5 Mio. für E-Health-Start-up Perfood


44 likes

Das 2017 gegründete E-Health-Start-up Perfood hat eine Series A Finanzierungsrunde in Höhe von fünf Mio. Euro abgeschlossen.

Die Lübecker Perfood GmbH entwickelt eine Reihe digitaler Therapien, die auf personalisierter Ernährung basieren. Das Unternehmen wurde von Dominik Burziwoda (CEO), Dr. Torsten Schröder (Chief Medical Officer), Dr. Christoph Twesten (CTO) und Prof. Dr. Christian Sina im Jahr 2017 an der Universität zu Lübeck, einer der führenden deutschen Life Science Universitäten, gegründet. Das Team besteht aus mehr als 20 Mitarbeitern aus den Bereichen Medizin, Datenwissenschaft, Ernährung, Computertechnik, Wirtschaft und Design. Perfood arbeitet in wissenschaftlichen Projekten mit führenden multinationalen Unternehmen und KMU wie Evonik, Beiersdorf und Boehringer Ingelheim zusammen. Die von Perfood entwickelte App wird von akademischen Einrichtungen wie dem Leibniz Center und der Universität Lübeck in einer der größten deutschen Studien zur Untersuchung der Verbreitung von Sars-CoV-2 verwendet.

Das frische Kapital kommt außerdem vom deutschen Family Office UV-Cap und der Schweizer Investitionsplattform investiere. Die Mittel werden unter anderem für die Markteinführung von Perfoods digitaler Migräneprophylaxe sinCephalea und die damit zusammenhängenden klinischen Studien verwendet. Die Ausweitung auf weitere Indikationen ist ebenfalls Teil dieser Finanzierungsrunde. Dr. Oliver Reuß, Boehringer Ingelheim Venture Fund, wird zusammen mit Nicholas Vetter von UV-Cap sowie Jochen Brüggen und Perfood-CEO Dominik Burziwoda dem Beirat von Perfood beitreten.

„Mit dem Boehringer Ingelheim Venture Fund, UV-Cap und investiere verfügt Perfood über ein herausragendes Setup, um sinCephalea nicht nur in Deutschland, sondern auch international auf den Markt zu bringen“, sagt Dominik Burziwoda, Gründer und CEO der Perfood GmbH. Dr. Torsten Schröder, Chief Medical Officer Perfood, ergänzt: „Wir freuen uns sehr, internationale Top-Partner im Boot zu haben, die erstklassiges Know-how aus Medizin und High-Tech vereinen. Gemeinsam können wir vielen Millionen Migränepatienten mit einer digitalen Therapie eine innovative Behandlungsoption bieten.“

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

825.000 Euro-Investment: Wildplastic schließt nachhaltige Finanzierungsrunde ab

Wildplastic hat eine 2. Finanzierungsrunde in Höhe von 825.000 Euro abgeschlossen. Diese Finanzierung statuiert zugleich auch ein Exempel für passende Finanzierungen nachhaltiger Geschäftsmodelle.

Die Wildplastic GmbH mit Sitz in Hamburg wurde im Jahr 2019 von sieben Mitstreiter*innen mit der Mission gegründet, die Welt vom wilden Plastikmüll zu befreien. Wildes Plastik ist all das Plastik, welches sich außerhalb des Recyclingkreislaufs auf illegalen Mülldeponien, in der Natur oder im Straßenbild befindet.

Wildplastic holt in Ländern ohne ausreichende Abfallwirtschaft wildes Plastik in die Recyclingkreisläufe zurück und verarbeitet es zu neuen Produkten wie Müllbeuteln und Versandtaschen. Die Hamburger arbeiten dabei mit lokalen Organisationen in Ländern wie Indien, Thailand, Ghana oder Indonesien zusammen. Allein im vergangenen Jahr hat Wildplastic knapp 310 Tonnen wildes Plastik in den Recyclingkreislauf zurückgeholt und damit etwa 700 Tonnen CO2 eingespart. Außerdem wurden mehr als 6.700 Tage mit besseren Arbeitsbedingungen für Sammler*innen vor Ort ermöglicht. Darüber hinaus setzt sich das in Verantwortungseigentum gegründete Unternehmen für eine zukunftsweisende Wirtschaft und ein nachhaltiges Unternehmer*innentum ein.

Mit der gerade abgeschlossenen Finanzierungsrunde erhält Wildplastic Kapital von sieben neuen Finanzierungspartner*innen: Cantella, Focussed Business Events, Matthias Fricke, Janina Weingarth, Karma Capital, Nadia Boegli und Wilfried Gillrath. Zu den bisherigen Finanzierungspartner*innen zählen Purpose Ventures, Planet A Ventures, Golzern Holding und Innovation for Impact.

„Ein riesiger Dank gilt unseren neuen und bestehenden Finanzierungspartner*innen. Denn, ob wir die nachhaltige Transformation der Wirtschaft realisieren können, hängt maßgeblich von der passenden Finanzierung ab“, sagt Christian Sigmund, Mitgründer und CEO von Wildplastic und ergänzt: „Die Kreislaufwirtschaft schafft ein völlig neues System, und dieses System braucht auch neue, regenerative Wege der Finanzierung.“

Unternehmen in Verantwortungseigentum

Neue Wege der Finanzierung braucht Wildplastic auch, weil das Unternehmen als GmbH in Verantwortungseigentum gegründet wurde. Das Besondere dabei ist, dass in diesem Modell die Stimmrechte von den wirtschaftlichen Rechten getrennt sind. So wird sichergestellt, dass Entscheidungen innerhalb des Unternehmens auf der Grundlage des Unternehmenszwecks und nicht nach individuellen finanziellen Motiven getroffen werden. Die Inhaber der Stimmrechte sind Entscheider im Unternehmen und können keine Gewinne oder Vermögenswerte abziehen. Ein klassischer Exit ist somit nicht möglich. Langfristiges, nachhaltiges Wirtschaften ist stattdessen das Ziel. Diese Struktur ist in den Statuten des Unternehmens verankert. Um sie langfristig rechtlich verbindlich zu machen, hat Wildplastic ein Prozent der Stimmrechte der Purpose Foundation anvertraut, die rechtlich verpflichtet ist, gegen Änderungen, die das Verantwortungseigentum untergraben, Einspruch zu erheben, die aber kein weiteres Mitspracherecht im Unternehmen hat.

Vorreiter für eine neue Wirtschaftsform

Mit der Gründung in Verantwortungseigentum ist Wildplastic ein Pionier dieser Art des Wirtschaftens im Start-up-Bereich. Damit gehören sie zu den unternehmerischen Vorbildern für eine wachsende Zahl von Unternehmen, die Unabhängigkeit und den Bestand ihrer Unternehmen im Sinne einer nachhaltigen Wertschöpfung sicherstellen wollen. Um diese zukünftig einfacher umzusetzen, wird derzeit eine neue Rechtsform geschaffen: die Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit gebundenem Vermögen, kurz GmgV. Ein Gesetzesentwurf liegt bereits vor.

Wachstumsfinanzierung für die nachhaltige Mission

„Wir von Wildplastic setzen auf Regeneration statt Extraktion: Wildplastic finanziert sich über Anteile, die Finanzierungspartner*innen eine adäquate Beteiligung am unternehmerischen Erfolg erlauben“, erklärt Christian Sigmund. Die Anteile sind im Gewinnrecht gedeckelt und stimmrechtslos, somit bleibt die Kontrolle im Unternehmen. Im unternehmerischen Erfolgsfall werden Teile der Gewinne verwendet, um die Finanzierungspartner*innen für ihr Risiko adäquat zu kompensieren. Dies geschieht bis zu einem vereinbarten Cap. Danach werden die Gewinne in den Unternehmenszweck reinvestiert. Christian Sigmund: „Somit vereinbaren wir eine nachhaltige Mission mit einer passenden Wachstumsfinanzierung.“

Die abgeschlossene Finanzierungsrunde ermöglicht es Wildplastic, die Lieferketten weiter auszubauen, mehr Sammelorganisationen einzubinden, neue Produkte zu entwickeln und im deutschsprachigen Markt zu wachsen. Denn eines ist sicher: das Wildplastic Team ist wild darauf, die Plastikkrise anzugehen und gleichzeitig Wirtschaft und nachhaltiges Unternehmer*innentum neu zu denken.

embedded ocean: Mio.-Finanzierung für Edge-Control-Plattform Xentara

Das 2020 von Philipp Kirschenhofer und Michael Schwarz gegründete Software-Start-up embedded ocean hat seine Late-Seed-Runde erfolgreich abgeschlossen und einen einstelligen Millionenbetrag eingeworben.

Das Münchner Start-up embedded ocean liefert mit seiner Edge-Control-Plattform Xentara einen elementaren Baustein für die datengetriebene Zukunft der Industrie. Xentara macht Bestandanlagen „IoT-ready“, überführt die Industrieautomation ins Zeitalter von AI/ML und bildet einen echtzeitfähigen digitalen Zwilling für Simulation, Test und Validierung. So soll die nächste Stufe an Effizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit erreicht und Manufacturing X Wirklichkeit werden.

Als neuen Investor konnte Xentara den Serien-Unternehmer Christoph Bergner gewinnen. Außerdem erweiterte der Bestandsinvestor Isar Valley Ventures in dieser Runde sein Engagement. Das eingesammelte Kapital ermöglicht es dem inzwischen auf 20 Mitarbeitende angewachsenen Team, bestehende Projekte beschleunigt in die Serie zu überführen sowie neue Kund*innen, Systemintegratoren und Partner*innen an Bord zu holen, um den Scale-up des Unternehmens voranzutreiben. Unterstützt wird dies durch den anstehenden Launch von Xentara 2.0.

Im Rahmen der Seed-Runde wurde zudem die Gesellschafterstruktur aktualisiert und bereinigt, um den Grundstein für eine weitere Internationalisierung zu legen.

Michael Schwarz, Cofounder embedded ocean: „Dass wir mit Volker Warzecha von Isar Valley Ventures und Christoph Berger als Kapitalgeber zwei erfahrene Unternehmer gewinnen konnten, bestätigt uns in unserem Anspruch, mit Xentara den ultimativen Baustein für Manufacturing X zu bauen. Das Investment kommt dabei genau zum richtigen Zeitpunkt. So können wir noch schneller mehr Kunden und Partner in die Lage versetzen, auf Basis von Xentara selbständig passgenaue datengetriebene Lösungen für ihre Geräte, Maschinen und Produktionslinien umzusetzen.“

Volker Warzecha (Isar Valley Ventures): „Aus der Bürowelt ist jedem bewusst, dass ohne Betriebssysteme wie Windows, iOS oder Android die Vernetzung von Applikationen und Geräten nicht möglich wäre und ein Großteil an Innovationen der vergangenen Jahre wohl nicht stattgefunden hätte. Xentara liefert die Basis für eine entsprechende Betriebsplattform für Smart Factories und Industrie 4.0/5.0. Es war für mich daher keine Frage, das Team auch in dieser Runde zu unterstützen.“

Serial-Entrepreneur Christoph Bergner: „Mit der Erfahrung aus dem System Engineering bin ich überzeugt davon, dass Modell- und KI-getriebene Test- und Steuerungskonzepte auf Basis von Echtzeit sich auch in Maschinenbau und Produktion durchsetzen werden. Was das Xentara Team in kurzer Zeit technisch geleistet hat, ist absolut beeindruckend. Ich bin sicher, dass Xentara bei der Transformation der Industriesteuerungen hin zu software- und datenbasierten Ansätzen global eine wichtige Rolle spielen wird. Ich freue mich, zur Xentara-Familie zu stoßen und nun meinen Teil dazu beizutragen, die spannende Story fortzuschreiben.“

Gründer*in der Woche: Mediform – MediVoice, der autonome Praxisassistent

Von der Vision zur Realität: Wie Jochen Krause und Daniel Kämmerer mithilfe ihres KI-basierten Sprachassistenten „MediVoice“ das Praxismanagement optimieren und damit auch die Patient*innenzufriedenheit steigern.

Insbesondere im Gesundheitswesen steigt die Nachfrage nach medizinischer Versorgung stetig, wodurch die Notwendigkeit für innovative und vor allem effiziente Lösungen immer dringlicher wird. Hier setzt das Karlsruher E-Health-Start-up Mediform mit seinem KI-basierten Sprachassistenten „MediVoice“ an.

Die beiden Gründer, Jochen Krause und Daniel Kämmerer, teilen eine Vision: Sie wollen die Kommunikation in Arztpraxen optimieren und den Arbeitsaufwand für das medizinische Personal minimieren. Doch was hat sie dazu motiviert, sich auf die Automatisierung von Praxisabläufen zu spezialisieren?

Jochen Krause gründete das Unternehmen im Jahr 2022 aus der Innoopract GmbH heraus – mit über 20 Jahren Berufserfahrung im Bereich Softwareentwicklung. Er erklärt: „Durch unterschiedliche Projekte im Healthcare-Bereich mit digitaler Anamnese haben wir zunehmend festgestellt, wie groß der Nachholbedarf an Innovation und Digitalisierung dort ist. Durch diese Nähe zum Markt und Einblicke in die Prozesse der ambulanten Gesundheitsversorgung wurde schnell klar, dass das Telefon eine riesengroße Herausforderung ist.“

Und tatsächlich: Trotz Online-Angeboten bei der Terminvergabe bleibt das Telefon laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung für mindestens 70 Prozent aller Patient*innen der bevorzugte Kommunikationskanal. In der Kombination von Fachkräftemangel, steigenden Personalkosten und starker zeitlicher Ballung von Anfragen, führt dies jedoch zu begrenzter telefonischer Erreichbarkeit und somit unzufriedenen Patient*innen. „Unsere Motivation, Mediform zu gründen, war daher, diese unbefriedigende Situation zu verbessern und Praxisabläufe zu automatisieren. Wir sehen darin eine spannende Herausforderung mit großem Nutzen für Arztpraxen und Patient*innen“, so Krause.

Die Zukunft ist jetzt: KI smart nutzen

MediVoice ist das Herzstück hinter der Vision des Unternehmens. Der KI-basierte Sprachassistent führt Gespräche mit Patient*innen in vertrauter Sprache und bearbeitet Anliegen autonom, ohne die Notwendigkeit manueller Nachbearbeitung durch das Praxisteam. „Die Entwicklung fand und findet dabei in enger Zusammenarbeit mit Ärzt*innen und MFAs statt, somit stehen die spezifischen Bedürfnisse dieser Zielgruppe an oberster Stelle. Schließlich sollen hauptsächlich ambulante Gesundheitsdienstleister langfristig von MediVoice profitieren, darunter Praxen, Praxisnetze sowie Medizinische Versorgungszentren (MVZs). Das übergeordnete Ziel ist es, Praxisteams von 80 Prozent der Aufgaben für die Terminvergabe und weiteren wiederkehrenden Anliegen der Patient*innen zu entlasten", erklärt Daniel Kämmerer.

Komplexe Anfragen von Anfang bis Ende autonom

Was macht MediVoice gegenüber anderen Telefonassistenten nun aber einzigartig? „MediVoice erledigt Arbeit end-to-end und türmt sie nicht nur an anderer Stelle wieder auf“, fasst Kämmerer kurz zusammen. Im Gegensatz zu anderen Lösungen auf dem Markt bietet MediVoice – durch seine neuste KI-basierte Technologie – fachgebietsspezifische Logik und bearbeitet auch komplexe Anfragen von Anfang bis Ende autonom. Dies führt zu einer spürbaren Entlastung des Praxisteams und einer messbaren Zeitersparnis.  Die Integration von KI in den sensiblen Bereich der medizinischen Praxisabläufe war jedoch keine leichte Aufgabe. „Themen wie Sicherheit und Datenschutz sind aus rechtlicher Sicht und für die Akzeptanz natürlich unabdingbar", betont Kämmerer.

Deshalb setzt Mediform auf eine vollständige Anonymisierung personenbezogener Daten und verstärkt auch auf eigens trainierte und bereitgestellte KI-Modelle. Zudem ist die KI-basierte Kommunikation auch nicht mit statisch vorgegeben Workflows zu vergleichen, da sie viel mehr Flexibilität bieten und somit auch sehr komplexe Anliegen abfangen können. „Natürlich kommt es auch in seltenen Fällen zu Missverständnissen oder Halluzinationen. Wir arbeiten jedoch daran, diese bereits während des Gesprächs zu erkennen und entweder das Gespräch wieder in die richtige Bahn zu lenken oder den Anrufenden zu bitten, noch einmal anzurufen“, unterstreicht Kämmerer. Insgesamt erlebt Mediform eine hohe Akzeptanz für sein System, da es schnell Entlastung schafft und dem Handlungsdruck durch den Fachkräftemangel entgegenwirkt.

Mit Healthcare Professionals entwickelt – für die Praxis

Durch die enge Zusammenarbeit mit Ärzt*innen und medizinischem Fachpersonal hat Mediform schon jetzt eine einzigartige Position im Markt erreicht. So schätzen Praxisteams nicht nur die Zeitersparnis, sondern vor allem die Entlastung vom ständigen Klingeln des Telefons als eine große qualitative Verbesserung des Arbeitsalltags. Mediform arbeitet für jede medizinische Fachrichtung eng mit Pilotpraxen zusammen, um die fachspezifischen Anforderungen in MediVoice abzubilden. „Unsere Kund*innen geben uns dann gesprächsbezogenes Feedback direkt in der MediVoice Anwendung", erklärt CEO Jochen Krause. Dieses Feedback ist entscheidend für die kontinuierliche Verbesserung des Sprachassistenten und spiegelt sich im Erfolg des Systems wider. So hat auch kürzlich das Medizinische Versorgungszentrum OCU PRO Augenärzte in Bad Kreuznach nach einer erfolgreichen Pilotphase dem Mediform-Duo zurückgemeldet: „Bis vor Kurzem klingelte in unserer Praxis pausenlos das Telefon. Inzwischen hebt dieses hier niemand mehr ab, das übernimmt die KI-basierte Sprachassistenz. Für die Praxis ist das ein Gamechanger, da die KI genau das tut, wofür sie gedacht ist: Uns Arbeit abnehmen, für die ich nur schwer qualifiziertes Personal finde“, betont Dr. med. Thomas Tyrtania – Augenarzt und Geschäftsführer des MVZ.

Die Erfolgsmessung von MediVoice ist also nicht nur an technische Standards gebunden, sondern vor allem an die Zufriedenheit der Kund*innen. „Unser zentraler KPI ist der Autonomiegrad der Software“, erklärt Krause abschließend. Für Mediform ist dies jedoch erst der Anfang: Mit Plänen zur Erweiterung des Geschäftsmodells und der Einführung weiterer Innovationen bleibt das Unternehmen auf dem Weg, das Praxismanagement nachhaltig zu revolutionieren.

Tipps für andere Gründer*innen

Abschließend raten die beiden Gründer anderen motivierten Gründer*innen noch: „Setzt auf ein Problem, dessen Lösung einen wirklichen Mehrwert bringt und versucht das in einem großen Maßstab zu validieren. Überprüft zu Beginn die Willingness-To-Pay für Eure Lösung. Und: bringt vor allem einen langen Atem mit und sucht so früh wie möglich nach Kooperationen und Partner*innen.“

Nature Pandan - auf dem Weg zur Gründung

Über ihr indonesisches Au-pair-Mädchen "Putri" ist Anne Rich auf das Pandan-Gewürz gestoßen, das aus den Pandan-Palmenblättern gewonnen wird, und möchte damit ein Unternehmen gründen.

Über ihr indonesisches Au-pair-Mädchen "Putri" ist Anne Rich auf das Pandan-Gewürz gestoßen, das aus den Pandan-Palmenblättern gewonnen wird. Die Blätter duften angenehm nach Nuss und Vanille, daher auch grüne Vanille Asiens genannt. In Deutschland bisher noch sehr unbekannt, möchte die Gründerin mit ihren Produkten Pandan-Extrakt-Pulver und Pandan-Sirup-Extrakt ein Angebot schaffen: „Der Sirup eignet sich hervorragend zum Süßen, Würzen und Färben von Getränken. Zum Beispiel für einen leckeren und gesunden grünen Pandan-Latte.

Auch für Cocktails, Desserts, Soßen oder Joghurt eignet er sich hervorragend und verleiht diesen seinen einzigartigen Geschmack und seine wunderschöne grüne Farbe.” Das Pulver ist vor allem für Koch- und Backgerichte geeignet. Laut der Gründerin sind die Pandan-Blätter ein Superfood, die entzündungshemmende und anti-oxidative Eigenschaften haben und viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Aminosäuren und Chlorophyll enthalten. „In der asiatischen Medizin werden sie seit Jahrhundert als Heilmittel angewandt”, so Anne Rich.

Mit ihrem Start-up steht die 33-Jährige noch ganz am Anfang und der Markteintritt ist noch nicht erfolgt. Das möchte sie mit der Unterstützung eines Löwen oder einer Löwin schaffen. Für 50.000 Euro bietet sie 25 Prozent der Firmenanteile an einer noch neu zu gründenden GmbH. Ob das gelingt, erfährst du am Montag, den 13. Mai, in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“.

Wie Gründer*innen die ViennaUP 2024 fürs Fundraising nutzen können

Die von der Wirtschaftsagentur Wien initiierte ViennaUP 2024 wird dieses Jahr vom 3. bis 9. Juni in Wien über die Bühne gehen. Das Startup-Festival bietet Gründer*innen zahlreiche Möglichkeiten, um mit Investor*innen in Kontakt zu treten. Wir haben im Vorfeld mit der österreichischen Investorin Laura Raggl von ROI Ventures gesprochen, welche Events man nicht verpassen sollte.

Die Vorbereitungen für Österreichs größtes Startup-Festival laufen bereits auf Hochtouren. Zum mittlerweile vierten Mal wird die ViennaUP vom 3. bis 9. Juni in Wien über die Bühne gehen. Auch in diesem Jahr tragen über 35 Partnerorganisationen aus der lokalen und internationalen Startup-Community das dezentrale Startup-Festival.

Das Programm bietet über 50 Veranstaltungen, die an bekannten Orten in der ganzen Stadt stattfinden werden – angefangen von Co-Working-Spaces über Konferenzsäle bis hin zur weltbekannten Hofburg. Neben Gründer*innen, Technikbegeisterten und Vertreter*innen aus der Kreativ-Szene sind auch in diesem Jahr wieder Investor*innen aus dem In- und Ausland mit am Start.

Laura Raggl gibt Tipps für Gründer*innen

Unter den Investor*innen ist auch Laura Raggl, die mit ihrer 2022 gestarteten Angel-Investoren-Gruppe ROI Ventures aktuell über 18 Startup-Beteiligungen hält. Dazu zählen bekannte Startups wie Magic.dev, das erst im Februar den Abschluss einer Finanzierungsrunde in Höhe von 117 Millionen US-Dollar bekannt gab.

“Mit der Teilnahme an der ViennaUP verfolge ich in erster Linie das Ziel, mich mit internationalen Investor*innen zu connecten und spannende Startups zu treffen. Ich habe mir bereits für jeden Tag ein Event ausgesucht”, so Raggl über ihre bevorstehende Teilnahme.

Ihren ganz persönlichen Start der ViennaUP macht sie mit der Veranstaltung Conversations with Calm/Storm Ventures. Das Event wird von Europas aktivstem HealthTech-Investor Calm/Storm Ventures organisiert und bietet neben Networking-Session auch ein inhaltliches Rahmenprogramm. So wird beispielsweise Carina Roth in einer der Sessions ihre Learnings teilen, wie sie von einer Gründerin zu einer Investorin wurde.

Connect Day und Investors Breakfast

Gründer*innen, die sich gerade im Fundraising befinden und mit Investor*innen in Kontakt treten wollen, sollen sich laut Raggl unbedingt auch für den Connect Day anmelden. Dieser zählt zur größten Networking-Veranstaltung des Startup-Festivals und wird am 4. Juni stattfinden. Traditionsgemäß ist der Corporate Reverse Pitch im Rahmen des Connect Day ein starker Anziehungspunkt für viele Teilnehmer*innen. Corporates präsentieren dabei ihre Lösungen, nach denen sie suchen.

Zudem empfiehlt Raggl Gründer*innen auch das 1:1 On-site-Matchmaking zu nutzen. “Gründer*innen sollten natürlich keine Events verpassen, wo Investor*innen vor Ort sind. Der Connect Day eignet sich dafür natürlich ideal. Bereits im Vorfeld des Events kann man eine Vorauswahl treffen und sich über eine Plattform vernetzen”, so Raggl. Mehr über die Teilnahmemöglichkeiten könnt ihr auch hier nachlesen.

Den Auftakt zum Connect Day bildet übrigens das Investors Breakfast, das von invest.austria organisiert wird und auf die Zielgruppe der Investor*innen zugeschnitten ist. Bei einem traditionellen Wiener Frühstück treffen sich Business Angels und Vertreter*innen aus der VC und PE-Community. Im Zentrum steht der Austausch, um sich unter anderem für künftige Co-Investments zusammenzuschließen.

GameChanger des Monats: Judes Family – die einfachste Stoffwindel der Welt

Im Durchschnitt fällt pro Kind in der Wickelzeit eine Tonne Restmüll an. Weil herkömmliche Windeln aus Verbundstoffen bestehen, sind sie nicht recycelbar. Bei der Entsorgung werden die Windeln verbrannt, die Reste als Sondermüll gelagert. Nele Schellschmidt und Leon von Klitzing haben eine Lösung für dieses Problem erarbeitet – und 2020 in München Judes Family gegründet. Mehr dazu im Interview mit Nele und Leon.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu Judes Family gekommen? Und was treibt euch als Unternehmer*innen im Sinne eines GameChangers an?
Leon:
Kurz nach der Geburt unseres Sohnes haben wir herausgefunden, was nach der Benutzung mit Einwegwindeln passiert – dass sie schädlich für die Umwelt sind und Plastik auf der Haut der Babys auch nicht gesund ist. Deshalb haben wir begonnen, Stoffwindeln zu verwenden, aber die gängigen Marken haben für uns nicht funktioniert. Die Windeln waren kompliziert in der Anwendung, haben oft nicht dicht gehalten und waren auch nicht besonders stilvoll – deshalb haben wir 2020 entschieden, die perfekten Stoffwindeln selbst zu entwickeln.

Was genau ist das Problem der klassischen Einwegwindeln?
Nele:
Windeln bestehen aus einer Mischung aus meist erdölbasiertem Plastik, chemischen Superabsorbern und weiteren Stoffen – und sind deshalb nicht recycelbar. Bei der Entsorgung werden die Windeln verbrannt, wobei immer Reste übrig bleiben, die als Sondermüll in Endlager gebracht werden. Dabei entstehen zum einen Risiken für die Umwelt, denn einen langfristigen Plan, wie dieser Sondermüll sicher verwahrt werden kann, gibt es nicht. Zum anderen entstehen Kosten für die Gesellschaft. Da Einwegwindeln etwa 10 Prozent des Restmülls in Deutschland ausmachen, sind sie ein relevanter Kostenfaktor in der Entsorgung.

Ihr setzt der Wegwerfwindel die Stoffwindel entgegen? Die Vorteile für die Umwelt liegen auf der Hand. Wie habt ihr es geschafft, die zumeist als wenig alltagstauglich oder altmodisch angesehene Stoffwindel modern und beliebt zu machen?
Leon:
Vor der Geburt unseres Sohnes hatten wir auch verschiedene Vorurteile: Ist das nicht unhygienisch? Halten die dicht? Ist es nicht unheimlich aufwendig? Wir haben auch unterschiedliche Stoffwindelangebote getestet, sie waren in der Handhabung jedoch viel zu kompliziert. Deshalb haben wir entschieden, eine eigene Stoffwindel für moderne Eltern zu entwickeln: simpel in der Anwendung und gleichzeitig stylisch. Unser Ziel war es, die einfachste Stoffwindel der Welt zu erschaffen – für Judes soll niemand eine Anleitung benötigen, es funktioniert ganz intuitiv. Die Handhabung ist genau wie bei einer Wegwerfwindel, es muss nichts gefaltet oder geknöpft werden. Mittlerweile wickeln über 20.000 Eltern mit Judes und seit 2021 sind wir die meist empfohlene Stoffwindel in Deutschland und Österreich.

Euer Produkt ist ja nicht die einzige Stoffwindel am Markt? Wie unterscheidet ihr euch mit Judes Family von anderen Anbietenden?
Nele:
Wir haben uns sehr viele Stoffwindeln verschiedener internationaler Marken angeschaut, sie analysiert und ihre jeweiligen besten Funktionen herausgearbeitet. Unsere Windeln bestehen aus einem fein aufeinander abgestimmten System, das sich optimal ergänzt: Es gibt eine wasserdichte Überhose und eine Innenwindel aus Bio-Baumwolle, die mit einem Klettverschluss geschlossen werden – ähnlich wie auch bei Einwegwindeln. In die Innenwindel wird zusätzlich ein Poo Paper eingelegt, das den Stuhlgang auffängt und nach Benutzung in den Restmüll kommt. Für die Innenwindel haben wir einen eigenen Stoff entwickeln lassen, der aus mehreren Lagen besteht, sehr saugfähig ist und bis zu 12 Stunden dicht hält. Die Innenwindel kann einfach bei 60 Grad gewaschen werden, die Überhose wird gelüftet und kann bei Bedarf auch in die Waschmaschine.

Terra One erhält 7 Mio. Euro Seed-Finanzierung für KI-optimierte Batteriespeicher

Das Berliner Tech-Start-up Terra One ist einer der Pioniere im Bereich Batteriegroßspeicher in Deutschland und in diesem Markt seit 2023 aktiv. Die Seed-Finanzierung wird von einem namhaften Investorenkonsortium geleistet.

Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom Early-Stage-VC für Real-Asset-Technologien PT1 mit Unterstützung von neosfer, dem Frühphaseninvestor der Commerzbank. Darüber hinaus haben sich unter anderem 468 Capital, der Deep-Tech-Investor des ehemaligen Rocket-Internet-Geschäftsführers Alexander Kudlich, N26-Mitgründer Maximilian Tayenthal, Serienunternehmer Jan Beckers sowie die Scout Funds von Andreessen Horowitz und Hedosophia an der Finanzierungsrunde beteiligt.

Dezentrale Speicherung von erneuerbaren Energien

Terra One widmet sich einer der größten Herausforderungen, die es im Zuge der grünen Energiewende und des Erreichens der Klimaziele zu lösen gilt: der dezentralen Speicherung von erneuerbaren Energien. Durch den steigenden Ausbau der Solarkapazitäten sowie der wachsenden Anzahl an Windkraftanlagen gerät das Erreichen der Klimaziele bzgl. der reinen Erzeugung von grünem Strom in greifbare Nähe. Jedoch reichen die Möglichkeiten zur Energiespeicherung derzeit bei weitem nicht aus, um den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien zu gewährleisten. So gingen im Jahr 2023 aufgrund von Netzüberlastung 19 Terrawattstunden an erneuerbarer Energie allein in Deutschland verloren - genug, um 6 Millionen Haushalte zu versorgen.

Full-Stack-Konzept für Batteriegroßspeicher-Projekte

Die Technologie von Terra One, das von dem Serien-Unternehmer Tony Schumacher und vom Unicorn-CFO Thomas Antonioli (Grover) gegründet wurde, folgt einem neuen Ansatz: Mit seinem Full-Stack-Konzept entwickelt und betreibt Terra One Batteriegroßspeicher-Projekte, welche mittels einer eigenen AI-basierten Optimierungssoftware automatisiert geladen und entladen werden. Vereinfacht: Die Batterien laden sich auf, wenn der Anteil erneuerbarer Energien im Netz typischerweise am höchsten ist - und damit die Preise für Strom am niedrigsten - und entladen sich, wenn das Netz andernfalls auf konventionelle Stromerzeugung zurückgreifen müsste und die Preise somit deutlich höher sind. Diese Volatilitäten steigen mittelfristig durch den weiteren Zubau an Erneuerbaren erheblich an. Die Vermarktung der Speicher erfolgt über die europäische Strombörse EPEX, für die Terra One bereits die benötigten Lizenzen erworben hat.

Terra One erfüllt damit zwei Funktionen: Durch die intelligente Vermarktung an den Strombörsen werden bereits heute - unabhängig von Subventionen - attraktive wirtschaftliche Renditen erzielt. Zugleich trägt die ausgleichende Funktion entscheidend zur Netzstabilität bei und ermöglicht damit erst die Fortführung der Transformation zu 100% grüner Energie.

Das Unternehmen hat sich bis dato knapp 300 Projektflächen gesichert, auf denen es Speicher mit einer Gesamtkapazität von über 20 GWh zu errichten plant und damit einer der größten Speicherbetreiber Europas wäre. Das Unternehmen finanziert diese Speicher über Infrastruktur- und andere institutionelle Investoren, welche von den attraktiven Renditemöglichkeiten und den ESG-Credentials dieser Anlageklasse angezogen werden. Bereits heute verfügt Terra One über Interessenbekundungen solcher Investoren in 9-stelliger Höhe.

Terra One-Mitgründer Thomas Antonioli kommentiert: “Wir freuen uns sehr über diese Finanzierungsrunde, welche uns erlaubt unsere Vision voranzutreiben, den führenden Batterieoptimierer Europas aufzubauen und damit einen essentiellen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten. Konkret werden wir mit der Finanzierung unser Team weiter aufbauen und unsere revolutionäre Batterie-Optimierungssoftware sowie unsere Projektpipeline weiterentwickeln.“

Nikolas Samios, Managing Partner von PT1, erklärt die Investmententscheidung: “Wir beschäftigen uns seit geraumer Zeit mit Energiespeichertechnologien, denn wir wissen aus erster Hand, dass Infrastrukturfonds nur darauf warten, signifikante Summen in dieses Thema zu investieren. Nach ausgiebigem Screening des europäischen Marktes hat sich für uns Terra One klar als das beste Team und die beste Technologie erwiesen. Was mit Enpal und 1Komma5° bei der Skalierung der Installation von Solaranlagen gelungen ist, wird aus unserer Sicht mit Terra One nun auch für die Entwicklung und den Betrieb großer Batteriespeicher im Netz erreicht.”

Karim Menn, Senior Investment Manager von neosfer kommentiert das Investment: “Das Team von Terra One ist mit den richtigen Kompetenzen ausgestattet, um auf dem Energiespeichermarkt erfolgreich zu sein: eine hohe Geschwindigkeit, ein tiefes Verständnis für die Technologie sowie ihr Ansatz der vertikalen Integration in Kombination mit operativer Exzellenz. Darüber hinaus können Synergien zwischen Terra One und dem Asset Management der Commerzbank Gruppe entstehen, das zunehmend auf erneuerbare Energien und damit verbundene Infrastrukturprojekte setzt.“

Terra One-Mitgründer Tony Schumacher kommentiert: “Menschen außerhalb der Energiebranche haben häufig ein geringes Vorstellungsvermögen, wie viel Energie unsere Projekte speichern können. Unsere aktuell größtes genehmigtes Batterieprojekt kann eine Stadt mit 100.000 Einwohner bis zu 6 Stunden mit Strom versorgen. Das ist eine gewaltige Leistung, die es ermöglicht, Produktionsschwankungen erneuerbarer Energien auf großer Skalierung auszugleichen. Wir bauen eine wichtige Infrastruktur, um die Energiewende zu ermöglichen.”

Gründer*in der Woche: Tribu Box - Abo out of the Box

Vom Geburtsvorbereitungskurs in die Selbständigkeit: Wie zwei Mütter mit ihren Tribu-Boxen den Spielzeugmarkt erobern.Vom Geburtsvorbereitungskurs in die Selbständigkeit: Wie zwei Mütter mit ihren Tribu-Boxen den Spielzeugmarkt erobern.

Sie werden so schnell groß“ ist einer der häufigsten Sätze, den Eltern hören oder selbst sagen, wenn es um ihre Sprösslinge geht. Und ja, es stimmt: Kinder werden schnell groß. Sie entwickeln sich vor allem in den ersten Monaten und Lebensjahren rasant und haben ständig neue Bedürfnisse. Das zeigt sich auch beim Thema kindgerechtes Spielzeug, das ständig neue Anforderungen erfüllen muss, damit es ideal zur jeweiligen Entwicklungsstufe passt. Doch was passiert mit dem alten Spielzeug? Im besten Fall wird es weitervererbt, verkauft oder verschenkt. Vieles landet jedoch einfach auf dem Müll – ein kurzes und sehr unnachhaltiges Spielzeugleben findet sein abruptes Ende.

Für zwei Gründerinnen aus Berlin, die selbst Mütter sind, war irgendwann klar: So kann das nicht weitergehen. Aus dieser Erkenntnis heraus haben Cilia Laug und Daniela Llanes ihr Start-up Tribu Box GmbH gegründet. Tribu ist ein nachhaltiges Kreislaufabonnement für pädagogische Spielzeugboxen, die von Kind zu Kind weitergegeben werden, anstatt einfach auf der Mülldeponie zu landen.

Südamerikanische Frauenpower in der Berliner Start-up-Szene

Cilia und Daniela stammen beide aus Südamerika. Neben den kulturellen Wurzeln verbindet sie die gemeinsame Erfahrung des Mutterseins in einem fremden Land. Kennengelernt haben sie sich im Geburtsvorbereitungskurs. Kurz nach der Geburt ihrer Töchter war ihnen klar, dass sie dieselben Visionen haben und diese gemeinsam verwirklichen wollen. Beiden Frauen sehen Mutterschaft keineswegs als Pause in ihrem Berufsleben. Vielmehr empfinden sie das Elternsein als eine Bereicherung, weil sie dadurch die Welt noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten können und ein noch klareres Ziel vor Augen haben: den Kindern einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen.

Durch die Geburt ihrer Tochter Mila im Jahr 2019 hat sich der Blick der gebürtige Chilenin Daniela auf ihr berufliches Leben verändert. In den Berliner Vorstandsetagen zu Hause, wuchs die frisch gebackene Mutter in eine neue Rolle, die ihrer beruflichen Reise eine neue, unerwartete Tiefe hinzufügte. „Für mich bedeutete die Gründung eines Unternehmens in einem mir eigentlich fremden Land, neu zu definieren, was es heißt, Mutter und Unternehmerin zu sein, und das mit einem anderen kulturellen Hintergrund“, so Daniela.

Cilias Weg begann in Lima und ist vor allem von Durchhalte­vermögen, Anpassungsfähigkeit und dem unermüdlichen Verfolgen eines Traums gekennzeichnet. Schon mit 18 Jahren hat sie sich aus ihrer Heimat Peru verabschiedet und in den Niederlanden jene Bildung gesucht, die sie in ihrer Heimat vermisste. Ihren Masterabschluss hat sie an der Universität Amsterdam gemacht, 2018 führte sie ihr Weg nach Berlin, wo sie auf Daniela traf.

Eigene Probleme mit dem eigenen Unternehmen lösen

Aus dem Kennenlernen beim Geburtsvorbereitungskurs erwuchs Ende 2020 der Entschluss, gemeinsam zu gründen. Anfang 2021 brachten sie ihr erstes MVP auf den Markt, seit September 2022 bereichert und unterstützt Tribu tausende Familien in der DACH-Region. „Tribu ist alles, was wir als frisch

gebackene Eltern wollten, aber nie finden konnten“, sagt Cilia. Denn als sie und ihre Mitgründerin selbst Kinder bekamen, standen sie nicht nur vor der Herausforderung, einen kleinen Menschen groß zu ziehen, sondern sahen sich auch mit tausenden Fragen konfrontiert: Wie erziehe ich ein Kind richtig? Welchen Kinderwagen brauche ich? Mit was kann mein Baby spielen, um seine Entwicklung zu fördern?

Und gerade beim Thema Spielsachen kamen viele weitere Fragen dazu: Sind die Spielsachen nachhaltig? Sind die Materialien vielleicht schädlich für mein Kind? Ist das alles sicher? Die beiden Frauen waren überfordert und haben aus dieser Überforderung ihre Konsequenzen gezogen. „Wir haben unsere eigene Hilflosigkeit und unsere eigenen Bedürfnisse genommen und daraus ein Unternehmen gegründet“, bringt es Daniela auf den Punkt.

Hinter Tribu stehen neben den Gründerinnen Expert*innen, die sich bestens im Bereich der kindlichen Entwicklung auskennen. Das Spielzeug wird so zusammengestellt, dass es perfekt für die jeweilige Entwicklungsstufe des Kindes geeignet ist. Dafür sorgen Neurowissenschaftler*innen aus Oxford und Cambridge sowie ein erfahrener Kinderarzt, der die Sicherheit im Blick behält. Hinzu kommen zertifizierte Montessori-Lehrer*innen, eine Hebamme und Pädagog*innen – insgesamt ein starkes Team mit viel Expertise.

Simple Idee mit großem Potenzial

Da Cilia und Daniela nur zu gut wissen, dass man als Eltern nicht viel Zeit hat und an der Flut von Informationen schier verzweifeln kann, war es ihr Anliegen, alles so einfach wie möglich zu gestalten und die Entscheidung, was in die Hände der Kleinsten gelangen soll, jenen zu überlassen, die sich damit auskennen. Und da man als Eltern natürlich auch an die Zukunft der Kinder denkt und an die Welt, in der sie leben werden, haben sich Cilia und Daniela bei der Auswahl der Spielzeuge auf nachhaltige Materialien fokussiert.

Genauso wichtig ist es den Gründerinnen, dass ihr Spielzeug zur Miete angeboten wird. „Wir wollen mit unserem Unternehmen die Entwicklung durchbrechen, dass Spielzeuge kurz genutzt werden und dann im Müll landen“, so Daniela.

Die „harten“ Fakten geben den beiden Unternehmerinnen Recht: Im Vergleich zum Neukauf von Spielsachen verringert Tribu die negativen Umweltauswirkungen um 70 Prozent, und Eltern erhalten Spielsachen im Abo bis zu fünf Mal günstiger, als wenn sie diese einzeln erwerben würden. Eine Win-win-Situation für alle.

Die Idee von Tribu ist letztlich so simpel wie genial: gängige Abo-Modelle einfach auf Spielzeuge mit pädagogischem Mehrwert ummünzen. Die Boxen können monatlich, halbjährlich oder für ein ganzes Jahr abonniert werden. Sobald sich die Bedürfnisse der Kinder ändern, bestellen Eltern einfach eine neue Box, die „alten“ Spielsachen gehen zurück. Dann beginnt der Kreislauf von vorne und das Spielzeug wird der nächsten Familie ausgehändigt.

Die Boxen sind so konzipiert, dass Kinder von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr für jedes Entwicklungsstadium eine passende Box erhalten können, die ihrem Entwicklungsschritt und ihren Bedürfnissen entspricht. Zusätzlich macht die Box auch die Eltern glücklich. Nämlich dadurch, dass kein unnötiger Kram bzw. Plunder in die Wohnungen der Familien kommt. „Jedes Produkt, das in der Tribu-Box enthalten ist, wurde durch unsere Erfahrung als Mutter ausgewählt“, betont Cilia.

Dass sie und Daniela damit einen Nerv getroen haben, zeigen auch die Zahlen: Mehr als 800 Prozent Wachstum in den letzten zwölf Monaten und rund 30.000 weitere prognostizierte Abonnements bis 2025. Und das Konzept kommt auch bei Investor*innen an: Die Serie-A-Finanzierung wurde im August 2023 unter der Leitung des Spielzeug-Giganten Ravensburger abgeschlossen. All diese positiven Entwicklungen und Aussichten legen es nahe, den eingangs erwähnten Ausspruch nicht nur auf die junge Zielgruppe des Start-ups, sondern auch auf die Marke Tribu selbst zu münzen: „Sie werden so schnell groß.“

Fachkräftemangel: diese dt. Branchen sind besonders betroffen

Der Fachkräftemangel belastet unsere Wirtschaft massiv. In einer Indexstudie hat Pens.com/de ermittelt, in welchen Branchen der Fachkräftemangel in Deutschland am größten ist.

Die aktuelle Indexstudie von Pens.com/de zeigt, dass die Branche mit dem höchsten Fachkräftemangel das Ingenieurwesen ist, mit einem Gesamtwert von 8,24 von 10 Punkten. Dieser Wert ergab sich aus insgesamt 80.602 offenen Stellen in der Branche, wobei nach 90 Tagen noch 46,25 % leer standen. Über zwei Drittel (66,95 %) waren nach 30 Tagen immer noch offen und über die Hälfte (54,21 %) war nach 60 Tagen der Stellenausschreibung auf Indeed immer noch nicht besetzt.

Der Einzelhandel ist die Branche mit dem zweithöchsten Fachkräftemangel und einer noch höheren Zahl freier Stellen: insgesamt 106.859. 58,02 % der ausgeschriebenen Stellen waren in dieser Branche nach 30 Tagen noch offen, 46,92 % blieben länger als 60 Tage unbesetzt und 38,5 % konnten auch nach 90 Tagen nicht besetzt werden. Insgesamt ergab sich daraus eine Gesamtpunktzahl von 7,29/10.

An dritter Stelle steht der Kund*innenservice mit über 17.000 offenen Stellen, von denen 69,11 % innerhalb von 30 Tagen nicht besetzt werden konnten – der höchste Prozentsatz aller Branchen in diesem Zeitraum. Insgesamt erhielt der Kund*innenservice eine Bewertung von 7,23/10, unter Betrachtnahme dessen, dass 42,04 % der offenen Stellen nach 90 Tagen immer noch frei waren.

Das Gesundheitswesen liegt mit einer alarmierenden Gesamtzahl von 139.455 offenen Stellen – die höchste Zahl aller Branchen – auf Platz 4. Da hier nach 30 Tagen noch fast zwei Drittel (62,51 %) der ausgeschriebenen Stellen unbesetzt sind, nach 90 Tagen aber glücklicherweise nur etwas mehr als ein Drittel (34,93 %) noch offen sind, erhielt diese Branche eine Gesamtpunktzahl von 7,17/10.

Weitere Ergebnisse im Überblick

IT-Branche nur auf Platz 6: Überraschenderweise liegt die IT mit einem Fachkräftemangel-Gesamtwert von 6/10 nur auf Platz sechs. Mit insgesamt nur 38.921 Eröffnungen verzeichnete die Branche lediglich die fünfthöchste Zahl in dieser Kategorie. 57,47 % der IT-Stellen waren nach 30 Tagen noch offen, nach 90 Tagen waren jedoch nur noch 36,51 % unbesetzt.

Bildungswesen auf Platz 7: Da der Lehrermangel schon seit einigen Jahren in den Schlagzeilen ist, ist es interessant, dass in dieser Studie das Bildungswesen mit einer Punktzahl von 5,59/10 hinter der IT auf Platz 7 liegt. Derzeit gibt es 6.899 offene Stellen für Lehrkräfte und anderes pädagogisches Personal, eine relativ geringe Zahl verglichen mit den anderen Branchen. Allerdings ist die Vakanzzeit in diesem Bereich sehr hoch. 68,24 % der ausgeschriebenen Stellen konnten nicht innerhalb von 30 Tagen besetzt werden, über die Hälfte (52,44 %) war nach 60 Tagen noch frei und über 40 % waren nach mehr als 90 Tagen noch ausgeschrieben.

Geringster Fachkräftemangel im Sprachsektor: Von den 15 in die Studie einbezogenen Branchen verzeichnete die Sprachbranche mit lediglich 0,83 von 10 möglichen Punkten den geringsten Fachkräftemangel. Von den 1.542 Stellenausschreibungen in dieser Branche waren nach 30 Tagen nur noch etwas mehr als ein Drittel offen und innerhalb von 90 Tagen waren nur noch 16,6 % unbesetzt.

Papair sichert sich Mio.-Investment für Luftpolsterfolie aus Papier

Das von Fabian Solf, Christopher Feist und Steven Widdel gegründete Start-up Papair hat die Harbour Investment Holding als strategischen Partner gewonnen, um die Produktion seiner Luftpolsterfolie aus Papier zu skalieren und neue Märkte zu erschließen.

Seit August 2023 produziert die Papair GmbH PapairWrap, die Luftpolsterfolie aus Papier, am eigenen Standort in Rethem an der Aller / Niedersachsen. Für die Herstellung wurde eine eigene Technologie und eine Produktionsanlage entwickelt. Das innovative Verpackungsmaterial wird aktuell auf einer Pilotanlage produziert. Um den nächsten Schritt in der Skalierung zu machen und die Produktionskapazitäten zu erhöhen, sind weitere Investitionen insbesondere in Maschinen und Anlagen erforderlich.

Unterstützung für Expansion und Innovation

Mit der Harbour Investment Holding hat Papair jetzt eines der führenden Unternehmen der Papierindustrie als strategischen Partner an seiner Seite. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit wird neben der inhaltlichen Skalierung des Herstellungsprozesses auch auf der Weiterentwicklung von PapairWrap und anderen nachhaltigen Verpackungslösungen liegen.

Die Investition der Harbour Investment Holding wird die Expansionsbemühungen von Papair unterstützen, darunter die Erweiterung der Produktionskapazitäten, die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsinitiativen sowie die Ausweitung der europäischen und internationalen Marktpräsenz. Durch die Zusammenarbeit werden Synergien in Produktion und Vertrieb genutzt, um den Übergang zu nachhaltigen Verpackungslösungen zu beschleunigen, Kunden einen Mehrwert zu bieten und gleichzeitig Umweltbelastungen zu reduzieren.

„Durch die strategische Partnerschaft mit der Harbour Investment Holding bekräftigt die Papair GmbH ihr Engagement, Veränderungen in der Verpackungsindustrie voranzutreiben", betont Christopher Feist, CEO und Mitgründer der Papair GmbH. "Durch die Nutzung der Expertise und Ressourcen der Harbour Investment Holding sind wir in der Lage, die Entwicklung und den Einsatz von PapairWrap zu beschleunigen und neue Märkte und Vertriebskanäle zu erschließen. Diese Partnerschaft signalisiert nicht nur unser gemeinsames Engagement, Veränderungen zu initiieren, sondern unterstreicht auch unser Engagement für eine nachhaltige Zukunft für kommende Generationen", so Christopher Feist, CEO & Co-Founder of Papair GmbH.

Marcel Bergmann, CEO and Chairman of Harbour Investment Holding: "Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der Papair GmbH auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Papierindustrie", sagt Marcel Bergmann, CEO und Vorsitzender der Harbour Investment Holding. "Die Synergien zwischen der Papair GmbH und unseren Portfoliounternehmen, darunter Schades, Omeko & R+S Group, bieten eine spannende Möglichkeit, Innovationen voranzutreiben und nachhaltige Lösungen in der gesamten Wertschöpfungskette der Verpackungsindustrie zu fördern."

Deutscher Innovationsgipfel 2024

Der vom Innovation Network veranstaltete DEUTSCHE INNOVATIONSGIPFEL (DIG) findet am 15. Mai 2024 in München statt und ist das branchen- & technologieübergreifende Entscheider*innentreffen, das Innovator*innen und Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und anderen Bereichen zusammenbringt, um Ideen auszutauschen, Best Practices zu teilen und innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu diskutieren.

Neben großen, innovativen Unternehmen und Partnern des DIG wie AUDI, DB Systel, Drees & Sommer, Miele, IMP und Volocopter sowie kreativen Köpfen von Start-ups wie Rooom, Hasytec und Marvel Fusion bietet der Deutsche Innovationsgipfel 2024 auch Start-ups wieder die Chance, neue Kund*innen, hochwertige Kontakte und große Deals auf dem crossindustriellen Entscheider*innentreffen am 15. Mai in München einzufädeln.

StartUP – WarmUP: Start-ups for Breakfast

Gleich zum Auftakt des 17. Deutschen Innovationsgipfels präsentieren sich die Gründer*innen dann im StartUP – WarmUP. Moderiert werden die Pitch-Präsentationen in lockerer Frühstücksrunde von Moritz Förster, Managing Partner bei den TechFounders, Deutschlands erfolgreicher Start-up-Rampe. So neugierig auf sich und ihr Unternehmen gemacht, haben die Start-ups direkt im Anschluss dann die Möglichkeit, sich an einem eigenen Stand auf dem Showfloor zu präsentieren und ganztägig für individuelle Gespräche zur Verfügung zu stehen.

Damit die Teilnehmer*innen des 17. Deutschen Innovationsgipfels – jede(r) zweite Besucher*in gehört der Geschäftsführung bzw. dem Vorstand eines Unternehmens an – auch möglichst schnell in intensive Gespräche kommen, hinterliegt dem „innovativsten Tag des Jahres“ ein einmaliges Konzept in sich verzahnter Bausteine.

Proxima Fusion: Münchner Start-up erhält Seed-Finanzierung über 20 Mio. Euro

Proxima Fusion, das erste Spin-out des Max-Planck-Instituts für Plasma Physik, hat eine Seed-Finanzierung über 20 Mio. Euro erhalten, um den Bau der ersten Generation an Fusionskraftwerken zu beschleunigen.

QI-Stellaratoren stellen eine der vielversprechendsten Technologien dar, wenn es um die Erschließung CO2-freier, sicherer und beinahe unbegrenzt verfügbarer Energie geht. Die grundlegenden wissenschaftlichen Fragen in der Magnetfusion wurden in mehr als sechs Jahrzehnten intensiv erforscht. Die Erzeugung anhaltender und wirtschaftlich tragfähiger Fusionsenergie blieb aber eine Herausforderung.

Das 2023 von Ingenieuren und Wissenschaftler aus Organisationen wie der Max-Planck-Gesellschaft, des MIT und Google gegründete Start-up Proxima Fusion hat sich zum Ziel gesetzt, eine neue Ära skalierbarer emissionsfreier Energie zu ermöglichen und baut dabei auf den Ergebnissen des Experiments Wendelstein 7-X (W7-X) auf, dem weltweit größten Stellarator am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik.

Dr. Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von Proxima Fusion: „Im April 2023 starteten wir mit der technischen Optimierung und der Entwicklung von Magneten aus Hochtemperatur-Supraleitern. Wir machen inzwischen gewaltige Fortschritte beim integrierten Design mit unserem Automatisierungssystem StarFinder. Die Unterstützung durch hochkarätige Investoren bestätigt die hohe Qualität des Teams und dessen wegweisende Wirkung.”

Redalpine führt die Seed-Finanzierungsrunde an – mit Beteiligungen von Bayern Kapital,dem DeepTech & Climate Fonds und der Max-Planck-Förderstiftung. Als bestehender Investor, verdoppelt UVC Partners das Pre-Seed-Investment neben Plural, High-Tech Gründerfonds, Wilbe und Visionaries Club.

Benjamin Erhart, General Partner bei UVC Partners: „Die Stärken von Proxima Fusion in den Bereichen automatisiertes Design, KI-gestütztes Engineering, Hochtemperatur-Supraleiter-Magnettechnologie sowie das rasante Wachstum und die Fähigkeiten des Teams stimmen uns zuversichtlich, Fusionsenergie im Kraftwerksbetrieb Wirklichkeit werden zu lassen."

Neben der beschleunigten Entwicklung in den Bereichen Hardware und Software wird Proxima Fusion die Seed-Finanzierung insbesondere dafür nutzen, um das Team zu vergrößern.

Gründer*in der Woche: Corinna Egerer - Business Networking, Quo vadis?

Im Gründer*in der Woche-Interview: Corinna Egerer, Gründerin und Managing Director der Frankfurt Digital Finance sowie Profi-Netzwerkerin. Wie Start-ups über ihre gewohnten Netzwerke hinauswachsen und neue, internationale Beziehungen nachhaltig knüpfen können.

Netzwerken ist viel mehr als reine Akquise. Worin liegt der eigent­liche Wert des Netzwerkens für Gründer*innen?

Netzwerken ist für Gründer*innen so viel mehr als nur ein Werkzeug zur Akquise. Es geht im Kern darum, ein persönliches Ökosystem aufzubauen, das auf Wissen, Erfahrung und gegenseitiger, verlässlicher Unterstützung basiert. Das ist unglaublich wertvoll. Besonders für Gründer*innen, die in der Anfangsphase noch viel ausprobieren – mal nach rechts, mal nach links justieren –, sind Erfahrungen und Einblicke in verschiedene Branchen oder zu unterschiedlichen Menschen ungemein wichtig. Man baut dabei Beziehungen auf, die weit über das Geschäftliche hinausgehen. Diese Beziehungen können zu dauerhaften Business-Partnerschaften, Mentorships oder sogar zu echten Freundschaften heranwachsen. Der Austausch kann Türen öffnen, die man alleine vielleicht nie gefunden hätte.

Was zeichnet deiner Meinung nach ein tragfähiges Business-Netzwerk aus?

Ein tragfähiges Business-Netzwerk, wie ich es sehe, zeichnet sich durch eine Reihe von Schlüsselelementen aus. Zunächst ist da die Diversität – es ist ungemein bereichernd, wenn man Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Fähigkeiten im Netzwerk hat. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gegenseitigkeit, das Prinzip des Gebens und Nehmens. Es geht nicht nur darum, was man selbst aus dem Netzwerk ziehen kann, sondern auch darum, wie man dazu beiträgt. Und dann sind da Vertrauen und Integrität als Eckpfeiler eines jeden Netzwerks. Sie ermöglichen offene Gespräche und ehrliches Feedback, was für jedes Geschäftswachstum entscheidend ist. Last, but not least ist es oft hilfreich, wenn in einem Netzwerk gemeinsame Werte vorhanden sind. Diese ziehen gleichgesinnte ­Mitglieder mit ähnlichen Interessen an und schaffen stärkere Verbindung und Vertrauen innerhalb der Gruppe.

Welchen Stellenwert haben reine Business-Netzwerke für Frauen?

Business-Netzwerke bieten einen Raum, in dem Frauen ihre spezifischen Erfahrungen und Herausforderungen in der Geschäftswelt teilen können, die eben oft anders sind als die ­ihrer männlichen Kollegen. Solche Netzwerke ermöglichen es Frauen, sich gegenseitig zu unterstützen, zu ermutigen und voneinander zu lernen. Frauen können in einem solchen Umfeld offen über Themen sprechen, die in gemischten Netzwerken nicht so leicht zur Sprache kommen. Gleichzeitig denke ich, dass es wichtig ist, ein breites Netzwerk zu haben. Reine Frauen­netzwerke sollten eine Ergänzung sein, aber nicht der einzige Fokus. Denn letztlich geht es im Business um Vielfalt und da­rum, von verschiedenen Perspektiven zu profitieren. Am wichtigsten aber finde ich, dass Frauen überhaupt netzwerken – leider erlebe ich zu oft, dass sie hier zurückhaltend sind.

Welche Erkenntnisse hast du in Bezug auf „modernes Netzwerken“ im Rahmen der von dir initiierten Frankfurt Digital Finance Conference sammeln können?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass das Netzwerken heute zunehmend digitaler und globaler wird. Wir leben in einer Welt, in der Verbindungen nicht mehr nur regional begrenzt sind und Kontakte über die Ländergrenzen hinweg immer wichtiger werden. Trotzdem spielt die persönliche Begegnung beim Netzwerken immer noch eine große Rolle. Auch wenn viel online passiert, ist der persönliche Kontakt, wie bei Konferenzen vor Ort, unersetzlich. Ein weiterer Punkt ist die Bedeutung von Qualität gegenüber Quantität. Es geht nicht mehr darum, möglichst viele Kontakte zu sammeln, sondern um den Aufbau sinnvoller, zielgerichteter und nachhaltiger Beziehungen. Insgesamt ist die Frankfurt Digital Finance eine hervorragende Plattform, um zu lernen, wie dynamisch und vielfältig modernes Netzwerken sein kann. Erfolgreiche Netzwerk­arbeit umfasst heute sowohl digitale als auch persönliche Elemente, die miteinander verwoben sind und regelmäßig gepflegt werden sollten.

Vor diesem Hintergrund gefragt: Warum wird globale Vernetzung immer unerlässlicher für Gründer*innen?

In unserer heutigen global vernetzten Welt wird ein internationales Netzwerk für Gründer*innen immer unerlässlicher. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen eröffnet es den Zugang zu einem weit größeren Pool an Ressourcen, Wissen und Talenten. Gründer*innen können von Erfahrungen profitieren, die über ihre lokalen Märkte hinausgehen und damit Strategien entwickeln, die auf einem breiteren Verständnis der globalen Wirtschaft basieren. Zum anderen sind Märkte und Konkurrenz heute global.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Gründer*innen verstehen, wie Geschäfte in verschiedenen Teilen der Welt geführt werden. Dazu gehört nicht nur das Verständnis verschiedener Geschäftskulturen, sondern auch das Bewusstsein für globale Trends und Entwicklungen. Wir in Deutschland können so viel von anderen Systemen lernen, insbesondere in Sachen Innovationsfreude und Risikobereitschaft. Also kurz gesagt: Die Fähigkeit, sich global zu vernetzen, ist nicht nur ein Vorteil, sondern eine Notwendigkeit für jeden Gründer und jede Gründerin, um langfristig zu wachsen und erfolgreich zu sein.

Wie wird sich das Networking in der Start-up-Welt entwickeln?

Die Art und Weise, wie die Start-ups netzwerken, entwickelt sich ständig weiter, und ich denke, dass wir einige spannende Trends sehen werden. Erstens wird die Digitalisierung weiterhin eine große Rolle spielen. Mit der Zunahme von virtuellen Events und digitalen Plattformen haben Start-ups mehr Möglichkeiten als je zuvor, sich zu vernetzen, und zwar ganz unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben. Zweitens glaube ich, dass sich traditionelle Unternehmen und Start-ups noch stärker annähern und vernetzen werden. Große Firmen werden dynamischer, innovationsfreudiger, bunter, während junge Unternehmen professioneller und prozessual besser aufgestellt sein werden. Damit ist eine gute Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geschaffen.

Welche Ansätze sollten Gründer*innen verfolgen, um in einer schnelllebigen, digitalen Welt nachhaltige Beziehungen herzustellen?

Ein Schlüssel dazu ist die effektive Nutzung digitaler Technologien, ohne dabei die Bedeutung der persönlichen Interak­tion zu vernachlässigen. Ein etablierter Ansatz ist die Nutzung sozialer Medien und Online-Plattformen, um sichtbar zu sein und eine Community um das eigene Start-up aufzubauen. Wichtig dabei ist es, nicht nur Inhalte zu teilen, sondern auch in Dialog zu treten und so eine persönliche Bindung entstehen zu lassen, selbst wenn die Interaktionen digital stattfinden. Außerdem ist es wichtig, echte Beziehungen regelmäßig persönlich zu bedienen, sei es bei einem Business-Meeting, auf Konferenzen, Networking-Events oder beim informellen Treffen im Restaurant. Persönliche Begegnungen ermöglichen es, ein stärkeres Vertrauensverhältnis zu entwickeln und Beziehungen zu vertiefen, sodass man jederzeit „einfach anrufen“ kann.

Und last, but not least: Welche Tipps hast du für Gründer*innen, die gerade dabei sind, ihre persönliche Business-Networking-Strategie zu finden?

Es gibt einige wichtige Punkte, die sie dabei im Auge behalten sollten. Zunächst einmal ist es entscheidend, sich spezifische Ziele fürs Networking zu setzen. Möchtest du Wissen in einem bestimmten Bereich vertiefen, potenzielle Kund*innen finden oder einfach nur inspirierende Persönlichkeiten treffen? Die Klarheit hilft dabei, gezielter vorzugehen. Ein weiterer Tipp ist, sich in diesem Spektrum dann breit aufzustellen.

Als ich nach Frankfurt gezogen bin, habe ich zig Netzwerktreffen besucht. Am Anfang sollte man versuchen, in verschiedenen Netzwerken aktiv zu sein, und herausfinden, welche für einen wirklich relevant sind. Im nächsten Schritt ist es dann auch wichtig, selektiv zu sein – schließlich haben wir alle nur eine gewisse Anzahl an Abenden zur Verfügung. Es ist völlig in Ordnung, sich nach einer Weile aus Netzwerken zurückzuziehen, die nicht den erwarteten Mehrwert bieten. Es ist besser, sich auf jene zu konzentrieren, die wirklich hilfreich sind. Außerdem empfehle ich, aktiv zu sein. Networking erfordert Initiative, und Beziehungen müssen gepflegt werden, damit sie auch nachhaltig bestehen. Und schließlich: authentisch sein. Die stärksten Beziehungen entstehen, wenn man ehrlich und authentisch ist. Menschen verbinden sich mit Menschen, nicht mit Unternehmensprofilen.

Corinna, danke für das Interview!

Das Interview führte Hans Luthardt

Start-up met[ads] launcht erste Übereck-Screens in Deutschland

Das Düsseldorfer Start-up met[ads] ermöglicht jetzt auch in Deutschland das Ausspielen von mehrdimensionalen 3D-DOOH Kampagnen, die keine räumlichen Begrenzungen kennen und unbegrenzte kreative Möglichkeiten zur Gestaltung von Kampagnen bieten.

met[ads], das Start-up für kreative 3D Werbung, gibt den Launch des ersten Übereck-Screens in Deutschland bekannt. Am Berliner Alexanderplatz stellen die mit dem internationalen Award for Innovation in Media ausgezeichneten Spezialist*innen mit dem Vision One Übereck-Screen eine einmalige Werbemöglichkeit für nationale und internationale Marken bereit.

Der Vision One Berlin besteht aus zwei Screens, die jeweils über eine Fläche von 44 Quadratmetern verfügen. Die Screens sind übereck angeordnet, um so die besonders werbewirksame Ausspielung von 3D-DOOH Kampagnen zu ermöglichen. Täglich erreicht der Vision One im Durchschnitt 360.000 Menschen, wodurch monatlich 10 Millionen Impressions erreicht werden. Der Launch des Vision One startet mit der aktuellen 3D-DOOH Kampagne der internationalen Kosmetikkette Sephora.

Ein Screen – unendliche Möglichkeiten

3D-DOOH-Creatives galten im vergangenen Jahr als noch als die Innovation im DOOH-Bereich, zumindest innerhalb des deutschsprachigen Raums. In Großstädten wie New York, London oder Shanghai sind 3D-DOOH Creatives schon seit längerem Teil der kreativen Außenwerbung. Dort wird 3D-DOOH für groß-angelegte Kampagnen, wie beispielsweise die Auftaktfeier zum Jahr des chinesischen Drachen, mehrdimensional in Szene setzt.

met[ads] will die Erlebniswelt des 3D-DOOH auch hierzulande etablieren. Durch den Einsatz des Vision One Übereck Screens können jetzt auch in Deutschland mehrdimensionale 3D-DOOH Kampagnen ausgespielt werden, die keine räumlichen Begrenzungen kennen und unbegrenzte kreative Möglichkeiten zur Gestaltung nationaler und internationaler Kampagnen bieten. Durch 3D-DOOH-Kampagnen auf dem Vision One Übereck Screen kann die Awareness – und Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer*innen um das Dreifache gesteigert werden.

„Wir haben gesehen, welche Möglichkeiten 3D-DOOH allein in der Kreation bietet. Deshalb haben wir einen Schritt weitergedacht und uns vorgestellt, welches Potenzial ein mehrdimensionaler Screen bieten würde. So entstand der Vision One Übereck Screen. Als Experten für 3D Creatives können wir unseren Kunden heute Kreation und Inventar aus einer Hand liefern. Dafür brauchen wir von unseren Kund*innen nur 2D Assets, um die Umsetzung in 3D kümmern wir uns. Darüber hinaus sind wir in der Lage mittels Geoverhaltensdaten von Smartphones, Perspektive, Schatten und Licht so anzupassen, dass der optimale 3D Effekt erzielt wird. Der Screen ist von 3D Spezialisten für 3D Advertiser gebaut. Mit nur einem Ziel: maximale Aufmerksamkeit gewinnen“, erklärt Lukas Flöer, Gründer und Geschäftsführer von met[ads].

Technische Kapazitäten: Vision One Übereck Screen

Mit den beiden Screens von jeweils 44 Quadratmetern, die übereck an einer Häuserwand angeordnet sind, werden durchschnittlich 360.000 Menschen täglich erreicht und monatlich 10 Millionen Impressions erzielt. Die Operating Time liegt zwischen 8 und 22 Uhr und ermöglicht 540 Playouts pro Tag. Die Aussteuerung erfolgt je nach Standort und Perspektive der Beobachter:innen über Life-POV-Tracking und nutzt die Kombination von Schatten, Perspektive und Licht für die optimalen Effekte der 3D-DOOH Creatives.

Björn Überschär, General Manager von Sephora ergänzt: „Werbung muss nicht nur neu gedacht, sondern auch neu gemacht werden, um Impact zu erzeugen. Der kreative Ansatz von met[ads] hat mich deshalb überzeugt, weil 3D Animationen kombiniert mit dem Medium DOOH ein perfektes Match ergeben. Die Experten von met[ads] verstehen genau, wie mit Daten und Kreativität Erlebnisse geschaffen werden, die auch in sehr belebten Fußgängerzonen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Für unsere aktuelle Sephora-Kampagne mit Selena Gomez als Testimonial sind die 3D Creatives auf dem Übereck Screen Vision One am Alexanderplatz in Berlin die ideale Basis, um Awareness zu schaffen und die Zielgruppen zu überraschen."