Die EY Startup Academy geht in ihre 7. Runde – jetzt bewerben


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Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) hat sich mit seinem Motto Building a better working world unter anderem der Förderung des Fortschritts verschrieben. Die EY Startup Academy stellt in diesem Rahmen einen weiteren Schritt zur Fortentwicklung unternehmerischer Innovation durch Startups dar.

Ab dem 14. September 2023 startet wieder das 6-wöchige Programm. Mehr Infos zur EY Startup Academy erhaltet ihr hier: How far can you go? - EY Startup

Gut zu wissen: Die EY Startup Academy freut sich in dieser Runde speziell auf Bewerbungen von Start-ups aus den Bereichen Embeded Finance, ESG&Sustainable Finnace, Web3&Digital Assets.

Hier geht’s zur Bewerbung


Mehr Infos gefällig? Hier gibt's das Wichtigste auf einen Blick!

Was ist die EY Startup Academy?

  • Die EY Startup Academy ist ein 6-wöchiges Programm, bei dem ausgewählte Startups die einmalige Chance bekommen, ihr Geschäftsmodell und dessen Hauptkomponenten durch strukturierte Hilfe und Beratung von EY-Experten verbessern zu können.
  • Das Programm läuft von Mitte September bis Mitte November 2023. Die Teilnahme ist kostenfrei.
  • Das Programm richtet sich an Tech Startups, welche die Alpha-Phase durchlaufen haben, bereits ein Minimum Viable Product oder einen Proof of Concept vorweisen können und innerhalb der nächsten 12 Monate eine Finanzierung anstreben. In diesem Jahr werden erstmalig drei Schwerpunktbereiche vertreten sein: Embedded Finance Solution, Web3 & Digital Assets und Sustainable Finance / ESG FinTechs.
  • Die EY Startup Academy besteht aus einer Reihe von Workshops und Training-Events, die von EY in Frankfurt angeboten werden. Zusätzlich werden Fireside Chats mit Investor*innen und ausgewählten Corporates sowie Founders Chats mit bereits erfolgreichen Gründer*innen zum Erfahrungsaustausch durchgeführt. Insgesamt finden im Rahmen des Programms über 30 Veranstaltungen statt.
  • EY veranstaltet die Startup Academy zusammen mit Austrian Angels Investors Association, BERLIN-CHEMIE AG, BlackWood Capital Partners, Business Angels FrankfurtRheinMain, C3 Management, Campus Founders, CTG Consulting, Deutsche Bahn Digital Ventures, Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures), GE Healthcare, HIGHEST, High-Tech Gründerfonds (HTGF), IBM, neosfer, neoteq ventures, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures, Sparkassen Innovation Hub, SpeedInvest, StartingUp, STATION, TechQuartier, UPSTART und W&W-Gruppe.
  • Die EY Startup Academy ist Ausdruck des EY-Engagements, das Startup Ökosystem und die Gründer*innen bei ihrer Reise „from Idea to Exit“ zu unterstützen. Mit diesem Programm hilft EY Startups bei schwierigen Fragestellungen rund um Steuern, Audit und Finanzierung/Bewertung. Wir hinterfragen mit der Brille des Investors Business Plan, Skalierungsfähigkeit von Organisation und IT, sowie rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen mit dem Ziel, dass Startups sich auf ihre Kernaktivitäten fokussieren und ihre Investor Readiness schnellstmöglich erreichen können. Die EY Startup Academy trägt damit zum nachhaltigen Wachstum des Ökosystems für Startups in Europa bei – das ist die gelungene Interpretation von Building a better working world.

Was ist der Mehrwert für euch als Teilnehmer*innen der EY Startup Academy?

  • Langfristige, honorarfreie Begleitung durch EY in strategischen und operativen Fragestellungen auch in späteren Stufen der Unternehmensentwicklung
  • Zugang zum EY Ökosystem für Startups: Academy Alumni Club, Entrepreneur of the Year, Zugang zu globalen und regionalen EY Events
  • Konzentrierter Wissenstransfer in Bereichen, die für Startups von zentraler Bedeutung sind
  • Zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung mit Investor*innen, Corporates, erfolgreichen Gründer*innen und anderen Startups
  • Kostenfreier Zugang zum TechQuartier mit jeweils zwei Arbeitsplätzen für die Dauer des Programms
  • Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro und das EY Startup Academy Siegel, mit dem ihr werben könnt
  • Bühne, um eure Bekanntheit zu steigern
  • Exklusiver Zugriff auf proprietäre EY Tools, die den Innovationszyklus ganzheitlich abdecken und ständig weiterentwickelt werden auf Basis des weltweiten EY Ökosystems von Startups und Entrepreneur*innen. EY Growth Navigator hilft Strategien und Wachstumspläne zu evaluieren und entwickeln, EY VentureBuilder hilft markt-orientierte Produkt-Roadmaps ganzheitlicher zu entwickeln und umzusetzen, EY Finance Navigator hilft Finanzpläne entwickeln und Geschäftsmodelle zu modellieren.

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825.000 Euro-Investment: Wildplastic schließt nachhaltige Finanzierungsrunde ab

Wildplastic hat eine 2. Finanzierungsrunde in Höhe von 825.000 Euro abgeschlossen. Diese Finanzierung statuiert zugleich auch ein Exempel für passende Finanzierungen nachhaltiger Geschäftsmodelle.

Die Wildplastic GmbH mit Sitz in Hamburg wurde im Jahr 2019 von sieben Mitstreiter*innen mit der Mission gegründet, die Welt vom wilden Plastikmüll zu befreien. Wildes Plastik ist all das Plastik, welches sich außerhalb des Recyclingkreislaufs auf illegalen Mülldeponien, in der Natur oder im Straßenbild befindet.

Wildplastic holt in Ländern ohne ausreichende Abfallwirtschaft wildes Plastik in die Recyclingkreisläufe zurück und verarbeitet es zu neuen Produkten wie Müllbeuteln und Versandtaschen. Die Hamburger arbeiten dabei mit lokalen Organisationen in Ländern wie Indien, Thailand, Ghana oder Indonesien zusammen. Allein im vergangenen Jahr hat Wildplastic knapp 310 Tonnen wildes Plastik in den Recyclingkreislauf zurückgeholt und damit etwa 700 Tonnen CO2 eingespart. Außerdem wurden mehr als 6.700 Tage mit besseren Arbeitsbedingungen für Sammler*innen vor Ort ermöglicht. Darüber hinaus setzt sich das in Verantwortungseigentum gegründete Unternehmen für eine zukunftsweisende Wirtschaft und ein nachhaltiges Unternehmer*innentum ein.

Mit der gerade abgeschlossenen Finanzierungsrunde erhält Wildplastic Kapital von sieben neuen Finanzierungspartner*innen: Cantella, Focussed Business Events, Matthias Fricke, Janina Weingarth, Karma Capital, Nadia Boegli und Wilfried Gillrath. Zu den bisherigen Finanzierungspartner*innen zählen Purpose Ventures, Planet A Ventures, Golzern Holding und Innovation for Impact.

„Ein riesiger Dank gilt unseren neuen und bestehenden Finanzierungspartner*innen. Denn, ob wir die nachhaltige Transformation der Wirtschaft realisieren können, hängt maßgeblich von der passenden Finanzierung ab“, sagt Christian Sigmund, Mitgründer und CEO von Wildplastic und ergänzt: „Die Kreislaufwirtschaft schafft ein völlig neues System, und dieses System braucht auch neue, regenerative Wege der Finanzierung.“

Unternehmen in Verantwortungseigentum

Neue Wege der Finanzierung braucht Wildplastic auch, weil das Unternehmen als GmbH in Verantwortungseigentum gegründet wurde. Das Besondere dabei ist, dass in diesem Modell die Stimmrechte von den wirtschaftlichen Rechten getrennt sind. So wird sichergestellt, dass Entscheidungen innerhalb des Unternehmens auf der Grundlage des Unternehmenszwecks und nicht nach individuellen finanziellen Motiven getroffen werden. Die Inhaber der Stimmrechte sind Entscheider im Unternehmen und können keine Gewinne oder Vermögenswerte abziehen. Ein klassischer Exit ist somit nicht möglich. Langfristiges, nachhaltiges Wirtschaften ist stattdessen das Ziel. Diese Struktur ist in den Statuten des Unternehmens verankert. Um sie langfristig rechtlich verbindlich zu machen, hat Wildplastic ein Prozent der Stimmrechte der Purpose Foundation anvertraut, die rechtlich verpflichtet ist, gegen Änderungen, die das Verantwortungseigentum untergraben, Einspruch zu erheben, die aber kein weiteres Mitspracherecht im Unternehmen hat.

Vorreiter für eine neue Wirtschaftsform

Mit der Gründung in Verantwortungseigentum ist Wildplastic ein Pionier dieser Art des Wirtschaftens im Start-up-Bereich. Damit gehören sie zu den unternehmerischen Vorbildern für eine wachsende Zahl von Unternehmen, die Unabhängigkeit und den Bestand ihrer Unternehmen im Sinne einer nachhaltigen Wertschöpfung sicherstellen wollen. Um diese zukünftig einfacher umzusetzen, wird derzeit eine neue Rechtsform geschaffen: die Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit gebundenem Vermögen, kurz GmgV. Ein Gesetzesentwurf liegt bereits vor.

Wachstumsfinanzierung für die nachhaltige Mission

„Wir von Wildplastic setzen auf Regeneration statt Extraktion: Wildplastic finanziert sich über Anteile, die Finanzierungspartner*innen eine adäquate Beteiligung am unternehmerischen Erfolg erlauben“, erklärt Christian Sigmund. Die Anteile sind im Gewinnrecht gedeckelt und stimmrechtslos, somit bleibt die Kontrolle im Unternehmen. Im unternehmerischen Erfolgsfall werden Teile der Gewinne verwendet, um die Finanzierungspartner*innen für ihr Risiko adäquat zu kompensieren. Dies geschieht bis zu einem vereinbarten Cap. Danach werden die Gewinne in den Unternehmenszweck reinvestiert. Christian Sigmund: „Somit vereinbaren wir eine nachhaltige Mission mit einer passenden Wachstumsfinanzierung.“

Die abgeschlossene Finanzierungsrunde ermöglicht es Wildplastic, die Lieferketten weiter auszubauen, mehr Sammelorganisationen einzubinden, neue Produkte zu entwickeln und im deutschsprachigen Markt zu wachsen. Denn eines ist sicher: das Wildplastic Team ist wild darauf, die Plastikkrise anzugehen und gleichzeitig Wirtschaft und nachhaltiges Unternehmer*innentum neu zu denken.

trawa: Berliner CleanTech-Start-up sichert sich 10 Mio. Euro

Trawa wurde 2022 von David Budde, Max Lüddemann und Robert Quick gegründet und optimiert durch den Einsatz von KI die Stromversorgung und das Energiemanagement von Unternehmen. Neben dem Impact Investor AENU beteiligten sich frühere Investoren wie Speedinvest, Magnetic und TinyVC an der Runde.

Die anhaltende Energiekrise in Europa treibt die Stromkosten in die Höhe und bedroht dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Industrie. Die großen Preisschwankungen erschweren langfristige Planungen und zwingen den Sektor seine Produktion zu drosseln. So soll Deutschlands industrielle Produktion 2024 Schätzungen zufolge um 1,5 Prozent sinken. Eine Antwort auf diese Herausforderungen ist der beschleunigte Umstieg auf erneuerbare Energien. Dieser wird jedoch von der damit verbundenen Komplexität und Zweifeln bezüglich der Versorgungssicherheit erschwert. Trawas Ziel ist es, mittelständischen Unternehmen durch Technologie zu ermöglichen, einfach und wirtschaftlich attraktiv auf erneuerbare Energien umzusteigen – damit sie keinen Grund haben, nicht zu wechseln.

David Budde, Mitgründer und CEO von trawa, kommentiert: „Unternehmen stehen vor der gewaltigen Herausforderung, sich in einem volatilen Energiemarkt zurechtzufinden. Trawa nutzt seine Technologie, um dem Mittelstand den Zugang zu günstiger, erneuerbarer Energie zu sichern. Diese Finanzierung ermöglicht es uns, unsere ganzheitliche Energieplattform weiter auszubauen, um Unternehmen mit Lösungen zu versorgen, die ihre Energiekosten, den Verbrauch und die Emissionen automatisch verwalten und optimieren.“

Effizienz bei Energieeinkauf und -management durch KI-gestützte Datenanalyse

Mit trawas Werkzeugen steht die professionelle Energiebeschaffung allen mittelständischen Unternehmen unabhängig von ihrem Wissen über die Ernergiemärkte offen. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden individuelle Energieportfolios erstellt. Die einzelnen Energiemarktprodukte kombiniert die Lösung so, dass sie optimal auf die spezifischen Verbrauchsmuster jedes Unternehmens abgestimmt sind. Durch diese individuelle Strombeschaffung, die zu gestaffelten Zeitpunkten stattfindet, kann trawa erhebliche Kosteneinsparungen für seine Kund*innen realisieren. Die Managementsoftware von trawa ermöglicht Unternehmen außerdem ihren Verbrauch danach zu optimieren, wann und wie sie den Strom nutzen.

Aufbau eines umfassendes Software-Ökosystems

Mit der neuen Finanzierung wird trawa seine KI-Kapazitäten erweitern, ein umfassendes Software-Ökosystem aufbauen und sich vom Energieversorger zum umfassenden Energiepartner weiterentwickeln. Die jüngste Kapitalerhöhung erhöht das Finanzierungsvolumen von trawa auf mehr als 12 Millionen Euro.

James Wise, Partner bei Balderton, sagt: “Erneuerbare Energien sind ein wichtiger Baustein, um langfristig günstige Stromkosten zu gewährleisten. trawa bietet mittelständischen Unternehmen individuelle Lösungen, um sich vor Preisexplosionen zu schützen, Investitionen in smarte Batterien und Solarenergie rentabler zu machen und detaillierte Daten für ESG-Berichte zu liefern. Es ist inspirierend, wie David, Max und Robert dieses schnell wachsende Unternehmen aufgebaut haben, das die mitunter drängendste Herausforderung des Mittelstands angeht.“

„Einspar- und Nachhaltigkeitsziele haben maßgeblichen Einfluss auf die Energiebeschaffung europäischer Unternehmen. trawa ist bestens positioniert, um beide Ziele zu bedienen und sich als zentrale Anlaufstelle für die grünen Energiebedürfnisse des Mittelstands zu etablieren – von der sicheren Versorgung mit erneuerbarer Energie bis hin zur Verbrauchsoptimierung und der Verwaltung verteilter Energiequellen,“ ergänzt Philip Specht, Partner bei AENU.

reev: eMobility-Softwareunternehmen sammelt 10 Mio. Euro ein

Reev, ein führender Softwareanbieter für intelligente Ladelösungen im halböffentlichen Raum, gibt den Abschluss seiner Series A Finanzierungsrunde in Höhe von zehn Millionen Euro bekannt.

Angeführt wurde die Series A Finanzierungsrunde von Future Energy Ventures, dem Venture Capital Fonds mit Beteiligung führender Energieversorgungsunternehmen wie E.ON, und Blue Earth Capital, einem spezialisierten globalen Impact-Investor. Sie schließen sich bestehenden Investoren an, zu denen auch der deutsche Energieversorger N-ERGIE gehört.

Das 2018 in München gegründete reev stellt mit seiner Cloud-Software eine einfache, transparente und vollautomatisierte Plattform für die Verwaltung, Steuerung und Abrechnung von Ladeinfrastruktur bereit. Damit leisten die Münchner einen bedeutenden Beitrag beim Übergang zur nachhaltigen E-Mobilität, indem die Software des Unternehmens die Installation von Ladeinfrastruktur für Unternehmen, Elektriker und Gebäudemanager vereinfacht. Das Unternehmen zeichnet sich auch durch die Nutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit seiner Lösungen aus, die Kund*innen eine reibungslose Ladeerfahrung ermöglicht und somit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leistet.

Die intelligente reev-Software ist nach Angaben des Unternehmens bereits bei fast 6000 Kund*innen im Einsatz – unter anderem bei dem Europäischen Patentamt, Holcim und Trumpf. Die digitalen Produktlösungen des Unternehmens bieten Hardwarehersteller*innen, Händler*innen und Elektriker*innen eine zentrale Plattform, die den gesamten Anwendungsbereich – von der Installation bis zum täglichen Betrieb – umfasst und mit über 250 Wallboxen kompatibel ist. Starke Partnerschaften mit führenden Akteuren im e-Mobility Ökosystem unterstützten zusätzlich das rasche Wachstum des Unternehmens, wie die kürzlich veröffentlichten Partnerschaften mit Schneider Electric und Zaptec, deren Ziel es ist, eine gemeinsame Produktlösung mit vorkonfigurierter reev Software anzubieten. Ein ähnliches Modell wurde bereits im Jahr 2020 mit dem Hardwarehersteller ABL entwickelt und etabliert sich seitdem erfolgreich am Markt.

„Das Angebot von Ladeinfrastruktur an Orten, an denen Fahrzeuge lange parken, spielt für den Markthochlauf der Elektromobilität eine zentrale Rolle. Dennoch stellen wir fest, dass sowohl bei Firmengebäuden als auch bei Mehrfamilienhäusern Lademöglichkeiten fehlen beziehungsweise der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinterherhinkt. Die besondere Zuverlässigkeit unserer Software sowie die intuitive Bedienbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette adressieren speziell die komplexen und spezifischen Anforderungen dieser Segmente und versetzen reev in eine einzigartige Position, diese Lücke zu schließen. Das zeigt auch unser bisheriger Erfolg“, sagt Eduard Schlutius, Gründer und CEO von reev.

reev - auf dem Weg zu Europas führendem Softwareanbieter für intelligente Ladelösungen

„Das zusätzliche Kapital aus der Series A Finanzierungsrunde wird vor allem genutzt, um die Stellung als Marktführer im DACH-Raum auszubauen und neue Märkte, darunter Frankreich und die Beneluxstaaten (Belgien, Luxemburg und die Niederlande), zu erschließen. Um dem steigenden Bedarf nach intelligenter Energieverteilung und netzdienlichem Laden nachzukommen und um den Kund*innen den einfachen Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur zu ermöglichen, soll das Portfolio auch um neue innovative Produkte erweitert werden. „Wir freuen uns, mit zwei herausragenden Investoren aus dem Nachhaltigkeitsbereich zusammenzuarbeiten, welche zudem über äußerst relevante Netzwerke und bewährte Skalierungsfähigkeiten verfügen, um unsere Ambitionen in Europa zu verwirklichen“, ergänzt Eduard Schlutius.

„Um die Energiewende zu unterstützen, sind eine zuverlässige Infrastruktur und insbesondere effektive Ladelösungen für Elektrofahrzeuge entscheidend. Wir glauben, dass Firmengebäude und Mehrfamilienhäuser ein unterversorgter Teil des Lade-Ökosystems in Europa sind“, sagt Kayode Akinola, Head of Private Equity bei Blue Earth Capital. „Die Softwarelösung von reev bietet Gebäudeeigentümern und -managern sowie den Endkunden ein nahtloses Betriebserlebnis und ermöglicht maximale Betriebszeiten. Dadurch ist das Unternehmen gut positioniert, um den Ausbau und die Zuverlässigkeit der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in diesen Segmenten zu beschleunigen - ein wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung des Straßenverkehrs.“

Veronique Hördemann, Managing Partner bei Future Energy Ventures, sagt: „In unserem ersten Fonds haben wir viele erfolgreiche Investitionen im Bereich der Elektrofahrzeug-Ladetechnik getätigt, wo wir die erste Welle der Elektrofahrzeug-Adoption erlebt haben. Wir haben das ungenutzte Potenzial von Mehrbenutzer-Gebäudeeinrichtungen als entscheidend für die breite Einführung von Elektrofahrzeugen erkannt. reev hat sich als herausragender Akteur in diesem Bereich erwiesen und verfügt über ein außergewöhnlich talentiertes Team. Das Engagement und die Leidenschaft, die das gesamte reev-Team zeigt, sind wirklich bemerkenswert – ein Gefühl, das von ihren zufriedenen Kunden und Partnern gleichermaßen geteilt wird. Wir freuen uns, Teil dieser Reise zu sein!“

Insempra: 20 Mio. USD-Deal für Münchner BioTech-Start-up

Das 2021 von Jens Klein gegründete BioTech-Start-up Insempra entwickelt biobasierte und biologisch abbaubare synthetische Inhaltsstoffe, Materialien und Fasern. Mit dem frischen Kapital soll die Produktentwicklung und Markteinführung vorangetrieben werden.

Unternehmen benötigen zur Produktion von Waren verschiedenste Grundmaterialien, Fasern und Inhaltsstoffe. Deren Herstellung verläuft weltweit bislang vor allem auf landwirtschaftlicher oder petrochemischer Basis, was oft mit Umweltverschmutzung und der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten einhergeht. Gleichzeitig wird Nachhaltigkeit immer wichtiger: Sowohl für Endverbrauchende als auch für den Gesetzgeber, der neue regulatorische Rahmenbedingungen schafft. Viele produzierende Unternehmen suchen deshalb nach Alternativen zu bisherigen Produktionsmitteln und -prozessen.

Das Münchener BioTech-Start-up Insempra hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Alternativen zur Verfügung zu stellen und hat sich auf die Entwicklung einer Plattformtechnologie spezialisiert, die es Unternehmen ermöglicht, qualitativ hochwertige, nachhaltige Materialien auf biologischer Basis zu produzieren. Das Unternehmen wurde im Jahr 2021 von CEO Jens Klein unter dem Namen Origin.Bio nach einer erfolgreichen Seed-Finanzierungsrunde gegründet.

Zahlreiche Einsatzfelder – von Lebensmitteln zu Kosmetik

Insempra folgt mit seiner Technologie einem besonders nachhaltigen Ansatz, um eine echte Alternative zu bislang mehrheitlich verwendeten Inhaltsstoffen und Materialien auf landwirtschaftlicher oder petrochemischer Basis zu bieten, ohne dabei an Effizienz und Skalierbarkeit zu verlieren. Dazu zählen beispielsweise Lipide für Anwendungen in der kosmetischen und Lebensmittelindustrie oder biologisch abbaubare Alternativen für alltägliche Materialien wie Polymere und Textilien. Funktionale Inhaltsstoffe wie Aromen oder Duftstoffe mithilfe der Technologie von Insempra sind bereits im Markt.

„Wir sind dankbar für die Unterstützung unserer Investoren, die das Potenzial unserer marktführenden Prozesse und innovativen Technologieplattform sofort erkannt haben. Unser Ziel ist es, unsere Kapazitäten weiter auszubauen, um nachhaltige Materialien zu entwickeln, die qualitativ hochwertig sind und dabei helfen, die Abhängigkeit produzierender Unternehmen von chemischen, industriellen Materialien zu reduzieren“, sagt Gründer Jens Klein.

„Das globale Bewusstsein dafür, wie wir Ressourcen gewinnen und nutzen, hat sich verändert. Verbraucher und Endkunden fordern Nachhaltigkeit und Klimaschutz zunehmend ein, die Politik schärft die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Unternehmen müssen sich in Folge anpassen“, erklärt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital. „In allen Sektoren, Kosmetik, Mode und Körperpflege bis hin zu Lebensmitteln, sind Hersteller deshalb auf der Suche nach nachhaltigen Alternativen für die Basismaterialien und Inhaltsstoffe in ihren Produkten. Insempra kann genau solche nachhaltigen Produktionsmittel entwickeln. Das Skalierungspotenzial der innovativen Technologie ist enorm. Deshalb unterstützen wir Insempra gern bei seinem Wachstum.“

W1NNAS: Sports-Nutrition Start-up sichert sich 370.000 € in Pre-Seed-Finanzierungsrunde

Das Kölner Sports-Nutrition-Start-up W1NNAS wurde 2022 von den Gründern Pablo Klüppelberg und Ben Decker ins Leben gerufen und hat erfolgreich eine Finanzierungsrunde in sechsstelliger Höhe abgeschlossen. Mit dem Kapital soll die Markteinführung und Produktion der Performance Pouches für Profisportler*innen finanziert werden.

W1NNAS wurde 2022 von Pablo Klüppelberg und Ben Decker gegründet. Ihre Vision ist es, durch die sog. Pouch-Technologie Profisportler*innen dabei zu unterstützen, ihre Leistung zu verbessern und Leistungsdefizite zu überwinden. Pouches sind kleine Mundbeutelchen, die mit Pulver gefüllt sind. Durch die Platzierung der Pouches unter der Oberlippe gelangen die Inhaltsstoffe über die Mundschleimhaut schnell in den Blutkreislauf.

Im Gegensatz zu schädlichen Nikotinpouches sind die Pouches von W1NNAS nikotin-und tabakfrei, auf Doping getestet und wurden in Zusammenarbeit mit Sportmediziner*innen entwickelt. Die Entwicklung der Produkte hat zwei Jahre gedauert. Bisher hat das Start-up zwei Performance Pouches mit verschiedenen Stärken und Geschmäckern entwickelt, die aktuell ausschließlich Spitzensportler*innen nutzen können. Voraussichtlich im September dieses Jahres sollen die Performance Pouches auch für Amateursportler*innen auf den Markt kommen.

„Während der Entwicklungsphase war uns das Feedback der Topathleten aus dem europäischen Spitzenfußball, der NBA und NHL sehr wichtig, um die Bedürfnisse der Athleten zu verstehen und daraufhin die Rezeptur der Pouches anzupassen“, sagt Co-Gründer Pablo Klüppelberg.

Durch das Abschließen der Pre-Seed Finanzierungsrunde in sechsstelliger Höhe nimmt W1NNAS folgende Investoren an Bord, die Expertise in den Bereichen Marketing, Finanzen, Sales, Supply Chain und Produktentwicklung bereitstellen: Willy Umland (ehemaliger VP bei Wilson und Converse), Thomas Sailer (VP Brand Marketing bei Adidas), Lucas Teuchner (Forbes 30under30, CEO von totally Mgmt und TwoSides), Arndt Wippert (ehemaliger GM & Head of Sales bei Philip Morris), Johannes Meyer (Trainingswissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln), Christian Zott (Founder mSE Solutions), Florian Hoffmann (Investment Manager bei Hillpoint Partners) sowie Stefan Bauer (Vorstandsmitglied von Philip Morris).

GameChanger des Monats: Tim Weinel - der Impact Start-up-Gründer

Tim Weinel ist Gründer des nachhaltigen Modelabels espero. Sein Credo: „Ich denke, dass wir globale Herausforderungen in der heutigen Zeit nicht weiterhin nur auf Politik und Verbraucher*innen umlegen können, wenn wir wirklich etwas verändern wollen. Denn wir haben bereits ein sehr viel mächtigeres Instrument, um diese Probleme zu lösen. Und das sind Unternehmen. Nur leider wird das noch viel zu selten so gesehen.“ Im Interview mit Tim: Wie gründet man ein nachhaltiges Impact Start-up, um zum echten Gamechanger zuwerden?

Was ist ein Impact Start-up und für welche Gründerpersönlichkeit ist es am besten geeignet?

Das ist eine gute Einstiegsfrage, da es für Impact Start-ups bislang keine offizielle Definition gibt. Aber natürlich lässt sich das ganz gut eingrenzen. Impact Start-ups sind im Grunde Start-ups, deren Fokus darauf liegt, eine Wirkung in der Welt zu erzielen, wie es sich aus dem Namen bereits ableiten lässt. Sie widmen sich also globalen Herausforderungen und versuchen, Lösungsansätze dafür zu entwickeln. Damit übernehmen sie gesellschaftliche Verantwortung bzw. holen diese ein Stück weit von Politik und Verbraucher*innen zurück, die aktuell oftmals die Hauptlast tragen oder übertragen bekommen. Der Impact lässt sich dabei entweder gut anhand der Sustainable Development Goals oder in die drei großen Bereiche Mensch, Tier oder Umwelt einordnen. Dieser Ansatz unterscheidet sie von konventionellen Start-ups, deren Fokus eher auf Gewinn- oder Renditemaximierung ausgerichtet ist und die eher individuelle Probleme lösen, anstatt sich gesellschaftlicher Herausforderungen anzunehmen.

Klassische Impact-Gründerpersönlichkeiten suchen oft nach einem tieferen Sinn in ihrem täglichen Wirken und auch in ihrer täglichen Arbeit. Sie möchten damit gesellschaftliche Missstände lösen, egal ob diese nun humanitärer oder ökologischer Natur sind. Und mit diesem Sinn möchten sie andere Menschen inspirieren und natürlich auch ihren Lebensunterhalt bestreiten. Oftmals ist das reine Geldverdienen dabei eher als Mittel zum Zweck zu sehen, da Wirkung und Profit auf gleicher Stufe angesiedelt werden. Dabei haben sie auch immer die Auswirkungen ihrer Entscheidungen im Blick. Impact-Gründerpersönlichkeiten bringen vor allem eine starke innere Einstellung mit und wollen wirklich etwas bewegen.

Wie hast du für dich herausgefunden, dass du ein erfolgversprechender Impact­Gründer bist?

Für mich war das ein Prozess, wobei es ein Schlüsselerlebnis gab. Als ich erfahren hatte, wie viele Tier- und Pflanzenarten Jahr für Jahr unwiderruflich aussterben, wusste ich, dass ich ein Impact-Unternehmen gründen möchte, damit ich gemeinsam mit vielen anderen Menschen zusammen etwas verändern und diese Botschaft gleichzeitig nach außen tragen kann. Dass ich damit Erfolg haben werde, damit habe ich damals gar nicht so gerechnet, und es war mir primär auch gar nicht so wichtig. Wichtig war mir vor allem, überhaupt etwas zu tun und zunächst ein Konzept zu entwickeln, das sich selbst trägt. Umso schöner war es dann aber, als ich gemerkt habe, dass meine Idee ankommt und sich viele andere Menschen sowie einige Medien dafür begeistern konnten.

Auf den Punkt gebracht: Was zeichnet den/die ideale Impact-Gründer*in aus?

Als ideale(r) Impact-Gründer*in sollte man zunächst bereit sein, das Wagnis Selbständigkeit einzugehen. Dabei sollte man sich stets bewusst sein, dass sogar der Impact selbst kritisiert werden kann, was auch ich schon erleben durfte. Gerade online gibt es Menschen, die dann zum Beispiel schnell mit Begriffen wie Greenwashing oder Ähnlichem um sich werfen, aus welchen Gründen auch immer. Also muss man auch eine gewisse Stressresistenz mitbringen und in der Kommunika­tion so transparent wie möglich sein. Man sollte zudem ein klares Ziel vor Augen haben, egal wie groß es erscheinen mag. Dabei sollte man wissen, was man mit seinem Start-up in der Welt verändern möchte. Und natürlich sollte man zu 100 Prozent hinter seiner Idee und dem Impact stehen. Denn nur wer vollkommen hinter seiner Idee steht, wird auch das Engagement einbringen, das es braucht, um einen Teil zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beizutragen. Zuletzt sollte man idealerweise noch eine gewisse Hands-On-Mentalität haben oder sich eine solche zumindest aneignen.

Wie misst man Impact und welche Rolle spielt Nachhaltigkeit?

Es gibt zwar bereits erste Ansätze und auch Reporting-Standards, leider aber noch keine standardisierte und einheitliche Vorgehensweise, um Impact zu messen bzw. vergleichbar zu machen. Das liegt natürlich auch darin begründet, dass Impact relativ viele Formen annehmen kann. Das eine Start-up konzentriert sich darauf, mit seiner Entwicklung CO2 einzusparen, während ein anderes Start-up Plastik in Ozeanen einsammelt oder bedrohte Tierarten schützt. Das macht es schwer, sie zu vergleichen.

Im Gegensatz dazu sind klassische KPIs, wie etwa ein ROI, relativ einfach zu ermitteln, da sie immer auf Unternehmenszahlen basieren. Doch auch wenn Impact bislang hauptsächlich fallbezogen gemessen werden kann, so ist es dennoch überhaupt wichtig, ihn zu messen und zu kommunizieren. Wie viel CO2 genau kann man mit der Lösung von Start-up A einsparen? Oder wie viel Plastik kann die Lösung von Start-up B im Jahr einsparen? Vielleicht ist es dann gar nicht nötig, untereinander zu vergleichen. Denn am Ende des Tages sollte hier die Wirkung zählen. Und die ist ja messbar.

Nachhaltigkeit spielt hier eine große Rolle. Denn nachhaltig zu agieren, bedeutet auch, dass man Verantwortung übernimmt und seine Prozesse so ausgestaltet, dass natürliche Ressourcen und Ökosysteme geschont werden und die Möglichkeit haben, sich natürlich zu erholen. Allein durch ihre Mission verfolgen in der Regel alle Impact Start-ups bestimmte Nachhaltigkeitsziele. Doch auch innerhalb der Organisationen sollte Nachhaltigkeit ein großes Thema sein. So sollten vor- und nachgelagerte Prozesse oder Lieferketten sollten auf Nachhaltigkeit überprüft werden, sofern es möglich ist. Es wird immer Prozesse geben, die sich nicht 100-prozentig nachhaltig ausgestalten lassen, und das ist okay, wenn das Paket im Ganzen stimmt.

Impact Start-ups sind in der Regel nicht auf Gewinnmaximierung, sondern auf Impact- bzw. Wirkungsmaximierung ausgerichtet. Welchen Stellenwerten nehmen Wachstum und Geldverdienen ein bzw. sollten sie einnehmen?

Auch wenn das Thema Impact im ersten Moment sehr gemeinnützig und altruistisch klingen mag, so muss man doch ehrlicherweise sagen, dass Wachstum, besonders aber Geldverdienen, natürlich auch bei Impact Start-ups eine große Rolle spielen. Im Grunde ist das logisch und lässt sich einfach erklären. Erst einmal stehen Impact Start-ups vor den gleichen Kosten wie konventionelle Start-ups. Und die Gründer*innen wollen natürlich im Normalfall davon leben können. Vor allem aber ist es in der Regel so, dass auch Impact Geld kostet. Und je mehr Geld verdient wird, desto mehr Impact kann realisiert werden. Dabei gilt dann häufig die Devise: Mehr Wachstum gleich mehr Impact.

Welches sind aus deiner Erfahrung die wichtigsten Fragen vor und bei der Gründung eines Impact Start-up? Inwiefern unterscheiden sich diese von klassischen Gründungen?

Zentral bei einer Impact-Gründung ist immer die Frage nach der Wirkung, die mit dem Unternehmen erzielt werden soll und wie diese Wirkung finanziert wird. Wie wird ein echtes Geschäftsmodell daraus, das sich irgendwann einmal selbst tragen kann? Im Gegensatz dazu sind klassische Gründungen oftmals eher problemorientiert, die Unternehmen also eher Problemlöser. Diese können zwar ebenfalls Impact-Ansätze beinhalten, sie stehen jedoch in der Regel nicht unbedingt im Mittelpunkt der Unternehmung. Wenn man beispielsweise einen Ansatz entwickelt, wie man bei regelmäßigen Einschlafproblemen schneller einschlafen kann, löst man damit zwar ein Problem, erzielt aber nicht wirklich Impact. Dennoch haben solche Unternehmen die gleiche Daseins­berechtigung, auch ohne Impact-Ansatz. Am Ende ist das immer eine Einzelfallbetrachtung.

Häufig ist bei Impact die Frage nach der Finanzierung eine andere. Wie bereits gesagt, kostet Impact üblicherweise Geld. Das mindert dann in der Regel die Menge an Kapital, die für alle weiteren Ausgaben zur Verfügung steht. Noch dazu kann es auch die Suche nach Investor*innen erschweren, da Margen oder Renditen kleiner ausfallen und die Wachstumsbestrebungen andere sein können als bei klassischen Start-ups.

Und last, but not least: Was rätst du Impact-Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Anfangen! Wenn man eine Idee hat, von der man überzeugt ist und mit der man echten Impact erzielen kann, dann sollte man einfach anfangen und seine Ideen nicht zu lange zerdenken. Natürlich muss das Konzept tragfähig sein, das ist klar. Aber die Welt braucht Menschen, die wirklich Lust haben, etwas zu verändern und zu bewegen. Und wenn man an Stellen ankommt, an denen man selbst nicht weiterkommt, gibt es unter Impact-Gründungen so viele potenzielle Ansprechpersonen, die einem immer gut weiterhelfen, sei es persönlich oder durch ihr Netzwerk. Impact ist so wichtig und wird in Zukunft noch viel wichtiger werden. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen.

Danke, Tim, für deine spannenden Insights – dir weiterhin viel Erfolg und Impact bei deinen unternehmerischen Vorhaben.

Das Interview führte Hans Luthardt

Terra One erhält 7 Mio. Euro Seed-Finanzierung für KI-optimierte Batteriespeicher

Das Berliner Tech-Start-up Terra One ist einer der Pioniere im Bereich Batteriegroßspeicher in Deutschland und in diesem Markt seit 2023 aktiv. Die Seed-Finanzierung wird von einem namhaften Investorenkonsortium geleistet.

Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom Early-Stage-VC für Real-Asset-Technologien PT1 mit Unterstützung von neosfer, dem Frühphaseninvestor der Commerzbank. Darüber hinaus haben sich unter anderem 468 Capital, der Deep-Tech-Investor des ehemaligen Rocket-Internet-Geschäftsführers Alexander Kudlich, N26-Mitgründer Maximilian Tayenthal, Serienunternehmer Jan Beckers sowie die Scout Funds von Andreessen Horowitz und Hedosophia an der Finanzierungsrunde beteiligt.

Dezentrale Speicherung von erneuerbaren Energien

Terra One widmet sich einer der größten Herausforderungen, die es im Zuge der grünen Energiewende und des Erreichens der Klimaziele zu lösen gilt: der dezentralen Speicherung von erneuerbaren Energien. Durch den steigenden Ausbau der Solarkapazitäten sowie der wachsenden Anzahl an Windkraftanlagen gerät das Erreichen der Klimaziele bzgl. der reinen Erzeugung von grünem Strom in greifbare Nähe. Jedoch reichen die Möglichkeiten zur Energiespeicherung derzeit bei weitem nicht aus, um den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien zu gewährleisten. So gingen im Jahr 2023 aufgrund von Netzüberlastung 19 Terrawattstunden an erneuerbarer Energie allein in Deutschland verloren - genug, um 6 Millionen Haushalte zu versorgen.

Full-Stack-Konzept für Batteriegroßspeicher-Projekte

Die Technologie von Terra One, das von dem Serien-Unternehmer Tony Schumacher und vom Unicorn-CFO Thomas Antonioli (Grover) gegründet wurde, folgt einem neuen Ansatz: Mit seinem Full-Stack-Konzept entwickelt und betreibt Terra One Batteriegroßspeicher-Projekte, welche mittels einer eigenen AI-basierten Optimierungssoftware automatisiert geladen und entladen werden. Vereinfacht: Die Batterien laden sich auf, wenn der Anteil erneuerbarer Energien im Netz typischerweise am höchsten ist - und damit die Preise für Strom am niedrigsten - und entladen sich, wenn das Netz andernfalls auf konventionelle Stromerzeugung zurückgreifen müsste und die Preise somit deutlich höher sind. Diese Volatilitäten steigen mittelfristig durch den weiteren Zubau an Erneuerbaren erheblich an. Die Vermarktung der Speicher erfolgt über die europäische Strombörse EPEX, für die Terra One bereits die benötigten Lizenzen erworben hat.

Terra One erfüllt damit zwei Funktionen: Durch die intelligente Vermarktung an den Strombörsen werden bereits heute - unabhängig von Subventionen - attraktive wirtschaftliche Renditen erzielt. Zugleich trägt die ausgleichende Funktion entscheidend zur Netzstabilität bei und ermöglicht damit erst die Fortführung der Transformation zu 100% grüner Energie.

Das Unternehmen hat sich bis dato knapp 300 Projektflächen gesichert, auf denen es Speicher mit einer Gesamtkapazität von über 20 GWh zu errichten plant und damit einer der größten Speicherbetreiber Europas wäre. Das Unternehmen finanziert diese Speicher über Infrastruktur- und andere institutionelle Investoren, welche von den attraktiven Renditemöglichkeiten und den ESG-Credentials dieser Anlageklasse angezogen werden. Bereits heute verfügt Terra One über Interessenbekundungen solcher Investoren in 9-stelliger Höhe.

Terra One-Mitgründer Thomas Antonioli kommentiert: “Wir freuen uns sehr über diese Finanzierungsrunde, welche uns erlaubt unsere Vision voranzutreiben, den führenden Batterieoptimierer Europas aufzubauen und damit einen essentiellen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten. Konkret werden wir mit der Finanzierung unser Team weiter aufbauen und unsere revolutionäre Batterie-Optimierungssoftware sowie unsere Projektpipeline weiterentwickeln.“

Nikolas Samios, Managing Partner von PT1, erklärt die Investmententscheidung: “Wir beschäftigen uns seit geraumer Zeit mit Energiespeichertechnologien, denn wir wissen aus erster Hand, dass Infrastrukturfonds nur darauf warten, signifikante Summen in dieses Thema zu investieren. Nach ausgiebigem Screening des europäischen Marktes hat sich für uns Terra One klar als das beste Team und die beste Technologie erwiesen. Was mit Enpal und 1Komma5° bei der Skalierung der Installation von Solaranlagen gelungen ist, wird aus unserer Sicht mit Terra One nun auch für die Entwicklung und den Betrieb großer Batteriespeicher im Netz erreicht.”

Karim Menn, Senior Investment Manager von neosfer kommentiert das Investment: “Das Team von Terra One ist mit den richtigen Kompetenzen ausgestattet, um auf dem Energiespeichermarkt erfolgreich zu sein: eine hohe Geschwindigkeit, ein tiefes Verständnis für die Technologie sowie ihr Ansatz der vertikalen Integration in Kombination mit operativer Exzellenz. Darüber hinaus können Synergien zwischen Terra One und dem Asset Management der Commerzbank Gruppe entstehen, das zunehmend auf erneuerbare Energien und damit verbundene Infrastrukturprojekte setzt.“

Terra One-Mitgründer Tony Schumacher kommentiert: “Menschen außerhalb der Energiebranche haben häufig ein geringes Vorstellungsvermögen, wie viel Energie unsere Projekte speichern können. Unsere aktuell größtes genehmigtes Batterieprojekt kann eine Stadt mit 100.000 Einwohner bis zu 6 Stunden mit Strom versorgen. Das ist eine gewaltige Leistung, die es ermöglicht, Produktionsschwankungen erneuerbarer Energien auf großer Skalierung auszugleichen. Wir bauen eine wichtige Infrastruktur, um die Energiewende zu ermöglichen.”

Gründer*in der Woche: Tribu Box - Abo out of the Box

Vom Geburtsvorbereitungskurs in die Selbständigkeit: Wie zwei Mütter mit ihren Tribu-Boxen den Spielzeugmarkt erobern.Vom Geburtsvorbereitungskurs in die Selbständigkeit: Wie zwei Mütter mit ihren Tribu-Boxen den Spielzeugmarkt erobern.

Sie werden so schnell groß“ ist einer der häufigsten Sätze, den Eltern hören oder selbst sagen, wenn es um ihre Sprösslinge geht. Und ja, es stimmt: Kinder werden schnell groß. Sie entwickeln sich vor allem in den ersten Monaten und Lebensjahren rasant und haben ständig neue Bedürfnisse. Das zeigt sich auch beim Thema kindgerechtes Spielzeug, das ständig neue Anforderungen erfüllen muss, damit es ideal zur jeweiligen Entwicklungsstufe passt. Doch was passiert mit dem alten Spielzeug? Im besten Fall wird es weitervererbt, verkauft oder verschenkt. Vieles landet jedoch einfach auf dem Müll – ein kurzes und sehr unnachhaltiges Spielzeugleben findet sein abruptes Ende.

Für zwei Gründerinnen aus Berlin, die selbst Mütter sind, war irgendwann klar: So kann das nicht weitergehen. Aus dieser Erkenntnis heraus haben Cilia Laug und Daniela Llanes ihr Start-up Tribu Box GmbH gegründet. Tribu ist ein nachhaltiges Kreislaufabonnement für pädagogische Spielzeugboxen, die von Kind zu Kind weitergegeben werden, anstatt einfach auf der Mülldeponie zu landen.

Südamerikanische Frauenpower in der Berliner Start-up-Szene

Cilia und Daniela stammen beide aus Südamerika. Neben den kulturellen Wurzeln verbindet sie die gemeinsame Erfahrung des Mutterseins in einem fremden Land. Kennengelernt haben sie sich im Geburtsvorbereitungskurs. Kurz nach der Geburt ihrer Töchter war ihnen klar, dass sie dieselben Visionen haben und diese gemeinsam verwirklichen wollen. Beiden Frauen sehen Mutterschaft keineswegs als Pause in ihrem Berufsleben. Vielmehr empfinden sie das Elternsein als eine Bereicherung, weil sie dadurch die Welt noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten können und ein noch klareres Ziel vor Augen haben: den Kindern einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen.

Durch die Geburt ihrer Tochter Mila im Jahr 2019 hat sich der Blick der gebürtige Chilenin Daniela auf ihr berufliches Leben verändert. In den Berliner Vorstandsetagen zu Hause, wuchs die frisch gebackene Mutter in eine neue Rolle, die ihrer beruflichen Reise eine neue, unerwartete Tiefe hinzufügte. „Für mich bedeutete die Gründung eines Unternehmens in einem mir eigentlich fremden Land, neu zu definieren, was es heißt, Mutter und Unternehmerin zu sein, und das mit einem anderen kulturellen Hintergrund“, so Daniela.

Cilias Weg begann in Lima und ist vor allem von Durchhalte­vermögen, Anpassungsfähigkeit und dem unermüdlichen Verfolgen eines Traums gekennzeichnet. Schon mit 18 Jahren hat sie sich aus ihrer Heimat Peru verabschiedet und in den Niederlanden jene Bildung gesucht, die sie in ihrer Heimat vermisste. Ihren Masterabschluss hat sie an der Universität Amsterdam gemacht, 2018 führte sie ihr Weg nach Berlin, wo sie auf Daniela traf.

Eigene Probleme mit dem eigenen Unternehmen lösen

Aus dem Kennenlernen beim Geburtsvorbereitungskurs erwuchs Ende 2020 der Entschluss, gemeinsam zu gründen. Anfang 2021 brachten sie ihr erstes MVP auf den Markt, seit September 2022 bereichert und unterstützt Tribu tausende Familien in der DACH-Region. „Tribu ist alles, was wir als frisch

gebackene Eltern wollten, aber nie finden konnten“, sagt Cilia. Denn als sie und ihre Mitgründerin selbst Kinder bekamen, standen sie nicht nur vor der Herausforderung, einen kleinen Menschen groß zu ziehen, sondern sahen sich auch mit tausenden Fragen konfrontiert: Wie erziehe ich ein Kind richtig? Welchen Kinderwagen brauche ich? Mit was kann mein Baby spielen, um seine Entwicklung zu fördern?

Und gerade beim Thema Spielsachen kamen viele weitere Fragen dazu: Sind die Spielsachen nachhaltig? Sind die Materialien vielleicht schädlich für mein Kind? Ist das alles sicher? Die beiden Frauen waren überfordert und haben aus dieser Überforderung ihre Konsequenzen gezogen. „Wir haben unsere eigene Hilflosigkeit und unsere eigenen Bedürfnisse genommen und daraus ein Unternehmen gegründet“, bringt es Daniela auf den Punkt.

Hinter Tribu stehen neben den Gründerinnen Expert*innen, die sich bestens im Bereich der kindlichen Entwicklung auskennen. Das Spielzeug wird so zusammengestellt, dass es perfekt für die jeweilige Entwicklungsstufe des Kindes geeignet ist. Dafür sorgen Neurowissenschaftler*innen aus Oxford und Cambridge sowie ein erfahrener Kinderarzt, der die Sicherheit im Blick behält. Hinzu kommen zertifizierte Montessori-Lehrer*innen, eine Hebamme und Pädagog*innen – insgesamt ein starkes Team mit viel Expertise.

Simple Idee mit großem Potenzial

Da Cilia und Daniela nur zu gut wissen, dass man als Eltern nicht viel Zeit hat und an der Flut von Informationen schier verzweifeln kann, war es ihr Anliegen, alles so einfach wie möglich zu gestalten und die Entscheidung, was in die Hände der Kleinsten gelangen soll, jenen zu überlassen, die sich damit auskennen. Und da man als Eltern natürlich auch an die Zukunft der Kinder denkt und an die Welt, in der sie leben werden, haben sich Cilia und Daniela bei der Auswahl der Spielzeuge auf nachhaltige Materialien fokussiert.

Genauso wichtig ist es den Gründerinnen, dass ihr Spielzeug zur Miete angeboten wird. „Wir wollen mit unserem Unternehmen die Entwicklung durchbrechen, dass Spielzeuge kurz genutzt werden und dann im Müll landen“, so Daniela.

Die „harten“ Fakten geben den beiden Unternehmerinnen Recht: Im Vergleich zum Neukauf von Spielsachen verringert Tribu die negativen Umweltauswirkungen um 70 Prozent, und Eltern erhalten Spielsachen im Abo bis zu fünf Mal günstiger, als wenn sie diese einzeln erwerben würden. Eine Win-win-Situation für alle.

Die Idee von Tribu ist letztlich so simpel wie genial: gängige Abo-Modelle einfach auf Spielzeuge mit pädagogischem Mehrwert ummünzen. Die Boxen können monatlich, halbjährlich oder für ein ganzes Jahr abonniert werden. Sobald sich die Bedürfnisse der Kinder ändern, bestellen Eltern einfach eine neue Box, die „alten“ Spielsachen gehen zurück. Dann beginnt der Kreislauf von vorne und das Spielzeug wird der nächsten Familie ausgehändigt.

Die Boxen sind so konzipiert, dass Kinder von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr für jedes Entwicklungsstadium eine passende Box erhalten können, die ihrem Entwicklungsschritt und ihren Bedürfnissen entspricht. Zusätzlich macht die Box auch die Eltern glücklich. Nämlich dadurch, dass kein unnötiger Kram bzw. Plunder in die Wohnungen der Familien kommt. „Jedes Produkt, das in der Tribu-Box enthalten ist, wurde durch unsere Erfahrung als Mutter ausgewählt“, betont Cilia.

Dass sie und Daniela damit einen Nerv getroen haben, zeigen auch die Zahlen: Mehr als 800 Prozent Wachstum in den letzten zwölf Monaten und rund 30.000 weitere prognostizierte Abonnements bis 2025. Und das Konzept kommt auch bei Investor*innen an: Die Serie-A-Finanzierung wurde im August 2023 unter der Leitung des Spielzeug-Giganten Ravensburger abgeschlossen. All diese positiven Entwicklungen und Aussichten legen es nahe, den eingangs erwähnten Ausspruch nicht nur auf die junge Zielgruppe des Start-ups, sondern auch auf die Marke Tribu selbst zu münzen: „Sie werden so schnell groß.“

Berliner FinTech FINLIUM sichert sich über 500.000 Euro Angel-Funding

In seiner zweiten Angel-Runde sichert sich das 2018 von Dr. Florian Mann, Dr. Adrian Fabarius, Carsten Mann und Jan Liero gegründete FINLIUM mehr als 500.000 Euro, u.a. von der „Unternehmerin des Jahres“ Katrin Stark.

In Deutschland investieren nur 17,6 Prozent aller Menschen in die Aktienmärkte. Auch wenn die Quote seit der Finanzkrise 2008 kontinuierlich steigt, hat sie damit doch nur wieder das Niveau von 2001 erreicht. Deutschland tritt also auf der Stelle. Der Grund: Der Aktienmarkt bzw. die vorhandenen Geldanlageprodukte sind zu volatil und damit in der Wahrnehmung der meisten Laien zu riskant. Lieber verzichten die Menschen auf Rendite, statt die wenigen Ersparnisse zu „verzocken“.

Genau diese Menschen zu erreichen ist die Vision von FINLIUM. Mit Geldanlage-Produkten, die so stabil sind, dass ein entspannter Vermögensaufbau möglich wird und die Menschen ihre Angst vor der Börse verlieren. Diese Vision konnte nun bereits zum zweiten Mal namhafte Business-Angel überzeugen, die zusammen mehr als 500.000 Euro investieren. In dieser Runde mit dabei sind:

Katrin Stark, Unternehmerin des Jahres 2023 von Payment & Banking, ex-McKinsey, ex-Commerzbank, ex-Deutsche Bank,

Frank Müller, Mitgründer Annerton, FinTech & Blockchain Lawyer,

Michael Bonacker, langjähriger Bank-Manager u.a. bei Commerzbank und UBS Group, ex-McKinsey, heute Investor,

Geng Jun Wu, Gründer Pateo Investments und finteo, ex-Citibank,

Adrian Hurler, Steubing, ex-Goldman Sachs, ex-Deutsche Bank

sowie der CEO eines Brokers, ein Berliner Unternehmer und ein Family Office.

Stable-Return erstmals für Privatanleger*innen

Nach mehreren Jahren der Entwicklung ist FINLIUM seit November 2022 mit seinem ersten Produkt am Start: Einem “stable return”-Fonds für Privatanleger*innen. Die eigens entwickelte Investment-Technologie steuert den Fonds nahezu autonom. Der Algorithmus schafft mit dem Einsatz von Aktienindexoptionen einen dynamischen Renditekorridor, der mit einem Anleihenportfolio kombiniert wird. Das Ergebnis im ersten Fondsjahr: eine Rendite wie am Aktienmarkt mit ca. 8% p.a. bei deutlich reduziertem Risiko. FINLIUM verdient erfolgsabhängig und wendet sich direkt an die Anleger (D2C), anstatt provisionsbasierte Drittvertriebe zu nutzen. Das FinTech konnte damit nach eigenen Angaben bereits mehr als 2.000 Kund*innen überzeugen und das Fondsvolumen innerhalb von etwas mehr als einem Jahr von 1 Million auf 17 Millionen Euro vervielfachen.

Mit dem neuen Funding wollen die Gründer Dr. Florian Mann, Dr. Adrian Fabarius, Carsten Mann und Jan Liero verschiedene Produktinnovationen an den Markt bringen, ihr Content-Marketing weiterentwickeln und eine institutionelle B2B-Tranche des Fonds auflegen. Zudem wird das Team weiter ausgebaut.

Gründer*in der Woche: Stefan Sucker - er hat KI im Blut

Der Bremer Serial Entrepreneur Stefan Sucker will mit seinem neuesten „Start-up-Baby“ Axontic unseren digitalen Arbeitsalltag auf eine neue, das heißt kreativere und produktivere Stufe stellen.

Stefan Sucker ist kein Start-up-Neuling. Bereits vor 24 Jahren hob er gemeinsam mit seinem Freund und Geschäftspartner Vicente Diaz Fernandez die We4IT GmbH aus der Taufe und verwirklichte damit seinen Wunsch nach der Freiheit, eigenständig innovative Ideen verwirklichen zu können. „Wir waren getrieben von der Überzeugung, dass wir mit unserer Kreativität und unserem Engagement einen bedeutenden Beitrag im Bereich der Informationstechnologie leisten können“, erinnert sich Sucker.

Schnelles Handeln statt Warten auf Perfektion

Den Beginn jeder Neugründung markiert eine Idee, eine Vision. Dass diese in der Regel nicht völlig ausgereift oder gar bereit für den Markt ist, stellt für den erfahrenen Gründer und Unternehmer weniger ein Hindernis dar als vielmehr einen Normalzustand, der sogar Vorteile birgt: „Mit einer noch nicht perfekten Idee zu starten, ist nicht nur machbar, es ist eigentlich der Weg, wie die Dinge in der Start-up-Welt laufen“, so Sucker, und er ergänzt: „Es geht darum, ins Handeln zu kommen, nicht um Perfektionismus. Im Herzen jedes Unternehmertums steht das Lean-Startup-Prinzip, bei dem du mit einer Basisversion deines Produkts, deinem Minimum Viable Product (MVP) beginnst. Warum? Weil echtes Feedback von echten Nutzern unbezahlbar ist und es dir ermöglicht, deine Idee schnell auf die konkreten Kundenanforderungen hin zu verfeinern.“

Das Warten auf Perfektion kann Sucker zufolge sogar eine Falle sein: „In unserer schnelllebigen Technologiewelt ändern sich Dinge blitzschnell, und eine zu starke Fixierung auf Perfektion kann dich ins Hintertreffen bringen. Die Herausforderung liegt darin, schnell zu sein und gleichzeitig die Qualität nicht aus den Augen zu verlieren. Es ist die klassische Gratwanderung zwischen Geschwindigkeit und Sorgfalt.“

Lern- und Anpassungsfähigkeit betrachtet der erfahrene Gründer in diesem Zusammenhang als den wahren Geist des Unternehmertums. Ein Produkt muss zunächst einmal gut genug für den Start sein und dann, basierend auf User*innen-Feedback, kontinuierlich wachsen.

Zukunftsweisender Entschluss: auf KI setzen

Wie das Ergebnis kontinuierlichen Wachstums liest sich auch die Story on Axontic: Bereits 2001, kurz nach dem Zusammenbruch der New Economy hebt Sucker mit seinem Partner Vicente Diaz Fernandez We4IT aus der Taufe. Das fortschrittliche Unternehmen soll sich im Großraum Bremen schnell zu einer wahren Start-up-Schmiede entwickeln und bereits 2012 mit der Bankensoftware Financial Solutions die erste Ausgründung nach sich ziehen.

Fünf Jahre später folgt JUST ADD AI mit dem zukunftsweisenden Entschluss, künstliche Intelligenz (KI) zu einem Fokusthema zu erklären. Innovative und praxisnahe Ideen stehen dabei im Vordergrund, so wird zum Beispiel im Schulterschluss mit dem Fußballverein Werder Bremen eine Scouting-Plattform entwickelt. Dieses Tool entschlüsselt mithilfe einer KI die bisweilen doch sehr unterschiedlichen Berichte von Talent-Scouts im Fußball und kombiniert sie nach umfassender Analyse exklusiv mit Spielerdaten von transfermarkt.de.

KI-basierte Kamerasysteme zur zielsicheren Steuerung von Industrierobotern, die Entwicklung des Prototyps einer selbstfahrenden Straßenbahn, flexible Lösungen zur Datenverarbeitung auf der Internationalen Raumstation ISS, personalisierte Chatbots für Unternehmen, industrielle Qualitätsprüfung per Deep Learning – JUST ADD AI operiert schnell, innovativ und breit aufgestellt.

E-Mail-Management-Lösung Mailissa

Vor allen Dingen leitet diese Unternehmensentwicklung eine neue Richtung für Sucker ein. Die Weichen für die Ausgründung von Axontic sind gestellt: Die Idee nimmt Form an, als das Team das enorme Potenzial der Software Mailissa erkennt. Das neue Programm ist eine E-Mail-Management-Lösung für die Microsoft-365-Landschaft und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie den Umgang mit Microsoft Office auf mehreren Ebenen erleichtert.

„Intern standen wir vor der komplexen Aufgabe, ein Produkt zu entwickeln, das sowohl als Software-as-a-Service als auch als Enterprise-Installation funktioniert, wobei es in beiden Fällen die gleichen Funktionalitäten bereitstellen muss. Das war angesichts der großen Unterschiede in den verfügbaren APIs für die verschiedenen Plattformen besonders herausfordernd. Wir mussten eine flexible und robuste Lösung entwickeln, die in unterschiedlichen Umgebungen gleich effizient arbeitet“, erinnert sich Sucker an die Startphase.

Kurz erklärt: Mailissa ist ein Microsoft Outlook Add-in, kann also ganz einfach aus dem Microsoft Store geladen werden, verbindet sich mit Outlook und wir dort zu einer hilfreichen „Mitarbeiterin“. Viele Unternehmen arbeiten mit Gruppen-Postfächern, in denen sich bisweilen auch mehrere Mitarbeitende tummeln. Welche E-Mail wurde bereits beantwortet, an welchem Kontakt hängen noch unbearbeitete To-do’s, wo gilt es, über mehrere Abteilungen Inhalte oder Ideen auszutauschen, ohne jede Nachricht x-fach weiterzuleiten? Eine Zuweisung von Aufgaben und Zuständigkeiten erfolgt vielerorts über weitere Business-Tools wie Asana oder Slack.

Mailissa bündelt all diese Kommunikationsmethoden und verschlankt so Arbeitsprozesse, denn das Programm kann an jede beliebige Drittanwendung angedockt werden. Das wichtigste Feature ist aber das automatisierte Dokumenten­management: „Eine weitere Herausforderung war die Integration der KI in unser Produkt. Wir wollten sicherstellen, dass unsere KI auch offline, also ohne Cloud-Service, nutzbar ist, um maximale Flexibilität und Datensicherheit zu bieten.“

KI erobert mit großen Schritten den Arbeitsalltag, die neue Technologie birgt unzählige Möglichkeiten, schürt aber auch Unsicherheiten. Stefan Sucker verfolgt diesbezüglich einen niedrigschwelligen Ansatz: „Unser Ziel ist es, durch den Einsatz von KI den Menschen von seinen Routinearbeiten zu entlasten, sodass er sich auf die kreativen und strategischen Aspekte seiner Arbeit konzentrieren kann. Wir glauben fest daran, dass Technologie dazu dienen sollte, die menschliche Produktivität und Kreativität zu steigern, und nicht nur eine reine Arbeitslast zu sein.“

Für Veränderung offen bleiben und Strategien anpassen

Aufbauen konnte Sucker bei der Axontic-Gründung auf seinen Learnings aus 24 Jahren als Serial Entrepreneur: „Der Schlüssel liegt im grundlegenden Verständnis der Kundenbedürfnisse. Starte mit einem klar definierten Problem, das du lösen möchtest, und baue dein Produkt oder deine Dienstleistung um dieses Problem herum auf. Bleib dabei immer offen für Rückmeldungen deiner Kunden, denn dieses Feedback ist Gold wert.“ Die Tatsache, dass jede Neugründung mal einen steinigen und kurvenreichen Weg einschlagen kann, betrachtet Sucker mit hanseatischer Gelassenheit: „Man muss offen für Veränderung bleiben und auch mal Strategien anpassen, wenn sich neue Informationen oder Gelegenheiten ergeben. Ich glaube, Anpassungsfähigkeit und Unabhängigkeit sind entscheidende Faktoren, wenn man am Markt bestehen will – zum Beispiel würde ich auch nie zu starke Abhängigkeiten zu Kunden, Banken oder Lieferanten entstehen lassen.“

Vor allem aber umgibt Sucker sich stets mit einem starken Team, das seine Vision teilt: „Mir ist wichtig, dass sich die Menschen bei Axontic in ihren Fähigkeiten ergänzen, und dass unser Netzwerk nicht nur Unterstützung und Ratschläge bietet, sondern auch Türen zu neuen Geschäftsmöglichkeiten und Wachstum öffnet.“

Neben dem erklärten Ziel, die Arbeitsroutinen in Unternehmen zu vereinfachen, sieht Sucker Axontic als zukünftigen Marktführer im Bereich des E-Mail-Managements. Dazu möchte er die IT-Lösungen über die Grenzen von Microsoft hinaus erweitern und beispielsweise auch in Plattformen wie Google integrieren. Der Weg dorthin: eine enge Zusammenarbeit mit den Kund*innen. „Das ist ein Kernaspekt unserer Geschäftsstrategie. Wir glauben fest daran, dass der Erfolg in der Fähigkeit liegt, sich dynamisch an die sich ständig ändernden Anforderungen der Geschäftswelt anzupassen. Durch den kontinuierlichen Dialog und das Feedback unserer Kunden können wir uns stetig weiterentwickeln und verbessern“, so Stefan Sucker abschließend.

BLUU Seafood startet erste Pilotanlage für kultivierten Fisch in der EU

Das 2020 in Lübeck von Dr. Sebastian Rakers und Simon Fabich gegründete Food-BioTech-Start-up BLUU Seafood eröffnet in Hamburg seinen neuen Hauptsitz mit der ersten Pilotanlage für kultivierten Fisch in Europa und bereitet sich auf den Markteintritt vor.

Das Food-BioTech BLUU Seafood, das erste Unternehmen Europas, das sich auf die kommerzielle Herstellung von kultiviertem Fisch spezialisiert hat, hat heute offiziell die erste Pilotanlage in Europa in Betrieb genommen. Mit dem Umzug von Lübeck an den neuen Standort in der Marzipanfabrik in Hamburg-Altona verlässt das Start-up den Labormaßstab.

Fischprodukte – ganz ohne Tierleid

Das Unternehmen entwickelt und produziert auf rund 2.000 Quadratmetern echte, schmackhafte Fischprodukte – ganz ohne Tierleid und Umweltzerstörung. In den neuen Fermentern mit einer derzeitigen Gesamtkapazität von 65 Litern und einem Ausbaupotenzial auf bis zu 2.000 Liter ist BLUU Seafood in der Lage, Muskel-, Fett- und Bindegewebszellen von Atlantischem Lachs und Regenbogenforelle in deutlich größeren Mengen als bisher zu züchten. Bei optimaler Temperatur sowie der entsprechenden Sauerstoff- und Nährstoffversorgung wachsen und teilen sich die tierischen Zellen genauso, wie sie es im lebenden Fisch auch tun. Die aus der Zellmasse entstehenden Fischprodukte wie beispielsweise Fischstäbchen oder Fischbällchen sind gentechnikfrei und im Gegensatz zu vielen wild gefangenen Fischen frei von Schwermetallen und Mikroplastik. Sie gleichen konventionellen Produkten sowohl in Geschmack und Nährstoffgehalt als auch im Kochverhalten.

Next Step in Richtung industrielle Produktion

Mit der neuen Anlage und der damit einhergehenden Skalierung geht BLUU Seafood den nächsten Schritt in Richtung industrielle Produktion. Dr. Sebastian Rakers, Gründer und Geschäftsführer, erklärt: „Mit den Möglichkeiten an unserem neuen Standort können wir die Entwicklung unserer Produkte weiter vorantreiben und den künftigen Markteintritt mit kultiviertem Fisch intensiv vorbereiten. Damit legen wir den Grundstein für die Belieferung erster Märkte. In Hamburg haben wir ideale Bedingungen, weiter zu wachsen und die Herstellungskosten kontinuierlich zu senken.“ Momentan liegen die Kosten für die Produktion von kultiviertem Fisch zwar noch über dem Durchschnittspreis von Wild- und Zuchtfisch, doch mit wachsenden Kapazitäten wird sich das nach und nach ändern. „Wir werden nur dann einen echten Wandel zu mehr Nachhaltigkeit in unserer Ernährung erreichen, wenn Produkte auf Basis alternativer Proteine in größerer Stückzahl verfügbar und zugleich auch bezahlbar sind. Daran arbeiten wir bei BLUU“, betont Rakers. „Wenn die Skalierungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen stimmen, werden wir schon in drei Jahren in der Lage sein, kultivierten Fisch zu Preisen des Fischgroßhandels anzubieten. In dieser Entwicklung ist der neue Standort ein wichtiger Baustein.“

Erste BLUU Seafood-Zulassung Anfang 2025 im Visier

Obwohl sich kultivierter Fisch auf der Zellebene nicht von Wildfang oder Zuchtfisch unterscheidet, gilt er als neues Lebensmittel und wird in allen Märkten vor der Zulassung gründlich geprüft. So wird die Nahrungsmittelsicherheit gewährleistet. In Singapur, in den USA und in Israel gibt es bereits erste Zulassungen für kultiviertes Hühnchen, Wachtelfleisch und Rindfleisch. Auch die Zulassungsbedingungen für kultivierten Fisch sind durch die zuständigen Behörden bereits definiert. Aus diesem Grund rechnet BLUU Seafood Anfang 2025 mit einer ersten Zulassung in Singapur. Die USA sowie die Europäische Union sollen folgen.

Proxima Fusion: Münchner Start-up erhält Seed-Finanzierung über 20 Mio. Euro

Proxima Fusion, das erste Spin-out des Max-Planck-Instituts für Plasma Physik, hat eine Seed-Finanzierung über 20 Mio. Euro erhalten, um den Bau der ersten Generation an Fusionskraftwerken zu beschleunigen.

QI-Stellaratoren stellen eine der vielversprechendsten Technologien dar, wenn es um die Erschließung CO2-freier, sicherer und beinahe unbegrenzt verfügbarer Energie geht. Die grundlegenden wissenschaftlichen Fragen in der Magnetfusion wurden in mehr als sechs Jahrzehnten intensiv erforscht. Die Erzeugung anhaltender und wirtschaftlich tragfähiger Fusionsenergie blieb aber eine Herausforderung.

Das 2023 von Ingenieuren und Wissenschaftler aus Organisationen wie der Max-Planck-Gesellschaft, des MIT und Google gegründete Start-up Proxima Fusion hat sich zum Ziel gesetzt, eine neue Ära skalierbarer emissionsfreier Energie zu ermöglichen und baut dabei auf den Ergebnissen des Experiments Wendelstein 7-X (W7-X) auf, dem weltweit größten Stellarator am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik.

Dr. Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von Proxima Fusion: „Im April 2023 starteten wir mit der technischen Optimierung und der Entwicklung von Magneten aus Hochtemperatur-Supraleitern. Wir machen inzwischen gewaltige Fortschritte beim integrierten Design mit unserem Automatisierungssystem StarFinder. Die Unterstützung durch hochkarätige Investoren bestätigt die hohe Qualität des Teams und dessen wegweisende Wirkung.”

Redalpine führt die Seed-Finanzierungsrunde an – mit Beteiligungen von Bayern Kapital,dem DeepTech & Climate Fonds und der Max-Planck-Förderstiftung. Als bestehender Investor, verdoppelt UVC Partners das Pre-Seed-Investment neben Plural, High-Tech Gründerfonds, Wilbe und Visionaries Club.

Benjamin Erhart, General Partner bei UVC Partners: „Die Stärken von Proxima Fusion in den Bereichen automatisiertes Design, KI-gestütztes Engineering, Hochtemperatur-Supraleiter-Magnettechnologie sowie das rasante Wachstum und die Fähigkeiten des Teams stimmen uns zuversichtlich, Fusionsenergie im Kraftwerksbetrieb Wirklichkeit werden zu lassen."

Neben der beschleunigten Entwicklung in den Bereichen Hardware und Software wird Proxima Fusion die Seed-Finanzierung insbesondere dafür nutzen, um das Team zu vergrößern.

Olivaw: Münchner Robotics-Start-up erhält 1,2 Mio. Pre-Seed Finanzierung

Roboter verschiedener Hersteller*innen können über die Olivaw-Plattform gesteuert, überwacht und mit 'Skills' ausgestattet werden. An der Finanzierungsrunde beteiligen sich Business Angels und Unternehmen, u.a. aus dem BayStartUP Investorennetzwerk, sowie der Frühphasen-Venture-Capital-Fonds Plug & Play.

Die Automatisierung schreitet voran, angetrieben durch die alternde Gesellschaft und den zunehmenden Fachkräftemangel. Die steigende Verbreitung professioneller Service-Roboter, die Aufgaben in Hotels, Restaurants, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Büros und Flughäfen übernehmen, ist ein klares Zeichen dafür. Trotz des rasanten Wachstums in diesem Bereich gibt es bisher keine standardisierten Schnittstellen und Richtlinien für Service-Roboter. Im Gegenteil: Einzellösungen von Roboter-Hersteller*innen erschweren die Zusammenarbeit mit Systemen wie Türen, Aufzügen, Gebäudemanagement und Zahlungsdienstleister*innen und bremsen die Einführung von Roboter-Technologien.

Die von Oliver Stahl und Thomas Donle gegründete Olivaw-Cloud-Plattform vereinfacht das Management verschiedener Roboterflotten unterschiedlicher Hersteller*innen auf einer Plattform und reduziert dadurch Komplexität und Kosten. Flottenmanager können durch die Verwendung der Plattform effizienter größere Flotten steuern. Die Plattform ermöglicht eine nahtlose Verbindung von Service-Robotern mit verschiedenen Systemen und bietet dadurch Skalierungsvorteile. Der Anschluss der Olivaw-Plattform an z.B. Property-Management-Systeme, Zahlungsdienstleister*innen oder Logistikmanagementsysteme muss nur einmal durchgeführt werden. Anschließend steht er allen Robotern, die über die Plattform angeschlossen sind, zur Verfügung.

Skill-Store für Roboter

Die Plattform bietet Hersteller*innen und Entwickler*innen darüber hinaus die Möglichkeit, Skills für verschiedene Roboter-Anwendungen zu entwickeln und über einen sogenannten Skill-Store zu vertreiben, ähnlich einem App-Store für Mobiltelefone. Die Roboter können durch das Hinzubuchen von verschiedenen Plattform-Services und Skills optimal für den jeweiligen Einsatzfall konfiguriert werden – ein Prozess, den Olivaw als „upskillen“ bezeichnet. Ein praktisches Beispiel ist das automatische Füllstands-Reporting, das bereits erfolgreich am Münchner Flughafen eingesetzt wird, oder ein Wetter Skill, der Reinigungsroboter häufiger reinigen lässt.

Das Start-up hat für dieses Konzept in einer Pre-Seed-Finanzierung, die auch von dem renommierten Investor*innennetzwerk BayStartUP vermittelt wurde, einen siebenstelligen Betrag erhalten. Die Investoren sind erfahrene Business Angels und erfolgreiche Unternehmer*innen mit unterschiedlichem Hintergrund, darunter Sebastian Winkler von Mohrenfels. Zudem beteiligte sich ein namhafter Frühphasen-Venture-Capital-Fonds von Plug and Play (P&P) an der Runde.

Erfahrenes Gründungsteam mit Leidenschaft für Roboter

Das Team um die beiden Gründer Oliver Stahl und Thomas Donle vereint langjährige Erfahrung und unterschiedlichste Expertise. Sie arbeiten bereits seit mehreren Jahren im dynamischen Feld der professionellen Servicerobotik zusammen.

Oliver Stahl ist ein erfahrener Serial Entrepreneur und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Robotik. Seine Passion für die Programmierung von Robotern begann bereits im Alter von 15 Jahren und die Robotik hat ihn seitdem nicht mehr losgelassen. Thomas Donle verfügt über 25 Jahre Erfahrung in verschiedenen Vertriebsfunktionen im Technologiesektor und hat umfangreiche Erfahrungen im Aufbau von Vertrieb und Partnerschaften. Zuletzt leitete er in Singapur erfolgreich die Vertriebsorganisation eines deutschen Anbieters von IoT- und Plattformlösungen.

Oliver Stahl, CEO von Olivaw, sagt: „In diesem Jahr planen wir, zusätzliche Roboterhersteller zu gewinnen und die Plattform mit weiteren Services und Skills auszustatten. Darüber hinaus wollen wir große Flottenmanager, etwa Unternehmen im Bereich Facility Management, als Kunden gewinnen. Zudem wird es auch noch eine weitere Seed Finanzierungsrunde geben, um unser rasantes Wachstum voranzutreiben. Nicht zuletzt suchen wir einen Rockstar als Produktmanager, der detailorientiert und zugleich stark in der menschlichen (Kunden-)Interaktion ist.“

Das Olivaw-Team wird durch weitere Schlüsselpersonen ergänzt, darunter Igor Likhomanov, Technischer Leiter für die Cloud-Entwicklung und die AI-Suite; Deni Begaj, Full-Stack Software Entwickler; Dr. Albert Diosi, Experte für Mobile Autonomy und Skill Development; und Sigune Choe, verantwortlich für Fundraising und Wachstumsstrategie.

Körber Start-Hub: Gemeinsam Gutes gründen

500m² Platz für junge Gründer*innen und die, die es werden wollen: Das und vieles mehr bietet der Ende 2023 in Hamburg an den Start gegangene Körber Start-Hub. Wir stellen den Hub vor und präsentieren Start-ups, die im Next.Generation Inkubator an ihren sozialen Geschäftsideen feilen.

Die Gesellschaft besser machen – so lautet die Vision der Hamburger Körber-Stiftung. Diesem ambitionierten Ziel möchte die Stiftung vor allem mit ihren über 40 Programmen und Projekten näherkommen, in denen sie den Dialog fördert, Debatten anregt und Menschen motiviert, sich aktiv in unsere Gesellschaft einzubringen und mitzumachen. Mitmachen ist hier das Stichwort, denn der Stifter Kurt Körber war ein Macher. Im Jahr 1909 geboren war Körber ein erfolgreicher Industrieller und übertrug seinen unternehmerischen Gestaltungswillen auf die Gesellschaft. Als Anstifter wurde er zum Vorbild für gelebte gesellschaftliche Verantwortung. Bereits im Alter von 15 Jahren machte Körber seine erste Erfindung: eine automatisch gesteuerte Sender-Ableseskala, die er zum Patent anmeldete. Und genau diesen Erfindergeist und unternehmerischen Gestaltungswillen möchte die Körber-Stiftung mit einem neuen Programm seit Dezember 2023 auf andere junge Menschen übertragen.

Treffpunkt für junge Gründer*innen

Mit Workshops, Programmen und Veranstaltungen möchte der Körber Start-Hub insbesondere junge Menschen – Schüler*innen, Studierende, Auszubildende und Berufseinsteiger*innen – ermutigen, eigene unternehmerische Lösungen für die komplexen Probleme zu erarbeiten, die ihre Zukunft bestimmen. „Der Hub versteht sich dabei als Treffpunkt und Anlaufstelle für junge Macher*innen. Für Interessierte, die sich im unternehmerischen Denken und Handeln ausprobieren möchten, erste Berührungspunkte mit dem Thema Gründen sammeln und von anderen Gründungserfahrungen lernen möchten. Es geht darum, junge Menschen zu empowern, ihre Ideen in der Praxis zu erproben und an den eigenen Gestaltungswillen zu glauben“, erklärt Carmen Ludwig, Leiterin des Körber Start-Hubs.

Dabei orientieren sich die Angebote an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen 2015 als globalen Plan zur Förderung von nachhaltigem Frieden und Wohlstand sowie zum Schutz unseres Planeten verabschiedet haben. Die gemeinsame Vision zur Bekämpfung der Armut und Reduzierung von Ungleichheiten soll seither in nationalen Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Liste gesellschaftlicher Herausforderungen ist lang. Angehörige der sogenannten Generation Z (GenZ) sind in einer Zeit aufgewachsen, die von ebenso großen Chancen wie Krisen geprägt ist: Entwicklungen wie Digitalisierung, New Work, kollabierende ökologische Systeme und die Auswirkungen der Corona-Pandemie prägen ihre Sicht auf die Welt. Mit Kooperationen und eigenen Programmen setzt der Start-Hub genau hier an: Teilnehmende entscheiden selbst, in welchem Bereich sie sich einbringen möchten, entwickeln Lösungsansätze aus einer intrinsischen Motivation heraus, vielleicht auch aus einer eigenen Betroffenheit – in jedem Fall sehr nah an ihrer persönlichen Lebensrealität. Dabei stellt sich auch immer die Frage, welche positive Wirkung sie mit der Idee erreichen möchten. Im Körber Start-Hub geht es nicht um das Gründen des Gründens wegen, sondern vielmehr um die Mitgestaltung der Gesellschaft.

Mit mindestens einem der 17 Nachhaltigkeitsziele beschäftigen sich daher auch die Teilnehmenden des ersten Programms des Start-Hubs, dem Next.Generation Inkubator. Zehn Start-up-Teams werden seit Herbst 2023 von Coaches von der Idee bis zur Marktreife begleitet. Ganz nach dem Motto „Die Idee in die Umsetzung bringen“, lernen die 25 Teilnehmenden zwischen 20 bis 27 Jahren alles, was sie für eine eigene Gründung wissen müssen.

Im Folgenden stellen wir sechs Start-up-Teams aus dem Next.Generation Inkubator samt ihren Ideen vor.

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Nachhaltigkeitsziel 3: Gesundheit & Wohlergehen

„Wir wollen eine Welt mitgestalten, in der sich Menschen mit Empathie und Verständnis begegnen. Dafür schaffen wir langfristig sichere Räume für Kinder und Jugendliche, in denen sie sich selbst und anderen begegnen können und lernen, zu ihrem eigenen ,Safe Space‘ zu werden“, so das Ziel der beiden Gründerinnen Sanna Meyer-Nixdorf und Hannah Freyer. Mit ihrer Gründungsidee tiefpunkt. möchten sie eine Welt mitgestalten, in der sich Menschen weniger einsam fühlen und einander mit mehr Empathie und Verständnis begegnen. Über Schul-AGs soll eine Anlaufstelle für Schüler*innen geschaffen werden, in der sie sich zu Themen wie mentale Gesundheit, Stress und Einsamkeit austauschen können sowie Beratung erhalten.