Gründer der Woche: Studitemps – ein HR-Tech trotzt der Krise

Gründer der Woche 28/20


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Wie Studitemps, Deutschlands größter Personaldienstleister für Studierende und Human Cloud Anbieter, die aktuelle Krise meistert.

Die Corona-Krise hat viele Branchen hart getroffen. Unter anderem hatte auch die HR-Branche mit der plötzlich veränderten Nachfrage nach Arbeitskräften zu kämpfen. In einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes iGZ beispielsweise schätzen 35 Prozent der befragten Personaldienstleister die Corona-Krise als existenzbedrohend ein. Davon meldeten 40 Prozent einen Beschäftigungsausfall von bis zu 100 Prozent.

Doch nicht alle Personalvermittler kämpften sich durch die Krise. Eine starke Digitalisierung eröffnet die Möglichkeit, sich schnell und flexibel anzupassen. Ein Beispiel dafür ist Studitemps.

Das Kölner Unternehmen beschäftigt monatlich 8.000 bis 10.000 Studierende bei 3.000 Arbeitgebern. Sie konnten den Handel, die Logistik sowie den E-Commerce in Zeiten von großem Personalbedarf schnell und flexibel unterstützen. So konnte Studitemps sich völlig neue Branchen erschließen, während Aufträge von stark geschwächten Branchen in großen Teilen storniert wurden. „Zeitweise haben wir täglich 50.000 Stunden neu besetzt und mussten gleichzeitig 20.000 Stunden stornieren", berichtet Studitemps-Mitgründer Benjamin Roos.

Der schnelle Wechsel auf systemrelevante Branchen war für den Personalvermittler daher überlebensnotwendig. Studierende trugen maßgeblich dazu bei, dass in der Hochphase der Krise im März und April die Grundversorgung aufrecht erhalten werden konnte. Studitemps konnte hier einen enormen Beitrag leisten. So wurden im März 57.000 Stellen im Lebensmitteleinzelhandel sowie in der Logistik und Warenversorgung durch den Personaldienstleister mit Studierenden besetzt.

Zeitgleich entwickelt sich Studitemps nun weiter zu einer digitalen Plattform für flexible Arbeit. Das Unternehmen hat Anfang Juni eine komplett neue App auf den Markt gebracht. In dieser App können sich Studierende nun als kompletten Self-Service in Schichten einbuchen und erhalten anschließend automatisiert den Arbeitsvertrag. Dies ist in Krisenzeiten eine wichtige Weiterentwicklung, um auf die schnellen und flexiblen Bedürfnisse der Studierende und Unternehmen einzugehen. Damit hebt Studitemps nach eigenen Angaben die klassische Personaldienstleistung auf das Marktplatzlevel.

Im Interview spricht Studitemps-Gründer Benjamin Roos darüber, wie er die Krise erlebt hat, welche Erkenntnisse er aus den Geschehnissen schöpft und was er anderen Unternehmerinnen und Unternehmern rät.
 

Wie hast du die aktuelle Krise erlebt?


Ich erlebte die Krise als Wechselbad der Gefühle. Anfangs hatte ich große Sorgen, da viele Kunden aus unseren Kernbranchen bspw. am Flughafen, im Mode- oder Technik-Einzelhandel schließen mussten und somit auch keine Studierenden durch uns mehr benötigten. Wir mussten blitzschnell reagieren und die Studierenden in anderen Branchen wie dem Lebensmitteleinzelhandel einsetzten. Das war eine wahnsinnig couragierte Leistung, alle haben mit angepackt. Auch die Zusammenarbeit intern und mit Kunden und Studierenden hat trotz Home-Office überraschend gut funktioniert.

Wie hat es ggf. das Geschäftsmodell verändert bzw. erweitert?


Branchen, die vom Lockdown betroffen waren, haben alle Studierende abbestellt, dazu gehörten beispielsweise Flughäfen, Kitas und der Einzelhandel. Gleichzeitig kamen in der Krise aber andere Branchen auf uns zu, so wie der LEH, E-Commerce- und Logistikunternehmen. Das hat es uns möglich gemacht, neue Rahmenverträge mit namhaften Kunden zu schließen, bei denen der Bedarf plötzlich größer war. Die Krise hat auch dafür gesorgt, dass sich systemrelevante Branchen stärker mit unserer Dienstleistung und ihren Vorteilen auseinandergesetzt haben.

Welche Learnings habt ihr aus der Krise gezogen?

Mit der Krise gingen einige Lektionen einher. Zum einen haben wir festgestellt, dass die Arbeit von zu Hause in vielen Abteilungen sehr gut funktioniert. Gleichzeitig wurde deutlich: Wir müssen uns noch breiter aufstellen, was unsere Kundenbasis betrifft. Wir fokussieren uns jetzt nicht mehr nur auf den Lebensmitteleinzelhandel, die Logistikbranche oder die Kundenbetreuung, sondern auch auf die Pharmabranche, den Bereich Healthcare und die Produktion.

Es hat sich gezeigt, dass Schnelligkeit und Flexibilität die Schlüssel sind, um in Zukunft erfolgreich zu sein. Und dies erreichen wir indem wir unsere Dienstleistung zukünftig als digitale Plattform für flexible Arbeit anbieten über die App. Hier können sich Studierende ab sofort einfach selbst in Schichten eintragen, ohne dass im Hintergrund noch manueller Aufwand betrieben werden muss.

Was sind eure kommenden unternehmerischen Vorhaben?

Wir möchten nun unsere langjährige Erfahrung nutzen, um die Personalvermittlung solide und nachhaltig zu digitalisieren. Daher haben wir nun die App und das Unternehmesportal auf den Markt gebracht. Künftig soll die Jobsuche für Studierende so einfach wie möglich sein. Langfristig sollen sie mit nur einem Klick zum Job kommen. Gleichzeitig sollen Unternehmen so schnell wie möglich flexible Aushilfskräfte finden. Wir möchten den Markt für Personaldienstleister umkrempeln und einfacher machen.

Zukünftig wollen wir auch Young Professionals stärker in den Fokus rücken, denn wir beobachten, dass gerade durch die Krise Unternehmen verhaltener neue Mitarbeiter fest und unbefristet einstellen. Zeitarbeit kann hier für viele Absolventen das Sprungbrett sein, um einen Fuß in die Tür zu bekommen, sich zu beweisen und dann fest übernommen zu werden. Schließlich stellen projektbezogene Tätigkeiten ein gutes Instrument für Unternehmen dar, bei denen das Geschäft wieder anzieht, sie daher Personal brauchen, aber noch nicht sicher sind, ob es sich eventuell nur um ein Strohfeuer handelt. Wir können hier unterstützen, denn wir bauen über die gesamte Studienzeit ein starkes Vertrauen und Wissen zu den späteren Absolventen auf.

Last but not least - was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern, wie es nach der Krise weitergehen soll?

Da fällt mir als erstes ein Bild aus dem Rennsport ein, das es treffend beschreibt: Bei trockener Strecke und strahlendem Sonnenschein ist es schwer, die vor einem fahrenden Fahrzeuge zu überholen. Bei Regen und schlechter Sicht  gibt es jedoch durchaus die Möglichkeit, vom letzten Rang ganz nach vorne zu preschen. Die Krise gibt die Möglichkeit, alles erneut auf den Prüfstein zu legen, jede getroffene Entscheidung der letzten Jahre zu reflektieren und dadurch die Effizienz nochmal deutlich zu erhöhen. Veränderungen fallen jetzt leichter, weil jeder die Notwendigkeit hierfür besser versteht und begreift.

Und auch in der Krise gilt es, ums Eck zu denken, den einen Schritt voraus zu sein, um zu wissen, was man zum Fortschritt beitragen kann. Wenn keiner mehr zum Shoppen in die Läden geht, steigt der Bedarf im E-Commerce. Wenn ich nicht mehr in den Urlaub fliegen kann, mache ich eine Fahrrad- oder Campingtour und benötige ein neues Rad oder einen Camper bzw. Equipment. Und wenn beispielsweise die Mehrwertsteuer gesenkt wird, braucht man das nötige Personal, um alles umzuetikettieren.

Es wird nie nichts benötigt, die Frage ist, was jetzt gerade gebraucht wird – an diesen Bedarf muss man sich schnell anpassen können, ein ist ein hoher Grad an Flexibilität gefragt.

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Kölner PropTech aedifion sammelt 12 Mio. Euro ein - europäische Marktführerschaft angestrebt

Das 2017 von Felix Dorner, Dr.-Ing. Johannes Fütterer, Dr. Jan Henrik Ziegeldorf und Erik Brümmendorf gegründete PropTech-Unternehmen aedifion hat 12 Millionen Euro in einer Series-A-Runde von neuen und Bestandsinvestoren eingesammelt.

Aedifion wurde 2017 aus einem führenden Forschungsinstitut für Gebäudetechnik an der RWTH Aachen ausgegründet und nimmt an mehreren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Forschungsprojekten anderer Hochschulen und Forschungseinrichtungen teil. Mit der Cloud-Software von aedifion können Verwalter*innen und Inhaber*innen gewerbliche Gebäude einfacher und digitaler betreiben – und sie effizienter und damit auch deutlich klimafreundlicher machen. Bis zu 40 Prozent – im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent – kann der Energiebedarf für das Heizen und Kühlen von Gebäuden durch Optimierung der Abläufe gesenkt werden, wie das Unternehmen selbst in zahlreichen veröffentlichten Case Studies darlegt.

Lead-Investoren der überzeichneten Runde sind der auf Climate-Tech spezialisierte Berliner Wagniskapitalgeber World Fund und die Technologie- und Investmentplattform BeyondBuild für die Bau- und Immobilienbranche unter Beteiligung des Family Offices der SAP-Gründerfamilie Hopp. Zu den weiteren Investoren zählen Bauwens, Drees & Sommer und MOMENI Ventures. Auch die Bestandsinvestoren BitStone Capital und Phoenix Contact Innovation Ventures investieren in dieser Runde erneut.

Smarte Gebäude als Teil des Energiesystems

Das frische Kapital will aedifion unter anderem für die Erweiterung der Produktpalette nutzen und die europäische Marktführerschaft anstreben. „Wir wollen Gebäude zu einem Teil des Energiesystems der Zukunft machen“, sagt Gründer und CEO Johannes Fütterer. „Dank Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz können Gebäude zum Teil der Energiewende werden – als virtuelle Kraftwerke, die Teil eines smarten Netzes sind.“

Eine künstliche Intelligenz, die beispielsweise Heizungsanlagen vorausschauend steuert, nutzt dafür zahlreiche Daten vom Wetter bis zur per Software ermittelten thermischen Kapazität des Gebäudes. „So können die Wärmepumpen dann eingeschaltet werden, wenn der Strompreis günstig ist.” Gerade wenn viele Immobilien so gebündelt smart gesteuert werden, spart das nicht nur Emissionen und Geld, sondern dient auch der Stabilität des Stromnetzes insgesamt. „Das ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende, denn mit mehr Sonne und Wind im Netz schwankt auch das Stromangebot", sagt Fütterer.

Darüber hinaus bietet die Cloud-Software Eigentümer*innen, Verwalter*innen, Facility-Manager*innen und Ingenieurbüros zahlreiche digitale Werkzeuge zur Optimierung und Regelung von Gebäudetechnik.

Einsparpotenzial: 10 Millionen Tonnen CO2

Die Software arbeitet unabhängig davon, welche Gebäudetechnik verbaut ist, und kann über offene Schnittstellen mit anderen Anwendungen kommunizieren. Das Potenzial ist groß: Allein in Deutschland gibt es 2,7 Millionen gewerbliche Gebäude mit rund 1,35 Milliarden Quadratmeter Nettogrundfläche. Damit könnten mehr als 10 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr nur durch den Einsatz der Cloud-Plattform eingespart werden. „Bürogebäude sind für 6,6% der globalen CO2-Emission verantwortlich und bieten damit gleichzeitig ein riesiges Potential für den Klimaschutz”, sagt World-Fund-Investment-Manager Mark Windeknecht. „aedifion ist ein exzellentes Deep-Tech-Beispiel, das zeigt, wie Klimaschutz und Kostenersparnisse per Software skaliert werden können.“ Alexander Reichhuber, Managing Partner bei BeyondBuild, ergänzt: „Wir sind der festen Überzeugung, dass aufgrund der gebotenen Dringlichkeit bei der Erreichung der Klimaziele ein effizientes Optimieren vor einem zeitaufwendigen Transformieren von Gebäuden unausweichlich ist. aedifion spielt hierbei mit ihrer Technologie eine Schlüsselrolle.“

CamperBoys sichern sich Millionenbetrag zur Expansion

Der Helvetia Venture Fund erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an der Campervermietung CamperBoys und legt damit den Grundstein für weitere Entwicklungen.

CamperBoys entsprang 2016 nicht nur dem Freiheitsdrang der beiden Gründer Andreas Mall und Paul Pizzinini, sondern auch ihrem Wunsch, die unvergesslich individuellen Reisemomente des Vanlifes für mehr Menschen zugänglich zu machen. Aus einem Traum und einem alten Wohnmobil wuchs schnell ein vielfältiges Team voller Tatendrang und eine Flotte aus 700 Fahrzeugen, die an sechs Standorten in Deutschland mietbar sind. Mithilfe von intern entwickelten Software-Tools setzt das junge Team Maßstäbe in der digitalen Customer Journey und erleichtert seinen Kund*innen zudem mit einem persönlichen Routenservice die Reiseplanung.

“Mit der Beteiligung an CamperBoys investiert der Helvetia Venture Fund in einen bei der Kundschaft sehr beliebten Anbieter für Camper-Miete im deutschen Markt und erhält so die Chance, aus erster Hand mehr über die sich verändernden Bedürfnisse von Urlaubern und ihre Freizeitaktivitäten, die sich während der Pandemie noch stärker und schneller gewandelt haben, zu lernen”, erklärt Stefano Saeger, Principal bei Helvetia Venture Fund.

Aus Sicht des Gründer-Duos war das Investment des Helvetia Venture Fund auch auf persönlicher Ebene ein Volltreer: “Eine freundschaftliche, wertschätzende und dennoch sehr ambitionierte Unternehmenskultur ist der wesentliche Treiber für den Erfolg von CamperBoys. Mit dem Helvetia Venture Fund konnten wir einen starken Partner gewinnen, der diese Werte teilt und uns mit seinem langfristigen Horizont begleiten kann.”

Mit den neuen Mitteln will CamperBoys die Expansion in neue Städte und den Ausbau des Produktportfolios vorantreiben. Sowohl in Frankfurt als auch in Weilheim an der Teck werden bald weitere Standorte eröffnet. Zudem werden die ersten Elektrocamper in die Flotte aufgenommen: Der VW ID Buzz mit eingebauter Campingaustattung soll neue Möglichkeiten für nachhaltigeres Reisen eröffnen.

DEM - Deutsche E Metalle AG sichert sich 8 Mio. Euro zur Rohstoff-Gewinnung

Die derzeit einzige deutsche "Junior Mining Company für kritische Rohstoffe" DEM - Deutsche E Metalle AG aus Dresden sammelt in einer ersten öffentlichen Finanzierungsrunde 8 Mio. Euro ein.

Bei der 2021 in Dresden gegründete DEM - Deutsche E Metalle AG laufen bereits zwei DEM-Projekte: Ein Joint-Venture in den argentinischen Anden zur Gewinnung von Lithium sowie der Aufbau eines Projekts für Seltene Erden in der Provinz Buenos Aires. Die hierfür notwendigen Investitionen lassen sich jedoch nicht mit dem vorhandenen Kapital der DEM und seiner drei Gründeraktionäre stemmen. Daher strebte das Start-up eine Kapitalerhöhung an.

Investorensuche für die Rohstoff-Gewinnung

Im November 2022 startete der Vorstand gemeinsam mit Rainer Witt von der intelligentis die Investorensuche. Es galt, immerhin acht Millionen Euro zu akquirieren. Die ebenfalls aus Dresden stammende intelligentis verfügt über ein großes Netzwerk potenzieller Investoren – denn seit Jahren sucht das Team um Rainer Witt als „externe M&A-Abteilung“ für Investoren und Unternehmer das passende Wunschinvestment sowie für Start-ups und andere spannende Unternehmen die passenden Investoren. Einerseits sprachen die Spezialisten strategische Investoren für die DEM an, die für ihre Unternehmen Rohstoffe sichern wollen. Aber auch Fonds-Gesellschaften und andere Investoren wurden kontaktiert, die von den guten Wertsteigerungsaussichten profitieren wollen.

Zwei Akquise-Phasen - viele Interessenten

In einer ersten Akquise-Phase ging das Team mit der Unternehmensstory und einem ‚Fact Book‘ auf Investorensuche. „intelligentis hatte die richtigen Zugänge zu Investoren und Portalen, um eine erfolgreiche Akquise durchzuführen“, sagt Dr. Zauner. Sobald ein gefestigtes Interesse vorlag, erhielten die potenziellen Anteilseigner in der zweiten Phase Zugang zu einem eigens erstellten Datenraum mit allen nötigen Zahlen und Unterlagen. „Schnell stießen wir auf ein großes Interesse bei den Investoren und Unternehmen“, erzählt Rainer Witt. Bis Ende Februar 2023 können sie ihre Investition tätigen. Zugesagt haben bereits ein ‚Family Office‘, das das private Vermögen einer Eigentümerfamilie verwaltet, sowie mehrere strategische Investoren aus der Automotive-Branche und private Investoren, die die Story der DEM einfach spannend finden.

Eigene Unternehmensbewertung bestätigt

Unter Federführung der intelligentis war die DEM von der Gründung an klar, transparent und systematisch aufgestellt. „Rainer Witt als Start-up-Experte brachte hier sehr viel Know-how ein“, erinnert sich Dr. Micha Zauner. „Wir hatten dann direkt vor der Investorensuche zusammen mit der intelligentis eine eigene Bewertung unserer DEM vorgenommen, die sich auch an angelsächsischen börsennotierten Unternehmen orientiert. Diese wurde später in den von den Interessenten durchgeführten, sehr intensiven Prüfungen im Rahmen der Due Diligence weitestgehend bestätigt.“

Entwicklung hin zum Börsengang geplant

Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung legt die DEM gleichzeitig die Basis für ihre weitere Wachstumsgeschichte: Denn die Aktiengesellschaft will sich im Zuge der Welle der Elektromobilität zu einem der ‚Global Player‘ bei E-Materials für E-Mobility entwickeln. Dafür ist in wenigen Jahren ein Börsengang geplant. Nach Überzeugung von Vorstand Dr. Micha Zauner sind die benötigten strategischen und kritischen Rohstoffe – wie Lithium, Kobalt, Seltene Erden, Mangan, Kupfer und Graphit – aktuell nicht ansatzweise ausreichend vorhanden. Die enorme Verknappung führt bereits heute zu Verteilungskämpfen zwischen den Industrienationen und natürlich zu signifikant steigenden Preisen und Bewertungen von Projekten.

Das Fehlen dieser kritischen Rohstoffe hat jedoch erhebliche Folgen für die Wirtschaft und die nationale Sicherheit eines Landes. Deshalb entwickelt und finanziert die DEM aussichtsreiche Projekte weltweit, um die Rohstoffe für die deutsche Wirtschaft nutzbar zu machen. „Wir dürfen in Deutschland nicht weiter zuschauen, wie sich andere Nationen – allen voran China und die USA – die Rohstoffe sichern. Deutsche Investoren und Unternehmen müssen Venture Capital in die Hand nehmen, um einen guten Teil der Rohstoffe für die deutsche Industrie zu sichern. Denn unser Wohlstand fußt nicht zuletzt auf Rohstoffen, da sie am Beginn der Wertschöpfungskette stehen“, so der Vorstand.

Aufweichung europäischer Datenschutz-Standards befürchtet

Gaël Duval, Begründer des Google-freien Android-Betriebssystems e/OS/ und des datenschutzfreundlichen Smartphoneherstellers Murena, sieht anlässlich des europäischen Datenschutztages am 28. Januar die Gefahr einer Aufweichung der hohen Datenschutz-Standards in Europa.

“In den vergangenen Monaten haben die Versuche zugenommen, die hohen Standards, mit denen sich Europa zurecht von Ländern wie den USA unterscheidet, infrage zu stellen. Den Anlass lieferte zum Beispiel die konsequente Linie der deutschen Datenschutzkonferenz (DSK), Microsoft 365 und Dienste wie Microsoft Teams als nicht rechtssicher zu bewerten. Die Empörung von “Big Tech” wurzelt in der Sorge um das eigene Geschäftsmodell, sollte uns als Gesellschaft aber nicht in Versuchung bringen, solchen Forderungen nachzugeben. Es sind die Hersteller, die sich bewegen müssen, nicht die User.”

Microsoft reagierte im Dezember mit einer deutlichen Stellungnahme auf die Bewertung der DSK und warf dem Gremium vor, Datenschutz zu einem “dogmatischen Selbstzweck” zu machen. “Einige Datenschutzbehörden in Deutschland scheinen die DSGVO übermäßig risikoscheu und die Pflichten von Verantwortlichen ausufernd auszulegen”, heißt es in der Stellungnahme, die auch die Digitale Innovationsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland direkt mit dem Datenschutz in Verbindung bringt.

“Anstatt Mandatsträger mit solchen Szenarien zu verschrecken, sollten die Hersteller den Datenschutz als Tatsache akzeptieren und mit eigener Innovation darauf reagieren. Es gibt – abseits von kommerziellen Interessen – einfach keine rational nachvollziehbaren Gründe, personenbezogene Daten unanonymisiert in Rechenzentren jenseits des Atlantiks zu verarbeiten – das ist der Kern des Problems.”

Als weiteres positives Beispiel nennt Duval neben der deutschen DSK die Entscheidung des französische Bildungsministers, Schulen den Einsatz der kostenlosen Edu-Versionen von Office 365 und Google Workspace zu untersagen, solange sie nicht in Einklang mit EU-Recht stehen: “Deutschland und Frankreich untermauern mit solchen Entscheidungen das Bekenntnis zum “dritten Weg” Europas zwischen Silicon-Valley-Sorglosigkeit und chinesischen Datenautoritarismus. Datenschutz ist ein europäischer Wert, auch im globalen Wettbewerb.”

Über Gaël Duval:

Gaël Duval, Gründer und CEO von Murena (2018 gegründet), widmet sich seit über 25 Jahren der Entwicklung freier und quelloffener Software. Mit Mandrake Linux (aus dem später Mandriva Linux wurde), schuf er 1998 die erste Linux-Distribution, die sich auf den Desktop konzentrierte und zu einer weltweit genutzten Windows-Alternative wurde. Mandriva ging im Jahr 2001 an die Börse. Zwischen 2006 und 2014 war er CEO und CTO eines Start-ups namens "Ulteo", das B2B-Softwarelösungen zur Desktop-Virtualisierung entwickelte. Ulteo wurde schließlich 2014 von einem größeren Konzern übernommen. Ende 2017 gründete Gaël Duval das mobile Betriebssystem /e/OS mit der Idee, "Smartphones von Google und Apple zu befreien". /e/OS ist ein datenschutzorientierter Fork des Android Open Source Project mit einer Reihe von Online-Diensten, die die persönlichen Daten der Nutzer*innen schützen. Im Jahr 2018 gründete Duval die e Foundation, die /e/OS unterhält, und MURENA SAS, ein privates Unternehmen, das die Smartphones vertreibt.

Digital Identity Index Deutschland 2023

Die repräsentative Studie von IDnow gibt spannende Einblicke in die Akzeptanz von digitalen (Identifizierungs-)Verfahren in Deutschland.

Basis des Index ist eine repräsentative Studie unter 2.040 Erwachsenen ab 18 Jahren in Deutschland, die von YouGov zwischen dem 6. und 8. Dezember 2022 durchgeführt wurde.

Hier die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Laut Umfrage stören sich die allermeisten Deutschen bei analogen Vorgängen und Anträgen an den damit verbundenen langen Wartezeiten bei der Bearbeitung (59 %). Auch unflexible Termine und beschränkte Öffnungszeiten (58 %) sowie die Anfahrt zur jeweiligen Behörde, Bank oder Institution (40 %) wird als störend empfunden. Zudem stören sich 26 Prozent am Drucken von Dokumenten und 20 Prozent am Papierverbrauch. Die Adaption digitaler Methoden hinkt trotzdem noch etwas hinterher und das, obwohl der Wunsch nach mehr digitalen Diensten in der Bevölkerung vorhanden ist.

Digitale Dienste: Wunsch vs. Realität

Zwei Drittel (66 %) der Deutschen würden beispielsweise gerne mehr digitale Behördengänge nutzen. Nur neun Prozent tun das bisher allerdings. Die Hälfte der Bevölkerung (50 %) würde gern auch die Gesundheitsakte digital einsehen bzw. die Krankschreibung digital einreichen. Beides ist möglich, aktuell machen aber nur 16 Prozent der Bevölkerung davon Gebrauch.

Auffällig ist auch die Diskrepanz zwischen Vertragsabschlüssen für Banken oder Versicherungen gegenüber dem Abschluss von Miet- oder Arbeitsverträgen. Während jeweils über 60 Prozent der Befragten Vertragsabschlüsse bei Banken oder Versicherungen bereits digital nutzen bzw. es gerne tun würden, sind es bei Miet- und Arbeitsverträgen nur sechs Prozent, die diese Verträge digital abschließen; 40 Prozent möchten diese Verträge nicht digital abschließen. Dementsprechend wenig verbreitet ist die qualifizierte elektronische Unterschrift (QES), die hierfür zum Einsatz käme. Sie wurde lediglich von sechs Prozent der Deutschen bisher verwendet.

Popularität der Fernidentifizierungsverfahren

Während die QES bisher noch ein Nischendasein fristet, haben viele Deutsche bereits mehrmals ein digitales bzw. Fernidentifizierungsverfahren durchlaufen. Am weitesten verbreitet sind die Vor-Ort-Identifizierung in einer Postfiliale (40 %), das VideoIdent-Verfahren in einem Videochat mit einer Person (38 %) sowie vollautomatisierte Ident-Verfahren mit Foto/Selfie (14 %). Die eID-Funktion des deutschen Personalausweises hingegen wird auch über zehn Jahre nach deren Einführung kaum genutzt: Nur acht Prozent haben sie schon mal eingesetzt. Die privaten Lösungen werden gegenüber der staatlichen eID von den Nutzenden also klar bevorzugt. Identity Wallets, wie sie aktuell unter anderem auf EU-Ebene diskutiert werden, kommen bisher erst bei einem Prozent der Bevölkerung zum Einsatz.

Fehlendes Verständnis von eIDAS 2.0, eID und digitalen Identitäten

Über die Hälfte der Bevölkerung (52 %) hat laut Umfrage keine nähere Vorstellung was sich hinter „digitaler Identität“, „qualifizierter elektronischer Signatur“, oder „eID“, verbirgt. Schlusslicht in Sachen Verständnis der Begrifflichkeiten bilden die „EuID“ (4 %) und „eIDAS 2.0“ (2 %).

„Wenn wir bedenken, dass die eIDAS 2.0-Verordnung weitreichende Auswirkungen auf die fortschreitende Digitalisierung in unserem Alltag haben wird, ist es überraschend, dass die Diskussionen der EU bisher nicht von den Endnutzern wahrgenommen werden. Sowohl Staat als auch Privatwirtschaft müssen hier noch viel Aufklärungsarbeit leisten, damit es der EuID langfristig nicht wie der deutschen eID ergeht und sie im Bewusstsein der Nutzer verschwindet,“ kommentiert Dr. Heinrich Grave, Senior Vice President Digital Identity bei IDnow.

Identity Wallets: Vertrauen gegenüber Unternehmen aus Deutschland

Gegen die geplanten Identity Wallets – ein Kernstück der eIDAS 2.0-Verordnung – spricht aus Sicht der deutschen Bevölkerung vor allem die fehlende Sicherheit der Daten vor Identitätsmissbrauch oder Fälschungen (44 %), gezielte Hackerangriffe (43 %) und der Verlust bzw. Defekt des Smartphones (41 %). Rund jeder Dritte ist auch durch die Überwachung von Unternehmen (31 %) oder vom Staat (27 %) beunruhigt. Diese Bedenken schlagen sich in den Auswahlkriterien für eine Identity Wallet nieder: Den Deutschen ist Sicherheit (55 %) und Datenschutz (46 %) am wichtigsten. Für 36 Prozent ist die Nutzerfreundlichkeit ein zentrales Auswahlkriterium.

Für beide Kriterien, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit der Identity Wallet, spielt der Sitz des Unternehmens eine große Rolle. Die Bevölkerung ist skeptisch gegenüber Unternehmen außerhalb der EU. Nur vier Prozent trauen ihnen eine gleichzeitig sichere Verarbeitung ihrer Daten sowie eine nutzerfreundliche Erfahrung zu. 28 Prozent trauen Unternehmen mit Sitz in Deutschland die Balance aus Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit zu. Weitere 26 Prozent glauben, dass rein staatliche Institutionen oder Stellen aus Deutschland diese Kriterien in einer Identity Wallet erfüllen könnten.

„Unser Digital Identity Index 2023 zeigt, dass es für die Nutzung von digitalen Diensten in Deutschland immer noch Luft nach oben gibt, insbesondere im Vergleich zum Rest der EU. Nutzer entscheiden sich aufgrund von Bedenken, oder aufgrund von Unwissenheit, noch häufig für analoge Prozesse, wo digitale Verfahren schon längst zur Verfügung ständen. In Hinblick auf die anstehenden Veränderungen, die Identity Wallets in der gesamten EU bringen werden, ist es deshalb so ungemein wichtig, Sicherheit mit Nutzerfreundlichkeit zu vereinbaren. Nur so können Politik und Wirtschaft ein zukunftsfähiges System für digitale Identitäten schaffen und deutsche Bürgerinnen und Bürger von ihren Vorteilen überzeugen“, ergänzt Heinrich Grave.

Der vollständige Digital Identity Index 2023 Deutschland steht hier als PDF-Report zum Download bereit.

B2B-Zahlungsspezialist Mondu sichert sich 13 Mio. US-Dollar

Das 2021 von Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger in Berlin gegründete Mondu sichert sich eine Serie-A-Erweiterung in Höhe von 13 Mio. US-Dollar für die fortgesetzte internationale Expansion.

Die Mondu GmbH wurde 2021 von den Unternehmern Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger in Berlin gegründet, um den B2B-Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Das Unternehmen ermöglicht es Händler*innen und Marktplätzen, ihren Geschäftskund*innen B2B-Zahlungsmethoden mit flexiblen Zahlungsbedingungen in einem Online-Checkout anzubieten. Die „Buy Now, Pay Later“-Lösungen umfassen den Kauf auf Rechnung, SEPA-Lastschrift und Ratenzahlung. Händler*innen, die mit Mondu arbeiten, sind vor dem Ausfallrisiko geschützt und sparen sich den Ärger mit Inkasso und Mahnwesen.

Damit bringt Mondu B2B-Zahlungen auf eine Stufe mit B2C-Zahlungen, indem es die Kund*innen in den Mittelpunkt des Zahlungsflusses stellt und gewährleistet, dass sie eine nahtlose, moderne und hochmoderne Erfahrung haben. Das Ergebnis: Geschäftskund*innen haben die Möglichkeit, zu kaufen und zu bezahlen, wann sie wollen, was sich in einer höheren Konversionsrate und einem größeren Warenkorb für den/die Anbieter*in niederschlägt.

Mit der Erweiterung der Serie A erhöht sich die gesamte Investitionsrunde auf 56 Millionen US-Dollar und ermöglicht weiteres Marktwachstum und Produktentwicklung. Mondu will zudem neue Anwendungsfälle für seine B2B-Zahlungsprodukte erkunden, wie etwa eine Omnichannel-Lösung.

Philipp Povel, Mitbegründer und Co-CEO von Mondu: „Buy Now, Pay Later hat sich im B2B-Bereich als wertvolles Instrument etabliert, um die Erwartungen der Geschäftskunden zu erfüllen, indem es ein ‚Consumer‘-Checkout-Erlebnis und eine flexible Bezahlung ermöglicht. Wir sind zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Buy Now, Pay Later für B2B im Jahr 2023 erheblich ansteigen wird. Es gibt viele positive Auswirkungen dieses Finanzinstruments, nicht nur für Käufer, sondern auch für Händler und Marktplätze, da sie weiterhin steigende Warenkorbgrößen und eine stärkere Loyalität der Käufer beobachten.“

Seit der Ankündigung der ersten Series A im vergangenen Mai führte Mondu den Ratenkauf ein und expandierte nach Österreich und in die Niederlande, wo das Unternehmen ein zweites Büro in Amsterdam eröffnete. Das Mondu-Team ist von 20 Mitarbeitenden zu Beginn des Jahres 2022 auf 140 Mitarbeitenden angewachsen.

Seit der Gründung im Oktober 2021 hat Mondu 90 Millionen US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital von Valar Ventures, FinTech Collective, Cherry Ventures, hochkarätigen Business Angels und der deutschen Bank VVRB erhalten.

Gründer*in der Woche: shoedoc – so wird (wieder) ein Schuh draus

Das Baden-Badener Start-up shoedoc von Matthias Vickermann bietet einen umfangreichen Online-Reparatur-Service für Schuhe und spricht sich damit klar gegen das Fast-Fashion-Zeitalter aus. Mehr dazu im Interview mit Matthias.

Wann und wie bist du auf die Idee zu shoedoc gekommen?

Die Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen ist mit 128 Betrieben zu einem kleinen Industriezweig in Deutschland geschrumpft, der jedoch in regionalen Wirtschaftsräumen nach wie vor äußerst relevant ist. Schuhmacher, die ihr Handwerk beherrschen, sind eine Rarität. Aus dieser Not haben wir mit unserem Geschäftsmodell eine Tugend gemacht: Die Idee für shoedoc findet ihren Ursprung im Reparatur-Service unserer Maßschuh-Manufaktur. Immer mehr Kund*innen wollten auch ihre Serienschuhe reparieren lassen. Die Anfragen stiegen stetig und das Interesse ging über unsere Region hinaus. So gründeten wir 2019 unseren Online-Schuhreparatur-Service shoedoc und gliederten die Reparaturen aus. Wir haben ein Rund-um-sorglos-Paket kreiert. Unsere Kund*innen müssen sich um nichts weiter kümmern.

Wann lohnt sich die Schuhreparatur überhaupt?

Abgelaufene Sohlen oder defekte Reißverschlüsse sind noch lange kein Grund, das Schuhpaar achtlos zu entsorgen. Grundsätzlich können wir jeden Schuh reparieren. Dieses Angebot sollte auch jeder nutzen.

Gehen Schuhe heutzutage per se schneller kaputt?

Schuhe werden heutzutage anders produziert. Die Industrialisierung hat auch das Handwerk aus der Schuhproduktion vertrieben. Heutzutage gelten andere Ansprüche. Um die saisonalen Wünsche der Käufer*innen zu bedienen ist es nun einmal nötig, dass Massenware rasant produziert wird. Dabei entstehen leider häufig Produktionsfehler. Unter schneller und günstiger Herstellung, leidet oft die Materialauswahl. Sohlen aus vulkanisiertem Gummi werden kaum noch produziert. Absätze bestehen oft aus Lederersatz-Stoffen, wie beispielsweise Holzspänen. Die Schnelllebigkeit der Ware hat leider ihren Preis. Dessen müssen sich Verbraucher*innen bewusst sein.

Ist jeder Schuh zu retten?

Grundsätzlich ja. Schlecht erreichbare Stellen, können eine Reparatur erschweren. Doch für den Lieblingsschuh geben wir unser Bestes. Große Risse im Leder lassen sich leider nicht spurlos rekonstruieren.

Nun zu shoedoc: Welches Ziel verfolgst du mit deinem Online-Schuhreparatur-Service?

Mit unserer stark positionierten Marke wollen wir ein Zeichen setzen und deutschlandweit der Anbieter mit der größten Marktdominanz sein. Wir haben ein sehr nachhaltiges Anliegen und bieten unseren Kund*innen auch einen ethischen Mehrwert. Mit unserem Online-Schuhreparatur-Service sprechen wir uns ganz klar gegen das Fast-Fashion-Zeitalter aus. Schuhe lange zu tragen ist der nachhaltigste Umgang mit ihnen. Das garantieren wir. Durch unseren digitalisierten Prozess machen wir es Verbraucher*innen ganz einfach, eine nachhaltige Entscheidung zu treffen. Unser Reparatur-Service ist für jeden leicht zugänglich – egal von wo. Easy, per Click.

Bietet shoedoc ausschließlich Schuhreparaturen an?

Nein, unser Reparatur-Service spezialisiert sich nicht nur auf Schuhe. Mit unserer dazugehörigen Schwestermarke PurseNurse kümmern wir uns auch sorgfältig um alle Taschen. Egal, ob aus Leder oder anderen Materialien.

Was ist deine Vision mit shoedoc?

Shoedoc ist deutschlandweit der Ansprechpartner für den Reparatur-Service. Egal, ob Schuhe, Taschen oder sogar Kleidung. Wir wollen weiterhin expandieren und unsere Serviceleistung erweitern. Außerdem ist uns das Gesamtpaket sehr wichtig. Wir planen Repair-Cafés und wollen Freude und Mehrwert miteinander kombinieren. Wir haben viele Edutainment-Idee. Außerdem wollen wir unseren Wirkungskreis durch Pop-Up Stores in verschiedenen Metropolen erweitern. So sind wir noch präsenter und können eine direkte Beratung vor Ort anbieten. Für unsere Kunden, die wir nicht vor Ort erreichen, bieten wir eine Online-Video-Beratung an. Shoedoc soll weiterhin wachsen.

Gründer*in der Woche: Business Pendel Bus - Pendeln neu gedacht

Tobias Schemmel hat einen Mobilitätsservice gegründet, der sich an Firmen mit zahlreichen motorisierten Berufspendler*innen wendet. Sein Ziel: eine Alternative zum Individualverkehr bieten, Verkehr und Emissionen reduzieren und die Pendler*innen von der „verpendelten Lebenszeit“ befreien. Mehr dazu im Interview mit Tobias.

Wann und wie bist du auf die Idee zum Business Pendel Bus gekommen?

Die Idee kam mir noch vor Corona, als es noch üblich war, dass man täglich gependelt ist – das war bei mir nicht anders. Es war damals ein heißer Sommertag und wir wollten am Abend mit Freunden im Garten grillen. Ich wollte also nach Hause, um alles vorzubereiten – aber ich stand mal wieder am Mittleren Ring im Stau. Es ging nur meterweise im Schritttempo voran. Und weil ich ja nichts Besseres zu tun hatte, habe ich mir mal die anderen „Stauteilnehmer“ so angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass nahezu in jedem Auto nur eine Person sitzt. Und das bei laufender Klimaanlage und natürlich laufendem Motor. Aus Langweile schaltete ich das Radio an und in den Nachrichten kam die Meldung: „Die Luftqualität in deutschen Städten wird immer schlechter“.

Und da kam mir dann die Erkenntnis: „Ich bin Teil des Problems. Ich mach’s ja auch nicht anders.“

Auf der ganzen Heimfahrt hat mich dann der Gedanke nicht mehr losgelassen und ich habe überlegt, woran es liegt, dass auch ich täglich mit dem Auto unterwegs bin.

Was danach kam, waren viele Gedanken über mögliche, aber irgendwie nicht wirklich in Frage kommende, Alternativen und schlussendlich die Idee einen Service zu entwickeln, wie ich ihn selbst gerne nutzen würde.

Die Summe dieser Ideen ist heute das Angebot des Business Pendel Bus.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum fertigen Service?

Ich würde sagen, das Finden der richtigen Partner. Meine Vorstellungen, wie das Ganze aussehen könnte, hatte ich ja bereits im Kopf. Aber wie soll ich so eine Firma auf die Beine stellen? Wo fängt man da an? Also habe ich Gespräche geführt und meine Idee einem Bekannten erzählt, der bei einer Bus Firma in der Geschäftsführung arbeitet. Nach dem Gespräch habe ich 2 Wochen nichts mehr gehört und mir gedacht, dass es vielleicht doch keine so außergewöhnliche Idee war. Danach hat er mich angerufen und gemeint, ich soll mein Konzept mal den Firmeninhabern vorstellen.

So habe ich dann auf der einen Seite ein Busunternehmen für mein Konzept gewinnen können, die den gesamten operativen Busbetrieb abdecken können: Von der Wartung und Pflege der Fahrzeuge, über die Bereitstellung und Einplanung von professionellen Busfahrern, bis hin zum wichtigen Teil der Genehmigungen, die für die Personenbeförderung benötigt werden.

Auf der anderen Seite arbeite ich inzwischen mit einem Münchner Startup zusammen, das eine Fahrgemeinschafts-Plattform speziell für Berufspendler anbietet. In diesen Dienst kann sich der Business Pendel Bus perfekt integrieren – und wir schaffen damit eine zusätzliche Mobilitätsalternative innerhalb der Plattform.

Diese beiden Partner erlauben es mir, den Service von Anfang an hochprofessionell anbieten zu können, so dass ich mich auf die inhaltlichen Gespräche und den Verkauf meines Konzeptes fokussieren kann.

Was ist das Besondere am Business Pendel Bus, wie unterscheidet er sich von anderen Mobilitätslösungen?

Der Business Pendel Bus ist darauf ausgelegt, dass die Pendler im Bus arbeiten können. Und das nicht nur auf einem „Brettl über den Knien“ – sondern auf einem Arbeitstisch, der den Namen auch verdient hat. Über WLAN kann man sich während der Fahrt ins Firmennetz einwählen, wie man es auch aus dem HomeOffice machen würde.

Das war eines der Schlüsselmerkmale, welches mir bei meiner Gründungsidee klar geworden ist: Pendeln ist ungeheure Zeitverschwendung. Das ist ja auch der Vorteil, den viele im HomeOffice sehen – die Fahrtzeiten fallen weg. Wenn man diese „verpendelte Zeit“ in Arbeitszeit umwandeln kann, ist man früher mit der Arbeit fertig und kann seine Lebenszeit der Familie, den Freunden und / oder den Hobbies widmen.

Der Business Pendel Bus verbindet für den Pendler diesen Zeitvorteil des HomeOffice mit den Vorteilen eines Bürotags, wo man seine Kollegen persönlich trifft und damit die Zusammenarbeit und Innovationskraft im Unternehmen erhalten bleibt.

Für wen ist dein Angebot gedacht bzw. wer sind deine Kund*innen?

Der Business Pendel Bus bietet endlich eine echte Alternative zum Auto. Er richtet sich an Pendler mit „digitalen Jobs“ – also Berufen, die auch viel Arbeit am Laptop / PC beinhalten. Viele dieser Pendler haben heute keine andere Möglichkeit, als mit dem Auto zu fahren. Sei es, weil der ÖPNV keine passende Verbindung bietet (bspw. auf dem Land), oder weil der Arbeitsplatz für Fahrrad oder eBike zu weit ist. Daher konkurrieren wir auch nicht mit dem ÖPNV – diesen hochsubventionierten Preis könnten wir auch niemals erreichen.

Unsere Kunden sind allerdings die Firmen, für die diese Pendler arbeiten. Wir bieten also ein B2B2C Angebot – in unserem Fall ein: Business to Business to Commuter. Der Business Pendel Bus kann ein hervorragendes Incentive sein, wenn es um Mitarbeiterloyalität oder
Mitarbeitergewinnung geht. Auch wenn es darum geht, die Mitarbeiter wieder zu mehr Präsenz im Büro zu motivieren. Wenn durch uns mehrere Firmenwägen eingespart werden können, ist ein Business Case auch schnell erreicht.

Wie hast du den Start und damit dich selbst finanziert?

Die Finanzierung ist eigentlich kein so großes Thema gewesen, weil ich parallel einen „normalen Job“ habe, der die täglichen Brötchen bringt.

Klar habe ich hier und da auch ein wenig Geld in die Hand genommen, aber das beläuft sich auf Investitionen in wirklich kleinerem Maßstab. Bspw. habe ich mir das Logo erstellen lassen, von dem ich heute auch noch richtig überzeugt und begeistert bin. (Hätten Sie erkannt, dass das „B“ einen Sitz darstellt und der Rahmen um das „B“ dem Seitenfenster eines Mercedes-Sprinter nachempfunden ist?)

Vor der Gründung habe ich auch ein „Vorgründer-Coaching“ der IHK in Anspruch genommen. Das hat mir auch sehr geholfen, um die Themen zu strukturieren und das Ganze aus einer rein geschäftlichen Perspektive zu betrachten.

Die Hauptinvestition sind allerdings die vielen, vielen Stunden, die in das Projekt geflossen sind. Meine Frau und Bekannte haben meine Ideen und Gedanken immer wieder mit Fassung ertragen.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To-do's und Pläne?

Derzeit bin ich in guten Gesprächen mit mehreren potenziellen Kunden. Die Herausforderung ist, dass der Verkaufsprozess einigermaßen komplex und vielschichtig ist.

Die Vorteile unseres Angebots überzeugen schnell – schwieriger ist dann die Bestimmung des jeweiligen Potenzials an Pendlern: Woher, wie viele, wann und wie oft? Nachdem das Thema Pendeln bisher in den meisten Fällen das „Problem“ des Mitarbeiters war, gibt es in den Firmen weder eine Stelle, an die man sich zentral wenden kann, noch gibt es ausreichend Daten, um Annahmen zu unterfüttern. Allerdings gibt es bereits Startups, die genau in diese Lücke gehen und Mobilitätsanalysen anbieten. Hier weitere Partnerschaften zu finden, die bei der Vorbereitung von Abschlüssen behilflich sein können, ist eines meiner Ziele.

Ein weiteres Ziel ist, dass ich auch über den Großraum München hinaus Kunden überzeugen möchte. Das Konzept ist deutschlandweit ausrollbar – prinzipiell überall da, wo es Firmen gibt, mit vielen Autopendlern.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Betrachte andere Gründer nicht als deine Konkurrenz. Wenn es in der Richtung deiner Idee auch andere Gründer gibt, dann frage dich, wie und warum diese dein eigenes Produkt noch besser machen können.

Am Ende ist die Lösung des Problems wichtiger als ein in den Sternen stehender Profit.

Hier geht's zum Business Pendel Bus

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: Million Steps - digitaler Nachweis für Freilandhaltung

Die Million Steps GmbH wurde 2022 von Paula Ebert, Rico Noël und Stefan Grimm in Stuttgart gegründet. Das Agrar-Start-up entwickelt Software zur Erfassung, Verarbeitung und Ausweisung von Weide- und Tierdaten. Das Ziel ist die Förderung der regenerativen Landwirtschaft, die einen positiven Einfluss auf Tier, Mensch und Klima hat. Mehr dazu im Interview mit Co-Gründer Rico.

Wann und wie seid Ihr auf die Idee zu Million Steps gekommen?
Eine simple Beobachtung: Digitale Devices und Apps erfassen immer mehr unserer Daten, dazu gehört selbst unsere tägliche Schrittanzahl. Gleichzeitig fordern wir mehr Transparenz auf einer ganz anderen Seite bei der uns der Einblick und Überblick fehlt. Bei der Ernährung – konkreter bei tierischer Ernährung und dem Tierwohl. Wir verlassen uns auf Packaging und Gütesiegel.

Warum also nicht ähnliche Technik einsetzen, um Haltung zu beweisen und nicht nur zu behaupten? Sprich, einem transparenten Nachweis für Weidehaltung mittels GPS-Tracker, oder anders gesagt, mindestens einer Million Schritte auf Gras. Auf diese Schrittzahl kommt man, wenn Rinder ungefähr zwei Jahre auf der Weide standen.

Mit diesem Gedanken kamen Stefan, Paula und ich zusammen. Jeder von uns mit komplett anderem Hintergrund: Paula kommt aus Gastronomie und Catering, Stefan ist unser Tech-Lead mit 20 Jahren Erfahrung in IT und Beratung und Mitgründer von My Local Meat. Ich selbst komme aus der Werbung und kümmere mich um Produktentwicklung und Marketing.

Was waren die größten Herausforderungen beim Aufbau eures Start-ups und der Entwicklung eurer Software?
Wir hatten ein Zeitfenster von ca. sechs Monaten für die Entwicklung einer marktreifen Software. Dabei hatten wir je nach Region mit fehlerhaften GPS-Signalen und je nach Devices mit schwachen Batterien und Ausfällen zu kämpfen. Wir selbst waren überrascht, wie weit die Tiere laufen und haben es anfangs für einen Fehler im Tracking gehalten. Aber wir erfassen Tiere, die teils durchschnittlich 10 Kilometer pro Tag laufen. Nach der zweiten Weidesaison sind das über 4000 km! All die Erkenntnisse aus der Testphase haben uns schlauer gemacht und wir konnten Kinderkrankheiten beseitigen.Hinzu kommt, dass Landwirte sehr unterschiedlich zu der Digitalisierung stehen. Die Bereitschaft, digitale Devices einzusetzen, teilt sich auch nicht, wie man vermutet, strickt in alt und jung, sie ist eher eine Frage von Tradition und Überzeugung.

Erste Kernfusion per Laserzündung mit Nettoenergiegewinn

US-Wissenschaftler haben erstmals eine Kernfusion per Laserzündung mit einem Nettoenergiegewinn erzeugt. Dies ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer sicheren, sauberen und schier unerschöpflichen Energieerzeugung. Focused Energy, ein dt.-amerikanisches Start-up, mischt bei dem innovativen Thema kräftig mit.

Die Fusionsreaktion in Livermore/USA erzeugte rund 2,9 Megajoule Energie, was etwa 140 Prozent der 2,1 Megajoule Energie in den Lasern entspricht. Die genauen Bilanzwerte werden noch ausgewertet. „Für die meisten von uns war es nur eine Frage der Zeit, dass dieser nächste Meilenstein erreicht wurde“, so Prof. Markus Roth und Prof. Todd Ditmire, beide Mitgründer von Focused Energy und Wissenschaftler, die die Laseranlage in Livermore entscheidend mitentwickelt haben.

Focused Energy, das 2021 von der TU Darmstadt ausgegründete deutsch-amerikanische Start-up, setzt ebenfalls auf die laserbasierte Kernfusion und den gleichen Brennstoff Deuterium und Tritium, wie er in Livermore verwendet wurde.

Viele der Wissenschaftler, die diesen Erfolg in Livermore mitbegründet haben, arbeiten mittlerweile für Focused Energy. Das Start-up hat seinen Sitz in Darmstadt und in Austin/Texas und nutzt die in den vergangenen 30 Jahren in der Fusionsforschung gesammelten Erfahrungen seiner Gründer gepaart mit der Schnelligkeit eines jungen deutsch-amerikanischen Unternehmens und privaten Investitionen, um die laserbasierte Fusion zur Marktreife zu bringen und den weltweiten Energiehunger zu stillen.

Der Erfolg in Sachen Kernfusion per Laserzündung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Länder mit hohen Energiepreisen und der Notwendigkeit kämpfen, schnell von der Verbrennung fossiler Brennstoffe wegzukommen, um den Klimawandel einzudämmen.

Die Kernfusion ist die einzige Energieform, die bisher noch nicht realisiert werden konnte. Einer ihrer größten Vorteile: Sie ist sicher und es gibt keinen Vergleich zum Schadenspotenzial von Kernkraftwerken, die mit Kernspaltung arbeiten. Kernfusion und Kernspaltung haben nichts miteinander zu tun. Es gibt bei Fusionskraftwerken weder eine unkontrollierte Kettenreaktion noch muss man das Kraftwerk abschalten, wenn irgendwas schiefläuft. Die Kernfusion ist inhärent sicher. Auch wenn mehrere Komponenten ausfallen, bleibt das System ohne erhöhtes Gefahrenpotenzial funktionsfähig.

Weitere Experimente werden folgen. Für Focused Energy ist der Zielhorizont gesetzt. Ab Mitte der 30iger-Jahre soll das erste Fusionskraftwerk ans Netz gehen, so der Plan der Darmstädter.

TechScale-up Parkdepot erhält 15 Mio. Euro in Series-A-Finanzierungsrunde

Das 2019 in München gegründete und auf digitale Parkraumlösungen spezialisierte Scale-up Parkdepot hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 15 Mio. Euro abgeschlossen.

Das Münchner Scale-up plant mit dem frischen Kapital die internationale Expansion sowie die Weiterentwicklung des Produkts voranzutreiben. Ziel ist es, die führende Lösung für schranken- und ticketloses Parkraummanagement in Europa zu etablieren.

Parkdepot beschäftigt derzeit rund 200 MitarbeiterInnen in sechs Ländern. Das Technologieunternehmen entwickelt auf Basis von Bilderkennungs-Technologie mit künstlicher Intelligenz (KI) individuelle Lösungen für die vollautomatisierte Parkraumverwaltung im unbezahlten und bezahlten Parkraum. Kern der Lösung ist die Digitalisierung des gesamten Parkprozesses, von der Kennzeichenerfassung bis zur Abrechnung, wodurch Parkscheiben, Kontrolleure oder Schrankenanlagen obsolet werden.

Insgesamt verarbeitet das Unternehmen bereits heute täglich über 1 Mio. Parkvorgänge. Parkdepot versteht sich dabei als Full-Service-Anbieter, der von der Programmierung der Software und Abstimmung auf die dazugehörige Hardware, bis hin zur operativen Umsetzung im laufenden Betrieb alles aus einer Hand anbietet. Die Technologie ist sowohl DSGVO-konform als auch DEKRA-zertifiziert. Darüber hinaus ermöglicht das System eine detaillierte Nutzungsanalyse des Parkraums, wodurch ungenutzte Kapazitäten zur Vermietung angeboten und damit Wertsteigerungspotenziale identifiziert werden.

Nach erfolgreicher Erschließung der DACH-Region (2021) erfolgte in diesem Jahr die Expansion nach Polen, Dänemark und Italien. Mittlerweile verwaltet Parkdepot knapp ein Drittel seiner Parkflächen in internationalen Märkten. Zum Kundenportfolio zählen u.a. namhafte Lebensmittelhändler*innen, Parkhauseigentümer*innen, Immobiliengesellschaften, Einkaufszentren, Hotels und Kliniken.

„Die erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde ist ein wichtiger Meilenstein für uns. Mit SURPLUS Equity Partners, Armira Growth und unserem Bestandsinvestor henQ haben wir die idealen Partner für die nächste Wachstumsphase an unserer Seite. Wir freuen uns über die zusätzliche Unterstützung der Investoren und werten ihr Engagement als einen starken Vertrauensbeweis in unsere ambitionierte Wachstumsstrategie. Wir beobachten momentan einen massiven Trend hin zu kamerabasierter Parkraumtechnik und sind davon überzeugt, dass in fünf bis zehn Jahren der Großteil aller europäischen Parkflächen digitalisiert verwaltet wird. Mit über 1.000 Parkflächen sind wir bereits jetzt einer der größten europäischen Parkflächenbetreiber und stehen zugleich erst am Anfang unseres Potenzials“, sagt Jakob Bodenmüller, Co-Gründer und Co-CEO von Parkdepot.

Yukio Iwamoto, Co-Gründer und Co-CEO von Parkdepot ergänzt: „Die letzten drei Jahre waren geprägt durch nie dagewesene gesellschaftliche Herausforderungen. Dass wir es so weit geschafft haben, verdanken wir in erster Linie unserem einzigartigen Team. Neben Investitionen in das internationale Wachstum und Produktinnovationen bietet das eingesammelte Kapital die Möglichkeit, Mitarbeitende bereits heute durch den Rückkauf von Gesellschaftsanteilen vom gestiegenen Unternehmenswert profitieren zu lassen. Somit fungiert die Finanzierungsrunde auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber unseren Mitarbeitenden, die uns bis hierhin begleitet haben und die auch in Zukunft maßgeblich zum Erfolg von Parkdepot beitragen werden.“

Grüne Brise: erster Marktplatz Deutschlands für Cannabis-Apotheken gestartet

Breezy Brands, ein Tochterunternehmen der Bloomwell Group, verkündet den Start von Grüne Brise, dem ersten deutschen Online-Marktplatz für Cannabis-Apotheken.

Die Breezy Brands GmbH, ein Portfolio-Unternehmen der Frankfurter Bloomwell Group GmbH, startet nach erfolgreichem Testlauf mit Grüne Brise Deutschlands ersten Online-Apotheken-Marktplatz für medizinisches Cannabis. Cannabis-Patient*innen können fortan online auf einfachem Wege ihre Rezepte einlösen und erhalten ihre verschriebenen Produkte binnen 72 Stunden an die Haustür geliefert.

„Grüne Brise fungiert als Online-Marktplatz für ausgewählte Partner-Apotheken und Cannabis-Patient*innen mit dem Ziel, das Einlösen eines Rezepts für medizinisches Cannabis so nutzerfreundlich und einfach wie möglich zu gestalten. Es gibt in Deutschland aktuell nur wenige spezialisierte Cannabis-Apotheken. Entsprechend langwierig und aufwendig kann es sich für chronisch erkrankte Menschen gestalten, die ihnen verordnete Sorte zu erhalten. Unser Ziel ist, Patient*innen den Service zu bieten, den sie verdienen, ohne lange Wartezeiten, Verfügbarkeitsprobleme oder mangelnde Erreichbarkeit“, erklärt Janett Dalka, CEO der Breezy Brands GmbH.

So können Patient*innen über Grüne Brise durch die angebundenen Apotheken nahezu alle in Deutschland zugelassenen Sorten medizinisches Cannabis erhalten und online in wenigen Schritten ihr Rezept einlösen. Das Rezept muss vor Abschluss des Kaufs hochgeladen werden und wird durch das pharmazeutische Fachpersonal der ausgewählten Apotheke kontrolliert. Der Patient kann über seinen Log-In-Bereich den Bestellstatus jederzeit nachverfolgen. Alle Produkte versenden die Partner-Apotheken von Grüne Brise ausschließlich und umgehend per Ident Check – mit Kontrolle der Personalien bei Paketübergabe. Grüne Brise garantiert eine Lieferung binnen 72 Stunden für vorrätige Produkte.

Janett Dalka: „Als Plattform schaffen wir ein Zuhause für Patient*innen und einen digitalen Ort, an dem keine Wünsche der Patient*innen und der angeschlossenen Apotheken offen bleiben. Auch Ärztinnen und Ärzte haben für detaillierte Produktinformationen und Weiterbildungen einen gesonderten Login-Bereich. Wir möchten Patient*innen sowie Ärztinnen und Ärzten nicht nur Hilfsmittel an die Hand geben, sondern auch ihren Alltag erleichtern.“

BREEZY: Lifestyle und Community

Bereits im April dieses Jahres war mit BREEZY die europaweit erste Cannabis-Marke für Lifestyle und Community an den Start gegangen. Parallel zu Grüne Brise führt BREEZY unter dem Dach der Breezy Brands GmbH weiterhin hochwertige Accessoires, Utensilien und Streatwear-Produkte für Cannabis-Liebhaber*innen. Medizinisches Zubehör wie diverse Verdampfer, Präzisionswaagen oder Grinder dienen der korrekten Dosierung und ermöglichen die Einnahme von medizinischem Cannabis. Schon jetzt bietet BREEZY für die Cannabis-Kultur einen Ort für Dialog, Austausch, Information und Diskussion.

Die Bloomwell Group setzt auch mit Breezy Brands auf einen radikalen Direct-2-Consumer-Ansatz oder, im Falle medizinischer Produkte, Direct-2-Patient-Ansatz. „Wir sind sehr stolz, mit Grüne Brise nun ein zentrales Puzzlestück in unserem Produktportfolio zu ergänzen. Damit decken wir mit Ausnahme des Anbaus nun die gesamte Wertschöpfungskette ab“, erklärt Bloomwell Co-Founder und CEO Niklas Kouparanis. „Wir sind sehr glücklich, mit Janett Dalka bei Breezy Brands eine absolute Expertin für Leadership und Brand Building an Bord zu haben, die in den letzten Jahren unter Beweis gestellt hat, Produkte und digitale Lösungen auf ein neues Level heben zu können und in den letzten Monaten ein starkes Team aufgebaut hat.“

„Cannabis war und ist eine von der Community getriebene Kultur. Wir wollen dieser Community ein zuhause geben“, erklärt Janett Dalka. „Es ist überfällig, dass Cannabis endlich die jahrzehntelange Stigmatisierung hinter sich lässt. BREEZY und Grüne Brise sind die Orte, die Cannabis-affine Menschen und Patient*innen abholen. Wir werden dem neuen Cannabis-Image gerecht, indem wir Menschen verbinden und zusammenbringen – und so gegenseitige Aufklärung und Austausch erst möglich machen.“

FashionTech-Start-up ito ito erhält Bundespreis Ecodesign

Das von Friederike und Florian Pfeffer gegründete FashionTech Start-up ito ito wurde mit dem Bundespreis Ecodesign in der Kategorie Konzept ausgezeichnet.

Der Bundespreis Ecodesign ist die höchste staatliche Auszeichnung für ökologisches Design in Deutschland. Der Preis wird ausgelobt durch das Bundesumweltministerium und das Bundesumweltamt in Kooperation mit dem Internationalen Designzentrum Berlin. Aus mehr als 300 Einreichungen wurden dieses Jahr 14 Produkte, Services und Konzepte als Gewinner*innen ausgewählt.

Unter ihnen die Cloud-Plattform ito ito, mit der Modelabel Überproduktion verhindern und schneller kleinere oder personalisierte Kollektionen ohne die üblichen Mindestbestellmengen auf den Markt bringen können. Zur Info: Weltweit werden 30 bis 40 Prozent alle Kleidungsstücke nur einmal getragen oder überhaupt nicht verkauft; die Vernichtung unverkaufter Kleidung und teure Rabattaktionen führen zu mehr als 200 Milliarden Euro Verlusten weltweit.

ito ito verbindet die Modeproduktion direkt mit Nachfrage

Mit der Shared Factory des Bremer FashionTech-Start-ups ito ito (ito ist das japanische Wort für Faden) werden Modelabel und Strickereien Teil einer digitalen On-Demand-Design- und Produktionsplattform für Knitwear. Mit der SaaS-Lösung können Entwürfe digitalisiert, frei verändert, erst verkauft und dann produziert werden – mit vollständig recycelbaren Produkten, einer transparenten Lieferkette und ohne Überproduktion. Das Start-up automatisiert damit eine lokale Modeproduktion mit flexiblen Stückzahlen, verkürzt Produktionszeiten und Lieferwege, ermöglicht Kreislaufwirtschaftsmodelle und reduziert CO2-Emissionen. Und das laut ito ito zu einem ähnlichen Preis wie eine traditionelle Produktion.

Modeproduktion wird effizienter, nachhaltiger und innovativer

Friederike und Florian Pfeffer, das Gründungs-Duo von ito ito: „Modeproduktion steckt noch immer im letzten Jahrhundert fest. Sie basiert auf Vermutungen und langsamen, manuellen Prozessen. Die digitale und nachfrageorientierte Lieferkette von ito ito verbindet Designer, Produktionsmanager, Vertrieb, Hersteller und Endkund*innen und verändert die Art und Weise, wie Mode gestaltet, hergestellt und verkauft wird. Wir freuen uns, dass bereits jetzt ito ito eine positive Resonanz bei vielen Modelabel und Herstellern findet. Im ersten Quartal 2023 wollen wir an den Markt gehen und dann Modeproduktion effizienter, nachhaltiger und innovativer machen.“