Gründer*in der Woche: Papair - Luftpolsterpapier statt Plastik

Gründer der Woche 25/21


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Die Gründer von Papair haben eine Luftpolsterfolie aus Papier entwickelt und wollen damit für weniger Verpackungsmüll aus Plastik und mehr Transparenz bei den Endverbraucher*innen sorgen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Christopher Feist.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Mitgründern Fabian Solf und Steven Widdel auf die Idee zu Papair gekommen?

Die Idee zur Luftpolsterfolie aus Papier ist Fabian bereits vor ca. drei Jahren gekommen. Während eines Gesprächs mit seiner Mutter ist die Idee erstmals in ihm gereift und wurde dann während eines Gründungsseminars in der Uni weiter vertieft. Im Winter 2019 hat Fabian mich dann gefragt, ob wir die Idee gemeinsam weiterverfolgen möchten. Nach ca. sechs Monaten haben wir dann Steven mit ins Boot geholt, um den technischen Bereich mit weiterem Know-how abzudecken.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis heute?

Wir befinden uns derzeit noch auf dem Weg zu unserem fertigen Produkt, das bedeutet, dass wir gerade dabei sind, die Prozessparameter für unsere Fertigungsanlage zu definieren, um diese dann mittels unseres Partners aus dem Maschinenbau zu konstruieren. Dennoch sind die größten Meilensteine seit der Unternehmensgründung die Einreichung unseres Patents Anfang Februar und die am 15.06.2021 gestartete Crowdinvesting-Kampagne bei Econeers.

Nun zu eurem Polsterpapier: Was ist das Besondere an Papair?

Unser Polsterpapier besteht zu 100% aus Recyclingpapier und verzichtet außerdem gänzlich auf den Einsatz von Kunststoffen oder Klebstoffen. Dies verleiht unseren Produkten eine exzellente Recyclingfähigkeit, denn wir möchten mit unserem Produkt für wirklich nachhaltige Produkte stehen. Dies sollen auch die Endverbraucher*innen spüren. Bisher ist der Verpackungsmarkt sehr anonym und niemand weiß, wer das Packmittel im Paket hergestellt hat und genau das wollen wir ändern. Wir wollen eine Marke schaffen, die auch für die Endverbraucher*innen sichtbar ist und für nachhaltige Packmittel steht. Und das Ganze kostet noch nicht einmal mehr, denn wir sind kostenneutral zur konventionellen Luftpolsterfolie.

Wer sind die Kund*innen?

Unsere Kund*innen sind grundsätzlich breit gefächert. Jedes Unternehmen, das Produkte über den Versandweg zu seinen Kund*innen liefert, kann unsere Luftpolsterfolie aus Papier einsetzen. Da wir unser Produkt auch nicht nur als reines Endprodukt verstehen, besteht außerdem die Möglichkeit, es in verschiedene Produkte zu integrieren. Dadurch zählen auch Packmittelproduzenten zu unseren potenziellen Kund*innen.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Zu Beginn unser Unternehmung wurden wir durch die NBank mit dem Niedersächsischen Gründungsstipendium gefördert, welches es uns ermöglichte, uns voll und ganz auf Papair zu konzentrieren. Die Produktentwicklung ist stets ein sehr kostenintensiver Aspekt und daher haben wir versucht, die Kosten möglichst gering zu halten, beispielsweise durch die Nutzung von Walzen aus dem 3D-Drucker. Dennoch mussten wir erste Werkzeuge bezahlen und dies konnten wir von unserem eingezahlten Stammkapital tun. Zur Erhaltung der Liquidität haben wir Gründer der Gesellschaft ein Darlehen in Höhe von 30.000 Euro gewährt, um die Zeit bis zur Crowdinvesting Kampagne zu überbrücken. Die Crowdinvesting Kampagne ist das erste Mal, dass wir auf fremdes Kapital zurückgreifen.

Zurzeit sammelt ihr über die Crowd frisches Kapital ein. Was ist das Ziel der Kampagne und was ist mit dem Kapital geplant?

Unsere Crowdinvesting Kampagne bei Econeers ist eine Säule in unserer Strategie unseren aktuellen Kapitalbedarf von insgesamt 1 Mio. Euro zu decken. Diese Mittel werden benötigt, um unsere Luftpolsterfolie aus Papier in den Markt einzuführen. Mit dem eingesammelten Kapital der Kampagne können wir bereits unsere Produktentwicklung abschließen, unsere patentrechtlichen Schutzrechte auf das europäische Ausland erweitern und einen Teil unser ersten Fertigungsanlage für den Markteintritt finanzieren.

Was sind eure weiteren Vorhaben nach der Kampagne?

Nach Abschluss der Kampagne wird die Produktentwicklung abgeschlossen werden und in Zusammenarbeit mit unserem strategischen Partner im Maschinenbau eine erste Pilotanlage für spezifische Versuche zur Verfügung stehen. Mit dieser ersten Anlage werden wir finale Erkenntnisse hinsichtlich Skalierung und Auslegung der größeren Anlage sammeln und parallel in die Konzeption dieser Anlage einfließen lassen. Denn mit der Pilotanlage werden wir bis zum Ende des Jahres unseren Markteintritt vollziehen können und erste Umsätze erwirtschaften.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?

Die Gründung eines eigenen Unternehmens sollte immer mit einem großen Commitment zu seiner Idee verbunden sein und auch mit dem Wissen, dass die Selbstständigkeit zwar seine Vorzüge hat, jedoch auch mit erheblichem Aufwand verbunden ist.

Es wird außerdem immer wieder Rückschläge geben – der oft bemühte Vergleich der Achterbahnfahrt trifft es da ziemlich gut. Davon darf man sich nicht verunsichern oder abbringen lassen, sondern das Ziel stets vor Augen haben. Dass es dort dann den ein oder anderen Umweg gibt, liegt in der Natur der Sache.

Als letztes würden wir angehende Gründer*innen dazu ermutigen, sich ein großes Netzwerk aufzubauen, denn es gibt für jeden Bereich Expert*innen und die Ratschläge dieser Personen können sehr wertvoll sein. Man darf sich dem nicht verschließen, sondern sollte offen dafür sein.

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Das Interview führte Hans Luthardt

e-mobilio schließt Series-A Runde über 9,5 Mio. Euro ab

e-mobilio ist der Anbieter einer Cloud-basierten Beratungslösung für Elektromobilität als One-Stop-Shop, mit der Autofahrer*innen der Wechsel zur Elektromobilität erleichtert werden soll.

Die Transformation zur Elektromobilität verändert die Prozesse, wie Kund*innen ihre Kaufentscheidung treffen. Diese benötigen ein komplettes Ökosystem, das an den individuellen Bedarf des jeweiligen Kund*innen angepasst ist und dabei weit über das E- Fahrzeug hinaus geht.

Genau hier setzt das von Ralph Missy und Denis Reichel gegründete Start-up e-mobilio an. Mit dem E-Kaufberater finden E-Autokäufer neben dem Elektroauto ihr individuelles Gesamtpaket bestehend aus Ladetechnik, Installation, Public Charging, Photovoltaik, Stromtarif, THG-Quote, Förderung und vielen weiteren Leistungen. „Wer das Ökosystem Elektromobilität ganzheitlich beraten und seinen Kunden bedarfsgerecht anbieten kann, schafft nicht nur einen einzigartigen Kundennutzen und erhöht die Kundenbindung, sondern sichert sich wertvolle Zusatzerlöse über alle Komponenten des Ökosystems Elektromobilität hinweg“, so Ralph Missy.

Mit seinem Lösungsangebot hat sich e-mobilio eine dominante Marktposition in Deutschland erarbeitet. Nach dem erfolgreichen Markteintritt in Österreich steht nun die Expansion in weitere europäische Märkte an. Im Zuge der internationalen Wachstumsstrategie hat e-mobilio erfolgreich eine Series-A Finanzierungsrunde über 9,5 Millionen Euro abgeschlossen. Lead-Investor ist SET Ventures, Europas führender unabhängiger Energy Venture Capital Investor. Die bestehenden Investoren Übermorgen Ventures, Wi Venture, seed+speed Ventures sowie Gateway Ventures beteiligen sich ebenfalls an dieser Runde, zudem konnte das Family Office zwei.7 als neuer Investor gewonnen werden.

„Mit dem frischen Kapital werden wir unser internationales Wachstum weiter vorantreiben und dabei die zwei wesentlichen Engpässe der Elektromobilität auflösen: Bedarfsorientierte Beratung und optimales Fulfillment beim Endkunden. Beides zusammen führt zu einer nahtlosen Customer Journey und somit zu einem beschleunigten Markthochlauf“, so Denis Reichel.

"Der Markt für Elektromobilität hat jetzt eine neue Phase erreicht – war der Markt anfänglich geprägt von den sogenannten “early adopters”, ist das Angebot jetzt reif für den breiten Massenmarkt. Damit wird sich aber auch der Prozess des Autokaufs und der Kundenbindung umfassend verändern. Hier ist e-mobilio ideal positioniert, um diesen Veränderungsprozess führend zu begleiten. Die starke Position im traditionell konservativen deutschen Automarkt unterstreicht die zentrale Rolle, die e-mobilio bereits heute in diesem Markt einnimmt, und ist eine starke Basis, um weiter international zu wachsen”. So Dr. Till Stenzel, Partner bei SET Ventures.

SET investiert seit über 15 Jahren in den Trend der Elektromobilität und hat dabei schon mehrere erfolgreiche Exits erzielt. So investierte SET bereits früh in Epyon, einer führenden Technologielösung für Schnelladestationen, die von ABB übernommen wurde, oder Greenflux, einer führenden europäischen Software-Plattform für E-Auto Lademanagement, welche von der DKV erworben wurde.

Gründer*in der Woche: Flowsight - KI-Power für Brauer

Flowsight, 2022 von Niklas Schlichting, Dirk Widmann und Simon Geier in Augsburg gegründet, hat eine Software entwickelt, die es Brauereien erstmalig ermöglicht, Instandhaltungsprobleme präventiv zu erkennen, also bevor sie überhaupt auftreten. Mehr zu der Innovation und deren Potenzial im Interview mit Co-Founder Niklas Schlichting.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Mitgründern auf die Idee zu Flowsight gekommen?

Wir haben uns in einer gemeinsamen Vorlesung unserer Master-Studiengänge kennengelernt. Unser CTO Simon Geier hatte durch seine Tätigkeit bei Fraunhofer IGCV bereits zum Thema Digitalisierung von Instandhaltung geforscht und Software-Anwendungen entwickelt. Die Idee, gemeinsam in diesem Bereich ein Start-up zu gründen, hatten wir dann passenderweise in einem Biergarten.
Nach ersten Marktanalysen und Experten-Interviews hat sich dann herausgestellt, dass Brauereien stark von einem ganzheitlichen Wartungsmanagement mit vorausschauenden Wartungsprognosen profitieren würden und für dieses Thema auch den Bedarf sehen.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum fertigen Produkt bzw. eurer KI-Software Brewcast?

Unser Produkt ist von Beginn an in Zusammenarbeit mit der Zielgruppe entstanden. Wir haben bereits sehr früh ein Pilotprojekt mit der Augsburger Brauerei Riegele gestartet und hier unsere ersten Prototypen entwickelt. Nachdem unser MVP finalisiert war, haben wir diesen mit Riegele, sowie einer weiteren Brauerei im Raum München zu unserem aktuellen Stand der Software Brewcast weiterentwickelt.

Was ist Brewcast, was leistet die Software und was ist euer USP?
Brewcast ist ein CMMS (Computerized Maintenance Management System) mit Wartungsprognosen, welches als Web-Plattform entwickelt wurde. Zum einen können Wartungsaufgaben, Lagerhaltung und Kostenstellen dokumentiert, organisiert und geplant werden, sowie Betriebsdaten gespeichert werden. Außerdem bietet Brewcast einen Echtzeit-Überblick der Produktion.

Das Ganze wird durch unsere KI-Module ergänzt, durch Warnungen bei unerwarteten Abweichungen im Prozess und der konkreten Vorhersage des optimalen Austauschzeitpunkts für verbaute Verschleißteile.

Somit können wir u.a. durch die Reduktion von Stillständen, der optimalen Nutzungsdauer von Verschleißteilen und effizienterem Arbeiten bis zu 30 Prozent der Instandhaltungsausgaben unserer Kunden einsparen.

Der USP ergibt sich dabei aus unserem ganzheitlichen Ansatz: Durch unseren Datensatz aus Prozessdaten auf der einen und Wartungsdaten auf der anderen Seite können wir in unserer Zielbranche die präzisesten Wartungsprognosen anbieten.

Wo ist Brewcast aktuell im Einsatz?
Brewcast ist aktuell bei drei Brauereien unterschiedlicher Größe im Einsatz. Die Akquise haben wir Ende Q2 dieses Jahr gestartet und stehen aktuell vor dem Abschluss mehrerer weiterer Kunden.

Wie habt ihr die Entwicklung von Brewcast und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Ende 2021 haben wir das EXIST-Gründerstipendium des BMWK erhalten. Im Anschluss konnten wir durch Einnahmen aus unseren Pilotprojekten, der Förderung Start?Zuschuss! des Bayrischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, der Förderung von AI+MUNICH, sowie den Preisgeldern von Wettbewerben ein halbes Jahr überbrücken.

Im Mai dieses Jahres haben wir dann unsere Pre-Seed-Finanzierung im höheren sechsstelligen Bereich mit Bayern Kapital, dem FTTF und 2 Business Angels abgeschlossen.

Gibt es weitere Unterstützer*innen, die euren Start flankiert haben?

Wir wurden von Beginn an von Mentoren unterstützt und konnten uns ein Netzwerk mit wertvollen Kontakten zu anderen Start-ups und Unternehmern in verschiedenen Phasen aufbauen. Dabei haben uns Inkubatoren und Accelerator-Programme des Augsburger und Münchner Startup-Ökosystem unterstützt, wie das HSA_Funkenwerk der Technischen Hochschule Augsburg oder das IT-Gründerzentrum Schwaben.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Steps nach dem erfolgreich abgeschlossenen Pre-Seed Investment?

Aktuell startet unser Markteintritt bei mittelständischen Brauereien. Mit dem Investment wollen wir dann nächstes Jahr unsere Lösung auf die gesamte Getränke- und Teile der Lebensmittelbranche erweitern.

Das heißt, eure Lösung ist auch für weitere Branchen relevant und damit skalierbar?
Ja, sie ist für alle industrielle Unternehmen mit fließenden Prozessen einsetzbar. Wir bleiben allerdings bei unserem fokussierten Vorgehen und werden nach den Brauereien schrittweise in weitere Branchen skalieren.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Am wichtigsten ist ein funktionierendes Gründungsteam, in dem man sich persönlich gut versteht, sich auf die Mitgründer verlassen und in die verschiedenen Rollen hineinwachsen kann. Zusätzlich hat uns ein starkes Netzwerk und der Kontakt zu anderen Gründern in verschiedenen Unternehmens-Phasen sehr geholfen.

Außerdem sollte so früh wie möglich Feedback vom Markt eingeholt werden, um eine nutzerzentrierte Lösung zu entwickeln und wirkliche Probleme zu lösen.

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Das Interview führte Hans Luthardt

Blue Farm: Weitere Mio.-Runde für Berliner Pflanzendrink-Start-up

Das 2021 von Philip von Have und Katia Pott gegründete Blue Farm entwickelt das Thema Milch radikal neu, mit pflanzlichen Produkten in Pulverform und hat dafür bislang über 5 Mio. Euro eingesammelt.

Das 2021 gelaunchte Berliner Start-up Blue Farm, das den Markt für Haferdrinkpulver in Deutschland anführt, gibt den erfolgreichen Abschluss seiner aktuellen Finanzierungsrunde bekannt. Das Unternehmen erhält eine siebenstellige Summe von seinen bestehenden Investoren in einer Brückenrunde. Bis dato hat Blue Farm bereits über 5 Millionen Euro eingesammelt. Das frische Kapital wird das Unternehmen nutzen, um seine Wachstumsziele und den Ausbau des Produktportfolios weiter zu verfolgen.

Blue Farm entwickelt das Thema Milch radikal neu, mit pflanzlichen Produkten in Pulverform. Indem das Start-up buchstäblich auf Wasser verzichtet und nur die fermentierte Pflanzenbase verkauft, reduziert es den Fußabdruck des Produkts erheblich und kann mehrere Liter Pflanzenmilch frei von Zusätzen direkt in den Briefkasten an den Endkunden liefern. Das Team von Betriebswirten, Lebensmitteltechnikern und Marketeern setzt stark auf den Online-Vertrieb und ein praktisches Milch-Abo. Seit der Einführung Anfang 2021 wurde nach Angaben des Unternehmens bereits Haferdrinkpulver für über 1.000.000 Liter Haferdrink verkauft. Die Oat Base Bio wurde von Peta mit dem Vegan Food Award als bester Pflanzendrink 2022 ausgezeichnet.

Die jüngste Finanzierungsrunde zeigt das Vertrauen der bestehenden Investoren für die Vision und das Potenzial von Blue Farm. Die Unterstützung kommt von namhaften Gesellschaftern, darunter Zintinus Capital, angeführt von Ex-Metro CEO Olaf Koch, sowie dem Family Office der renommierten Flensburger Brauerei HGDF und dem weltweit tätigen Handelshaus Jebsen & Jessen.

Philip von Have, Mitgründer von Blue Farm, äußerte sich dazu: "Wir sind im ersten Halbjahr 2023 stark gewachsen und freuen uns daher, dass unsere Investoren unseren Weg weiter unterstützen. Diese Finanzierung wird es uns ermöglichen, unser Portfolio um weitere Produktgruppen zu erweitern und unsere Präsenz auf dem DACH-Markt zu stärken. Unsere Mission ist es, beliebte Produkte neu zu denken und damit gesünder und nachhaltiger zu machen, ohne Abstriche für den Kunden. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass der Markt sich immer stärker in unsere Richtung bewegt."

Investor Olaf Koch „Das Team von Blue Farm hat im vergangenen Jahr bewiesen, dass es die Qualität der Produkte deutlich verbessern und noch mehr Kunden begeistern konnte. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, um aus der Nische in den Massenmarkt zu wachsen. Wir freuen uns den Weg gemeinsam zu gehen und nachhaltige und gesunde Ernährung weiter zu fördern.“

3DPrintoptixMarket: 2,5 Mio. Euro EU-Förderung für 3D-gedruckte Linsen

Das Stuttgarter Start-up Printoptix und das Wiener Start-up Viewpointsystem erhalten für ihr ehrgeiziges Kooperationsprojekt 3DPrintoptixMarket eine 2,5 Mio. Euro EU-Förderung.

Mit einem neuartigen 3D-Druckverfahren wollen Printoptix aus Stuttgart und Viewpointsystem aus Wien komplexe Mikrooptiken in herausragender Qualität und zu wettbewerbsfähigen Preisen marktreif machen.

Printoptix, 2020 von Nils Fahrbach, M.Sc. und Dr. Simon Thiele gegründet, entwirft, entwickelt und fertigt einzigartige mikrooptische Komponenten in einem Maßstab von 10 µm bis 2 mm und auf einer Vielzahl von Substraten wie Glasfaserspitzen, Bildsensoren oder LEDs. Die Stuttgarter Firma bietet den gesamten Prozess - von der Idee für ein mikrooptisches Bauteil über das fertige und optimierte Produkt bis hin zur Serienfertigung - unter einem Dach.

Viewpointsystem unter CEO Nils Berger verbindet zukunftsweisende Technologieentwicklung mit wissenschaftlicher Expertise im Bereich Blickforschung. Das Wiener Deep-Tech-Unternehmen entwickelt und produziert international ausgezeichnete Smart Glasses, die auf Eye Tracking basieren. Die Datenbrillen werden von Firmenkunden weltweit unter anderem für Remote Support und Fernwartung, für Trainings und Dokumentationen sowie für Forschung und Analyse eingesetzt.

Das ehrgeizige Kooperationsprojekt „3DPrintoptixMarket" von  Printoptix und Viewpointsystem wird dabei vom European Innovation Council (EIC) mit einer Förderung von 2,5 Mio. Euro unterstützt. Die Mikrooptiken sollen in Smart Wearables, medizinischen Geräten oder industriellen Anwendungen zum Einsatz kommen.

Impossible parts per 3D-Print kostengünstig und in Serienqualität

Das innovative 3D-Druckverfahren von Printoptix soll es ermöglichen, sogenannte impossible parts im Bereich Mikrooptik kostengünstig und in Serienqualität zu drucken. Kleinste mehrteilige Linsensysteme inklusive Blenden und weiterer Bauteile, für die mit herkömmlichen Methoden viele Produktionsschritte und Fertigungsmaschinen notwendig wären, werden bei dem Verfahren in einem Stück und in einem einzigen Druckschritt gefertigt. So entfallen viele aufwändige Herstellungsschritte und der Fertigungsprozess wird um ein Vielfaches einfacher und schneller.

„Mit unserer Technologie eröffnen sich völlig neue Konstruktionsmöglichkeiten und Freiformen, die in herkömmlichen Fertigungsverfahren schlicht nicht realisierbar sind“, betont Nils Fahrbach, CEO von Printoptix. „Dies ermöglicht technologische Innovationen in Bereichen wie der medizinischen Endoskopie oder Augmented Reality. Darüber hinaus wird der Fertigungsprozess robuster, da keine Montage und mechanische Ausrichtung der optischen Komponenten mehr erforderlich sind."

Anwendung in Smart Glasses

Mit Viewpointsystem als Projektpartner werden die 3D-gedruckten Mikrooptiken nun für den Markt vorbereitet. In den Smart Glasses des Wiener Deep Tech-Unternehmens kommen die Optiken bei einer Reihe von Industriekunden zum Einsatz, was praktische Verbesserungen ermöglicht. Zudem werden die Möglichkeiten der Skalierung und Produktindividualisierung bei der Herstellung optimiert.

„Bei Smart Glasses ist es wichtig, die Mikrooptik für unterschiedliche Gesichtsformen und individuelle Besonderheiten der Augen anpassen zu können“, erklärt Frank Linsenmaier, CTO von Viewpointsystem. „Durch die Flexibilität und die Personalisierungsmöglichkeiten des 3D-Druckverfahrens können wir unsere Funktionalität und das Nutzererlebnis noch weiter verbessern, und das zu überschaubaren Kosten.“

Ziel des Kooperationsprojekts ist es, die Mikrooptiken bei gleichbleibender optischer Qualität noch um 50 Prozent zu verkleinern. So können die Komponenten perspektivisch auch in kleinsten optischen Modulen für Augmented Reality-Brillen zum Einsatz kommen. Weiterhin soll die Druckzeit um mehr als 70 Prozent auf unter zehn Minuten reduziert werden.

Schnelle Produktinnovationen ohne lange Lieferketten

Die Flexibilität und Schnelligkeit in der Herstellung machen die 3D-gedruckten Mikrooptiken zu einer attraktiven Lösung sowohl für Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit kleineren Stückzahlen als auch für große Marktteilnehmer. Industrieunternehmen erhalten die Möglichkeiten, ihre Produkte schnell, unkompliziert und zu wettbewerbsfähigen Preisen mit individuellen optischen Komponenten zu bestücken.

„Produkte, für die normalerweise aufwändige Prozesse und häufig auch unterschiedliche Lieferanten aus Übersee erforderlich sind, gibt es mit uns bald aus einer Hand und sozusagen vor der Haustür“, fasst Nils Fahrbach von Printoptix zusammen. „Wir sind stolz, mit dem Projekt zur Etablierung von Know-how und Produktionsstrukturen im Bereich Mikrooptik in Europa beizutragen.“

3DPrintoptixMarket wird über einen Zeitraum von drei Jahren durch den European Innovation Council gefördert, Europas Vorzeige-Innovationsprogramm zur Ermittlung, Weiterentwicklung und Verbreitung bahnbrechender Technologien und Innovationen in Europa.

Gründer*in der Woche: young poets – Wine meets Design

Eliah Werner war mehrere Jahre als Brand Director für Procter & Gamble tätig und ist heute Head of Brand and Creative bei Sixt. Im Nebenerwerb hat sich der genussaffine Marketing-Profi dem deutschen Wein verschrieben, die Good Wine GmbH gegründet und young poets ins Leben gerufen. Mehr dazu im Interview mit Eliah.

Wann und wie bist du auf die Idee gekommen, dich mit deiner Leidenschaft zum Wein nebenberuflich selbständig zu machen?
Nach meinem Master in Boston bin ich mit dem kleinsten und günstigsten Mietwagen, einem Chevy Spark, die gesamte Westküste von Vancouver bis San Diego gefahren, habe viele Weingüter besucht und Weinläden gesehen – die Amerikaner sind bei Wein und Craft Beer deutlich progressiver. Dort habe ich viele Winzer getroffen, viel Wein gesehen und getrunken und oft neben großen Trucks in meinem kleinen Auto übernachtet, um Geld für Wein zu sparen . Danach kam ich nach Deutschland zurück, stand vor dem Weinregal im Supermarkt und war verwirrt und gelangweilt. Eigentlich wollte ich für meine Kumpels und mich einfach nur coolen Wein machen – dass es dann mal so groß wird und so viele Menschen erreicht, war nicht der Plan.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zum ersten verkaufsfertigen Wein?
Man muss seine Kund*innen verstehen. Viele Winzer*innen ‚don’t think outside the bottle‘ und fokussieren sich darauf, den besten „Stoff“ zu produzieren, aber denken nicht weiter darüber nach, wie und warum sich die Kund*innen am Ende für den Wein entscheiden.

Ich habe die Kund*innen-Insights genutzt, um das Design zu erarbeiten und dieses auch an meiner Zielgruppe getestet.

Ich habe ‚Neins‘ von vielen Winzer*innen ignorieren müssen, die meinten, ich solle doch lieber weiter Pampers und Gillette Rasierer verkaufen.

Wie hast du dann für dich und young poets passenden Winzer*innen gefunden bzw. aus der mittlerweile großen Menge an tollen jungen Winzer*innen herausgefiltert?
Für young poets habe ich immer preisgekrönte Winzer*innen gesucht, daher waren die Auszeichnungen für beste Jungwinzer*innen immer ein Auswahlkriterium.

Was waren deine Kriterien für die Auswahl der Weinsorten und ggf. auch der Anbauregionen?
Ein weiteres Auswahl-Kriterium war die Bekanntheit der Rebsorte – zugänglich und nicht zu komplex, eher easy, lecker und Spaß sollte sie machen. Gestartet sind wir mit der Anbauregion Württemberg, da ich aus der Nähe von Stuttgart komme. Dann folgte die Pfalz, da ich dort auf eine tolle Jungwinzerin stieß, die offen für neue Wege war und mehrfach für ihre Weine preisgekrönt wurde: Victoria Lergenmüller. Spannend ist jedoch, dass das Konzept die Herkunft übertrumpft – viele Kund*innen außerhalb Württembergs verpönen württembergische Weine. Mittlerweile trinken jedoch viele in ganz Deutschland den young poets Fifty Shades of Grauburgunder oder den Allday Rosé.

Dazu eine kleine Anmerkung: Ich habe mich völlig selbstlos einem Test deiner young poets Weine unterzogen und gebe dir bzw. deinen Kund*innen recht: der Rosé und der Grauburgunder aus Württemberg (ja, auch ich habe die Region jenseits von Trollinger und Lemberger nicht so auf dem Radar) sind echt besonders lecker!

Neotaste: Gutschein-App sammelt 5,9 Mio. Euro in Series A-Runde

Über die 2021 von Hendrik Sander und Tobias Düser entwickelte B2C-Plattform Neotaste können Restaurants exklusive Deals anbieten und Nutzer*innen neue Lokalitäten kennenlernen.

Die Neotaste-Gründer Hendrik Sander und Tobias Düser haben ihre Gutschein-App für Restaurants 2021 auf den Markt gebracht, nachdem sie die Corona-Lockdowns zur Vorbereitung genutzt haben. Die erste Stadt, in der Deals verfügbar waren, war Hannover. Seither haben sie das Konzept nach und nach in zwölf weiteren deutschen Städten ausgerollt, zuletzt kamen Hamburg, München und Frankfurt dazu. Während Abonnent*innen von Angeboten, wie der Aktion „Zwei Hauptgerichte für den Preis von einem“, profitieren, kann sich das Restaurant über Neotaste präsentieren, generiert neue Kundschaft und erhält von den Besucher*innen Bewertungen.

Burda Principal Investments (BPI), der Wachstumskapitalarm des Medien- und Technologie-Unternehmens Hubert Burda Media, führt die aktuelle Finanzierungsrunde von Neotaste an. An der Series A-Runde in Höhe von 5,9 Mio. Euro haben sich zudem bereits existierende Investoren wie Userlane-Gründer Kajetan Uhlig und die Flaschenpost Co-Founder und aktuellen CEOs Niklas Plath und Christopher Huesmann beteiligt.

Julian von Eckartsberg, Managing Director Europe bei BPI: „Neotaste ist in den letzten Monaten stark gewachsen und konnte seinen Umsatz exponentiell steigern. Dies zeugt von der Skalierbarkeit und den starken Netzwerkeffekten, die sie nicht nur zu einem idealen Partner für uns machen, sondern uns auch überzeugen, dass eine Ausweitung des Angebots in weitere deutsche Städte und in den internationalen Markt der nächste logische Schritt ist.“

Hendrik Sander, Co-Founder von Neotaste: „Wir sind sehr stolz, BPI als Lead Investor für unsere neueste Finanzierungsrunde gewonnen zu haben. Es ist ein sehr gutes Zeichen für uns, einen so renommierten und geachteten Investor bereits in dieser frühen Phase unserer Reise dabei zu haben. Die umfangreiche Expertise von BPI in der Entwicklung außergewöhnlicher Verbraucherprodukte, insbesondere im Bereich von Marktplätzen, wird die Vision und Mission von Neotaste noch schneller vorantreiben.“

Coachwhisperer: Fußballer Julian Draxler investiert in Jenaer SportsTech-Start-up

Julian Draxler, der Fußball-Star und Weltmeister von 2014, investiert in das SportsTech-Start-up aus Jena, das das weltweit erste Live-Kommunikationssystem für Trainer und Athleten anbietet.

Julian Draxler hat als international bekannter Fußballspieler, u.a. für die deutsche Nationalmannschaft, Paris St. Germain oder zuletzt Benfica Lissabon viel gesehen und erlebt. Der Weltmeister von 2014 ist aber auch abseits des Platzes sehr engagiert: In seiner langjährigen Tätigkeit als offizieller UNICEF-Ambassador setzt er sich seit 2018 für Kinderrechte ein – eine Herzensangelegenheit für den Familienvater. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen mini-MBA im Bereich Business Administration intensiviert Draxler zunehmend auch sein Engagement im Bereich Start-ups und Leadership, um für seine Karriere danach eine stabile Basis zu schaffen. So ist Draxler bereits in mehrere Unternehmen investiert.

Julian Draxler: „Coachwhisperer liefert einen direkten, smarten und innovativen Mehrwert für Trainer – vor allem in der trainingstaktischen Ausbildung. Als aktiver Profi-Fußballer kann ich mir eine solche Integration in den Trainingsalltag sehr gut vorstellen, die Live-Kommunikation spart wertvolle Trainingszeit und optimiert unmittelbar Lernprozesse auf dem Platz. Darüber hinaus haben mich die Gründer sofort überzeugt – das ist für mich immer noch das wichtigste Kriterium für ein Investment. Gemeinsam mit dem Gründerteam rund um Philipp Zacher, Julien Then und Hendrik Thiedke freue ich mich darauf, die Ideen umzusetzen und bin mir sicher, dass ich mit meiner Expertise einen Beitrag dazu leisten kann.“

Philipp Zacher, CEO von Coachwhisperer: „Wir freuen uns sehr über die Investition von Julian Draxler. Die Zusammenarbeit ist ein Perfect Match. Julian bereichert unser Team durch Einblicke aus Spielersicht und langjährige Erfahrungen im In- und Ausland auf höchstem Niveau. Die Investition ist ein Vertrauensbeweis in unser Unternehmen und das Potential unserer Technologie für den Fußball und alle anderen Sportarten.”

Das Herzstück des 2021 von Philipp Zacher, Julien Then und Hendrik Thiedke gegründete Coachwhisperer ist die “Soundstar” Soundweste, eine Sport-Weste, in der ein kleiner Lautsprecher im Schulterbereich integriert ist, der die Kommunikation von Trainer zu Spieler ermöglicht. Über die innovative "Coach-App" wird die Kommunikation gesteuert: Trainer können direkt Feedback an einzelne Spieler, ausgewählte Gruppen (z. B. Abwehr, Angriff) oder das gesamte Team geben. Darüber hinaus entwickelt die Coachwhisperer GmbH mit dem “LiveHearo” ein sogenanntes Hearable, welches die Spieler im Ohr tragen. Damit soll zukünftig zusätzlich zur Live-Kommunikation die Erhebung wichtiger Vitalparameter wie Herzrate und Sauerstoffsättigung im Blut ermöglicht werden.

Das direkte und diskrete Feedback unterstützt die Athleten bei ihrer individuellen Entwicklung und ermöglicht zudem neue Trainings-Methoden wie z. B. das Coachen aus erhöhter Position. Erste Studien zeigen, dass Spieler Feedback besser verstehen und umsetzen, sich mit ihren Mannschaftskollegen durch die Weste verbundener fühlen sowie dass Trainer überzeugt sind, dass die Spieler ihre Performance mithilfe des Systems langfristig besser steigern können.

QuoIntelligence: Threat-Intelligence Start-up sichert sich 5 Mio. Seed-Finanzierung

Das 2020 von Marco Riccardi in Frankfurt gegründete QuoIntelligence unterstützt Konzerne aus dem DAX, Europäische Banken und Unternehmen und Institutionen aus (KRITIS-)Branchen dabei, ihre Cybersicherheitsstrategie aktuell zu halten.

Die Aufmerksamkeit für Cybersicherheit hat enorm an Bedeutung gewonnen. Gründe dafür sind unter anderem neue Risiken durch flexible Arbeitsplatzmodelle und die sich schnell verändernde geopolitische Lage. Allerdings ist der Entwicklungsstand der Unternehmen im Umgang mit Cyberrisiken sehr unterschiedlich. QuoIntelligence spielt daher eine wichtige Rolle bei der Aufklärung von Unternehmen über die Notwendigkeit von Bedrohungsanalysen (Threat Intelligence) und darüber, wie diese als Teil einer übergreifenden Cybersicherheitsstrategie einen entscheidenden Beitrag zur Maximierung der Cyber-Resilienz und Minimierung von Risiken leisten.

QuoIntelligence ist derzeit in Deutschland, Italien, Spanien und den USA vertreten und hat Kund*innen in der gesamten EU. Das Unternehmen ist bestrebt, sowohl sein Dienstleistungsangebot als auch seine geografische Präsenz zu erweitern. Zu den Kund*innen gehören Unternehmen und Organisationen in kritischen europäischen Bereichen, unter anderem dem Finanz- und Versicherungssektor, Behörden, der verarbeitenden Industrie, der Halbleiterindustrie, dem Einzelhandel und dem Transportsektor.

Die 5 Mio-Finanzierung wurde vom DeepTech VC-Investor eCAPITAL Entrepreneurial Partners (namhafte Portfoliounternehmen im Bereich Cybersecurity sind unter anderem VMRay, Tenzir und Exein) angeführt, weitere private Investor*innen haben sich an der Runde beteiligt. Das zusätzliche Kapital soll zum Ausbau des QuoIntelligence-Teams, zur Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen sowie zur deutlichen Steigerung der Marktreichweite des Unternehmens verwendet werden.

Marco Riccardi, CEO und Gründer von QuoIntelligence: „Da immer mehr Unternehmen die wichtige Rolle von Threat Intelligence für ihre Geschäftsaktivitäten erkennen, ermöglicht uns diese Finanzierung, unser Threat Intelligence-Angebot auszubauen, hervorragende Mitarbeiter zu rekrutieren und unseren Kunden einen echten Mehrwert zu bieten. Durch die nahtlose Integration von Technologie und Talent folgen wir weiter unserer Mission, Europas führender Threat Intelligence-Partner zu werden."

Dirk Seewald, Partner, eCAPITAL: „Threat Intelligence hat einen umfassenden Anwendungsbereich. QuoIntelligence ist als europäischer Anbieter mit einem hoch automatisierten und differenzierten Service, der nicht nur große Unternehmen erreicht, sondern auch den riesigen Markt des Mittelstands erschließt, einzigartig positioniert. Wir sind von den Zukunftsaussichten des Unternehmens begeistert und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Team.”

Ari Bizimis, Gründungsinvestor von QuoIntelligence: „Als Gründungsinvestor begrüßen wir eCAPITAL als führenden deutschen VC-Investor im Bereich Cybersecurity. Wir sind davon überzeugt, dass die jahrelange Erfahrung von eCAPITAL bei der Skalierung von Cybersicherheitsunternehmen eine entscheidende Rolle bei der Förderung des signifikanten Wachstums von QuoIntelligence spielen wird. Mit dieser Partnerschaft sehen wir den Aufstieg von QuoIntelligence zum führenden Anbieter von Threat Intelligence in Europa in den kommenden Jahren."

JvM START: „Mit RBF schließen wir die Kapitallücke für Markenarbeit“

Jung von Matt ist bekannt für seine ausgefallenen Marketingideen. Mit dem Programm JvM START sucht die Kreativagentur die Nähe zu Start-ups und wird selbst zu einem. Mehr dazu im Interview mit Paul-Christian Brenndörfer und Simon Knittel, JvM START.

Mit JvM START richten Sie sich an Start-ups, denen es an Marketing-Know-how fehlt. Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Programm?

Brenndörfer: Insgesamt sind Markenarbeit, Branding und Marketingstrategie für frühphasige Start-ups entscheidend, um sich im Markt zu differenzieren, den Wert des Unternehmens zu steigern und langfristig erfolgreicher zu sein. Unser Ziel ist es, möglichst früh die richtige Basis zu schaffen und dadurch die Branchenführer von morgen bereits heute als Kunden und Partner zu gewinnen.

Mit welchen Start-ups arbeiten Sie bislang bei JvM START zusammen und wie sehen die weiteren Pläne aus?

Brenndörfer: Wir haben bereits erfolgreich Early Stage-Start-ups aus den Bereichen Digital Health, Spirituosen, Kosmetik, Agrar, Legaltech, Bildung und aus dem Foodbereich aufgebaut. Dabei haben wir eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Brand- und Marketingstrategien für diese Start-ups gespielt.

Knittel: Ob Brand Design, Creative Platform oder Kampagne – für uns geht es darum, gemeinsam zu wachsen und den Gedanken des trojanischen Pferdes und der im besten Sinne „merkwürdigen“ Lösung Start-ups näherzubringen.

Das Programm basiert auf dem Revenue Based Financing (RBF)-Modell. Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden und welche Vorteile sehen Sie darin für Start-ups sowie auch Corporates?

Knittel: Junge Start-ups brauchen Markenarbeit, um erfolgreich zu wachsen – ihnen fehlt aber oft das Geld. Mit RBF schließen wir diese Lücke. Die Agenturleistungen werden hier – zuzüglich eines Risikoaufschlags – über die Umsätze der Start-ups vergütet. Damit sind wir indirekt erfolgsbeteiligt: Wenn das Unternehmen hohe Umsätze erzielt, erhöht sich die Rückzahlungsgeschwindigkeit. Diese flexible Struktur entlastet Start-ups – leicht messbar und ohne Equity-Implikationen. Andersherum ermöglicht es uns, vom Erfolg unserer Arbeit schneller zu profitieren.

Brenndörfer: Uns ist es dabei wichtig, zu betonen, dass wir RBF nicht als Musterlösung für jedes Start-up sehen. Wir bieten unsere Leistungen deshalb auch in kleinen, einzeln abrechenbaren Bausteinen an – denn jedes Start-up ist anders. Und um einen echten Mehrwert zu schaffen, muss nicht nur die Marke individuell betrachtet werden, sondern auch die passende Finanzierungsoption.

Sie investieren über den Venture Capital-Fonds in B2C-Start-ups. Was raten Sie Corporates, die diesen Weg als Zugang zu Innovationen einschlagen möchten?

Knittel: JvM START wurde genau aus diesem Grund ins Leben gerufen: Eine Investition ist noch lange keine Innovation. Es braucht mehr, um in der Start-up-Szene Relevanz zu gewinnen und somit den Zugang zu den Ideen von morgen zu bekommen.

Brenndörfer: Deshalb ist JvM START immer wieder vorne mit dabei, um Initiativen zu etablieren, wie das German Brand Ranking, Brand Camp und RBF. So wollen wir bei JvM START Start-ups unterstützen, relevante Marken aufbauen, innovative Ideen fördern – und selbst Teil davon sein. Wir sind davon überzeugt, dass es eben diesen ganzheitlichen Ansatz braucht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Janine Heidenfelder, Chefredakteurin VC Magazin

Vorsicht, Gründer*innen-Abzocke

Kein Einzelfall: Betrüger*innen nutzen die im Handelsregister hinterlegten Informationen, um Neugründer*innen auf dem Postweg mit gefälschten Schreiben um viele hundert Euro zu erleichtern.

Den Start in die Selbständigkeit hatte sich Brittany Posey-Thomas anders vorgestellt: Gleich nach der Anmeldung ihres Unternehmens kam postwendend die erste Rechnung - mit dem angeblichen Absender Landgericht Düsseldorf. Für die Aufnahme ins Handelsregister seien 692 Euro fällig. Was die Betrüger*innen nicht wussten: Die US-Amerikanerin Posey-Thomas arbeitet in ihrem Hauptjob beim Cybersafety-Spezialisten Gen, zu dem unter anderem die Marken Norton, Avira und Avast gehören. „Zwei Dinge kamen mir gleich komisch vor“, erinnert sich die Unternehmensgründerin. „Erstens war das Zahlungsziel von fünf Werktagen erstaunlich kurz. Zweitens war das Konto, auf das ich überweisen sollte, in Litauen.“

Lukratives Geschäftsmodell für Kriminelle - auf dem Silbertablett serviert

Laut Statistischem Bundesamt gab es im Jahr 2022 insgesamt rund 673.500 Gewerbeanmeldungen. Daraus ergibt sich für Kriminelle ein lukratives Geschäftsmodell – besonders wenn sie es auf Hinzugezogene abgesehen haben, die mit den Verfahren der deutschen Behörden nicht vertraut sind und sich womöglich nicht trauen, Nachfragen zu stellen. Sprachbarrieren kommen gegebenenfalls noch hinzu. Aber woher wussten die Betrüger*innen von Brittany Posey-Thomas geplanten Nebenerwerbsgründung Sarah Uhlfelder, VP EMEA bei NortonLifeLock, erklärt das so: „In Deutschland sind alle Neuanmeldungen im Handelsregister für jeden frei einsehbar. Menschen mit krimineller Energie durchforsten die Einträge systematisch und bekommen Namen, Adressen und erste Informationen auf dem Silbertablett serviert. Mit falschem Briefkopf schreiben sie Neugründer*innen und Gründer an und hoffen auf eine schnelle Überweisung. Online- und Offline-Kriminalität verschmelzen so – statt E-Mail, WhatsApp oder Computerangriff, haben es Kriminelle auf Unternehmensgründer*innen auf dem klassischen Postweg abgesehen.“ Gerade Entrepreneure in Städten wie Düsseldorf, Stuttgart oder München sind besonders im Visier der Kriminellen.

Nochmal alles gut gegangen

Zwei Tage nach Erhalt des falschen Schreibens vom Amtsgericht erhielt Brittany Posey-Thomas schließlich den echten Brief vom Amtsgericht. Rechnungsbetrag: 40 Euro, da ein Teil der insgesamt 226,67 Euro bereits beglichen waren. Diesmal mit 14 Tagen Zahlungsziel und IBAN aus Deutschland. „Ehrlich gesagt, hätte ich das Geld um ein Haar nach dem ersten Brief einfach überwiesen. Einmal nicht aufgepasst – und schon wären fast 700 Euro weg. So ist noch einmal alles gut gegangen.“

WERK1: Auf dem Weg in die Top Ten der weltbesten Tech-Gründerzentren

Gestern feierte das WERK1, „der Start-up-freundlichste Ort in München“, sein zehnjähriges Bestehen als Start-up Inkubator, Coworking Spaces, Café, Event-Location und seit neuestem Coliving-Space für TechStart-ups.

Das WERK1, zentral gelegen im Werksviertel-Mitte am Ostbahnhof, ist nicht nur laut eigenem Motto „der Start-up-freundlichste Ort in München“. Hier finden seit zehn Jahren digitale Game Changer top Bedingungen, um ihre unternehmerischen Visionen zu verwirklichen. Mit Start-up Inkubator, zwei Coworking Spaces, Café, Event-Flächen und einer Vielzahl von Veranstaltungen hat sich das WERK1 als eine der zentralen Anlaufstellen für digitale Unternehmen in München etabliert. Anlass genug, die zehnjährige Erfolgsstory, aus der zahlreiche namhafte Start- und Scale-ups hervorgegangen sind, zu würdigen und zu feiern.

WERK1.4 - das erste Coliving-Konzept für Start-ups in München

Ein weiterer Grund zum Feiern: Mit dem neuen Gebäude WERK1.4 hat das WERK1 im Sommer 2023 seine Flächen auf über 10.000 qm erweitert und das erste Coliving Konzept für Start-ups in München eröffnet.

Der Münchner Mietmarkt ist einer der härtesten Deutschlands, wenn nicht Europas. Dies wirkt sich logischerweise auch auf die Suche nach qualifizierten Mitarbeitenden aus – denn wo kein Wohnraum, da kein Zuzug neuer Arbeitskräfte. Mit dem neuen Coliving unterstützt das WERK1 seit Juni dieses Jahres Start-ups dabei, Mitarbeitende aus der ganzen Welt unkomplizierter nach München zu bringen. Das WERK1.4 Coliving umfasst 63 moderne Apartments, die auf kleinstem Raum alles bieten, was man zum Leben und Durchstarten in der Münchner Start-up-Welt braucht: Zentral gelegen, flexibel buchbar von ein bis sechs Monaten und mit direktem Anschluss zur großen WERK1 Community und der Gründerszene Münchens.

AATec Medical: Münchner BioTech-Start-up sichert sich 2,7 Mio. Euro zum Start

AATec Medical entwickelt eine Produktplattform auf der Basis von rekombinantem Alpha-1-Antitrypsin (AAT) zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen, viraler Infektionen und seltener Krankheiten.

Die Finanzmittel – eingebracht von Privatinvestoren, Branchenexperten und Family Offices – werden verwendet, um AATec‘s Technologie zu skalieren, das Team um die Gründer Dr. Rüdiger Jankowsky, Dr. Karsten Ottenberg und Dr. Manfred Stangl zu erweitern und die klinische Entwicklung des ersten Produktkandidaten, ATL-105, einer innovativen Formulierung für die inhalative Behandlung von Atemwegserkrankungen, für den Start im Jahr 2024 vorzubereiten.

Alpha-1-Antitrypsin (AAT) ist ein humaner Serinproteaseinhibitor (SERPIN), der für den Schutz von Gewebe vor Schädigung durch Proteasen zuständig ist. AAT hat ausgeprägte immunmodulatorische Eigenschaften und weist durch die Bindung an pro-inflammatorische Zytokine und zielgerichtete Proteaseinhibition eine breite entzündungshemmende und antivirale therapeutische Wirkung auf. Derzeit werden AAT-Produkte nur für die Substitutionstherapie bei der AAT-Mangelerkrankung, einem schweren genetischen Defekt, eingesetzt. Diese AAT-Produkte werden ausschließlich aus menschlichem Blutplasma hergestellt, weshalb sie eine knappe und teure Ressource darstellen.

AATec hat eine industrielle Herstellung von rekombinantem AAT mit hoher Ausbeute entwickelt und das therapeutische Konzept in mehreren präklinischen Modellen für entzündliche Lungenerkrankungen und virale Infektionen der Atemwege erfolgreich validiert. Die Technologie des Unternehmens ist durch ein Patentportfolio abgesichert und basiert auf Forschungsarbeiten der Mitgründer Dr. Manfred Stangl, Leiter der Nieren- und Pankreastransplantation am Klinikum der Universität München und Chief Scientific Officer von AATec, und Dr. Michael Strassmair, Leiter der Abteilung für Handchirurgie am Manus Sana Krankenhaus in Starnberg/München und Chief Medical Officer von AATec. Die verfügbare breite Datenlage ermöglicht den baldigen Start der klinischen Entwicklung; das Unternehmen strebt den Beginn der ersten klinischen Studie in der ersten Hälfte des Jahres 2024 an.

AATec wird sich zunächst auf die Entwicklung der AAT-Produktplattform für die Behandlung von entzündlichen Atemwegserkrankungen konzentrieren, einschließlich des akuten Atemnotsyndroms (Acute Respiratory Distress Syndrome, ARDS), viraler Atemwegsinfektionen und des allergischen Asthmas. Die langfristige F&E-Strategie umfasst weitere Anwendungsbereiche wie Transplantation, AAT-Mangel und systemische entzündliche Erkrankungen.

Dr. Rüdiger Jankowsky, Mitgründer und CEO von AATec, sagte: "Ich bin begeistert vom enormen therapeutischen Potenzial von Alpha-1-Antitrypsin, das durch unsere präklinische Forschung validiert wurde. In Kombination mit innovativer Inhalationstechnologie werden wir einen entscheidenden Unterschied in der zukünftigen Behandlung von Entzündungs- und Infektionskrankheiten machen. Unser schlanker Entwicklungsansatz, der von unserem Expertenteam umgesetzt und von renommierten akademischen Experten und Industriepartnern unterstützt wird, ermöglicht ein effizientes Vorgehen, so dass wir klinische Studien voraussichtlich im Jahr 2024 beginnen können."

Dr. Karsten Ottenberg, Mitbegründer von AATec und Beiratsvorsitzender, fügte hinzu: "Wir entwickeln AATec Medical mit der Vorstellung, dass Alpha-1-Antitrypsin das Potenzial für eine globale gesellschaftliche Wirkung hat. Es kann den hohen medizinischen Bedarf für eine Reihe von schweren Krankheiten adressieren, einschließlich der Herausforderungen durch heutige endemische und potenziell pandemische Viruserkrankungen. Ich freue mich sehr, dass wir ein erfahrenes Managementteam unter der Leitung von CEO Rüdiger Jankowsky gewinnen konnten, das über umfassende Erfahrungen in der Führung von Start-up-Unternehmen und der kompletten biopharmazeutischen Produktentwicklung verfügt."

Gründer*in der Woche: SafeSpace – einfach sicherer unterwegs

Die Schülerinnen Nour Idelbi und Joline Reker haben mit SafeSpace eine App entwickelt, die ihre Nutzer*innen sicher auf dem Weg nach Hause begleitet. Die Anwendung arbeitet mit einem Ampelsystem und ist leicht zu bedienen. Mehr dazu im Interview mit Nour.

Wann und wie bist du zusammen mit Joline auf die Idee zu SafeSpace gekommen?

Die Idee entstand tatsächlich aus dem unwohlen Gefühl während des Heimwegs. Vor allem Frauen kennen das: Es ist dunkel, die Straße ist nicht gut beleuchtet und man hat einfach das Bedürfnis, mit jemandem sprechen oder telefonieren zu müssen, um sich sicher zu fühlen. Mit SafeSpace wollen wir genau das ermöglichen.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Idee bis zur fertigen App?

Zuerst musste ein Team gefunden werden. Besonders witzig ist dabei, dass Joline und ich uns über TikTok getroffen haben. Danach haben wir unsere damals schon relativ große Community auf TikTok nach ihrer Meinung zum damaligen App-Konzept gefragt. Vieles kam richtig gut an, vieles auch nicht so gut, also haben wir das Konzept mehrmals überarbeitet, bis wir uns dann mit einer Freelancer-Agentur zusammengesetzt haben und die App programmieren ließen.

Wie habt ihr diese Entwicklungsphase finanziell gestemmt?

Wir haben 2021 an der bundesweiten Challenge von Startup Teens teilgenommen – und leider nicht gewonnen. Wir haben dann ein Jahr lang intensiv an unserer Idee gearbeitet und konnten 2022 schließlich 10.000 Euro Preisgeld gewinnen. Damit konnten wir nicht nur unsere App, sondern später auch unser großes Release–Event finanzieren.

Habt ihr weitere Unterstützer*innen und Mentor*innen für euer Projekt finden können?

Wir sind Teil der GoDaddy “GoTeam”-Initiative, die gezielt Gründer*innen aus der GenZ unterstützt. Bekannte Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen beraten Gründer*innen in Fragen rund um Unternehmensgründung und -entwicklung. Wir haben im Rahmen von GoTeam beispielsweise unseren Markenauftritt aufgebaut und unseren Webauftritt mit einer Baukasten-Lösung entwickelt.

Besonders toll ist, dass wir durch GoDaddy plötzlich überall in den sozialen Medien sichtbar waren, auf Youtube und Instagram beispielsweise. Dadurch haben wir viel Feedback bekommen und wir konnten zahlreiche Menschen für unsere Idee begeistern – das wäre uns ganz alleine wahrscheinlich nur viel langsamer gelungen.