Gründer*in der Woche: Spiritory – die Trading-Plattform für edle Spirituosen

Gründer*in der Woche KW 38/22


44 likes

Das Münchner FinTech-Start-up Spiritory der Gründer Tilo Saurin, Jan Hofmayer und Janis Wilczura hat es sich zum Ziel gesetzt, das Traden von bzw. Investieren in Spirituosen und (Schaum-)Weine zu demokratisieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder und CEO Janis.

Das Handeln mit begehrten Weinen und erlesenen Spirituosen ist meist eher elitären Kreisen vorbehalten. Was treibt euch an, dies mit Spiritory zu ändern?

Wenn wir uns anschauen welche Asset-Klassen in den vergangenen zehn Jahren die größten Renditen abgeworfen haben, dann waren das nicht etwa Aktien, Immobilien, Uhren oder Gold, sondern mit großem Abstand seltener Whisky. Das Problem dabei ist einerseits, dass kaum jemand weiß, dass seltener Whisky 582 Prozent Rendite erzielt hat und zum anderen, dass diese Rendite nur ein paar wenigen Leuten vorbehalten war, welche sich in den richtigen Kreisen befunden haben.

Wir sind davon überzeugt, dass jeder der eine Affinität zu Investments hat Zugang haben sollte - sei es nun zum Konsum dieser feinen Tropfen, aus einer Sammelleidenschaft oder aber zum klassischen Investieren in eine alternative Assetklassen mit überragender Performance.

Was waren dann die wichtigsten Schritte von der Gründung im März 2022 bis zum Launch eurer Trading-Plattform?

Wichtig war zunächst einmal loszulegen. Wir haben unsere Corporate Jobs gekündigt, um die nötige Zeit zu haben, ein gutes Produkt zu konzipieren und entwickeln. Ich bin besonders stolz darauf, dass Spiritory zu 100% In-House programmiert wurde. Natürlich waren sowohl der Launch und die ersten Transaktionen besondere Meilensteine. Grundsätzlich kann man festhalten, dass es bisher eine unfassbar spannende und lehrreiche Zeit war, aus der wir viel mitgenommen haben. Und ich bin davon überzeugt, dass dies so bleiben wird.

Wie habt ihr diese Startphase finanziert?

Bis heute haben wir uns eigenfinanziert und nutzen hierfür Rücklagen. Ich selbst habe beispielsweise einen Großteil meines Aktienportfolios aufgelöst, um für Spiritory All-In zu gehen.

Nun zu Spiritory. Was genau bietet ihr mit eurer Trading-Plattform und auf welche Weise schafft ihr es, das Traden und Investieren von Spirituosen- und Wein zu demokratisieren?

Unser Ziel ist es, eine innovative, transparente und einfach zu nutzende Plattform zu entwickeln, welche es Nutzer*innen aus der ganzen Welt ermöglicht, auf eine clevere und sichere Art und Weise begehrte Spirituosen, wie zum Beispiel Whisky und Weine zu traden. Im Mittelpunkt steht dabei unser einzigartiges Börsenmodell, welches sowohl Käufer*- als auch Verkäufer*innen die Möglichkeit gibt, Daten wie Marktwerte oder Wertzuwächse zur Lieblingsflasche zu erhalten und darauf basierend einen „Wunschpreis“ für das entsprechende Produkt zu hinterlegt. Ähnlich wie an der Börse kommt es nämlich erst dann zu einer Transaktion, wenn sich ein Käufer*in und Verkäufer*in gefunden haben, die bereit sind, zum gleichen Preis zu Kaufen bzw. zu Verkaufen. Dabei ist es irrelevant, wer von beiden als erstes ein Angebot abgibt. Auf diese Weise verändern wir nachhaltig den Handel von begehrten Spirituosen und Weinen. Wir haben uns dabei von revolutionären Geschäftsmodellen aus anderen Branchen inspirieren lassen, wie beispielweise Trade Republic in Bezug auf das Handeln von Aktien oder StockX, die das Kaufen und Verkaufen von seltenen Sneakern vereinfachen.

Darüber hinaus bieten wir unseren Nutzer*innen noch weitere Funktionen wie unser Portfolio. Nutzer*innen können mit wenigen Klicks ihre private Sammlung hinzufügen und erhalten von uns einen vollumfänglichen digitalen Überblick zur Performance den eigenen Flaschen inklusive Marktwerte oder Renditen. Wir schaffen so Transparenz und ermöglichen einer breiteren Masse den einfachen Einstieg in Spirituosen-Investments.

Welche besonderen flüssigen Leckerbissen gibt es u.a. auf spiritory.com zu entdecken?

Da haben wir einiges (lacht). Aktuell wird der GlenAllachie 30-Jahre Batch 1 angeboten. Das ist ein super limitierter Whisky von dem nur 2.000 Flaschen weltweit produziert wurden. Die Renditen hier sind beeindruckend, da dieses Produkt innerhalb von etwas über einem Jahr knapp 300 Prozent Rendite erzielt hat. Oder der erste Release aus der Macallan Harmony Collection, der Macallan Harmony Collection Rich Cacao, welcher Ende 2021 auf dem Markt kam und sich seitdem großer Beliebtheit unter Kennern und Sammlern erfreut. Auch diese Flasche ist seit Veröffentlichung von etwa 140 Euro auf knapp 550 Euro im Wert gestiegen. Wir haben aber nicht nur tolle Whiskies, auch tolle Weine, zum Beispiel den Charles Heidsiek Rose Vintage 2008, welcher aktuell noch günstig zu haben ist. Dabei ist 2008 eines der besten Weinjahrgänge gewesen und sobald dieser in der Masse ausverkauft ist, wird der Preis steigen.

Wie macht ihr auf euch und eure Services aufmerksam?

Wir haben eine diversifizierte Marketingstrategie, welche sich aktuell hauptsächlich auf zwei Kernbereiche konzentriert, zum einen PR und zum anderen Social-Media. Dies machen wir vor allem weil wir zu einem bestimmten Grad einen Bildungsauftrag haben, nur nur unsere Plattform den Menschen näherbringen, sondern auch die Thematik, sei es das Konsumieren, das Sammeln oder das Investieren. Jede Zielgruppe für sich hat unterschiedliche Fragen und Probleme, welche wir auf diesen Wegen am besten für sie beantworten können. Gleichzeitig können wir so auf eine kosteneffiziente Weise neue Nutzer*innen für Spiritory gewinnen, welche beispielsweise bis dato noch gar keine Berührungspunkte mit dem Investieren in Spirituosen und Weine hatten.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Es ist gibt ein Filmzitat, welches ich unglaublich inspirierend finde. Auch wenn das schnell etwas kitschig klingt, so bedeutet es mir persönlich sehr viel. Das Zitat lautet: “When it feels scary to jump, that is exactly when you jump, otherwise you end up staying in the same place your whole life, and that I can't do.” Und ich bin davon überzeugt, dass jeder Gründende dieses Gefühl nachvollziehen kann. Man wird in das kalte Wasser geschmissen, weiß oft gar nicht wo man anfangen soll, es gibt so viele neue Herausforderungen. Das ist manchmal beängstigend. Aber genau dann sollte man loslegen, weil genau dann lernt man nicht nur am meisten, sondern kommt auch am meisten voran mit seiner Idee beziehungsweise seinem Start-up.

Hier geht's zu Spiritory

Das Interview führte Hans Luthardt

Cannabis-Start-up Bloomwell Group schließt Kapitalrunde in Millionenhöhe ab

Die 2020 von Niklas Kouparanis, Anna Kouparanis, Dr. Julian Wichmann, M.D. und Samuel Menghistu gegründete Bloomwell Group verfolgt die Vision, die zentrale Anlaufstelle in einem neuen Cannabis-Ökosystem zu werden. Auch Moritz Bleibtreu investiert.

Die in Frankfurt ansässige Bloomwell Group ist eines der führenden Cannabis-Unternehmen Deutschlands. Gegründet 2020 verfolgt das Start-up die Vision, die zentrale Anlaufstelle in einem neuen Cannabis-Ökosystem zu werden, das die gesamte Wertschöpfungskette mit Ausnahme des Anbaus abbildet – sowohl potenziell für Cannabis als Genussmittel als auch zu medizinischen Zwecken. Derzeit sind der lizenzierte Distributor, Importeur und Produktentwickler Ilios Santé, Europas führendes Unternehmen für Cannabis-Telemedizin Algea Care und Breezy Brands, die Inkubator-Plattform für technologische Lösungen und den Aufbau von Marken, Teil der Bloomwell Group.

Legalisierung von Cannabis als Genussmittel für Erwachsene vorbereiten

Das Kapital soll in den Ausbau des Geschäftsmodells und weiteres Wachstum fließen und Bloomwell in die Lage versetzen, über ein vollständig finanziertes Geschäftsmodell zu verfügen und sowohl den Marktanteil weiter ausbauen zu können als auch das Unternehmen auf die erwartete Legalisierung von Cannabis als Genussmittel für Erwachsene in Deutschland vorzubereiten.

„Wir freuen uns, dass wir zu den wenigen Unternehmen gehören, die in einer sehr schwierigen Zeit auf den privaten Kapitalmärkten eine Finanzierungsrunde abschließen konnten. Stolz sind wir dabei nicht nur über die anhaltende Unterstützung unserer bestehenden Investoren, sondern auch darüber, dass wir neues Kapital von einem so renommierten Investor wie Artemis gewinnen konnten – ein Vertrauensbeweis und eine Vision, der wir folgen“, so Niklas Kouparanis, Co-Founder und CEO der Bloomwell Group. „Unser Ansatz, den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen, und unser unermüdliches Streben nach Qualität und Service waren von Anfang an dafür ausschlaggebend, dass wir heutzutage im Bereich des medizinischen Cannabis eine führende Position einnehmen. Das Streben nach Qualität und Erfolg war dabei auch ein wesentlicher Faktor, um die weltbesten Cannabis-Investoren für unser Unternehmen zu gewinnen. Da wir nun über ein vollständig finanziertes Unternehmen verfügen, stehen die Zeichen ausschließlich auf Innovation und Wachstum.“

Schauspieler Moritz Bleibtreu beteiligt sich und kämpft für die Entstigmatisierung von Cannabis

Artemis Growth Partners, Measure 8 Venture Partners und ein deutsches Family Office beteiligen sich mit einem signifikanten Betrag. Auch der Schauspieler Moritz Bleibtreu beteiligt sich und kämpft mit seinem Engagement für die Entstigmatisierung von Cannabis.

Moritz Bleibtreu wird sich jenseits seiner finanziellen Beteiligung auch für die Entstigmatisierung von Cannabis als Medizin einsetzen. „Auch wenn das Potenzial der Cannabis-Pflanze noch bei weitem nicht vollständig erforscht ist, so liegt inzwischen ausreichend Evidenz vor. Die Cannabis-Pflanze kann vielen Menschen helfen, ein besseres Leben zu führen. Wir sollten daher aufhören, eine Pflanze aufgrund jahrzehntelang tradierter Vorurteile in eine Schublade einzuordnen“, sagt Bleibtreu, der zu Deutschlands erfolgreichsten Schauspielern zählt.

„Wir freuen uns sehr, dass sich eine Prominenz mit internationalem Renommee wie Moritz Bleibtreu unserer Mission anschließt und uns finanziell und darüber hinaus auf unserem Weg unterstützen wird, der jahrzehntelangen Stigmatisierung von Cannabis ein Ende zu setzen. Ein Imagewandel gelingt nur, wenn wir mutige Persönlichkeiten in den öffentlichen Diskurs involvieren, um aufzuklären, die Entstigmatisierung voranzutreiben und den Community-Gedanken zu stärken“, erklärt Niklas Kouparanis.

Januar 2023: Tech-Unternehmen entlassen mehr als 75.000 Mitarbeitende

Die massive Entlassungswelle in der Technologiebranche hat innerhalb weniger Wochen Zehntausende von Arbeitsplätzen stillgelegt und den Januar zum härtesten Monat gemacht, den dieser Sektor je erlebt hat.

Nach Jahren steigender Gewinne und scheinbar unendlichen Erfolgs waren die Tech-Giganten bereits gezwungen, im Jahr 2022 schmerzhafte Kostensenkungsmaßnahmen zu ergreifen. Inflation und hohe Zinsen haben die Ausgaben von Verbrauchern und Unternehmen reduziert, was zu kolossalen Umsatzeinbrüchen und zum Abbau von fast 160.000 Arbeitsplätzen in der gesamten Branche geführt hat.

Wie die auf Daten von Layoffs.fyi basierenden Ergebnisse zeigen, begannen die Massenentlassungen im Technologiesektor im Mai letzten Jahres, als mehr als 12.500 Stellen gestrichen wurden. Im Juni verloren weitere 18.100 Menschen in der Branche ihren Job, aber auch im Juli, August und Oktober meldeten die Tech-Unternehmen einen ebenso schockierenden Stellenabbau.

Im November, dem schlimmsten Monat des Jahres 2022, schnellte die Zahl der Entlassungen in die Höhe. Die Statistik zeigt, dass Technologieunternehmen allein in diesem Monat fast 52 400 Mitarbeiter entließen, was einem Drittel aller im letzten Jahr gemeldeten Entlassungen entspricht.

Das Jahr 2023 brachte jedoch eine noch größere Entlassungswelle, und das Jahr hat gerade erst begonnen. In nur zwei Wochen wurden mehr als 30.000 Mitarbeitende von Amazon, Microsoft und Google entlassen, und die Zahl hat sich bis Ende des Monats mehr als verdoppelt. Die Daten von Layoffs.fyi zeigen, dass allein im Januar schockierende 75.916 Menschen ihren Job verloren haben, das ist fast die Hälfte aller Entlassungen, die im Jahr 2022 gemeldet wurden.

Fast 70% aller Stellenstreichungen im Januar entfielen auf US-Unternehmen

US-Unternehmen spielten bei der Entlassungswelle 2023 eine große Rolle, denn fast 70% aller Entlassungen im Januar kamen aus den Vereinigten Staaten.

Google hat nicht nur im Jahr 2023, sondern seit COVID-19 die meisten Entlassungen vorgenommen. Der Tech-Gigant hat 12.000 Mitarbeitende entlassen, tausend mehr als Meta. Microsoft hat mit 10.000 gemeldeten Entlassungen die zweitgrößte Zahl an Entlassungen vorgenommen. Amazon und Salesforce folgen mit jeweils 8.000.

Eine Milliarde für Zukunftstechnologien im Deep-Tech-Bereich

Der DeepTech & Climate Fonds startet sein operatives Geschäft – investiert wird in das Wachstum von Unternehmen mit Zukunftstechnologien – in den kommenden Jahren bis zu einer Milliarde Euro.

Um den Technologie-Standort und die Wagniskapitalfinanzierung in Deutschland weiter auszubauen, stellt die Bundesregierung zusätzliche Mittel bereit. Diese sollen vor allem als Wachstumskapital dienen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und das Bundesfinanzministerium haben dafür den DeepTech & Climate Fonds (DTCF) entwickelt.

Der DTCF ist ein neuer Fonds, der ab sofort in das Wachstum von Unternehmen mit Zukunftstechnologien investiert - in den kommenden Jahren bis zu einer Milliarde Euro. Die Mittel stammen aus dem Zukunftsfonds der Bundesregierung und dem ERP-Sondervermögen.

Mit seinem Beitrag zur Finanzierung unterstützt der DTCF die Technologie-Champions der Zukunft, sich zum neuen technologiebasierten Mittelstand zu entwickeln. Dabei fokussiert sich der Fonds auf die kapitalintensive Wachstumsphase von Unternehmen in den Bereichen Deep-Tech und Climate-Tech und legt seinen Schwerpunkt auf Unternehmen mit einem validierten Geschäftsmodell.

Der Fonds investiert in Deep-Tech-Bereiche wie Industry 4.0, Robotik, Künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Prozessautomatisierung und in Unternehmen mit einem technologiebasierten Geschäftsmodell wie zum Beispiel Digital Health, New Energy, Smart City, New Materials und ausgewählte Biotech-Bereiche. Die Vorbereitungsmaßnahmen haben im 4. Quartal 2022 begonnen. Das erste Investment steht kurz vor dem Abschluss.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck: „Start-ups sind ein zentraler Baustein für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und die klimafreundliche Transformation unserer Volkswirtschaft. Mit dem Start des DeepTech & Climate Fonds setzen wir einen wichtigen Bestandteil der von der Bundesregierung beschlossenen Start-up-Strategie um. Durch die Finanzierung neuartiger klimafreundlicher Technologien stärkt der Fonds den deutschen Innovationsstandort und trägt dazu bei, dass sich eigenständige und erfolgreiche Technologieunternehmen entwickeln können. Damit bieten wir Deep-Tech-Unternehmen eine langfristige Perspektive in Deutschland.“

Bundesfinanzminister Christian Lindner: „Neue Geschäftsmodelle sind die Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und künftigen Wohlstand. Wir möchten den DeepTech & Climate Fonds als Ankerinvestor für neue deutsche Weltmarktführer aufbauen. Dafür nehmen wir 1 Milliarde Euro in die Hand. Kapital allein entscheidet aber nicht über Erfolg. Nun kommt es darauf an, aus jedem eingesetzten Euro das Beste zu machen. Eine solche Aufgabe gehört in qualifizierte Hände.“

Die Beauftragte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz für die digitale Wirtschaft und Start-ups Anna Christmann: „Zukunftstechnologien sind auch ein Schlüssel für die Bewältigung der Herausforderungen der Klimakrise. Der DTCF schafft ein attraktives Finanzierungsumfeld für Unternehmen, die mit ihren Technologien zur Erneuerung der Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität beitragen.“

Ed-Tech-Start-up Sdui erweitert Series-A-Finanzierungsrunde auf 25 Mio. Euro

Sdui vereinfacht seit 2018 die Kommunikation und Organisation an Schulen und Kitas und sichert sich weiteres Kapital, um in die Skalierung nach Europa zu investieren.

Sdui wurde 2018 in Koblenz gegründet und ist heute als Sdui Group eines der am schnellsten wachsenden Start-ups der deutschen Ed-Tech-Branche. Das Unternehmen vereinfacht Kommunikation und Organisation an Schulen und Kitas. Ziel der Plattform ist es, mit smarten Funktionen Lehrkräfte, Erziehende, Eltern und Kinder miteinander zu verbinden. Hierfür bietet Sdui DSGVO-konforme Lösungen mit Funktionen wie z.B. Chat, Videotelefonie, Cloud, Stundenplan oder Übersetzungsfunktionen, die speziell auf die Bedürfnisse von Schulen und Kitas zugeschnitten sind.

Mit derzeit 170 Mitarbeitenden ist die Sdui Group in Deutschland, Belgien und der Schweiz sowie vier weiteren europäischen Ländern vertreten. Laut Sdui nutzen aktuell rund 10.000 Bildungseinrichtungen die Plattform.

Durch gezielte Internationalisierung und den Ausbau des Produkts will sich das Unternehmen noch breiter als innovativer Digitalisierungspartner für Bildungseinrichtungen in ganz Europa aufstellen.

Investor*innen sehen große Zukunft in der Ed-Tech-Branche

Sowohl Bestandsinvestor*innen als auch neue Kapitalgeber*innen sind an der erweiterten Finanzierungsrunde beteiligt, die von HV Capital und Haniel angeführt wird. Sduis Bewertung steigt durch die Kapitalerhöhung in den dreistelligen Millionenbereich.

Daniel Zacharias, Gründer und CEO von Sdui: „Mit einem Umsatzwachstum von mehr als 300 Prozent seit der initialen Series A im März 2021 konnte Sdui beweisen, wie viel Potenzial noch in unserem Geschäftsmodell steckt. Wir freuen uns sehr, dass renommierte Investoren unsere Zukunftsstrategie weiterhin unterstützen. Diese Investitionen schlagen die Brücke zur Profitabilität und ermöglichen es uns, weiteres Wachstum im aktuellen Finanzmarktumfeld umzusetzen.“

Zu den Bestandsinvestor*innen zählt auch Haniel. „Wir betrachten unser Engagement als absolut solides Investment in ein vergleichsweise junges, aber bereits extrem professionelles Unternehmen mit einem klaren USP für die Nutzer in einem riesigen Markt und mit einer vielversprechenden Zukunftsstrategie“, sagt Philipp Göhre, Lead Growth Capital bei dem familiengeführten und Purpose-getriebenen Investor.

Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und das Ed-Tech VC Brighteye Ventures haben ihre Beteiligungen ebenfalls aufgestockt. Alex Spiro Latsis, Partner bei Brighteye: „Sdui hat das Zeug dazu, Bildungseinrichtungen von innen heraus grundlegend zu transformieren, indem die Plattform Effizienz, Kommunikation und den sicheren Umgang mit Daten durch die Bereitstellung von digitalen Werkzeugen und Produkten in einer Weise verbessert, wie es nur wenige Unternehmen können.“

Neu im Sdui-Investorenkreis ist der VC- und Private-Equity-Profi Dr. Michael Hinderer, der als Business Angel mit seinem Family Office JSM Hinderer GmbH investiert. Zu seinen unternehmerischen Erfolgen gehören die Mitgründungen von APAX, GCA Altium und des Klima-Start-ups 1KOMMA5°. Darüber hinaus bringt Hinderer jahrzehntelange Erfahrung in der Internationalisierung von Unternehmen mit ein.

Zu guter Letzt stellt der Kreditfinanzierer Kreos Capital im Rahmen der Erweiterung der Series A zusätzliches Kapital zur Verfügung, um Sduis anorganisches Wachstum zu unterstützen.

Wie nah sollte ein Spin-Out am Muttermarkt bleiben?

Nach einer Studie der Bayes Business School, City, University of London, müssen Mitarbeiter-Start-ups konkurrierende Kräfte ausgleichen, um nicht zu scheitern.

Die aktuelle Studie legt nahe, dass Spin-Outs bei ihrem Versuch, sich auf dem Markt zu etablieren, zugleich eindeutige Vorteile und erhebliche Kosten haben können. Im Gegensatz zu Spin-Offs entstehen Spin-Outs durch die unabhängigen Entscheidungen von Mitarbeitenden, die das Mutterunternehmen verlassen, um neue Unternehmen zu gründen.

Die Studie, die 117 Spin-Outs von 103 etablierten Unternehmen untersuchte, kommt zu dem Ergebnis, dass das Ausmaß, in dem sich die operativen Märkte von Spin-Outs, mit denen ihrer Muttergesellschaften überschneiden, sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf ihre Überlebenswahrscheinlichkeit hat.

Vorteile der Nähe zur Muttergesellschaft

Die Nähe zur Muttergesellschaft ist für Spin-Outs von Vorteil, da sie dadurch von dem Know-how und den Ressourcen der Gründer profitieren können. Ein hohes Maß an Überschneidungen mit den Marktbereichen der Muttergesellschaften kann jedoch feindselige Handlungen auslösen und so zu einem störenden Wettbewerb führen, der seinerseits die Überlebenschancen der Spin-Outs schmälern könnte.

Darüber hinaus könnte das Überleben von Mitarbeiter-Neugründungen von der früheren Position ihrer Gründer in etablierten Unternehmen abhängen. Beispiele für erfolgreiche Ausgründungen sind die US-Tech-Giganten Intel und AMD.

Auf der anderen Seite profitieren die von hochrangigen Mitarbeitern ins Leben gerufene Spin-Outs von dem hohen Maß an Wissen und Ressourcen, die von den Mutterunternehmen geerbt wurden. Außerdem verfügen hochrangige Mitarbeitende über eine größere Verhandlungsmacht, die es ihnen ermöglicht, zum Zeitpunkt des Ausscheidens günstigere Ausstiegsbedingungen auszuhandeln.

Die Risiken nicht aus dem Blick verlieren

Andererseits besteht für diese Ausgründungen ein höheres Risiko, in Kompetenzfallen zu geraten, die sie in der alten Logik gefangen halten und somit ihre Fähigkeit behindern, neue Ressourcen zu erwerben oder neue Methoden zu entwickeln, die für ihre Zielmärkte besser geeignet sind.

Die Mitarbeitenden, die über die Gründung eines eigenen Unternehmens nachdenken, müssen sich dieser gegensätzlichen Kräfte bewusst sein. Es handelt sich um das richtige Gleichgewicht zwischen der Ungewissheit, die mit dem Eintritt in neue Marktbereiche einhergeht, und dem Risiko, mit den feindseligen Handlungen der Muttergesellschaft konfrontiert zu werden.

„Aus Sicht der Muttergesellschaften kann der Übergang von Mitarbeitern in die Selbständigkeit Anlass zu ernster Sorge sein“, so Dr. Aliasghar Bahoo-Torodi, Leiter der Studie und Dozent für Unternehmertum an der Bayes Business School. "Denn neben dem Verlust von wichtigem Humankapital können Spin-Outs eine ernsthafte Wettbewerbsbedrohung darstellen. Um ihre Wettbewerbsposition auf dem Markt zu schützen, werden Mutterunternehmen wahrscheinlich Vergeltung üben und eine feindliche Haltung gegenüber Neugründungen von Mitarbeitern einnehmen, die ihre wichtigen Märkte angreifen. Unsere Studie deutet darauf hin, dass Spin-Outs durch die Minimierung der Marktangleichung ihre Sichtbarkeit verschleiern und ihre Wettbewerbsbedrohung in den Augen der Mutterunternehmen abschwächen können. Dies könnte eine wichtige Rolle dabei spielen, die Motivation der Muttergesellschaften für aggressive Maßnahmen zu verringern.“

Anmerkungen

Es gibt viele Beispiele für erfolgreiche Ausgründungen. Bei dem berühmtesten handelt es sich um die acht Mitarbeiter von Shockley Semiconductor, die das Unternehmen verließen, um Fairchild zu gründen - das erste Billionen-Dollar-Start-up in der Halbleiterindustrie. Fairchild selbst brachte später so viele erfolgreiche unternehmerische Unternehmungen hervor, dass sie als Fairchildren bezeichnet werden. Zu den bekanntesten gehören Intel und AMD.

Spin-Outs können durch feindliche Maßnahmen der Mutterunternehmen scheitern. Ein Beispiel: 2014 reichte das Unternehmen für biowissenschaftliche Forschung und klinische Diagnostik Bio-Rad Laboratories eine Klage gegen 10x Genomics ein, das von drei seiner ehemaligen Mitarbeiter gegründet worden war. In dieser Klage behauptete Bio-Rad Laboratories, dass die drei Mitarbeiter gegen ihre Verpflichtungen verstoßen und mehrere Patente verletzt hätten, die exklusiv an Bio-Rad lizenziert waren. Infolge dieser Klage wurde 10x Genomics zur Zahlung einer 15-prozentigen Umsatzbeteiligung und von 24 Millionen Dollar Schadenersatz an Bio-Rad verurteilt.

Finanzbildungs-FinTech Beatvest sichert sich 1,3 Mio. Euro

Das 2021 von Julia Kruslin und Sophie Thurner gegründete Finanzbildungs-FinTech-Start-up Beatvest setzt sich für Chancengleichheit am Aktienmarkt ein und sichert sich 1,3 Mio. Euro Wachstumskapital.

Das 2021 gegründerte Start-up Beatvest um Gründerinnen Julia Kruslin (28) und Sophie Thurner (31) setzt sich für Chancengleichheit am Aktienmarkt ein. Beatvest adressiert junge und unerfahrene Privatanleger*innen, die sich aufgrund von gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen, wie der hohen Inflation oder dem demographischen Wandel, in Richtung Börsenmärkte orientieren.

Mit ihrem Geschäftsmodell bedienen die Gründerinnen den Bedarf nach Finanzbildung, indem sie das nötige Know-how vermitteln, um rationale Entscheidungen an den Finanzmärkten zu treffen. Das Start-up will Privatpersonen befähigen, die eigene finanzielle Zukunft proaktiv zu gestalten und den wachsenden Herausforderungen zum Schließen der individuellen Vorsorgelücke zu begegnen. Dies geschieht per App über ansprechende, in den Alltag integrierbare Lektionen.

Ein noch fiktives Investment-Feature ermöglicht es zudem, die Bewegungen eigener Investments zu beobachten und sich mit dem Finanzmarkt vertraut zu machen. So will Beatvest von den ersten Schritten beim Investment bis zum Aufbau eines Depots für die Altersvorsorge unterstützen.

Der Frühphaseninvestor neosfer führt die Pre-Seed-Runde des Start-ups in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Euro an. Ebenso dabei sind der Trade-Republic-Investor Sino AG und der Early-Stage-Investor von Axel Springer & Porsche APX. Ergänzt werden die Investoren durch bekannte Business Angels der Start-up- und Medienszene wie Maximilian Tayenthal (N26), Marco Adelt (Clark), Tijen Onaran und Stephanie Caspar.

Neosfer trägt mit seinem Investment unmittelbar dazu bei, den Zugang zum Aktienmarkt für junge Privatanleger*innen sicherzustellen. Karim Menn & Sebastian Scheib, Investment Manager bei neosfer, betonen: „Beatvest hat ein enormes Marktpotenzial. Hinter dem Start-up stehen starke Gründerinnen mit viel Expertise, die mit Beatvest eine der wichtigsten Herausforderungen im Bereich Financial Services adressieren – die finanzielle Bildung. Wir freuen uns auf die spannenden Entwicklungen und das Wachstum, das diese Partnerschaft mit sich bringen wird!“

Hawk AI: 17 Mio. US-Dollar Series B für Münchner KI-Start-up

Das 2018 gegründete Start-up Hawk AI, Softwareanbieter für Geldwäschebekämpfung und Betrugsprävention für Finanzinstitute, gibt eine neue Serie-B-Finanzierung in Höhe von rund 17 Mio. US-Dollar bekannt.

Hawk AI-Founder mit 200 Mio. Exit

Das Geld soll dazu genutzt werden, um die Produktentwicklung sowie die globale Expansion weiter zu beschleunigen. Die Finanzierungsrunde wurde von Sands Capital aus Washington D.C. angeführt und von neuen sowie bestehenden Investoren, darunter DN Capital, Coalition, BlackFin Capital und Picus Capital, kofinanziert.

Die beiden österreichischen Gründer Wolfgang Berner und Tobias Schweiger haben einst die SaaS-Plattformen Pay.On mit aufgebaut und 2015 einen Exit in Höhe von 200 Millionen US-Dollar hingelegt.

Erklärbare künstliche Intelligenz

Ihr neues Start-up Hawk AI möchte Banken und Finanzdienstleister im Kampf gegen Finanzkriminalität unterstützen. Die Plattform des Unternehmens, die auf einer flexiblen Cloud-Infrastruktur basiert und durch erklärbare Künstliche Intelligenz verstärkt wird, erkenne Verdachtsfälle, die andere Systeme übersehen und reduziere gleichzeitig die Fehlalarmrate. Die Compliance-Teams der Finanzinstitute würden dabei von Interfaces profitieren, welche den Fokus auf wichtigen Verdachtsfälle ermöglichen.

„Mein Co-Founder Wolfgang Berner und ich haben Hawk AI aus der gemeinsamen Überzeugung heraus gegründet, dass moderne Finanzkriminalität nur durch hochmoderne Echtzeit-Überwachungstechnologie bekämpft werden kann“, sagt CEO Schweiger. „Damit grenzen wir uns stark von den bestehenden Altsystemen ab. Das Wachstum von Hawk AI wird durch die branchenweite Nachfrage nach KI, Cloud-Outsourcing und der Fusion von Betrugs- und Anti-Geldwäsche-Technologie vorangetrieben. Mit dieser Finanzierungsrunde können wir unser Ziel, die weltweit führende Softwareplattform im Kampf gegen Finanzkriminalität zu werden, schneller erreichen.“

Geldwäsche: Jährlich zwei Billionen US-Dollar Schaden

In Sachen Geldwäsche und Betrug werden jährlich mehr als zwei Billionen US-Dollar gewaschen. Wirtschaftsbetrug hat in wachstumsstarken Märkten in den letzten zwölf Monaten um mehr als 37 Prozent zugenommen.

Ehemaliger N26-Manager mit an Board von Hawk AI

Das Compliance-Unternehmen – das seit eineinhalb Jahren Frühinvestor und den ehemaligen General Manager für DACH & Nordeuropa bei N26 Georg Hauer als CPO an Board hat – verzeichnete im Jahr 2022 ein Umsatzwachstum von 298 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kürzlich wurde es mit dem „Fintech Germany Award“ ausgezeichnet und hat seine globale Präsenz in München, London, New York, San Francisco, Paris und Warschau um Singapur erweitert.

Hawk AI ist heute in mehr als 60 Ländern in Europa, Nordamerika, Asien und Lateinamerika tätig und überwacht Milliarden von Transaktionen für viele Großkunden. Zusätzlich arbeitet das Startup auch eng mit Partnerunternehmen wie Visa und Diebold Nixdorf zusammen.

„Die Bekämpfung von Finanzkriminalität war in der Vergangenheit aufgrund komplexer Finanzstrukturen und regulatorischer Vorschriften sehr ineffektiv. Die ausgefeilte Technologie von Hawk AI und insbesondere der Einsatz erklärbarer künstlicher Intelligenz liefert nun dringend notwendige Lösungen für Banken und Zahlungsdienstleister“, sagt Chris Eng, Principal von Sands Capital. „Hawk AI ist führend in der Entwicklung eines sicheren Finanz-Ökosystems, und wir freuen uns darauf, das Team von Hawk AI dabei zu unterstützen, diese Plattform weltweit zu etablieren.“

Aufweichung europäischer Datenschutz-Standards befürchtet

Gaël Duval, Begründer des Google-freien Android-Betriebssystems e/OS/ und des datenschutzfreundlichen Smartphoneherstellers Murena, sieht anlässlich des europäischen Datenschutztages am 28. Januar die Gefahr einer Aufweichung der hohen Datenschutz-Standards in Europa.

“In den vergangenen Monaten haben die Versuche zugenommen, die hohen Standards, mit denen sich Europa zurecht von Ländern wie den USA unterscheidet, infrage zu stellen. Den Anlass lieferte zum Beispiel die konsequente Linie der deutschen Datenschutzkonferenz (DSK), Microsoft 365 und Dienste wie Microsoft Teams als nicht rechtssicher zu bewerten. Die Empörung von “Big Tech” wurzelt in der Sorge um das eigene Geschäftsmodell, sollte uns als Gesellschaft aber nicht in Versuchung bringen, solchen Forderungen nachzugeben. Es sind die Hersteller, die sich bewegen müssen, nicht die User.”

Microsoft reagierte im Dezember mit einer deutlichen Stellungnahme auf die Bewertung der DSK und warf dem Gremium vor, Datenschutz zu einem “dogmatischen Selbstzweck” zu machen. “Einige Datenschutzbehörden in Deutschland scheinen die DSGVO übermäßig risikoscheu und die Pflichten von Verantwortlichen ausufernd auszulegen”, heißt es in der Stellungnahme, die auch die Digitale Innovationsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland direkt mit dem Datenschutz in Verbindung bringt.

“Anstatt Mandatsträger mit solchen Szenarien zu verschrecken, sollten die Hersteller den Datenschutz als Tatsache akzeptieren und mit eigener Innovation darauf reagieren. Es gibt – abseits von kommerziellen Interessen – einfach keine rational nachvollziehbaren Gründe, personenbezogene Daten unanonymisiert in Rechenzentren jenseits des Atlantiks zu verarbeiten – das ist der Kern des Problems.”

Als weiteres positives Beispiel nennt Duval neben der deutschen DSK die Entscheidung des französische Bildungsministers, Schulen den Einsatz der kostenlosen Edu-Versionen von Office 365 und Google Workspace zu untersagen, solange sie nicht in Einklang mit EU-Recht stehen: “Deutschland und Frankreich untermauern mit solchen Entscheidungen das Bekenntnis zum “dritten Weg” Europas zwischen Silicon-Valley-Sorglosigkeit und chinesischen Datenautoritarismus. Datenschutz ist ein europäischer Wert, auch im globalen Wettbewerb.”

Über Gaël Duval:

Gaël Duval, Gründer und CEO von Murena (2018 gegründet), widmet sich seit über 25 Jahren der Entwicklung freier und quelloffener Software. Mit Mandrake Linux (aus dem später Mandriva Linux wurde), schuf er 1998 die erste Linux-Distribution, die sich auf den Desktop konzentrierte und zu einer weltweit genutzten Windows-Alternative wurde. Mandriva ging im Jahr 2001 an die Börse. Zwischen 2006 und 2014 war er CEO und CTO eines Start-ups namens "Ulteo", das B2B-Softwarelösungen zur Desktop-Virtualisierung entwickelte. Ulteo wurde schließlich 2014 von einem größeren Konzern übernommen. Ende 2017 gründete Gaël Duval das mobile Betriebssystem /e/OS mit der Idee, "Smartphones von Google und Apple zu befreien". /e/OS ist ein datenschutzorientierter Fork des Android Open Source Project mit einer Reihe von Online-Diensten, die die persönlichen Daten der Nutzer*innen schützen. Im Jahr 2018 gründete Duval die e Foundation, die /e/OS unterhält, und MURENA SAS, ein privates Unternehmen, das die Smartphones vertreibt.

Praxisleitfaden: (Aus-)Gründungen an deutschen Universitäten

Orrick zeigt in seinem Praxisleitfaden OLNS#10, was bei (Aus-)Gründungen an deutschen Unis zu beachten ist und wie sich hierbei rechtliche Fallstricke vermeiden lassen.

Orrick wurde in der Bay Area gegründet und ist eine der weltweit führenden Technologiekanzleien. Der Praxisleitfaden soll Gründer*innen und Universitäten dabei helfen, universitäre Spin-offs auf den Weg zu bringen und dabei kostspielige rechtliche Fehler zu vermeiden. Das Ziel ist es, dass die Gründerinnen und Gründer mehr Zeit für die Entwicklung ihres Unternehmens haben und Universitäten möglichst viele erfolgreiche Start-ups hervorbringen.

Bei der Vorbereitung von OLNS#10 stützte sich das internationale und interdisziplinäre Orrick-Team auf die Erfahrung aus der weltweiten Beratung von mehr als 3.700 VC-finanzierten Unternehmen und mehr als 90 Unicorns sowie den aktivsten Fonds, Corporate-Investoren und börsennotierten Technologieunternehmen.

Der Guide gibt praktische Ratschläge zu folgenden Themen:

Die Gründungsphase

  • Zusammensetzung des Gründungsteams und Verteilung der Anteile
  • Struktur des ersten Cap Table
  • Steuerlich getriebene Holdingstrukturen (einschl. zweistufiger US/deutscher Doppelstockstrukturen)

Einbringung des universitären IP in das Start-up

  • Vollerwerb vs. Lizenzierungsmodelle (einschl. üblicher Lizenzbedingungen)
  • Einräumung einer echten oder virtuellen Beteiligung am Start-up als Teil der Gegenleistung

Finanzierung von Spin-offs

  • Finanzierungsprozess von Pre-Seed bis Post-IPO
  • Wann ist Venture Capital nicht das Richtige?
  • Besonderheiten bei Corporate-Investoren

und vieles mehr, einschließlich einer Checkliste für die Nachgründungsphase und einem Crashkurs zu den relevanten IP-Basics.

Der mehr als 160 Seiten umfassende Guide kann kostenlos hier abgerufen werden.

Lea-Sophie Cramer: Die Entrepreneurin und Tech-Expertin wird Industry Advisor bei KKR

Lea-Sophie Cramer wird ihre unternehmerische Expertise und ihr Netzwerk einbringen und KKR sowie ausgewählte Portfoliounternehmen bei der Identifizierung und Bewertung neuer Investitions- und Wertschöpfungsmöglichkeiten unterstützen.

KKR, ein weltweit agierender Investor, hat Lea-Sophie Cramer zur Industry Advisor für das Private-Equity-Team ernannt. Damit baut KKR seine Expertise im europäischen E-Commerce- und Technologiesektor weiter aus. Zu den globalen Tech-Investitionen von KKR zählen unter anderem Investitionen in Cegid, Exact Software, Darktrace, Onestream und Box. In der DACH-Region investiert KKR seit über 20 Jahren vor Ort, vor allem durch strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie Axel Springer, Contabo, Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft, Scout24 Schweiz und SoftwareOne.

In ihrer Funktion wird Lea-Sophie Cramer ihre Expertise und Erfahrung als Unternehmerin einbringen, um KKR bei Investitionsmöglichkeiten zu beraten und ausgewählte Portfoliounternehmen bei internationalen Wachstumsstrategien unterstützen.

Die Unternehmerin und Investorin Lea-Sophie Cramer gehört zu den prominentesten Vertretern der Start-up-Szene in Deutschland. Nachdem sie das Asiengeschäft von Groupon leitete, gründete sie im Jahr 2013 Amorelie. Unter ihrer Führung wurde Amorelie zu einem der führenden E-Commerce-Unternehmen und digitalen Brands für das Liebesleben und trug so zum Wachstum und der Neupositionierung einer ganzen Branche bei. Amorelie wurde an ProSiebenSat.1 verkauft und Lea- Sophie Cramer gab 2019 ihre Position als CEO des Unternehmens ab.

Lea-Sophie Cramer ist als Business Angel aktiv und investiert in Venture Capital Fonds. Sie gehört zu den führenden Stimmen für moderne Führung und digitale Innovation. Im Jahr 2022 gründete sie die „10 More In“ Akademie, die ein digitales, modernes Führungsprogramm für Frauen anbietet. Cramer war Mitglied im Beirat von Amorelie und im Verwaltungsrat von Conrad Electronic. Darüber hinaus ist sie derzeit aktives Mitglied im Verwaltungsrat des Schweizer Fotoproduktunternehmens Ifolor Group.

In ihrer Rolle als Industry Advisor bei KKR wird Lea in den Verwaltungsrat des KKR- Portfoliounternehmens Wella Company einziehen, einem der weltweit führenden innovativen Beauty- Unternehmen. Als Non-Executive Board Director wird sie ihr Fachwissen bei der Entwicklung von E- Commerce-Lösungen, dem Aufbau nachhaltiger und innovativer Verbraucher- und Fachhandelsmarken und der Unterstützung des Unternehmens bei der Beschleunigung seines übergeordneten Wachstumsplans einbringen. Darüber hinaus wird Cramer ihr Wissen über den deutschsprachigen Konsumgütermarkt, einem der größten und wichtigsten Märkte für Wella Company, einbringen. Seit KKR vor zwei Jahren eine Mehrheitsbeteiligung an Wella Company übernahm, hat das Unternehmen als führender Anbieter von professionellen und Einzelhandelsprodukten für Haare, Nägel und digitale Schönheitstechnologien seinen Marktanteil weltweit erheblich gesteigert. Gleichzeitig hat Wella Company kontinuierlich in die Bereiche Nachhaltigkeit, Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion investiert und diese Aspekte in den Mittelpunkt seines Handels gestellt. Das Unternehmen hat vor kurzem sein erstes ESG-Manifest veröffentlicht, in dem es seinen langfristigen Plan für Menschen, Planet und Produkte darlegt, der unter anderem die Reduzierung von CO2-Emissionen, nachhaltige Produktionsabläufe sowie Produktinnovationen für eine saubere und umweltfreundliche Zusammensetzung der Inhaltsstoffe.

Lea-Sophie Cramer: „Seit 15 Jahren widme ich mich dem Aufbau innovativer und kundenorientierter Marken in der deutschen Tech- und Start-up-Szene. KKR investiert in strategische Partnerschaften mit Gründern, Unternehmern und Managementteams und unterstützt deren Unternehmen dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten. Deshalb freue ich mich sehr, meine Expertise für KKR und die Portfoliounternehmen einzubringen. In den Verwaltungsrat eines Unternehmens wie Wella Company mit seinen ikonischen Marken berufen zu werden ist eine großartige Chance. Die Entwicklung des Unternehmens unter CEO Annie Young-Scrivner ist beeindruckend und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihr und dem gesamten Team.“

Philipp Freise, Partner und Co-Head of European Private Equity bei KKR, kommentiert: „Wir bei KKR freuen uns sehr, Lea in unserem Team begrüßen zu dürfen. Mit ihrer beeindruckenden Erfolgsbilanz als Unternehmerin und ihrem Status als Vorbild für Gründer und Gründerinnen in ganz Europa bringt sie einen großen Erfahrungsschatz in unser Unternehmen ein. Gerade mit Blick auf den Technologiesektor, in dem wir unsere Aktivitäten global weiter ausbauen, verfügt Lea über herausragende Expertise. Sie hat wiederholt gezeigt, dass sie diverse Teams erfolgreich leiten kann und ein Talent für Innovationen hat. Auf unserer Mission, in Unternehmen zu investieren, die die digitale Transformation vorantreiben, werden wir von Leas Expertise extrem profitieren.“

Health-Tech-Start-up PraxisEins schließt siebenstellige Seed-Finanzierung ab

Das 2022 von Benjamin Langer und Vincent Sternberg gegründete Health-Tech-Start-up PraxisEins erhält in einer Seed-Finanzierungsrunde einen mittleren siebenstelligen Betrag, um Hausärzt*innen durch digitale Lösungen und Prozessoptimierung zu entlasten.

PraxisEins hat sich zum Ziel gesetzt hat, das deutschlandweit drohende Versorgungsvakuum im hausärztlichen Bereich zu lösen. Weil die hausärztliche Versorgung für die junge Ärztegeneration kaum noch attraktiv ist, bleiben hausärztliche Kassensitze immer häufiger unbesetzt. Insbesondere die hohe administrative Arbeitslast sowie ein Mangel an Work-Life-Balance wirken abschreckend und hindern Hausärztinnen und Hausärzte daran, sich auf die Patientenbehandlung zu konzentrieren.

Um dieses Problem zu lösen, unterstützt PraxisEins Hausarztpraxen mittels Software und Prozess-Know-how. Dabei hilft das Team beim Prozessmanagement, dem Recruiting und dem betriebswirtschaftlichen Management und entlastet so aktiv das medizinische Personal.

Mit den frischen Finanzmitteln aus der Finanzierungsrunde will das Frankfurter Start-up seine Software-Lösung weiterentwickeln und neue Praxen in das unterstützte Netzwerk aufnehmen. Hierfür baut PraxisEins das Kernteam in Frankfurt und Düsseldorf aus und eröffnet ein zentral gelegenes Büro in der Mainmetropole.

Neben dem Seed-Investor High-Tech Gründerfonds (HTGF) sind Family Offices und Business Angels aus der Healthcare-Szene investiert - auch Ärztinnen und Ärzte gehören zum Investorenmix.

„Deutschland steht vor einer großen Herausforderung in der ambulanten Versorgung“, so PraxisEins-Gründer Vincent Sternberg. „Ein Großteil der ambulant tätigen Ärzte geht in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand, wodurch ein Versorgungsvakuum entsteht. PraxisEins hilft dabei, dieses Problem zu lösen, indem wir es für junge Ärztinnen und Ärzte einfacher machen, in die ambulante Versorgung einzusteigen. Dabei bieten wir innerhalb unseres wachsenden Netzwerks unterstützter Hausarztpraxen das volle Spektrum an Arbeitsmodellen - von der flexiblen Teilzeitstelle bis zur Praxisteilhabe. Klar ist dabei immer: In von uns betreuten Praxen können sich Ärztinnen und Ärzte auf ihre Kernkompetenz konzentrieren.”

Gründer*in der Woche: shoedoc – so wird (wieder) ein Schuh draus

Das Baden-Badener Start-up shoedoc von Matthias Vickermann bietet einen umfangreichen Online-Reparatur-Service für Schuhe und spricht sich damit klar gegen das Fast-Fashion-Zeitalter aus. Mehr dazu im Interview mit Matthias.

Wann und wie bist du auf die Idee zu shoedoc gekommen?

Die Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen ist mit 128 Betrieben zu einem kleinen Industriezweig in Deutschland geschrumpft, der jedoch in regionalen Wirtschaftsräumen nach wie vor äußerst relevant ist. Schuhmacher, die ihr Handwerk beherrschen, sind eine Rarität. Aus dieser Not haben wir mit unserem Geschäftsmodell eine Tugend gemacht: Die Idee für shoedoc findet ihren Ursprung im Reparatur-Service unserer Maßschuh-Manufaktur. Immer mehr Kund*innen wollten auch ihre Serienschuhe reparieren lassen. Die Anfragen stiegen stetig und das Interesse ging über unsere Region hinaus. So gründeten wir 2019 unseren Online-Schuhreparatur-Service shoedoc und gliederten die Reparaturen aus. Wir haben ein Rund-um-sorglos-Paket kreiert. Unsere Kund*innen müssen sich um nichts weiter kümmern.

Wann lohnt sich die Schuhreparatur überhaupt?

Abgelaufene Sohlen oder defekte Reißverschlüsse sind noch lange kein Grund, das Schuhpaar achtlos zu entsorgen. Grundsätzlich können wir jeden Schuh reparieren. Dieses Angebot sollte auch jeder nutzen.

Gehen Schuhe heutzutage per se schneller kaputt?

Schuhe werden heutzutage anders produziert. Die Industrialisierung hat auch das Handwerk aus der Schuhproduktion vertrieben. Heutzutage gelten andere Ansprüche. Um die saisonalen Wünsche der Käufer*innen zu bedienen ist es nun einmal nötig, dass Massenware rasant produziert wird. Dabei entstehen leider häufig Produktionsfehler. Unter schneller und günstiger Herstellung, leidet oft die Materialauswahl. Sohlen aus vulkanisiertem Gummi werden kaum noch produziert. Absätze bestehen oft aus Lederersatz-Stoffen, wie beispielsweise Holzspänen. Die Schnelllebigkeit der Ware hat leider ihren Preis. Dessen müssen sich Verbraucher*innen bewusst sein.

Ist jeder Schuh zu retten?

Grundsätzlich ja. Schlecht erreichbare Stellen, können eine Reparatur erschweren. Doch für den Lieblingsschuh geben wir unser Bestes. Große Risse im Leder lassen sich leider nicht spurlos rekonstruieren.

Nun zu shoedoc: Welches Ziel verfolgst du mit deinem Online-Schuhreparatur-Service?

Mit unserer stark positionierten Marke wollen wir ein Zeichen setzen und deutschlandweit der Anbieter mit der größten Marktdominanz sein. Wir haben ein sehr nachhaltiges Anliegen und bieten unseren Kund*innen auch einen ethischen Mehrwert. Mit unserem Online-Schuhreparatur-Service sprechen wir uns ganz klar gegen das Fast-Fashion-Zeitalter aus. Schuhe lange zu tragen ist der nachhaltigste Umgang mit ihnen. Das garantieren wir. Durch unseren digitalisierten Prozess machen wir es Verbraucher*innen ganz einfach, eine nachhaltige Entscheidung zu treffen. Unser Reparatur-Service ist für jeden leicht zugänglich – egal von wo. Easy, per Click.

Bietet shoedoc ausschließlich Schuhreparaturen an?

Nein, unser Reparatur-Service spezialisiert sich nicht nur auf Schuhe. Mit unserer dazugehörigen Schwestermarke PurseNurse kümmern wir uns auch sorgfältig um alle Taschen. Egal, ob aus Leder oder anderen Materialien.

Was ist deine Vision mit shoedoc?

Shoedoc ist deutschlandweit der Ansprechpartner für den Reparatur-Service. Egal, ob Schuhe, Taschen oder sogar Kleidung. Wir wollen weiterhin expandieren und unsere Serviceleistung erweitern. Außerdem ist uns das Gesamtpaket sehr wichtig. Wir planen Repair-Cafés und wollen Freude und Mehrwert miteinander kombinieren. Wir haben viele Edutainment-Idee. Außerdem wollen wir unseren Wirkungskreis durch Pop-Up Stores in verschiedenen Metropolen erweitern. So sind wir noch präsenter und können eine direkte Beratung vor Ort anbieten. Für unsere Kunden, die wir nicht vor Ort erreichen, bieten wir eine Online-Video-Beratung an. Shoedoc soll weiterhin wachsen.

100.000 Euro beim 1. Social Startup Pitch der Fritz Henkel Stiftung vergeben

Das sind die Gewinner des ersten Social Startup Pitch „Teilhabe schaffen“ der Fritz Henkel Stiftung. Insgesamt wurden Preisgelder im Wert von 100.000 Euro vergeben.

Die Gewinner*innen des ersten Social Startup Pitch „Teilhabe schaffen“ der Fritz Henkel Stiftung in Zusammenarbeit mit der Social Impact gGmbH stehen fest. Drei Start-ups haben mit ihren Präsentationen im Rahmen eines Pitch-Events in Düsseldorf überzeugt und belegen die ersten Plätze. Der Publikumspreis geht an „Über den Tellerrand“ aus Berlin. Insgesamt wurden Preisgelder im Wert von 100.000 Euro vergeben.

Die drei erstplatzierten Start-ups überzeugten die Jury mit ihren innovativen, unternehmerischen Ideen und ihrer Präsentation auf der Bühne beim Pitch-Event. Alle acht Teilnehmenden haben gemeinsam, dass sie sich für gesellschaftliche Teilhabe von Geflüchteten und Menschen mit Migrationsgeschichte durch Bildungsangebote im kulturellen Umfeld engagieren.

Die Gewinner*innen:

  • Platz 1: Heartbeat Edutainment, Frankfurt a.M., 40.000 Euro
  • Platz 2: Nyabinghi Lab, Berlin, 30.000 Euro
  • Platz 3: myBuddy, Mannheim, 20.000 Euro
  • Publikumspreis: Über den Tellerrand, Berlin, 10.000 Euro

Das Siegerteam Heartbeat unterstützt mit Hip-Hop-Bildung und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund.

Nyabinghi Lab setzt sich für Wandel im deutschen Kulturbetrieb ein und schafft mehr Sichtbarkeit für Perspektiven von Migrant*innen und People of Color.

Der/die Drittplatzierte myBuddy bietet verschiedene niedrigschwellige Formate, um kulturellen Zusammenhalt zu fördern, beispielsweise ein Buddy-Programm und ein jährliches Kulturfestival.

Der Publikumspreis ging an Über den Tellerrand, die niedrigschwellige kulturelle Begegnungsangebote für Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchtgeschichte organisieren, zum Beispiel von Migrant*innen geleitete Kochkurse, Tanz oder ein Sprachcafé. Das Social Startup aus Berlin gewinnt damit 10.000 Euro.

Insgesamt wurden Preisgelder in einer Gesamthöhe von 100.000 Euro vergeben. Ausgangspunkt für den Social Startup Pitch der Fritz Henkel Stiftung ist die grundlegende Überzeugung, dass kulturelle Bildung Türen öffnen und Begegnungen auf neuen Ebenen ermöglichen kann. „Gerade für Menschen mit Migrationsgeschichte oder Fluchterfahrung bietet sich durch kulturelle Bildung die Chance, stärker an der Gesellschaft teilzuhaben. Deswegen ist es so wichtig, diese Projekte zu unterstützen“, sagt Karol-Monique Westhoff, Geschäftsführerin der Fritz Henkel Stiftung.

Biomethan-Start-up agriportance sichert sich Mio.-Investment

Das 2021 in Münster gegründete Biomethan-Start-up agriportance sichert sich eine siebenstellige Finanzierungssumme, um fossiles Erdgas durch Biomethan zu ersetzen.

Das Biomethan-Start-up agriportance erhält in einer Seed-Finanzierungrunde eine siebenstellige Finanzierungssumme vom Seed-Investor High-Tech Gründerfonds sowie weiteren Business-Angels. Das Gründerteam möchte mit dem frischen Geld vor allem die Digitalisierung des Produktes sowie den europäischen Markteintritt vorantreiben.

In Deutschland gibt es rund 9.500 Biogasanlagen, die knapp 6 Prozent zur Stromerzeugung beitragen und die auf diversen Betrieben verteilt sind, die ihre feste EEG-Vergütung nach 20 Jahren verlieren und nun neue Vertriebswege finden müssen. Die Reinigung des Biogases und die Einspeisung in das Erdgasnetz bieten attraktive Möglichkeiten für die Betriebe. Allerdings sind dabei wichtige Punkte wie die Treibhausgasbilanz und Vermarktung bisher auf der Strecke geblieben, die die Biogasproduzenten vor große Herausforderungen stellen.

Das hat auch agriportance-Mitgründer Henning Dicks früh erkannt, der als Landwirt selbst einen engen Bezug zur Branche hat. Zusammen mit dem Software-Entwickler Thorsten Rohling hat er das Münsteraner Start-up im Juni 2021 gegründet. Das Produkt von agriportance schafft die digitale Infrastruktur, mit der Biogasanlagen die grüne Erdgas-Alternative Biomethan erzeugen können.

„Biogasproduzenten kamen immer mit denselben zwei Problemen auf uns zu: Auf der einen Seite die komplexe Treibhausgasbilanz und auf der anderen Seite viele Fragezeichen bei der Vermarktung an Abnehmer aus der Energiewirtschaft, die nicht selten ihre Büros in London, Amsterdam oder Paris haben“, erklärt Dicks.

Agriportance hat sich zum Ziel gesetzt, die Prozesse bei der komplexen Zertifizierung von Biomethan zu automatisieren. Dabei verfolgt es die Vision eines stark florierenden europäischen Biomethanmarkts. Um dieses Vorhaben sowie das notwendige Momentum zu ermöglichen, hat sich das junge Unternehmen in einer Seed-Runde frisches Kapital vom HTGF sowie weiteren Business-Angels gesichert. Darunter auch der bestehende Business-Angel Ingo Hoff aus dem Münsterland.

„Durch das frische Kapital können wir unsere Mission stärken durch Biomethan einen erheblichen Anteil fossilen Erdgases in Europa zu verdrängen und dadurch die Dekarbonisierung des Energiesektors voranzutreiben", so Henning Dicks.