Lade-Pionier ChargeX schließt Serie-A-Finanzierungsrunde über 4,5 Mio. Euro ab


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Das 2018 gegründete Start-up ChargeX bietet Ladeinfrastruktur made in Germany und hat nun erfolgreich seine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 4,5 Mio. Euro abgeschlossen.

ChargeX produziert eine intelligente Mehrfachsteckdose für Elektroautos, die das Laden vieler Autos an einem Ort einfach und effizient ermöglicht. Seit der Gründung im Jahr 2018 konnte ChargeX bereits über 1.500 Ladepunkte bei Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz installieren. Durch das innovative Montagekonzept gelingt die Installation der ChargeX Mehrfachsteckdose für Elektroautos in kurzer Zeit und spart Installationsaufwand sowie -kosten. Mit nur einem Stromanschluss werden bis zu 10 Ladepunkte aufgebaut. Zudem ermöglicht eine intelligente Phasenverteilung ein optimiertes Laden von Elektroautos und Plug-in-Hybriden an einem Ladesystem.

Die neu gewonnenen Investoren sind der Münchner High-Impact Investor BonVenture, der Hamburger Investor Hevella Capital und der Smart-Energy-Innovationsfonds des Schweizer Energieversorgers Energie 360°. Mit dem eingesammelten Kapital will ChargeX in 2022 die Installation seiner Ladeinfrastruktur-Lösung weiter Vereinfachen, ins europäische Ausland expandieren sowie seine digitalen Services ausbauen. ChargeX setzt so die eigene Mission “Jeder Stellplatz wird zum Ladeplatz” in die Tat um.

Um eine vollumfängliche Lösung für das Laden von Elektroautos bieten zu können, plant ChargeX den Ausbau der digitalen Services rund um das Thema Lademanagement. Im Fokus steht dabei die Drop App, mit der die Stromverfügbarkeit des Stromnetzes mit der Flexibilität des E-Auto-Fahrers in Einklang gebracht wird. “Der Engpass der Ladeinfrastruktur liegt nicht in der Nachfrage, sondern im Fachkräftemangel bei Elektrikern und den Kapazitäten unseres Stromnetzes. Beide Bereiche denken wir bei ChargeX komplett neu, und wir werden die Probleme mit den neuen Investoren an unserer Seite lösen”, so Tobias Wagner, CEO & Co-Founder.

Zudem plant ChargeX mit der Mehrfachsteckdose für Elektroautos den Markteintritt in weitere europäische Länder. Dabei stehen solche Märkte im Fokus, die eine hohe Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen vorweisen können. Jochen Herdrich, Partner bei BonVenture: “Die Mobilitätswende ist im Hinblick auf den Klimawandel eine der drängendsten Herausforderungen in Deutschland. Gerade Unternehmen haben hier mit ihren Fuhrparks einen großen Hebel, und ChargeX macht ihnen den Umstieg leicht. Die beiden Gründer Tobias Wagner und Michael Masnitza sind Überzeugungstäter und bringen gleichzeitig alles mit für eine erfolgreiche Umsetzung – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.”

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Gründer*in der Woche: GreenFor - für die Welt von morgen und die Kids von heute

Das Ziel des Thüringer Start-ups GreenFor ist es, Kitas, Schulen, Bildungseinrichtungen etc. durch fair gehandelte und abbaubare Verbrauchsprodukte auf Nachhaltigkeit umzustellen. Wie die Gründerinnen Franziska Seebauer und Manuela Büttner das schaffen wollen, erzählen sie uns im Interview.

Wann und wie seid ihr beiden auf die Idee zu GreenFor gekommen?

Franziska: Alles fing bei unserer Arbeit in der Kita an. Am Mittag beim Zähneputzen fragte mich ein Kind, warum ich mir denn mit einer „Holzzahnbürste“ die Zähne putze. Es war eine Bambuszahnbürste und die hat uns im Frühling 2020 zum Nachdenken angeregt.

Mit unseren Kindern sprachen wir viel über die Themen Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit und sie waren super sensibel dafür. Wenn wir in der Natur waren, nahmen wir immer einen Müllbeutel mit, um den gefunden Müll einzusammeln. Auch Mülltrennung war für unsere Kinder ein Leichtes – warum dann nicht auch nachhaltige Produkte im Kita-Alltag einführen und nutzen?

Was waren dann die wichtigsten Steps von der GreenFor-Gründung bis zum Markteintritt (online und Vor-Ort-Service)?

Manuela: Ja, nach dem wir uns diese Frage gestellt hatten, lies sie uns auch nicht mehr los. Jede freie Minute recherchierten wir nach Produkten, Möglichkeiten und ob es da nicht schon jemanden gab, der sich auf Kitas und Schule spezialisiert hatte. Nachdem uns klar war, dass alle Plattformen und Onlineshops, die wir fanden, entweder super komplex waren, die Auswahl viel zu groß oder die Entscheidung zwischen wirklich nachhaltigen Produkten und Greenwashing nur schwer möglich war, gründeten wir im Oktober 2020, GreenFor.

Ein entscheidender Schritt war, Menschen zu finden, die uns in den Bereichen unterstützen, von denen wir nur wenig Ahnung hatten.

Weitere wichtige Schritte waren die Namensfindung, das Erarbeiten des Logos, die Websiteerstellung, Produktrecherche, Social-Media-Kanäle, Markenauftritt, Businessplan …

Auf den Punkt gebracht: Was ist das Besondere an GreenFor bzw. eurem Konzept und wer sind eure Kund*innen?

Franziska: Unsere Kund*innen sind Kitas, Schulen, SOS-Kinderdörfer, Unternehmen aber auch private Haushalte. Wir bieten alles kompakt auf einer Seite an, d.h. alles, was unsere Kund*innen an nachhaltigen, gut recherchierten Verbrauchsprodukten benötigen. Sie haben eine Zeitersparnis und wir die Möglichkeit, flächendeckend einen Mehrwert zu schaffen.

Das Konzept ist klar, der Nutzen auch. Doch wenn es dann darum geht, dass die Täger*innen einer Einrichtung mehr Geld investieren sollen, wird’s wahrscheinlich oft eng – oder nicht? Wie überzeugt ihr eure Kund*innen?

Manuela: Wir nutzen gern das Wort begeistern, überzeugen möchten wir unsere Kund*innen nicht. Sie wissen um die Problematik, in der unser Planet steckt, und sie wissen auch, dass wir handeln müssen. Ja, und die finanziellen Mittel sind natürlich ein Thema, jedoch darf man dazu sagen, dass einige Kommunen in Deutschland bereits in einer Transformation in Richtung Klimaneutralität stecken und diese bereits schrittweise umsetzen. Das ist natürlich eine gute Grundlage, da ist das Verständnis schon präsent und deren Umsetzung im Alltag leichter anzugehen.

Der Preis, den unsere kommenden Generationen zahlen werden, ist ein ganz anderer, wenn wir uns nicht zeitnah auf den Weg machen! Getreu unserem Motto: „Im Kleinen GROSSES bewirken!“

Wie habt ihr euch und damit die Startphase von GreenFor finanziert?

Franziska: In erster Linie mit Eigenkapital, Privatinvestor*innen aus Familie, Freundeskreis und mithilfe der BAFA-Förderung. Das erste Jahr nach der Gründung haben wir parallel zu GreenFor noch in unserem Job in der Kita gearbeitet, bis zu dem Zeitpunkt, wo beides miteinander zeitlich nicht mehr vereinbar war.

Erst jetzt haben wir einen Bankkredit bekommen, doch der Weg dahin war mehr als steinig und von Vorurteilen und veralteten Strukturen geprägt.

Was sind eure weiteren unternehmerischen To Do's und Ziele?

Manuela: Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 zwischen 25 und 30 Prozent aller Kitas und Schulen in Deutschland auf nachhaltig umgestellt zu haben. Das klingt viel, aber 30 Prozent sind noch nicht 100 Prozent und das sollte und wird das eigentliche Ziel sein.

Aktuell arbeiten wir an unserer Marketingstrategie, um noch mehr Menschen auf uns und die Problematik aufmerksam zu machen. Ich denke, ansonsten haben wir ähnlich Ziele wie viele andere Start-ups: Stabilität zu erreichen, noch weitere Unterstützung zu erhalten, z.B. in Form von Investor*innen mit einem größeren Netzwerk und Know-how, weitere Kooperationen mit nachhaltigen Unternehmen eingehen, die Etablierung auf dem deutschen Markt und darüber hinaus auf dem europäischen Markt sowie eigene Produkte anzubieten.

Und last but not least: Was wollt ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Franziska: „Nach jedem Tief kommt ein Hoch!“ Ganz egal, wie steinig der Weg ist, wie groß die Hürden sind, es lohnt sich, dran zu bleiben. Scheut euch nicht davor, Fehler zu machen. Fehler gehören dazu und lassen euch lernen und wachsen. Netzwerken macht Spaß, es gibt tolle Netzwerke mit Menschen, die euch auf eurem Weg unterstützen. Fragt nach und vernetzt euch. Noch ein letzter Tipp: Manchmal hilft es wie Kinder zu denken, nicht in Problemen, sondern in Lösungen!

Hier geht's zu GreenFor

Das Interview führte Hans Luthardt

GameChanger des Monats: bluu - Zero-Waste-Waschen

Die bluu-AG-Gründer Marko Vidmar und Roman Stämpfli haben einen biologisch-abbaubaren Zero-Waste-Waschstreifen auf den Markt gebracht, der herkömmliche Waschmittel ersetzen kann. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Marko.

Wir haben euch als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr mit eurer Waschmittel-Innovation eindrucksvoll zeigt, wie einfach und effizient wir Verbraucher*innen umweltbewusst agieren können. Wie seid ihr auf die Idee zu bluu gekommen?

Erfunden haben wir die Idee nicht! Roman hat die Waschstreifen im Insta Feed seiner Freundin entdeckt und mir die Idee bei einem Abendessen nach dem Lockdown 2020 vorgestellt. Die Streifen sind hier in Europa noch recht unbekannt. Das wollten wir ändern, da das Produkt so viele praktische und nachhaltige Vorteile mit sich bringt. Wir sahen natürlich auch großes Potenzial. Jeder Haushalt muss waschen, die Waschmittelindustrie hat in den letzten Jahren wenig Innovationen auf den Markt gebracht, und der Absatz erfolgt vor allem über den stationären Handel. Uns war also klar, dass wir eine starke D2C-Marke aufbauen wollen. Also gingen wir nach unserem damaligen Treffen auf Lieferantensuche und machten uns Gedanken zum Branding sowie Vermarktung.

Was treibt euch im Sinne eines Gamechangers an?

Unser Antrieb ist, den Menschen im Alltag das Wäschewaschen zu erleichtern und gleichzeitig einen nachhaltigen Impact auf die Umwelt zu haben. Wir wollen auch dem ganzen Verpackungswahsinn ein Ende bereiten und verzichten auf Plastik.

Was ist das Besondere an eurem Zero-Waste-Waschstreifen? Und inwieweit unterscheidet sich der bluu Waschstreifen von herkömmlichen Waschmitteln, sei es Pulver, Streifen oder Drops?

Unser Produkt verfolgt in allen Hinsichten den "Weniger-ist-mehr"-Gedanken. Im Speziellen hervorzuheben ist das geringe Gewicht und die kompakte Größe. Die nur 200g leichte Box enthält 60 Waschstreifen = 60 Waschgänge und ist etwa 20 Mal leichter als herkömmliche Flüssig- oder Pulverwaschmittel. Dadurch verursachen wir ca. 95 Prozent weniger CO2 Ausstoss beim Transport. Die leere Box kann bequem zu Hause recycelt werden. Zusatz- sowie Konservierungsstoffe sind im Produkt nicht enthalten und deshalb eignen sich die Streifen auch für alle Temperaturen und Textilien. Ein Streifen pro Waschgang genügt in der Regel und somit entfällt das lästige Dosieren.

Customer Centricity: Auf Kundenfeedback muss Action folgen

Eine aktuelle Studie deckt Schwachstellen im Umgang mit Kundenfeedback auf und zeigt Auswege.

95 Prozent der Customer Experience Manager in Unternehmen sind davon überzeugt, dass die Fähigkeit, Kundenfeedback in Aktionen zu übersetzen, für die eigene Wettbewerbsfähigkeit elementar ist. Doch eine Studie von zenloop zeigt: Nur jedes vierte Unternehmen sieht sich dafür gut bis sehr gut aufgestellt.

Viele Unternehmen haben sich das Thema Customer Centricity ganz oben auf ihre strategische Agenda gesetzt. Doch bei genauerem Hinsehen ist „Customer Centricity“ oftmals nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Nur wenige Unternehmen leiten aus Kundenfeedback, das sie einsammeln, konkrete Strategien ab, um die eigenen Produkte oder Serviceangebote zu verbessern. Das bleibt auch den Kunden nicht verborgen. Häufig fühlen die sich wenig motiviert, konstruktive Kritik zu äußern, weil sie nicht erwarten, auf ihre Kritik eine Antwort zu bekommen oder sich Services, Produkte oder Prozesse durch ihre Anregungen sogar verbessern.

Die Macher der Studie wollten wissen, woran es liegt, dass Unternehmen Kundenfeedback nur schwer in Action übersetzen können. Im Rahmen der Studie wurden 350 Teilnehmer*innen befragt, die in Unternehmen aller Größen für Customer Experience Management verantwortlich sind. Mehr als jeder fünfte Umfrageteilnehmer*innen ist im E-Commerce tätig, gefolgt von den Branchen IT & Software, Handel, Finanzen und Versicherungen, Dienstleistungen sowie Gesundheit, Pharma und Medizintechnik. Geografisch kommen drei Viertel der Umfrageteilnehmer‘*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, der Rest aus 23 weiteren Ländern, darunter weitere EU-Länder, aber auch die USA oder der asiatisch-pazifische Raum.

Probleme fangen schon beim Sammeln der Daten an

Die Ergebnisse zeigen: Schon beim Einsammeln von Kundenfeedback gibt es Verbesserungspotenzial: Lediglich 12 Prozent der Teilnehmer*innen würden ihre Strategie hier als „exzellent“ bewerten. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) hingegen hält das Vorgehen des eigenen Unternehmens in diesem Punkt für „zufriedenstellend“ bis „sehr schlecht“. So werden in vielen Unternehmen zu viele Daten eingesammelt, es gibt Probleme, Daten aus verschiedenen Silos an einem zentralen Ort zu bündeln oder die Daten werden zwar gesammelt, doch gibt es keine strukturierten Prozesse, um daraus Aktionspläne abzuleiten.

Auch bei der Visualisierung und Präsentation von Kundenfeedback hapert es. Hier sehen sich rund zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) eher am unteren Ende der Fahnenstange. Entsprechend glaubt auch nur rund ein Drittel (37 Prozent) der Customer-Experience-Manager, aus den gesammelten Daten auch „sehr gut“ oder „gut“ Insights ableiten zu können. Nur bei jedem vierten Unternehmen stoßen diese Insights dann auch tatsächlich Innovationsprojekte an. Und nur ein Drittel hat so genannte Closed-Loop-Prozesse etabliert, um die betroffenen Kund*innen über die angestoßenen neuen Initiativen auch zu informieren.

Kritik von Kund*innen verlangt nach Reaktion, doch oft gibt es keine

Allerdings gehört es schon zur hohen Kunst des Customer Feedback Managements, aus Kritik Innovationsprojekte abzuleiten. Das kleine Einmaleins hingegen ist es, auf Kundenfeedback wenigstens zu reagieren. Hier zeigt die zenloop-Studie ein dreigeteiltes Bild. Rund ein Drittel der befragten Customer-Experience-Manager bewerten das eigene Unternehmen hier mit „sehr gut“ bis „gut“, ein weiteres Drittel mit „zufriedenstellend“ und das restliche Drittel mit „schlecht“ bis „sehr schlecht“. Allerdings reicht eine empathische Reaktion auf Kritik den Studienergebnissen zufolge nicht aus, um eine(n) verärgerte(n) Kund*in wieder gütlich zu stimmen. Jedes zweite Unternehmen gab an, unglückliche Kund*innen „schlecht“ oder „sehr schlecht“ wieder für sich begeistern zu können. Ein weiteres knappes Drittel (30 Prozent) gibt sich hier die Schulnote „befriedigend“. Umgekehrt gelingt es immerhin einem Drittel der Customer-Experience-Manager, aus glücklichen Kund*innen Markenfürsprecher*innen zu machen.

Zu viele Daten verstellen den Blick auf das Wesentliche

Auf die Frage, welche Hürden den Action-Management-Prozess erschweren, gab jeder zweite Customer-Experience-Manager an, dass sich die Informationen und Insights nicht in alle relevanten Abteilungen ihres Unternehmens verbreiten. Fast jedem zweiten (46 Prozent) fehlen Data Analysten, um Daten zu erheben und zu analysieren. Und mehr als vier von 10 Befragten tun sich schwer damit, Schlüsseltreiber und Prioritäten zu identifizieren. Dass Kund*innenfeedback selten in Innovationen oder Verbesserungsinitiativen mündet, führt die Hälfte der Manager auf knappe personelle Ressourcen im eigenen Haus zurück. Darüber hinaus fehlt auch hier der Fokus auf die wichtigsten Maßnahmen sowie eine eigene Abteilung, die für solche Initiativen verantwortlich ist.

Was können Unternehmen tun, um die Lücke im Action Management zu schließen?

Jeder zweite Customer Experience Manager glaubt, externe Unterstützung in Form von Berater*innen zu benötigen, die cross-funktionale Initiativen priorisieren und managen. Fast neun von zehn Befragten (89 Prozent) sind der Meinung, eine spezielle Software könnte dabei helfen, Kund*innen-Insights in aktuelle Projekte zu verwandeln. Dass sich der Aufwand lohnt, steht außer Frage: 95 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen glauben, dass der beste Weg für Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben, die Fähigkeit ist, Kund*innenfeedback in Action zu übersetzen.

E-Carsharing Service ELOOP gibt Vollgas

Ein Jahr nach seiner letzten Finanzierung erweitert der Wiener E-Carsharing-Anbieter ELOOP die Seed-Runde nun um rund eine weitere Million Euro und holt Bitpanda-Gründer als Investor an Bord.

ELOOP ist ein E-Carsharing Service aus Wien. Mit leisen und emissionsfreien Fahrzeugen möchte das Start-up die Lebensqualität in der Stadt verbessern und den positiven Wandel in der urbanen Mobilität vorantreiben. Mit dem hauseigenen ELOOP ONE Token wird der Sharing-Ansatz noch weitergedacht und allen eine Beteiligung an den Fahrtumsätzen ermöglicht.

3 Mio. Umsatz im Jahr 2021 - Expansion nach München

Das 2019 gegründete Start-up hat – nach eigenen Angaben - im Jahr 2021 bereits einen Umsatz von rund drei Millionen Euro erzielt – das entspricht einer Verfünfzehnfachung im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Wachstumskurs soll nun fortgesetzt werden: Mit dem Investment will ELOOP die Expansion nach München vorantreiben und die Flotte in Wien weiter ausbauen. Um das geplante Wachstum umzusetzen, wird auch das Team vergrößert werden, das im vergangenen Jahr bereits um das Dreifache gewachsen ist. Das mittlerweile 30-köpfige Team darf sich künftig über ein neues Beteiligungsprogramm für Mitarbeiter*innen freuen. “Wir sind unglaublich stolz und dankbar, so viele Visionär*innen gefunden zu haben, welche an die Mission von ELOOP glauben und daran arbeiten, Städte lebenswerter zu gestalten”, so Leroy Hofer, CEO von ELOOP. Es soll noch dieses Jahr die Finanzierungsrunde Series A folgen.

Weltweit erstes Blockchain-basiertes Carsharing

Auch der hauseigene Blockchain-basierte Krypto-Token ELOOP ONE soll weiterentwickelt und international ausgerollt werden. ELOOP ONE ist der erste Security Token weltweit, der eine Umsatzbeteiligung an einer rein elektrischen Carsharing-Flotte ermöglicht. Damit denkt ELOOP den eigentlichen Sharing-Ansatz sogar noch weiter. Seit dem ersten Token Sale im August 2020 ist die tokenisierte Flotte mittlerweile von 4 auf 21 E-Fahrzeugen der Klasse Tesla Model 3 erweitert worden. Von den 1.785.000 ELOOP ONE Token sind nur mehr 10 Prozent verfügbar. Neben dem bestehenden Carsharing-Service und dem Token wurde das Angebot zuletzt um das Abo-Modell “ELOOP Flat” erweitert.

„Ich bin selbst begeisterter ELOOP-Nutzer sowie Token-Halter und sehe ein großes Potenzial für Carsharing”, so Christian Trummer, Gründer und CTO von Bitpanda. Auch der Präsident des European Super Angels Club, Berthold Baurek-Karlic, welcher über die Luxemburger Venionaire Ventures Sárl unter anderem den Syndikatsfonds des Clubs – „EXF Alpha S.C.S.“ – verantwortet, zeigt sich erfreut: „Wir können den Wachstums- und Innovationskurs eines so erfolgreichen österreichischen Startups mit unserem Kapital und Know-how weiter intensiv vorantreiben und seine Nachhaltigkeitsvision unterstützen. Mit ELOOP investieren wir nicht nur in innovative Mobilitätslösungen, sondern in die Mobilität der Zukunft.“

ViennaUP’22 – Let’s talk startups

Die ViennaUP'22 wird vom 27. Mai bis zum 03. Juni 2022 über die Bühne gehen und legt dieses Jahr unter anderem wieder einen Fokus auf "Female Entrepreneurship". Wir liefern für euch einen Überblick über die wichtigsten Events, die weiblich geführte Start-ups und Top-Speakerinnen vor den Vorhang holen.

In einem jüngst von startupheatmap.eu veröffentlichten Ranking hat Wien in Sachen „Events & Female Entrepreneurship“ die Nase vorn: Von allen untersuchten europäischen Städten gibt es in der Donaumetropole den höchsten Anteil an frauenspezifischen Start-up-Events. Einen neuerlichen Boost in diesem Bereich erhält der Startup-Standort Wien durch die ViennaUP’22, die dieses Jahr wieder weiblich geführte Start-ups und Unternehmen verstärkt vor den Vorhang holt und einem internationalen Publikum präsentiert.

„Wir legen bei der heurigen Ausgabe der ViennaUP den Fokus stark auf weibliche Start-ups und Unternehmerinnen. Wir können auf Frauen und ihre Sichtweise nicht verzichten. Deshalb ist es wichtig, dass Frauen als Unternehmerinnen die Wirtschaft mitgestalten. Und es ist auch richtig: Diverse Unternehmen sind nachhaltiger und wirtschaftlich erfolgreicher aufgestellt“, so Gabriele Tatzberger, Leiterin Start-up Services der Wirtschaftsagentur Wien.

Female Entrepreneurship bei der ViennaUP’22

Das Thema „Female Entrepreneurship“ ist für die Wirtschaftsagentur Wien als Initiatorin der ViennaUP allerdings kein Trendthema. So fanden bereits im vergangenen Jahr unter der Dachmarke ViennaUP’21 zahlreiche Events statt, die sich mit dem Thema „Female Entrepreneurship“ beschäftigten. Ein Höhepunkt des Festivals war beispielsweise „the global limitless conference“, die von „the female factor“ veranstaltet wurde und über 1500 Teilnehmer*innen zählte. Der Schwerpunkt wird auch dieses Jahr wieder seine Fortsetzung in zahlreichen Veranstaltungen finden.

Lead Today. Shape Tomorrow | 01.06-02.06. hybrid

So wird beispielsweise vom 1. Juni bis 2. Juni Lead Today. Shape Tomorrow (LTST2022) als hybrides Event über die Bühne gehen, das von Female Founders organisiert wird. LTST2022 ist Europas führende Veranstaltung für weibliches Unternehmertum. Insgesamt werden mehr als 2.500 Teilnehmer*innen erwartet. An insgesamt zwei Eventtagen bietet die Konferenz inspirierende Speaker*innen aus der Start-up- und Technologiebranche, anregende Podiumsdiskussionen und Kamingespräche. Zudem wird es einen eigenen Wettbewerb für von Frauen geführten Start-ups geben, die um ein Investment pitchen können. Zudem stehen auch interaktive Breakout-Sessions am Programm, um sich mit Investor*innen und Unternehmen zu vernetzen.

Zum Event werden zahlreiche führende Top-Gründer*innen der europäischen Tech-Szene erwartet. So wird unter anderem Lubomila Jordanova von Plan A im Rahmen des Events sprechen. Mit ihrem Berliner CO2-Reduktionsstartup expandiert Jordanova aktuell europaweit und hat zudem im Herbst 2021 zehn Millionen Dollar Investment erhalten. Weites mit an Bord ist auch die international bekannte Seriengründerin Kimberly Ofori, die aktuell die Strategic Innovation Agency OFori & Co führt. Zudem hat Ofori, auch Apreneur gegründet, eine Social-Networking-Plattform für Unternehmer*innen in Afrika. Auch VCs, wie Speedinvest, sind bei LTST2022 vertreten. So wird unter anderem Deepali Nangia, Venture Partner bei Speedinvest, wertvolle Inputs liefern. Die UK-Investorin verstärkt seit Anfang 2021 Speedinvest und setzt sich seitdem beim VC für mehr Deals mit Female Entrepreneurship ein.

Leadership Fair | 31.05. digital

Ein weiteres Event im Rahmen der ViennaUP’22, dass sich speziell dem Thema „Leadership & Frauen“ widmet, ist die leadership fair. Sie findet am 31. Mai im digitalen Raum statt und wird von the female factor organisiert. Im Rahmen der digitalen Karrieremesse stehen Leadership-Skills im Zentrum. Zudem wird der Frage nachgegangen, wie Leadership in Startups, Unternehmen und Organisation gelebt werden kann. Insgesamt werden mehr als 250 weibliche Führungskräfte ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit den Besucher:innen teilen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, sich nicht nur mit inspirierenden Führungskräften und über 50 Unternehmen zu vernetzen. Zudem wird es sogenannte Solution Labs geben. Dabei werden gemeinsam Leadership-Lösungen in kleinen Gruppen von maximal zehn Frauen erarbeitet.

Collaboration > Competition | 31.05. hybrid

Gemeinsam mit mehreren internationalen Partner*innen veranstaltet WoMentor am 31. Mai ein Hybrid-Event zum Thema Collaboration. WoMentor ist ein Business-Netzwerk, das von Désirée Jonek gegründet wurde und ein Mentoringprogramm und Coaching speziell für Frauen anbietet. Im Zentrum stehen die Themen Selbstvertrauen und Persönlichkeitsentwicklung.

Im Zuge des Events im Rahmen der ViennaUP’22 soll laut den Organisatorinnen der Frage nachgegangen werden, wie mithilfe von Collaboration individuelle Stärken gefördert und Schwächen gemeinsam überwunden werden können. Im Zentrum stehen dabei die Themen internationales Community-Building, Kreislaufwirtschaft und New Work. Inputs werden dabei im Rahmen von Keynotes, Workshops, Podiumsdiskussionen & Pitch Sessions vermittelt. Das Event wird zudem von tech2impact rund um Sasha Lipman unterstützt. Bei tech2impact handelt es sich um ein neues Mentoring-Programm für Impact Tech-Start-ups, das 2020 in Wien gestartet ist und international Gründer*innen unterstützt.

Find Your Female Cofounder | 30.05. onsite

Gründer*innen, die auf der Suche nach einer weiblichen Co-Founderin sind, sollten sich das Format Find Your Female Cofounder nicht entgehen lassen. Das kostenlose Event findet am 30. Mai statt und wird im Rahmen der ViennaUP’22 von WeDO5 organsiert. Die Teilnehmer*innen erhalten im Rahmen des Events die Möglichkeit innerhalb von drei Minuten ihre Geschäftsidee zu pitchen und so neue Teammitglieder zu finden. Vor dem Pitching-Event bietet WeDO5 zudem ein eigenes Pitch-Training an, um sich professionell auf den Pitch vorzubereiten.

Wie die Wirtschaftsagentur Wien neben der ViennaUP noch unterstützt

Neben der ViennaUP’22 bietet die Wirtschaftsagentur Wien auch unter dem Jahr zahlreiche Förderprogramme und Beratungsleistungen speziell für Unternehmerinnen und Gründerinnen an. Geförderte Projekte, die von einer Frau geleitet werden, erhalten beispielsweise zusätzliche Mittel. Eigene Workshops mit dem Ziel, bei Mädchen die Begeisterung an Wissenschaft und Forschung auszulösen, tragen zudem bereits früh zur Sensibilisierung für Berufsbilder abseits von Rollenklischees bei.

Dieser Beitrag ist zuerst auf brutkasten.com veröffentlicht worden

GameChanger des Monats: SHAVENT – ein Family-Business setzt auf Nassrasur

Allein in Deutschland erzeugen Nassrasierer und ihre Wechselköpfe alljährlich rund 100 LKW-Ladungen Müll. Grund genug für Romy Lindenberg und ihren Vater Armin Lutz Seidel, um nach langlebigen Alternativen zu suchen. Herausgekommen ist dabei der plastikfreie-stylische Schwingkopfrasierer SHAVENT. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Romy.

Wir haben euch als unsere GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr mit eurem Konzept des plastikfreien Rasierens konventionelle Wege verlasst und das Thema Nachhaltigkeit vorantreibt. Wie seid ihr auf die Idee zu dem SHAVENT gekommen und was treibt euch im Sinne eines GameChangers an?

Der Shavent war ein echter „Einfall“ – mein Vater stand in der Dusche beim Rasieren und hat sich gefragt, warum er sich eigentlich mit so viel Plastik und Gummi rasiert – ständig wirft er die recht teuren Wechselköpfe weg und auch die Griffe mit den Gummianlagerungen verschleißen so schnell und spülen jeden Tag Mikroplastik ins Abwasser. Das muss doch besser gehen! Den Rasierhobel seines Opas fand er toll in Sachen Haltbarkeit, aber der Schwingkopf-Komfort hat ihm zu sehr gefehlt. Als leidenschaftlicher Ingenieur hat er sich dann einfach selbst einen Rasierer entwickelt. Die ganze Familie war begeistert: Von Kopf bis Fuß super sanft und unglaublich gründlich – und 100% plastikfrei!

Was ist das Besondere an eurem SHAVENT Schwingkopfrasierer?

Der SHAVENT kombiniert die traditionelle plastikfreie Rasur eines Metallrasierers mit günstigen Standard-Rasierklingen und dem gewohnten Komfort der beweglichen Mehrklingenrasierer. Mit dem leichtgängigen Schwingkopf passt er sich so allen Körperkonturen an und macht das plastikfreie Rasieren einfach und sicher.

Ihr seid ja nicht die ersten Start-ups, die sich dem Thema Rasur auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Einige Versuche von Start-ups sind gescheitert – der Markt scheint vorhanden, der Wettbewerb ebenfalls: Wie unterscheidet ihr euch mit dem SHAVENT in diesem Segment? Der Preis ist es ja wohl eher nicht, oder?

Die Kombination aus Nachhaltigkeit um Komfort sehe ich in der bisherigen Start-up Landschaft bei der Rasur noch nicht. Entweder geht es darum, die bekannten beweglichen Wechselköpfe mit Plastik & Co. günstiger zum Kunden zu bringen, oder es sind die klassischen Rasierhobel, die oft aus Asien eingeflogen werden und mit ihrem steifen Rasierkopf besonders für die Körperrasur nicht wirklich dem nahe kommen, was die meisten Menschen vom Drogerierasierer an Komfort gewohnt sind.

Was wir mit dem SHAVENT Rasierer zeigen: Voller Rasurkomfort und günstige, plastikfreie Klingen schließen sich keinesfalls aus! Wir machen Schluss mit dem „billiger Griff, langfristig teure Klingen“-Trick der großen Marken und bieten stattdessen einen hochwertigen, komplett auf Langlebigkeit ausgelegten Rasierer, der mit Standard-Klingen nicht nur Müll, sondern auch langfristig Geld einspart.

Gründer*in der Woche: WEhicles – die Social-Media-App für alle mit Benzin im Blut

Die vehicles-ventures-Gründer Sebastian Grimm, Felix Dünkel und Patrick Grimm bieten für Fahrzeugliebhaber*innen eine neue Social-Media-Plattform. Was die dazugehörige App alles kann und die drei Gründer damit vorhaben, erfährst du hier.

Wann und wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine App speziell für Fahrzeugenthusiast*innen zu entwickeln?

Die Idee, eine digitale Plattform für alle Fahrzeugliebhaber*innen mit Benzin im Blut zu schaffen, hatten wir im Frühjahr 2021. Wir möchten damit unsere gemeinsame Leidenschaft teilen und haben die WEhicles App entwickelt. Für Liebhaber, wie wir es sind, ist es schwierig, sich über anstehende Events, Gleichgesinnte, spezielle Fahrzeuge usw. zu informieren bzw. auszutauschen. Daher haben wir uns das Ziel gesetzt, die Social-Media-App im Bereich Fahrzeuge zu entwickeln.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zur fertigen App?

Wir haben uns zu Beginn mit dem gesamten Markt auseinandergesetzt und Gespräche mit Fahrzeugliebhaber*innen, Veranstaltenden usw. geführt, um bei der Entwicklung speziell auf deren Bedürfnisse einzugehen. Ein weiterer wichtiger Step für die Entwicklung einer App war natürlich die Suche nach den passenden Geschäftspartner*innen. Hierzu haben wir Kontakt zu Unternehmer*innen, Banken, Programmierer*innen und Jurist*innen aufgenommen. Da wir in diesem Bereich relativ fachfremd waren, mussten wir uns in kürzester Zeit in viele für uns neue Themen einarbeiten, dafür ist die Wahl der richtigen Geschäftspartner*innen entscheidend. Man muss schließlich nicht alles wissen, man muss nur wissen, wen man fragen kann.

Was ist das Besondere an eurer WEhicles-App und was bietet sie den User*innen?

Unser Ziel ist es, unseren User*innen eine App zu bieten, auf der jede(r) Fahrzeugliebhaber*in für sich einen Mehrwert gewinnen kann. In der WEhicles-App steht die gemeinsame Leidenschaft im Vordergrund und die Möglichkeit, diese mit Gleichgesinnten zu teilen. Es kann eine „vehiclecard“ erstellt werden, auf welcher alle Details zu seinem persönlichen Fuhrpark enthalten sind. Durch die intuitive Bedienung der App kann gezielt nach Marke und Modell gesucht, User*innen im Umkreis gefunden, Events erstellt bzw. gesucht und exportiert werden uvm.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Das Startkapital für die GmbH kam aus dem Gründerteam selbst. Einen weiteren Teil haben wir über unsere Hausbank finanziert. Nun, mit dem erfolgreichen Launch der App, sind wir auf der Suche nach Investor*innen, um unser Wachstum zu fördern.

Wie macht ihr auf euch aufmerksam und wie läuft euer App-Business an?

Wir versuchen natürlich auf vielen verschiedenen Kanälen Fuß zu fassen. Wir hatten bereits mehrere Zeitungsartikel, in welchen wir unser Unternehmen vorstellen durften. Zudem haben wir von einigen Influencer*innen Unterstützung angeboten bekommen, welche uns supporten werden. Natürlich möchten wir auch mit unseren User*innen persönlich in Kontakt treten, indem wir Veranstaltungen besuchen und die Features unserer App aufzeigen.

Gründer*in der Woche: Conversion Maker AI - Produktbeschreibungen per Knopfdruck

In den letzten Jahren hat Seriengründer Michael Witzenleiter über 3000 Experimente bei über 150 Unternehmen durchgeführt. Festgestellt hat er dabei, dass sich die Conversion Rate durch verkaufspsychologisch optimierte (Produkt-)Texte im zweistelligen Bereich steigern lässt. Seine digitale Lösung: der Conversion Maker AI. Mehr dazu im Interview mit Michael.

Was zeichnet eine exzellente, sprich professionelle Produktbeschreibung aus?

Zunächst einmal sollte es ein Fließtext sein, der den Leser anspricht. Natürlich sollte die Beschreibung alle wichtigen Informationen zum Produkt enthalten und sprachlich korrekt sein. Sie muss aber neben formalen Kriterien auch ‚emotionale‘ Kriterien erfüllen. Das heißt sie sollte die Sprache der Zielgruppe sprechen. Die Beschreibung einer Schraube oder eines Scharniers unterscheidet sich nicht nur durch ihre Eigenschaften von der Beschreibung einer Blume oder einer Halskette, sie sollte einen anderen Ton angeben. Erstere klingen zum Beispiel eher nüchtern und gehen auf mögliche Projekte und Anwendungsszenarien ein, während das zweite Beispiel der Zielgruppe ein Bild in den Kopf zaubern sollte. Und letztendlich gibt es ein paar sprachliche Marker, die man berücksichtigen kann, um Texte grundsätzlich zu verbessern. Dazu gehört zum Beispiel das Vermeiden von negativen Wörtern.

Was sind die größten Fehler, die du in der Praxis bei Produktbeschreibungen siehst?

Oft gibt es gar keinen richtigen Text, sondern nur Stichpunkte. Oder aber es gibt einen Text, der wahrscheinlich besser eine Stichpunktsammlung wäre, da er einfach nur die Fakten auflistet und so den Leser nicht anspricht. Teilweise ist das so, weil Texte für die Suchmaschine und nicht für die Zielgruppe geschrieben wurden.

Neben diesen groben Basisproblemen fehlt es den Texten häufig an Kreativität und Struktur. So kann es sein, dass Texte für ein neues Produkt einfach kopiert werden und nur die Eigenschaften verändert werden. Bei einem anderen Produkt funktioniert der Textaufbau dann unter Umständen aber gar nicht mehr, auch wenn er für das ursprüngliche Angebot gut gepasst hat.

Was ist der Vorteil einer semantischen Textsoftware, die Produktbeschreibungen aus Daten generiert, im Vergleich zur Arbeit eines Texters bzw. einer Texterin?

Die Software ist viel schneller: Innerhalb von wenigen Sekunden steht ein Text zur Verfügung. Das mag bei ein oder zwei Beschreibungen noch nicht so auffallen, aber bei hunderten von Produkttexten macht das einen großen Unterschied.

Abgesehen davon ist, auch wenn viele sehr gewissenhaft arbeiten, kann das Schreiben dieser Kurztexte sehr monoton und langweilig sein. Hier ist es schwer konstant kreativ zu bleiben. Die Software hingegen wird nicht müde und liefert stets qualitativ hochwertige Texte.

Nun zu deiner Software: Was ist das Besondere am Conversion Maker AI und wie unterscheidet sich deine Lösung von anderen digitalen Lösungen?

Allen voran ist das unsere Spezialisierung auf Produkttexte und ihre Ausrichtung auf ‚Verkaufssprache‘ sowie die Suchmaschinenoptimierung. Es gibt aber noch eine weitere Besonderheit: Unsere Software ist komplett auf Deutsch. Das klingt zwar logisch, ist aber in der Realität selten. Denn viele Textgeneratoren schreiben die Texte zuerst auf Englisch und übersetzen diese dann ins Deutsche. Auch wenn die Übersetzungen immer besser werden, ist es am Ende oft einfach kein runder Text. Der Vorteil liegt damit auf der Hand: Texte direkt auf Deutsch zu formulieren, heißt, sie haben eine höhere Qualität und sind direkt auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Ein Blick zurück: Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Zu Beginn haben wir uns darauf fokussiert Fachwissen im Bereich Conversion-Optimierung zu sammeln und auszuwerten. Das heißt, wir wollten nicht nur Daten für unser Modell sammeln, sondern auch Wissen, das uns bei der Softwareentwicklung weiterhilft. Diese Herausforderung war für uns sehr spannend, aber zunächst auch ein Mammut-Akt, schließlich waren wir zu Beginn ein kleines Team.

Außerdem war es uns wichtig das Problem zu verstehen, das wir lösen wollen. Das geht besonders gut durch Kundennähe. Wir haben einen sehr engen Kontakt zu Testkunden durch die wir nicht nur einen Einblick bekommen, wie unsere Software für sie funktioniert, wir konnten auch lernen, wie diese Software für den alltäglichen Gebrauch optimiert werden kann.

Wie hast du die Produktentwicklung und damit auch dein Start-up bislang finanziert?

Da wir nicht nur eigene Software entwickeln, sondern auch bestehende Lösungen vertreiben, können wir unser Geschäft hauptsächlich über Einnahmen finanzieren.

Du hast den Conversion Maker AI vor wenigen Wochen gelauncht. Wie ist der Start verlaufen? Was sind deine ersten Learnings?

Wir sind sehr zufrieden mit dem Start. Wir sehen eine hohe Resonanz und was mich besonders freut: Erste Kunden, die unsere Software nutzen konnten bereits signifikant ihre Conversion Rate steigern.

Wer sind deine Kund*innen bzw. Zielgruppe?

Wir möchten alle erreichen, die Produkte beschreiben oder Produkte verkaufen. Das heißt, vom Einmannunternehmen auf Shopify über den großen Online-Retailer bis hin zur Textagentur sprechen wir alle an. Für unsere Software braucht man keine Vorkenntnisse, man muss nur wissen, was die wichtigsten Informationen zum Produkt sind.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To Do's rund um den Conversion Maker AI?

Wir haben jetzt nach dem Release zunächst eine Shopify-Schnittstelle integriert und planen mittelfristig weitere Shop-Systeme zu unterstützen. Und natürlich wollen wir die Software auch weiterhin basierend auf Kundenfeedback verbessern und weiter ausbauen – dafür suchen wir derzeit weitere Programmierer, die sich auf Künstliche Intelligenz spezialisiert haben. Innerhalb von fünf Jahren hoffen wir, Conversion Maker AI als ein Standardtool im Online-Handel zu etablieren, auf das sich jedes Unternehmen für eine erfolgreiche Strategie zur Optimierung der Conversion-Rate verlässt.

Und last but not least: Was möchtest du als erfahrener Seriengründer anderen Gründer*innen mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Sprecht offen mit eurem Team über eure Ideen, so könnt ihr sie gemeinsam Weiterentwickeln und Hindernisse überwinden. Dazu gehört auch eine gute vertrauensvolle Feedback-Kultur zu etablieren. Ein Team, das ehrlich und offen teilt ist auch in schwierigen Zeiten standhaft – und hilft letztlich einen positiven und enthusiastischen Teamgeist zu bewahren.

Hier geht's zum Conversion Maker AI

Das Interview führte Hans Luthardt

doQtor: Kostenlose, psychologische Ersthilfe für ukrainische Geflüchtete

Das 2020 in Köln gegründete Mental-Health-Start-up doQtor leistet mit seinem Projekt „Mental Help for Ukraine“ Geflüchteten psychologische Ersthilfe und sucht nach weiteren Unterstützer*innen.

Seit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine erleben wir mitten in Europa die am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Zerbombte Wohnhäuser, heulende Sirenen, düstere Schutzkeller – teilweise ohne Strom und Wasser, und die Flucht ins Ungewisse von Millionen von Menschen. Sie müssen ihr Leben aus einem Provisorium neu errichten, mit unklarem Ausgang und drängenden Fragen an die Gegenwart und die Zukunft. Wo befinden sich nahestehende Verwandte und Freunde? Wie kann ich sie erreichen? Werde ich meine Familie in Deutschland versorgen können? Solche Erlebnisse hinterlassen oft tiefe Spuren in der Psyche der Betroffenen: Sie werden von vielen als traumatisierend erlebt.

Mental-Health Start-up leistet psychologische Erste Hilfe

Durch den Krieg in der Ukraine finden wir uns plötzlich an vorderster Front einer sich entwickelnden Krise der psychischen Gesundheit wieder. Das Kölner Start-up für psychische Gesundheit doQtor hat daher das Projekt „Mental Help for Ukraine“ ins Leben gerufen, das psychologische Erste Hilfe für Geflüchtete mit lokalen Psycholog*innen und psychologischen Fachberater*nnen leistet. Die digitale Plattform für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern einen umfassenden Service in psychosozialen Belastungssituationen bieten wollen, unterstützt die Geflüchteten dabei, in ihrer belastenden Situation eine passende psychologische Hilfe zu finden.

Geflüchtete Ukrainer*innen können auf doQtor.de nicht nur Informationen rund um das Thema in ukrainischer oder englischer Sprache herunterladen, sondern sich auch direkt online einen Gesprächstermin buchen. Das Team vermittelt dann die belasteten Menschen an psychologisch geschultes Personal mit ukrainischen oder russischen Sprachkenntnissen, aktuell vorwiegend im Rheinland und im Raum Köln. Der kostenlose Vermittlungsservice wird in Kürze deutschlandweit ausgerollt.

Geflüchtete Ukrainerin leitet das Projekt

Die Mitarbeiterin aus dem doQtor-Team Emily Herter hatte über 15 Jahre lang jeden Sommer ein ukrainisches Gastkind bei sich in der Familie, Yuliia Duliepa aus Kiew - heute 21 Jahre alt, von Beruf Übersetzerin für Deutsch und Englisch. Nach Kriegsausbruch vor über vier Wochen hat es Yuliia unversehrt bis an die polnische Grenze geschafft, wo ihre ehemalige deutsche Gastfamilie sie erneut, diesmal aber unter ganz anderen Umständen, in Empfang nehmen und nach Deutschland bringen konnte.

“Yuliia hat bei uns Hilfe gesucht und unserem Team berichtet, wie stark traumatisiert die Geflüchteten sind, wie sehr es sie zerreißt, nicht zu wissen wie es ihren Verwandten geht, die sie zurücklassen haben müssen. Aus den Gesprächen mit Yuliia entstand die Idee, unsere digitale Plattform, die wir Unternehmen für ihre Mitarbeiter in psychosozialen Fragen zur Verfügung stellen, so anzupassen, dass wir damit Geflüchtete schnell und unbürokratisch unterstützen und sie in professionelle, psychologische Unterstützung bringen können”, erklärt doQtor-Gründer Benjamin Schwarz. 

Yuliia ist nun festes Teammitglied, sie leitet das Projekt “Mental Help Ukraine” und steht als erste Ansprechpartnerin für Hilfesuchende zur Verfügung. Sie sagt: “Für mich ist es so wichtig, hier eine Aufgabe zu haben und meinen Landsleuten zu helfen.”

doQtor ist auf weitere professionelle Unterstützung für „Mental Help for Ukraine“ angewiesen, es wird deutschlandweit weiteres psychologisch geschultes Personal mit entsprechenden Sprachkenntnissen benötigt. Wer bereit ist, zu helfen, kann sich jederzeit über die Website melden. https://www.doqtor.de/ukraine

Ewor: Gründer*innen per feeding ground zu Serial Entrepreneurs

Die Ewor-Gründer Daniel Dippold und Alexander Grots sehen in Sachen Unternehmertum ein klares Defizit im europäischen Bildungssystem. Mit ihrem Ewor-Fellowship und ihrer Academy wollen sie dem aktiv entgegensteuern und aus Gründer*innen Serial Entrepreneurs machen.

Daniel Dippold und Alexander Grots von von der bayerischen Founder*innen-Schmiede Ewor sprechen im brutkasten-Talk über die Gründer*innenlandschaft in Europa und wie sie diese verändern wollen. Da sie mit Blick auf das Unternehmertum bereits im Bildungssystem einige Mängel erkennen, möchten sie Entrepreneur*innen mit dem Ewor-Fellowship und der Ewor-Academy aktiv fördern. Hier soll ein Ökosystem geschaffen werden, worin einzelne Persönlichkeiten mit ihren Ideen gut wachsen können. Profitieren sollen dabei sowohl die Teilnehmer*innen, als auch Ewor und die Unternehmen, die hier mitarbeiten können.

Bei Ewor liege der Fokus laut Grots in erster Linie auf dem Individuum. Hier sollen Gründer*innen zum Serial Entrepreneur entwickelt und ausgebildet werden. “Wir investieren nicht in Ideen, sondern in die Menschen”, meint Grots und betont dabei, dass es ihnen nicht zwangsweise um die smartesten Menschen gehe, sondern um jene Menschen mit Potential – manche würden das besser zeigen können, als andere. Ewor wolle also einen feeding ground bieten, wo man den Gründungsprozess gemeinsam erleben könne. Grundlage für dieses Ökosystem bieten die zwei entwickelten Plattformen: das Ewor-Fellowship und die Ewor-Academy.

Ewor-Fellowship für junge Entrepreneur*innen

Das Fellowship richtet sich an all jene, die noch nicht gegründet haben und noch keine eigene Idee mitbringen. Hier haben Industrie bzw. große Unternehmen die Möglichkeit, ihre Ideen und Themen mit einzubringen, erklärten die Ewor-Gründer. Eine Gruppe junger Entrepreneur*innen wird in dem Fellowship zusammen gebracht und anhand des ausgewählten Themas dazu ausgebildet, ein eigenes Venture zu gründen. Aktuell bietet das Fellowship 30 Plätze pro Jahr, während die Academy bereits Plätze im dreistelligen Bereich anbietet.

Academy für Menschen, die bereits gegründet haben

Bei der Academy gehe es wiederum weniger um den Gründungsprozess als viel mehr um den Wissensaustausch. Hier haben die Teilnehmer*innen bereits eine Idee, hätten in der Academy aber die Möglichkeit, die Vorteile des ewor-Netzwerks zu nutzen und noch mehr Wissen zu erlangen. Auf diesem Wege könne man laut ewor die eigene Idee weiterentwickeln und ein Venture bauen.

Für die Teilnahme wird ein Betrag verrechnet, der laut Dippold aktuell noch ein bisschen steigen würde. “Langfristig wollen wir mit der Academy ein Modell erreichen, mit dem wir am Gründungserfolg partizipieren, zugleich aber auch nichts verdienen, wenn der oder die Gründer:in von unserem Ökosystem nichts mitnimmt”, erklärt Dippold. Das Gründer-Team von Ewor betont dabei, dass sie mehr Raum geben wollen, als es die meisten Accelerators und Incubators tun würden.

Was sind die Vorteile für die Unternehmen?

Die beiden Founder haben selbst bereits ein breites Netzwerk, das sie für das Fellowship und die Academy mitbringen. So haben sich insgesamt neben den Talenten, den Partner*innen, den Mentor*innen auch schon Investments ergeben. Bei dem starken Fokus auf Founder*innen würden laut Ewor aber auch die Unternehmen nicht zu kurz kommen. Schließlich bringe man bei Ewor nicht die Ideen, sondern die dahinterstehenden Personen voran, die hier eine Ausbildung zum Unternehmertum erhalten.

„Die Ideen entstehen aus den Menschen heraus, während wir sie auf diesem Journey begleiten. Das ist dann auch der Wert für die Unternehmen – sie haben Menschen dabei betreut, persönlich zu wachsen. Zukunft ist nicht der Kampf um Ideen, sondern der Kampf um Talente“, erklären die Initiatoren. Während das Unternehmen also Talente fördern und voranbringen wolle, hätten andere Firmen beispielsweise die Möglichkeit, strategischer Partner zu werden. Dieser Schritt habe laut Dippold auch finanzielle Vorteile für die Unternehmen, da er billiger ist, als firmenintern in R&D (Research & Development) zu investieren.

Ewor hat das erste Fellowship im März 2021 gelauncht, davor aber bereits verschiedene Pilotprojekte ausprobiert. Mit ihrer Arbeit wollen sie weiter ihre Vision verfolgen, ein Ökosystem aufzubauen, in dem jede(r) der oder die etwas weltveränderndes bewegen möchte, Unterstützung findet.

Dieser Beitrag ist zuerst auf brukasten.com veröffentlicht worden

GameChanger des Monats: MON COURAGE – kleiner Stick, große Wirkung

Seit mehreren Wochen werden wir nun tagtäglich mit niederschmetternden News aus der Ukraine versorgt – ein Ende scheint nicht in Sicht. Während die russischen Aggressoren unter der Ägide Putins ihre tödlichen Machtkämpfe weiter auf dem Rücken der zivilen Bevölkerung in der Ukraine austragen, sind hunderttausende Menschen auf der Flucht, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Hilfe ist allerorts vonnöten. Eva Helmeth, Sozialunternehmerin und Gründerin von MON COURAGE, hat sich letzte Woche spontan dazu entschlossen, aktiv Hilfe zu leisten. Grund genug, Eva als unsere GameChangerin des Monats dabei zu unterstützen.

Auf LinkedIn schrieb Eva letzte Woche: „Die letzte Nacht ließ mich nicht schlafen. Ich scrollte mich durch #LinkedIn als mir ein Aufruf … ins Auge sprang: „3000 - 5000 Hygieneartikel für neues Flüchtlingslager gesucht“. In meinem Warenlager habe ich etwas mehr als 3000 MON COURAGE Sticks. Meine erste Charge, die kürzlich frisch produziert wurde. Grübeln? Fehlanzeige! Ich schrieb noch in der Nacht eine E-Mail: ICH MACHE MIT! Und spende 3000 Sticks.“

Was hat dich letztlich dazu bewegt, die Hilfsaktion zu starten?

Ich fühle mich seit Kriegsbeginn wie gelähmt. Es macht mich unheimlich wütend zu sehen, wie die Machtgier einzelner Menschen das Leben von Millionen von Menschen zerstört.

Meine Hilfsaktion war nicht geplant. Doch die Entscheidung, die ich ohne zu überlegen in einer schlaflosen Nacht traf, fühlte sich absolut richtig an. Geld habe ich keines, das ich spenden kann. Alles, was ich besitze, sind wenig mehr als 3000 MON COURAGE Sticks. Ich bin überzeugt, dass ich mit meinem Hautpflegestift wirklich helfen kann.

Der Stress, die Unsicherheit, schlaflose Nächte und Sorgen – all das hat große Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Die Haut – eines unserer wichtigsten Immunsysteme – leidet ganz besonders in solchen Situationen. Hautpflege ist weit mehr als Beauty und Wellness. Und gleichzeitig darf auch während diesen dramatischen Zeiten das Gefühl von Wohlbefinden aufkommen.

Mit dem MON COURAGE Stick, den ich als All-in-One Balsam für Reisende entwickelt habe, möchte ich den geflüchteten Menschen einen kleinen Moment des Wohlbefindes schenken und zu einer gesunden Haut beitragen.

Wie ist der Aufruf bzw. dein Statement im Netz angekommen? Als Marketing-Aktion oder Statement einer jungen Unternehmerin und empathischen Person, die konkret helfen möchte?

Ich bin überwältigt von der Reaktion! Umso mehr, als Marketing nicht zu meinen Spezialgebieten gehört. Es gibt vereinzelt Stimmen, die mir das als Marketing-Aktion vorwerfen. Ihnen möchte ich gern sagen: Komme zu mir nach Freiburg und lerne mich persönlich kennen! Die große Mehrheit unterstützt hingegen meinen Aufruf. Das macht mir Mut und stärkt mein Vertrauen in das Gute im Menschen.

Es ging sogar so weit, dass Tina Müller, CEO von DOUGLAS, sich gemeldet hat und nicht nur eine private Spende an der Crowdfunding Aktion angekündigt hat, sondern MON COURAGE in den Onlineshop von DOUGLAS aufnimmt. Ich bin sprachlos!

Was hat sich inzwischen getan – sind deine Sticks auf dem Weg zu den Geflüchteten?

Die Sticks wurden bereits am Tag nach meinem Aufruf für den Versand fertig gemacht. 20 Kartons, eine komplette Palette im Wert von 71.850 Euro, wurden verladen und von meinem Lager in Köln nach München gebracht. Sie sind jetzt bei der Aicher Ambulanz und werden von dort an mehrere Unterkünfte für Geflüchtete verteilt.

Kommunikation in Kriegszeiten

Tipps und To Do's zur Kommunikationsstrategie während des Ukraine-Kriegs: Genauigkeit und Einfühlungsvermögen zählen.

Der Angriff auf die Ukraine ist uns so nahe wie nie zuvor, nicht nur geografisch, sondern auch, weil die moderne Technologie es ermöglicht, den Krieg zu sehen und zu spüren, als wären wir in seinem Epizentrum. Die Rolle der Kommunikation wird daher immer wichtiger, da sie sowohl dem Wunsch nach Wahrheit als auch den damit verbundenen Emotionen und Gefühlen gerecht werden muss, was im Falle eines Krieges keineswegs einfach ist.

Vor diesem Hintergrund bieten sich aktuell folgende Kommunikationsstrategien für Unternehmen und Unternehmer*innen jeder Größe an.

Anpassung

Es ist an der Zeit, die bisher geplanten Kommunikationsstrategien und -maßnahmen zu vergessen. Die Unternehmen sollten sie im Lichte der heutigen Ereignisse überprüfen und sie vollständig anpassen oder aktualisieren. Heutzutage ist es das Wichtigste, die Position und Unterstützung des Unternehmens mit allen Mitteln zum Ausdruck zu bringen. Schweigen in Kriegszeiten kann als Akzeptanz der Situation aufgefasst werden. Deshalb ist es wichtig, schnell zu reagieren und die Kommunikation an die sich ständig ändernden Bedingungen anzupassen.

Krise vs. Chance

Die Pandemie hat bereits viele Menschen gelehrt, dass sie alle in einer Krise auf unterschiedliche Weise helfen können, und die aktuellen Ereignisse bilden da keine Ausnahme. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für Unternehmer*innen, ihre kreative Energie zu mobilisieren und darüber nachzudenken, wie sie durch visuelle und verbale Kommunikation dazu beitragen können, der Ukraine zu helfen.

Die Unternehmen haben eine aktive Rolle bei der Unterstützung der Ukraine durch eine Reihe von Initiativen übernommen. So haben sich beispielsweise mehrere litauische Kreativ-Agenturen zusammengetan, um unter dem Namen „Creatives for Ukraine“ eine Plattform ins Leben zu rufen, die Illustrator*innen, Designer*innen und Fotograf*innen auf der ganzen Welt vereint; AirBnB hat weltweit damit begonnen, bei Buchungen in der Ukraine auf die Gebühren für Gastgeber*innen und Gäste zu verzichten und mit europäischen Nachbarländern zusammenzuarbeiten, um langfristig Unterkünfte bereitzustellen.

Auch der Online-Händler ASOS hat bspw. damit begonnen, Kleidung und andere Dinge des täglichen Bedarfs an Bedürftige zu spenden – dies sind nur einige Beispiele dafür, wie jedes Unternehmen oder jede Organisation im Rahmen seiner/ihrer Arbeit effektive Lösungen finden kann. Durch eine wirksame Kommunikation ihrer Ziele, Maßnahmen und ihres Standpunkts zur Invasion können die Unternehmen den Bedürftigen besser helfen und ihren Kund*innen eine Rechtfertigung bieten.

Alle Informationen auf Wahrheit und Genauigkeit prüfen

Die Informationsflut ist im Moment überwältigend, daher wird den Unternehmen empfohlen, bei der Kommunikation auf Genauigkeit und Klarheit zu achten. Unternehmen sollten keinen Spielraum für Interpretationen lassen, da ein Großteil der Online-Kommunikation schnell konsumiert und beurteilt wird, was das Risiko von Missverständnissen erhöht. Daher sollten Unternehmen angemessene und präzise Worte und Aussagen wählen, die gut durchdacht sind.

Hilfreiche Beispiele für eine solche sensible, aber klare und konkrete Kommunikation sind humanitäre und andere Hilfsorganisationen - das Litauische Rote Kreuz oder die verschiedenen Ortsverbände von Malteser International, etwa in Deutschland oder Österreich. Diese Organisationen vermeiden sehr lange Texte, Ausrufezeichen und Großbuchstaben und füllen ihre Kommunikation daher mit positiven Aussagen, sprechen Emotionen und Gefühle an und benennen sie klar (z.B. "Die meisten von uns fühlen sich im Moment ängstlich, traurig und unsicher"). Gleichzeitig nutzen sie die öffentlichen Kommunikationsplattformen, um die Fakten zu benennen, das Miteinander zu betonen und eine Verbindung zu ihren Zuhörern herzustellen.

Einfühlungsvermögen

Die meisten Menschen sind heute sensibler für die Informationen, die sie erhalten. Ist ein Unternehmen in der Öffentlichkeit Zielscheibe negativer oder wütender Äußerungen, ist es wichtig, diese nicht persönlich zu nehmen oder sich in Konflikte einzumischen. Unternehmen sollten einen ruhigen und respektvollen Umgangston pflegen und anerkennen, dass jeder Mensch komplexen Umständen ausgesetzt ist und diese auf seine eigene Weise bewältigt. Öffentliche Wut und Frustration sind nur ein Ausdruck dieser Ängste, die Unternehmen nicht noch verstärken sollten.

Fokus auf interne Kommunikation

Die Menschen sind das wahre Herz und die Seele eines jeden Unternehmens. Der Einmarsch Russlands in der Ukraine wirkt sich unweigerlich auf die Mitarbeitenden aus, die selbst in den entlegensten Ländern arbeiten, und belastet somit ihre Produktivität, den Umgang miteinander und mit den Kund*innen.

Unternehmer*innen sollten daher auf die Kommunikation innerhalb des Unternehmens oder der Organisation achten und den Mitarbeitenden klar machen, dass sie sich an eine zuständige Person wenden können, wenn sie über die Geschehnisse sprechen möchten. Sie sollten sich Zeit für die Reflexion im Team nehmen, Herausforderungen besprechen und sie gemeinsam angehen.

Konsistente Kommunikation über den Verkauf

Genauso wie es wichtig ist, der aktuellen Situation nicht gleichgültig gegenüberzustehen, ist es auch wichtig, wie gewohnt weiterzumachen, aber mit Rücksicht und Einfühlungsvermögen. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um aktiv über Geschäfte und Verkäufe zu sprechen. Über die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens zu sprechen und gleichzeitig die Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck zu bringen, ist jedoch eine Möglichkeit, die richtige Balance in der Kommunikation zu finden. Es ist auch eine Überlegung wert, einen Teil des Gewinns an die Ukraine zu spenden.

Wie man ein internationales Publikum erreicht

Um eine Strategie mit großer Reichweite zu entwickeln, sollten Unternehmen über die Invasion kommunizieren und dabei Fachwissen, Erfahrung und bewährte Verfahren aus ihrer Branche nutzen. Indem sie darauf achten, welchen Markt sie erreichen wollen, können Unternehmer*innen feststellen, dass Erkenntnisse aus ihrer Region aktuelle Lücken in der von anderen bereitgestellten Unterstützung füllen können.

Es ist auch wichtig, die Nachrichten über den Einmarsch Russlands in der Ukraine im Auge zu behalten, da bestimmte Entwicklungen im Krieg dem Unternehmen die Möglichkeit geben könnten, Hilfe zu leisten und die Initiativen anderer zu unterstützen. Andererseits können Unternehmen den direkten Kontakt mit ausländischen Partner*innen nutzen, um über das Ausmaß der Tragödie in der Ukraine zu sprechen, konkrete Hilfe einzufordern und Erkenntnisse aus verschiedenen Perspektiven auszutauschen.

Unabhängig von ihrer Größe können Unternehmen etwas bewirken. Sie könnten einen Teil ihrer Einnahmen an eine der zahlreichen Organisationen spenden, die die Ukraine unterstützen, oder sie könnten ihre Community nutzen, um Botschaften zu verbreiten, die die russische Aggression in der Ukraine verurteilen. Wichtig ist auch, dass sie alle Informationen, auf die sie stoßen, auf ihre Richtigkeit hin überprüfen, bevor sie sie an die Öffentlichkeit weitergeben.

Die Autorin Raminta Lilaitė-Sbalbi ist Mitbegründerin der litauischen PR-Agentur Blue Oceans PR. Die Agentur ist sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene für Kund*innen aus verschiedenen Branchen tätig – darunter Tourismus, Fintech, Lifestyle, Gesundheitswesen, Govtech.

Ei, Ei, Ei: Perfeggt schließt 3,5 Mio. Pre-Seed-Runde ab

Das Berliner Foodtech-Start-up Perfeggt erforscht und entwickelt pflanzliche Ei-Alternativen und hat in einer ersten Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Euro eingesammelt.

Perfeggt ist ein 2021 gegründetes Foodtech-Unternehmen aus Berlin, spezialisiert auf die Erforschung, Entwicklung und Herstellung von pflanzenbasierten Ei-Alternativen. Das multidisziplinäre, internationale Team um das Gründertrio Tanja Bogumil (CEO), Gary Lin und Bernd Becker (CPO) besteht aus Pionier*innen und Spezialist*innen für alternative Proteine. Sie entwickeln Produkte aus pflanzlichen Proteinen, die in ihrer Textur, ihrem Geruch und ihrem vollen Geschmack beeindrucken.

„Unser Ziel ist es, ein nachhaltiges Lebensmittelsystem voranzutreiben, in dessen Fokus pflanzenbasierte Produkte stehen. Unser Beitrag dazu ist die Entwicklung von Ei-Alternativen, die wegweisend sind, weil sie jedem schmecken und vielseitig einsetzbar sind. Zukünftig soll in jedem Kühlschrank Perfeggt vorhanden sein, so dass es einfach ist, das Omelett oder das Gebäck rein pflanzlich zuzubereiten, ohne auf guten Geschmack verzichten zu müssen”, erklärt CEO Tanja Bogumil. „Dass wir mit dieser Haltung nicht allein sind und die Zeit für ein Umdenken und einen neuen Anspruch an unsere Ernährung da ist, zeigt das enorme Interesse an Perfeggt, das wir gerade erleben, und das Vertrauen, das unsere neuen Investor*innen uns durch ihre Unterstützung entgegenbringen.”

Zu den internationalen Investor*innen gehören u.a. die EVIG Group, Stray Dog Capital, Good Seed Ventures, E²DJD, Tet Ventures, Sustainable Food Ventures, Shio Capital, Atomico Business Angel Fund, Urania Ventures, und Jörg Kattner (Gorillas-Gründer), Ole Strohschnieder und Béla Seebach (Just Spices-Gründer), Philipp Schrempp und Tobias Schüle (Foodspring-Gründer), Dr. Albert Schmidbauer (Biogena), Eric Quidenus Wahlforss (Dance), die Industriegrößen Godo Röben, Frank Kühne und Ludwig Cramer-Klett und die erfolgreichen Unternehmerinnen und Business Angels Lea-Sophie Cramer und Verena Pausder.

Das frische Geld der Pre-Seed-Runde investiert Perfeggt in die Produktforschung und -entwicklung sowie in den Teamaufbau. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einführung des ersten Produkts: ein flüssiger Ei-Ersatz, mit dem sich diverse Anwendungen wie Rührei, Pancakes oder French Toast rein pflanzlich zubereiten lassen. So wurde Perfeggt in den vergangenen Wochen sehr erfolgreich beim Auftakt der Pop-up-Tastingreihe im Foodlab Hamburg präsentiert. Die Tastings werden an weiteren Orten fortgeführt, um Perfeggt auch dort Fachpublikum und Verbraucher*innen vorzustellen. Einen ersten Einsatz wird es in Kürze im Foodservice-Bereich finden, die Einführung in den Lebensmitteleinzelhandel erfolgt ebenfalls zeitnah.