100 Mio. Euro Fonds für FoodTech- und GreenTech-Start-ups


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Der Green Generation Fund (GGF), ein neuer europäischer Early Stage Impact Investor, gibt den Launch seines ersten Fonds in Höhe von 100 Mio. Euro bekannt.

Der Green Generation Fund (GGF), ein neuer europäischer Early Stage Impact Investor (Pre-Seed, Seed und Series A), gibt nach einem überzeichneten ersten Closing im Herbst 2021 den Launch seines ersten Fonds in Höhe von 100 Mio. Euro bekannt – weniger als ein Jahr nach Start des Fundraisings. Das Berliner Team hat bereits die ersten acht Investments getätigt und plant sich mit seinem Kapital an 20 bis 25 europäischen und US-amerikanischen Start-ups in den Bereichen Food Tech und Green Tech zu beteiligen.

Gegründet wurde der Green Generation Fund von zwei Partnerinnen – Dr. Manon Sarah Littek und Janna Ensthaler – beide mit komplementärem Profil und seit mehr als zehn Jahren als Investorinnen und Unternehmerinnen tätig.

Dr. Manon Sarah Littek ist neben ihrer Rolle als Mitgründerin des GGF als unabhängige Board Direktorin bei Upfield tätig. Zuvor war sie über zehn Jahre in einer General Partner Rolle im Corporate Venture Capital Umfeld bei Katjesgreenfood, Europas erstem Food Impact Investor mit einem diversen EU/US Marken-Portfolio, und DLD Ventures, dem internationalen Investment-Arm von Burda Digital, tätig.

„Ich bin überzeugt, dass wir die deutsche und europäische Wirtschaft vor allem dadurch zukunftstauglich machen können, indem wir heute die Ökosysteme der Zukunft identifizieren und dann im Wettbewerb zu anderen Regionen der Welt schnellstmöglich aufbauen und für uns besetzen. Unsere Investment-Kategorien Food Tech und Green Tech sind zwei der bedeutendsten Zukunftsindustrien der nächsten Jahrzehnte“, so Littek.

Im Jahr 2012 reiste Janna Ensthaler mit Al Gore und seinen Wissenschaftler*innen in die Antarktis, um sich intensiver mit den Auswirkungen des Klimawandels zu beschäftigen. Zu dem Zeitpunkt war die Serien-Gründerin noch also CEO für ihre Firmen (GlossyBox, Event Inc. und Kaiserwetter) im Einsatz, fasste dann aber inspiriert durch die Reise den Entschluss, sich im Bereich Nachhaltigkeit zu engagieren. Ensthaler begann ihre Karriere bei Bain & Company in London.

Fokus auf Food- und GreenTech

Inhaltlich konzentriert sich die Investmenthypothese auf zwei Säulen: Innerhalb von FoodTech setzt der Berliner Impact Investor auf Unternehmen mit Technologien zur Herstellung der nächsten Generation fortschrittlicher Proteinquellen, Präzisionsfermentierung und Zellkultivierung sowie Clean Ingredients und Human Microbiome.

Investments in GreenTech konzentrieren sich vor allem auf nachhaltige Lösungen (Hardware und Software) für Materialien und Verpackungen, Technologien zur Dekarbonisierung sowie erneuerbare Energien und nachhaltige Lieferketten.

Bisher hat sich der Green Generation Fund an acht Unternehmen beteiligt, darunter Neggst (erstes pflanzliches Ei mit getrenntem Eigelb, Eiweiß und Eischale), Biomilq (zellkultivierte Brustmilch), Libre (Fleischersatz basierend auf Mycelium / Pilzen), Lypid (pflanzliche Alternative zu Fettgewebe), Change Foods (Käse auf Basis von Präzisionsfermentierung), The Rainforest Company (Acai-Superfood zum Schutz des Regenwaldes) aus dem Bereich FoodTech sowie Klim (Carbon Offsetting App für nachhaltige Landwirtschaft) und One Five (R&D Plattform für Plastikalternativen) aus der Kategorie GreenTech.

All diese Start-ups haben gemeinsam, dass ihre Technologien und Geschäftsmodelle messbare Fortschritte sowie einen signifikanten, positiven Einfluss auf die Umwelt haben, insbesondere im Bereich CO2-Vermeidung, Kreislaufwirtschaft, Ressourcen- und Klimaschutz, Tierwohl, Biodiversität sowie Gesundheitsförderung. Als künftiger Artikel 9 „Impact Fund“ der neuen EU Sustainable Finance Disclosure Regulation ist die Vergütung der Fundmanager ebenfalls an die Erreichung solcher Nachhaltigkeitsziele geknüpft.

Rund 30 Investor*innen sind beteiligt

Beteiligt haben sich neben Ankerinvestoren Florian Wendelstadt (Ex-MD General Atlantic Europa, Caldec) und Kaltroco (UK Family Office) eine Reihe weiterer namhafter, internationaler Investor*innen darunter Susan Danziger mit Albert Wenger (Eutopia), Canica (Schweiz/Norwegen) und Corecam Capital Partners (Singapur), Liesner & Co. (Hamburg) und Max Iann. Fund of Funds wie Equation oder Aldea und institutionelle Investoren wie KfW Capital haben sich ebenfalls signifikant engagiert.

Auch Industrieexperten wie z. B. Ex Aldi CEO Dr. Marc Heußinger, Peter Dill (Deutsche See), Babor (Aachen) und Dr. Anne-Marie Großmann (Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe) sind in den GGF investiert. Dazu kommen Gründerinnen und Multiplikatorinnen wie Delia Lachance (Westwing), Lea-Sophie Cramer (Amorelie) und Verena Pausder. Insgesamt haben knapp 30 Investor*innen eine deutlich überdurchschnittliche Zusage von über 3 Mio. Euro gegeben.

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lemon.markets: Berliner FinTech-Start-up sichert sich 12. Mio. Euro

Das 2020 von Max Linden gegründete Berliner FinTech lemon.markets sichert sich 12 Mio. Euro von CommerzVentures als Lead-Investor sowie den Bestandsinvestoren wie Creandum, Lakestar und Lightspeed.

Als Brokerage-as-a-Service-Plattform bietet das von der BaFin lizenzierte lemon.markets anderen Finanzdienstleister*innen und FinTechs die IT-Infrastruktur für die Abwicklung von Wertpapiergeschäften über eine Investment-API an.

Jetzt sichert sich das Start-up 12 Millionen Euro von CommerzVentures, Heliad und ihren bestehenden Investoren, darunter Creandum, Lakestar, Lightspeed und System.one, um sein ehrgeiziges Ziel weiterzuverfolgen: Die Wertpapier-Infrastruktur für 100 Mio. Anleger*innen bereitzustellen. Mit dem frischen Kapital aus dieser Finanzierungsrunde will das Unternehmen den Ausbau der Plattform und Go-live neuer Partner*innen vorantreiben.

„In CommerzVentures haben wir einen starken Investor aus der Branche gefunden, der uns als Team mit seinem tiefen Verständnis für unseren Markt beeindruckt hat. Wir teilen die gleiche Vision und Philosophie, um lemon.markets zu einem der relevantesten Player in der Branche zu etablieren. Zusammen wollen wir den Rückenwind im Markt nutzen, um unsere nächsten Partner und Produkte in den kommenden Monaten live zu bringen“, erläutert Max Linden, Gründer und CEO von lemon.markets.

lemon.markets: Lizenzen, Launch und Partnerschaften

Im ersten Halbjahr 2024 erreichte lemon.markets viele wichtige Meilensteine: Lizenzen, Go-live erster Partner und die kontinuierliche Erweiterung der Plattform. Im Januar 2024 hat das Unternehmen umfangreiche Zulassungen der BaFin als Wertpapierinstitut erhalten. Damit darf lemon.markets die Anlage- und Abschlussvermittlung, die Anlageberatung, die Finanzportfolioverwaltung, das Finanzkommissionsgeschäft, den Eigenhandel sowie das Depotgeschäft erbringen.

Die Geschäftsaufnahme erfolgte in Kooperation mit den Branchengrößen Deutsche Bank, BNP Paribas und Tradegate. Den Auftakt zum offiziellen Launch im März macht die Finanzbildung-App beatvest. Als ersten Anwendungsfall im Wealth-Management-Vertical ermöglicht es lemon.markets dem FinTech, seinen B2C-Nutzer*innen ETF-Investments anzubieten.

Im Rahmen der kürzlich verkündeten Partnerschaft mit Tomorrow dringt das Start-up in das Bankensegment vor. Gleichzeitig beinhaltet die Kooperation das erste Migrationsprojekt: Der nachhaltige Banking-Anbieter Tomorrow wechselt mit seinem Wertpapierangebot von der Solaris SE zu lemon.markets. Mit Allfunds, einem der weltweit führenden Fondsmarktplätze, erweitert das Start-up gleichzeitig sein Angebotsspektrum um das Finanzinstrument Fonds.

„Unser Fokus liegt darauf, die talentiertesten Teams bei der Lösung der komplexesten Probleme im Finanzwesen zu unterstützen. lemon.markets ist dafür ein Paradebeispiel. Max ist ein beeindruckender junger Gründer, der ein erstklassiges Team um sich herum aufgebaut hat. Und wir freuen uns sehr, diese Finanzierungsrunde anführen zu dürfen und das Team dabei zu unterstützen, mit lemon.markets die größte und modernste Brokerage- und Verwahrungsplattform in Europa aufzubauen“, sagt Jonas Wenke, Principal bei CommerzVentures.

Nächste Schritte: Mehr Partner*innen, neue Produkte und weiteres Teamwachstum

Der Markt für Brokerage- und Custody-Infrastruktur zeigt eine große Dynamik, mit einem prognostizierten Marktvolumen von 63 Milliarden US-Dollar in den kommenden fünf Jahren und einem Wachstum von rund 39 Prozent allein für den Custody-Markt. Traditionelle Player sowie FinTechs haben das Potenzial erkannt, digitale Anlagelösungen neu zu denken, die das Investieren für Verbraucher*innen zugänglicher machen. Dass das notwendig ist, zeigen die Zahlen: Allein in Deutschland liegt der Großteil des Geldvermögens (41,7 Prozent laut Bundesbank) in Bargeld und als Einlagen bei Banken und Sparkassen wie Tages- und Festgeld vor – das waren 3.214 Mrd. Euro zum Jahresende 2023.

lemon.markets ermöglicht FinTechs, Banken und Vermögensverwaltern über seine Infrastruktur, den Handel mit ETFs, Fonds und zukünftig Aktien, als Anlageprodukt für Kund*innen zugänglich zu machen. Die Brokerage-as-a-Service-Plattform ist modular aufgebaut und kann basierend auf dem individuellen Anwendungsfall des Partners / der Partnerin konfiguriert werden. Eine API-first Architektur reduziert dabei die Integrationszeit erheblich. Durch die konsequente Kombination von Technologie und Compliance-Expertise positioniert sich lemon.markets als digitaler, regulierter und kundenzentrierter Infrastrukturanbieter und unterstützt Partner*innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass es noch mehr digitale Anlageprodukte braucht, damit mehr Menschen am Kapitalmarkt investieren. Dafür müssen auch etablierte Player in der Vermögensverwaltung, dem Banking und Brokerage ihre Infrastruktur neu denken. Das lemon.markets-Team bringt tiefstes Wertpapierwissen gepaart mit FinTech-Erfahrung mit, was sie ideal positioniert, um sowohl FinTechs als auch traditionelle Player als Kunden zu gewinnen“, sagt Simon Schmincke, General Partner bei Creandum.

50 Mio. Euro für Quantencomputer-Start-up planqc

Das 2022 in Garching bei München gegründete Start-up planqc ist dabei, einen hochmodernen Quantencomputer „Made in Germany" zu entwickeln, der auf jahrzehntelanger Pionierforschung des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik aufbaut.

Planqc wurde im April 2022 von Alexander Glätzle, Sebastian Blatt, Johannes Zeiher, Lukas Reichsöllner zusammen mit Ann-Kristin Achleitner und Markus Wagner und den wissenschaftlichen Beratern Immanuel Bloch und Ignacio Cirac gegründet und hat seinen Sitz in Garching bei München. Das Start-up ist europäischer Marktführer im Bereich des digitalen Quantencomputing mit neutralen Atomen. Die Investition wird von dem europäischen Family Office CATRON Holding und dem DeepTech & Climate Fonds (DTCF) angeführt. Zusätzliche finanzielle Unterstützung kommt von Bayern Kapital, der Max-Planck-Stiftung, weiteren privaten Investoren, den Bestandsinvestoren UVC Partners, Speedinvest sowie von einem Zuschuss des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Alexander Glätzle, CEO und Mitgründer von planqc, kommentiert: „Diese jüngste Investitionsrunde ist eine wichtige Bestätigung unserer Technologie als führende Plattform für Quantenanwendungen. Die umfangreiche Unterstützung ermöglicht es uns, unsere Quantencomputer 'Made in Germany' erfolgreich im Wettbewerb zu positionieren und einen aufstrebenden Markt mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro zu erschließen.“

Die Technologie von planqc, die auf der Forschung des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik (MPQ) basiert, zielt auf schnelle Fortschritte in der Entwicklung industrienaher Quantencomputer ab. Die neuen Finanzierungsmittel werden genutzt, um einen Quantencomputing-Cloud-Service aufzubauen und Quantensoftware für Anwendungen in Branchen wie Chemie, Pharma, Klima-Technologie, Automotive und Finance zu entwickeln. Bereits heute nutzt planqc Quanten-Maschinelles-Lernen, um an Klimasimulationen und effizienteren Batterien für Elektrofahrzeuge zu arbeiten.

Dr. Sebastian Blatt, CTO von planqc, zur Technologie des Quantencomputers: „Im Gegensatz zu den meisten anderen Unternehmen, einschließlich Big Tech, verwenden wir einzelne Atome – gefangen in Kristallen aus Licht – als Qubits. Dieser Ansatz ermöglicht eine schnelle Skalierung der Qubit-Anzahl und die Verbesserung ihrer Qualität, was Voraussetzung dafür ist, als erstes Unternehmen fehlerresistente Quantencomputer liefern zu können.“

Gegründet im Jahr 2022 von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik (MPQ) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), befindet sich planqc im Herzen des Münchner Quantum Valley (MQV). Kürzlich wurde das Unternehmen von der deutschen Bundesregierung beauftragt, einen Quantencomputer mit 1.000 Qubits am Leibniz-Rechenzentrum zu installieren. Darüber hinaus hat planqc eine europäische Ausschreibung zur Entwicklung eines Quantencomputers für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gewonnen.

Das MPQ hat in Zusammenarbeit mit planqc bereits die Skalierung der Anzahl der als Qubits genutzten neutralen Atome auf 1.200 demonstriert. Das Erreichen dieses branchenrelevanten Meilensteins in der Qubit-Anzahl ebnet den Weg für fehlertolerante – und somit praktisch nutzbare – Quantencomputer. In den nächsten Jahren wird eine weitere Skalierung auf 10.000 oder sogar 100.000 Qubits erwartet. Diese Systeme werden dann in der Lage sein, bisher unlösbare Probleme anzugehen.

Die Rechenleistung von Quantencomputern wird die Entdeckung neuer Materialien und Arzneimittel ermöglichen, Optimierungsprobleme in Bereichen wie der Klimaforschung, der Industrie und der Verkehrsplanung lösen und eine neue Ära der Kryptografie einläuten. Quanten-Maschinelles Lernen wird neue Anwendungen für Künstliche Intelligenz ermöglichen und der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein völlig neues Verständnis der Welt bieten.

Benjamin Erhart, General Partner bei UVC Partners, schlussfolgert: „Der schnelle Fortschritt von planqc seit unserer ersten Investition beruht sowohl auf wissenschaftlicher Exzellenz als auch auf der Fähigkeit, erstklassige Talente anzuziehen. Im Einklang mit unserer Strategie, nachhaltige Marktführer aufzubauen, war es eine klare Entscheidung, unser Engagement bei planqc deutlich zu verstärken.“

ISPTech: 2 Mio. Euro Pre-Seed-Finanzierung für „grüne“ Antriebstechnologie für Weltraumfahrzeuge

Das 2023 von Dr. Lukas Werling und Felix Lauck gegründete SpaceTech-Start-up entwickelt auf „grünen“ Treibstoffen basierende Antriebssysteme für Raumfahrzeuge. Die Technologie soll Ende 2025 zum Einsatz kommen.

Die InSpacePropulsion Technologies GmbH (ISPTech) ist ein Spin-off des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und wurde 2023 von Dr. Lukas Werling und Felix Lauck gegründet. Das SpaceTech-Start-up entwickelt innovative Antriebssysteme für Raumfahrzeuge, die auf ungiftigen „grünen“ Treibstoffen basieren und bietet damit kostengünstige, schnell verfügbare und zuverlässige Lösungen für die Raumfahrtindustrie. Die Antriebe bieten eine überlegene Leistung im Vergleich zu derzeit am Markt erhältlichen grünen Treibstoffsystemen. Das Angebot richtet sich an alle Raumfahrzeuge, von kleinen CubeSats bis hin zu großen Satelliten, Kapseln oder Landeeinheiten.

Derzeitige Antriebssysteme sind oft teuer und nutzen hochgiftige Treibstoffe, was die Handhabung und den Entwicklungsprozess erschwert und die Gesamtkosten erhöht. ISPTech hat diese Probleme gelöst und bietet Antriebssysteme an, die nicht nur umweltfreundlich, sondern auch leistungsstark und kosteneffizient sind. Auf der Grundlage von mehr als zehn Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben die Gründer von ISPTech zwei Technologien entwickelt: Eine ist bereits weltraumtauglich (HyNOx), die zweite bietet einzigartige Vorteile (HIP_11). Die HyNOx Systeme werden mit Ethan und Distickstoffoxid betrieben. Diese Technologie ermöglicht einen kontinuierlichen Betrieb bei hoher Leistung ohne Überhitzungsprobleme.

HIP_11 ist eine einzigartige Antriebstechnologie für große Raumfahrzeuge wie Lander, Kapseln und Satelliten. Sie reduziert die Komplexität und Kosten vergleichen mit anderen Systemen und ist wiederbetankbar. HIP_11 ermöglicht einen hybriden Betrieb von elektrischen und chemischen Triebwerken.

ISPTech hat bereits bemerkenswerte Fortschritte erzielt: Seit der Gründung im Sommer 2023 konnte das Unternehmen erste zahlende Kund*innen gewinnen und den Vertrag für einen Flug ins All abschließen. Zudem wurden die ersten Antriebssysteme für den Einsatz im Weltraum qualifiziert. Bedeutende Akteure der Raumfahrtbranche haben ebenfalls ihr Interesse an den Technologien von ISPTech bekundet.

Jetzt hat ISPTech erfolgreich eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt vom HTGF investieren First Momentum Ventures und Possible Ventures. Die eingeworbenen Mittel werden zur Weiterentwicklung der Antriebstechnologie verwendet, um die Qualifikation für den Weltraumflug zu erreichen und erste Kund*innen zu bedienen. Die Technologie von ISPTech soll in ersten Missionen Ende 2025 zum Einsatz kommen. Diese Flüge werden die Funktionsfähigkeit, Robustheit und Leistung der ISPTech-Antriebssysteme demonstrieren und die Grundlage für eine breitere Markteinführung schaffen.

Die ISPTech-Gründer Felix Lauck und Dr. Lukas Werling in einer gemeinsamen Erklärung: „Wir haben viele Jahre damit verbracht, Antriebstechnologien zu erforschen, Produkte unserer derzeitigen Wettbewerber zu testen und mit vielen unserer zukünftigen Kunden zusammenzuarbeiten. In all dieser Zeit haben wir eine klare und große Marktnachfrage nach kostengünstigen, schnell verfügbaren und robusten Antriebstechnologien erlebt. Unsere Aufgabe ist es nun, diese Nachfrage zu bedienen.“

Dr. Koen Geurts, Investment Manager beim HTGF: „Das Wachstum des Satellitenmarktes im nächsten Jahrzehnt und der zunehmende Bedarf an Manövern zur Vermeidung von Weltraummüll werden zu einer enormen Nachfrage nach chemischen Antriebssystemen führen, insbesondere nach ungiftigen Lösungen, die den Zugang zum Weltraum demokratisieren. ISPTech ist das einzige Startup-Unternehmen, das Lösungen von unter 1N bis 1kN mit hohem TRL anbietet und hervorragend positioniert ist, um einen neuen Marktstandard zu setzen.“

Dr. Maximilian Ochs, Investor bei First Momentum Ventures: „In den nächsten zehn Jahren erwarten wir eine steigende Nachfrage nach Manövern im Weltraum, die nur durch chemische Antriebe ermöglicht werden können. ISPTech ist in einer erstklassigen Position, um der europäische Marktführer für ungiftige chemische Antriebe zu werden. Ihre Systeme sind der Konkurrenz in Bezug auf Leistung, Stabilität und Robustheit bereits weit voraus.“

Dr. Christoph Baumeister, Principal bei Possible Ventures: „Mit dem Wachstum der Weltraumwirtschaft wird die Nachfrage nach zuverlässigen, umweltfreundlichen und kostengünstigen chemischen Antriebssystemen unverzichtbar. ISPTech ist mit seinem innovativen Ansatz und seiner europäischen Ingenieurskunst führend, und wir sind stolz darauf, ihre Mission zu unterstützen.“

Clypp: rund 1 Mio. Euro für KI-basierte Wissensmanagementsoftware

Das 2020 von Maximilian Zeyda und Edwin Sauer gegründete Start-up Clypp macht Unternehmen und Mitarbeitenden das Teilen Ihres Wissens so einfach wie möglich.

Clypp hat seine Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Dabei konnte das Team das Family-Office Secways des spanischen Software-Unternehmers und Investors Pere Hospital und den auf HR-Tech spezialisierten Investor allygatr für sich gewinnen.

Das Investment ist vor allem von strategischer Bedeutung für Clypp. „Mit Secways und allygatr haben wir erfahrene Investoren von uns überzeugt, die selbst schon in unseren Schuhen als Gründer waren“, so Maximilian Zeyda, Gründer von Clypp. „Dank des großen Netzwerks von Secways bekommen wir auf dem europäischen Markt vielseitige Unterstützung. Das ist eine große Wachstumschance für unser Unternehmen, weil wir bis dato vor allem im deutschsprachigen Raum mittlere und große Unternehmen von Clypp überzeugen konnten. Secways öffnet nicht nur den spanischen Markt, sondern unterstützt uns darüber hinaus mit ihrer Expertise in der Skalierung innovativer Software-Geschäftsmodelle.“

Mit den neuen finanziellen Mitteln will Clypp nun vor allem das Produkt auf die nächste Stufe heben und weitere Kund*innen ansprechen. „Unser Ziel ist es, mithilfe von Automatisierung und künstlicher Intelligenz wirklich jedem Unternehmen und allen Mitarbeitenden das Teilen Ihres Wissens so einfach wie möglich zu machen. Die Digitalisierung und Bereitstellung von Know-how sind und bleiben die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren für Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels und Generationenwandels“, so Zeyda.

In nur knapp zwei Jahren hat Clypp seine Lösungen für Video-basierten Wissenstransfer in deutschen Unternehmen etabliert. Mit Clypp können Mitarbeitende ihr Wissen schnell und einfach in Videoform festhalten. Die künstliche Intelligenz unterstützt Nutzer*innen sowohl in der Erstellung, als auch in der automatischen Bearbeitung der Inhalte, inklusive Untertitel und Screenshots – und das in jeder gewünschten Sprache. Die sogenannten Clypps werden auf der angebundenen Plattform geteilt und können nahtlos in jedes digitale Tool integriert werden.

Die Zahlen können sich sehen lassen: Das bayerische Start-up zählt nach eigenen Angaben bereits etwa 10.000 Nutzer*innen. Über 50 Kund*innen sind überzeugt, darunter Firmen wie Telefónica Deutschland, E.ON oder die Nürnberger Versicherung. Dadurch arbeitet das Start-up schon heute kostendeckend – angetrieben durch das starke Wachstum ein weiterer Erfolgsfaktor, der die Investor*innen vom Team um die beiden Gründer überzeugen konnte.

House of Logistics and Mobility (HOLM)

Seit 2017 unterstützt das House of Logistics and Mobility (HOLM) Start-ups aus der Logistik- und Mobilitätsbranche. Wir stellen das Frankfurter Start-up-Lab und fünf Gründer*innen-Teams, die darin durchgestartet sind, näher vor.

Start-ups leisten einen überaus wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Einführung innovativer und nachhaltiger Lösungen für die Logistik- und Mobilitätsbranche. Davon ist das Team der HOLM GmbH in Frankfurt am Main überzeugt und unterstützt junge Unternehmen mit einem zweijährigen Förderprogramm. Die Start-up-Förderung besteht aus zwei Komponenten. Zum einen aus der Infrastruktur-Förderung, wobei den Start-ups Büro­flächen und der Zugang zu Vernetzungs- und Veranstaltungsflächen zur Verfügung stehen. Im Start-up-Lab haben sie ihre Arbeitsbereiche mit Konferenz- und Besprechungsräumen.

Zum anderen besteht die Förderung darin, dass die Start-ups von HOLM und ihren Partner*innen auf ihrem Weg inhaltlich begleitet werden. „Wir unterstützen die Start-ups mit Coachingprogrammen, vor allem aber mit Vernetzungsveranstaltungen. Im Fokus steht immer der Vernetzungsgedanke“, betont Sascha Barthel, Abteilungsleiter Innovations- und Netzwerkmanagement bei der HOLM GmbH. „Sehr beliebt bei den Start-ups ist das Gründerfrühstück, das mehrmals im Jahr stattfindet“, ergänzt Tom Bergmann, Projektmanager der Start-up-Förderung.

Vom Netzwerk profitieren

Ein Netzwerk lebt durch und für seine Partner*innen. Das Konzept ist deshalb bewusst als offenes Netzwerk angelegt, um die unterschiedlichen Akteur*innen aus den Bereichen Logistik und Mobilität zusammenzubringen. Zum HOLM-Netzwerk zählen neben Start-ups etablierte Unternehmen aller Größen, Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen und Verbände. „Der Austausch untereinander ist für Start-ups unheimlich wichtig. Aber das allein reicht nicht. Der kurze Weg, der schnelle und einfache Kontakt zu anderen Unternehmen, zur Wissenschaft und zu politischen Entscheidungsträgern – davon profitieren Gründerinnen und Gründer ungemein“, betont HOLM-Geschäftsführer Michael Kadow.

Der Bewerbungsprozess für die Start-up-Förderung

Bewerben kann sich jedes Start-up, das nicht älter als fünf Jahre ist und einen Bezug zur Logistik- und Mobilitätsbranche hat. Dabei ist es unerheblich, ob es schon eine Unternehmensgründung gab oder nicht. Die Start-ups, durchlaufen ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren, an dessen Ende finale Pitchs vor einer Fachjury die Entscheidung bringen, welche Newcomer*innen im Folgejahr in das House of Logistics and Mobility einziehen werden. Bewerbungen für den Förderzeitraum 2025/26 sind ab dem 3. Juni 2024 möglich und sollten bis spätestens 11. September 2024 im HOLM vorliegen.

Die Newbies 2024 im Überblick

Bei den Pitchs im vergangenen Jahr konnten sich die Jungunternehmen Croowy GmbH, FiniBee, Go Kidogo GmbH, PIKAPAK und urbany motors UG durchsetzen. Seit vergangenem Januar werden sie vom HOLM gefördert und haben dort ihren Platz im Start-up-Lab. Mit welchen Ideen sie die Fachjury überzeugen konnten, zeigen die folgenden Unternehmensporträts.

Croowy

Die Croowy GmbH digitalisiert und automatisiert Verhandlungsprozesse zwischen Airlines und Hotels. Den Schwerpunkt bilden dabei Verträge für Crew-Übernachtungen. Dazu gibt es ein Modul zur Unterbringung gestrandeter Passagier*innen in Notsituationen. Das junge Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main bietet Fluggesellschaften Markttransparenz und Zugang zu einer Vielzahl von Hotels, die optimal auf die Bedürfnisse der Airline-Crews und der gestrandeten Passagier*innen abgestimmt sind. Gegründet wurde das Start-up von Leonie Godard, Svenja Büsching, Ullrich Kastner und Hermann Wagner.

Die Idee dazu entsprang dem aufwendigen Abstimmungsprozedere zwischen Airlines und Hotels, der bis zu neun Monate in Anspruch nehmen kann. „Das heißt konkret: viele E-Mails, Excel-Sheets und Telefonate“, erklärt Leonie Godard. „Dabei sind auch schon Informationen verloren gegangen“, ergänzt Svenja Büsching. Mit der Croowy-Plattform ist daher eine Historie digital hinterlegt und Informationen bleiben im System.

„Aktuell arbeiten sieben Programmierer an der Plattform. Es sind bereits 1,2 Millionen Hotels hinterlegt, deren Profile nun ,Airline-relevant‘ angereichert werden“, erklärt Svenja Büsching. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Nachhaltigkeit. „Die Frage, welchen CO2-Fußabdruck Hotels hinterlassen, kann ein ausschlaggebendes Argument sein, ob sie gebucht werden oder nicht“, betont Leonie Godard.

Vor zwei Jahren wurde Croowy gegründet. Nun ist das junge Unternehmen Teil der Start-up-Förderung im HOLM. „Wir profitieren vor allem von der Nähe zu Universitäten und anderen Unternehmen. Seit September 2023 haben wir einen Werksstudenten eingestellt“, erzählt Leonie Godard. Er gibt Webschulungen und beantwortet Fragen zur Plattform. „In Zukunft spielt für uns der Einsatz von künstlicher Intelligenz eine wichtige Rolle“, betont Svenja Büsching. Auch hier profitiert Croowy vom Hochschul- und Unternehmensnetzwerk.

DIE EICHE: Einzigartiges Kolumbarium eröffnet in Lübeck

Bestattung neu denken – mit diesem Anspruch eröffneten die Initiator*innen und DIE EICHE GmbH Gründer*innen Peggy Morenz und Michael Angern am 20. Juni 24 ihr Kolumbarium in Lübeck.

Ein Kolumbarium ist ein Friedhof in einem eigenen Gebäude. Hier werden Urnen mit der Asche Verstorbener aufbewahrt. DIE EICHE in Lübeck, ein ästhetisch anspruchsvoll gestaltetes überkonfessionelles Kolumbarium, befindet sich in einem ehemaligen Kornspeicher, den der Vater von Literaturnobelpreisträger Thomas Mann 1873 errichten ließ. Nach umfangreichen Umbauten findet das denkmalgeschützte Gebäude am historischen Hansahafen nun eine neue Nutzung.

Die Trägerschaft liegt bei der Heilsarmee, die Einrichtung des Friedhofs erfolgte privatwirtschaftlich. Ehrenamtliche Trauerbegleiter der Heilsarmee sind ständig im Haus präsent und bieten Hinterbliebenen Zuspruch. Moderne Licht- und Raumgestaltung, Bildende Kunst sowie kuratierte Erinnerungsstücke der Verstorbenen machen den alten Kornspeicher zu einem Ruhepol. Konzerte und Lesungen verbinden das Lebendige mit dem Kontemplativen.

Co-Initiator Michael Angern: „Die Eröffnung der EICHE als Kolumbarium macht mich sehr glücklich. Zehn Jahre sind seit der ersten Idee vergangen. Mit der EICHE interpretieren wir das Thema Urnenfriedhof neu und tragen zur Vielfalt der Bestattungsmöglichkeiten bei. Gleichzeitig holen wir den Friedhof wieder mitten in die Stadt, mitten ins Leben, wie es jahrhundertelang in Europa üblich war.“

Rund 3400 Verstorbene finden Platz im Kolumbarium. Die Urnengräber verteilen sich dezent über den ersten und zweiten Boden des Gebäudes. Hier gibt es Räume wie Galerien, Bibliotheken und ein Kabinett, in denen Sofas und Sessel zum Verweilen einladen.

Bei der Konzeption standen die Verstorbenen und ihre Angehörigen im Mittelpunkt aller Überlegungen. Michael Angern: „Wir wollten einen Raum schaffen, der Tod und Leben verbindet und Angehörigen die schwere Zeit des Abschieds erleichtert. Die Namen und Geschichten der Verstorbenen sollen weiterhin gewürdigt werden.“ Diese Vorstellung findet in den „Lebenszeichen“ ihren Ausdruck: Auf den Galerien gibt es beispielsweise vor den eigentlichen Grabkammern Vitrinen, in denen Erinnerungen in vielfältiger Form „in Szene gesetzt“ werden. An anderer Stelle erinnern von Biographen geschriebene Rückblicke an die Lebensgeschichte Verstorbener. Im Kabinett erzählen Fotos aus ihrem Leben von ihnen.

Alle als „Lebenszeichen“ erhaltenen Erinnerungen werden im Laufe der Zeit zu einem kulturellen Gedächtnis des Ortes, sie machen Gesellschaftsgeschichte erlebbar und konstituieren Gemeinschaft

Das Gebäude

Das Kolumbarium DIE EICHE befindet sich in einem ehemaligen Kornspeicher am Hansahafen an der Trave in Lübeck. Senator und Kaufmann Thomas Johann Heinrich Mann ließ das siebenstöckige Gebäude 1873 erbauen. Sein Sohn, der Nobelpreisträger Thomas Mann, erwähnte es in den „Buddenbrooks“. Nach wechselnden Nutzungen erwarb Michael Angern das Gebäude im Jahr 2013.

Das denkmalgeschützte Gebäude ist 13 Meter breit und 27 Meter lang. Die neugotische Backsteinfassade zieren vorn 30 Fenster, weitere 23 befinden sich auf der Rückseite. Mächtige Holzstützen tragen die Lagerböden bis ins sechste Obergeschoss. In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz schufen geschickte architektonische Eingriffe im Inneren einen Raum mit einem starken sakralen Charakter. Alte Kirchenbänke für bis zu 100 Gäste unterstreichen diesen Eindruck.

Die „Eiche“ ist der einzige von insgesamt sieben Mann’schen Kornspeichern, der heute noch existiert. Die Namen der anderen Speicher lauteten „Linde“, „Adler“ und „Walfisch“, „Löwe“, „Hirsch“ und „Elephant“. Sie wurden so benannt, damit die Schauermänner mit ihren Kornsäcken sie leichter fanden.

Carelane: HealthTech-Start-up sichert sich 800.000 Euro

Das 2023 von Gustav Vella und Yannick Boerner gegründete Start-up treibt mit seiner Plattform die Transformation des klinischen Studienprozesses voran. Mit dem neuen Kapital wird Carelane seine Reichweite in Europa und den USA erweitern.

Carelane, ein Tech-Start-up im Bereich Life Sciences, gibt den erfolgreichen Abschluss der Pre-Seed-Finanzierungsrunde bekannt und erhält 800.000 €. Die Investitionsrunde, angeführt vom High-Tech Gründerfonds (HTGF), wird die Expansion von Carelanes Plattform vorantreiben. Diese ist darauf ausgelegt, klinische Studien zu optimieren und die Aufwände für Pharmaunternehmen, Auftragsforschungsorganisationen und akademische Forscher erheblich zu reduzieren.

Klinische Studien sind heute durch Ineffizienzen und hohe Kosten geprägt, da sie auf mehrere, nicht miteinander verbundene Softwaresysteme für wesentliche Aufgaben wie Datenmanagement, eConsent, Tokenization, Proben-Tracking, Medikamentenversorgung und Patient*innenüberwachung angewiesen sind. Die erforderliche Zeit für die Integration und die Herausforderungen der Prozessorganisation sowie die regulatorischen Anforderungen an einheitliche Protokollierung (Audit Trail) erschweren die Situation zusätzlich.

Das Ziel: medizinische Forschung und Innovation beschleunigen

Nach dem Start im Jahr 2023 gewann es schnell Kund*innen und schloss Anfang 2024 seine erste Finanzierungsrunde erfolgreich ab. Beide Gründer haben umfangreiche Erfahrung im Bereich HealthTech und haben mit der deutschen Regierung, privaten Unternehmen und renommierten Forschungskrankenhäusern zusammengearbeitet. Ihre Vision ist es, Forschende und Gesundheitsfachkräfte zu unterstützen, um medizinische Forschung und Innovation zu beschleunigen. Carelane steht an der Spitze der Transformation des klinischen Studienprozesses und macht ihn intuitiv, effizient und nahtlos integriert.

Die Gründer Gustav Vella und Yannick Boerner integrieren diese Funktionen in ihrer Plattform und reduziern so die Komplexität und die Kosten, die mit dem traditionellen Management klinischer Studien verbunden sind, erheblich. So sind Studienprotokolle strukturierte, digitalisierte Objekte anstatt textbasierter Dokumente, was eine nahtlose Integration und kontinuierliche Abstimmung von Studiendesign, Durchführung und Analyse ermöglicht. Dieser Ansatz vermeidet kostspielige Studien-Anpassungen, die Millionen von Euro betragen können.

Die Plattform erhöht nicht nur die Sicherheit durch die Nutzung modernster Cloud-Technologien, sondern umfasst auch Funktionen zur Automatisierung gängiger Studienprozesse wie Probenversand, Onboarding von Prüfzentren und Patienten-Einwilligungen. All dies wird unter Einhaltung einer einheitlichen Protokollierung (Audit Trail) erreicht.

Reichweite in Europa und den USA erweitern

Mit dem neuen Kapital wird Carelane seine Reichweite in Europa und den USA erweitern. Das Start-up hat bereits vor dieser Finanzierungsrunde erhebliche Erfolge vorgewiesen, indem es die Arbeitsbelastung von vielen Studienprozessen für seinen ersten Kunden durch Kollaborationsfunktionen und Prozessautomatisierung um mehr als 80 % reduziert hat. In der Zukunft plant Carelane, seine Plattform mit Funktionen zur Erfassung von Quelldaten zu erweitern, einschließlich der automatischen Datenaufnahme aus elektronischen Gesundheitsakten (EHRs) und KI-Funktionen, um die Basis für eine bevorstehende Seed-Finanzierungsrunde zu schaffen.

Yannick Boerner, Mitgründer von Carelane: „Unsere Mission? Die klinische Forschung zu revolutionieren und Forscher sowie medizinisches Fachpersonal zu entlasten. Mit Carelane wollen wir unseren Nutzern Zeit ersparen - Zeit, die für wegweisende Forschung und Innovationen genutzt werden kann. Wir sind davon überzeugt, dass die Umgestaltung des Prozesses klinischer Studien nicht nur notwendig, sondern für die Zukunft des Gesundheitswesens unabdingbar ist.“

Dr. Natalya Baltrukovich, Investment Manager beim HTGF, sagt: „Carelane bietet eine All-in-One-Plattform, die sich auf die Forschung zu Real World Evidence konzentriert. Hierdurch werden teure und ineffiziente klinische Studien, die durch fragmentierte Software und fehlende Integration zwischen Gesundheits- und Forschungssystemen verursacht werden, effizienter durchgeführt. Durch die Vereinheitlichung des gesamten klinischen Studienprozesses auf einer Plattform bietet Carelane einen starken Mehrwert mit Vorteilen sowohl für Patienten als auch für Forschungspartner.“

Start-up oder Corporate: Wen bzw. was sucht die GenZ im Arbeitsmarkt?

Die GenZ Studie 2024 zeigt eine Generation zwischen Work-Life-Balance und Work-Life-Blending, und Start-ups sind nicht automatisch die erste Wahl für die GenZ.

Mitten im Fach- und Arbeitskräftemangel tritt mit zunehmender Geschwindigkeit die sogenannte Generation GenZ in den Arbeitsmarkt ein. In ihrer dritten Studie „Zukunft der Arbeit“ untersucht Zenjob, einer der führenden Online-Marktplätze für die Vermittlung temporärer Nebenjobs, erneut die Bedürfnisse junger Arbeitnehmer*innen. Wie bereits in den ersten beiden GenZ Studien in den Jahren 2021 und 2022 bemüht sich Zenjob, zu einer besseren Vermittlung zwischen Unternehmen und der zukünftigen Belegschaft beizutragen.

Anfang Mai 2024 hat Zenjob 1.141 Vertreter*innen der Gen Z in Deutschland zu ihren Ansichten zur Arbeitswelt befragt. Davon 594 deutschsprachige Talents und 547 englischsprachige, also internationale Talents, die in Deutschland arbeiten. Im Mittelpunkt der GenZ Studie 2024 stehen erneut die Fragen, die auch alle Arbeitgebenden beschäftigen, die für die zukünftig tonangebende Generation attraktiv bleiben möchten: Was sucht diese Generation in einem Job und bei einem Arbeitgebenden? Wie wird ihr Arbeitsleben aussehen? Wenig überraschend zeigte die anhaltende Wirtschaftskrise deutliche Auswirkungen auf das Denken und Handeln der jüngsten Teile der Belegschaft in deutschen Unternehmen.

Eine Generation zwischen Work-Life-Balance und Work-Life-Blending

Der Blick von außen zeigt ein komplexes und nicht immer kohärentes Verhältnis der GenZ zu ihrer Arbeitseinstellung. Die Generation der zwischen 1997 und 2012 geborenen Arbeitnehmer*innen ist gespalten zwischen dem Wunsch nach einem sicheren Arbeitsverhältnis (52 %) und dem Bedürfnis nach Flexibilität (68 %).

Während 65 % der GenZ ihr Berufs- und Privatleben klar trennen möchten, haben 44 % kein Problem damit, auch während des Urlaubs für ihre Arbeitgeber erreichbar zu sein.

Ein Konsens scheint jedoch in der Bedeutung von Autonomie zu bestehen. 75 % der Befragten möchten ihre Zeit selbst organisieren, um in ihrem eigenen Tempo zu arbeiten. Diese Art der Selbstorganisation bringt jedoch einige Herausforderungen mit sich: 58 % geben an, dass ihnen dies nicht immer gelingt.

Werte der Gen Z

Bei der Rangliste der Jobpräferenzen der GenZ erinnert diese eher an ein Dating-Profil als an eine traditionelle Stellenausschreibung – zumindest abgesehen von der Gehaltskategorie. Die unter 25-Jährigen wünschen sich unverändert stark Ehrlichkeit, Offenheit für Kommunikation, Ideen und Konzepte und schätzen es, wenn Unternehmen in ihre individuelle und berufliche Entwicklung investieren. Anforderungen an die Unternehmensstruktur wie Diversität, flache Hierarchien und Firmenfeiern sind weniger wichtig.

Im Vergleich zur letzten GenZ Studie 2022 hat die Bedeutung eines guten Gehalts signifikant zugenommen und ist auf Platz 1 gerückt. Hier zeigen Rezession und Inflation ihre Wirkung deutlich.

Rangliste: Was GenZ an einem Arbeitgebenden schätzt

1. Gutes Gehalt

2. Karrieremöglichkeiten

3. Ehrlichkeit und offene Kommunikation

4. Möglichkeit zur Weiterbildung und beruflichen Entwicklung

5. Offenheit für neue Ideen und Konzepte

6. Soziales Engagement

7. Diversität in der Belegschaft

8. Flache Hierarchien

9. Regelmäßige Firmenfeiern


Mitgestalter*innen statt Rebell*innen oder Karrierist*innen

Der Bericht zeigt, dass eines sicher ist: Eine Karriere allein reicht nicht mehr aus. Während die GenZ nicht gegen den Arbeitsmarkt rebelliert, möchte sie aktiv an der Gestaltung aller Lebensbereiche teilnehmen – einschließlich ihrer Arbeit. Doch es sind nicht nur die Vereinbarkeit des Jobs mit dem Privatleben (78 %) und die Flexibilität (68 %), die für diese Generation wesentliche Bedürfnisse darstellen.

Stark abgenommen im Vergleich zur Studie 2022 haben die Suche nach persönlicher Identifikation (von 54,7 auf 19%) und vielfältigen Aufgaben (von 52,5 auf 38 %). Auch hier zeigt die Wirtschaftskrise ihre klare Auswirkung und eine Rückbesinnung auf “harte” Werte.

Darüber hinaus ist die Jobsicherheit für 52 % der Gen Z weiterhin wichtig (zuvor 42 %) und hat zusätzlich signifikant zugenommen. Etwa die Hälfte der Befragten (42 %) möchte für ein digitales und progressives Unternehmen arbeiten. Dieser Wert hat sich mehr als verdoppelt und zeigt den zunehmenden Druck auf Arbeitgebende, neue technologische Entwicklung in den Arbeitsablauf zu integrieren.

GenZ bevorzugt Corporate- über Start-up-Karrieren – auch die junge Generation sucht nach mehr Sicherheit

Ältere Generationen verbinden mit der GenZ automatisch lose, jüngere Unternehmensstrukturen und somit Start-up-Unternehmen. Im Gegensatz dazu zeigen jedoch die Ergebnisse, dass die Befragten deutlich größere, ältere Unternehmen, sogenannte Corporates, präferieren. 40 % könnten sich vorstellen, für ein Start-up zu arbeiten, wobei dies 52 % bei einem größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden bejahen. Noch viel eklatanter wird diese Präferenz bei der Unterscheidung zwischen deutsch- und englischsprachigen Befragten, also deutschen und internationalen Talente, die im Land arbeiten: Während 52 % der internationalen Talente sich vorstellen können, in einem Start-up zu arbeiten, sind dies bei den deutschsprachigen Talenten lediglich 29 %. Start-ups sind also nicht automatisch die erste Wahl für die GenZ, sondern eher Corporates, wobei gilt: je größer, desto besser. Auch hier geht also Sicherheit vor vermeintlicher Freiheit und Spass.

Keine klare Präferenz für die Vier-Tage-Woche

Während die Einführung der Vier-Tage-Woche in den Medien derzeit stark diskutiert wird, zeigt sich hierzu bei der GenZ keine klare Präferenz: 38 % der Befragten befürworten die Begrenzung der Arbeitszeit auf vier Tage. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen deutschsprachigen (47 %) und internationalen Talenten (29 %). Währenddessen bevorzugen 38 % aller Befragten die Fortführung einer 35 Stunden Woche und 23 % eine Teilzeitbeschäftigung mit weniger als 35 Stunden, jedoch im Rahmen einer Fünf-Tage-Arbeitswoche.

Eine Generation, die weiß, was sie will. Aber die in Krisenzeiten auch etwas umdenkt.

Frederik Fahning, Mitgründer und Vorstand von Zenjob, zu den Ergebnissen der dritten Zenjob-Studie „Zukunft der Arbeit“:

„Unsere Studie zeigt deutlich, dass Einstellung und Werte für die Mitarbeiter von morgen im Vordergrund stehen. Sie möchten, dass ihr Arbeitgeber diese Werte lebt und ihnen Raum für ihr eigenes Leben, persönliche Entwicklung und Mitgestaltung bei der Weiterentwicklung des Unternehmens gibt. Unsere Umfrage räumt viele Vorurteile älterer Generationen gegenüber der GenZ aus. Sie sind alles andere als passiv. Sie zeigen Engagement und wollen etwas bewirken. Davon können und sollten wir alle etwas lernen. Allerdings konnten wir in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine deutliche Interessenverschiebung bei der GenZ feststellen. Im Vergleich zu unserer letzten GenZ Studie aus dem Sommer 2022 legt die GenZ nun deutlich mehr Wert auf härtere Kriterien wie gutes Gehalt und Jobsicherheit. Weiche Faktoren wie Work-Life-Balance oder ehrliche Kommunikation bleiben wichtig. Jedoch sind die Vertreter der GenZ als jüngere Arbeitnehmer erstmals mit den Auswirkungen von Rezession und Inflation konfrontiert und gewichten daher die klassischen harten Werte spürbar höher. In Krisenzeiten geht es also ans Eingemachte und der stets wertebezogene Ansatz der GenZ leidet. Dies könnte anzeigen, dass langfristig die GenZ vielleicht in Teilen auch gar nicht so anders tickt, als vorherigen Generationen. Am Ende arbeiten wir alle auch, um unser tägliches Leben zu finanzieren. An weichere Faktoren, auf die man die GenZ bislang gern reduziert hat, denkt auch diese Generation erst, wenn Miete und Lebensmittel bezahlt sind. Wie immer gilt: Werte muss man sich leisten können.“

Beagle Systems und AIRMO: Start-up-Power gegen Methanemissionen

Die Kooperation der Start-ups zielt darauf ab, die steigenden Anforderungen der EU-Regulierungen zu Methanemissionen zu adressieren, um eine Schlüsselrolle in der Überwachung und Minimierung dieser Emissionen zu spielen.

Das 2019 gegründete Beagle Systems mit Sitz in Hamburg, ein führendes Unternehmen im Bereich der Luftdatenerfassung, und das Münchner Start-up AIRMO, Entwickler von Satelliten zur Methanmessung, haben ihre Kräfte gebündelt, um einen innovativen Service zur Überwachung von Methanemissionen zu entwickeln. Die Kooperation zielt darauf ab, die steigenden Anforderungen der EU-Regulierungen zu Methanemissionen zu adressieren und gleichzeitig präzisere Daten zur Umweltüberwachung bereitzustellen.

AIRMO hat einen hochmodernen Sensor entwickelt, der nächstes Jahr an einem Satelliten ins All geschickt werden soll, um Methanmessungen aus dem Weltall zu ermöglichen. Dieser Sensor, der ursprünglich für Messungen aus mehreren hundert Kilometern Entfernung konzipiert wurde, bietet aus geringerer Entfernung eine erheblich höhere Messgenauigkeit. Beagle Systems wird diese Technologie in niedriger Flughöhe zur Datenerfassung nutzen. Dies ermöglicht es, präzise Daten viel effizienter als bisher zu sammeln und den Kund*innen als Service anzubieten.

Oliver Lichtenstein, CEO und Mitgründer von Beagle Systems, freut sich über die Partnerschaft: „Die Zusammenarbeit mit AIRMO repräsentiert einen signifikanten Fortschritt in unserer Mission, präzise Umweltdaten zugänglich zu machen. Indem wir unseren marktführenden geospatialen Datendiensten mit AIRMOs innovative Sensortechnologie verbinden, bieten wir unseren Kund*innen nicht nur eine verbesserte Datenqualität, sondern unterstützen sie auch dabei, die strengeren Anforderungen der neuen EU-Methanverordnung zu erfüllen.“

AIRMO-Gründerin Daria Stepanova über die Zusammenarbeit: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Beagle Systems. Diese Partnerschaft ermöglicht es uns, unsere Technologie auf neue und wirkungsvolle Weise zu nutzen. Durch die Kombination unser Methansensors mit der Expertise von Beagle Systems in der Datenerfassung können wir unseren Kund*innen schon heute einen präzisen Emissionsüberwachungsdienst anbieten.“

Die verabschiedete EU-Methanverordnung verlangt von Betreiber*innen von Pipelines und Anlagen, ab zwölf Monaten nach Veröffentlichung der Verordnung, Methanemissionen alle drei bis 36 Monate präzise zu erfassen. Beagle Systems und AIRMO sind mit dieser neuen Serviceleistung gut positioniert, um eine Schlüsselrolle in der Überwachung und Minimierung dieser Emissionen zu spielen, die bis zu 60-mal potenter und damit umweltschädlicher als CO sind.

Freiwillige Gehaltskürzung für mehr Homeoffice?

Eine neue Studie überrascht: 38 Prozent der Arbeitnehmenden würden eine Gehaltskürzung in Kauf nehmen, um dauerhaft remote arbeiten zu können.

Nach dem Ende der Corona-Pandemie erwarten Arbeitgebende zunehmend, dass ihre Mitarbeitenden wieder zurück ins Büro kehren und fordern vermehrt Präsenztage. Gleichzeitig führen die Inflation und Preissteigerungen zu einem erhöhten Bewusstsein für die Kosten, die Arbeitnehmende aufwenden müssen, um vor Ort (im Büro) zu arbeiten. Eine neue Studie der Software-Bewertungsplattform Capterra beziffert nun die Kosten für die Arbeit vor Ort und liefert teilweise überraschende Ergebnisse.

Finanzielle und zeitliche Faktoren erschweren Rückkehr an den Arbeitsort

Die Studie ergibt, dass 38 Prozent der Arbeitnehmenden in Deutschland Gehaltskürzungen akzeptieren würden, um remote arbeiten zu können; im internationalen Durchschnitt sind es 36 Prozent. Wenn es darum geht, ob und wie oft die Beschäftigten gern remote arbeiten möchten, geben hierzulande 45 Prozent an, am liebsten immer remote arbeiten zu wollen, 45 Prozent bevorzugen ein hybrides Modell und lediglich 10 Prozent sprechen sich durchgehend für die Arbeit vor Ort aus.

Dem entsprechend hoch werden die finanziellen wie auch die zeitlichen Kosten dafür empfunden, vermehrt in die Arbeit vor Ort zurückzukehren. Als entscheidende Faktoren wurden die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Zeitersparnis, Stressreduktion sowie Fahrt- und Verpflegungskosten am Arbeitsort genannt.

62 Prozent der Beschäftigten würden aufgrund zu hoher Kosten für Arbeit vor Ort den Job wechseln 

Für Unternehmen ist es gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und Konkurrenz um gute Mitarbeitende wesentlich, ihre Beschäftigten zu halten und an sich zu binden. Daher ist es alarmierend, dass 62 Prozent der Beschäftigten in Deutschland angeben, bei zu hohen Fahrtkosten den Job wechseln zu wollen. Im internationalen Durchschnitt sehen dies 59 Prozent so. Jede(r) vierte Angestellte hierzulande gibt darüber hinaus an, seine/ihre Produktivität einzustellen, wenn die Aufwendungen für die Arbeit vor Ort zu hoch sind.

Aufwendungen für Arbeit vor Ort werden erstmals umfänglich hinterfragt

Aufgrund gestiegener Aufwendungen für die Arbeit vor Ort einerseits, vermehrten Präsenztagen andererseits und der Überzeugung seitens der Arbeitnehmenden, dass sie ihre Tätigkeit genauso gut außerhalb des Büros erledigen können und dies auch noch lieber tun, ist die Frage darüber, wer die Kosten für die Arbeit am Arbeitsplatz ist zu tragen hat, erstmals in den Fokus gerückt.

Dem entsprechend sind 74 Prozent der Beschäftigten in Deutschland der Auffassung, dass der Arbeitgebende die Kosten für das Parken vor Ort übernehmen sollte, 39 Prozent wünschen sich die Erstattung der Benzinkosten und 60 Prozent die Übernahme von Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel. Weiter wünschen sich Arbeitnehmende bei Anwesenheit im Büro die Übernahme von Mautgebühren (53 Prozent), Mahlzeiten/Snacks (40 Prozent), Berufskleidung, bzw. durch Dresscodes verlangte Kleidung (66 Prozent) und Kinderbetreuung (22 Prozent).

Gestiegene Ausgaben für Arbeit vor Ort und Gehaltsentwicklung driften auseinander

Die Unzufriedenheit über die gestiegenen Aufwendungen, um zur Arbeitsstelle zu gelangen und von dort aus zu arbeiten sind vor dem Hintergrund, dass die Gehaltsentwicklungen mit den Kostensteigerungen nicht mitgehalten haben, noch besser nachvollziehbar. 

Obwohl auch Nebenkosten und Lebensmittel für die Arbeit im Homeoffice gestiegen sind – 64 Prozent der deutschen Arbeitnehmenden geben unabhängig vom jeweiligen Arbeitsmodell an, dass ihre Kosten für die Arbeit gestiegen sind, während fast ebenso viele (63 Prozent) sagen, dass ihre Gehaltsentwicklung damit nicht Schritt gehalten hat. Dabei haben sich die Kosten der Beschäftigten, die vollständig oder teilweise vor Ort arbeiten, mehr erhöht als die derjenigen Mitarbeiter, die komplett remote arbeiten. Den insgesamt höchsten Kostenanstieg verzeichnen die Hybrid-Mitarbeitenden. Dies macht es für Unternehmen umso wichtiger, ihre remote arbeitenden Mitarbeitenden mit finanziellen und nicht-finanziellen Anreizen zu motivieren, an den Arbeitsort zu kommen.

Ines Bahr, Senior Analystin bei Capterra kommentiert die aktuelle Entwicklung so: „Es kann nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden, dass Angestellte die gesamten Kosten, die es benötigt, um vor Ort zu arbeiten, allein tragen müssen. Um das Risiko einer Gegen-Reaktion der Mitarbeiter zu verringern, ist es für Unternehmen wichtig, das anzuerkennen und ihren Mitarbeitern mit entsprechenden Anreizen entgegenzukommen.“

Tipps für gelungene Return-to-Office-Strategie

Um Mitarbeitende verstärkt zur Rückkehr ins Büro zu motivieren, eignen sich einerseits konkrete finanzielle Anreize, andererseits auch die Einbeziehung der Beschäftigten zur Return-to-Office-Strategie des Unternehmens samt klarer Kommunikation zu den Gründen dafür.

So sagen 76 Prozent der Arbeitnehmenden, dass sie lieber im Unternehmen arbeiten würden, wenn ihnen dort kostenlose oder vergünstigte Mahlzeiten zur Verfügung stünden. Für 69 Prozent wären frei wählbare, flexible Arbeitszeiten ein Grund, lieber und öfter ins Büro zu kommen, da dies ihre Work-Life-Balance verbessert und so entscheidend zur Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt.

64 Prozent akzeptieren die Rückkehr ins Büro eher, wenn Parkgebühren/Fahrtkosten erstattet würden, 57 Prozent würden lieber vor Ort arbeiten, wenn dort Wellness-Programme wie ein Fitnessraum oder Yoga-Kurse angeboten würden und für 44 Prozent wären Lern- und Weiterbildungsmöglichkeiten ein Anreiz, vor Ort zu arbeiten.

Neben diesen konkreten Vergünstigungen und Angeboten trägt die Einbeziehung der Mitarbeitenden und eine transparente Kommunikation entscheidend dazu bei, eine höhere Akzeptanz für die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu schaffen. Beispiele sind gemeinsam abgestimmte Tage für Team-Meetings vor Ort, gemeinsame Mittagessen oder ein Kaffee-Klatsch im Büro um das Gefühl der Verbundenheit zu stärken. Ansprechend gestaltete Räumlichkeiten tragen zudem dazu bei, dass sich Mitarbeitende kompetent, unabhängig und gleichzeitig mit dem Unternehmen verbunden fühlen.

Methodik

Um die Daten für diesen Bericht zu erheben, befragte Capterra 2.716 Arbeitnehmenden aus den USA, Kanada, Brasilien, Mexiko, Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Australien und Japan. Aus Deutschland wurden 246 Angestellte befragt.

„Wahlverlierer ist die EU selbst“

Das durch die EU-Wahl ausgelöste Gewitter tobt sich in vollen Zügen aus. Wichtig erscheint es, die (EU-weiten) Ergebnisse jenseits nationaler politischer Scheuklappen zu analysieren und klare Folgerungen zu ziehen. Dazu haben wir einige Statements angesehener Player aus der Wirtschaft eingefangen.

Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verband e.V.

„Die Europawahl ist entscheidend, um die Richtung der Europäischen Union für die kommenden fünf Jahre zu bestimmen. Deshalb freue ich mich sehr über die für eine Europawahl hohe Wahlbeteiligung. Der hohe Stimmenanteil für populistische Parteien ist absolut erschreckend und zeigt, was für destruktive Kräfte auf unsere Demokratien wirken. Vermeintlich leichte Lösungen gibt es in unserer Welt nicht. Ein zersplitterter Kontinent würde in der Bedeutungslosigkeit versinken – deshalb ist für mich klar: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa.“

Mehr Europa dürfe aber nicht mehr Auflagen und Bürokratie bedeuten. Es müsse darum gehen, den Rahmen für Innovation und Wachstum klug zu setzen. „Im Fokus muss die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit stehen. Für Start-ups und Scale-ups ist es wichtig, dass die Kapitalmarktunion in den nächsten Monaten vorangetrieben wird. Nur mit attraktiven Exit-Kanälen und einem dynamischen Kapitalmarkt wird es gelingen, dauerhaft ein starker Startup-Standort zu sein“, so Pausder weiter.

„Mit einem offenen, liquiden Kapitalmarkt steigern wir die Attraktivität der EU als Finanzplatz, verbessern unser Wachstumspotenzial und schaffen mehr rentable Investitionsmöglichkeiten. Ohne stärkere Investitionen in Innovationen verliert Europa technologisch den Anschluss an die USA und China und verbaut sich seine Wachstumsperspektiven.“

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)

„Die Europawahlen bedeuten eine Schwächung und weitere Polarisierung Europas. Rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien haben deutlich gewonnen, in Frankreich löst dies gar Neuwahlen aus. Pro-europäische Parteien und Positionen wurden empfindlich geschwächt. Die entscheidende Frage für die Zukunft Europas wird es sein, ob die Konservativen als stärkste Fraktion weiterhin ausschließlich mit Sozialdemokraten und Liberalen kooperieren werden, oder ob sie in Zukunft auch punktuell mit Parteien am rechten Rand gemeinsame Sache machen. Die Ergebnisse der Europawahlen werden den Wirtschaftsstandort Europa schwächen und dürften für Europa ein weiterer Nachteil im Wettbewerb gegenüber China und den USA bedeuten. Die Chancen einer Vollendung des Binnenmarktes, einer gemeinsamen Industriepolitik und Verteidigungspolitik sowie eine Fortsetzung des Green New Deals haben sich durch diese Wahlen deutlich verschlechtert. Ich erwarte zunehmend nationale Alleingänge – so wie dies die Bundesregierung bereits in den letzten beiden Jahren allzu häufig schon getan hat. Dies wird es China und den USA noch leichter machen, europäische Länder gegeneinander auszuspielen. Deutschland wird zu den größten Verlierern eines gespaltenen Europas gehören, denn die deutsche Wirtschaft hat im globalen Wettbewerb gegenüber China und den USA besonders viel zu verlieren.“

Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident

„Verlierer der Wahlen zum Europäischen Parlament sind weniger die Grünen, es ist vielmehr die EU selbst. Parteien, die der EU besonders kritisch bis klar ablehnend gegenüberstehen, verzeichnen europaweit die größten Zuwächse und bringen in Sachsen sogar die absolute Mehrheit der Wählerinnen und Wähler hinter sich. Eine Rückkehr zum Tagesgeschäft sollte sich nicht nur in Frankreich und Belgien ausschließen, sie verbietet sich auch in Deutschland. In 15 Monaten finden Bundestagswahlen statt. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, dass sie handlungswillig und handlungsfähig ist. Problemlösungskompetenz und Bürgernähe sind gefragt. Die Stärkung der Wirtschaft, die Modernisierung des Staats und eine leistungsfähige Verwaltung gehören neben der Förderung gesellschaftlichen Zusammenhalts ganz oben auf die politische Agenda. Digitale Technologien sind hier zumindest Teil, oft sogar Kern der Lösung. Auch für die Bundesregierung gilt: Digitalisierung ist eine riesige Chance, sie entfaltet Wirkungen, die unmittelbar bei den Menschen ankommen. Die Bundesregierung sollte jetzt alles auf die digitale Karte setzen.“

Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer, VDMA

„Wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen uns in Europa stark und schnell aufstellen. Das bedeutet: Die europäischen Parteien sollten sich zeitnah einigen, eine Koalition der Mitte bilden und ihren Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten festlegen, damit die nächste Europäische Kommission sich zusammenfinden und mit der Arbeit beginnen kann. Auch die Mitgliedstaaten sind aufgerufen, die Handlungsfähigkeit der EU nationalen Interessen unterzuordnen. Insbesondere die Entwicklungen in Frankreich dürfen nicht zu einer Blockade führen. Klar ist, dass die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie ganz oben auf der strategischen Agenda der EU für die nächsten fünf Jahre stehen muss. Weniger und gleichzeitig bessere Regulierung und mehr Vertrauen in das Unternehmertun sollten dabei die Leitlinie sein. Der Zulauf an Stimmen für die rechtsextremen Parteien in Europa besorgt. Die Stärkung von politischen Gruppierungen, die Freiheit, Wohlstand und Frieden in Europa eher gefährden als fördern, ist ein alarmierendes Zeichen. Diese Entwicklung ist weder im Interesse der Wirtschaft und der Bürgerinnen und Bürger noch der Politik. Mehr Überzeugungsarbeit ist gefragt – auch von uns –, um europäische Werte in der Öffentlichkeit zu verankern.“

Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)

„Europa braucht jetzt zügig einen Wachstumsplan. Europa muss handlungsfähig bleiben. Es ist gut, dass die proeuropäischen Parteien im Europäischen Parlament weiterhin klar in der Mehrheit sind. Die Mitglieder des EU-Parlaments müssen jetzt Verantwortung übernehmen und sich zügig auf eine starke Führungsmannschaft mit einem Wachstumsplan für Europa einigen. Der Zuwachs an rechtspopulistischen Abgeordneten ist ein besorgniserregendes Signal. Damit schwindet der Anteil derjenigen, die wie wir Europa gestalten und stärken wollen. Europafeindliche Parteien gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unseren Wohlstand.“

Heike Vesper, WWF-Vorständin für Politik & Transformation

„Die demokratischen Parteien sollten das Ergebnis der Europawahl als Aufforderung verstehen: Der Wahlkampf ist vorbei, jetzt müssen sie gemeinsam an den Lösungen der Zukunftsfragen arbeiten. Die vielfältigen Sicherheits-, Klima-, Energie- und Naturkrisen haben sich nicht über Nacht gelöst. Die Union muss nach den Europawahlen jetzt Verantwortung übernehmen. Es ist tragisch, dass populistische und rechtsextreme Parteien überall in Europa Zulauf haben, obwohl sie keine Antworten auf die drängendsten Zukunftsfragen haben. Als Wahlsieger in Deutschland und auf europäischer Ebene steht die Union in der Verantwortung, nun verlässlich die demokratische Zusammenarbeit an Lösungen zu organisieren. Dafür muss sich aber klar von den populistischen und rechtsextremen Kräften abgrenzen und diese nicht bei Zukunftsfragen als Mehrheitsbeschaffer in den Blick nehmen. Die größte Aufgabe bleibt: Wenn wir unsere Wirtschaft nicht klimaneutral und ressourcenschonend umbauen, werden wir im internationalen Wettbewerb zurückfallen. Wir setzen unseren Wohlstand aufs Spiel. Klima- und Naturschutz sichern unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Europa. Der Green Deal bleibt eine zentrale Aufgabe für die nächste EU-Legislatur. Unabhängig von der gestrigen Wahl zeigen aktuelle Umfragen, dass für die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer Umweltfragen eine zentrale Bedeutung für ihr tägliches Leben haben. Und mehr als vier von fünf stimmen zu, dass EU-Rechtsvorschriften notwendig sind, um Klima und Natur in ihrem Land zu schützen. Angesichts der vielfältigen Krisen sind die Menschen stark verunsichert. Rechtspopulisten machen sich diese Verunsicherung der Menschen zunutze. Deshalb ist es wichtig, dass die weitere EU-Politik die Menschen mitnimmt und sozial absichert. Das steht dick unterstrichen im Hausaufgabenheft der demokratischen Parteien für die nächste Legislaturperiode. Auch weil frühere Regierungen die Lösung dieser drängenden Probleme über lange Zeiten verschleppt haben. Jeder, der verspricht, dass wir es nur so wie ‚früher' machen müssen, trägt nicht zur Lösung bei.“

EY Startup Academy 2024 – jetzt bewerben!

Die EY Startup Academy ist zurück – gesucht sind Tech- und FinTech-Start-ups, die innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate über einen nachgewiesenen Product-Market-Fit, ein Minimum Viable Product, klare Wachstumsambitionen und einen Finanzierungsbedarf verfügen. Bis zum 1. September kannst du dich bewerben – hier gibt’s alle Infos.

Die unaufhaltsame Digitalisierung bringt neue Herausforderungen und Chancen mit sich. Parallel zu diesen Veränderungen hat die digitale Transformation sämtliche Branchen mit Wucht erreicht. Mit der vollständigen Durchdringung der privaten und unternehmerischen Realität durch Online-Kanäle und Smartphones bis hin zum Internet of Things ist die technologie­basierte Innovation zu einem wesentlichen Treiber der Veränderung geworden. Neue Lösungen und Produkte – bis dato nicht gefragt oder unvorstellbar – werden plötzlich verlangt.

EY hat sich mit seinem Motto Building a better working world unter anderem der Förderung des Fortschritts verschrieben. Die EY Startup Academy stellt in diesem Rahmen einen weiteren Schritt zur Fortentwicklung unternehmerischer Innovation durch Start-ups dar.

Am 26. September 2024 beginnt die nächste EY Startup Academy. Gesucht werden ambitionierte Tech- und FinTech-Geschäftsmodelle mit Zukunftspotenzial, um sie gemeinsam weiterzuentwickeln.

Was ist die EY Startup Academy?

Die EY Startup Academy ist ein 6-wöchiges Programm, bei dem ausgewählte Start-ups die einmalige Chance bekommen, ihr Geschäftsmodell und dessen Hauptkomponenten durch strukturierte Hilfe und Beratung von EY-Expert*innen verbessern zu können. Das Programm findet einmal jährlich von September bis November statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Das Programm richtet sich an Tech-Start-ups, welche die Alpha-Phase durchlaufen haben, bereits ein Minimum Viable Product oder einen Proof of Concept vorweisen können und innerhalb der nächsten 12 Monate eine Finanzierung anstreben.

Die EY Startup Academy besteht aus einer Reihe von Workshops und Training-Events, die von EY in Frankfurt angeboten werden. Zusätzlich werden Fireside Chats mit Investor*innen und ausgewählten Corporates sowie Founders Chats mit bereits erfolgreichen Gründer*innen zum Erfahrungsaustausch durchgeführt. Insgesamt finden im Rahmen des Programms über 30 Veranstaltungen statt.

EY veranstaltet die Startup Academy zusammen mit Austrian Angels Investors Association, BlackWood Capital Partners, Blockchain Founders Capital, Business Angels FrankfurtRheinMain, C3 Management, Campus Founders, ChannelCreator, CTG Consulting, CV VC, Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures), GE Healthcare, HIGHEST, High-Tech Gründerfonds (HTGF), IBM, neosfer, neoteq ventures, Optio Incentives, OVHcloud, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures, Sparkassen Innovation Hub, SpeedInvest, StartingUp, STATION, TechQuartier, UPSTART und W&W-Gruppe.

Die EY Startup Academy ist Ausdruck des EY-Engagements, das Startup Ökosystem und die Gründer*innen bei ihrer Reise „from Idea to Exit“ zu unterstützen. Mit diesem Programm hilft EY Start-ups bei schwierigen Fragestellungen rund um Steuern, Audit und Finanzierung/Bewertung. Hinterfragt wird mit der Brille des/der Investor*in Businessplan, Skalierungsfähigkeit von Organisation und IT, sowie rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen mit dem Ziel, dass sich Start-ups auf ihre Kernaktivitäten fokussieren und ihre Investor Readiness schnellstmöglich erreichen können. Das Ziel ist es, damit auch zum nachhaltigen Wachstum des Ökosystems für Start-ups in Europa beizutragen – im Sinn von Building a better working world.

 Was ist der Mehrwert für dich als Teilnehmer*in der EY Startup Academy?

  • Langfristige, honorarfreie Begleitung durch EY in strategischen und operativen Fragestellungen auch in späteren Stufen der Unternehmensentwicklung
  • Zugang zum EY Ökosystem für Start-ups: Academy Alumni Club, Entrepreneur of the Year, Zugang zu globalen und regionalen EY Events
  • Konzentrierter Wissenstransfer in Bereichen, die für Start-ups von zentraler Bedeutung sind
  • Zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung mit Investor*innen, Corporates, erfolgreichen Gründer*innen und anderen Start-ups
  • Kostenfreier Zugang zum TechQuartier mit jeweils zwei Arbeitsplätzen für die Dauer des Programms
  • Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro und das EY Startup Academy Siegel, mit dem du werben kannst
  • Bühne, um deine Bekanntheit zu steigern
  • Exklusiver Zugriff auf proprietäre EY Tools, die den Innovationszyklus ganzheitlich abdecken und ständig weiterentwickelt werden auf Basis unseres weltweiten Ökosystems von Start-ups und Entrepreneur*innen. EY Growth Navigator hilft Strategien und Wachstumspläne zu evaluieren und entwickeln, EY VentureBuilder hilft markt-orientierte Produkt-Roadmaps ganzheitlicher zu entwickeln und umzusetzen, EY Finance Navigator hilft Finanzpläne entwickeln und Geschäftsmodelle zu modellieren.

Neugierig geworden? Am 26. September 2024 beginnt die nächste EY Startup Academy. Bis zum 1. September 2024 kannst du dich bewerben!

Aspiring Entrepreneurship 2024 Report

Der internationale Report zeigt u.a., dass Unternehmer*innen in Deutschland trotz erheblicher finanzieller und regulatorischer Herausforderungen bemerkenswert resilient sind und dass die junge Generation starkes Interesse am Gründen zeigt. Hier gibt's die wichtigsten Ergebnisse für Deutschland.

Hohe Risikobereitschaft trotz Misserfolge

Unternehmer*innen in Deutschland zeigen eine beeindruckende Risikobereitschaft: Mit 46 Prozent hat fast die Hälfte bereits ein gescheitertes Unternehmen hinter sich. So geben 42 Prozent der Befragten an, dass zwei bis drei Gründungen erfolglos blieben. Dennoch schreckt dies nicht ab, sondern ermutigt zur Neugründung. Diese Entschlossenheit und der Mut, erneut zu starten, sind zentrale Aspekte, die den Unternehmergeist in Deutschland kennzeichnen.

Junge Generation zeigt starkes Interesse an Unternehmertum

Besonders junge Menschen in Deutschland im Alter von 16 bis 24 Jahren sind stark an der Gründung eigener Unternehmen interessiert. Mit einer Quote von 73 Prozent können sie die nächste Welle von Start-ups und Innovationen in Deutschland prägen. Ihr Enthusiasmus und ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen, machen sie zu einer wichtigen Zielgruppe für Initiativen zur Förderung des Unternehmertums.

Finanzielle Hürden und Investitionsunterschiede zwischen Geschlechtern

Obwohl viele der Befragten gern selbständig wären, gibt es finanzielle Hürden. Besonders auffällig ist der Unterschied in der Investitionsbereitschaft zwischen Männern und Frauen. Während 79 Prozent der Männer bereit wären, eigenes Geld in ihr Unternehmen zu investieren, sind es bei den Frauen nur 67 Prozent. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede verdeutlichen die Notwendigkeit gezielter Förderprogramme für Gründerinnen.

Unternehmertum oft als Nebenprojekt gestartet

Ein erheblicher Teil (40 Prozent) der Unternehmer*innen in Deutschland startet ihr Unternehmen als Nebenerwerb. Von diesen 40 Prozent haben 20 Prozent ihren sogenannten „Side Hustle“ in eine Vollzeitbeschäftigung umgewandelt. Dabei denken Menschen in Deutschland im Durchschnitt vier Jahre darüber nach, den Schritt ins Unternehmertum zu wagen. 42 Prozent der Befragten ziehen es ernsthaft in Betracht, innerhalb der nächsten zwölf bis 24 Monate ihr erstes Unternehmen zu gründen.

Unterstützungsnetzwerke als Erfolgsfaktor

Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Unterstützung durch Familie, Freunde und Mentoren. Über die Hälfte (53 Prozent) der potenziellen Unternehmer*innen würde von der Ermutigung durch ihr soziales Umfeld profitieren. Besonders in der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen sind es sogar 73 Prozent, die angeben, dass Unterstützung durch ihr soziales Umfeld sie zur Gründung motivieren könnte. Darüber hinaus könnte auch Mentorship eine entscheidende Rolle spielen. 54 Prozent der Befragten in Deutschland sagen, dass ein(e) Mentor*in sie dazu bringen könnte, ein Unternehmen zu gründen – obwohl sie den Schritt noch nicht gehen wollten.

Wunsch, positiven Einfluss zu nehmen

Ein signifikanter Anteil der Unternehmer*innen und potenziellen Gründer*innen möchte durch ihr Unternehmen positive gesellschaftliche Veränderungen bewirken. Die Studie zeigt, dass 15 Prozent der aktuellen Unternehmer*innen ihr Geschäft mit dem Ziel gestartet haben, einen positiven Einfluss auf die Welt auszuüben. Zudem haben 14 Prozent der Befragten angegeben, dass sie ihr Unternehmen gegründet haben, um ihre Gemeinschaft zu unterstützen. Dieser Wunsch nach positiven Veränderungen ist unter den potenziellen Gründer*innen mit ganzen 22 Prozent sogar noch ausgeprägter.

Notwendigkeit politischer Unterstützung und regulatorischer Erleichterungen

Viele Unternehmer*innen sehen die Regierung als entscheidenden Faktor für ihren Erfolg. Vereinfachte Bürokratie und bessere finanzielle Unterstützung könnten den Weg für noch mehr Gründungen ebnen. Über ein Viertel (26 Prozent) der Unternehmer*innen in Deutschland äußert Bedenken wegen persönlicher finanzieller Risiken beim Start eines Unternehmens, während 16 Prozent angeben, dass ihnen das notwendige Startkapital fehlte. 28 Prozent der Befragten sehen die staatliche Bürokratie als Haupthindernis für die Unternehmensgründung. Für diejenigen, die ernsthaft über eine Unternehmensgründung nachdenken, sind die Herausforderungen ähnlich: 29 Prozent der potenziellen Gründer*innen nannten unzureichendes Startkapital als eine der größten Barrieren, gefolgt von Inflation (23 Prozent) und persönlichen Finanzsorgen (21 Prozent). Diese Zahlen verdeutlichen die finanzielle Belastung und Unsicherheit, die viele angehende Unternehmer*innen empfinden.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass der Unternehmergeist in Deutschland trotz Herausforderungen stark ausgeprägt ist", kommentiert Linda Hoffmann, Head of Partnerships DACH bei Shopify. „Besonders die junge Generation ist bereit, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Es ist jetzt an der Zeit, Gründer*innen zu unterstützen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Indem wir den Zugang zu Finanzierung erleichtern, finanzielle Risiken verringern und unterstützende staatliche Maßnahmen umsetzen, können wir die Einstiegshürden für angehende Unternehmer*innen abbauen und somit wirtschaftliches Wachstum, Innovation und Arbeitsplätze für alle fördern. "

Zur Methodik der Befragung

Der „Aspiring Entrepreneurship 2024 Report" wurde von Censuswide im Auftrag von Shopify durchgeführt. Die Umfrage fand zwischen dem 08.05.2024 und dem 13.05.2024 statt und umfasste 14.047 allgemeine Verbraucher*innen sowie 1.428 Geschäftsinhaber*innen (KMUs) in Großbritannien, Kanada, Australien, Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien. Censuswide hält sich an die Prinzipien der Market Research Society, die auf den ESOMAR-Grundsätzen basieren und ist Mitglied des British Polling Council.