Apeleon: Nächster Schritt des Flugtaxis im Wettlauf um die Lufthoheit


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Apeleon hat vor über einem Jahr erste Testflüge erfolgreich absolviert. Nun gelang dies erstmals auch mit der dritten Generation ihres Flugtaxis.

Das österreichische Startup Volare entwickelt ein senkrecht startendes und landendes Flugzeug unter dem Namen Apeleon. Gegründet im Oktober 2017 unter Founder und CEO Andreas Fürlinger, lag dem Unternehmen stets die Vision nahe, das Fliegen in den Alltag zu integrieren und Orte schneller miteinander zu verbinden.

Neue Flugkonzepte

„Und das ohne die Hindernisse der heutigen Luftfahrt und ohne die Probleme des bodengebundenen Verkehrs“, präzisiert Fürlinger. „Hierzu braucht es neue Luftfahrzeuge.“ Es war genau dieser Wunsch und die Faszination Fliegen im Allgemeinen und der Reiz an Herausforderungen zu arbeiten, die den Gründer angetrieben haben, neue technische Lösungen, konkreter: neuartige Flugzeugkonzepte, zu erarbeiten.

„Das hat bereits vor vielen Jahren begonnen. Es ist tatsächlich so, dass mich die Luftfahrt bereits seit meiner Kindheit fasziniert, es begann mit Modellbau über Paragleiten zum Motorflug und zur Berufspilotenausbildung. Mein technisches Studium, ich habe Maschinenbau studiert, habe ich auch bzw. gerade wegen meiner Faszination für das Fliegen auf den Schwerpunkt Luftfahrt ausgerichtet. Ich bin jetzt seit gut zehn Jahren als Ingenieur in der Luftfahrt verankert und hatte die Möglichkeit an spannenden Projekten mitzuwirken“, so Fürlinger weiter.

Apeleon hat den ersten Testflug schon einige Zeit hinter sich. Frühere Demonstratoren sind bereits vor über einem Jahr in die Lüfte abgehoben. Die letzten Monate jedoch hat das Startup intensiv an Testflügen mit dem neuesten Demonstrator der dritten Generation gearbeitet. Und, Fürlinger nach, wichtige Erkenntnisse erzielt: „Wir haben damit bereits eine gute Basis für unsere nächste Phase, die Entwicklung des vollmaßstäblichen Prototyps geschaffen. Dafür sind wir zurzeit auch auf der Suche nach Investoren“, sagt er.

Viele Variablen noch offen

Der Apeleon-Gründer, der sein Flug-Taxi als Luftfahrzeug mit Tragflächen klassifiziert und es damit von „little range“-Multikoptern abhebt, erwartet – unter Berücksichtigung verschiedenster Aspekte, wie etwa technische Entwicklung des Luftfahrzeuges, Schaffung und Erweiterung von Regularien, Infrastrukturaufbau und letztendlich auch gesellschaftliche Akzeptanz – einen Start des kommerziellen Betriebs von einzelnen Strecken ab 2025.

„Wir verfolgen ein Konzept mit Tragflächen, um einen effizienten Reiseflug und damit längere Flugstrecken, zu ermöglichen“, so Fürlinger weiter. „Diese neue Art der Luftfahrzeuge eröffnet Möglichkeiten, vor allem weil auch die Betriebskosten solcher neuen Luftfahrzeuge geringer ausfallen werden als von heutigen, speziell Helikoptern. Diese Reduktion an Betriebskosten kann an den Endkunden weitergegeben werden und führt im Beispielfall von Personenbeförderung zu leistbaren Flugtickets. Die günstigeren Tickets führen dazu, dass dieses Transportmittel von einer breiteren Gesellschaft genutzt werden kann“, so die Idee.

Der Preis soll sich anfangs zwischen dem Flug mit einem heutigen Helikopter und Taxifahrten einordnen, wobei das Potential für weitere Kostenreduktion gegeben sei. Fürlinger dazu: „So lässt auch ein in späterer Zukunft angestrebte autonomer Betrieb den Preis weiter sinken, da ein Teil der Pilotenkosten wegfallen und ein weiterer Sitzplatz durch weitere zahlenden Kund:innen belegt werden kann.“

Apeleon als Infrastruktur-Alternative

In Sachen Einsatzmöglichkeiten argumentiert der Gründer mit einer Prämisse, die sich vereinfacht so festhalten lässt: Dort wo bisher nichts ging, wird etwas gehen. Er sagt: „Wir sehen vor allem dort Potential, wo keine aufwendige Infrastruktur geschaffen werden kann und auch keine Hochgeschwindigkeitsverbindungen, etwa Bahn oder Autobahn, vorhanden sind und auch aufgrund von Terrain oder anderen Gründen nicht geschaffen werden können. Wir können schlecht angebundene und auch abgelegene Orte sehr flexibel verbinden und eine schnelle Verbindung anbieten. Zusätzlich sehen wir aber auch bei zeitkritischen Anwendungen wie notärztliche Versorgung oder Priority-Cargo enormes Potenzial.“

Dieser Beitrag ist zuerst auf brutkasten.com erschienen

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EY Startup Academy Award 2021

The winner is … AlphaSys Brain Technologies gewinnt die EY Startup Academy 2021!

Am 18. November war es so weit: Nachdem die neun Finalisten des diesjährigen Programms in mehr als 30 Workshops und Events über einen Zeitraum von sechs Wochen von EY-Experten und den Partnern der EY Startup Academy gecoacht wurden, hat die mit Experten besetzte Jury entschieden, welches der Startups die größten Fortschritte gemacht hat. Mit spannenden Vorträgen und Diskussionen mit Manuel Müller, dem CEO und Gründer von Emma, und den beiden EY Startup Academy-Alumni Anders Nordvist vom schwedischen FinTech Asteria und Maximilian Klinke von PigTie wurden die Zuschauer auf das große Finale eingestimmt.

Am Ende des Abends konnte sich als Gewinner das Startup AlphaSys Brain Technologies (Geschäftsname: EmoSys) gegen ambeRoad, AristanderAI, autogramm.io, evAI Intelligence, HCP Sense, Ignition, MotionsCloud und Summetix durchsetzen. Das niederländische Tech-Startup des Gründerteams Mehrdad Seirafi und Nitzan Merguei arbeitet an einem tragbaren Gerät, das epileptische Anfälle erkennen und verhindern kann. Bei der Abschlusspräsentation überzeugte das Startup die Jury vor allem mit der Darstellung seines Wachstumspotenzials. Auf Platz 2 landete mit IGNITION ein HR-Tech-Startup, das eine Plattform für ganzheitliche HR-Lösungen entwickelt hat. Auf Platz 3 wählte die Jury autogramm.io, das eine KI-basierte Lösung entwickelt hat, um unstrukturierte Daten in Dokumenten in Erkenntnisse zu verwandeln. Doch nicht nur die Jury darf darüber abstimmen, welcher der Teilnehmer sich am besten weiterentwickelt hat, auch die Zuschauer der EY Startup Academy dürfen ihren Favoriten wählen. Der Publikumsfavorit war in diesem Jahr die evAI Intelligence GmbH, ein KI-basiertes Unternehmen und Lösungsanbieter im Markt für Contextual Intelligence.

Die Jury beim Closing Event der EY Startup Academy setzt sich aus Vertretern des Partnernetzwerks zusammen. Die Zahl der Kooperationspartner der EY Startup Academy ist seit dem Jahr 2017, als die Initiative ins Leben gerufen wurde, kontinuierlich gestiegen. Die EY Startup Academy 2021 wurde von 18 Kooperationspartnern unterstützt, die von Unternehmen über Interessensverbänden bis hin zu Investoren und anderen Akteuren die ganze Vielfalt des Startup Ökosystems widerspiegeln. Zu den Partnern zählen die Austrian Angels Investors Association, BERLIN-CHEMIE AG, BlackWood Capital Partners, Bundesverband Deutsche Startups, Business Angels FrankfurtRheinMain, C3 Management, Campus Founders, Deutsche Bahn Digital Ventures, Dieter von Holtzbrink Ventures (DvH Ventures), HIGHEST, High-Tech Gründerfonds (HTGF), IBM, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures, Sparkassen Innovation Hub, TechQuartier, UPSTART und w&w brandpool.

EY wird sowohl die Gewinner als auch die Teilnehmer der EY Startup Academy auf ihrem weiteren Weg begleiten. Und bereits jetzt ist klar: auch 2022 wird sich wieder die Frage stellen, wer den EY Startup Academy Award gewinnt!

Weitere Infos zur EY Startup Academy findest du hier

Science4Life prämiert Innovationen in Life Sciences, Chemie und Energie

105 Einreichungen beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb. Im Jahr 2021 steht hinter besonders vielen Geschäftsideen ein digitales Geschäftsmodell.

Grüner Ersatz für Kunststoff, eine App für Demenzprävention und Biogas als regelbare Quelle erneuerbarer Energien – Science4Life hat die besten Geschäftsideen aus Life Sciences, Chemie und Energie prämiert. Science4Life e.V. ist eine unabhängige Gründerinitiative, die bereits 1998 als Non-Profit-Organisation ins Leben gerufen wurde. Initiatoren und Sponsoren sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. Einmal jährlich richtet die Initiative bundesweit den größten Businessplan-Wettbewerb für die Branchen Life Sciences, Chemie und Energie aus.

Die 105 eingereichten Beiträge spiegeln aktuelle Trends aus den Branchen wider, denn mehr als der Hälfte aller eingereichten Ideen liegt ein digitales Geschäftsmodell zugrunde. Besonders der Bereich Digital Health wächst weiterhin. Die beiden geschäftsführenden Vorstände des Science4Life e.V. sind überzeugt von den Innovationen der Start-ups: „Die teilnehmenden Teams forschen und entwickeln Lösungen am Puls der Zeit. Sie erkennen nicht nur aktuelle Probleme, sondern können auch schnell und agil auf diese reagieren“, sagt Dr. Jens Atzrodt, Director R&D Country Operations bei Sanofi in Deutschland. „Der Trend zu Einreichungen mit digitalem Hintergrund setzt sich auch in diesem Jahr fort. Das ist ein klares Zeichen, dass vor allem die Start-up Szene Innovation in der Branche vorantreibt“, bekräftigt Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest.

Das sind die prämierten Start-ups und ihre Lösungen

Beim Science4Life Venture Cup überzeugte das Team von Cell2Green aus Rostock mit ihrem grünen Ersatz für Kunststoff: Die biologisch basierten und abbaubaren Cellulosefolien sind eine umweltfreundliche Alternative für die Verpackungsindustrie. DNTOX aus Düsseldorf bietet mit seiner tierversuchsfreien und auf menschlichen Zellen basierenden Analyse eine kostengünstige Alternative zu Tierversuchen. Sie wird eingesetzt, um die Sicherheit von Chemikalien für die Entwicklung des frühkindlichen Gehirns zu untersuchen. Ein neues Textil aus Hanffasern entwickelt das Team hinter LOVR aus Darmstadt: LOVR ist lederähnlich, ohne Plastik, vegan und reststoffbasiert. Mit memodio entwickelt das gleichnamige Team aus Potsdam die weltweit erste therapeutische App zur Demenzprävention auf Basis eines evidenzbasierten und individualisierbaren Therapieprogramms. Hinter dem RooWalk aus Berlin steckt eine persönliche Geschichte: Die 5-jährige Nichte von Mitgründer Benjamin Pardowitz lebt seit ihrer Geburt mit Zerebralparese – die vom Team entwickelte elektrisch unterstützte Gehhilfe ermöglicht und fördert die erweiterte Bewegungsfähigkeit von Kindern mit körperlichen Einschränkungen.

Unter den Einreichungen beim Science4Life Energy Cup wurden die Teams von BioCore, der everyone energy und KD Pumpen prämiert. BioCore aus Garching nutzt Biogas um die unstete Stromversorgung aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und zu speichern und ermöglicht erstmals wirtschaftlich darstellbar negative Treibhausgasemissionen im Großmaßstab. everyone energy aus Berlin hilft dabei, Tausende neue Energiewende- Projekte zu realisieren, indem Endverbraucher und Lösungsanbieter durch vollautomatisierte Energieberatung gezielt zusammengebracht werden. Das Team von KD Pumpen aus Balve und Dortmund entwickelt ressourcenschonende Pumpentechnik für die Umwelt- und Entsorgungsindustrie. Dank patentierter Technologie und Predictive Maintenance kann der Lebenszyklus von Pumpen um 300 bis 600 Prozent verlängert und der Wirkungsgrad um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.

Die fünf top Teams der Ideenphase des Science4Life Venture Cup 2022:

  • Cell2Green (Rostock)
  • DNTOX (Düsseldorf)
  • LOVR (Darmstadt)
  • memodio (Potsdam)
  • RooWalk (Berlin)

Die drei top Teams der Ideenphase des Science4Life Energy Cup 2022:

  • BioCORE (Garching)
  • everyone energy (Berlin)
  • KD Pumpen (Balve / Dortmund)

Ab sofort beginnt die Konzeptphase und alle Start-ups können ihr Geschäftskonzept oder Read Deck bis 14. Januar 2022 online unter www.science4life.de einreichen – auch wenn sie nicht an der Ideenphase teilgenommen haben.

Black Friday: Die Rabatt-Schlacht und die Folgen

Black Friday: Zwischen Rabatt-Schlachten und Angebotsknallern wird auch dieses Jahr vermutlich wieder der Vorweihnachtskaufrausch eingeläutet. Der Einzelhandel profitiert: An Shopping-Tagen wie diesen überzeugt besonders das haptische und optische Live-Erlebnis.

Mit dem Black Friday startet der Einzelhandel in den oft so umsatzstarken Jahresendspurt. Die Geschäfte, ob Tante-Emma-Laden oder Elektronik-Fachmarkt, mussten sich von heute auf morgen digital aufstellen. Neue Vertriebskanäle wie „Click & Meet“, „Click & Collect“ oder „Livestream-Shopping“ sprossen aus dem Boden. Für Verbraucher*innen und Ladenbetreiber*innen scheinbar ein Segen, denn der Einzelhandel verzeichnete nun das stärkste Umsatzplus seit 1994, an dem besonders das Online-Geschäft einen großen Anteil trägt.

Doch ein Wermutstropfen bleibt: das Ausfallrisiko im Einzelhandel ist im Vergleich zu anderen Branchen weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die Wirtschaftsauskunftei Creditsafe Deutschland hat sich die Zahlen genauer angeschaut und untermauert Meilensteine in der Geschichte des Einzelhandels.

Pandemie beschleunigt das Online-Geschäft

Das Online-Volumen im Einzelhandel ist zwischen 2012 und 2020 von 28 auf 72,8 Milliarden Euro gestiegen - allein 2020 lag der Zuwachs bei 13,6 Milliarden Euro. Einer der größten Umsatztreiber? Die Elektronik-Branche. Der Bereich der sogenannten Fast Moving Consumer Goods, kurz: FMCG, wuchs um 44 Prozent, und macht damit 10 Prozent des gesamten Online-Geschäfts aus. Ähnlich umsatzstark zeigte sich der Sektor, der sich vor allem auf „Heimwerken und Garten“ konzentriert, hier gab es ein Umsatzplus von 30 Prozent.

Schon 2020 verzeichnete der Einzelhandel ein Umsatzzuwachs von 4 Prozent zum Vorjahr, als die Pandemie-Lage noch kaum denkbar war. Der Online-Handel allein meldete sogar 23 Prozent mehr Umsatz binnen eines Jahres. Die Zahl der Online-Einkäufer stieg um 5,4 Prozent, deren Ausgaben jeweils um 16,5 Prozent. 2021 geht die Verbrauchs- und Medienanalyse (kurz: VuMA) davon aus, dass der Umsatz sogar auf 85 Milliarden Euro steigen wird. Während die Zahl der digitalen Shopper leicht um 7,2 Prozent angewachsen ist, geben sie nun im Durchschnitt 33,9 Prozent mehr Geld aus.

Elektronik top, Fashion flop

Der Einzelhandel hat – wie zu erwarten – deutlich mit den Folgen der letzten zwei Jahre zu kämpfen. 20,1 Prozent aller Unternehmen sind hier überschuldet. Im Vergleich: Deutschlandweit liegt der Wert bei nur 15,4 Prozent. Auch in Anbetracht der durchschnittlichen Risikoprognose schneidet der Einzelhandel im Vergleich nicht gut ab. Mit 1,54 Prozent liegt dieser Sektor weit über dem Durchschnittswert in Deutschland (1,36 Prozent). Der Fachhandel tanzt aus der Reihe und weist ein durchschnittliches Ausfallrisiko von 1,23 Prozent auf - 70 Prozent der Unternehmen haben hier ein niedriges oder sehr niedriges Risiko. Im Gegensatz dazu ist der „Fashion und Accessoires“-Bereich mit einem Ausfallrisiko von 1,84 Prozent nicht gut aufgestellt. Nur 57 Prozent der Firmen weisen hier ein niedriges oder sehr niedriges Risiko auf, 22 Prozent der Unternehmen haben ein hohes Risiko.

Bei der Datenanalyse hat sich Creditsafe Deutschland auf die bisher eingereichten Jahresabschlüsse 2020 bezogen. Auffallend ist hierbei, dass jene Firmen die Zahlen eingereicht haben, eine signifikant bessere Risikostruktur aufweisen als die, bei denen 2020 noch aussteht. Es bleibt demnach abzuwarten, ob sich die branchenübergreifenden, stark verbesserten Bilanzen auch in Zukunft abzeichnen.

Die Schnäppchenjagd läuft: Einzelhandel bleibt geöffnet

Zwischen Rabatt-Schlachten und Angebotsknallern wird auch dieses Jahr vermutlich wieder der Vorweihnachts-Kaufrausch eingeläutet. Trotz der steigenden Corona-Zahlen dürfen die Pforten fast aller Läden in Deutschland dieses Jahr geöffnet bleiben. Besonders der Einzelhandel dürfte sich über diese Tatsache freuen. Denn im Kampf gegen den Online-Handel überzeugt besonders das haptische und optische Live-Erlebnis an Shopping-Tagen wie diesen.

Gründer*in der Woche: Mondoo - die Cybersecurity-Experten

Mondoo ist ein junges DevOps-Sicherheitsunternehmen, das von Soo Choi-Andrews, Christoph Hartmann und Dominik Richter gegründet wurde. Das Start-up mit Sitz in Berlin und San Francisco will die Art und Weise, wie Cybersecurity in Unternehmen organisiert wird, vollkommen umkrempeln. Wie, das erklären uns Christoph Hartmann und Dominik Richter im Interview.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Mondoo zu gründen?

Die Idee hinter Mondoo basiert auf unserer über zehnjährigen Expertise beim Betreiben und Bereitstellen von sicheren Infrastrukturen. Durch unsere Erfahrung bei der Deutschen Telekom haben wir bereits 2014 das Open-Source Projekt https://dev-sec.io/ gegründet, welches Server automatisch und sicher konfiguriert.

Trotz Automatisierung ist es sehr komplex sich einen fundierten Überblick über die Sicherheitslage der eigenen Infrastruktur zu verschaffen. Nicht nur fehlt oft die notwendige Information über die Sicherheitsrisiken, vielmehr erschwert diese Situation auch die Abstimmung der Teams untereinander und die Priorisierung von Aufgaben, die das eigene Unternehmen zu bewältigen hat. Als Reaktion auf diese Situation haben wir Vulcano Security und InSpec – als Open-Source-Projekt – gegründet. Mit InSpec konnten wir Compliance-Anforderungen automatisch verifizieren. Damit etablierten wir neue Standards wie den Policy-as-Code in der Industrie. Insbesondere internationale Banken und Versicherungen nutzten unser Produkt, um kontinuierlich Compliance-Reports zu erstellen.

Allerdings hat sich die Welt in den letzten Jahren stark gewandelt. Wir sehen, wie Unternehmen unter der steigenden Komplexität und verschiedenartiger Tools begraben werden; gleichzeitig aber dennoch nichts gegen Schwachstellen im Sicherheitssystem tun können. Unsere Mission ist einfach: Entwickler und Sicherheitsteams zusammenzubringen, sie mit einem gemeinsamen Ziel vereinen, um skalierbare effiziente – und vor allem sichere Lösungen zu schaffen. Es gibt immer mehr Technologien und verschiedenste Cloud-Umgebungen, die es immer komplexer machen, die Heterogenität effektiv zu managen. Daher reichen spezielle Silo-Tools nicht mehr aus. Vielmehr ist es von größter Dringlichkeit, eine einheitliche Sichtweise über verschiedene Infrastrukturen hinweg bereitzustellen.

Was waren die wichtigsten Meilensteine seit der Gründung im Jahr 2020 bis zum Launch eurer Plattform?

Häufig sind existierende Tools für spezielle Umgebungen optimiert, helfen jedoch nicht einen gesamtheitlichen Überblick zu erhalten. Von Anfang an war unser Ziel, Nutzer dabei zu unterstützen, Informationen über Ihre IT-Infrastruktur zu erhalten. Dies ist ein komplexes Unterfangen und deshalb haben wir von Beginn an mit Design-Partnern zusammengearbeitet, um Mondoo als DevOps-Security-Platform für die gesamte IT-Flotte bereitzustellen.

Wir glauben, dass Produkte intuitiv nutzbar sein müssen. Daher haben wir im zweiten Schritt aktiv daran gearbeitet, Mondoo so einfach wie möglich zu gestalten. Dadurch können sich unsere Nutzer auf das Lösen von erkannten Schwachstellen fokussieren.

Was ist das Besondere an eurer Technologie, und was unterscheidet sie von bestehenden Konzepten?

Wir sehen zwei Trends in der Industrie: Zum einen den Trend zur immer schnelleren Bereitstellung von neuen digitalen Produkten. Zum anderen die wachsende Komplexität durch heterogene Technologien. Unternehmen wollen die beste Technologie für ihren konkreten Anwendungsfall nutzen. Daher sehen wir es als wichtig an, Sicherheit in existierenden DevOps- und Automatisierungsprozesse zu integrieren. Mondoo funktioniert perfekt mit Infrastructure-as-Code-Produkten wie Terraform oder Ansible und erlaubt daher eine sehr schnelle Einbindung.

Durch die flexible Auswahl der besten Technologien, nimmt eben auch die Komplexität zu. Mit Hybrid / Multi-Cloud, Virtual Machines, Container, von AWS über Kubernetes bis hin zu VMware ist alles vertreten und relevant. Wir wollen Unternehmen helfen diese Komplexität zu managen. Deshalb ist Mondoo darauf optimiert, sich in diese Produkte integrieren zu lassen.

Das Ziel ist, dass Nutzer sich auf die wichtigen Fragen konzentrieren können: Wie sicher ist meine Infrastruktur? Welche Risikoquellen muss ich im Auge behalten? Wie kann ich als Team den Sicherheits-Reifegrad verbessern?

Wer sind eure Kund*innen?

Wir arbeiten mit DevOps- und Security-Experten zusammen. Die Zusammenarbeit mit Pentestern und Zertifizierern hat uns geholfen, Mondoos Policy-Engine gegen typische Angriffsszenarien zu testen. Durch die Einbindung von Mondoo in CI/CD-Plattformen können Sicherheitsrisiken erkannt werden bevor sie in produktiven Systemen auftreten.

Ihr habt vor Kurzem den erfolgreichen Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde in der Höhe von 12 Mio. US-Dollar bekannt gegeben. Was ist mit dem vielen frischen Kapital geplant?

Wir werden damit im Wesentlichen den Aufbau unseres Teams in Deutschland und den USA vorantreiben. Dies erlaubt uns, unser Produkt weiterzuentwickeln und auf dem Markt zu etablieren.

Euer Ziel ist es, ein neuer globaler Marktführer im Bereich der Cybersicherheit zu werden. Wann soll es so weit sein und was sind die größten To Do's auf eurer strategischen Roadmap?

Wir freuen uns vor allem eine Community aufzubauen, welche gemeinsam die schwierigsten Herausforderungen hinsichtlich sicherer Infrastrukturen angeht. Wir glauben, dass Information zum Konfigurieren von sicheren Infrastrukturen aktuell schwer zugänglich sind. Um Security-by-Design zu fördern, müssen Informationen frei verfügbar sein. Wir durften bereits in der Vergangenheit erfahren, was Wunderbares passiert, wenn man mit Menschen aus der ganzen Welt an einem gemeinsamen Ziel zusammenarbeitet. Wir wollen dies nun auch für Cybersicherheit aufbauen. Ihr könnt uns mithelfen und unserer Community auf Discord beitreten.

Und last but not least: Was ratet ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Erstens: Die Frage wird nicht sein, ob ihr Fehler macht, sondern wie schnell ihr aus ihnen lernt. Dabei ist es immer hilfreich den Fokus auf Nutzer und Kunden des eigenen Produktes zu legen. Mit Kunden zu arbeiten, ihre Expertise in das Produkt einfließen zu lassen und dadurch wiederum die tägliche Arbeit der Kunden zu verbessern, dazu können wir nur raten.

Zweitens: Die Zusammenarbeit mit anderen klugen Köpfen erweitert immer den eigenen Horizont. Als Teil eines Teams etwas gemeinsam zu erschaffen, bereitet viel Freude und lässt einem auch schwierige Zeiten besser durchstehen. Wir haben über die Jahre viele Freunde fürs Leben gewonnen.

Hier geht's zu Mondoo

Das Interview führte Hans Luthardt

9. Deutscher Startup Monitor

Über 2000 deutsche Start-ups haben an der aktuellen Befragung teilgenommen – hier die spannenden Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors in komprimierter Form.

Das Geschäftsklima in der deutschen Start-up-Szene hat sich deutlich aufgehellt und liegt wieder auf dem Niveau von 2019. Gründer*innen finden hierzulande immer bessere Bedingungen vor* Zwei Drittel bewerten das Start-up-Ökosystem an ihrem Standort als gut oder sehr gut – das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider* Die durchschnittliche Beschäftigungszahl steigt von 14 auf 18 und auch bei den geplanten Neueinstellungen zeigt der Trend nach oben. Doch die Talentsuche entwickelt sich neben der Kapitalbeschaffung zu einer der großen Hürden für die Jungunternehmer*innen. Eine weitere große Herausforderung ist außerdem der unzureichende Zugang zu Daten und deren Konzentration bei wenigen internationalen Konzernen.

Zu diesen Ergebnissen kommt der 9. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups e.V. und PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt und an dem sich erstmals über 2000 deutsche Start-ups beteiligt haben.

Diversität und Dynamik stärken

Start-ups sind eine treibende Kraft, wenn es um Innovationen und Technologien geht
und schaffen so auch immer mehr neue Arbeitsplätze* In den kommenden Monaten wollen die befragten Unternehmen im Schnitt neun Mitarbeitende rekrutieren. Ob sich die geplanten Neueinstellungen realisieren lassen, hängt allerdings ganz wesentlich von der Lage auf dem Bewerber*innenmarkt ab. Fest steht* Die Personalsuche wird schwieriger. 27 Prozent der Start-up-Gründer*innen bezeichnen sie bereits als größte Hürde – das sind 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Ein weiterer zentraler Aspekt im Kontext Wachstum und Personal betrifft die Diversität – mehr Frauen als Gründerinnen heißt in Sachen Talente und Innovationskraft aus dem Vollen zu schöpfen. Vor diesem Hintergrund ist der Anstieg des Frauenanteils um 11 Prozent als positives Signal und erster Schritt in die richtige Richtung hervorzuheben – auch wenn das Niveau mit einem Frauenanteil von knapp 18 Prozent insgesamt noch sehr niedrig ist. Zugenommen hat im Vergleich zum Vorjahr (20 Prozent) außerdem der Anteil an Gründer*innen mit Migrationshintergrund, der jetzt bei 22 Prozent liegt.

Gründer*in der Woche: ARchitecture - der erste Haussimulator im PropTech-Markt

ARchitecture ist die innovative Augmented Reality-App der Schüler und Gründer Felix Kläres, Eike Czada und Jan Michalczonek (16, 18 und 19 Jahre) für die gesamte Baubranche. Mit deren Hilfe können Immobilien in Originalgröße oder in verkleinerten Maßstäben als virtuelle Modelle in Realhintergründe eingebunden und auf Planungsmängel hin überprüft werden. Mehr dazu im Interview mit Eike:

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu ARchitecture gekommen?

Der 2. Februar 2021 war der Startschuss unseres Projekts. Mein Geschäftspartner Felix Kläres entwickelte in enger Zusammenarbeit mit einer ukrainischen Softwareagentur diese AR-App. Grund dafür war ein Auftrag an Felix‘ 3D-Druck-Firma „3Dforyou“, in welchem er ein Haus eines Architekten im Maßstab 1:100 für potenzielle Kunden drucken sollte. Schon damals bemerkte er einer der größten Schwachstellen. Nicht nur war eine zeit- und ortsunabhängige Präsentation unmöglich, es war keine live-experience. Der potenzielle Kunde konnte sich das Haus zwar räumlich besser vorstellen, aber beispielsweise nicht im Haus rumlaufen.

Die Lösung dieses Problems brachte die Augmented-Reality-Technologie, mit welcher man eine Immobilie im Maßstab 1:1 auf Realhintergrund platzieren und begehen kann. Und das ohne teure VR-Brille, sondern rein mit dem privaten Smartphone oder Tablet.

Nachdem Felix die Idee Jan und mir präsentierte, waren wir beide begeistert. Seitdem arbeiten wir in einer Partnerschaft zusammen und sind jetzt in der Position, den Markteintritt zu starten.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zum Launch eurer App?

Da wir durch die verlangsamende Bürokratie der Gründung unter 18 Jahren ohnehin einiges an Zeit hatten, nutzten wir diese für vielzählige Gespräche mit Architekten, Bauunternehmen, Maklern und Endkunden. Anhand dessen konnten wir die Applikation stetig weiterentwickeln. Auch einen professionellen Außenauftritt, einen Businessplan und Geschäftsstrukturen haben wir bis zur Gründung ausgearbeitet. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass wir bis dato besonders auf Branchenkontakte und die Weiterentwicklung des Produkts fokussiert waren.

Was genau ist und kann eure App „ARchitecture“ und wie hebt sie sich von bestehenden Angeboten ab?

ARchitecture ist der innovative Haussimulator, basierend auf Augmented Reality (AR) Technologie, für die Baubranche. Damit lassen sich beispielsweise Häuser in Originalgröße oder in verkleinerten Maßstäben als virtuelle Modelle in Reale Hintergründe (z.B. dem Bauplatz) live einbinden. Im Vergleich zu unserem direkten Konkurrenzprodukt “homeAR” haben wir einen wichtigen geographischen Marktvorteil.

Der Standort des Anbieters Reactar Limited mit der oben genannten Applikation ist in Neuseeland, während wir Zugang zu dem europäischen Markt haben und uns von Anfang an im deutschen Markt als einziger Entwickler für ein solches Produkt etablieren können.

In Hinsicht auf 2D-Kataloge, beispielsweise für Fertighausanbieter, haben wir den Vorteil, dass unser Produkt von dem Endkunden vollständig visualisiert werden kann - und zwar abrufbar zu jeder Zeit und platzierbar an jedem Ort.

VR-Brillen, welche heute schon als Hausvisualiserungstool benutzt werden, besitzen nicht diese Vorteile und sind sehr kostspielig.

„i-care-Award“ für digitale Innovationen in der Pflege beim Deutschen Pflegetag verliehen

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Digitale Innovationen in der Pflege: Der „i-care-Award“ für digitale Innovationen in der Pflege wurde beim Deutschen Pflegetag verliehen.

Digitale Innovationen können eine gute pflegerische Versorgung unterstützen und den Arbeitsalltag von professionell Pflegenden entlasten. Das private, internationale Pharmaunternehmen Servier hat dazu mit dem „i-care-Award“ eine Auszeichnung für Startups und junge Unternehmen vergeben, die derartige digitalen Innovationen entwickeln.

Der mit einer Förderung der Preisträger versehene „i-care-Award“ wurde im Rahmen des Deutschen Pflegetages am 13. Oktober 2021 in Berlin verliehen. Eine interdisziplinär zusammengesetzte Jury hat sich aus einer Fülle an Bewerbungen für folgende zwei gleichwertige Preisträger entschieden:

Digitale Lernplattform für Pflegeausbildung und mobiles Ausfall-/Aufgabenmanagement

Die Novaheal GmbH hat eine digitale Lernplattform entwickelt, die die gesamte Pflegeausbildung in einer Plattform bündelt, um die Pflege durch digitale Bildung zu stärken. Damit können Pflege-Auszubildende sicher und praxisnah auf dem Weg zur Pflegekraft begleitet werden. Multimediale Tests, Quizduelle, Mediathek und weitere Funktionen bieten praxisnahes Lernen, spielerisches Üben und intelligentes Nachschlagen. Lehrkräfte aus unterschiedlichen Kliniken sichern Praxisbezug und Qualität der Lerninhalte.

Die Cliniserve GmbH hat eine digitale mobile Anwendung entwickelt, die Krankenhausmitarbeiter und Pflegekräfte dabei unterstützt, mehr Zeit für die Patienten aufbringen zu können. Durch smartes Aufgabenmanagement können doppelte Laufwege und aufwändige Telefonate reduziert werden, Aufgaben priorisiert und delegiert werden und die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden. Eine Anwendung für das Management von Personalausfällen ermöglicht mehr Wertschätzung für besonderen Einsatz und reduziert Organisationsprozesse.

Digitalisierung etablieren, um Herausforderungen in der Pflege zu meistern

„Wenn wir die Herausforderungen der Pflege mit Erfolg meistern wollen, muss sich auch in diesem Bereich die Digitalisierung konsequent etablieren“, sagt Oliver Kirst, Geschäftsführer der Servier Deutschland GmbH. „Bei Servier stehen Innovationen für Patienten im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, zu dem Arzneimittel ebenso gehören wie digitale Innovationen. Daher unterstützen wir auch digitale Innovationen gerade im Pflegebereich, um eine verbesserte Gesundheitsversorgung der Zukunft aktiv mit zu gestalten.“

„Die Vorstellung innovativer Ideen und Projekte ist ein Kernstück des Deutschen Pflegetages. Auch 2021 widmen wir digitalen Innovationen und Aspekten in der Pflege eine eigene Programmsäule. Wir freuen uns sehr über die Initiative unseres Premiumpartners Servier, mit dem ‚i-care-Award’ diese Entwicklung zu unterstützen. Wir schätzen es sehr, dass die Preisverleihung im Rahmen des Deutschen Pflegetages stattfindet. Der Deutsche Pflegetag ist die perfekte Bühne, neue Ideen direkt der Zielgruppe zu präsentieren und mit ihr zu diskutieren“, so Jürgen Graalmann, Geschäftsführer der Deutscher Pflegetag Servicegesellschaft mbH und Veranstalter des Deutschen Pflegetages.

„Die Verleihung des ‚i-care-Award 2021‘ stellt eine große Ehre für uns dar und würdigt den Einsatz, den wir in den vergangenen Jahren in der Produktentwicklung und Implementierung in mehr als 20 Kliniken und Pflegeeinrichtungen geleistet haben“, sagt Julian Nast-Kolb, Geschäftsführer der Cliniserve GmbH. „Wir möchten den ‚i-care Award‘ aber auch allen Pflegekräften und Entscheidern widmen, die uns von Anfang an unterstützten und das Potenzial in neuen, digitalen Arbeitsweisen in der Pflege gesehen haben. Gemeinsam haben wir bereits viel zusätzliche Zeit für Patientenfürsorge ermöglichen können und ziehen noch mehr Motivation daraus, die Pflegearbeit weiter zu verbessern.“

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung mit dem ‚i-care-Award 2021‘ auf der großen Bühne des Deutschen Pflegetages“, sagt Turan Tahmas, Gründer und Geschäftsführer der Novaheal GmbH. „Mit Novaheal wollen wir die Profession Pflege nachhaltig stärken und Auszubildenden mehr Sicherheit im Praxisalltag vermitteln. Für eine qualitativ hochwertige und attraktive Pflegeausbildung in Deutschland, die sich international sehen lassen kann. Der ‚i-care-Award 2021‘ ist eine großartige Bestätigung unserer Arbeit und unterstreicht auch die Wichtigkeit unserer Mission.“

„i-care-Award 2022“: Bewerbungen ab Dezember 2021

Als Stifter des Preises hat sich Servier zum Ziel gesetzt, digitale Innovationen zu finden, auszuzeichnen und auch durch die Preisverleihung bekannt zu machen. Dazu werden jedes Jahr bis zu drei digitale Innovationen ausgezeichnet, die es Pflegenden in ambulanten Pflegediensten, Tagespflegen, stationären Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern ermöglichen, mehr Zeit und Qualität für den direkten Kontakt mit Patienten und Hilfsbedürftigen aufzuwenden und damit die Pflege menschlicher zu machen. Die Erstplatzierten erhalten jeweils eine Förderung in Höhe von bis zu 5.000 Euro. Bewerbungen zum „i-care-Award 2022“ können ab Dezember 2021 eingereicht werden. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen mit Sitz im deutschsprachigen Raum (DACH), die jünger als fünf Jahre sind und weniger als 100 Mitarbeiter/­innen haben. Das Produkt sollte frühestens seit dem 01.01.2019 in Deutschland vermarktet werden. Die Bewerbungsunterlagen können Sie unter der Mail-Adresse [email protected] anfordern und Rückfragen zur Ausschreibung stellen.

Über Servier

Servier ist ein privates, global agierendes und forschendes Pharmaunternehmen, das gemäß seinem Leitbild die Bedürfnisse von Patienten sowie Innovationen in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt.

Das mit 22.500 Mitarbeitern zweitgrößte Pharmaunternehmen Frankreichs erwirtschaftete im Jahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von rund 4,7 Milliarden Euro in 150 Ländern. Täglich werden 100 Millionen Patienten weltweit versorgt. Das 1954 gegründete Unternehmen vertreibt 50 Original-Medikamente und 1.500 Generika aus den Bereichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolische Erkrankungen, Krebs, Autoimmunerkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen.

Servier investiert jährlich über 20 Prozent seiner Pharma-Umsatzerlöse in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und innovativer Therapien und kooperiert multidisziplinär mit renommierten akademischen und industriellen Partnern. Als führendes Unternehmen im Bereich Kardiologie ist es das Ziel, Servier auch in der Onkologie/Hämatologie als namhaftes und innovatives Unternehmen zu etablieren.

Die deutsche Niederlassung des französischen Traditionsunternehmens mit Hauptsitz in Suresnes bei Paris wurde 1996 in München gegründet. Schwerpunkt: Marketing/Vertrieb von Medikamenten zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Depressionen sowie innovativen digitalen Gesundheitsanwendungen. Servier übernimmt im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens eine hohe gesellschaftliche Verantwortung und unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Forschungs- und Förderpreise, soziale Initiativen und Stiftungen. (www.servier.de)

Über den Deutschen Pflegetag

Der Deutsche Pflegetag ist Deutschlands führender Pflegekongress und die zentrale Branchenveranstaltung für Pflege in Deutschland. Der Deutsche Pflegetag bildet die neuesten Themen und Trends in der Pflege ab. Die begleitende Fachausstellung schafft eine Plattform für Experten, Entscheider und Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Pflege und Gesellschaft.

Die organisatorische Verantwortung für den Deutschen Pflegetag trägt die Deutscher Pflegetag Servicegesellschaft (DPSG). Der Deutsche Pflegerat e.V. ist ideeller Veranstalter des Deutschen Pflegetages.

Über die Cliniserve GmbH

Die Cliniserve GmbH hat das Ziel, mit Software einen Beitrag zur Lösung des Pflegeengpasses zu leisten. Dafür benötigt es neue Arbeits- und Personaleinsatzmodelle in der Pflege, die Cliniserve ermöglicht.

Cliniserve CARE unterstützt bei der Digitalisierung des Aufgabenmanagements in der Pflege sowie bei der Kommunikation zwischen Pflege und Patienten und der Kommunikation zwischen Krankenhausmitarbeitern. Die Cliniserve ist dabei die digitale Benutzeroberfläche für das Personal, über die via Smartphone Aufgaben empfangen, Aufgaben erstellt und via Chat kommuniziert werden kann – unter anderem auch an und von IoT und Robotik Systemen sowie als Service Call von Patienten. Cliniserve TEAM bietet eine Lösung, um im täglichen Ausfallmanagement nicht nur wertvolle Zeit und Kosten zu sparen, sondern auch Engpässe leichter abzufangen und Mitarbeitende für ihren aktiven Einsatz in der Cliniserve Mitarbeiter-App zu belohnen. 2018 gegründet, konnte Cliniserve deutschlandweit bereits über 20 Kunden wie das UKSH in der Pflege entlasten. Nähere Informationen zu Cliniserve finden Sie unter: www.cliniserve.de

Food-Start-up fordert Reinheitsgebot für Schokoriegel

Das grüne Food Start-up the nu company fordert die Lebensmittelindustrie heraus und will sie nachhaltig verändern.

2016 von drei Wirtschaftsingenieuren gegründet, hat sich das „purposedriven” Unternehmen gesunde, plastikfreie und klimapositive Snacks auf die Fahne geschrieben und zeigt damit, dass positives Wirtschaften keine Utopie mehr ist. Angetrieben durch seine Unternehmens DNA „food for a nu world” denkt das Start-up Lebensmittel kompromisslos neu: alle Produkte sind natürlicher Herkunft in Bio-Qualität, vegan, ohne raffinierten Zucker und eingehüllt in eine speziell entwickelte heimkompostierbare Verpackung aus Zellulose. Auf seiner klimapositiven Mission unterstützt the nu company Aufforstungsprojekte in Zusammenarbeit mit der Organisation Eden Projects, indem es für jedes verkaufte Produkt einen Baum pflanzt.

Nach der aufsehenerregenden Kampagne des vergangenen Jahres, fordert das Food-Start-up erneut die Lebensmittelbranche heraus. Die Challenger-Brand lädt im Rahmen der Kampagne “Neue Regeln. Neue Riegel” zum Schokoriegel-Gipfel nach Leipzig ein – und appelliert an Großkonzerne wie Nestlé, Storck, Ferrero, Mars, Mondelez, Barry Callebaut, Lindt & Sprüngli, Bahlsen, Gourvita, Hachez und Lambertz teilzunehmen.

Auf der Agenda steht ein aus ihrer Sicht längst überfälliges „Reinheitsgebot für Schokoriegel“. Hierfür hat the nu company sechs Forderungen aufgestellt, die die Gründer mit den Branchenkollegen am 21.Oktober 2021 in Leipzig diskutieren möchten.

Co-Founder Christian Fenner sagt zu der Initiative: “Letztes Jahr haben wir lautstark auf die verheerenden Folgen aufmerksam gemacht, die die Lebensmittelindustrie verursacht. Getan hat sich seitdem viel zu wenig. Deshalb gehen wir dieses Jahr einen Schritt auf große Hersteller zu, um gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen. Die Fakten sind schließlich nach wie vor alarmierend:

● Mehr als 50 Prozent der Erwachsenen und 15 Prozent der Kinder in Deutschland sind übergewichtig.

● Jeden Tag landet eine LKW-Ladung Plastik im Meer – auch aus Deutschland.

● Der Konsum von tierischen Lebensmitteln nimmt immer noch zu – obwohl eine vegane Ernährung den CO2- Fußabdruck signifikant senken könnte.

● Noch immer arbeiten über 1,5 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen weltweit.“

All diese Punkte – und die entsprechenden Antworten darauf – möchte the nu company mit den großen Wettbewerbern am 21. Oktober diskutieren. Dabei hat die nachhaltige Leipziger Food-Brand nicht nur mit den eigenen Produkten bereits ordentlich vorgelegt, sondern auch die aus ihrer Sicht notwendigen sechs Ziele bis 2030 formuliert, die nun zur Debatte stehen:

1. Zuckergehalt in Schokoriegeln um mindestens 30 Prozent reduzieren.

2. Einwegplastikverpackungen durch heim-kompostierbaren Materialien oder Papier ersetzen.

3. Tierische Zutaten wie Milchpulver durch pflanzliche Alternativen ersetzen.

4. Transparenz in der Zutatenliste schaffen durch wenig verarbeitete und möglichst natürliche Zutaten.

5. Kinderarbeit bei Kakaolieferanten vollständig bekämpfen.

6. Klimaneutralität oder -positivität der Produkte erreichen.

Co-Founder Christian Fenner abschließend: „Das deutsche Reinheitsgebot für Bier geht auf das Jahr 1516 zurück. Wir haben uns gefragt, ob ein solches Manifest nicht auch für andere Produkte funktionieren könnte, damit sie gesundheitliche und nachhaltige Standards erfüllen. Deshalb werden wir im Gespräch mit Wettbewerbern für unsere Branche gemeinsame Ziele diskutieren – im Interesse unserer Kunden und unseres Planeten. Das größere Ziel dahinter ist natürlich, dass weitere Kategorien nachziehen und wir eine nachhaltige Transformation der Lebensmittelindustrie anstoßen.”

8pitch und Lampix: Start-up finanziert Start-up

Das Fintech-Start-up 8pitch führt für das KI-Start-up Lampix die erste digitale Wertpapier-Emission durch.

Im Rahmen des Finanzierungsprojekts haben Anleger*innen die Möglichkeit, digitale Wertpapiere – sogenannte Token – am KI-Startup Lampix zu erwerben. Das Emissionsvolumen liegt bei 990.000 Euro. Die digitalen Wandelschuldverschreibungen haben eine Verzinsung von 6 % p.a.; nach Ablauf von zwei Jahren werden die erworbenen Wertpapiere in Vorzugsaktien von Lampix gewandelt. Dadurch partizipieren die Anleger*innen auch vom Wachstum des Unternehmens. Die Mindestanlagesumme beträgt 1.000 Euro.

Lampix entwickelt durch den Einsatz von KI “aufmerksamen Kellner”

Mit dem gleichnamigen Produkt hat Lampix eine Art Lampe entwickelt, die in Restaurants oberhalb der Tische montiert werden kann. Der Clou dabei: Anstatt Licht zu spenden, projiziert Lampix eine digitale Oberfläche – wie beispielsweise eine Speisekarte – auf den Tisch, über die Restaurantgäste kontaktlos bestellen können. Moritz Singer, Projektmanager von 8pitch, freut sich, die Finanzierung des innovativen Produkts mit der digitalen Wertpapier-Emission vorantreiben zu können: „Lampix ist nicht einfach das nächste Bestellsystem, sondern das Unternehmen hat auf KI-Basis einen aufmerksamen Kellner entwickel. Das ist für viele Restaurantbesitzer ein spannender Business Case - gerade weil die Suche nach qualifiziertem Servicepersonal immer schwieriger wird.”

Dank der KI-basierten Bilderkennungssoftware ist es der „Lampix-Lampe” beispielsweise möglich, leere Gläser zu erkennen – und den Gästen unmittelbar eine Nachbestellung anzubieten. Lampix-Managing-Director Julian Meier, ist überzeugt, den Besucherinnen und Besuchern von Restaurants insgesamt deutlich mehr Komfort bieten zu können: „Gerade in Folge langer Wartezeiten beim Service können viele Gäste das Essen außer Haus nicht in der Form genießen, die sie sich eigentlich erhoffen. Lampix schafft hier Abhilfe.“ Das über 8pitch eingesammelte Kapital will Lampix für die weitere Skalierung der Hard- und Softwarelösung für die Gastronomie nutzen.

8pitch-Blockchain: extrem schnell und nachhaltig

8pitch vergibt digitale Wertpapiere über die eigenentwickelte erste Finanz-Blockchain in Europa. „Dank unserer Unabhängigkeit von bereits bestehenden Blockchains sind wir nicht nur deutlich flexibler, was die Gestaltung der jeweiligen Emissionen angeht“, erklärt Moritz Singer. „Unsere Blockchain verbraucht darüber hinaus vergleichsweise wenige Ressourcen und trägt so einen wichtigen Teil zu einem nachhaltigeren digitalen Finanzmarkt bei.“ Darüber hinaus ist die 8pitch-Blockchain enorm schnell: Mit zehntausend Transaktionen pro Sekunde schlägt die Technologie sogar die Geschwindigkeit einer Paypal-Überweisung.

Die Emissionen werden von 8pitch dabei vollumfänglich durchgeführt, das heißt, neben der Konzeption der Finanzierungsprojekte und deren Durchführung stellt das Fintech auch das Haftungsdach über sein von der BaFin lizenziertes Schwesterunternehmen CONCEDUS GmbH bereit. Die Software der Online-Plattform stammt ebenfalls von einem Schwesterunternehmen: Dieses stellt seine Lösung als White-Label auch anderen Marktteilnehmern zur Verfügung.

Dropp erhält 2 Mio. Pre-Seed-Finanzierung und launcht grünen Last-Mile-Delivery-Service

Dropp, das grüne Last-Mile-Delivery-Start-up, verkündet seinen Launch in Deutschland und den Abschluss einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde von über 2 Mio. Euro.

„Wir freuen uns, mit der Finanzierung von über 2 Mio. Euro unser Produkt weiterentwickeln und unseren Service bald in weiteren Städten Deutschlands anbieten zu können. Mit unserem innovativen Ansatz, Online-Shops eine klimaneutrale und zeiteffiziente Lieferung zu ermöglichen, kommen wir unserer Vision näher, die Logistik der Zukunft im urbanen Raum entscheidend mitzugestalten“, sagt Alessa Vogler, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Dropp.

Das Berliner Start-up Dropp wurde im März 2021 von Alessa Vogler, Nicolas Pörschke und Philip Braun gegründet, die auch allesamt als Geschäftsführer fungieren. Dropp ermöglicht Unternehmen aus dem E-Commerce eine schnelle, klimafreundliche und flexible Zustellung ihrer Produkte an die Konsument:innen. Die Last-Mile-Delivery über Dropp erfolgt über E-Cargo-Bikes und mit Hilfe von ressourcenschonenden Verpackungen. Durch das Prinzip des Quick Commerce mit innerstädtischen Logistikzentren werden die Waren innerhalb von drei Stunden nach der Bestellung oder in einem beliebigen Zeitfenster von zwei Stunden zugestellt.

Mit diesem Versprechen, Lieferungen innerhalb von drei Stunden auszuliefern, positioniert sich das Start-up als innovativer Logistikdienstleister für Online-Shops. Der Service von Dropp ermöglicht es E-Commerce-Händlern, ihre Logistik auf einen sogenannten Quick Commerce-Service umzustellen. Dazu werden, ähnlich wie bei Gorillas oder Flink im Food-Sektor, Produkte in innerstädtischen Logistikzentren gelagert und mittels Fahrradkurieren klimaneutral ausgeliefert.

Mit dem frischen Kapital wird Dropp sein Team weiter aufbauen sowie die Produktentwicklung und Operations weiter entwickeln. Bis Ende des Jahres plant Dropp weitere Logistikzentren in Berlin sowie neue an Standorten in München und Köln.

Start-up Mentoring: Starthilfe auf Augenhöhe

Anhand des invest2grow-Programms von und mit Unternehmer Gerold Wolfarth zeigen wir exemplarisch, wie Gründer*innen von Mentoring profitieren können.

Statistisch gesehen überstehen 70 Prozent aller Start-ups das erste Firmenjahr nicht. Von den 23 Prozent, die es schaffen, scheitern wiederum 70 Prozent in den ersten fünf Jahren. Das sind erschreckende Zahlen. Gerade wenn man bedenkt, wie sehr Markt und Wirtschaft auf Innovationen und zukunftsträchtige Unternehmen angewiesen sind. Doch woran liegt das? Und wie kann Abhilfe geschaffen werden?

Die am häufigsten genannten Problemfelder bei jungen Unternehmen sind Vertrieb, Marketing und Kapital. Die Idee zur Firmengründung kann noch so gut sein – wenn es in den anderen Bereichen an der notwendigen Expertise mangelt, ist das Scheitern fast schon vorprogrammiert. Und genau deshalb lohnt sich für viele Start-ups der Blick über das eigene Unternehmen hinaus. Denn häufig kann Hilfe von Extern den Mangel an Erfahrung ausgleichen und damit über mögliche Stolpersteine in der Gründungsphase hinweghelfen.

Zum Beispiel in Form eines Mentoring-Programms, welches in den ersten Gründungsmonaten oder Jahren unterstützt. Ein solches Mentoring-Programm ist invest2grow von und mit Unternehmer Gerold Wolfarth. „Als ich mein eigenes Unternehmen vor über 20 Jahren gegründet habe, konnte ich niemanden um Rat fragen. Ich hatte weder Unterstützung im Finanziellen noch im Fachlichen. Damals ist in mir der Wunsch entstanden, es selbst einmal anders zu machen und jungen Unternehmer*innen zu helfen“, so Gerold Wolfarth. Aus diesem Wunsch heraus ist sein Mentoring-Programm entstanden, das sowohl das Unternehmen als auch die Unternehmerpersönlichkeit im Blick hat. Das Themenspektrum ist umfassend: Wie findest du die richtigen Mitarbeiter*innen? Wie kannst du deine Zahlen und die Finanzplanung in den Griff bekommen? Wie begeisterst du andere für dein Produkt? Wie wächst du an deinen Aufgaben? Wie baust du dir ein Netzwerk auf? Und wie entwickelst du dich als Persönlichkeit weiter? Über einen Zeitraum von 12 Monaten hinweg arbeitet ein Mentoren-Team an den spezifischen Themen der Teilnehmer*innen.

360-Grad-Blick auf die Start-ups

Das Mentoren-Team von invest2grow kommt aus unterschiedlichen Bereichen und erreicht so einen 360-Grad-Blick auf die Start-ups. Gerold Wolfarth hat sein eigenes Unternehmen in den Bereichen Objektausbau und Facility Management vom kleinen One-Man-Start-up zum Weltmarktführer aufgebaut. Heute ist er für die bekanntesten Retail-Marken der Welt tätig und investiert regelmäßig in Start-ups. Dabei sind ihm die Themen Nachhaltigkeit und Innovation ein besonderes Anliegen. Robert Hornsteiner ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der factorP leadership development GmbH & Co.KG. Als Mentor für Unternehmer*innen hat er sich darauf spezialisiert, Führungspersönlichkeiten zu entwickeln und echtes Leadership zu fördern. Burkhard Schneider vervollständigt das Team. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der beewell Business Events GmbH, die das Thema Energieeffizienz verfolgt – also Umweltschutz und wirtschaftlichen Erfolg miteinander verbindet. Er hat bereits mehr als 500 Unternehmensgründer*innen und Start-ups begleitet.

Wie sieht so ein Mentoring-Programm aus?

Bei invest2grow finden alle zwei Wochen Gruppenmeetings statt, in denen unterschiedliche Themenbereiche besprochen werden. Ständige 1-zu-1-Mentoring-Calls mit den Coaches sind zusätzlich möglich, die Teilnehmer*innen erhalten Arbeitsunterlagen und haben Zugriff auf Video-Tutorials zu den unterschiedlichsten Themen. Das Wichtigste: Es geht nicht nur um graue Theorie. Alle Teilnehmenden erhalten Pitch-Möglichkeiten vor möglichen Investoren, etwa bei der Eventreihe THE GROW. Und es besteht die Chance auf ein Invest in Millionenhöhe. Durch die Zusammenarbeit von invest2grow mit dem Kooperationspartner SalsUp entstand die Ökovation Ventures Beteiligungsgesellschaft. Diese unterstützt junge Unternehmen mit Pre-Seed Investments von bis zu 750.000 Euro.

Gründer*in der Woche: BlogTec – frischer Wind im SEO & Content Markt

Manuel Brandt ist 22 Jahre alt und hat Anfang 2020 BlogTec gegründet. Im vergangenen Jahr hat er von Taiwan und Madeira aus gearbeitet – auch in diesem Jahr stehen wieder neue Destinationen als Arbeitsorte an. Seine Philosophie: Jeder kann arbeiten, wo und wann er möchte, Hauptsache es gibt eine Internetverbindung für den Laptop. Mehr dazu und zu seinem Tech-Start-up im Interview mit Manuel.

Du bist das, was man einen Digitalen Nomaden nennt. Wie bist du auf die Idee dazu gekommen und was sind deine wichtigsten Learnings für dich persönlich und dein Startup?

Ich habe schon als Kind digitale Produkte gebaut. Schon in der Grundschule habe ich mich an E-Books probiert, mit 12 habe ich angefangen, Websites zu bauen. Nachdem ich mit dem Abitur fertig war, wusste ich dann überhaupt nicht, wohin mit mir.

Ich habe dann erst mal ein Jahr lang gearbeitet, um mir etwas Zeit zu geben, das Passende zu finden. Nach dem Jahr war mir dann klar, dass ich etwas mit Team Management machen möchte. Daher war es mein Plan, BWL zu studieren und vorher mit dem aus dem Jahr angesparten Geld ein Jahr lang auf Weltreise zu gehen.

Ich habe mir dann ein One-Way-Ticket nach Bangkok gekauft und bin ziemlich schnell mit einer Idee für ein Non-Profit-Online-Start-up in Vietnam hängengeblieben. Schnell habe ich dann gemerkt, dass ich mehr von der Welt sehen möchte und dass ich gleichzeitig problemlos online Websites entwickeln kann. Das Ganze hat sich also eher ergeben, als dass es eine bewusste Entscheidung war.

Gerade durch die Zeit in Asien konnte ich super viel als Person lernen. Ich habe nicht am Strand in Touristenhotspots gelebt, sondern inmitten der "Locals". Meine ersten drei Monate in Vietnam habe ich zum Beispiel in einem Nebenraum in einem Café gelebt, in Kambodscha einige Wochen bei einer Familie in einer Gegend ohne fließend Wasser oder Strom.

Das Reisen, Organisieren, sich zu etwas überwinden und neue Dinge ausprobieren, hat mir geholfen, mich weiterzuentwickeln. Vor allem Herausforderungen angehen, Probleme lösen, mit Stresssituationen umgehen und offen für Neues zu sein, sind Skills, die ich gelernt habe und die mir jetzt auch dabei helfen, BlogTec zu leiten.

Wie lebst du bzw. lebt ihr das Remote Working aktuell bei BlogTec? Wo sind ggf. Fallstricke, die es dabei zu beachten gilt?

Wir sind ein Remote-Only-Unternehmen, haben also gar kein Office. Unser Team ist quer auf der Welt verteilt, mittlerweile sogar schon auf jedem Kontinent. Die meisten sind dabei keine Digital Nomads und haben einen festen Wohnort, genießen aber trotzdem die Freiheit, hin und wieder mal von woanders aus arbeiten zu können. Wir haben aber auch sehr coole Storys, wie unser Head of Marketing, der mit seiner Partnerin mit dem Boot durch die Welt reist.

Am wichtigsten bei Remote Working sind die Tools, mit denen man arbeitet. Man muss viel Zeit darin investieren, die richtigen Tools zu finden, diese durchgehend zu optimieren und klare Guidelines zu schaffen, wie sie benutzt werden sollen. Durch Remote Working schafft man sich quasi ein kleines Extra Department, welches sich nur damit beschäftigt, die Tools, Abläufe und Kommunikation zu verbessern.

Wenn man sich die Zeit nimmt, ist Remote Working super und auf keinen Fall ein Nachteil gegenüber dem Arbeiten im Office! Schwierig wird es, denke ich, bei Hybriden. Wenn Unternehmen sowohl Arbeit im Office als auch Remote Working anbieten, ist es wahrscheinlich, dass das Team im Office oft bevorzugt wird und mehr über die neuen Updates Bescheid weiß, als der Rest des Teams.

Nun zu BlogTec: Wann und wie bist du auf die Idee zu deinem Unternehmen gekommen?

Wie schon erwähnt, wollte ich mit 19 um die Welt reisen und hatte dann ziemlich schnell eine Idee für ein Non-Profit Start-up. Dieses Projekt ging damals zwar nicht über mehr als ein paar Spendensammlungen hinaus, aber durch das Projekt konnte ich viel über Webdesign, Content Writing und Online-Marketing lernen, was mir dann den Weg als Freelancer geebnet hat.

Ich habe dann angefangen, als Webdesign Freelancer zu arbeiten. Meine Kunden wollten dann natürlich auch Content für ihre Seite, weshalb ich mich mit Content Writing auseinandergesetzt habe. Als die Kunden dann ihre Website mit Texten hatten, wollten sie mehr Besucher, weshalb ich mich mit Suchmaschinenoptimierung auseinandergesetzt habe.

Als ich dann einem anderen Start-up als Web Entwickler beigetreten bin, habe ich mich beim Freelancing komplett auf SEO und Content konzentriert. Da ist mir schnell aufgefallen, dass es keine wirklich gute Lösung gibt, vor allem für kleine und mittelständige Unternehmen. Ein Freelancer- oder In-House-Team aufzustellen, ist meistens sehr zeitintensiv, komplex, und man weiß nicht wirklich, was einen erwartet. Agenturen sind teuer, haben oft hohe Mindestsätze und sind unflexibel.

Da habe ich angefangen zu überlegen, wie ein besseres Produkt aussehen könnte und dann ziemlich schnell BlogTec gestartet: erst mal nur mit monatlichen Abos, die man per E-Mail buchen kann. Ein Jahr später habe ich dann angefangen, die Web-App für BlogTec zu entwickeln und nach ca. zwei Monaten haben wir diese (im April dieses Jahres) veröffentlicht.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go Live der Plattform?

Dass wir mit den Subs, die man über E-Mail buchen kann, schon ein MVP hatten, hat uns beim Entwickeln der Plattform sehr geholfen, da wir uns so praktisch voll auf die Entwicklung der neuen Plattform konzentrieren konnten und trotzdem bereits Revenue hatten. Wir konnten außerdem lernen, dass unser Produkt wirklich einen Bedarf hatte – wir hatten von Tag eins an aktive Nutzer in der Plattform.

Was ist das Besondere an BlogTec, wie unterscheidet ihr euch von den vielen anderen SEO-Anbietern bzw. Agenturen?

Ein Freelancer- oder In-House-Team aufzustellen, ist super zeitintensiv. SEO und Content sind komplexe Themen und brauchen mehr als ein Teammitglied. Ein gut aufgestelltes Team hat einen On-Page-SEO-Experten, einen Off-Page-SEO-Experten, einen Content Manager und einen Content Writer. Soll die Website dann noch in verschiedenen Sprachen erstellt werden, kommen pro Sprache noch mal genauso viele Mitglieder dazu. Diese müssen alle eingestellt und gemanaged werden. Man muss eine Strategie entwickeln, Briefings erstellen und die Arbeit kontrollieren. Das ist ein enormer Zeitaufwand und super stressig.

Bei Agenturen spart man sich einiges an Zeit, jedoch sind diese im Vergleich sehr teuer, obwohl sie ja eigentlich effizienter sein sollten. Dazu kommen hohe Mindestsätze (oft min. 2000 Euro im Monat) und Mindestlaufzeiten. Außerdem muss man bei Agenturen sehr viel Verantwortung abgeben und hoffen, dass es klappt, und kann selber wenig mitentscheiden.

BlogTec verbindet die Vorteile beider Optionen:

  • Wir sind die zeitsparendste Lösung: Einen Account zu erstellen und etwas zu buchen ist in wenigen Minuten erledigt. Auch unsere Antwortzeiten im Support oder für kostenlose Beratung per E-Mail oder Video-Call sind schnell.
  • Wir sind so flexibel wie ein Freelancer: Man kann alle Produkte einzeln buchen, wir bieten aber auch monatliche Abos, welche keine Mindestlaufzeiten haben und monatlich kündbar sind, an.
  • Wir haben ein einzigartiges Preis-Leistungs-Verhältnis: Durch unsere Plattform können wir viel automatisieren, weshalb wir die besten Preise auf dem Markt anbieten können. Gute Ergebnisse sieht man bereits mit unseren monatlichen Abos für 490 Euro pro /Monat.
  • Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch: Sowohl im Support und der Strategieberatung, aber auch bei den Produkten ... Wir machen alles intern, haben für alle Produkte klare Guidelines, jedes Produkt wird von einer zweiten Person kontrolliert (e.g. jeder Text hat einen Writer und einen Editor), und wir arbeiten jede Woche daran, die Produkte weiter zu verbessern.
  • Bei uns bekommt man alles an einem Ort: Wir bieten alle wichtigen SEO- und Contentleistungen für verschiedenste Websiteplattformen (z.B. WordPress oder Shopify) an. In Zukunft kommen weitere Services in anderen Bereichen wie Webdesign dazu.

Die Leistungen gibt es derzeit in Deutsch und Englisch. Bald kommen Spanisch, Italienisch und Französisch. Wir planen noch mehr Sprachen anzubieten.

Wer sind eure Kund*innen?

Insgesamt haben wir einen sehr breiten Kundenstamm. Dazu gehören sowohl kleine Betriebe und mittelständige Unternehmen also auch Enterprise Unternehmen wie Wise. Unser Fokus liegt derzeit jedoch klar auf kleinen und mittelständigen Unternehmen, die ihre Kunden schon online finden. Unter unseren Kunden sind viele Start-ups, da diese offen für ein neues Produkt wie BlogTec sind, sowie sehr viele Online-Shops. Schaut man auf die Nischen, gibt es da kaum Einschränkungen. Wir zählen sowohl Online-Shops für Beauty Produkte, IT-Start-ups, Finanzdienstleister, Zahnarztpraxen oder Edelstahlanbieter zu unseren Kunden. Das liegt daran, dass wir ein großes und weit aufgestelltes Team haben und dadurch praktisch einen Experten in jedem Bereich haben.

Wie hast du deinen Unternehmensstart und damit dich selbst bislang finanziert?

Ich habe das Unternehmen damals mit 2500 Euro gestartet, die ich von meinem Reisebudget noch übrig hatte. Neben BlogTec leite ich noch das Product Team von beducated.com. So musste ich mir von BlogTec nie ein Gehalt auszahlen und konnte das stattdessen in das Unternehmen stecken.  Jetzt suchen wir aber nach zusätzlichen Finanzierungsoptionen, damit wir unsere Plattform schneller verbessern und wachsen können.

Was sind deine weiteren unternehmerischen Vorhaben?

Die nächste Zeit soll erst mal so weitergehen. Wir sind bei BlogTec noch am Anfang unseres Weges und es gibt noch viel zu tun und zu lernen. Deshalb werde ich auch weiterhin darauf meinen Fokus legen. Immerhin wollen wir in den nächsten fünf Jahren die Nummer 1 in ganz Europa sein, wenn es um Website Traffic geht!

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Man sollte sich auf jeden Fall auf das Produkt und den Mehrwert konzentrieren. Vor allem im Bereich der Marketingdienstleistungen geht es vielen Anbietern vor allem um Profit und weniger um Innovativität und Nutzererlebnis. Ich bin der Überzeugung, dass vor allem auf lange Sicht das bessere Produkt immer gewinnen wird.

Man sollte sich bewusst sein, was es bedeutet ein Tech-Start-up zu gründen. Der Gründer kommt als Erstes und geht als Letztes. Ich arbeite im Schnitt 60 bis 80 Stunden/Woche, bei besonderen Launches auch mehr, und habe seit der Gründung nicht mehr frei gehabt. Trotzdem ist gerade am Anfang nicht das Geld da, um sich ein gutes Gehalt bzw. überhaupt eines auszahlen kann. Man muss also auf jeden Fall mit Leidenschaft dabei sein, ansonsten bleibt man nicht am Ball.

Ein großer Fehler, den ich vor allem am Anfang gemacht habe, ist, dass ich mich nicht genug auf Zahlen konzentriert habe. Ich arbeite sehr leidenschaftlich am Produkt und hatte mehrmals Phasen, in denen ich dadurch nicht genug auf unsere Zahlen geschaut habe. Man sollte von Anfang an schauen, dass man so viele Daten wie möglich sammelt, diese in monatliche und wöchentliche Metriken packt, Ziele für die wichtigsten Werte setzt, und jede Woche in relevanten Teams diese Zahlen bespricht.

Hier geht's zu BlogTec

Das Interview führte Hans Luthardt

Impact Festival 2021

Das Impact Festival findet vom 16. bis 17. September 2021 in Offenbach am Main statt. Das Ziel: die nachhaltige Transformation zu beschleunigen, indem man alle relevanten Player zusammenbringt. Im Zentrum steht dabei die Verbindung von Innovatoren wie Green Start-ups mit Corporates und Investoren.

Mit dem IMPACT FESTIVAL entsteht zugleich die erste “community-based” Plattform für nachhaltige Technologien und Innovationen, die nachhaltige Transformation durch die Verbindung und Kooperation aller Akteure beschleunigen will.

Mehr dazu im Interview mit Co-Initiator Fabian Demuth:

Nachhaltigkeit ist eines der wirtschaftlichen Top-Themen – auch für Start-ups. Längst ist der häufig als Modewort ge- und missbrauchte Begriff mit echten Inhalten und Visionen belegt – umso wichtiger ist es, das Thema in die Köpfe und den Alltag der relevanten Player zu bringen. Wann und wie bist du zusammen mit Moritz Schwarz auf die Idee zum Impact Festival gekommen?

Anfang 2020 haben wir uns gefragt, wie wir den gesamten Prozess der nachhaltigen Transformation beschleunigen können. Da hatten wir bereits ein kleines Netzwerk an Start-ups, Investoren und Experten – so kam die Idee ein Format zu schaffen, welches in sehr fokussiertem und inhaltlichem Rahmen die wichtigsten Akteure zusammenbringt. Mit dem Ziel: Implementierung und Finanzierung von skalierbaren Technologien zu beschleunigen.

Ergänzung: Ich würde es nicht als Modewort bezeichnen, da es hierbei um unsere Lebensgrundlage- und Erhaltung geht und somit (hoffentlich) nie außer Mode kommen sollte.

Und was sind deiner Meinung nach die größten Herausforderungen, um nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zu generieren?

Es gibt sehr viele Herausforderungen, da das Thema Nachhaltigkeit jeden und alle Bereiche unseres Alltags betrifft. Wichtig aus meiner Sicht ist, vor allem die Dringlichkeit zu erkennen und mit wissenschaftlichen Fakten aufzuklären. Sowie die Tatsache, dass Technologie eine sehr entscheidende Rolle spielt – und weiterhin spielen wird, jedoch wir auch gleichzeitig unseren Lebensstil anpassen müssen.

Welche Rolle nimmt hier euer Impact Festival ein?

Auf der einen Seite zeigen wir die vielversprechendsten Technologien und verbinden Innovatoren mit Corporates und Investoren. Auf der anderen Seite informieren und inspirieren wir auch rein inhaltlich zu übergeordneten Themen mit Vorträgen von Wissenschaftlern oder über Kunstinszenierungen.

Was erwartet mich als Besucher*in beim Impact Festival?

Spannend wird vor allem die Ausstellung der über 130 Start-ups sein, hier gibt es neben Tech-Lösungen aller Art sogar plastikfressenden Würmer, neue Materialstoffe und Fahrzeugkonzepte. Ein vielfältiges Programm aus Vorträgen, interaktiven Masterclass Formaten und ein veganes zero waste Food Konzept rundet das ganze ab.

Und was ist nach dem Impact Festival geplant?

Wir haben ein Rahmen-Programm das auch ganzjährig läuft bspw. unsere Podcast Reihe, das Magazin oder die Impact Challenge für Studenten. Sowie einige weitere Projekte, die holistisch darauf aufbauen, nach dem Festival gibt es hierzu mehr Infos …

Das Impact Festival auf einen Blick

Hier die Infos zum Programm

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Gründer*in der Woche: Bling Card - der Taschengeld-Digitalisierer

„Im Zeitalter von bargeldlosem Bezahlen, Online-Shopping und Bitcoin ist es für Kinder und Jugendliche so schwierig wie noch nie, den Umgang mit Geld zu lernen“, so Nils Feigenwinter, Gründer der Bling Services GmbH. Wie er das Problem lösen will, erklärt Nils im Interview.

Wann und wie bist du auf die Idee zu Bling gekommen - haben da eigene Erfahrungen aus der Jugendzeit mit reingespielt?

Mit meinen 21 Jahren ist es tatsächlich noch nicht so lange her, dass ich noch selbst Taschengeld erhalten habe. Leider stand auch bei mir der Umgang mit Geld nicht auf dem Stundenplan. Ich habe zwar den Satz des Pythagoras und viele andere Dinge in der Schule gelernt, jedoch nichts zu Finanzkompetenz, Sparen und Budgetierung. Als ich dann mit 15 Jahren mein erstes Start-up „Tize“ gegründet habe, hätte ich mir gewünscht, bessere Finanzskills zu haben. So war das ein ziemlicher Sprung ins kalte Wasser.

Da das Thema Geld in der Schule noch immer nicht behandelt wird, musste eine Alternative her. Mit der Bling Card & App entwickeln wir eine edukative Lösung, mit welcher Kinder und Jugendliche den Umgang mit Geld Schritt für Schritt lernen können. Da meine Mitgründer und Mitgründerinnen Eltern sind, sind auch deren Bedürfnisse sehr gut abgedeckt.

Wer gehört noch zu deinem Expert*innenteam?

Unser Start-up wird von einer unabhängigen Fachgruppe kontrolliert, welche in Kürze als eigenständiger Verein organisiert sein wird. Zu dieser Fachgruppe gehören Eltern sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen Pädagogik, Erziehung und Finanzen. Die Fachgruppe trifft sich einmal im Monat und muss die Freigabe für jede neue Funktion der Bling Card & App geben. Damit stellen wir sicher, dass unser edukatives Versprechen auch richtig umgesetzt wird.

Was waren dann die wichtigsten Schritte von der Idee über die Gründung bis zum bald bevorstehenden Launch deiner App und der Bling Card?

Auf jeden Fall die Gründung der Fachgruppe und die Ausarbeitung des pädagogischen Konzepts. Darauf basiert bei uns die gesamte Entwicklung. Wir konnten außerdem ein tolles Development-Team aufbauen, das einzigartige Funktionen umsetzt. Natürlich war auch die Wahl des Karten- und Finanzpartners ein wichtiger Schritt für uns.

Was genau ist bzw. kann die Bling Card inkl. App?

Mit der Bling Card bezahlen Kinder und Jugendliche selbständig in ganz Deutschland sowie im Internet. Und mit der dazugehörigen App lernen sie den Umgang mit echtem Geld. Es ist „Learning by doing“. Das „Learning“ mit der App und das „Doing“ mit der Karte. Die Bling App hat zwei Ansichten. Eltern haben die Kontrolle über die Ausgaben und können jederzeit Geld senden. Die Ansicht der Kinder und Jugendlichen erlaubt es ihnen, ihre Einnahmen und Ausgaben zu verstehen und geldklug zu werden. Dazu kommen viele Funktionen wie Sparziele und Belohnung für Aufgaben dazu. Schulden sind mit der Bling Card nicht möglich. Kinder können nur so viel Geld ausgeben, wie auf der Karte ist.

Gibt es vergleichbare Produkte - wenn ja, wie unterschiedet sich deine Lösung von anderen Bezahlkarten?

Es gibt kein Produkt, das Jugendlichen den Umgang mit Geld basierend auf einem echten pädagogischen Konzept vermittelt.

Was sind deine weiteren Pläne, nachdem die Bling Card passend zum Weltspartag 2021 am 31. Oktober gelauncht werden soll?

Wir möchten alle Familien in Deutschland geldklug machen. Um dieses Ziel zu erreichen, möchten wir die Bling Card & App so stark wie möglich verbreiten. Und unsere Fachgruppe hat das Ziel, das Thema Gelderziehung auch aufs politische Parkett zu bringen. Damit Geld irgendwann tatsächlich auf dem Stundenplan steht.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Einfach machen. Als ich die Idee zu Bling hatte war ich 20 Jahre alt. So ziemlich alle haben mir davon abgeraten, ein Finanzprodukt zu entwickeln. Gemacht habe ich es trotzdem und bin froh darüber.

Hier geht's zur Bling Card

Das Interview führte Hans Luthardt