen können. Und schließlich ist es ratsam, Fähigkeiten und Qualifikationen hervorzuheben, anstatt sich nur auf bestimmte Jobtitel oder Abschlüsse zu konzentrieren.“

Schlussfolgerung

Kurz gefasst: Der Sprachgebrauch in deutschen Stellenanzeigen hat definitiv großes Potenzial nach oben. Verabschieden wir uns endlich von abgedroschenen Ausdrücken wie „jenseits der 9-5 Mentalität“ oder „Alleskönner“. Stattdessen sollten wir klare Stellenanzeigen ohne unnötigen Fachjargon anstreben, die für jeden verständlich sind, unabhängig von Alter, Herkunft oder Muttersprache.

Studie: Nachfolgerinnen in Familienunternehmen

Eine aktuelle Untersuchung zeigt die großen Chancen und wichtigsten Herausforderungen von bzw. für Nachfolgerinnen in Familienunternehmen auf.

Die Untersuchung hat der Verband deutscher Unternehmerinnen gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung eine Untersuchung zu Nachfolgerinnen in Familienunternehmen beauftragt, die das Institut für Familienunternehmen und Management der WHU - Otto Beisheim School of Management durchgeführt.

Das Potenzial von Frauen als Nachfolgerinnen

Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und ihr langfristiger Erfolg hängt stark von einer effektiven Nachfolgeplanung ab. Das Potenzial von Frauen als Nachfolgerinnen in Verantwortung von Familienunternehmen ist bei weiten nicht ausgeschöpft. Schon heute spielen Nachfolgerinnen eine immer wichtigere Rolle bei der Sicherung des Fortbestands von Familienunternehmen als Stabilitätsanker der Wohlstandssicherung Deutschlands. Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann es gelingen, das Potenzial von Nachfolgerinnen weiter zu aktivieren.

Mit den Fokusthemen Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Unternehmen und ländlicher Standort schließt die Studie eine wissenschaftliche Lücke und bietet ein umfassendes Verständnis darüber, mit welchen Herausforderungen sie in diesen Bereichen konfrontiert werden. Anhand dessen werden konkrete politische Empfehlungen abgeleitet.

Kinderbetreuung

Mit einer betrieblichen Kinderbetreuung wird der begrenzten Verfügbarkeit von Betreuungsmöglichkeiten entgegengewirkt und weiteren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert. Politik kann hier Anreize schaffen und für eine Vereinfachung von Genehmigungsverfahren bei der betrieblichen Kinderbetreuung sorgen.

Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum

Bürokratische Hürden in Unternehmen binden zeitliche Kapazitäten und erschweren damit die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmen. Gezielte Entbürokratisierungsmaßnahmen für mittelständische Unternehmen können hier Abhilfe schaffen und Nachfolgerinnen entlasten.

Ländlicher Raum

Der ländliche Raum bietet Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten für das familiäre Zusammenleben, dabei stellt die infrastrukturelle Anbindung eine zentrale Herausforderung dar. Eine Einführung und Förderung von „Kindertaxis“ wird als vielversprechende Maßnahme beschrieben, um Nachfolgerinnen zeitlich und mental zu entlasten.

Jasmin Arbabian-Vogel, Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen: „Dem deutschen Mittelstand fehlt es an Nachfolgerinnen. Das muss nicht sein: Wenn es gelingt, pragmatische und vor allem ganztagsflächendeckende Kinderbetreuung zu gewährleisten und überbordende Bürokratie abzubauen, wird Frauen der Weg ins Unternehmertum erleichtert und Nachfolge als Karriereoption attraktiv – damit wäre potenziellen Unternehmerinnen und nicht zuletzt dem Mittelstand geholfen!“

Maren Jasper-Winter, Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: „Frauen können Unternehmensführung! Sie können einen entscheidenden Beitrag zur Entschärfung des Nachfolgeproblems leisten – ohne ihr Potenzial wird es in den nächsten Jahren schwierig. Damit sich mehr potentielle Nachfolgerinnen für die Übernahme von Verantwortung entscheiden, müssen wir sie aber besser unterstützen. Die Kinderbetreuungsmöglichkeiten müssen beispielsweise weiter ausgebaut und qualitativ verbessert werden.“

Die Studie gibt es hier zum Download

GameChanger des Monats: Tao Climate – CO2 binden mittels Industriehanf

Die Mission der Tao-Climate-Founder Felix Roick und Gary Byrnes ist es, Industriehanfbauern und -produzenten weltweit zu vereinen, um CO2 zu binden und dauerhaft einzulagern. Mit ihrem neuesten Projekt haben sie das Finale von Elon Musks 100-Millionen-Dollar-Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht.

Das von Gary Byrnes und Felix Roick gegründete GreenTech-Start-up Tao Climate, Mitglied der in Berlin ansässigen Greentech Alliance, setzt sich dafür ein, Technologie für einen positiven, messbaren Einfluss auf die Umwelt zu nutzen und die drängende Herausforderung des Klimawandels anzugehen. Tao Climates Mission ist es, Industriehanfbauern und -produzenten weltweit zu vereinen, um CO2 zu binden und dauerhaft einzulagern. Durch den Verkauf hochwertiger CO2-Zertifikate generiert Tao Climate zusätzliche Mittel für die Industriehanf-Industrie weltweit, um letztendlich die Hanfproduktion zu erhöhen und die UN-Emissionslücke von 23 Gigatonnen CO2 pro Jahr zu schließen.

Finale des 100 Mio. Dollar Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht

Jetzt gibt Tao Climate, Mitglied des Google Startups for Sustainable Development-Programms, bekannt, das Finale von Elon Musks Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht zu haben. Der XPRIZE Carbon Removal zielt darauf ab, die größte Bedrohung für die Menschheit anzugehen – den Kampf gegen den Klimawandel und das Wiederherstellen des Kohlenstoffkreislaufs der Erde. Finanziert von Elon Musk und der Musk Foundation, ist dieser 100-Millionen-Dollar-Wettbewerb der größte Anreizpreis in der Geschichte.

Das gemeinsame Projekt mit Hemp Technology, einem ukrainischen Unternehmen für die Verarbeitung und den Bau von Hanfbeton, unterstreicht die Kraft von Innovation, Umweltverantwortung und sozialem Engagement und bietet eine überzeugende und effektive Lösung für die Klimakrise. Die gemeinsame Einreichung konzentriert sich auf den Bau nachhaltiger Hanfbeton-Häuser für 170 Binnenvertriebene und Kriegswaisen in Lwiw, Westukraine. Die sichere und dauerhafte Einlagerung des extrahierten CO2 wurde von einer unabhängigen dritten Partei verifiziert.

Hanfbeton, oder auch Hanfkalk genannt, ist ein Verbundmaterial aus Hanfschäben, Kalk und Wasser. Dieses seit Jahrhunderten genutzte Baumaterial bietet nicht nur widerstandsfähigen Schutz, sondern auch beispiellose Umweltvorteile, einschließlich dauerhafter CO2-Einlagerung. Die Vision von Tao Climate besteht darin, die nachhaltige Rekonstruktion der Ukraine aktiv durch den Einsatz von Hanfbeton-Gebäuden zu unterstützen, sowohl während als auch nach Ende des Konflikts.

"Bei Tao Climate sind wir fest entschlossen, die Kraft der Natur für eine nachhaltige Zukunft zu nutzen", bekräftigt Gary Byrnes, CEO von Tao Climate. "Unsere Zusammenarbeit mit Hemp Technology repräsentiert eine ideale Synergie von Innovation, Umweltverantwortung und sozialem Einfluss. Gemeinsam präsentieren wir unseren Finalbeitrag im XPRIZE Carbon Removal Wettbewerb und heben das enorme Potenzial von Hanfbeton zur Reduzierung von Kohlenstoffdioxid Emissionen und zur Verbesserung von Lebensbedingungen hervor."

BOX ID: 3,5 Mio. Euro für Münchner Software-Start-up

Das 2018 gegründete, auf intelligente und transparente Logistik und Lieferketten spezialisierte Software-Start-up BOX ID hat eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 3,5 Mio. Euro abgeschlossen.

Das auf intelligente und transparente Logistik und Lieferketten spezialisierte Software-Start-up BOX ID hat eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Mittel kommen neben Bayern Kapital unter anderem von KPN Ventures (Lead), dem High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Wille Finance AG sowie einem Konsortium erfahrener Business Angels. Bayern Kapital hatte sich erstmals 2018 an dem wachstumsstarken Unternehmen beteiligt.

Die weltweiten Produktions- und Lieferketten sind komplexer denn je. Zudem sind Industrieunternehmen angesichts zunehmenden Kostendrucks dazu angehalten, ihre globalen Warenströme zu optimieren und dabei Verluste und Versandfehler zu vermeiden. Sie wollen außerdem die Verfügbarkeit ihrer Produkte maximieren und gleichzeitig ihre Kosten und nicht zuletzt den ökologischen Fußabdruck ihrer Logistik reduzieren.

Echtzeit-Tracking und -management von Behältern, Gestellen und Co.

Für diese Herausforderungen bietet das 2018 in München gegründete Logistiksoftware-Unternehmen BOX ID eine Lösung. BOX ID hat eine Plattform für die IoT-basierte Steuerung von Behälterkreisläufen und zur Überwachung von Logistikprozessen entwickelt. Sie macht Waren- und Behälterflüsse ortsübergreifend abbildbar und erzeugt daraus verwertbare Steuerungsdaten für Logistikverantwortliche. Um das zukünftige Unternehmenswachstum noch weiter zu beschleunigen und langfristig mit der Technologie zusätzliche Geschäftsfelder in der Logistik erschließen zu können, hat BOX ID nun 3,5 Millionen Euro bei erfahrenen Investor*innen eingesammelt.

Prozesse und Logistik-Assets, wie zum Beispiel wiederverwendbare Behälterflotten, Kisten und Einzelsendungen, lassen sich mit der Software von BOX ID IoT-basiert gestalten, managen und optimieren – alles anhand von Echtzeitinformationen zu Aufenthaltsort und Zustand der Assets. Diese sind mit all ihren Daten in der Software erfasst und können darin beliebig gruppiert und gefiltert werden. So bringt BOX ID Transparenz und Kontrolle in komplexe, weltweite Lieferketten mit aus Millionen von Mehrwegtansportbehältern, Regalen, Racks oder Wechselbrücken.

Im Schnitt 20 Prozent weniger Umlaufzeiten und 95 Prozent weniger Schwund

Die Vorteile für die Kunden von BOX ID, die aktuell vor allem aus den Branchen Automotive, Glas/Fensterbau, Maschinenbau, Großhandel sowie aus der Logistikdienstleistung stammen, umfassen eine Reduzierung der Umlaufzeiten von Transportbehältern von durchschnittlich 20 Prozent, eine höhere Verfügbarkeit, reduzierten Behälterbedarf, geringere Kosten für Engpassversorgung und Ersatzverpackungen sowie eine deutliche Verringerung – bis zu 95 Prozent – des Schwundes in der Behälter- und Ladungsträgerflotte.

„Heutige Systeme zur logistischen Bestandsverfolgung haben wenig bis keinen Echtzeit-Prozesskontext. Sie erstellen Berichte, damit man am Ende analysieren kann, was falsch gelaufen ist“, erklärt BOX-ID-Co-Gründer und Geschäftsführer Dr. Wolfgang Vogl „Unsere Software überwacht ständig die Prozessausführung, um Fehler zu identifizieren und zu vermeiden, bevor diese überhaupt erst auftreten. Auf diese Weise verhindern wir Verschwendung entlang der gesamten Lieferkette für unsere Kunden, indem wir Echtzeitdatenströme automatisch mit den angestrebten Prozessen abgleichen. Die Reduzierung von Verlusten, Fehlmengen und fehlgeleiteten Artikeln optimiert dabei nicht nur die Verfügbarkeit, sondern hilft auch bei der Kosteneinsparung und Verbesserung des gesamten ökologischen Fußabdrucks von Lieferketten. So unterstützen wir unsere Kunden zusätzlich dabei, ihr Gesamtgeschäft umweltfreundlicher zu gestalten und tragen zum Kampf gegen den Klimawandel bei: Dementsprechend sind wir unseren Investoren sehr dankbar dafür, dass sie uns dabei unterstützen, unsere Lösung noch breiter in den Markt zu bringen.“

„Weltweit haben globale Industrie-Player mit immer stärkerem Effizienzdruck zu kämpfen. Die Digitalisierung der Lieferketten ist dabei einer der wichtigsten Transformationsfaktoren“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital. „BOX ID hat mit seiner innovativen SaaS-Lösung bereits namhafte Kunden überzeugen können und ist dabei erst am Anfang der Skalierung ihres Geschäftsmodells. Deshalb unterstützen wir das Unternehmen gerne bei seinen weiteren Wachstumsschritten.“

Founders League überzeugt mit Community-Strategie 11 neue Investor*innen

Die 2022 von Julian Rauch, Marc-Niclas Janz und Marcus Diekmann gegründete Start-up-Plattform fördert Start-ups nicht nur in den bereits etablierten Live-Shows, sondern bietet ihnen auch ein Lernprogramm mit Zugang zum Fachwissen von Top-Expert*innen.

Die Founders League richtet mit über 1.000 Gästen unter anderem die größte Start-up-Liveshow der DACH-Region aus: Vier Start-ups präsentieren einen dreiminütigen Elevator-Pitch, bei dem es nicht nur darum geht, die Jury zu überzeugen, sondern auch den anspruchsvollen Live-Chat und das Publikum. Im vergangenen Jahr wurde das Angebot durch die Einführung von zusätzlichen Meet-ups im kleineren Kreis mit bis zu 150 Personen erweitert.

Seit ihrer Gründung im April 2022 hat die Founders League, die derzeit mit 6,5 Millionen bewertet wird, ihre beiden Eventreihen sowie den Aufbau ihrer eigenen Marke vorangetrieben. "Die Founders League ist mittlerweile in der Szene bekannt und jedes Event ist ausverkauft, weshalb wir keine Abendkasse mehr benötigen", erklärt Marc-Niclas Janz, CEO. "Mit den neuen Investoren wollen wir jetzt unseren nächsten Meilenstein erreichen."

Zu den neuesten Gesellschaftern gehören namhafte Persönlichkeiten wie die K5-Konferenz-Gründer Verena Schlüpmann und Sven Rittau, sowie der beliebte M&A Berater Michael Moritz von Carlsquare.

Der aktuelle Kreis der Anteilseigner besteht aus einer facettenreichen Gruppe erfahrener Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und der Öffentlichkeit. Dazu zählen der Fußballprofi Julian Draxler, die Unternehmerin Franzi von Hardenberg, der CEO von Shopware Stefan Hamann sowie der Mathe-YouTuber Daniel Jung. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, innovative Ideen mehr Sichtbarkeit, ein erweitertes Netzwerk und zusätzliche Investitionsmöglichkeiten zu verschaffen.

Sven Rittau, Geschäftsführer von K5 und Investor bei Founders League, bringt es auf den Punkt: "Aus unserer eigenen Erfahrung wissen wir, wie wichtig ein belastbares Netzwerk für die Gründung eines Unternehmens ist. Wir freuen uns daher, dass unsere Zusammenarbeit und das Investment in die Founders League einen positiven Impact für die Start-up-Welt bedeutet."

Nicht nur Geldgeber*innen – Investor*innen werden Teil der Wachstumsstrategie

Die Gründer betonen, dass die Investor*innen für sie mehr als nur Geldgebende sind. Die Founders League verfolgt eine langfristige Community-Strategie, die sich weniger auf Millioneninvestitionen konzentriert, im Gegensatz zu den üblichen Zielen vieler anderer Start-ups. Julian Rauch erklärt: "Was passiert, wenn die bekanntesten und erfolgreichsten Akteure der Start-up- und Investmentszene auf einer Plattform zusammenkommen? Das haben wir uns von Anfang an gefragt."

Der Gründer der Founders League erkannte frühzeitig, dass die Plattform großes Potenzial entfalten kann, wenn eine stabile Community dahinter steht. "Wir sammeln nicht einfach nur Investitionen ein, viel wichtiger ist uns, welche Persönlichkeiten bei uns investieren und ob sie bereit sind, Teil unserer Community zu werden."

Im Rahmen ihrer Community-Strategie hat die Founders League kürzlich 11 neue Gesellschafter aufgenommen, mit dem klaren Ziel: "Alle relevanten Akteure sollen sich bei uns versammeln und gemeinsam die Start-up-Welt voranbringen. Ein Investment bei uns birgt kein hohes Risiko. Unsere Investoren positionieren sich selbst als Experten und werden zu den Gesichtern einer bedeutenden Bewegung", berichtet Julian Rauch.

Mit diesem Ansatz verfolgt die Founders League ihre Vision, die führende Anlaufstelle für Start-ups, Unternehmen und Investoren zu werden. Am 7. Februar 2024 werden erneut 1.000 Teilnehmende im Dampfdom der Motorworld in München erwartet, gefolgt von drei weiteren Live-Shows im Jahr 2024.

Nächster Meilenstein: Die neue Online-Lernplattform

Die Founders League hat kürzlich die Gründung einer eigenen Academy in Zusammenarbeit mit dem Unternehmer und Mitgründer Marcus Diekmann angekündigt. Im Januar startete die erste Gruppe mit dem achtwöchigen Lernprogramm. Live-Calls mit Experten aus dem Founders League Netzwerk und Investorenkreis sowie E-Learning-Angebote sollen den teilnehmenden Start-ups dabei helfen, Herausforderungen strategisch anzugehen und die häufigsten Fehler zu vermeiden. Das langfristige Ziel bestehe darin, auf Grundlage der Lernplattform einen eigenen Accelerator aufzubauen, zusammen mit einem Netzwerk aus erfahrenen Persönlichkeiten.

Verena Schlüpmann, Geschäftsführerin von K5 und seit Kurzem Investorin bei Founders League, bringt ihre langjährige Erfahrung ein: "Mit der K5 Future Retail Conference - der größten Konferenz im deutschsprachigen Handelsumfeld - durchleben wir seit 10 Jahren alle Wachstumsphasen, sowohl als Gastgeber, aber auch als Team. Mit unserem Investment wollen wir daher die Founders League nicht nur monetär, sondern auch als Sparringspartner mit unserem Wissen rund um die Themen Entrepreneurship, Community Building und den Aufbau einer branchenspezifischen Leitveranstaltung unterstützen."

Zusätzlich zu Sven Rittau, Verena Schlüpmann und Michael Moritz von Carlsquare schließen sich folgende neue Investor*innen dem Kreis an: Bastian Kunkel (Versicherung mit Kopf), Tobias Jost (KarriereGuru), Simon Planken (Unternehmer), Tobias Claessens (Immogame), Camilla Sohn (Caminvesta), Moritz Schleich (Regisseur), Michael Groeger (Fotograf & Regisseur) und Tom Balschbach (Palazzo Mannheim).

encentive: KI-Start-up sichert sich 2,7 Mio. Euro Seed-Finanzierung

Das 2020 von Torge Lahrsen und Daniel Ehnes gegründete Start-up will mit eigener KI-Technologie den Energieverbrauch von Industrieunternehmen grüner und günstiger machen.

Encentive, ein aus Schleswig-Holstein stammendes Start-up im Bereich der KI-basierten Energieoptimierung für die Industrie, hat in seiner aktuellen Seed-Investitionsrunde erfolgreich Mittel in Höhe von insgesamt 2,7 Millionen Euro eingeworben. Angeführt wurde die Runde von Summiteer, der Beteiligungsgesellschaft des Serienunternehmers und E-Mobilitäts-Pioniers Sven Schulz, die unter anderem bereits in Enpal oder neoom investierte. Zu den weiteren Investoren zählen Vireo Ventures, Smart Infrastructure Ventures, Interface Capital (die Beteiligungsgesellschaft von Blinkist-Gründer Niklas Jansen und Wunderlist-Gründer Christian Reber) und OMA Ventures (die Beteiligungsgesellschaft der Proglove-Gründer). Zusätzliche Unterstützung erhält encentive von namhaften Business Angels wie den Enerparc Gründern um Stefan Müller, Profi-Fußballer und Investor Mario Götze sowie den Bestandsinvestoren.

Intelligente Steuerung und Flexibilisierung von Energieverbräuchen

Seit seiner Gründung Ende 2020 legt encentive den Fokus auf die intelligente Steuerung und Flexibilisierung von Energieverbräuchen in die grünen und günstigen Stunden. Kern der Technologie des Unternehmens ist die KI-basierte Softwareplattform flexOn, welche in die bestehende Infrastruktur der Industriekund*innen integriert wird und als zentrales Betriebssystem für intelligentes und automatisiertes Energiemanagement dient. FlexOn ermöglicht nach eignen Angaben des Unternehmens durch KI-gesteuerte Analyse und Automatisierung im Feld bereits Einsparungen um die 20% und eine signifikante, messbare CO2-Reduktion.

Encentive konnte den Einsatz seiner Lösung bereits erfolgreich in der Lebensmittelindustrie sowie Kühllogistik unter Beweis stellen. Zu den Kund*innen zählen große Unternehmensgruppen wie die Wernsing Food Family und Ornua oder namhafte Logistiker, die mit encentive u.a. ihre Kühlhäuser als dynamische Energiespeicher betreiben und so ihren Energieverbrauch in Abhängigkeit von eigener Energieerzeugung sowie Verfügbarkeit am Markt optimieren. Durch die fortschreitende Elektrifizierung in der Industrie, insbesondere in den Bereichen Wärme und Mobilität, sollen die Kund*innen in Zukunft noch stärker von der leistungsfähigen Technologie profitieren können.

Softwareplattform ausrollen, Angebote und Team erweitern

Begonnen hat das Unternehmen mit der Optimierung industrieller Kälte- und Wärmeprozesse. Mittlerweile wurde das Angebot um weitere steuerbare Systeme und Industrieprozesse erweitert. Mit dem neuen Kapital plant encentive, seine Softwareplattform weiter auszurollen und mehr Kund*innengruppen zu erreichen sowie die Schnittstellen in das Energiesystem auszubauen.

Torge Lahrsen, Mitgründer und Geschäftsführer, betont die Notwendigkeit der Abstimmung von Energieflüssen auf erneuerbare Energien vor dem Hintergrund der Dekarbonisierung der Industrie. „Unsere Vision ist die vollständige Dekarbonisierung der Industrie. Wir liefern unseren Industriekunden dafür eine ganzheitliche Lösung, welche alle relevanten Energieflüsse bidirektional auf die Verfügbarkeit erneuerbarer Energie lokal am eigenen Standort und in den Märkten abstimmt. Wir definieren so eine neue Art für die Industrie, um Energie transparent, planbar und unabhängig zu verbrauchen."

Europäischer Datenschutztag 2024 - so what?

Europäischer Datenschutztag: Privatsphäre liegt (leider) immer noch in der Hand der User*innen – eine Einschätzung dazu samt wertvollen Datenschutz-Tipps vom frz. Unternehmer und Open-Source-Softwareentwickler Gaël Duval.

Es ist mal wieder soweit: Am 28. Januar 2024 feiert die EU den auf eine Initiative des Europarates zurückgehenden Europäischen Datenschutztag – und Hand aufs Herz: Würdest du davon wissen, wenn du nicht zufällig diesen Artikel geöffnet hättest? Nein? Keine Sorge, damit bist du nicht alleine. Datenschutz ist ein bisschen wie gesundheitliche Prävention: “unsexy” und erst dann relevant, wenn es plötzlich ein Problem gibt.

Es ist dann doch meistens der Gesetzgeber, der dafür sorgt, dass das Thema auf die Agenda rückt und zu echten Veränderungen führt. Regulatorische Meilensteine wie 2020 die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) oder zuletzt der AI Act demonstrieren, dass es durchaus einen Unterschied macht, in welchem Rechtsraum man lebt und arbeitet. Viele Jahre als Bremser von Innovation gesehen, sprechen auch unabhängige Beobachter mittlerweile mit Respekt vom europäischen “dritten Weg” zwischen Silicon-Valley-Sorglosigkeit und chinesischen Datenautoritarismus. Datenschutz ist mittlerweile kein Nachteil mehr im globalen Wettbewerb.

Reformen wie die DSGVO haben zweifellos Fortschritte im Datenschutz bewirkt. Dennoch reichen gesetzliche Vorschriften allein nicht aus, um die umfassende Sicherheit unserer persönlichen Informationen zu gewährleisten. Unternehmen verfügen nach wie vor über vielfältige Möglichkeiten, Daten in großem Umfang zu sammeln – teilweise unterstützt durch fehlende Awareness auf Verbraucher*innenseite.

Datensammlung als lukratives Geschäft

Konzerne nutzen weiterhin geschickt Gesetzeslücken und unklare Formulierungen, um private Informationen zu sammeln und zu vermarkten und sorgen nur für mehr Verbraucherschutz, wenn es sich juristisch nicht mehr vermeiden lässt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Agieren von Microsoft bei der Speicherung von Metadaten jenseits des Atlantiks. Zugeständnisse bei der Wahl des Serverstandortes erfolgen höchstens schrittweise und bis heute gibt es genaugenommen keinen hundertprozentig einwandfreien Weg, Microsofts Cloud-Dienste datenschutzkonform zu nutzen, wie die Datenschutzkonferenz (DSK) zuletzt im Herbst 2022 feststellte. Darüber hinaus ist auch ganz grundsätzlich damit zu rechnen, dass beim transatlantischen Datenaustausch auch mit dem Data Privacy Framework noch nicht das letzte Wort gesprochen ist – Stichwort Schrems 3. Nach wie vor dominieren also Unsicherheit und Verwirrung in der Privacy-Debatte.

Die Verbraucher*innen sind sich auch heute oft nicht bewusst, wie umfangreich ihre Daten genutzt werden und welchen Wert diese Daten für Unternehmen darstellen. Der Datenschutztag soll genau daran erinnern: Wir dürfen uns als User*innen nicht allein auf gesetzliche Regelungen verlassen, sondern müssen selbst aktiv werden.

Die unsichtbaren Dimensionen des Smartphone-Datenschutzes

Unsere Smartphones, tägliche Begleiter in unserem Leben, bergen das wohl größte Risiko für unsere Privatsphäre. Neben offensichtlichen Anwendungen gibt es subtile Mechanismen, die von Dritten genutzt werden, um persönliche Daten abzusaugen. Es ist schon auch ein bisschen paradox, dass User*innen, die am PC völlig selbstverständlich auf Tracker achten und einen Adblocker installiert haben, sich am Smartphone oft genug auf die Default-Einstellungen verlassen. Dadurch entstehen vor allem am Handy Risiken, die von In-App-Tracking bis zur Auswertung von IP-Adressen und genauen Standortinformationen reichen.

Die folgenden Punkte fassen die wichtigsten Stellschrauben zusammen, um sich gegen Überwachung am Handy zu wehren:

1. Verhinderung von In-App-Tracking

In-App-Tracking meint die unerkannte Überwachung unserer Aktivitäten durch Drittanbieter-Apps. Diese versteckte Datensammlung erstreckt sich über verschiedene Anwendungen und erstellt ein umfassendes Profil unserer digitalen Gewohnheiten. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen kann dies Schritt für Schritt zu einem Verlust unserer Privatsphäre führen, indem persönliche Vorlieben, Interessen und Gewohnheiten ohne Zustimmung offenbart werden.

Lösung: Um dieser Problematik zu begegnen, müssen Verbraucher*innen proaktiv Datenschutzoptionen in den Einstellungen von Apps nutzen. Das ist trotz gewisser Zugeständnisse der Smartphone-Hersteller aber noch immer eine komplizierte Angelegenheit. Die genauen Schritte beschreibt zum Beispiel die Verbraucherzentrale auf dieser Website. Zusätzlich können spezialisierte Anti-Tracking-Apps installiert werden, die alle installierten Apps untersuchen und an zentraler Stelle aufschlüsseln, welche Daten erhoben werden. Auch "Do Not Track"-Optionen in den Browsern sollten aktiviert werden. Ein gutes Beispiel ist die im Open-Source-Betriebssystem /e/OS vorinstallierte App “Advanced Privacy”, die einen vollumfänglichen Überblick über alle Datenschutzrisiken auf dem Handy bietet, inklusive zahlreicher Optionen, diese Risiken zu unterbinden.

2. Verstecken der IP-Adresse

Unsere IP-Adresse dient als digitaler Fingerabdruck, der von verschiedenen Plattformen zur Identifikation und Verfolgung verwendet wird. Ohne angemessene Schutzmaßnahmen können wir in ein Netzwerk von Datensammlung und -analyse verstrickt werden, was zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Privatsphäre führen kann.

Lösung: Die Nutzung von Virtual Private Networks (VPNs) bietet eine wirksame Lösung, indem sie die IP-Adresse verschleiern. Im eigenen WLAN können der Einsatz von Proxy-Servern und das regelmäßige Zurücksetzen der IP-Adresse durch Neustart des Routers dazu beitragen, die digitale Identität zu schützen.

3. Verschleierung des Standortes

Die genaue Kenntnis unseres Standortes durch Apps kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Privatsphäre haben. Der ständige Zugriff auf Standortinformationen kann nicht nur zu gezielten Werbekampagnen führen, sondern auch Sicherheitsrisiken mit sich bringen.

Lösung: Um dem entgegenzuwirken, sollten Verbraucher*innen Standortdienste für nicht unbedingt erforderliche Apps deaktivieren. Der Einsatz von Standortverschleierungs-Apps und die regelmäßige Überprüfung sowie Anpassung der App-Berechtigungen sind entscheidend.

4. Hintergrundaktivitäten kontrollieren

Hintergrundaktivitäten von Apps führen zu unbemerkten Datenlecks, deren Auswirkungen oft erst im Nachhinein sichtbar werden. Diese unbewusste Preisgabe persönlicher Daten kann von gezielten Werbekampagnen bis zu ernsthaften Sicherheitsrisiken reichen. Das Monitoring, die Steuerung und vor allem die Begrenzung dieser Hintergrundaktivität ist aber mitunter eine heikle Angelegenheit. Bei vielen Apps, zum Beispiel bei E-Mail-Anwendungen, ist diese Aktivität nämlich explizit gewünscht und Voraussetzung dafür, dass das Handy als wirklich smartes Smartphone funktioniert.

Lösung: Verbraucher*innen können einer exzessiven Absaugung ihrer Daten vorbeugen, wenn sie regelmäßig die App-Berechtigungen aller Apps überprüfen und anpassen. Dabei sollte eine Unterbindung der Nutzung von Hintergrunddaten nur vorgenommen werden, wenn sie für das Funktionieren der App nicht relevant sind. Bei vielen Apps beantwortet sich die Frage relativ schnell. Eine Video-Streaming-App wie Netflix braucht beispielsweise keine Hintergrunddaten. Hintergrunddaten können unter Einstellungen -> Apps & Benachrichtigungen -> App auswählen -> Mobile Daten und WLAN durch Entfernung des Hakens bei der Option “Hintergrunddaten” deaktiviert werden. Die Apps übermitteln und empfangen dann nur noch Daten, wenn sie aktiv geöffnet sind.

Fazit: Besser selbst drum kümmern

Effektiver Schutz erfordert nicht nur Vertrauen in Gesetze, sondern auch aktives Handeln seitens der Verbraucher*innen – denn die Sicherheit eigener Daten wird nicht allein durch  technologische Maßnahmen gewährleistet. Sich hinsichtlich Datenschutz zu informieren und zu sensibilisieren gehört ebenso dazu wie das regelmäßige Überprüfen der Einstellungen auf eigenen Geräten.

Zwar ist es wichtig und richtig, vom Gesetzgeber klare und schärfere Regularien zu erwarten – letztlich liegt es jedoch in der Verantwortung eines jeden/jeder Verbraucher*in, aktiv Datenschutzrichtlinien einzuhalten, sich selbst kontinuierlich weiterzubilden und Technologie bewusst einzusetzen. So gelingt auch die kollektive Bewusstseinsbildung für die Bedeutung von Privatsphäre in der digitalen Ära – nicht nur an ausgewählten Gedenktagen, sondern immer.

Über den Autor: Gaël Duval entwickelt seit über zwei Jahrzehnten frei verfügbare Open-Source-Software. Mit seiner 2018 gegründeten e Foundation und dem Betriebssystem /e/OS bietet er User*innen eine datenschutzfreundliche Alternative zu Android.

Mondu: B2B-FinTech sichert sich 30. Mio. Euro Fremdfinanzierung

Mondu wurde 2021 von Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger mit dem Ziel gegründet, den Zahlungsverkehr im B2B-Bereich zu vereinfachen. Das frische Kapital soll zur weiteren Expansion verwendet werden.

Im Oktober 2022 sicherte sich Mondu bereits 20 Millionen Euro von der VVRB. Mit der Erweiterung des Darlehens erhöht sich die Gesamtfinanzierung durch die VVRB für Mondu nun auf 50 Millionen Euro. Seit seiner Gründung im Oktober 2021 hat Mondu insgesamt mehr als 120 Millionen US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital von verschiedenen Investor*innen erhalten.

Philipp Povel, Co-Gründer und Co-CEO von Mondu, erklärt: „Diese Finanzierung wird unsere europäische Expansion weiter vorantreiben und es uns ermöglichen, die Expansion auf dem gesamten europäischen Markt auszuweiten sowie zusätzliche Zahlungslösungen zum Vorteil unserer Geschäftskunden zu entwickeln. Dieser Schritt stärkt unser Engagement für Innovation und Wertsteigerung im B2B-BNPL-Ökosystem weiter. Wir sind dankbar für das anhaltende Vertrauen und die Unterstützung der VVRB und freuen uns über die Vertiefung unserer Partnerschaft.“

Ralf Magerkurth, CEO von VVRB, fügt hinzu: „Aufbauend auf dem Erfolg unserer Zusammenarbeit in Deutschland und Österreich sind wir weiterhin fest von Mondus Geschäftsmodell und dessen Wachstumspotenzial überzeugt. Unser Engagement wird zukünftig über Deutschland und Österreich hinausgehen, denn wir werden nun die Expansion in weitere europäische Länder unterstützen. Dieser Schritt ist Zeichen unseres Vertrauens in die Vision und Fähigkeiten von Mondu. Wir sind stolz darauf, Mondu auf dem Weg zur Neugestaltung der Branche in ganz Europa zu unterstützen.“

2023 war ein bedeutendes Wachstumsjahr für Mondu. Das Unternehmen arbeitet mit führenden Einzelhändlern, Großhändlern und B2B-Marktplätzen in Europa zusammen. Mondu eröffnete Büros in Amsterdam und London und registrierte sich erfolgreich bei der britischen Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority). Mittlerweile stellt Mondu seine Zahlungsmöglichkeiten mehr als 25 britischen Händlern zur Verfügung. Neben Großbritannien steht Mondu auch Händlern in Deutschland, Österreich und den Niederlanden sowie Käufern in Belgien und Frankreich zur Verfügung.

Mondu hat einen digitalen Trade Account eingeführt, der die Abwicklung regelmäßiger Einkäufe vereinfacht, indem Kunden wiederkehrende Einkäufe in einer Abrechnung zusammenfassen und diese später bezahlen können. Darüber hinaus hat Mondu seine BNPL-Produkte erweitert, um nicht nur typische Online-B2B-Käufe abzuwickeln, sondern auch flexible Zahlungen im Außendienst, im Televerkauf oder bei E-Mail-Bestellungen anzubieten. Darüber hinaus wurden eine Reihe von Kooperationen zur weiteren Steigerung des Kundenwachstums ins Leben gerufen, u.a. Partnerschaften mit dem britischen Zahlungsspezialisten Acquired.com, der führenden Composable-Commerce-Plattform Spryker und MangoPay, einem Anbieter für modulare und flexible Zahlungen auf Marktplätzen und Plattformen.

Modelyzr: Mio.-Investment für KI-Start-up aus Münster

Mit der erfolgreichen Finanzierungsrunde (siebenstelliges Investment) hat sich das KI-Start-up mit seiner Cloudlösung für KI-basierte Marktanalytik auf dem schwierigen Finanzierungsmarkt behauptet und die Weichen für weiteres Wachstum gestellt.

„Für uns als Start-up sind Finanzierungsrunden von großer Bedeutung, wenn es darum geht, uns als Unternehmen weiterzuentwickeln“, sagt Nils Niehörster, Gründer und Geschäftsführer der Modelyzr GmbH. Das siebenstellige Investment sei demnach ein weiterer wichtiger Schritt. „Es ist für uns Ansporn und Bestätigung zugleich, neben unseren Kundinnen und Kunden sowie Partnern auch Investoren von unserem Geschäftsmodell und dessen Profitabilität überzeugt zu haben.“

MODELYZRs: spezialisiert auf Prozesse in B2B-Märkten

Die Funktionsweise des MODELYZRs ähnelt der des KI-Sprachmodells ChatGTP: Jeweils werden alle verfügbaren Daten herangezogen und analysiert, um auf dieser Basis aussagekräftige Antworten auf beliebige Fragen zu liefern. Anders als das OpenAI-Produkt ist die Lösung aus Münster jedoch nicht auf Sprache, sondern auf Prozesse in B2B-Märkten spezialisiert. So entsteht ein belastbares und ganzheitliches KI-Marktmodell, mit dessen Hilfe zum Beispiel Marktforschungen, Go-to-Market-Simulationen oder Next- sowie First-Best-Offer möglich werden.

Den Fußabdruck im SAP-Ökosystem vergrößern

„Mit den Mitteln, die uns aus der Finanzierungsrunde zur Verfügung stehen, werden wir das Recruitment mehrerer Spitzenkräfte vorantreiben, um mit deren Hilfe unser Wachstum weiter anzukurbeln“, so Nils Niehörster. So soll in den kommenden drei Geschäftsjahren ein Umsatzwachstum von jeweils über 70 Prozent realisiert werden. „Darüber hinaus besitzen wir nun die Ressourcen, um unseren Footprint im SAP-Ökosystem noch einmal deutlich zu vergrößern.“ Modelyzr ist SAP PartnerEdge-Build und der MODELYZR selbst sowohl im SAP Store als auch in der SAP Industry Cloud gelistet.

Gründer*in der Woche: VARYCON – die Media-Content-Automatisierer

Marketer und Markenmanager benötigen immer mehr Inhalte in unterschiedlichen Formaten, um an immer mehr Touchpoints Aufmerksamkeit zu erregen und die Bedürfnisse ihrer Kund*innen zu bedienen. Hier setzen die VARYCON-Gründer Christian Behrens, Dr. Dr. Bernd Braßel und Lars Reinartz mit ihrer B2B-Software an. Mehr dazu im Interview mit CEO Lars.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu VARYCON gekommen?

Die Idee kam aus unserer Arbeit als Agentur und vor ca. vier Jahren. Wir haben als Agentur viele Video-Adaptionsprojekte umgesetzt und direkt mitbekommen, wie aufwändig es auf Kundenseite ist. Bis ein Kunde die Basis für seinen Adaptionsauftrag zusammen hat, dauert es oftmals schon ein bis zwei Wochen, denn Daten liegen bei verschiedenen Agenturen, die alle ein Briefing benötigen, Kosten erstellen, die intern abgesegnet werden müssen, und dann startet erst die Arbeit der Agentur, die die Adaption macht. Mit Feedback-Runden und internen Abstimmen vergehen dann noch einmal bis zu zwei Wochen. Heißt, im Schnitt – und bei guten Bedingungen – muss ein Unternehmen für eine Video-Adaption mindestens zwei Wochen einplanen. Dafür wollten wir eine Lösung finden und haben VARYCON entwickelt.

Was waren dann die wichtigsten Schritte, um von einer Agentur zum B2B-Softwareanbieter zu werden?

Wir haben unsere Ressourcen ganz klar anders eingesetzt und das Team nicht nur neu formatiert, sondern auch neu aufgestellt. Wir hatten eine Vision und hatten das große Glück, dafür bereits Experten zu haben, um diese umzusetzen. Wir mussten sie dafür nicht einmal besonders pushen, denn alle waren begeistert und hatten Lust auf dieses Innovationsthema.

Wie habt ihr diese Transformation gemeistert – sowohl strategisch, operativ als auch finanziell?

Der Transformationsprozess ist und war nicht einfach, denn wir haben uns klar dazu entschieden, finanziell unabhängig zu sein und zu bleiben. Die Invests die wir für VARYCON getätigt haben, konnten wir bereits nach drei Jahren wieder einspielen, was uns nicht nur sehr stolz gemacht hat, sondern vor Allem auch darin bestärkt hat, dass unsere Vision und Idee die Unternehmen nicht nur beeindruckt, sondern sie auch mit VARYCON arbeiten wollen, um ihre Content Production Pipelines umzustellen und noch effizienter zu werden.

Um VARYCON weiter auszubauen und Research betreiben zu können, haben wir versucht, einige Mitarbeiter aus dem operativen Agentur-Geschäft etwas “herauszuziehen”, was natürlich nicht immer zu 100 Prozent möglich ist, da auch unsere Agentur noch weiter besteht und wir regelmäßig innovative Projekte umsetzen. Diese aber nun vermehrt mit VARYCON als Backend zur Erstellung von Content oder zur Steuerung des Contents am Touchpoint.

Und was genau bietet ihr seitdem mit VARYCON? Und wer ist eure Zielgruppe?

Wir bieten unseren Kunden ein Tool zum Setup von Inhouse Production Pipelines in Unternehmen. Direkter Ansprechpartner sind für uns CMOs, Content Specialists und Brand Manager, deren tägliche Aufgabe bzw. Herausforderung darin besteht, viel Content für verschiedene Zielgruppen und Kanäle in kürzester Zeit und am Besten “on demand” zu generieren und zu veröffentlichen, um ihre Zielgruppe(n) besser zu binden, ihr Vertrauen zu wahren und sie natürlich weiterhin als Kunden zu halten.

Mit VARYCON bauen wir zusammen mit den Kunden strategische Production Pipelines auf, die sich nach den Vorgaben, wie z.B. Legals, CI/CD, Hierarchien, etc. definieren und so die Möglichkeit bieten, Adaptationen, Internationalisierungen, Personalisierungen von Images, Bannern, Videos, 3D für Social Media, E-Commerce bis hin zu TV eigenständig umzusetzen.

Gerade für international agierende Brands ist das unheimlich wichtig, denn oftmals haben die kleineren Länder-Dependancen nicht das Budget, eigene länderspezifische Versionen erstellen zu lassen. Mit VARYCON können sie es in wenigen Minuten und ohne Abhängigkeit von externen Dienstleistern einfach selber machen.

Welche Rolle spielt KI aktuell bei euch?

Eine große! Seit mehreren Jahren beschäftigen wir uns bereits mit der Entwicklung von KI und den Anbietern von KI-Lösungen. Da wir eine offene Plattform bieten, können wir jede KI-Lösung anbinden – es sei denn, wir finden sie als nicht ausreichend zur Abbildung unserer Zwecke oder die Qualität für die Zwecke unserer Kunden nicht gut genug. Für manche Use Cases lassen wir mehrere KIs zusammenspielen, wenn es unseren Kunden hilft, noch effizienter zu werden und verstehen uns dabei wie eine Art Dirigent der einzelnen KIs in unserem Orchester. Wir setzen u.a. bereits auf viele Lösungen im Bereich Text-to-Speech (Voice Over Generierung in verschiedenen Sprachen), Speech-to-Text (für Übersetzungen bspw.) und Outpainting (Erweiterung von Images).

Letztlich zeugen eure Lösungen auch davon, dass das Marketing- und Content-Agentur-Business in Verbindung mit E-Commerce aufgrund der neuesten KI-Entwicklungen stark unter Druck gerät – was ist deine Einschätzung hierzu?

Die Kreativität und die Ideen, wie wir unsere Kunden oder Menschen allgemein ansprechen wollen, mit welchen Bildern, welcher Art der Sprache, etc., wird immer von Menschen kommen oder von ihnen bewertet werden. Denn die KI kann nur von dem lernen, was ein Mensch vorgibt, um damit zu lernen. Die KI kann uns händische Arbeit abnehmen und uns helfen, dass wir noch mehr Grundlagen haben, Entscheidungen zu treffen oder neue Ideen zu generieren – aber die Entscheidung selbst und die Idee selbst müssen am Ende immer wir finden und treffen.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Pläne und Visionen?

Ganz klar der Ausbau unserer Plattform. Wir möchten noch mehr die Produktionsstraße auf Kundenseite abbilden können, dazu gehört bspw. die Entwicklung eines eigenen neuartigen DAM-Systems, da wir feststellen, dass viele Unternehmen noch keine übersichtliche und unternehmensübergreifende Ablagestruktur von Daten haben. Dies führt u.a. dazu führt, dass bereits vorhandenes Material zur Content-Erstellung nicht wiederverwendet und immer neu geshootet oder produziert wird. Auch das Anbinden einer Analyse-Schnittstelle, um direkt zu sehen, wie produzierte Content-Pieces performt haben, ist denkbar. Der Fokus liegt aber auf dem Herzstück der Plattform.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

In Ruhe nachdenken und dann auch machen. Ideen und Überzeugungen kommen meist nicht “einfach so”, sondern haben schon einen Grund. Im Zweifel lieber nach vorne gehen und ausprobieren, auch wenn man hinfallen kann, statt immer nur zurückzuschauen und in einer “Was wäre wenn?”-Bubble gefangen bleiben. Aber natürlich immer auch das richtige Backup wahren.

Hier geht’s zu VARYCON

Das Interview führte Hans Luthardt

Rennfahrerin Sophia Flörsch beteiligt sich am MobilityTech-Start-up NOVUS

Die Formel-3-Rennfahrerin Sophia Flörsch, wird „Angel Ambassador“ beim deutschen MobilityTech Start-up NOVUS. Als bekannteste Rennfahrerin Europas unterstützt sie das 2019 gegründete Start-up bei dessen Mission, eine komplett neue Kategorie in der Mobilität zu definieren.

Sophia Flörsch, 23, hat sich zum Ziel gesetzt, die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Nach ihrem schweren Crash 2018 in Macau, hat sich die Münchnerin eindrucksvoll zurückgekämpft und das Ziel Formel 1 wieder fest im Blick.

Neben ihrer großen Mission hat Sophia eine starke Community aufgebaut, welcher sie regelmäßig auf Instagram (815K Follower), LinkedIn, TikTok & YouTube Einblicke in ihr Leben als Rennfahrerin gibt. Diese große Audience, die tiefen Kontakte in den Rennsport sowie den Blickwinkel der Generation Z bringt sie nun als „Angel Ambassador“ beim MobilityTech-Start-up NOVUS aus Braunschweig ein.

Mit dieser Beteiligung gesellt sie sich zu einer illustren Gruppe führender Expert*innen und Persönlichkeiten aus der Start-up-, Finanz- und Mobilitätsindustrie. Das vor kurzem veröffentlichte „Angel Advisor & Ambassador Board“ beinhaltet neben Sophia folgende bekannte Persönlichkeiten:

Aus der Start-up Szene: Michael Wax, Co-Founder & CEO des Unicorns Forto; Nikolai Schröder, Co-Founder & COO von FINN (€100M Series C, 01/2024); Fabrizio Ugo Scelsi, Co-Founder & CTO von Vay.

Vertreter der Mobilitätsindustrie: Rupert Stadler, ehemaliger CEO von Audi; Bernd Rosenbichler, ehemaliger VP Portfolio Strategy bei BMW & Audi; Cees de Witte, ehemaliger President, CEO & VP von New Balance, GIRO, Bell Sports, GT Bicycles & weitere; Michael Köhler, Founder & CEO von Silent Yachts, dem „Tesla der Meere“.

Aus der Finanzindustrie: Raymund Bareuther, Senior Vice President Houlihan Lokey.

Im Bereich Medien: CREW10, eine Content Creative Agency für Kunden wie Porsche, adidas, Nike und Red Bull, gegründet von Robin Maeter und Dimitrij Tarasenko.

Starfunding“ & „Brand Ambassador“ bei Start-ups

Sophia nimmt mit ihrer Beteiligung eine für Sportler*innen nicht ungewöhnliche neue Rolle ein. „Starfunding“ & „Brand Ambassador“ bei Start-ups. Neu als Business Angels in der Start-up Szene sind seit einigen Jahren, neben Schauspielern wie Ashton Kutcher oder Will Smith, auch Persönlichkeiten aus dem Basketball, Fußball, Tennis oder Rennsport. Zu den bekanntesten Beispielen gehören der 20-fache Grand Slam Sieger Roger Federer mit seiner erfolgreichen Beteiligung bei „On“, NBA-Star LeBron James mit einem Milliardenvermögen durch Beteiligungen, der deutsche Fußball-Weltmeister Mario Götze mit 20+ Tech-Investments oder der Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg, welcher mit seinen Investments in TIER Mobility sowie in die Flugtaxis Lilium & Volocopter ebenfalls die Zukunft der Mobilität mitgestaltet.

Die Zukunft der Mobilität mitgestalten

Nichts Geringeres ist auch die Mission von NOVUS. 2010 in einem Studienprojekt von René Renger und dem aktuellen Co-CTO Marcus Weidig gestartet, hat sich das Konzept zu einem Gestalter einer neuen Mobilitätskategorie entwickelt. Nachdem René, in seiner Zeit als Interior Designer bei Volkswagen und erfolgreichen Designs wie den VW Golf 8, den Polo & ID. BUZZ, zusammen mit Co-Initiator Marcus einen Prototyp gebaut hatte, sind beide damit 2019 auf die CES nach Las Vegas. Dort bekamen sie eine Kaufanfrage vom Office von Tesla CEO Elon Musk, welches beide ablehnten. Im Anschluss gründete René Renger die NOVUS GmbH und entwickelt seit vier Jahren mit seinem Team und mit führenden „Tier 1“ Automobilzulieferern ein urbanes Lightbike.

NOVUS Bike: Grenzen sind dazu da, um überwunden zu werden

Doch NOVUS strebt danach, mehr als nur ein Elektromotorrad zu entwickeln. Ziel ist es, eine neue Kategorie in der urbanen Mobilität zu definieren. Diese kombiniert die Agilität und Einfachheit von E-Bikes mit der Leistung großer Motorräder. Das erste disruptive Unisex-Zweiraddesign. Das ikonische Lightbike ist somit so einfach zu bedienen wie ein „iPhone auf zwei Rädern“ und ermöglicht besonders Nicht-Motorradfahrern einen intuitiven und inspirierenden Einstieg in die Welt urbaner Leichtkraftmobilität.

Technisch basiert der Leichtbau auf einem Vollcarbon-Monocoque-Rahmen, welcher sich an der Formel 1 inspiriert. Die starke Performance – bis zu 400 Nm – des am Hinterrad positionierten Radnabenmotors ist der Formel 3 Rennfahrerin Sophia Flörsch nicht fremd. Sie verbindet das grenzenlose Mindset und die visionären Ziele mit dem Team von NOVUS. Die Forbes 30 Under 30 Listmaker sagt: „Grenzen sind dazu da, um überwunden zu werden.“

Obwohl die Rennfahrerin seit Kindesalter im Automobil ihre Leidenschaft findet und mit Zweirädern nie eine ähnliche Verbindung aufbauen konnte, hat das NOVUS Bike sie überzeugt. Sie sagt: „Mich haben Motorräder nie so begeistert wie Autos, besonders Rennautos. Doch bei NOVUS war es anders. NOVUS ist für mich etwas Neues. Es fühlt sich nicht mehr an wie ein Motorrad nur für Männer, sondern mehr wie ein „iPhone auf zwei Rädern“, wie ein Fahrzeug aus der Zukunft und das in supercool!“

Das Konzept hat Sophia Flörsch überzeugt und die damit einhergehende Inspiration möchte sie besonders an Frauen und ihre jungen Follower*innen weitergeben.