Gründer der Woche: Kulson – zeitlose Sneaker

Gründer der Woche 46/19


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Weiße Sneaker sind längst kein Trend mehr, sie sind ein Klassiker. Kulson möchte diese modische Entwicklung krönen. Das junge Label aus Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, den perfekten Sneaker zu entwickeln. Was diesen ausmacht, erfahren wir von Benjamin Hoffmann, dem Gründer und Geschäftsführer von Kulson.

Wolltest du immer schon deinen eigenen Schuh auf den Markt bringen?

Ich wollte immer schon ein eigenes Produkt mit meiner Handschrift kreieren, hinter dem ich voll und ganz stehe. Dass dies nun ein Sneaker-Label geworden ist, damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet. Aber letztlich lag es nie so fern, denn ich liebe gute Schuhe und die Natur noch ein ganzes Stück mehr. Nachhaltigkeit mit einem coolen Produkt zu paaren, finde ich durchaus traumhaft.
 
Weiße Sneaker gibt es ohne Ende, warum hast du noch ein Modell mehr auf den Markt gebracht?

Ja, in der Tat gibt es da sehr viele, aber aus unserer Sicht eben noch nichts, was exakt unseren Vorstellungen vom perfekten Schuh entspricht. Qualität und Quantität sind ja zwei sehr unterschiedliche Dinge. Die Idee für unseren Schuh kam mir nach einer frustrierenden Einkaufstour durch Berlin mit immer den gleichen, teils wirklich hässlichen Sneakern, die ich schon auf dem Weg dorthin auf der Straße zig mal gesehen hatte. Nachdem ich in fünf Läden nichts Passendes gefunden habe, dachte ich mir: Warum mach ich das nicht einfach selbst?
 
Was hat dir an den vorhandenen Schuhen nicht gefallen?

Zunächst urteilt natürlich das Auge. Allein vom Design her fällt schon mal vieles raus: zu klobig, zu viel Schnickschnack, zu sehr einem kurzfristigen Trend folgend. Die sogenannten Ugly Sneaker zum Beispiel, die momentan häufig zu sehen sind, werde ich wahrscheinlich nie so richtig verstehen. Weiter geht es dann beim Material. Ich will Schuhe aus hochwertigem Leder, die lange halten. Und nicht zuletzt störte mich der Herstellungsprozess. Viele hochpreisige Marken lassen billig in Asien produzieren, die günstigen eh. Die Arbeitsbedingungen und der dortige Umgang mit der Umwelt sind zu oft miserabel. Das wollen wir besser machen.
 
Und ihr habt das alles perfektioniert?

Genau. Das Design ist stark skandinavisch geprägt. Die schlichten, klaren Linien, das betont Minimalistische habe ich während meines Studiums in Kopenhagen lieben gelernt. Beim Material sind wir in Portugal und Italien fündig geworden. In Portugal sind mein Geschäftspartner Jakob Burger und ich früher oft zum Surfen gewesen und waren begeistert von Land und Leuten. Die Schuhe werden dort in der Nähe von Porto unter fairen Bedingungen in kleinen Stückzahlen mit höchsten Qualitätsansprüchen und feinstem italienischen Leder sorgfältig vernäht. Mit der Achse Skandinavien – Deutschland – Italien – Portugal haben wir ein durch und durch europäisches Produkt geschaffen, auf das wir stolz sind.

Die zeitlosen Sneaker von Kulson

Wie lange habt ihr von der ersten Skizze bis zum fertigen Modell an Zeit und Ressourcen benötigt?

Wir haben für die Entwicklung, mit allem was dazugehört, fast zwei Jahre gebraucht. Immerhin war unser Anspruch kein Geringerer, als den perfekten Sneaker zu entwickeln. Die kleinste Verschiebung einer Naht oder einer Linie macht optisch, aber auch mit Blick auf den Tragekomfort, einen riesigen Unterschied. Nach 21 Prototypen waren wir dann designtechnisch endlich dort, wo wir heute sind.

Du bietest ein einziges Sneaker-Modell an, das auch noch unisex ist, warum das?

Weniger ist manchmal mehr. Kulsons sollen nicht irgendwelche Schuhe sein, Kulson soll der Lieblingsschuh sein. Ein klein wenig haben wir unsere Palette aber mittlerweile erweitert, zumindest was die Farben angeht. Wir haben jetzt auch einen komplett oliv-grauen Schuh im Sortiment mit einer wirklich besonderen und gelungenen Farbe und ein weißes Modell mit rosa Sohle. Der läuft etwas besser bei Frauen, aber ich versuche, den Männern da Mut zu machen. Wenn man also keine Probleme mit seiner Männlichkeit hat, ist die rosa Sohle der Hammer und aktuell sogar mein Favorit.
 
Tue Gutes und rede drüber: Was haben eure Sneaker mit dem Erhalt der Ozeane zu tun?

Wir spenden jedes Jahr vier Prozent unseres Umsatzes an Organisationen, die dabei helfen, die Ozeane sauber zu halten bzw. diese wieder aufzubauen. Im letzten Jahr haben wir an ‘The Great Bubble Barrier’, ‘One Percent for The Planet’ und ‘Healthy Seas’ gespendet. Diese drei Unternehmen ziehen tonnenweise Plastikmüll und alte Fischernetze aus dem Meer. Es wäre schlimm, wenn unsere Enkel Schildkröten und Wale nur noch aus alten Büchern kennen würden. Spenden sind übrigens nicht der einzige grüne Aspekt unseres Unternehmens. Das superbequeme Fußbett unserer Sneaker besteht aus einem Memory Foam, der aus recycelten Textilabfällen hergestellt wird, das sich immer wieder dem Fuß anpasst. Dadurch, dass wir auf gute Verarbeitung und Qualität enorm Wert legen, halten die Schuhe ewig und sind somit ressourcenschonend.

Ihr verkauft vor allem online, hattet aber auch schon zwei Popup-Stores in Berlin. Welche Erfahrungen hast du dabei gesammelt

Ich war überrascht, wie krass unterschiedlich die sind. Da kamen Hipster, die den neuesten Scheiß haben wollten, Zahnärzte, die ihr komplettes Praxisteam mit den Schuhen ausgestattet haben und neulich war auch ein älteres Ehepaar da. Die hatten beide seit zig Jahren keine Sneaker mehr getragen, aber sie sagten, dass unsere Schuhe sie an Klassiker aus ihrer Jugend erinnern. Zeitloses Design eben.

Ein Blick in die Zukunft. Hast du keine Angst, dass der weiße Sneaker mal aus der Mode kommt?

Weiße Sneaker werden genau wie schwarze Anzüge immer im Trend liegen. Und nachhaltige Geschäftsmodelle, die sich für eine saubere Umwelt und faire Produktionsbedingungen einsetzen, werden immer wichtiger. Unser Ziel ist es, weiter zu wachsen und dabei unseren Idealen treu zu bleiben.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

In erster Linie rate ich dazu, eine Idee, von der man überzeugt ist, wirklich anzugehen. Das ist wahrscheinlich meist die größte Hürde. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Grundgedanke Hand und Fuß hat, aber hätten die Menschen immer nur auf die Skeptiker um sie herum gehört, dann würden wir heute noch auf Pferden durch die Straßen reiten. Wobei das umwelttechnisch nicht völlig verkehrt gewesen wäre, wenn ich so darüber nachdenke, aber zielführend dann eben doch nicht.

Kritik ist enorm wichtig und Feedback gilt es unbedingt einzuholen, aber lasst euch nicht von Leuten stoppen, die seit 30 Jahren in festgefahrenen Strukturen von Großunternehmen stecken und euch für eure Idee belächeln, denn sie haben meist schlichtweg nicht die Vorstellungskraft dafür. Nehmt es ihnen nicht übel. Proof them wrong. Nutzt eure Netzwerke und kauft nicht gleich alles teuer auswärts ein. Man kann eine ganze Menge auf die Beine stellen und Kompetenzen sind keine Zauberei, sondern können erworben werden.

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E-Commerce zwischen Lieferengpässen und Kaufzurückhaltung

Die Berliner Online-Marketing-Agentur Smarketer hat auf der Basis von rund 1000 Werbekonten analysiert, wie sich die aktuelle Krisensituation auf die wichtigsten Marketing-KPIs auswirkt.

Der Krieg in der Ukraine verändert neben seiner politischen und gesellschaftlichen Komponente auch vieles auf dem Gebiet der Wirtschaft – bei den ohnehin unter Druck stehenden Lieferketten, durch unterbrochene Geschäftstätigkeit in Russland und nicht zuletzt auch durch die finanzielle Verunsicherung eines Großteils der Verbraucher*innen, die zwischen Hamsterkäufen und Kaufzurückhaltung schwanken. Diese kritische Wirtschaftssituation mit gebremstem Wachstum hat für viele Marketingverantwortliche neue Herausforderungen geschaffen.

Die Google Ads-Agentur Smarketer hat anhand von Zahlen der eigenen Kund*innen analysiert, welche Veränderungen derzeit auf Unternehmen zukommen und wie sich diese auf deren Werbeaktivitäten generell und Performance-Kampagnen im Besonderen auswirken können. „Entscheidend ist hierbei“, erklärt Eric Hinzpeter, Content-Marketing-Experte von Smarketer, „wie stark Unternehmen derzeit und in der Zukunft von Lieferkettenproblemen betroffen sein werden und auf welche Lagerbestände sie dabei setzen können. Händler*innen sollten dabei aber die die Inflationsrate und die individuellen Lagerkosten im Blick behalten. Ein Patenrezept gibt es hier allerdings nicht.“

Kombination von Online und Offline gewinnt

Gerade angesichts der endenden Corona-Maßnahmen ist zu erwarten, dass das Pendel wieder etwas mehr zu Gunsten des Präsenzhandels ausschlagen wird und dass auch wieder mehr Ausgaben für Dienstleistungen (Gastronomie, Kultur) getätigt werden. „Werbetreibende sollten daher ihre Werbeausgaben entsprechend justieren, vermehrt in Performance-Kanäle investieren und Werbekampagnen an die neue Situation anpassen“, rät Hinzpeter. „Wer bei Marketing und Kundenbindung Online- und Offline-Kanäle optimal verzahnen kann, wird in der jetzigen Lage profitieren.“

Die Krise ist auch im Rahmen des Performance Marketing deutlich spürbar, wie interne Auswertungen der Smarketer-Analysten zeigen, die auf den über tausend Werbekonten beruhen. Während 3,2 Prozent weniger Impressions gemessen wurden, ermittelten die Analysten 24,4 Prozent höhere Cost-per-Click-Werte (CPCs). Betrachtet wurden dabei die ersten 60 Tage seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar im Vergleich zum identischen Vorjahreszeitraum (YoY-Vergleich).

Kein einheitliches Bild bei Impressions und CPCs

Doch die aktuelle Lage stellt sich je nach Branche unterschiedlich dar: In den Segmenten Hobby & Freizeit ergaben sich 20,6 Prozent mehr Impressions, aber um 27,2 Prozent höhere CPCs im Vergleich zum Vorjahr, während bei Tourismus & Gastronomie 50,4 Prozent mehr Impressions gemessen wurden, die mit 7,4 Prozent höheren CPCs zu Buche schlugen. Bei Finanzen, Versicherungen & Immobilien kam es dagegen (wohl aufgrund reduzierter Investitionsneigung und wachsender Verunsicherung) zu 51,1 Prozent weniger Impressions bei 18,7 Prozent höheren CPCs.

Es ist daher zu raten, die SEA-Strategien in der Krise anzupassen und durch ein sorgfältiges tägliches Monitoring situativ agil zu reagieren. „Unternehmen sollten bei steigenden Conversion-Raten und/oder sinkenden Impression Shares ihre Budgets erhöhen, um eine optimale Positionierung den Mitbewerbern gegenüber sicherzustellen“, so Hinzpeter. Bei ausreichend Warenbestand könne man insbesondere auf dynamisches Remarketing setzen, um die Chancen für Produktverkäufe zu fördern. Bei niedrigen Warenbeständen sollten sich Händler*innen vor allem auf Google Shopping und Search fokussieren.

Warenbestand den Kund*innen gegenüber kommunizieren

Wichtig sei aber auch, die Kommunikation zu optimieren. „Die Verfügbarkeit rückt, wie schon zu Anfang der Pandemie, für viele Kaufwillige in den Vordergrund. Teilen Sie Ihren Kund*innen auf der Website und in Ihren Ads mit, ob Produkte On-Stock sind oder wann damit zu rechnen ist – und benachrichtigen Sie diese, sobald Ware wieder verfügbar ist,“ so Hinzpeter. Ein Problem könnte in diesem Zusammenhang neben dem gebremsten Wirtschaftswachstum die steigende Inflation werden – bereits im April 2022 lag die Inflationsrate bei 7,4 Prozent. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat kürzlich seine Umsatzprognose für 2022 um eine Milliarde Euro auf 97,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz gesenkt. Die Folgen von Inflation, Ressourcenknappheit und gestörten Lieferketten werden wohl in allen Handelssegmenten zu spüren sein, wenn auch in sehr unterschiedlicher Ausprägung. „Unternehmen sollten daher jetzt die eigene Situation gründlich analysieren und geeignete Maßnahmen treffen, um gerade in den nächsten Monaten Werbebudgets mit Bedacht auszugeben und die Conversion-Rate nicht unnötig zu senken“, rät Hinzpeter. 

Das 30-seitige Whitepaper zum Thema „Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes: Wie Sie die wirtschaftlichen Folgen für Ihr Unternehmen einschätzen und mindern“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Gründer*in der Woche: Econoiz - Mode aus Holz

Muhammad Sher Khan, Tariel Leiss und Jesko Treiber wollen mit ihrer Mode und dem Konzept dahinter dazu beitragen, dass Kleidung wieder mehr wertgeschätzt wird. Wie sie das u.a. per Crowdfunding schaffen wollen, erklären die Econoiz-Gründer im Interview.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu Econoiz gekommen?

Tariel: Angefangen hat bei uns alles mit der Organisation der Fridays for Future Demonstrationen, die wir mit initiierten. Durch die Klimakrise haben wir hinterfragt, warum unsere Kleidung so umweltschädlich ist. Die Modeindustrie stößt mehr CO2 Emissionen aus als alle internationalen Flüge und Kreuzfahrten zusammen! Das wollen wir anders machen und haben deswegen Econoiz gestartet.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur ersten Kollektion?

Muhammad Sher Khan: Zunächst die ganzen Verarbeitungschritte. Uns war es wichtig, dass wir bei jedem Verarbeitungschritt auch wirklich nachhaltig sind. Deswegen haben wir uns als erstes mit Professor Kai Nebel von der Uni Reutlingen getroffen, der uns auf den Stoff TENCEL, Lyocell gebracht hat. TENCEL, Lyocell ist eine Faser, die aus Holz gewonnen wird und als besonders nachhaltig gilt. Der nächste Schritt war es dann, eine passende Produktion zu finden, die uns aus diesem Stoff T-Shirts produziert. Das hat eine Weile gedauert, da viele der Produktionen nicht verstanden haben, warum wir unbedingt TENCEL verwenden wollen. Zum Glück kamen wir dann in Kontakt mit der Produktion von Fynn Kliemann, mit der wir jetzt unsere erste Kollektion produzieren lassen wollen.

Was ist das Besondere an eurem Modelabel, wie unterscheidet ihr euch von konventionellen Fashion-Unternehmen?

Jesko: Es gibt mittlerweile viele „nachhaltige Modemarken“, die meisten setzen aber auf Bio-Baumwoll Shirts, standardisierte Designs und langweilige Schnitte. Wir setzen dagegen bei unseren Shirts auf 100% TENCEL, Lyocell. Haben unseren eigenen Schnitt entwickelt und arbeiten für die Designs mit Künstler*innen zusammen. Das hat seinen Preis und wir haben uns deswegen entschieden, alle Kosten und Verarbeitungsschritte transparent zu machen. Das macht bis jetzt noch kein Modeunternehmen, wahrscheinlich, weil sich keiner über die Schulter blicken lassen will.

GameChanger des Monats: SHAVENT – ein Family-Business setzt auf Nassrasur

Allein in Deutschland erzeugen Nassrasierer und ihre Wechselköpfe alljährlich rund 100 LKW-Ladungen Müll. Grund genug für Romy Lindenberg und ihren Vater Armin Lutz Seidel, um nach langlebigen Alternativen zu suchen. Herausgekommen ist dabei der plastikfreie-stylische Schwingkopfrasierer SHAVENT. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Romy.

Wir haben euch als unsere GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr mit eurem Konzept des plastikfreien Rasierens konventionelle Wege verlasst und das Thema Nachhaltigkeit vorantreibt. Wie seid ihr auf die Idee zu dem SHAVENT gekommen und was treibt euch im Sinne eines GameChangers an?

Der Shavent war ein echter „Einfall“ – mein Vater stand in der Dusche beim Rasieren und hat sich gefragt, warum er sich eigentlich mit so viel Plastik und Gummi rasiert – ständig wirft er die recht teuren Wechselköpfe weg und auch die Griffe mit den Gummianlagerungen verschleißen so schnell und spülen jeden Tag Mikroplastik ins Abwasser. Das muss doch besser gehen! Den Rasierhobel seines Opas fand er toll in Sachen Haltbarkeit, aber der Schwingkopf-Komfort hat ihm zu sehr gefehlt. Als leidenschaftlicher Ingenieur hat er sich dann einfach selbst einen Rasierer entwickelt. Die ganze Familie war begeistert: Von Kopf bis Fuß super sanft und unglaublich gründlich – und 100% plastikfrei!

Was ist das Besondere an eurem SHAVENT Schwingkopfrasierer?

Der SHAVENT kombiniert die traditionelle plastikfreie Rasur eines Metallrasierers mit günstigen Standard-Rasierklingen und dem gewohnten Komfort der beweglichen Mehrklingenrasierer. Mit dem leichtgängigen Schwingkopf passt er sich so allen Körperkonturen an und macht das plastikfreie Rasieren einfach und sicher.

Ihr seid ja nicht die ersten Start-ups, die sich dem Thema Rasur auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Einige Versuche von Start-ups sind gescheitert – der Markt scheint vorhanden, der Wettbewerb ebenfalls: Wie unterscheidet ihr euch mit dem SHAVENT in diesem Segment? Der Preis ist es ja wohl eher nicht, oder?

Die Kombination aus Nachhaltigkeit um Komfort sehe ich in der bisherigen Start-up Landschaft bei der Rasur noch nicht. Entweder geht es darum, die bekannten beweglichen Wechselköpfe mit Plastik & Co. günstiger zum Kunden zu bringen, oder es sind die klassischen Rasierhobel, die oft aus Asien eingeflogen werden und mit ihrem steifen Rasierkopf besonders für die Körperrasur nicht wirklich dem nahe kommen, was die meisten Menschen vom Drogerierasierer an Komfort gewohnt sind.

Was wir mit dem SHAVENT Rasierer zeigen: Voller Rasurkomfort und günstige, plastikfreie Klingen schließen sich keinesfalls aus! Wir machen Schluss mit dem „billiger Griff, langfristig teure Klingen“-Trick der großen Marken und bieten stattdessen einen hochwertigen, komplett auf Langlebigkeit ausgelegten Rasierer, der mit Standard-Klingen nicht nur Müll, sondern auch langfristig Geld einspart.

Deutscher Innovationsgipfel 2022 – der Business-Turbo

Das crossindustrielle & technologieübergreifende Entscheider*innentreffen findet am 1. Juni 2022 in München statt. Das erwartet euch als teilnehmende Start-ups.

Neben großen, innovativen Unternehmen und Partnern des DIG2022 bietet der Deutsche Innovationsgipfel (#15DIG2022) auch Start-ups am 1. Juni 2022 in München die Chance, neue Kund*innen, hochwertige Kontakte und große Deals einzufädeln.

Neben ausgewählten Gründer*innen wie everwave, HQS, Ottobahn oder Web Inclusion (Eye-Able), sind noch einige Plätze frei, den Reigen spannender Geschäftsmodelle abzurunden, die Gründer am 1. Juni in München auf dem crossindustriellen & technologieübergreifenden Entscheidertreffen präsentieren.

Ihr könnt euch jetzt noch bewerben über www.deutscher-innovationsgipfel.de

Networking am Vorabend

Die hochkarätige Vernetzung der Gründer*innen findet bereits am Vorabend des DIG statt, einer Plattform, auf der Vordenker*innen, Wegbereiter*innen und andere kreative Köpfe ihr Wissen, ihre Erfahrungen teilen, gemeinsam neue Geschäftsmodelle entwickeln. Auf Einladung des Schirmherrn, des bayerischen Wirtschaftsministers, und des Innovation Network, mit seinen mehr als 4.000 Unternehmen Veranstalter des Deutschen Innovationsgipfel, treffen sich Partner*innen und Gründer*innen bereits zum Auftakt in exklusiver Runde. Dabei positioniert das Innovation Network die Jungunternehmer*innen so, dass deren Geschäftsmodelle zu den Geschäftsführer*innen und Vorständen namhafter Unternehmen im Umfeld passen.

Gründer*in der Woche: Conversion Maker AI - Produktbeschreibungen per Knopfdruck

In den letzten Jahren hat Seriengründer Michael Witzenleiter über 3000 Experimente bei über 150 Unternehmen durchgeführt. Festgestellt hat er dabei, dass sich die Conversion Rate durch verkaufspsychologisch optimierte (Produkt-)Texte im zweistelligen Bereich steigern lässt. Seine digitale Lösung: der Conversion Maker AI. Mehr dazu im Interview mit Michael.

Was zeichnet eine exzellente, sprich professionelle Produktbeschreibung aus?

Zunächst einmal sollte es ein Fließtext sein, der den Leser anspricht. Natürlich sollte die Beschreibung alle wichtigen Informationen zum Produkt enthalten und sprachlich korrekt sein. Sie muss aber neben formalen Kriterien auch ‚emotionale‘ Kriterien erfüllen. Das heißt sie sollte die Sprache der Zielgruppe sprechen. Die Beschreibung einer Schraube oder eines Scharniers unterscheidet sich nicht nur durch ihre Eigenschaften von der Beschreibung einer Blume oder einer Halskette, sie sollte einen anderen Ton angeben. Erstere klingen zum Beispiel eher nüchtern und gehen auf mögliche Projekte und Anwendungsszenarien ein, während das zweite Beispiel der Zielgruppe ein Bild in den Kopf zaubern sollte. Und letztendlich gibt es ein paar sprachliche Marker, die man berücksichtigen kann, um Texte grundsätzlich zu verbessern. Dazu gehört zum Beispiel das Vermeiden von negativen Wörtern.

Was sind die größten Fehler, die du in der Praxis bei Produktbeschreibungen siehst?

Oft gibt es gar keinen richtigen Text, sondern nur Stichpunkte. Oder aber es gibt einen Text, der wahrscheinlich besser eine Stichpunktsammlung wäre, da er einfach nur die Fakten auflistet und so den Leser nicht anspricht. Teilweise ist das so, weil Texte für die Suchmaschine und nicht für die Zielgruppe geschrieben wurden.

Neben diesen groben Basisproblemen fehlt es den Texten häufig an Kreativität und Struktur. So kann es sein, dass Texte für ein neues Produkt einfach kopiert werden und nur die Eigenschaften verändert werden. Bei einem anderen Produkt funktioniert der Textaufbau dann unter Umständen aber gar nicht mehr, auch wenn er für das ursprüngliche Angebot gut gepasst hat.

Was ist der Vorteil einer semantischen Textsoftware, die Produktbeschreibungen aus Daten generiert, im Vergleich zur Arbeit eines Texters bzw. einer Texterin?

Die Software ist viel schneller: Innerhalb von wenigen Sekunden steht ein Text zur Verfügung. Das mag bei ein oder zwei Beschreibungen noch nicht so auffallen, aber bei hunderten von Produkttexten macht das einen großen Unterschied.

Abgesehen davon ist, auch wenn viele sehr gewissenhaft arbeiten, kann das Schreiben dieser Kurztexte sehr monoton und langweilig sein. Hier ist es schwer konstant kreativ zu bleiben. Die Software hingegen wird nicht müde und liefert stets qualitativ hochwertige Texte.

Nun zu deiner Software: Was ist das Besondere am Conversion Maker AI und wie unterscheidet sich deine Lösung von anderen digitalen Lösungen?

Allen voran ist das unsere Spezialisierung auf Produkttexte und ihre Ausrichtung auf ‚Verkaufssprache‘ sowie die Suchmaschinenoptimierung. Es gibt aber noch eine weitere Besonderheit: Unsere Software ist komplett auf Deutsch. Das klingt zwar logisch, ist aber in der Realität selten. Denn viele Textgeneratoren schreiben die Texte zuerst auf Englisch und übersetzen diese dann ins Deutsche. Auch wenn die Übersetzungen immer besser werden, ist es am Ende oft einfach kein runder Text. Der Vorteil liegt damit auf der Hand: Texte direkt auf Deutsch zu formulieren, heißt, sie haben eine höhere Qualität und sind direkt auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Ein Blick zurück: Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Zu Beginn haben wir uns darauf fokussiert Fachwissen im Bereich Conversion-Optimierung zu sammeln und auszuwerten. Das heißt, wir wollten nicht nur Daten für unser Modell sammeln, sondern auch Wissen, das uns bei der Softwareentwicklung weiterhilft. Diese Herausforderung war für uns sehr spannend, aber zunächst auch ein Mammut-Akt, schließlich waren wir zu Beginn ein kleines Team.

Außerdem war es uns wichtig das Problem zu verstehen, das wir lösen wollen. Das geht besonders gut durch Kundennähe. Wir haben einen sehr engen Kontakt zu Testkunden durch die wir nicht nur einen Einblick bekommen, wie unsere Software für sie funktioniert, wir konnten auch lernen, wie diese Software für den alltäglichen Gebrauch optimiert werden kann.

Wie hast du die Produktentwicklung und damit auch dein Start-up bislang finanziert?

Da wir nicht nur eigene Software entwickeln, sondern auch bestehende Lösungen vertreiben, können wir unser Geschäft hauptsächlich über Einnahmen finanzieren.

Du hast den Conversion Maker AI vor wenigen Wochen gelauncht. Wie ist der Start verlaufen? Was sind deine ersten Learnings?

Wir sind sehr zufrieden mit dem Start. Wir sehen eine hohe Resonanz und was mich besonders freut: Erste Kunden, die unsere Software nutzen konnten bereits signifikant ihre Conversion Rate steigern.

Wer sind deine Kund*innen bzw. Zielgruppe?

Wir möchten alle erreichen, die Produkte beschreiben oder Produkte verkaufen. Das heißt, vom Einmannunternehmen auf Shopify über den großen Online-Retailer bis hin zur Textagentur sprechen wir alle an. Für unsere Software braucht man keine Vorkenntnisse, man muss nur wissen, was die wichtigsten Informationen zum Produkt sind.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To Do's rund um den Conversion Maker AI?

Wir haben jetzt nach dem Release zunächst eine Shopify-Schnittstelle integriert und planen mittelfristig weitere Shop-Systeme zu unterstützen. Und natürlich wollen wir die Software auch weiterhin basierend auf Kundenfeedback verbessern und weiter ausbauen – dafür suchen wir derzeit weitere Programmierer, die sich auf Künstliche Intelligenz spezialisiert haben. Innerhalb von fünf Jahren hoffen wir, Conversion Maker AI als ein Standardtool im Online-Handel zu etablieren, auf das sich jedes Unternehmen für eine erfolgreiche Strategie zur Optimierung der Conversion-Rate verlässt.

Und last but not least: Was möchtest du als erfahrener Seriengründer anderen Gründer*innen mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Sprecht offen mit eurem Team über eure Ideen, so könnt ihr sie gemeinsam Weiterentwickeln und Hindernisse überwinden. Dazu gehört auch eine gute vertrauensvolle Feedback-Kultur zu etablieren. Ein Team, das ehrlich und offen teilt ist auch in schwierigen Zeiten standhaft – und hilft letztlich einen positiven und enthusiastischen Teamgeist zu bewahren.

Hier geht's zum Conversion Maker AI

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: AVOTAC - der Hygienehandschuh für alle Fälle

Nicht erst seit Corona machen sich viele von uns darüber Gedanken, wie man sich so hygienisch wie nötig oder möglich durch den Alltag bewegt. Dieser Frage ist auch Peter Bürkle, Gründer von AVOTAC, intensiv nachgegangen und hat zusammen mit seiner Frau und Co-Gründerin Franziska eine pfiffige und intelligente Lösung gefunden: einen wasch- und wiederverwendbaren Hygienehandschuh. Mehr dazu im Interview mit Peter.

Wann und wie bist du auf die Idee zum AVOTAC gekommen?
Alles fing mit einem Alltagsproblem an, welches ich hatte. Als Vielfahrer mit der Deutschen Bahn war mir der Toilettengang ein kraus - da will man einfach nichts berühren. Also habe ich, gemeinsam mit meiner Frau, die Ärztin ist, angefangen mir Gedanken zu machen, was hier eine hygienische, alltagstaugliche und vor allem nachhaltige Lösung sein kann. Schnell kamen wir zu dem Schluss, dass es das Sicherste ist, es erst gar nicht zu einem Kontakt zu kontaminierten Alltagsoberflächen kommen zu lassen. Aber ein einfacher Handschuh war uns nicht sicher genug.

Was waren die wichtigsten Meilensteine von der Idee, über den Prototypenbau bis zum fertigen Produkt?
Es ging weiter mit eigenen Nähversuchen am Küchentisch. Viele Stunden haben meine Frau und ich damit verbraucht, Handschuhe aus dem Baumarkt mit kleinen Kosmetiktäschchen zu vernähen. Unsere Idee war, dass es möglich sein muss, den Hygienehandschuh kontaktlos an- und ausziehen zu können. Ebenso sollte der Handschuh eine Hülle haben, damit man ihn sauber, aufgeräumt und vor allem hygienisch verpackt mit sich führen kann. Herausgekommen ist dabei letztlich unser innovativer Hygienehandschuh AVOTAC.


Was ist das Besondere am AVOTAC, was unterscheidet ihn von anderen Lösungen?
Ganz klar die Integration des Handschuhs in eine Verstau-Manschette. Diese einzigartige Kombination ermöglicht, den Handschuh sowohl völlig kontaktfrei an- und ausziehen zu können als auch kontaktlos mit sich zu führen. Daher haben wir den AVOTAC auch zum Patent angemeldet – in Europa gibt es nichts Vergleichbares.

HR-Tech-Start-up Workbee schließt erste Finanzierungsrunde ab

Workbee – die digitale Headhunting-Experience für Pflegekräfte – und hat in kürzester Zeit mehr als 3000 Matches zwischen Bewerber*innen und Unternehmen zustande gebracht. Um noch schneller zu wachsen, hat das Berliner Start-up nun erstmalig externes Kapital erhalten.

Seit 2020 verhilft das Berliner HR-Tech-Start-up der Founder Steffen Biese und Dr. Jim Sellmeijer Pflegefachkräften mithilfe seiner KI-gestützten Jobplattform zu passenden Jobs in der Pflege und setzt sich damit zugleich für bessere Arbeitsbedingungen ein. In den letzten zwei Jahren ist das Start-up nach eigenen Angaben aus dem Cashflow auf einen siebenstelligen jährlichen Umsatz gewachsen. Jeden Tag melden sich, so Workbee, hunderte Pflegekräfte auf der Plattform an, um eine(n) neue(n) Arbeitgeber*in zu finden, zu denen Unternehmen wie Kliniken, Pflegeheime und Pflegedienste gehören, aber auch Arztpraxen, Zeitarbeitsfirmen oder Ausbildungsbetriebe. So sind laut Workbee bisher bereits weit mehr als 3.000 Matches zustande gekommen. Anders als Headhunter arbeitet Workbee nicht provisionsbasiert, sondern bietet den Recruiting- und Matching-Service zum monatlichen Festpreis an. Unternehmen sollen so deutlich günstiger an die passenden Talente kommen.

Eine halbe Million Euro Wachstumskapital

Workbee hat sich nun zum ersten Mal externes Kapital dazugeholt und seine erste Finanzierungsrunde über eine halbe Million Euro erfolgreich abgeschlossen.  An der Finanzierungsrunde beteiligten sich namhafte Investoren sowohl aus dem Pflege- als auch HR-Umfeld. Als Business Angels wirken unter anderem mit: Olav Sehlbach, Geschäftsführer von aap (Attraktiver Arbeitgeber Pflege), Dr. Jörg Peter Heimel, Chairman der EMVIA LIVING Gruppe, Marc Müller, Vorstand der ETL-Gruppe und Jan Dzulko, Ex-CEO von Check24 und Gründer von Everphone.

Außerdem wird Workbee mitunter von den beiden Honeypot-Foundern Kaya Taner und Emma Tracey unterstützt sowie dem Gründer von pflege.de, Dr. Benedikt Zacher sowie Alfonso von Wunschheim, Ex-CEO von local.ch. Darüber hinaus erhält Workbee Support vom HR-Tech-Company Builder allygatr.

Mit dem Kapital möchte Workbee seinen Matching-Score weiterentwickeln und unter anderem um die Matching-Kriterien Benefits und Unternehmenswerte erweitern. Gleichzeitig soll das 12-köpfige Team in Kürze verdoppelt werden. So will Workbee noch schneller wachsen.

Gründer und CEO Steffen Biese startete Workbee mit der Vision, Menschen in systemrelevanten Berufen bessere Arbeitsplätze zu ermöglichen. Ihm fiel bereits früh auf, dass es innovative Karriereplattformen fast ausschließlich für White-Collar-Berufe gäbe. Biese dazu: „Mit Workbee sollen gerade die, die einen enormen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten, endlich Jobs mit der Anerkennung finden, die sie verdienen. Ich freue mich, dass wir unserem Ziel, dies allen Pflegekräften in Deutschland zu ermöglichen, mit der abgeschlossenen Finanzierungsrunde wieder ein Stück nähergekommen sind!“

"i-care-Award" 2022 – jetzt bewerben!

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Digitale Innovationen in der Pflege: Servier lobt den „i-care-Award“ 2022 aus – Bewerbungsschluss ist der 31.05.2022.

Digitale Gesundheitsanwendungen können den Arbeitsalltag von professionell Pflegenden entlasten und eine gute pflegerische Versorgung ermöglichen.

Das internationale, private Pharmaunternehmen Servier vergibt dazu auch im Jahr 2022 die bekannte Auszeichnung für Startups und junge Unternehmen, die solche digitalen Innovationen entwickeln – den „i-care-Award“. Der mit einer Förderung der Preisträger versehene Award wird im Rahmen des Deutschen Pflegetages 2022 in Berlin verliehen.

Mit dem „i-care-Award“ werden bis zu drei innovative digitale Gesundheitsanwendungen ausgezeichnet, die es Pflegenden in ambulanten Pflegediensten, Tagespflegen, stationären Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern ermöglichen, mehr Zeit und Qualität für den direkten Kontakt mit Patienten und Hilfsbedürftigen aufzuwenden und damit die Pflege menschlicher zu machen. Denn für die persönliche Zuwendung bleibt im Pflegealltag immer weniger Zeit.

Digitale Innovationen nachhaltig in die reale Versorgung bringen

Servier als Stifter des Preises hat sich zum Ziel gesetzt, digitale Innovationen zu finden, auszuzeichnen und durch die Preisverleihung bekannt zu machen. Die Erstplatzierten erhalten eine Förderung in Höhe von bis zu 5.000 Euro. Über die Vergabe entscheidet eine interdisziplinär zusammengesetzte Jury. Bewerbungsschluss ist der 31.05.2022.

„Innovationen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung stehen im Mittelpunkt aller Aktivitäten von Servier“, sagt Oliver Kirst, Geschäftsführer der Servier Deutschland GmbH. „Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, zu dem innovative Arzneimittel ebenso gehören wie digitale Gesundheitsanwendungen. Daher unterstützen wir auch digitale Innovationen im Pflegebereich, um eine verbesserte Gesundheitsversorgung der Zukunft aktiv mit zu gestalten.“

„Die Vorstellung innovativer Ideen und Projekte ist ein Kernstück des Deutschen Pflegetages. Auch 2022 widmen wir digitalen Innovationen und Aspekten in der Pflege eine eigene Programmsäule. Wir freuen uns sehr über die Initiative unseres Premiumpartners Servier mit dem ‘i-care-Award’ diese Entwicklung zu unterstützen. Es ist uns eine Ehre, dass die Preisverleihung im Rahmen des Deutschen Pflegetages stattfindet. Der Deutsche Pflegetag ist die perfekte Bühne, neue Ideen direkt der Zielgruppe zu präsentieren und mit ihr zu diskutieren“, so Jürgen Graalmann, Geschäftsführer der Deutscher Pflegetag Servicegesellschaft mbH und Veranstalter des Deutschen Pflegetages.

Bewerbungsanforderungen „i-care-Award“ 2022

Das Produkt der digitalen Anwendung sollte frühestens seit dem 01.01. 2019 in Deutschland vermarktet worden sein. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen mit Sitz in deutschsprachigen Raum (DACH), die jünger als fünf Jahre sind (Gründung nach dem 1.1. 2017) und weniger als 100 Mitarbeiter/­innen haben.

Die Bewerbungsunterlagen können Sie unter der Mail-Adresse [email protected] anfordern. Der Einsendeschluss für Ihre Bewerbung ist der 31.05.2022. Rückfragen zur Ausschreibung richten Sie bitte ebenfalls an [email protected].

Über Servier: Innovationen für Patienten

Servier ist ein privates, global agierendes und forschendes Pharmaunternehmen, das gemäß seinem Leitbild die Bedürfnisse von Patienten sowie Innovationen in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt.

Das mit 21.800 Mitarbeitern zweitgrößte Pharmaunternehmen Frankreichs erwirtschaftete im Jahr 2021 Umsatzerlöse in Höhe von über 4,72 Milliarden Euro in 150 Ländern. Täglich werden 100 Millionen Patienten weltweit versorgt.

Das 1954 gegründete Unternehmen vertreibt 50 Original-Medikamente und 1.500 Generika aus den Bereichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolische Erkrankungen, Krebs, Autoimmunerkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen. Als führendes Unternehmen im Bereich Kardiologie ist es das Ziel, Servier auch in der Onkologie/Hämatologie als namhaftes und innovatives Unternehmen zu etablieren.

Servier investiert jährlich über 20 Prozent seiner Pharma-Umsatzerlöse in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und innovativer Therapien und kooperiert multidisziplinär mit renommierten akademischen und industriellen Partnern.

Die deutsche Niederlassung des französischen Traditionsunternehmens mit Hauptsitz in Suresnes bei Paris wurde 1996 in München gegründet. Schwerpunkt: Marketing/Vertrieb von Medikamenten zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Depressionen sowie innovativen digitalen Gesundheitsanwendungen.

Servier übernimmt im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens eine hohe gesellschaftliche Verantwortung und unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Forschungs- und Förderpreise, soziale Initiativen und Stiftungen. (www.servier.de)

Über den Deutschen Pflegetag

Der Deutsche Pflegetag ist Deutschlands führender Pflegekongress und damit die zentrale Branchenveranstaltung für Pflege in Deutschland. Der Deutsche Pflegetag bildet die neuesten Themen und Trends in der Pflege ab. Die begleitende Fachausstellung schafft eine Plattform für Experten, Entscheider und Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Pflege und Gesellschaft.

Die organisatorische Verantwortung für den Deutschen Pflegetag trägt die Deutscher Pflegetag Servicegesellschaft (DPSG). Der Deutsche Pflegerat e.V. ist ideeller Veranstalter des Deutschen Pflegetages.

Pressekontakt Servier

Arnd Prilipp, Leitung Unternehmenskommunikation
Tel +49 (0)89 570 95 176 – Fax +49 (0)89 570 95 126
E-Mail : [email protected]
Servier Deutschland GmbH
Elsenheimerstraße 53 – 80687 München – Deutschland

Kommunikation in Kriegszeiten

Tipps und To Do's zur Kommunikationsstrategie während des Ukraine-Kriegs: Genauigkeit und Einfühlungsvermögen zählen.

Der Angriff auf die Ukraine ist uns so nahe wie nie zuvor, nicht nur geografisch, sondern auch, weil die moderne Technologie es ermöglicht, den Krieg zu sehen und zu spüren, als wären wir in seinem Epizentrum. Die Rolle der Kommunikation wird daher immer wichtiger, da sie sowohl dem Wunsch nach Wahrheit als auch den damit verbundenen Emotionen und Gefühlen gerecht werden muss, was im Falle eines Krieges keineswegs einfach ist.

Vor diesem Hintergrund bieten sich aktuell folgende Kommunikationsstrategien für Unternehmen und Unternehmer*innen jeder Größe an.

Anpassung

Es ist an der Zeit, die bisher geplanten Kommunikationsstrategien und -maßnahmen zu vergessen. Die Unternehmen sollten sie im Lichte der heutigen Ereignisse überprüfen und sie vollständig anpassen oder aktualisieren. Heutzutage ist es das Wichtigste, die Position und Unterstützung des Unternehmens mit allen Mitteln zum Ausdruck zu bringen. Schweigen in Kriegszeiten kann als Akzeptanz der Situation aufgefasst werden. Deshalb ist es wichtig, schnell zu reagieren und die Kommunikation an die sich ständig ändernden Bedingungen anzupassen.

Krise vs. Chance

Die Pandemie hat bereits viele Menschen gelehrt, dass sie alle in einer Krise auf unterschiedliche Weise helfen können, und die aktuellen Ereignisse bilden da keine Ausnahme. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für Unternehmer*innen, ihre kreative Energie zu mobilisieren und darüber nachzudenken, wie sie durch visuelle und verbale Kommunikation dazu beitragen können, der Ukraine zu helfen.

Die Unternehmen haben eine aktive Rolle bei der Unterstützung der Ukraine durch eine Reihe von Initiativen übernommen. So haben sich beispielsweise mehrere litauische Kreativ-Agenturen zusammengetan, um unter dem Namen „Creatives for Ukraine“ eine Plattform ins Leben zu rufen, die Illustrator*innen, Designer*innen und Fotograf*innen auf der ganzen Welt vereint; AirBnB hat weltweit damit begonnen, bei Buchungen in der Ukraine auf die Gebühren für Gastgeber*innen und Gäste zu verzichten und mit europäischen Nachbarländern zusammenzuarbeiten, um langfristig Unterkünfte bereitzustellen.

Auch der Online-Händler ASOS hat bspw. damit begonnen, Kleidung und andere Dinge des täglichen Bedarfs an Bedürftige zu spenden – dies sind nur einige Beispiele dafür, wie jedes Unternehmen oder jede Organisation im Rahmen seiner/ihrer Arbeit effektive Lösungen finden kann. Durch eine wirksame Kommunikation ihrer Ziele, Maßnahmen und ihres Standpunkts zur Invasion können die Unternehmen den Bedürftigen besser helfen und ihren Kund*innen eine Rechtfertigung bieten.

Alle Informationen auf Wahrheit und Genauigkeit prüfen

Die Informationsflut ist im Moment überwältigend, daher wird den Unternehmen empfohlen, bei der Kommunikation auf Genauigkeit und Klarheit zu achten. Unternehmen sollten keinen Spielraum für Interpretationen lassen, da ein Großteil der Online-Kommunikation schnell konsumiert und beurteilt wird, was das Risiko von Missverständnissen erhöht. Daher sollten Unternehmen angemessene und präzise Worte und Aussagen wählen, die gut durchdacht sind.

Hilfreiche Beispiele für eine solche sensible, aber klare und konkrete Kommunikation sind humanitäre und andere Hilfsorganisationen - das Litauische Rote Kreuz oder die verschiedenen Ortsverbände von Malteser International, etwa in Deutschland oder Österreich. Diese Organisationen vermeiden sehr lange Texte, Ausrufezeichen und Großbuchstaben und füllen ihre Kommunikation daher mit positiven Aussagen, sprechen Emotionen und Gefühle an und benennen sie klar (z.B. "Die meisten von uns fühlen sich im Moment ängstlich, traurig und unsicher"). Gleichzeitig nutzen sie die öffentlichen Kommunikationsplattformen, um die Fakten zu benennen, das Miteinander zu betonen und eine Verbindung zu ihren Zuhörern herzustellen.

Einfühlungsvermögen

Die meisten Menschen sind heute sensibler für die Informationen, die sie erhalten. Ist ein Unternehmen in der Öffentlichkeit Zielscheibe negativer oder wütender Äußerungen, ist es wichtig, diese nicht persönlich zu nehmen oder sich in Konflikte einzumischen. Unternehmen sollten einen ruhigen und respektvollen Umgangston pflegen und anerkennen, dass jeder Mensch komplexen Umständen ausgesetzt ist und diese auf seine eigene Weise bewältigt. Öffentliche Wut und Frustration sind nur ein Ausdruck dieser Ängste, die Unternehmen nicht noch verstärken sollten.

Fokus auf interne Kommunikation

Die Menschen sind das wahre Herz und die Seele eines jeden Unternehmens. Der Einmarsch Russlands in der Ukraine wirkt sich unweigerlich auf die Mitarbeitenden aus, die selbst in den entlegensten Ländern arbeiten, und belastet somit ihre Produktivität, den Umgang miteinander und mit den Kund*innen.

Unternehmer*innen sollten daher auf die Kommunikation innerhalb des Unternehmens oder der Organisation achten und den Mitarbeitenden klar machen, dass sie sich an eine zuständige Person wenden können, wenn sie über die Geschehnisse sprechen möchten. Sie sollten sich Zeit für die Reflexion im Team nehmen, Herausforderungen besprechen und sie gemeinsam angehen.

Konsistente Kommunikation über den Verkauf

Genauso wie es wichtig ist, der aktuellen Situation nicht gleichgültig gegenüberzustehen, ist es auch wichtig, wie gewohnt weiterzumachen, aber mit Rücksicht und Einfühlungsvermögen. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um aktiv über Geschäfte und Verkäufe zu sprechen. Über die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens zu sprechen und gleichzeitig die Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck zu bringen, ist jedoch eine Möglichkeit, die richtige Balance in der Kommunikation zu finden. Es ist auch eine Überlegung wert, einen Teil des Gewinns an die Ukraine zu spenden.

Wie man ein internationales Publikum erreicht

Um eine Strategie mit großer Reichweite zu entwickeln, sollten Unternehmen über die Invasion kommunizieren und dabei Fachwissen, Erfahrung und bewährte Verfahren aus ihrer Branche nutzen. Indem sie darauf achten, welchen Markt sie erreichen wollen, können Unternehmer*innen feststellen, dass Erkenntnisse aus ihrer Region aktuelle Lücken in der von anderen bereitgestellten Unterstützung füllen können.

Es ist auch wichtig, die Nachrichten über den Einmarsch Russlands in der Ukraine im Auge zu behalten, da bestimmte Entwicklungen im Krieg dem Unternehmen die Möglichkeit geben könnten, Hilfe zu leisten und die Initiativen anderer zu unterstützen. Andererseits können Unternehmen den direkten Kontakt mit ausländischen Partner*innen nutzen, um über das Ausmaß der Tragödie in der Ukraine zu sprechen, konkrete Hilfe einzufordern und Erkenntnisse aus verschiedenen Perspektiven auszutauschen.

Unabhängig von ihrer Größe können Unternehmen etwas bewirken. Sie könnten einen Teil ihrer Einnahmen an eine der zahlreichen Organisationen spenden, die die Ukraine unterstützen, oder sie könnten ihre Community nutzen, um Botschaften zu verbreiten, die die russische Aggression in der Ukraine verurteilen. Wichtig ist auch, dass sie alle Informationen, auf die sie stoßen, auf ihre Richtigkeit hin überprüfen, bevor sie sie an die Öffentlichkeit weitergeben.

Die Autorin Raminta Lilaitė-Sbalbi ist Mitbegründerin der litauischen PR-Agentur Blue Oceans PR. Die Agentur ist sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene für Kund*innen aus verschiedenen Branchen tätig – darunter Tourismus, Fintech, Lifestyle, Gesundheitswesen, Govtech.

Gründer*in der Woche: ai-omatic solutions – der Maschinen-Effizienz-Booster

Lena Weirauch, Dario Ramming und Felix Kraft sind die Gründer*innen der Hamburger ai-omatic solutions GmbH. Das Start-up hat eine innovative Methode entwickelt, die anhand eines komplexen mathematischen Modells Anomalien ohne vorher festgelegte Grenzwerte erkennen und bewerten kann. Das sorgt letztlich für weniger Maschinenausfälle und hilft Wartungskosten zu reduzieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin Lena.

Was genau ist bzw. leistet ai-omatic?

Ai-omatic hat eine innovative Predictive Maintenance (PdM) Software entwickelt, die es möglich macht, ungeplante Ausfälle von Maschinen vorherzusagen. Dadurch sparen Unternehmen viel Geld, denn sie können ihre Wartungskosten minimieren und ihre Anlagenverfügbarkeit maximieren. Unsere Methode basiert auf einer Kombination aus neuronalen Netzen und statistischen Verfahren. Sie führt zu verlässlichen Vorhersagen, sodass proaktiv gewartet werden kann.

Was ist euer USP?

Unser USP ist, dass wir unseren Algorithmus nicht mit großen Datenmengen füttern müssen, damit er zuverlässig funktioniert. Weil unsere Software eingesetzt werden kann, ohne dass diese großen Datenmengen benötigt werden, ist sie praxistauglich. Darüber hinaus machen wir die Welt ein Stück besser, weil unser Predictive Maintenance-Lösung die Lebenszeit von Maschinenteilen verlängert. Denn diese werden erst ausgetauscht, wenn es konkrete Anzeichen gibt, dass sie kaputtzugehen drohen. Somit hat Predictive Maintenance auch einen nachhaltigen Aspekt.

Für wen eignet sich die Software?

Die Software von ai-omatic richtet sich grundsätzlich an alle Unternehmen, die ein Interesse daran haben, ungeplante Maschinenstillstände zu verhindern. Die Software eignet sich für alle Maschinen, die mechanische Motoren haben bzw. bei denen Drehungen auftreten und deren Überwachung mittels Sensoren große Datenmengen produziert, beispielsweise Maschinen aus dem Bereich der Automobilbranche, der Schifffahrt und der Fertigung.

Besonders interessant ist die Software für Unternehmen, bei denen Ausfälle zu großen Kosten- und Produktivitätseinbußen führen. Die primäre Zielgruppe sind Maschinenhersteller und Produktionsbetriebe, die Maschinen verwenden, deren komplexe Systeme große Datenmengen produzieren und deren Regelbetrieb über längere Zeiträume stetig ist.

Nun ein Blick zurück: Was war euer Beweggrund, ai-omatic zu starten?

Mein Co-Founder Dario und ich haben vorher in der Luftfahrt gearbeitet und dort immer wieder miterlebt, dass es keine skalierbare Lösung im Bereich Predictive Maintenance gibt, die tatsächlich gute Ergebnisse liefert. Wir sind aber davon überzeugt, dass Predicitve Maintenance die Wartungsstrategie der Zukunft ist, und das wollen wir beweisen, indem wir ein Produkt entwickeln, das es jedem Unternehmen ermöglicht, Predictive Maintenance zu nutzen. Unser CFO Felix hat damals außerdem an der Börse gearbeitet und wusste, dass der Markt für Predictive Maintenance riesig ist.

Wie habt ihr den Start finanziert?

Wir haben uns knapp 1½ Jahre gebootstrapped und dann im Juni 2021 eine Angel-Round gemacht. Aktuell stehen wir vor unserer Seed-Runde.

Gab es schmerzhafte Fehler in der Gründungsphase deines Unternehmens?

Ein Fehler zu Beginn war auf jeden Fall, dass wir zu lange alles selbst gemacht haben, anstatt Mitarbeitende einzustellen. Da wir uns möglich lange selbst finanzieren wollten, haben wir natürlich sehr stark auf das Geld geachtet und waren super sparsam – das wurde aber irgendwann ineffizient und langsam. Rückblickend hätten wir etwas eher schon Aufgaben abgeben sollen.

Welche Rolle hat Kommunikation in der Anfangsphase gespielt?

Die interne Kommunikation hat in der Anfangsphase eine extrem wichtige Rolle gespielt und tut es auch heute noch. Die Art und Weise, wie man kommuniziert, hat meiner Überzeugung nach einem entscheidenden Einfluss auf den Unternehmenserfolg – nur wenn jeder weiß, was er zu tun hat und was die anderen machen, kommt man voran und arbeitet effizient.

Die Kommunikation nach außen ist aber genauso wichtig – jetzt verstehe ich, warum alle immer sagen „Sichtbarkeit ist alles für ein Start-up“. Ich versuche jede Chance zu nutzen, ai-omatic sichtbar zu machen – denn wer sichtbar ist, macht Kund*innen auf sich aufmerksam.

Viele sagen, dass die AI nach einem großen Hype-Cycle nun vom Tal aus wieder aufsteigt. Welche Entwicklung wird AI deiner Meinung nach in der nächsten Dekade nehmen und warum?

Ich denke, es ist sehr wichtig, dass man von dieser Hype-Stufe herunterkommt und anfängt, AI als Standard zu sehen. Es gibt bereits viele Anwendungen, bei denen AI standardmäßig eingesetzt wird – beispielsweise bei der Entsperrung unseres Handys über die Gesichtserkennung, beim Shoppen über sogenannte Recommendation Systems oder beim Scrolling durch die sozialen Netzwerke. Ich denke, dass dieser Hype langsam abnehmen wird, weil immer deutlicher wird, was AI leisten kann, was aber bisher auch noch nicht funktioniert – dadurch entstehen realistischere Erwartungen an das Thema AI. Trotzdem bin ich der Meinung, dass AI unser Leben maßgeblich verändern wird.

Was sind eure Pläne bzw. wo seht ihr euch in fünf Jahren?

In fünf Jahren soll ai-omatic als die Standardsoftware im Bereich Predictive Maintenance bekannt sein, national als auch international. Dafür werden wir Standorte in mehreren Ländern aufbauen, zunächst in Deutschland, dann in Europa und in den USA, aber auch im asiatischen Raum. Dadurch möchten wir einen entscheidenden Beitrag zur Industrie 4.0 beitragen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Meine ersten beiden Tipps richten sich zuerst einmal an diejenigen Leute, die noch überlegen zu gründen: Gründen bedeutet neben all den positiven Aspekten auch eine Menge Verantwortung, die ein oder andere schlaflose Nacht und geht mit einem gewissen Druck einher – bist du bereit, diese Extra-Meile zu gehen?

Wenn ja, dann überlege dir auf jeden Fall gründlich und in Ruhe, mit wem du gründet. Das bedeutet zum einen, dass man auf die Kompetenzen seiner jeweiligen Co-Gründer*innen schauen sollte, aber auch menschlich gut klarkommen muss und die gleichen Werte teilt.

Wenn man schon gegründet hat, ist gerade zu Beginn ein starker Fokus sehr wichtig. Welches Problem habe ich erkannt und wie will ich es lösen? Uns wurde es auch immer wieder gesagt und trotzdem haben wir es nicht immer gemacht. 

Und als Letztes würde ich immer daran appellieren, auf das eigene Bauchgefühl zu schauen. Am Anfang kam mir das nicht rational und “geschäftsmäßig” vor, aber das ist Quatsch – ich bin davon überzeugt, dass das eigene Bauchgefühl einem immer weiterhilft.

Hier geht’s zu ai-omatic solutions

Das Interview führte Hans Luthardt

Ei, Ei, Ei: Perfeggt schließt 3,5 Mio. Pre-Seed-Runde ab

Das Berliner Foodtech-Start-up Perfeggt erforscht und entwickelt pflanzliche Ei-Alternativen und hat in einer ersten Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Euro eingesammelt.

Perfeggt ist ein 2021 gegründetes Foodtech-Unternehmen aus Berlin, spezialisiert auf die Erforschung, Entwicklung und Herstellung von pflanzenbasierten Ei-Alternativen. Das multidisziplinäre, internationale Team um das Gründertrio Tanja Bogumil (CEO), Gary Lin und Bernd Becker (CPO) besteht aus Pionier*innen und Spezialist*innen für alternative Proteine. Sie entwickeln Produkte aus pflanzlichen Proteinen, die in ihrer Textur, ihrem Geruch und ihrem vollen Geschmack beeindrucken.

„Unser Ziel ist es, ein nachhaltiges Lebensmittelsystem voranzutreiben, in dessen Fokus pflanzenbasierte Produkte stehen. Unser Beitrag dazu ist die Entwicklung von Ei-Alternativen, die wegweisend sind, weil sie jedem schmecken und vielseitig einsetzbar sind. Zukünftig soll in jedem Kühlschrank Perfeggt vorhanden sein, so dass es einfach ist, das Omelett oder das Gebäck rein pflanzlich zuzubereiten, ohne auf guten Geschmack verzichten zu müssen”, erklärt CEO Tanja Bogumil. „Dass wir mit dieser Haltung nicht allein sind und die Zeit für ein Umdenken und einen neuen Anspruch an unsere Ernährung da ist, zeigt das enorme Interesse an Perfeggt, das wir gerade erleben, und das Vertrauen, das unsere neuen Investor*innen uns durch ihre Unterstützung entgegenbringen.”

Zu den internationalen Investor*innen gehören u.a. die EVIG Group, Stray Dog Capital, Good Seed Ventures, E²DJD, Tet Ventures, Sustainable Food Ventures, Shio Capital, Atomico Business Angel Fund, Urania Ventures, und Jörg Kattner (Gorillas-Gründer), Ole Strohschnieder und Béla Seebach (Just Spices-Gründer), Philipp Schrempp und Tobias Schüle (Foodspring-Gründer), Dr. Albert Schmidbauer (Biogena), Eric Quidenus Wahlforss (Dance), die Industriegrößen Godo Röben, Frank Kühne und Ludwig Cramer-Klett und die erfolgreichen Unternehmerinnen und Business Angels Lea-Sophie Cramer und Verena Pausder.

Das frische Geld der Pre-Seed-Runde investiert Perfeggt in die Produktforschung und -entwicklung sowie in den Teamaufbau. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einführung des ersten Produkts: ein flüssiger Ei-Ersatz, mit dem sich diverse Anwendungen wie Rührei, Pancakes oder French Toast rein pflanzlich zubereiten lassen. So wurde Perfeggt in den vergangenen Wochen sehr erfolgreich beim Auftakt der Pop-up-Tastingreihe im Foodlab Hamburg präsentiert. Die Tastings werden an weiteren Orten fortgeführt, um Perfeggt auch dort Fachpublikum und Verbraucher*innen vorzustellen. Einen ersten Einsatz wird es in Kürze im Foodservice-Bereich finden, die Einführung in den Lebensmitteleinzelhandel erfolgt ebenfalls zeitnah.

Health-Tech DasLab sichert sich 6,2 Mio. Euro frisches Kapital

Das Berliner Health-Tech DasLab – innovativer Mitgestalter des digitalen Gesundheitsökosystems – schließt eine 6,2 Mio. Euro Seed-Finanzierungsrunde ab.

DasLab ermöglicht mit seiner digitalen Plattform einen universellen Zugang zu medizinischer Diagnostik. Dafür vernetzt das 2020 von Dr. Daniel Fallscheer, Etienne Adriaenssen und Jeremy Langworthy gegründete Start-up mit seiner ‘Plug-and-Play’-Lösung alle Akteur*innen des Gesundheitsökosystems, die medizinische Tests nachfragen oder anbieten. Nach eigenen Angaben hat DasLab bereits über 600.000 Tests für seine mehr als 50 Partner*innen an bisher 150 Standorten in Deutschland und Spanien digital ermöglicht. Namhafte Digital-Health-Entrepreneure und Business Angels wie die Gründer von Ada Health, caresyntax, Doctoralia, myoncare und medneo unterstützen das Unternehmen seit der Gründung. Es hat seinen Sitz in Berlin und beschäftigt rund 40 Mitarbeiter an vier Hubs in Europa.

Innovativer Mitgestalter des digitalen Gesundheitsökosystems

„Mit DasLab vereinfachen und demokratisieren wir den Zugang zu Labordiagnostik. Wir sehen uns als innovativer Mitgestalter des digitalen Gesundheitsökosystems. Unsere Vision ist es, eine ‘Plug-and-Play’-Lösung für Digital Health Anbieter, Labore und weitere Plattform-Partner zu schaffen. Wir befähigen Patienten mit unserer Plattform dazu, ihre Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen und ihre Testergebnisse jederzeit digital abrufen und teilen zu können. Damit tragen wir zu einer besseren Gesundheitsversorgung und Krankheitsprävention bei“, kommentiert Dr. Daniel Fallscheer, Co-Founder und CEO von DasLab.

Mehrfach überzeichnete Seed-Finanzierungsrunde

Jetzt hat DasLab in einer mehrfach überzeichneten Seed-Finanzierungsrunde insgesamt 6,2 Millionen Euro erhalten. Lead Investor ist Speedinvest. Daneben haben sich Kaya Ventures, All Iron Ventures, Plug and Play sowie namhafte Digital Health Entrepreneure und Business Angels wie die Gründer von Ada Health, caresyntax, Doctoralia, myoncare und medneo an der Runde beteiligt.

Das frische Kapital soll zur Weiterentwicklung der Plattform, zum Ausbau des Partnernetzwerks sowie zur weiteren Expansion des Teams eingesetzt werden. Das bestehende Portfolio an Tests soll zunächst um eine umfassende Palette an “At-Home” Tests erweitert werden, die Patient*innen zu Hause selbst durchgeführt können und dann in medizinischen Laboren analysiert werden. Anschließend sollen medizinisch relevante Standard-Testpanele, wie das kleine und große Blutbild, in die Plattform integriert werden. Das dafür notwendige Partnernetzwerk zur professionellen Probenentnahme befindet sich aktuell im Aufbau. Verhandlungen mit namhaften Partner*innen und Kund*innen in den beiden Kernmärkten Deutschland und Spanien sind, so das Unternehmen, bereits weit fortgeschritten.

Gründer*in der Woche: talking hands - Inklusion per Daumenkino

Maria Möller und Laura Mohn, Gründerinnen von talking hands, wollen mit ihren Daumenkinos einen Beitrag zu einer inklusiven Gesellschaft leisten. Mehr dazu im Interview mit den beiden Unternehmerinnen.

Ihr habt euch das Thema Inklusion auf die unternehmerische Fahne geschrieben. Wann und wie seid ihr vor diesem Hintergrund auf die Idee zu talking hands und euren Daumenkinos gekommen?

Laura: Talking hands hat ursprünglich als Uni-Projekt gestartet. Für meine Abschlussarbeit hatte ich mir damals das Thema Trisomie21 ausgesucht, weil meine Schwester das Down-Syndrom hat. Bei Kindern mit Down-Syndrom ist der Spracherwerb sehr verzögert, weswegen sie gerade am Anfang auf Gebärden angewiesen sind. Das Lernmaterial, was es so gab, war jedoch nicht besonders spannend gestaltet. Deswegen habe ich die Daumenkinos für Gebärden entworfen.

An wen richtet sich euer Angebot? Wer soll mit euren Daumenkinos spielen bzw. spielerisch Gebärden lernen?

Maria: Alle Kinder, egal ob mit oder ohne Behinderung, sollen mit unseren Daumenkinos Gebärden lernen. Nur so kann Inklusion funktionieren und Kommunikation stattfinden.

Gibt es Bestseller unter euren Produkten?

Laura: Manche unserer Einzeldaumenkinos wie „ich liebe dich“ oder „danke“ werden viel gekauft. Bildungseinrichtungen bestellen meist das große 100er-Set mit dem Grundwortschatz für Kinder